Ausgabe 
31.12.1925
 
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Donnerstag, 51. Dezember 1925

es Blatt

175. Jahrgang

Die Hochwasserkataftrophe

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und Ab können wir zur Höhe Schritt dorthinauf war doch auch einen weiteren Schritt aufwärts

in manchem Auf bringen. Aber ein 1925. Möge 1926 bedeuten!

Nr. 305

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Sonntags uni

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Lnaahme van »nzelaen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher.

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Chefredakteur.

Dr. Frxedr Wilh. Lange.

Verantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Frledr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den An» geigcnteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen.

Das Hochwasser in Gießen

D i e Lahn ist seit heute früh ober- und unterhalb der Stadt über die Ufer getre­ten. Die städtischen Bleichen stehen unter »Baffer, dessen Fluten sich vomFischerhof" ab über den Alten Krofdorfer Weg ergießen. Das Reustädter Feld steht rechts der Landstraße teilweise, links bis über Heuchelheim hinunter ganz unter Walser, das frühere Schmallsche Häuschen an der Rodheimer Straße ist vom Verkehr abgeschnitten. Der Bootsplatz der Gießener Rudergesellschaft ist ebenfalls über­schwemmt, dos Bootshaus derHassia" steht

1925.

Von

Generalsuperintendent Prof. D. Dr. M. S ch i a n.

Die Krisis, in der sich das deutsche Volk seit dem Kriege befindet, hat auch durch das Jahr 1925 wei terbestanöen. Ja, gerade dieses Jahr hat, wie mir scheint, den klaren Beweis dafür gebracht, daß es sich um eine tiefgewurzelte, in den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen gleichsamverankerte" Krisis handelt, die in kurzer Frist zu über­winden einfach unmöglich!st.

Wir haben 1925 gehabt, was viele gute Deutsche vorher als sichere Bürgschaft für einen raschen deut­schen Wiederaufstieg angesehen halten: eine bürger­liche Reichsregierung mit.Einbeziehung der Deutsch- nationalen. Wir bekamen nach hartem Wohlkampf in glänzendem Siege Hindenburg als Reichspräsi­denten Hindenburg, den viele Hunderttausende als Befreier Deutschlands begrüßten. Wir erlebten man wird das nicht bestreiten dürfen einen, wenn auch nicht grundlegenden, aber doch merk­baren Umschwung in der französischen Politik: denn Herriot und Briand bedeuten, so wenig wir ihr Einlenken irgend Überschüßen dürfen, doch eine an­dere Tonart. Wir mußten zwar die bittere Erfah­rung hinnchmen, daß Köln rechtswidrig besetzt blieb; aber das Ende des Jahres brachte wenigstens den Anfang der Räumung. Wir sahen das Ruhr­gebiet von feindlicher Besatzung frei werden. Ge­wiß: Das alles war, am Recht gemessen, blut­wenig, nämlich lediglich ein Aufhören härtesten Un­rechts. Aber dos nnfagbnr mißhandelte deutsche Volk mußte froh fein, daß wenigstens dieses Un­recht zu Ende ging. Wir traten in Locarno wie man auch sonst darüber denken mag wieder als Gleichberechtigte, nicht mehr als Geächtete^ in den Kreis der Rationen Europas; ja, wir erlebten in London eine besonders freundliche Begrüßung un­serer Beauftragten. Wir blieben von inneren Er­schütterungen größeren Ausmaßes verschont. Wir behielten Gott sei Dank! unsere stabile Wäh- rung. Alles Dinge, über die wir uns dankbar freuen müssen. Ich glaube sogar: Wir dürften uns des Jahres 1925 mehr freuen, als wir gemeinhin tun. Denn wir haben fein Recht, das, was es ge­bracht hat, an allzu üppig ins Kraut schießenden Hoffnungen zu messen, die weite Schichten Ende 1924 hegen mochten. Vielmehr müßen wir wissen, daß wir tatsächlich manche böse Klippe umschifft, manchem schweren Sturm ausgewichen sind. Das Jahr 1925 verdient Dank.

