Ausgabe 
14.9.1886
 
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MvMes' aegypttfches Hodlenöuch.

Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei Er. Chr. Pietsch) in Gießen.

Redaetion: A. Scheyda.

wirst nicht so thöricht sein, an diesem kindischen Entschluß festzuhalten." , ,

Damit ging er hinaus. Emrge Minuten spater stand er dem Freunde gegenüber, der es sich bereits in einem Sessel bequem gemacht hatte.

(Fortsetzung folgt.)

uchen, auf Grund dieses handschriftlichen Materials, eine Ausgabe ,des Todtenbuches herzustellen, hat es auch schon in früherer Zeit nicht gefehlt. , Aber die Ergebnisse entsprachen nicht den berechtigten An­forderungen, indem sie sowohl an Vollständigkeit, wie an Zuverlässigkeit vieles zu wünschen ließen. So kam der verewigte Lepstus auf den Gedanken, eine umfassende kritische Ausgabe des Todtenbuches zu veranstalten. Er trug seinen Plan auf dem Londoner Orientalistencongreß im Jahre,1874 vor und fand dort allseitige Zustimmung. Ern Schuler von Lepsius, der Genfer Aegyptologe Eduard Naville wurde unter der Leitung eines ComitsS, dem nament­lich auch Lepsius angehörte, mit der großen Aufgabe beauftragt. 10 Jahre lang hatte Naville an der neuen Ausgabe des Todtenbuches gearbeitet, die Museen bereist, zahlreiche Papyri verglichen und ab- aeschrieben, und aus den Berichten, welche er den Internationalen Orientalistencongressen, erstattete, war der erfreuliche Fortgang der Arbeit ersichtlich. Ende 1884 legte Naville das Manuscnpt in zwei stattlichen Folianten vor, von denen der erste den aus besten Urkunden zusammengestellten hieroglyphischen Text des Todtenbuches nebst den Abbildungen ent­hält und von der kunstsinnigen Gattin des Heraus- aebers in vorzüglicher Treue und Sorgfalt gezeichnet ift während der andere, von Naville selbst geschriebene Band eine sehr reichhaltige Sammlung der ver- schiedenen Lesarten bringt und dadurch,fur den Sprachforscher von überwiegendem Interesse ist. Da der verdiente Begründer des Werkes, Lepstu«. dl- Bollendung desselben nicht mehr erleben sollte, Jo ließ es sich der Professor Dr. Dillmann, der Präsident des Berliner Orientalisten.Congresses vom Jahre 1882, angelegen sein, dasselbe zu dem von Lepstus beab- sichtiaten und von allen Freunden der Alterthumr Wissenschaft so sehnsüchtig erwünschten Ziele zu führen. Gewidmet ist da» Werk fernem geistigen Urheber Richard Lepsius.

Die Bibliothek des Reichs-Postamts hat kürzlich eine überaus werthvolle Bereicherung durch Zu­weisung einer Exemplars des von dem schweizer Gelehrten Eduard,Naville herausgegebenen aegyptlschen Todtenbuches erfahren. Das Todtenbuch war das vornehmste und heiligste Relrgwnsbuch der, alten AegYPter. Seinen ersten Anfängen nach bis in dre Mt der XII. Dynastie (um 2000 v. Chr.) und noch weiter zurückragend, wurde es erst im Laufe vieler Jahrhunderte nach und nach fortgesetzt und »u seinem Abschluß gebracht, so daß die Entstehungs­geschichte sich über mehr al» 2000 Jahre ausbreltet. Er ist in Hieroglyphen geschrieben und m Kapitel cingetheilt, deren jedes mit einer dem ^nhalt ent­sprechenden, allgemein verständlichen Zeichnung ver­sehen ist. .Dasselbe beschäftigt sich, wie wir dem Archiv süc Post und Telegraphie'' entnehmen, seinem Kerne nach mit dem Verhältniß des Menschen ru Gott, mit der moralischen Rechtfertigung vor dem Richterstuhle Gottes und mit der Rückkehr zu ihm nach einem gerechten und gottgefälligen Leben. Auf \3t Weise lehrt es die religiösen Anscyauungen der alten Aegypter sowohl in ihren ersten und einfachsten Gründen, als in ihren phantastischen Fortbildungen und Ausläufern kennen, und es zeigt über­raschender Art, daß die Vorstellungen, welche die Griechen sich von dem Leben der Seelen nach dem Tode machten, von der Ueberfahrt über das Wasser nach den Inseln der Seligen, von dem Todtenfuhrer, vom Cerberus, von dem Richter der Todten u. s. w. fast fämmtlich auf aegyptische Vorbilder und insbe­sondere auf die beschreibenden und bildlichen Dar­stellungen des Todtenbuches zuruckzusühren sind. Kein anderes Buch schätzten die alten A'gyptero sehr, wie diese», und die Vornehmen des Landes hielten darauf, daß ihnen die wichtigeren Thesis desselben in den Sarg oder auf die Murme gelegt wurden, um ihnen mit ihrem Inhalt als Führer m der Unterwelt zu dienen. Wie der Leitstern em Leben, so war dieser heilige Codex auch der Weg­weiser im Jenseits. Erhalten ist uns das Tobten- buch in vielen Hunderten von Papyrusrollen, dre tit den verschiedensten europäischen Museen zerstreut lieaen und von denen die umfangreichste ste hat eine Länge von fast 18 Meter sich im Besitz des Turiner Museums befindet und eine andere, wegen ihres hohen Alters besonders werthvolle zu den Schätzen der hiestgen Museen gehört. An Ver-

Literarisches.

°rndnItrit'B!ätter". Wochenschrift für gemeinnützige Erfindungen und Fortschritte in Gewerbe, H°ushaltund Ge- simdheitspfleqe. Herausgegeben v,n Dr. E.Mwnu. Gaertner's Verlag Berlin SW, Schöneb-rg-rsUaße Preis vierteljährlich 3M Inhalt von, Getrocknetes Gemüse. (Schluß.) -.Die Fabnkaton deS Leder-, Knochen- und Fischleims. Der relative BüduNgs- roertfi des altsprachlichen und des naturwisfenschaftlich-math - matischen Unterrichts an den höheren Lehranstallem 0°- beimmittel. - Chronik der Verfälschungen von Lebensm tteln rc Difserential-Hebel-Pressen, Patent Duchscher. Mucken­arven als Fischfutter. - Um Kohlenfilter paffend zur Reinigung von Trinkwasse» zu präpariren.-- Consermren^on ^Dr, __ Ueber die Brodbereckung. Entdeckungen der Ver-

des Olivenöls. Antiseptische Sublrmatlösungen. - Wafferstosfhyperoxyd als Mikroben tödtend. Antiseptische Eigenschaften der Magnesiumverbindungen. ^.^mgtel^aegen Patente. Condensed. Beer. NapoleiN. 3««t g 8 üngeziefer. - Sapocarbol. - Feuerlöschgranaten._