Ausgabe 
25.12.1886
 
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Hietzener Jamiüenblättei.

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<tt 152 - Samstag den 25 December. laaöt

Weihnachtsfeier.

Hohe Lust zieht in die Herzen Mit der Weihnachtsfeier ein, Und verwischt sind all' die Schmerzen Bei dem hellen Kerzenschein !

Jedes Auge glänzt in Wonne, Seligkeit int Kindesblick;

Gleich, als sei's ein Strahl der Sonne, Sei's ein hohes Erdenglück!

Und ein seltsam heilig Ahnen Mächtig jede Brust belebt, Und nach jenen Sternenbahnen Sich das fromme Herz erhebt.

Denn ein Licht war aufgegangen, Strahlend durch die Finsternih!

Seine Macht, sein göttlich Prangen Jeden jinftren Wahn zerriß I.

Ja, vor vielen hundert Jahren Zog die Kunde durch das Land Von dem Stern, dem wunderbaren, Hoch vom Himmel uns gesandt!

D'rum der Glocken Festgeläute

Heut' so feierlich erschallt, Und der Götterhauch der Freude Durch die Menschenherzen wallt!

Weihnachtssest! du schönste Feier, Kehre ein in jedes Haus, Lüfte jeden düst'ren Schleier, Lösch' die tiefsten Schmerzen aus!

Lass' des Friedens Palmen wehen, Freundschaft ihren Bund erneu'n, All' die Zwietracht untergehen, Herzen wieder glücklich sein!

Schmückt doch treue Elternliebe

Heut' so gern' den Weihnachtsbaum! O, wenn ewig uns doch bliebe All' der Kindheit schöner Traum!

Wie die Kerzen zaubersüße Lächeln bei dem Feste heut. Gleich, als wären's Engelgrüße, Lieblich aus vergang'ner Zeit.

Wie die Kleinen jubeln, scherzen, Nichts wohl dieser Freude gleicht! Ach, wie glücklich noch die Herzen, Noch von keinem Gram gebeugt.

Lass' der Kindheit ihre Wonne, Lass' der Unschuld all' das Glück, All' der Freude gold'ne Sonne, Was dahin, kehrt nie zurück!

Manches Auge thränenmüde Blickt gerührt zum srohen Spiel;

Ach, wohl manche junge Blüthe Todes Hauch zum Opfer fiel.

Weihnachtsfeier! bleib' hiemeden

Uns ein gottgeweihter Stern;

Gieb dem Herzen deinen Frieden In dem Weltall nah' unir fern!

Lass' der Hoffnung Sonne scheinen, Wo im Äug' die Thräne brennt, Alle Völker sich vereinen, Die noch ernste Fehde trennt!

Mög' das blühende Entfalten Uns'rer Kirche sortbesteh'n, Nie der Christensinn erkalten, Nie auf Erden untergeh'n!

Th. Loos.