Aber ein Jahr der Krisis war es und bleibt es. Der ruhig Abwägende konnte das nicht an­ders erwarten. Daß Frankreich uns aus seinen Kral­len lassen würde, wenn wir, die Wehrlosen und Macht­losen, ihm Frieden versprachen, wer konnte dar­auf rechnen? Daß unsere Nachbarn unseren Waren xvillig ihre Grenzen öffnen würden, wer durfte daraus hoffen?^Auch sie stehen ja in schweren wirt­schaftlichen Nöten! Und wem sollte es gelingen, un­sere verfahrenen innerpolitischen Verhältnisse rasch in Ordnung zu bringen? Das liegt einfach nicht in eines ober einiger Menschen Macht. Das sind Zu­kunftsaufgaben größten Stils.

Zwei Momente der Daiierlrisis, in der wir stehen, sind gerade jetzt, da 1925 zur Rüste geht, besonders eindrücklich. Das eine ist die unge­heure innere Zerrissenheit, die sich in unsere mParteiwesen, in unserem parlamentarischen Betrieb, in unseren Wahlkämpfen auswirkt. 1925 hat wieder noch neue Parteien geboren: s o viele Parteien, wie bei den Wahlen dieses Jahres, gab es vorher nicht. Einige davon ist man unwillkürlich versucht, als Parteien der Unbelehrbaren zu be­zeichnen. Und nach wie vor geht jede Partei ihren Weg. Die Folge: die noch währende Dauerkrisis. Mit Sorge sehen wir, wie das gesamte parlamenta­rische System sich selbst ab absurdum führt. Mit Sorge, mit wirklicher Sorge. Keineswegs zähle ich zu denen, die bei diesem Anblick so etwas wie . Schadenfreude empfinden. Wir haben dieses System und müssen damit leben. So ist es furcht­bar, wenn es sich als Hemmnis lebendiger Entwick­lung erweist.

Das andere hervorstechende Moment der Krisis ist die wirtschaftliche Not. In diesem Stück ist es schlimmer gegangen, als wir zumeist gemeint hatten. Daß der Dawes-Plan schwer lasten würde, wußte jeder Einsichtige; daß die Last so schwer sein würde, wußten nicht alle. Es handelt sich auch nicht bloß um Folgen des Dawes-Planes; die Ursachen liegen erheblich tiefer. Die Welt wirtschaft leidet Not, und wir mit ihr, wir aber besonders hart. Die Aus­wirkungen des Dawes-Plans werden sich in den folgenden Jahren noch stärker bemerkbar machen; gerade dieser Umstand wirkt nieberbrüctcnb. Aber schon jetzt ist die Lage bitter ernst. Lanowirtschaft und Industrie können nicht mehr recht leben. Das . Ende des Jahres bringt große Fragezeichen.

Ein Jahr der Krisis war 1925. Eine Krisis kann zum schlimmen Ende führen; sie kann aber auch die Wendung zum Besseren bringen. Und wir lasiert nicht ab von der Hoffnung, daß für uns der Aus­gang günstig fein wirb. Nur das sollte uns 1925 gelehrt haben: wir haben kein Recht, mit rascher Aufwärtsbeuiegung zu rechnen. Wir werden in eine schwere Schule genommen. Wir werden auch in Zukunft alle Kräfte brauchen. Langsam nur und

mitten in der Brandung, vom Wehr an der Obermühle ist fast nichts mehr zu sehen, die

Gärten auf dem früheren Schweinemarkt stehen vollständig unter Wasser. C'._ ?? i' : J :ri :"

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Vertrag dürfe nicht überschätzt werden. Ge­wisse Angriffsgelüste würden auf derartig große Schwierigkeiten stoßen, daß der Türkei Vorsicht in der Ausführung angeraten werden müsse. Wenn es auch bisher nicht gelungen sei, den Türken eine vorsichtige Ausdrucksweise beizu­bringen, so betrachte England mit ruhiger Festig­keit die Lage.

