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acktung und Trotz aus. _ ,
' Einer der Räuber brach in ein lautes Hurrah-
Geschrei aus, in welches seine Kollegen einstimmten.
Ms wieder Stille herrschte, warf Carvelli einen raschen Blick umher. _ .
Frau Popley war am Fuße der Estrade weinend niedergesunken. Jim Popley murmelte eine Ver- wünschung zwischen seinen zusammengepreßien Zahnen
umzuschauen. , ,,,,
„Wo ist der Priester?" fragte er endlich mit heilerer, durch das Gewölbe schallender Stimme.
Ein Dutzend Stimmen antworteten ihm und dann erhob sich in einer dunklen Nische die Gestalt eines Priesters. Ein Räuber ergriff bett Arm des- selben und zerrte ihn auf dis Estrade.
Die Genoflen des rothen Carvelli hatten den Prb ster aufgefangen, als er von dem Sterbebett eines seiner Pfankinder nach Hause gehen wollte. Der Räuber« Hauptmann hatte ihm schor, mitgetheilt, was cr von ihm fordere. „ .
' „Ihr könnt mit der heiligen Handlung anfangen, heiliger' Vater", sagte Carvelli in höhnischem Tone. Verheirathet uns nach Eurer besten Form, und da man Euch mit verbundenen Augen hierher gebracht hat, wird man Euch mit gold gefüllten Taschen von hier fortführen."
Der Priester wandte sich zu Olla.
„Meine Tochter", sagte er in mildem, doch eindringlichem Tone, „soll ich verstehen, daß Ihr Euch in Eure unglückliche Lage fügt und einwillrgt, bissen Mann, Giuseppe Carvelli, zu heirathen?"
; „Nein, nein!" schrie Olla in leidenschaftlichem : Tone. „Ich bin nur eine hilflose Gefangene, aber
1 ich will ihn nicht heirathen I Im Namen des Gottes, i den wir Beide verehren, flehe ich Euch an, mich zu j ()ßftticii
| „Ach, ich bin ebenso hilflos als Ihr selbst", sagte ; der Priester theilnahmsvoll. „Ich bin glerchfalls
5 ein Gefangener. Aber ich sage Euch, Giuseppe Car- 1 velli", fügte er strenge hinzu, „daß ich mich weigere, ; Euren Wunsch zu vollziehen! Ich null den Gott, ; dem ich dien-, nicht delndigen, indem ich seinen l Segen zu einer Verbindung zwischen einem so un- i schuldsvollen, jungen Mädchen und einem so schuld« ■ beladenen Schurken avflehe!"
I „Was, Ihr wollt uns nicht trauen?"
„Nein, ich will nicht!"
Ein furchtbarer Blick schoß aus den Augen des i rothen Carvelli. Die Äsern auf seiner Stirne ; schwollen an.
1 „Ihr trotzt mir?" sagte er heiser.
„Nün", entgegnete der Priester, „ich trotze Euch
als die Braut!"
„Die Hauptsache", bemerkte Olla ruhtg. «
„Ich weiß sehr wohl", sagte Carvrlli, „daß der $ Hochzeitstag zu den bedeutungsvollsten in dem Leben j einer Frau gehört! Wenn sie je Staat machen will, , so ist es an diesem Tage! Wir können Euch leider i kein sehr gewähltes Publikum zur Verfügung stellen, j Signorina, um Eure Schönheit oder Euren Schmuck ; zu bewundern. Kommt nun, Alles ist bereit und : der Priester wartet " ,
Er reichte ihr seins Hand. Olla nahm aber ruhig Frau Popley's Arm, und winkte Trefsilian und Poplry, ibr voraurzugehen. So begaben sich alle zusammen in die äußere Höhle hinaus-
Sie fanden in der That Alles festlich hergerichtet. Die Wände waren mit grünen Zweigen geschmückt, aus denen Hunderte von Lampen wie feurige Augen hervorwinkten. Ein riesiges Feuer flackerte und knisterte an der Seitenwand des Zimmers.
In der Mitte des langen, unregelmäßigen Gemaches stand ein großer, mit reinen, weißen Tüchern bedeckter Tilch. Auf demselben war eine überaus reichliche Mahlzeit, aus den leckersten Speisen und feinsten Weinen bestehend, aufgestellt. Die Mauern entlang waren die Räuber in ihren besten Gewändern gruppirt und wie schwarze Schatten standea sie erwartungsvoll beisammen.
Am Ende des Felsenzimmers war eine Estrade, mit Teppichen bedeckt, errichtet. Vor derselben standen zwei Stühle neben einander.
Der roths Carvelli bestieg diese Estrade und führte Olla halb hinauf. Er preßte ihren Arm fest in den seinig n und zwang sie, die Versammlung der Räuber anzuschauen. Aber es war kein sanfter oder ergebener Blick, welchen Olla der Räuberbande zuwarf. Ihre dunkeln Augen waren voll Trotz, aus ihrem Gesichte leuchtete muthige Entschlossenheit und um ihre vollen, rothen Lippen spielte ein spöttischer, verächtlicher Ausdruck. Ihr edler Kopf saß stolz auf dem schlanken Nacken und ihre ganze Haltung druckte mehr, als Worte es hätten thun können, bittere Ver-
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Hochzeitsmahl herzur.chten. s w - s A^cht des jungen Engländers von Verstand und Geist belebt war. Er sah nicht, daß mit ihm eine so große Veränderung vorgegangen war. Nachdem er einen flüchtigen Blick auf Tresstltan geworfen hatte, fuhr er fort, sich forschend in der Höhle


