Ausgabe 
31.1.1925
 
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Samstag, 51. Januar 1925

Giehener Änzeiger (General-Anzeiger für Gderheflen)

Ur. 26 Swenes Blatt

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Bezugspreis einschliehlich aller Beilagen 2 MK. monatlich und 20 Pf. für Trägerlohn. Bestellungen nehmen entgegen in Giehen die Trägerinnen und die Geschäftsstelle des Giehener Anzeigers, auswärts über200 örtliche Zweigstellen und diePost.

leicht wieder einmal auf amerikanische Enrtchlülsc Dänen muh. wir da« in den fehlen 3abren

w :nnt. Wicktig ist. daß Japan gegen die Räumung von Sachalin Zugeständnisse tn der Ausdeutung des Petroleum-, das sich dort

häufiger der Fall war.

Denn schließlich ist es ja dazu gekommen. Die europäische Lage ist wesernttch beute nur

blieb es daher auch tn der Isolierung, in die es durch den AuSgang des Weltkrieges geraten war. Mit dem Rücktritt von HugheS zum 4. März soll eine neue Rußlandpolllik Nordamerikas be­ginnen, in der der mm maßgebende Mann. Sena­tor Borah. Rußlands Ancrrennung plant. Soh>rt

Gurvpa. auf dem nicht mehr die Last der völlig unproduktiven Schulden unter den 211 - liierten liegt. Daß diese im vollen Almfang, womöglich unter Einschluß der Schulden Ruß­lands jemals zurückgezahlt werden. daS glaubt doch kein Mensch. Deshalb kommt es darauf an, den Weg zu finden, auf dem am besten Dawes- Plan und Schuldenfrage kombiniert werden und soderDruckauf Frankreich ausgeübt wird, dem Frankreich allein nacbgeben wird, und den England allein, wie die letzten Wochen wieder gezeigt haben, nicht auSübt I

war eine feine, in sich geschlossene Leistung, die weder sprechlich noch in Der Bewegung der Rolle etwas schuldig blieb. Erfreulich beweglich er­wies sich Freya S t u r m f e l s alS Frau Page, besonders in der Auftrittsszene, wo sie mit einem köstlichen Lachen aufwartete. Gerda BachfeldS Frau Fluth war ein neckisches Weibchen, die sich lustig in dem tollen Wirbelspiel tummelte Den liebreizenden Mittelpunkt der Handlung, die (Jungfer Anne Page stattete Rita Andre mit liebenswürdiger Frische au«. Sie fand in Jturt (Joachim Daum (Fenton) einen flotten Partner. Die Doppelrolle F l u t y - Dach lag bei Felix Norfolk in licheren Hän­den. Der sehr exponierte Funker Schmächtig sand tn (Julius Dast6 einen beweglichen und geschickten Interpreten voll feiner Komrk und Humor (.0 süße Aenne!"). Als eifrige Zwischen- trägerin in den mancherlei Verwechslungen und Derwirrungen betätigte sich H u r 11 g

(Luise (Jüngling). Out tn der Maske und sicher in der Charakterisierung war Mar H o f f- mann als Schaal. Karl 3 uhnke als P far- . . - ra-f-t---- der

hat (Japaii sich entschlossen und dce Der Handlun­gen zu einem Abschluß gebracht und so Amerika den Dorsprung abgetoonnen. Der Vertrag ist ein Ereignis ersten Ranges Er schasst friedliche Verhältnisse im Fernen Osten. Roch meßt: Er fuhrt Ruhland und (Japan zusammen. Roch mehr: Er deutet eine Gruppierung der drei fernöstlichen Mächte an. da China sich von den Sympithien für Nordamerika völlig abgewendet bat 3m ganzenc Eine neue Machtverteilung bereitet sich vor. Japan dreht die Front wieder dem Stillen Ozean zu. eine neue Aera im Zern en

T'ttungsbericht.

Anwesend Oberbürgermeister Keller. Bür» gcrmcifter Krenzien. die Beigeordneten Di. Seid. Dr. Frey. Fustizrat Dr. Rosenberg und 39 Stadtverordnete.

Der Zuhörerraum ist stark besetzt, nament­lich von Mitgliedern der Turn- und Sportvereine, die nach Erledigung ihrer (Jnteressensache be­friedigt das Feld räumen.

Errichtung von Sportplätzen auf dem Trieb.