Die möglichen Folgen einer russisch-türkischen Politik auf dem Balkan

seien ins Auge gefaßt worden. Hierbei sei man zu der Lleberzeugung gekommen, daß Italien von allen Großmächten am meisten geeignet fei, die Vorgänge auf dem Balkan zu verfolgen und dafür zu sorgen, daß keine verwirrende Einmischung dort erfolge. Der .Lokal­anzeiger" will aus gut unterrichteter englischer Quelle erfahren haben, daß in der Hauptsache zwischen den beiden Staatsmännern die Frage besprochen wurde, in welcher Weise, unter welchen Bedingungen und mit welchen Aussichten sich Italien gemeinsam mit England an einer Aktion gegen d i e Türkei be­teiligen würde, falls die türkische Regierung die Entscheidung des Völkerbundes in der Wossul- frage ablehnen sollte. Man rechnet allerdings nicht damit, daß die Türkei sich gegen den Völkerbund auflehnen werde, auf jeden Fall aber soll Chamberlain mit Mussolini alle Mög- licheitekn besprochen und sich der älnterslützung Italiens bei einer etwaigen militärischen Aktion gegen die Türkei vergewissert haben. Man spricht sogar davon, daß sich Italien in einem solchen Falle durch eine Besetzung mehrerer kleinasiatischer Inseln und eines Teiles des kleinasiatischen Festlandes schadlos halten würde.

Die EntwiÄeluny des Mossul-Problems.

London. 31. Dez. (WTD. Funkspruch.) Der Korrespondent derWestminster Gazette" in Angora meldet, am Dienstag hatte Kemal Pascha eine vertrauliche Besprechung mit seinen Generälen. In dieser Sitzung er­klärte er, daß die Türkei es sich nicht leisten konnte, des Iraks wegen jetzt einen Krieg zu beginnen. Der Bericht fügt hinzu, daß die Ent­sendung einer britischen Mission zur Regelung

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Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle.

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.Siebener Anzeigers".! 22., 30. Dez. Es wurden .kyj H Roggen, inL. etfte fut Brauzweck 22,50 50 to 21,50, Mais, gelb, ML inL, Spezial 0, 41 6,50 bis 26,75, Deizenlleic Wie 11,25. Tendenz: 'Fest.

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desGießener Anzeigers".)

M., 30. Dez. Austrieb ud Kühe. 1103 Kälber, 311

Kälber: Feinste Masi- Irre Mast- und beste Saug­eringere Mast- und gllic >7, geringe Saugkälber 50 istlämmer und McWmmI Äasthämmel und kjase 30 hrte Hammel und Schafe 25. Schweine. Avll- 100 Kilogramm 85 bis 87. 0 Kilogramm 78 bis 84. I bis 120 -Kilogramm 84 on 120 bis 150 Kilogramm erlauf: Sei ffleppeif v\V

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Wiesbaden, 30. Dez. (Wolff.) Heute vor­mittag 11 Uhr würben b i e Besatzungsbefug- nisse an die englischen Militärbehör­den übertragen. Die noch hier befindliche Kompagnie des 8. französischen Jnf.-Regts. veran­staltete auf dem Schloßplatz eine kurze Parade. Dann sank die Trikolore auf dem Schloß; die bri­tische Flagge wurde hochgezogen. Zwei ftompaar" eines schottischen Regiments zogen auf. Der fi zösische General Berlhelmy übertrug dann seine Funktionen an den englischen Divisionsgeneral Scott. Der französische General stattete nach der Parade den deutschen Behörden auf dem Rat- Haufe einen Besuch ab. Voraussichtlich werden noch heute die letzten französischen Truppen Wies­baden, Idstein, Langenschwalbach unb Bingen ver­lassen. Die Engländer haben ihr Hauptguartier in Wiesbaden im HotelHohenzollern" aufgeschlageu.

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Testridebvrse.

Die Zusammenkunft von Napatto: eine Entente gegen die Türkei?

