Kießener Jamilienbkätier.
BelleiriplcheZ KewlsK Dm Meßmer Kasktger.
«r/gsarwMBMYBwii.i.iiwr nmii imarrwwi7TT-fwojigMa.cn'XBT»< iw—wnu i«n> n,ti—■in’n nun umniifflaMAiMiiiMmMiw'ii umim i.nn1,n.l.ij •jgaaaaCTWnnrrnTr'wcefcMKMt-'&s«
Rk. 147 Dienstag den 14 December. 1886.
Wis zur letzten Klippe.
Original-Roman von ®. HeinrichS.
(Fortsetzung).
„Hat Alles seine Ursache, doch ich kann nichts dafür I'* sang Edmund mit heiserer Kehle, — „Spleen, richtig, haben ihn stets, die verrückten Engländer. — Zum Kuckuck! — es ist ein deutsches Findelkind, — was kümmert es Sie, Mylords und ©entfernen ? Ich schieße mich mit jedem Spatzenkopf, der ihr zu nahe tritt! Wir Hamburger haben keinen Spleen, — wir — nehmen nur Euer Geld — ihr verrückten —*
Der junge Mann schluckte und gähnte mehrere Mole, faät dann plötzlich vornüber mit dem Kopf auf den Tisch und war eingeschlafen.
„Wir müßten dem Burschen, der es gewagt, uns zu beleidigen einen Denkzettel geben", meinte einer der jungen Herren verächtlich mit dem Fuß nach ihm stoßend, „wollen wir den Schimpf ruhig hinnehmen?"
„Bah!" rief Archibald wegwerfend, „ein sinnlos Betrunkener, der beim Erwachen keine Ahnung von der Sachs'mehr hat."
„Ein Trunkener sagt die Wahrheit, verräth seine eigentlichen Gedanken", beharrte der Erste, „wir mögen uns nicht mit ihm schlagen, aber federn könnten wir ihn auf der Stelle."
„Um keinen Preis!" rief Mylord entsetzt.
„Ich habe die Geschichte in Amerika bei den Sclavenhaltern, denn das sind die Herren immer noch, wenn's auch keine Sclaven mehr giebt — einmal mit angesehen, — es ist prächtig und könnte dem frechen Hamburger gut thun. Fred Morgan hat recht, lieber Archibald!"
Leider waren an diesem Abend nur Ausländer in Mylords Salon versammelt, kein einziger deutscher Mann vorhanden, welcher sich dem Bubenstreiche widersetzt hätte.
Archibald aber, der um keinen Preis sich mit der Behörde in Conflict bringen wollte, weil in solchem Falle sein geheimes Treiben sicherlich entdeckt und schwere Strafe nach sich ziehen würde, hatte auf diesen Ausgang seiner Hetze nicht gerechnet. Er stellte sich, einen Revolver in jeder Hand vor den Bedrohten, der ruhig den Schlaf de» Gerechten schlief und sagte: „Wer meinen wehrlosen Gast mißhandeln will, den schieße ich nieder wie einen Hund. Zwingen Sie mich nicht zu diesem Aeußersten, ©entfernen I"
„Unsinn!" lachte ein Russe, „wir geben dem Menschen zugleich die Knute."
Er zog bei diesen Worten ein solches sehr zierlich gearbeitetes Instrument hervor, welches, wie er sagte, sein Diener häufig schmecken müffe.
„Sie befinden sich nicht im gelobten Lande der Knute", bemerkte Archibald kalt, „ich dulde hier nichts dergleichen, und wünsche Ihnen Allen eine gute Nacht!"
„All right!“ lachte Fred Morgan, der Haupt- anstifter und hoffnungsvolle Erde eines City- MillionärS. „Wir wünschen Mylord er dehnte dieses Wort mehr als nörhig, „ebenfalls eine gute Nacht! Kommen Sie, ©entfernen l"
Die Herren entfernten sich lachend und polternd während Archibald auf ihre Tritte horchte und finster auf den schlafenden Edmund herabblickte.
„Das bedeutet Sturm!" murmelte er, ,,e» ist die kleine weiße Wolke am Horizont, welche schon einen ansehnlichen Umfang genommen hat. — Ob ich ihn wecke und nach Hause sende?"
Er schritt einige Male auf und ab und begab sich dann in sein Schlafzimmer, wo er einen eleganten Neisekoffer öffnete und eine umfangreiche Brieftasche hervorholte, deren Inhalt er sorgsam prüfte.
„Noch immer nicht hinreichend", murmelte er, starr vor sich hinblickend, „vier Wochen wären genügend, — ich hätte diesen Dummkopf nicht aufnehmen sollen, — es wird so wie so Seandal geben und die Behörde aufmerksam machen. Bah, mein Paß ist makellos, wir stehen nicht unter deutscher Controls."
Er verschloß die kostbare Brieftasche, welche von Werthpapieren strotzte und kehrte dann zu Edmund Hartung zurück, der noch immer schlief und wie ein Bär schnarchte.
Im tiefsten Nachdenken versunken, blieb Sir Archibald eine lange Zeit bei ihm sitzen, bis er ihm die Hand auf die Schulter legte und ihn ziemlich unsanft ausrüttelte.
„Was giebts?" fuhr der junge Mann verwirrt empor, „was willst Du, Mama?"
„Ermuntern Sie sich gefälligst, Mr. Hartung!" rief der Engländer spöttisch, — „Goddam! — wie kann man in der Gegenwart von ©entfernen schlafen?"
Edmund erhob sich rasch, stierte umher und schlug sich dann unmu hig vor die Stirn.
„Eingeschlafen!" murrte er beschämt, „daran ist