Wie der Referent Stadtv. Professor Dr. Krausmüller, berichtet, soll die leidige Sportplahsrage in unserer Stadt nunmehr im Zusammenwirken von Stadt und Der einen ge­löst werden. Die Angelegenheit ist jetzt be­sonders dringend geworden, da bekanntlich im Sommer das 32. Mittelrheinische Kreisturns-st hier stattfinden wird. Die Bereine werden den Sportplatz auf dem Trieb anlegen. und zwar dergestalt, daß die Hälfte des Trieb zwischen der Lagerhausslrahe und dem Phllosophenwald zum Stadion ausgebaut wird, während zwischen der Lage'hausstiatze und der Grünberger Straße noch drei andere Sportplätze erstehen sollen. Unter den Bereinen ist eine Vereinbarung übei die Ausiührung der Arbeiten zustande gekom­men. Auch m finanzieller Hinsicht bringen M< Vereine erhebliche Opfer. Voraussetzung ist aber, daß sie von der Stadt auch finanziell unterstützt werden. Vor allem handelt e« sich jetzt darüm, daß sie die Arbeiten al« NotstandSarbeiten mit Hilfe von Erwerbslosen ausführen dürfen und die Stadt dazu insgesamt 3500 Mk. Zuschuß lei­stet. der zur Aufbesserung der Bezahlung an hi< betr. Erwerbslosen Verwendung finden soll. Dic entsprechenden Verträge mit den Vereinen sink soweit fertig, daß sie unterfeßrieben werden kön­nen. Die (Jnteressen der Stadt hinsichtlich des späteren UeberaangS dieser Plätze an die Stadt, die Benutzung der Plätze durch die Schulen usw. sind in den Verträgen gewahrt. Der Platz zwi­schen der Lagerhausstraste und dem Philosophen- Wald wird vom Sportclub 1900. der Platz nach der Grünberger Straste zu von den Turnvereinen, auch von der Freien Turnerschaft und dem kath. Sport­verein benutzt werden. An der Aussprache be­teiligen sich von den Rechtsparteien die Stadtv. Kling. W i n n . Prof. Dr K r a u s m ü l l e r. Horn und Schmäh l, für die Demokraten spricht der Stadtv. Fischer, von den Links­parteien treten die Stadtv. Beckmann, Schmidt. Moosdorf. Meyer und Fritz auf. vom VerwaltungStifch gibt Deigeordnetec Dr. Frey einige Aufklärungen über die Frage der Arbeitslosenbeschäftigung. 2llle Redner sind sich einig in dem Gedanken, dast alle« getan werden Wust zur körperlichen Ertüchtigung unserer Fugend und dast der Sport dazu da« geeignete Mittel ist. Einig ist man auch darüber, dast auf dem Trieb Svortplätze errichtet werden sollen. Gegensätzlicher Meinung ist man zwischen den bürgerlichen Sprechern einerseits und den sozial­demokratischen auf der anderen Seite nur über

Die europäische Lage ist

au ändern, wenn Nordamerika die ent­sprechenden Entschlüsse saht und durchfuhr!. wie es da« mii dem DaweS-Plan getan hat. Ent­schlicht eS sich, auf den Hebel der Sch ul den - frage zu drücken, so ist eS in der Lage, in Europa Ordnung zu schaffen, entschlicht es sich dazu nicht, so laufen sich die Erörterungen um die interalliierten Schulden tot. kommt aud>_ die SichcrheitS- und Abrüstungsfrage nicht vorn Fleck, und wird dann schließlich da« Ergebnis der Verhandlungen und Kämpfe deS letzten Jahres überhaupt gefährdet, nämlich der Dawes» Plan selbst. Können die Leistungen daraus überhaupt zu einem Teil aus gebracht werden, so ist da« nur möglich in einem Europa, das vor der Sanktionspolitik sicher ist. in einem

GiehenerStadtparlament

Sichen, den 30.3an. 1925.

Hafer Stadtparlament hatte heute wieder einen grohen Tag. Zwei Vorlagen von weit- tragender Bedeutung standen im Mittelpunkt der Verhandlungen. Zuerst hatrdelte es sich um dic Errichtung von Sportplätzen auf be m Trieb. Wahrend s ich die bürgerlichen Parteien bei der Entscheidung über die Behandlung der Arbeit von Zweckmäßigkeits-Erwägungen bestim­men liehen, verfocht dic sozialdemokratische Fixrk- tion unentwegt ein Prinzip, so ixifi schließlich nur bei Stimmenthaltung der Linken die Vor­lage von der bürgerlichen Seite genehmigt und damit die Ausführung der Arbeiten ermöglicht werden konnte. Sodann nahm der Ausbau der höheren Mädchenschule durch Er­richtung einer Sludienanstalt das Haus eingehend in Anspruch. Man entschied fchliehlich. dast die Vervollkommnung nur erfol­gen soll, wenn sich der Staat in entsprechender Weise an den Kosten beteiligt. Diese Entschei­dung wird von der Elternschaft jedenfalls mit recht gemischten Gefühlen ausgenommen werden Vielfach wird dic Ansicht die sein, baß das S'.adtparlament in dieser Frage den dringenden Erfordernissen nicht gerecht geworden ist Wir werden aus die Verhandlungen noch zurückkommen.

