Ausgabe 
30.1.1886
 
Einzelbild herunterladen

50

Na, dann müssen mir uns beeilen; wenn er einmal abgereist ist, sehen wir ihn hier nicht mehr wieder."

Doch, doch", nickte das junge Mädchen, ,die gnädige Frau sagte, er sei mit einer reichen Dame heimlich verlobt, und nach seiner Rückkehr von der Reise werde er heirathen."

Ein ungläubiges Lächeln umzuckte die Lippen des alten Herrn, er wußte das besser, aber er legte keinen Werth darauf, daß auch das Mädchen die Wahrheit erfuhr.

Verschwiegenheit!" sagte er warnend, dann schloß er hinter dem Mädchen, das ihm bejahend zu­nickte, die Thüre.

Er hatte noch keine Zeit gefunden, über die Mittheilungen dieser wichtigen Zeugin nachzudenken, als er einen Wagen vorfahren hörte.

Einige Minuten später trat Dora in sichtbarer Erregung ein.

Ich bringe überraschende Nachrichten", sagte sie in dem Sessel Platz nehmend, den Michel ihr an­geboten hatte,Nachrichten, die uns Sonnenberg mit gebundenen Händen überliefern!"

Lassen Sie hören", erwiderte er zweifelnd, ich fürchte, Sie hegen Hoffnungen, die bei Licht be­trachtet"

Die sich erfüllen werden", fuhr Dora zuversicht­lich fort, und nun berichtete sie Alles, was ihre Magd über die geheime Unterredung'Sonnenbergs mit Ernestine berichtet hatte.

Die Miene des alten Herrn war immer ge­dankenvoller geworden, er spielte mit seiner Tabaks­dose und hörte schweigend zu, und als Dora ge­endet hatte, fuhr er langsam mit der Hand über sein Gesicht.

Ein feiner Plan", sagte er,Sie wären viel­leicht an den Bettelstab gekommen, wenn Ihre Magd Ihnen nicht diesen großen Dienst geleistet hätte! Ja, ja, das Lauschen und Horchen hat auch seine guten Seiten, wenn der Horcher selbst auch eine verdächtige Person ist! Also präcise 3 Uhr heute Nachmittag?"

So lautet die Absprache", nickte Dora.Was soll nun geschehen? Soll ich der Aufforderung, die ich erhalten werde, Folge leisten? Soll ich die Magd ausschicken und mit Ernestine die Wohnung verlassen?"

Sie meinen, ich soll Sonnenberg bei der Arbeit überraschen?" fragte der Beamte nachdenklich. Ich liebe solche Ueberraschung nicht, sie führen in der Regel zu einem verzweifelten Kampf, und wir haben es hier mit einem Manne zu thun, der sehr wohl weiß, daß er verloren ist, wenn er verhaftet wird. Hm, er wird ja die Diebeswerkzeuge mit­bringen, finden wir sie bei ihm, so haben wir Be­weise genug, und die Wittwe Hennig möchte ich bei dieser Gelegenheit auch etwas näher anschauen. Ich werde zu Ihnen kommen, gnädige Frau, Sie sollen zugegen sein, wenn er in seiner eigenen Schlinge gefangen wird."

Aber wird er auch kommen, wenn er sich nicht vorher überzeugt hat, daß wir das Haus verlassen haben?" fragte Dora besorgt.Ich denke mir, daß er auf der Lauer steht, um unsere Abfahrt zu er­warten"

Nicht doch, dadurch könnte er sich bei Ihren Nachbarn verdächtig machen. Er verläßt sich auf das Zeichen, das seine gute Freundin ihm geben soll, und dieses Zeichen darf natürlich nicht fehlen. Lassen Sie mich nur machen, er wird zur bestimmte» Stunde kommen und dann allerdings sehr über­rascht sein, wenn wir ihn empfangen."

Sie werden allein kommen?"

Ja, aber meine Leute werden in der Nähe sein, für den Fall er den kühnen Entschluß faßt, bei unserm Anblick sofort wieder umzukehren und die Flucht zu ergreifen."

Und wie habe ich mich bis zu Eintreffen zu verhalten?"

So, daß Madame Hennig keinen Verdacht schöpfen kann. Wenn der bewußte Brief Ihnen übergeben wird, so äußern Sie keinen Zweifel, lassen Sie einen Wagen bestellen und fordern Sie Ihre Gesellschafterin auf. Sie zu begleiten. Soll die Magd unter irgend einem Vorwande ausgeschickt werden, so erklären Sie sich auch damit nach einigem Zögern einverstanden, aber schicken Sie sie nicht eher fort, bis ich bei Ihnen bin. Die Magd soll dann den Wagen benutzen; wenn Sonnenberg aus der Ferne beobachtet, so sieht er diesen Wagen abfahren, in dem er natürlich Sie und Madam« Hennig ner- muthet. Und das Weitere wird sich dann finden", fügte er hinzu, indem er einen raschen Blick auf feine Uhr warf.Noch eine Viertelstunde, dann muß ich Sie verlassen."

Es lag ein geheimnißvoller Zug um seine Mund­winkel, als er die letzten Worte sprach, ein Zug, der Dora aufmerksam machen mußte.

In unserer Angelegenheit?" fragte sie.

,Ja, ich hoffe, nach Ablauf einer Stunde den Lassendieb hinter Schloß und Riegel zu haben."

Reichert?" fragte sie plötzlich in auffallender Erregung.

So vermuthe ich", nickte er.Bewiesen ist noch nichts, aber ich erwarte sogar mit Zuversicht, die Beweise noch in dieser Stunde zu erhalten."

Warten Sie, Eins habe ich noch vergessen Ihnen mitzutheilen. Meine Magd behauptet, ge­hört zu haben, daß Sonnenberg sagte, wenn er reden wolle, müsse Gustav Dornberg sofort aus der Haft entlassen werden."

Ah, das ist sehr wichtig", sagte der Beamte, einen Namen hat er dabei wohl nicht genannt?"

Nein, aber die Aussage Katharinen's wird hoffentlich genügen, ihn zur Nennung des Namens zu zwingen."

Hm, mir beweist diese Behauptung, daß er ohne Bedenken den Namen nennen wird, sobald er einen persönlichen Vortheil daraus ziehen kann. Und dieser Name wird Oscar Reichert lauten!"

Das glc wird der Rich schenken? Ist Vermuthung 1 Behauptung i

Es ist » sie, indem er Garten Reic wurde, er kau und einem fi wird Reichert muß ich mich

Dann n darf Sie als,

Jawohl, was in der trauen erwec

Nachdem Herr in sein wenigen Mi Brille zurück

Darin bi« ich erst gang verdau Jener mit c

Der io vermuthlich ficht umrah, Nun, welche das auch ein pi damit wir wieder.< Dinge vorz der ganze ginge."

Der Fu Blick zu.

Was i zufrieden fe breche ich ! zwischen bei Geschäft, dc diese Spelu

Hoho, vom £ö»e' die mindest der rothe ! einem Gesc handelt, ui dienen ist,

Der A