Ausgabe 
12.8.1886
 
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Hol' sie Alle der Teufel! und da» Alle» bat mrr der Wirth Fahne eingebrockt?"

Ich habe keinen Namen genannt. Wollt Ihr nicht offen sein, so bin ich es auch nicht. Ich kann Euch nur sagen, hütet Euch vor Euren Feinden und macht sie unschädlich, wenn Ihr es vermögt. Wollt Ihr mir noch immer nicht vertrauen?"

Heute noch nicht; in einigen Tagen vielleicht; geduldet Euch; ich werde sprechen, sobald ich e« darf."

Der rothe Fritz schritt nach diesen Worten in den Wald zurück.

Wüthend stampfte Hellmuth mit dem Fuß auf den Boden. Er hatte geglaubt, e» werde ihm nicht schwer fallen, die Geheimnisse diese» Manne» zu er« forschen, au» denen er alsdann eine Waffe gegen den Oberförster und dessen Schwiegersohn zu schmieden gedachte. Er wußte, daß er wegen d-» Attentats auf die junge Frau beim Forstamte angezeigt worden war, dafür wollte er Rache nehmen; und konnte er beweisen, daß sein Vorgesetzter selbst sich eine» Ver« brechens schuldig gemacht hatte, so verlor dadurch lene Anzeige ihre Bedeutung.

Er hatte den Vagabund gegen den Wirth auf« gehetzt und dadurch wie durch Versprechungen seinen Zweck zu erreichen geglaubt; jetzt war er nicht weiter als vordem, und doch mußte, was geschehen sollte, rasch geschehen.

Er blieb eine geraume Weile in Sinnen ver« funken,, dann folgte er langsam dem Wilddieb, der längst im Walde verschwunden war.

Der Haß gegen den Gatten Marie'» wurzelte seit Jahren tief und fest in seinem Herzen, und nicht ihn allein sondern die ganze Familie der jungen r^rau traf dieser Haß, der jetzt jäh und wild auf« loderte.

Hätte er sie Mr mit einem einzigen Schlage vernichten können, er würde keinen Augenblick ge« zögert haben, diesen Schlag zu führen.

Ohne auf den Weg zu achten, war er weiter ge- schritten; jetzt schreckte plötzlich ein verdächtiges Ge­räusch ihn aus seinem Brüten auf.

In kurzer Entfernung vor ihm raschelte et im welken Laub; dazwischen klang e», al» ob dürre Aeste gebrochen würden.

Holzdiebe!" dachte der Förster, während er behutsam, jedes Geräusch vermeidend, näher schlich.

Wie aber erstaunte er, als sein Blick auf den rothen Fritz fiel, der mit Aufbietung aller Kräfte an einer alten Eiche emporkletterte.

Rasch trat Hellmuth hinter einen mächtigen Baumstamm. Er konnte bei einiger Vorsicht von diesem Standpunkts aus den Vagabund beobachten, ohne selbst gesehen zu werden.

Keller schwang sich auf den Ast hinauf und warf nach allen Richtungen hin scheue, spähende Blicke; den Lauscher entdeckte er nicht.

An einer Schnur ziehend, die hier oben befestigt em und in den offenbar hohlen Stamm hinein­hangen mußte, brachte er ein langes, schmales Packet

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Heimnisse auf die Nase binden? Ich weiß ja nicht einmal, ob Ihr nicht mit dem Wirth unter einer Decke liegt"

Das würde Euch wenig nützen. Wo das Geld ist, da ist die Macht; und Ihr seid eben auch ein armer Teufel, der heute nicht weiß, wovon er morgen leben soll. Nur dann, wenn es Euch gelingt, Euren Feind zu beseitigen, dürft Ihr auf bessere Zeiten

m Euch von mir gesagt sein; ich kenne

die Verhältnisse hier und weiß auch, was man gegen Euch int Schilde führt."

r. »Gegen mich?" brauste Keller auf.Ich habe hier noch Keinem ein Leid gethan"

"Ar habt durch Eure Rückkehr Allen ein Leid angethan, wie ein Gewisser noch gestern behauptete. Man spricht von einer Besserungsanstalt und vom Arbeitshaus

,"Das zu glauben, wäre Thorheit", erwiderte Hellmuth, und er sagte das in einem so drohenden, haßerfüllten Tone, daß der Vagabund die Wahrheit dieser Worte nicht bezweifeln konnte.Im Gegen« theil, wenn Ihr an dem Manne Rache nehmen wollt, so dürft Ihr auf meinen Beistand rechnen. Aber dafür verlange ich Offenheit; ich muß klar sehen, sonst kann ich Euch nicht rathen und helfen."

Keller schüttelte mit mißtrauischer Miene das rothe Haupt und fuhr mit der Hand langsam über das Gesicht.

Ihr wollt' mich ausforschsn", sagte er.Aber

^rd Euch nicht gelingen. Ich verrathe jetzt noch Nichts, Ihr würdet mir doch nicht glauben."

Bah! Weshalb sollte ich Euch nicht Glauben schenken!" erwiderte der Förster ungeduldig.Es kommt eben darauf an, was Ihr derzeit entdecke habt. Spracht Ihr nicht von dem Verschwinden einer Leiche?"

"GebtssEuch keine Mühe", sagte der rothe Fritz, indem er sich erhob.Habt Ihr mich nur deshalb hierher bestellt, um meine Geheimnisse zu erforschen, dann hättet Ihr Euch und mir den Gang ersparen können."

Wem nicht zu rathen ist, dem ist auch nicht zu helfen", spottete Hellmuth, ärgerlich die Brauen zu­sammenziehend.Ich hab'» gut mit Euch gemeint, Ihr werdet das bald erfahren. Was Ihr auch thun mögt hofft nicht auf einen grünen Zweig zu kommen, Ihr habt zu viele Feinde hier. Wenn sie erlahmen wollen, so steht Einer hinter ihnen, der immer wieder Oel ins Feuer gießt. Derjenige, der Euch damals denuncirte, wartet auch jetzt wieder nur auf eine Gelegenheit, um Euch hinter Schloß und Riegel zu bringen." ö

Der Vagabund preßte die Unterlippe zwischen die Zähne. Sein glühender Blick ruhte durchdringend auf dem gebräunten Antlitz des Försters.

Er soll sich in Acht nehmen vor mir!" sagte

Ich habe mir viel gefallen lassen; wenn meine Geduld zu Ende geht, dann trete ich nach allen Setten aus."