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weisen Vatermördern durch die Wälder von Arkansas gesprengt wäre. Doch dies nur nebenbei. Zunächst wollte Thompson jun. der Anweisung von Thompson aen. folgend, sich Briar's Mädels ansehen und lenkte demgemäß seinen Mustang dem Green Creek zu, doch da er sich gewaltig Zeit nahm, \o kam er erst gegen Abend dort an. Vom alten Briar, der den jungen Mann von einer Jagd her kannte, wurde er herzlichst bewillkommt und seiner Frau, sowie Susy der älteren, und Ellen der jüngeren Tochter, vorgestellt. Der Gast schüttelte Allen die Hand und saß bald darauf mit der ganzen Familie, zu der noch zwei kräftige Jungen im Alter von zwölf und vier­zehn Jahren gehörten, bei der einfachen Abendmahl­zeit. Verstohlen betrachtete Thompson die beiden ihm gegenübersitzenden Mädchen und mußte sich ge­stehen, daß sie wirklich ganz nett seien, nur konnte er darüber mit sich nicht in'e Reine kommen, welche von beiden eigentlich die Hübscheste sei. Uebrigens erging es ihm genau so, wie er es sich gedacht hatte, denn wenn Susy oder Ellen irgend eine Bemerkung an den jungen Mann richtete, fo ward er puterroth dabei und gab die verkehrtesten Antworten, so daß er schließlich froh war, als der alte Briar mit ihm über die Jagdverhältnisse am Green Creek zu plaudern begann.

Mrs. Briar hatte für den Gast ein Lager aus Fellen und Decken in der Wohnstube Herrichten taffen, auf dem James sich aber noch ziemlich lange herumwälzte, ehe er einschlief, denn er wußte ent­schieden nicht, ob er um Susy oder um Ellen freien sollte. Als er sich aber am andern Morgen am Brunnen wusch, fiel es ihm ein, daß ihn Susy gestern einmal recht freundlich angeschaut habe und das war für den jungen Thompson genug, um sich für die ältere von Mr. Briar's Töchtern zu ent­scheiden. Es wollte jedoch James nicht gleich ge­lingen, mit seiner Auserkorenen einmal auf ein paar Minuten allein zu sein, auch mußte er später den alten Briar auf einem Rundzange durch die Felder begleiten und beim Miltagseffen erschien eine Aus­sprache selbstverständlich auch nicht angebracht. Außerdem kam unser Freund hierbei gar nicht aus den Verlegenheiten heraus; heute saß er nämlich zwischen Susy und ihrer Schwester und da beging James natürlich eine größere Anzahl von Dumm­heiten, so daß die Mädels fortwährend in sich hin- etnkicherten. Nachmittags ritt er mit Mr. Briar und George, dem ältesten der beiden Söhne, ein wenig in die benachbarte Prairie hinaus, und wenn auch Thompson hierbei sein Herz immer vor Susy's Vater ausschütten wollte es kam doch nicht dazu und nach der Heimkehr fand sich wiederum keine Gelegenheit, mit Susy zu sprechen.

James beschloß aber nun, am nächsten Morgen auf alle Fälle direct auf fein Ziel loszusteuern, es wäre doch auffällig gewesen, wenn er hätte die Gastfreundschaft dieser guten Leute noch länger in Anspruch nehmen wollen, ohne mit der Sprache

herauszurücken. Allerdings roar, es wahrscheinlich daß Briars ahnten, weshalb er seinen Ausflug nach dem Green Creek unternommen hatte, aber Niemand ließ sich wenigstens etwas merken und jedenfalls war es James Sache, endlich mit seinem Anliegen nicht länger hinter dem Berge zu halten. Das Glück schien ihm auch an andern Morgen günstiger zu sein, als bisher, denn er bemerkte, wie Susy in dem Garten hinter dem Vorrathshause Bohnen ab­nahm, ohne daß Jemand sonst noch im Garten war. Verstohlen manövrirte sich der junge Mann bis zu dem Mädchen hin und sah zu seiner innigsten Genugthuung, daß es bei seinem unverhofften An­blicks roth wurde, und daß das für einen Verliebten, immer ein hoffnungsvolles Zeichen ist, wußte selbst James. Nach dem üblichen Morgengruß fand er aber doch nicht gleich eine Fortsetzung und so meinte er denn erst nach einer Pause:

Prachtvollen Morgen das, Miß Susy."

Gewiß, Mr. Thompson was meinen Sie, werden wir dies schöne Wetter noch lange fortbehalten?", lautete die Entgegnung Susy's und es flog etwas wie ein schelmlisches Lächeln über ihr rosiges Antlitz, so daß der junge Hinterwäldler schon merklich außer Fassung gerrieth und lMvorstotterte:

Hin, Miß Susy ... ich calculire . . . weiß nicht, ob's so bleiben wird . . . o, ich bitt' um Ver­gebung, wollte sagen, s' wird wohl so bleiben, das heißt, wenn der Wind seine Richtung beibehält . ."

Susy beugte sich nieder, um ein paar auf die Erde gefallene Bohnen in den neben ihr stehenden Korb zu werfen, James mußte jedoch sehen, wie sie sich hierbei Mühe gab, das Lachen zu verbeißen und das machte ihn noch verwirrter aber er fühlte, daß es galt, den jetzigen Augenblick zu benützen und darum faßte er sich ein Herz und preßte hervor:

Miß Susy, bin nun vierundzwanig Jahr alt und Vater meint, ich müßte heirathen, weil wir den Mais herein hätten .... eh, nein, nein, weil.... weil es Zeit sei und ich dachte .... ich dachte, Miß Susy, Sie könnten mir gut sein und . . ."

Weiter kam James in seiner Rede nicht, denn Susy verhüllte unter einem sonderbaren Schluchzen ihr Gesicht mit der Schürze, ließ die Bohnen Bohnen sein und eilte aus dem Garten, ihren Anbeter in einer höchst niedergeschlagenen Stimmung zurücklassend, die indessen bald einem gewissen Ingrimm Platz machte, und unter diesem Eindrücke murmelte James vor sich hin:

Alter Junge, da bist Du aber schön abgeblitzt hol's der Henker, die hat Dich geradezu ausge­lacht, verdammt! Na, da mag sie hinlaufen, die alberne Dirne, ich werde mich jetzt an ihre Schwester halten, die hat überhaupt ein viel lieberer Gesicht. Muß nur sehen, wo ich dm Alten treffen, damit die Sache gleich in's Reine kommt."

(Fortsetzung folgt).

Mdqction: A. Scheyda, Druck Md Verlag d->r Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.