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weiße Kappe. r |

ist wie ein Bild aus einem Märchen", flüsterte Olla.Schnee aller Orten eine völlige Welt von Schnee I Ich sehe keine Straße, keine Wege. Der Schnee wird der beste Schutz sein sür uns. Ich fühle jetzt, daß ich Herrn Gower trotzen kann, daß, solange der Schnee uns einmauert, ich vor seinem Eindringen sicher bin."

Dieser Gedanke flößte ihr ein Gefühl der Sicher­heit ein. Durch diese Schneewände von der Außen, weit getrennt, fühlte sie, als ob sie sich in einer uneinnehmbaren Festung befände.

Dieses Sicherheitsgesühl hielt einige Tage an, denn die furchtbare Kälte ließ nicht nach und Olla erlaubte nicht, daß eine Straße nach dem Dorfe ge­macht werde. Das alte Steinhaus auf der Berges- spitze war in der Thal von aller Welt abgeschnitten; aber das Leben in demselben ging in aller Ruhe und Gleichmäßigkeit fort.

Und wir erging es Trrsstlian während dieser M?

Von der Stunde angefangen, in welcher er aus seinem todesähnltchen Schlaf noch vor Sir Wind- Ham Winn'r Abreise erwacht war, ging es besser mit ihm.

Da ihm seine körperliche Kraft nicht durch eine langsam zehrende Krankheit entzogen worden war und seine Schwäche und Lethargie nur eine Folge seiner Geisteskrankheit gewesen war, so erholte er sich jetzt, wo der Druck von seinem Gehirn gewichen

war, sehr rasL. Olla und Frau Poplch pflegten ihn gemeinschaftlich. Sie saß anfänglich ganz still an seinem Lager und kam seinen Wünschen zuvor; als er aber stärker wurde, las sie ihm Gedichte vor, sang ihm alte Lieder und plauderte mit ihm. Tressi- lian's Identität wurde nie erwähnt und er hatte noch nicht von sich gesprochen.

Es war reizend, Tressilian's Anhänglichkeit an das zarte junge Mädchen zu sehen. Er wollte nicht essen, wenn sie ihm die Speisen nicht vorlegte. In ihrer Abwesenheit war er still und traurig, von vielen beunruhigenden Gedanken gequält. Wenn sie der ihm war, war er wohl auch stille, aber aus seinen Zügen leuchtete eine große, unaussprechliche Freude.

An einem Nachmittag, eine Woche nach der An­kunft der Flüchtlinge in Bleak-Top und während der Schneewall noch unerschütterlich feststand, ging Olla, ihrer Gewohnheit getreu, auf Tressilian's Zimmer hinauf.. Sie klopfte leise, Frau Popley rief herein und sie trat ein.

Ihr erster Blick war wie gewöhnlich auf das Bett, aber Tresstltan war nicht in demselben. Sich verwirrt umwendend, fand sie ihn in einem großen Armsessel in einer Ecke vor dem Kamine fitzen, mit den Füßen auf dem niedrigen Ofenschirm. Er war vollständig angekleidet und eine große, weiß« Decke lag über den Stuhl gebreitet, um ihn vor Zugluft zu ^hr ^ich und abgemagert. Seine

großen, strahlenden, blauen Augen funkelten wre Sterne aus der Bläffe seines Gesichtes hervor. Po.

I plev hatte ihm beim Ankleiden den Bart gestutzt und sein blondgelocktes Haar war von der breiten, weißen Stirn zurückgestrichen. Trotz den deutlrchen

I Spuren der kaum überstandenen schweren Krankheit hatte er doch niemals schöner aurgesehen.

Er schaute mit flehendem Lächeln zu Olla empor.

Scheut mich nicht so ernsthaft an, Olla", sagte er.Ich bin durchaus nicht unvorsichtig. Ich bin stärker, al» ich aüssehe. Popley fand auch, daß ich wohl genug sei, um aufstehen und mich ankleiden lasten zu können." ,

Er ist er auch wirklich, Fräulein Olla", bestä. tigte Popley.Es ist bessir für ihn, auf zu fein, al» so ruhelos im Bette zu liegen. Und wenn er !stch weiter so erholt, wird er morgen im Stande sein, zum Speisen hinabzugehen."

Ein leichter Schatten glitt über Olla's liebliches Gesichtchen. Für sie war Tressilian's Genesung so viel wie Trennung von ihm. Sie würde ihn sehr gerne, so wie er war, noch behalten haben; denn der Gedanke, sich von ihm trennen zu müsten, ver­ursachte ihr einen bitteren Schmerz.

Sie unterdrückte denselben jedoch, lächelte ihm warm und freundlich zu und sagte:

Ich freue mich, daß Ihr um so Vieles bester seid, Jasper, j^tzt werdet Ihr sehr schnell genesen."

Gewiß. Setzt Euch zu mir, Olla. Ich möchte ! mit Euch plaudern." c

Popley entfernte sich aus dem Zimmer «nd seine

ünaemacht und während draußen der Wintersturm heulte und tobte und es allenthalben trostlos und öde aussah, war es drinnen im Hause überall licht, warm und freundlich. ,

Nm Morgen des dritten Tages nach Sir Wind­ham'» Abreise hatte sich die Prophezeihung der guten Frau Ripp erfüllt. Die Bewohner des einsamen Beraschloffes waren vollständig eingeschneit.

Al» Olla zur gewöhnlichen Stunde, in einen war­men Sbawl gehüllt, ihr Zimmer verließ, um sich, mm Frühstücke zu begeben, blieb sie vor einem Fenster in der Halle stehen, um das Bild zu betrachten, das ihr so neu war.

Ueberall in der Halle lagen kleine Sqneeballen, wie sie der Wind zusammengesegt hatte. Die Fen» sterscheiben waren mit Eisblumen bedeckt, durch deren phantastische Gestaltungen man nicht durchschauen konnte. Olla hauchte das Glas an» rieb es mit ihrem Taschentuche und schaute in'» Freie.

Rah und fern, so weit ihr Auge blickte, sah sie nichts als die schimmernde Schneedecke. Die Straße, welche an Gloam-Fell, Hefter Lowder'« Aufenthalts- ort vorbei, und nach dem Dorfe Gloam-Vale hinab­führte, war nicht zu unterscheiden, außer durch hohe Schneeberge, zwischen denen jedoch kein Pfad gemacht worden war. Die Hecken, welche die einzelnen Felder und Schafweiden theilten, und die Umzäunung von Bleak-Top waren fast gänzlich unter dem Schnee be­graben. Die Zweige der Bäume waren schwer mit Schnee beladen und der hohe Berg hatte eine tiefe,