ßonbon, 30. Dez. (WB.) Der römische De- richterstatter des Manchester Guardian weist auf das große Interesse hin, das die Zusammenkunft zwilchen Chamberlain und Mussolini in Rapallo erzeugt habe und sagt: Es besteht kein Zwetfel darüber, daß die Besprechung von großer Be­deutung ist und daß in Rapallo nicht nur dte bevorstehenden Schuldenverhandlung en, sondern auch die allgemeine politische Lage erörtert wurde. Aus gewissen Kommen­taren kann geschlossen werden, daß Italien, bru­tal gesprochen, gerne die Bezahlung fei­ner Schuld in der Form politischen Zusammenwirkens mit Großbritan­nien erledigen mochte und vielleicht seine LInterzeichnung des Locarnopaktes als eine bereits erfolgte Teilzahlung an- fleht. Besonders bemerkenswert ist die gestrige Andeutung der offiziösen Tribuna über

die russisch-italienischen Beziehungen

aus der leicht herausgelesen werden kann, daß es Mussolinis Aufgabe in Rapallo fein werde, Chamberlain zu überzeugen, daß Italien in der europäischen Politik kein dunkles Spiel zu spie­len brauche und daß es durch keinerlei Geheim­verpflichtungen an Rußland gebunden ift fon» dem gegenüber der Sowjetregierung denselben Standpunkt einnimmt, wie Großbritannien, und daß Italien auf eine Regelung der Echulden- frage in diesem Sinne hofft.

Heute schreibt dieTribuna", daß Chamberlain eine Zusammenkunst in Ra­pallo gewünscht habe und bespricht alsdann die verschiedenen Fragen, die dort geprüft wor­den sind. Da heute der O r i cn t an erster Stelle interessiere, hätten beide Staaismänner die Vor­gänge im ganzen Orient besonders geprüft und Beschlüsse gefaßt. Der türkisch-russische

bereits geräumt werden. Auch von der M o s e I wird starker Regen und dadurch begünstigt, weiteres Steigen gemeldet, das in der Nacht eine katastro­phale Schnelligkeit erreichte. Der alte Rhein hat sich mit dem neuen Rhein verbunden, so daß das Ge­lände auf beiden Seiten des Rheins eine mehrere Kilometer breite Fläche bildet. Nach den letzten vor­liegenden Nachrichten steigt die Mosel bei Trier stündlich um fünf bis sechs Zentimeter. Der Be­trieb der Mofeltalbahn ist auf der ganzen Strecke eingestellt. Die Reichsbahn hat die Strecke LieferBerncaftel gesperrt. In den Ufer­straßen der Stadt sind die unteren Stockwerke ge­räumt worden. In einzelnen Stadtteilen steigt das Wasser bis zur Flur- und teilweise zur Fenster­höhe.

In Neuwied ist das Hochwasser in den leb­ten 15 Stunden um 1,5 Meter gestiegen unb droht, langsam in das Hauptgefchäftsviertel einzudringen. In den am Rhein gelegenen Straßen steht das Wasser teilweise bis zur Mitte der Parterrewoh- nungen und droht weiter zu steigen. Zahlreiche Fa­milien wurden ausquartiert und in Notwoh­nungen untergebracht. Die Bewohner der oberen Stockwerke sind von Nahrungsmitteln völ­lig abgeschlossen. Es mußten ihnen dieselben mit Körben zugeführt werden. In Bendorf unb Engers stehen zwei Fabriken vollständig unter Wasser. Mehrere Häuser mußten geräumt werben. Die Straßenbahnverbindung Vallendar Ehrenbreit st ein ist unterbrochen. In Irlich und Fahr stehen die Häuser bis zur Höhe der Par­terrewohnungen im Wasser. Es wird damit gerech­net, daß im Laufe der Nacht das Wasser den ersten Stock erreichen wird. In A n d e r n a ch auf dem an­dern Ufer stehen die Hotels in der Rheinfront und die dahinter liegenden Häuser bis zum er st en Stock im Wasser.

Am Niederrhein.

Düsseldorf, 31. Dez. (211.) Entgegen allen Erwartungen schwillt der Rhein weiter an. Der Düsseldorfer Pegel zeigte gegen 2Uhr nachts den Wasserstand mit über TVs ch an. Der Wasserspiegel, der noch immer stündlich u.. etwa 4 cm steigt, liegt also nur noch einen halben Meier unter dem Riveau des verheeren­den Hochwassers vom Vorjahr. Tiefbauamt, Po­lizei und Feuerwehr haben gemeinsam Wasser- fchutzmaßnahmen getroffen, vor allem einen Rachtalarmdienst eingerichtet. Dis zur Stunde sind die großen Erweiterungsbauten an der Rhrinbrücke ungefährdet.

