Ausgabe 
2.12.1886
 
Einzelbild herunterladen

568

(Schluß folgt).

Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen.

Redaktion: A. Scheyda.

Es war längs nach Mitternacht, als ich beim Laufe meines Onkels ankam. Ich bewunderte im Stillen selbst mein Diebes-Talent, welches mir ein- aeaeben hatte, wollene Strümpfe mitzunehmen, welche ich jetzt vor der Hausthür über die Stiefeln zog, wodurch mein Schritt unhörbar wurde und ich auch keine deutliche Fußspur hinterlassen konnte.

W de. rteEm M- «*£*; I Ä

Nach Ablauf dieser Zeit kehrte rch m fern Husz I . S .P e feine Schulden auf

' aber L1NL wää

und ich sah wohl e n, daß wir in Smn und> G «J w bo^ bett einzigen Ausweg aus

schwaä durchaus nicht harmonirten. Ich br^.ch. i ! uer Notb zeigte. In der nächsten halben Stunde nur irgend einen meiner Sreunde Abends zu b esu , I Gedanke schon vertrauter; das Ziel

so gerieth er darüber außersich, denner allc bU Gelder, die mein Onkel vorhin wieder

verlangte meine Gesellschaft als ^zayler unv Karle | . nehmen müssen nnb die er

parthie, mb, um -« Im, >u Kg«, ich I»- -»»«« in ,-,«m Schl-!-

mitSuSnu« einem »14«SBorwunbe, mid) uiiber^ 1'cti6(it6en Mibe. Mil feiner Sebenswelfe wo einzuquartirren, den ich aucy bald darin fano, | $ . behnnt; ich brauchte nur unge-

daß meine ersten Patienten alle m einem entlegenenn1 b9§ gimmeI iU gelangen. Während ich Stadtviertel wohnten. Als ich ihm die Eroffnmig f^he^ bie Oertlichkeit vorstellte,

machte, zeigte er sich nicht überrascht, obwohl es mir | neuer Einfall. Zwischen dem Hause

schien, daß etwas Besonderes rn ihm vorgmg. Wenn | Dnfelä und dem seines nächsten Nachbars ich ihn später besuchte so lag etwas ergenthum ch meines Onkels unv Durchgang, zu dem

Gemessenes in seinem Wesen, an dessen Tragwn.e 9 $ 9 ber Straße, aber doch von den

ich aber nicht dachte. Ich Lüüechäusern her gelangen konnte. Das Schlaf-

dankbar entgegen und hatte auch alle Ursache da^m I « 9 . 8 Enkels hatte zwei Fenster nach dem

denn auf mein Jahreseinkommen war ich immer noch früherer Zeit, als das Nachbar-

sehr angewiesen. Du magst Dir aber memen Men Hofe und> em aus Mye Fenster nach

Schrecken ausmalen, als plötzlich von dem Bank | 9 s^malen Durchgänge hin. Vor letzteres hatte

*t^dur/den

Ä'mX U da b« Echrau, --

Mich, daß der Onkel sich für meinen Wegzug rächen vbllig^eckte^ a(§ Knabe, war ich

wollte! Um Mich zu überzeugen, eilte ich noch Abends I meinem Spielen auf den Schrank ge-

zu dem Banquier, doch besten Comptoir war eben ba6 Fenster entdeckt; seither

geschlosten worden und, in der Thur trat ich-- tt«f ^//^cht wieder daran gedacht. Jetzt, in den meinen Onkel, der mir mit großer Ruhe erzäy te, I , ber furchtbarsten Aufregung und Angst fiel es ärgerte ihn, daß er zu fM gekommen sei, denn S unden °-r A ' i u Entdeckung er habe mehrere tausend Dollars ZmserN die « L« ^ichzi'tert- vor Aufregung, aber der gestern eingenommen, depomren wollen. Bei dieser | jenes Durchgangs

luten 0eUrt.it tat ich M dem er m«ge auch Ä dal e? ml.

meine bescheidene Rente nicht vergessen, worauf er | Logik mit Unrecht vorenthielt. Dennoch

mir aber mit ironischem Tone entgegnete, ne * nach meiner uguid) im Begriffe war, habe er dieselbe nicht, aber ich würde doch wohl nicyt empfandq) e» leyr^gur,^

erwarten, daß er den Unterhalt eine langen | t zuweilen schon im Gefüngniste be-

Menschen bestreiten solle,ber gegen seine Gesell | Qbei ich war auch entschloffen, meinem

Nich ÄüL wÄtTu ®te-- » die «ifchnid «»Meilen, wem ich

durchrieselte mich einen Augenblick eiskalt; wenn der ergriffen wurde. - -- -

Onkel dabei blieb, so war ich verloren, denn eine Last von Schulden bedrängte mich. In der Ver­zweiflung machte ich meinem Onkel Mittheilung von meinen Verpflichtungen, ich bat, ich flehte ihn an, er möge mich doch wenigstens noch vor meinen Gläubigern retten, er drückte mir aber nur mit frostigem Lächeln die Hand und wünschte mir einen guten Abend. Mich faßte eine wahnsinnige Wuth;

jch sandte einen wilden Fluch hinter ihm drein,