Dagegen hat das Hochwasser Teile der im Bau befindlichen Ausstellungsgebäude überflutet. M'l einem weiteren Steigen muß gerechnet werden. In Duisburg mußten die Schleusentore des Paral­lelhafens geschloffen werben. Am Marientor wurde eine Notschleuse gebaut, da man damit rechnet, daß der Fluß über die Ufer tritt. Von den Anlagen der Rheinallee ragen nur noch die Baumkronen aus dem Wasser.

In Ruhrort ist ein Teil des Rheins über­flutet, ebenso das Ufergeländs nahe der Eisenbahn­brücke. Das Erzlager der Hütte Phönix steht unter Wasser. In Homburg sind die Ufer vor dem neuen Damm und der Leinfahrt in der Flut Der­

ber vergangenen Rächt beträchtlich ge­wachsen, das ganze Busecker Tal gleicht einem See. Das Walser ist in die Hintergärten der Moltkestraße gedrungen.

Zwischen Gießen und Wetzlar haben, wie unser ^-Berichterstatter heute früh telephonisch meldet, die Wa'l rmaffen der Lahn, die immer n o ch weiter steigt, die Aecker und Wiesen weithin überschwemmt. Das Ge­lände zwischen Dutenhofen und der Atz- bacher Chaussee gleicht einem großen See, das Wasser ist sogar bis an die Straße nach Kinzenbach vorgedrungen. Unterhalb von Dutenhofen bis zum Eisenbahn- foI od Dorlar steht die Flut bis an den Bahndamm der Lahnstrecke, auch nach Raun­heim und Waldgirmes zu find große Seen zu bemerken. In Wetzlar steht das Wasser in den Gärten der Langgasse, die bekanntlich mit der Rückfront an die Lahn grenzt. Unterhalb von Wetzlar ist das Gelände an der Steindorf er Chaussee vollkom­men überschwemmt, so daß man auch hier einem gewaltigen See gegenübersteht.

DasHochwafserdesRheins

Köln, 31. Dez. (WTB.) Die Fluten des Rheins steigen unaufhaltsam weiter. Gestern abend betrug der Wasserstanb in Köln 8,21 Meter unb stieg stündlich um 4 Zentimeter. Das Gebäude der Reichsbahndirektion ist ganz vom Wasser ein­geschlossen. Die am Rhein gelegene Schiffbauwerft und die Sägewerke mußten den Betrieb einstellen. Die Rheinpromenabe steht in ihrer ganzen Länge von etwa 5 Kilometer einen Meter unter Wasser. In ben tiefer gelegenen Straßen unb Gassen in der Nähe der Frankenwerft steht das Wasser teilweise 1,05 Meter hoch. Das städtische Tiefbauamt fährt in gxoßen Mengen schwere Balken , Bretter, Holzblöcke unb Leitern heran, um den bedrängten Einwohnern durch Ausstieg aus den Fenstern und aus den höher gelegenen Stockwerten den Verkehr mit der Außenwelt zu ermöglichen. Bei ben anhaltenden Niederschlägen und dem weiteren Ansteigen fast sämtlicher Nebenflüsse des Rheins ist für die näch­sten 24 Stunden mit einem weiteren Anwachsen der Hochflut zu rechnen.

In Koblenz steht bas Wasser fast am Ko­blenzer Hof. Die am Rhein gelegenen Hotels mußten

des Mossul-Problems mit sorgfältig ausgewähl­ten Mitgliedern, zu denen jedoch der Kolonial- staatssekretär Olmert) nicht gehören dürfte, be­grüßt werden würde.

Deutschland und die WeltwirNchastskonferenz.

Berlin, 30. Dez. (TU.) Die Genfer Meldun- gen besagen, daß eine Reihe von Persönlichkeiten, die zur Weltwirtschaftskonferenz eingeladen worben sind, ihre Teilnahme bereits zugesaat haben, wäh­rend Zusagen deutscher Persönlich­keiten noch nicht vorliegen. Wie bie_TU. erfährt, erklärt sich dies daraus, daß das Volker- bunbfefretariat mit der deutschen Regierung über die Entsendung deutscher Delegierter zwar Füh­lung genommen hat, einzelne deutsche Per­sönlichkeiten aber noch nicht befragt worden sind. Deutschland wird sich über die Beschickung der Weltwirtschastskonferenz und der vorbereitenden Kommission erst entscheiden, wenn es Mitglied des Völkerbundes (ein sollte.

Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummonb wird sich nach Berlin begeben, um mit dem Auswärtigen Amt die Besetzung der für Deutschland reservierten Posten beim Völker­bund im Falle des Eintritts Deutschlands zu be­sprechen. Es handelt sich um etwa 20 Stellen.

Kommandowechsel inWiesbaden

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funken. Die Hafenmole des Krupphafens in Rheinhausen droht überspült zu werden. Im Laufe des Tages ist mit der vollständigen Lahm­legung der Schiffahrt zu rechnen. Oer Verkehr zwi­schen Eleve und Emmerich ist lahmgelegt. Der Vordamm in Warbeyen ist überflutet, ein Teil des Dorfes Warbenen steht unter Wasser. In Koyen an der holländischen Grenze ist das Wasser feit gestern morgen um etwa einen halben Meter gestiegen. Bei München-Gladbach mußte die Rheinische Kraftwagenbetriebsgesellschast den Auto- busoerkehr (tillegen.

Das Hochwasser hat bereits mehrere Sckiffsunfälle zur Folge gehabt. Unter­halb der Rheinbrücke in Wesel wurde ein 1800 Tonnen Kahn auf der Talfahrt gegen einen . Brückenpfeiler geworfen. Er sank nach kurzer Zeit. In der Rähe der llnfallstelle sanken zwei weitere Kähne von 1800 bzw. 1700 Tonnen. Ein anderer Kahn wurde leck und blieb auf über- schweinmtem Gebiet liegen. Die Besatzungen sämtlicher Schiffe konnten sich in Sicherheit brin­gen.

Die Ueberschwemm,ng im Maingebiet.

Auch von den Rebenflüssen des Rheins lie­gen Meldungen über starkes Steigen des Wassers infolge anhaltender Riederschläge vor. So wird besor^rs ein ständiges Steigen des MainS ge­meldet. Aus der Strecke Hanau-Debra mußte der Bahnhof Wertheim wegen Hochwassers ge­sperrt werden. Von den Rebenflüssen des Mains haben die Ridda und Kinzig ihren Höchst­stand erreicht.

Die Nidda bildet von ihrem Eintritt in die Ebene bis nach Höchst einen einzigen See, aus dem die höher gelegenen Ortschaften wie Inseln heraus- ragen. Die Arbeiter aus den Nibdadorsern, wie Harheim, Obererlenbach usw., müssen ge­waltige Umwege machen, um au ihren Arbeits­stätten zu gelangen. Die Eisenbahnstation Ber­kersheim ist von der hessischen Seite vom Ver­kehr abgeschnitten und nur noch von der Frank- furter Seite erreichbar. Bei Höchst war die Nidda heute vormittag auf etwa 4 Meter gestiegen. Be­sonders schlimm wird Hausen von der lieber- schwemmung betroffen. Falls sich die Niederschläge nicht allzustark erneuern, dürste aber die Nidda ihren Höchststand erreicht haben. Die neue lieber- schwemmung beweist, daß die endliche Inangriff­nahme der Niddaregulierung eine dringende Notwendigkeit ist, da einzelne Gemeinden tatsäch- lich in akute Gefahr geraten sind, weil es dort bis jetzt in den verschiedenen Gemeinden noch sehr an Vorbeugungsmaßnahmen gefehlt hat.

Wie unser ' -Berichterstatter meldet, ist von dem Hochwasser der Ridda besonders die Vilbeler Gegend stark mitgenommen. Große Teile der Stadt Vilbel stehen unter Wasser, und auch an den Bahndamm der Main-Weser-Dahn tritt es allentbalben heran. Gegen die nördlich der Stadt vom Bahn­körper der Main-Weser-Bahn abzweigende Bahnlinie nach Stockheim strömen die Wassermasfen in starker Dra ndung heran. Hier und da leidet der Dnckehr bereits

GiehemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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