die jetzt schon über tausend Mitglieder zählt. Es ist hier nicht der Ort. das Denken und Welt- begreifen des Grafen Keyserling zu erörtern. Die Elemente seiner Philosophie mögen nur mit ein paar Worten angebeutet werden. Nichts, was im Kosmos geschieht, ist sinnlo«. Zwischen dem Kosmischen und dem rein Menschlichen be­stehen tiefe Zusammenhänge. Die Menschheit wird gestraft, wenn sie etwas versucht, was dem Sinn der Welt widerspricht. Die Menschheit und alles in der Natur stellt sich alS ein Teil des Kosmos bar. ist dessen Gesehmästigkeit unterworfen. Wer das erforscht und recht erkannt hat. kann traft der Vernunft Voraussagen, well alles Geschehen sich in gefehmästigen Bahren vollzieht. 3eder Mensch entspricht einer kosmischen Situation. So hat eigentlich kein Mensch ein Privatleben, er ist ein Teil des Ganzen, in dessen Rahmen er feine Bestimmung zu erfüllen hat. 3eder Mensch ist ursprünglich zu allem berufen. 3n ihm sind alle Anlagen grundsätzlich vorhanden. 3e nach der Art und Fähigkeit feine« Ausdrucks gestaltet sich äusterlich fein Beruf, fein Wirken. Keyser­lings Wahlspruch ist: .Niemand etwas nehmen, jedem etwas hingeben." Die Schule der Weisheit leitet fruchtbare Polari­sierungen verschieden gerichteter Geister ein, sie gibt Denen, welchen eine Ahnung davon auf­gegangen ist. worauf eS ankommt, die Gelegenheit, sich über den Sinn ihres eigenen Lebens und dessen besondere Ausgaben aufklären zu lassen, sie lehrt jeden letzte Selbstbestimmung. Selbst- Verantwortung und Lieberzeugungstreue. 3n der Schule der Weisheit soll mehr als jede Sonder - art und Sonderanschauung durch den einzelnen hindurch der Sinn des Ganzen forechen. anberer- sells soll vom Ganzen her das einzelne einen neuen Sinn erhalten. Die Mitgliedschaft zur Gesellschaft für freie Philosophie ift jedem ohne. Unterschied von Dame Stand. Nation. Konsesllon und Weltanschauung möglich. Die Schule der Weisheit will t')clfcrtn sein bet b r Wieder­geburt des deutschen Geistes. Mithelferin beim

I Wiederaustieg des deutschen Volks.

rer regte verschiedentlich zur Belebung Szene an. Herr Page (Paul Schub Dardolph (Hartmut Brand) waren in klei­neren Rollen auf ihren Posten.

Last not least: Eine echte Shakespeare-Figur war Hermcnm Stichel als Simb eL

Das Publikum ging mit der Ausführung be­geistert mit 6,8

Graf Hermann Keyserling

jjrtß wird geschrieben: Wie aus dem An­zeigenteil ersichtlich, wird Graf HermaTm Keyser­ling Montag. 2. Februar, abends 8 2 Xliyr in der Reuen Aula über .Geschichte als Tragödie" sprechen. Dem Vortrag des Grafen, der auch die Wirrnisse der unheilvollen Gegen­wart berührt, wird mit berechtigter Spannung entgegengesehen. Man weist, dast G r v st h er - pq Ernst Ludwig den Grasen Keyserling

Darmstadt berief, wo dieser die Ge/ell- sMaft für freie Philosophie gründete,

Außenpolitische Umschau.

Von Professor Dr. Otto Hoetzsch. M.d.R. , Am 26. 3anuat ist wieder eine sogenannte

Entwaffnungsnote Deutschland überreicht worden. Wieder in der allmählich ?uch unange­nehm werdenden Form, dast die vier Vertreter der fremden Mächte bei dem Kanzler aufmar­schieren und ihm wie einem Angeklagten das Schriftstück überreichen, und wieder in dem un­erträglichen Ton. der schon ganz wieder Poin- car6 ist. Die Grobheit und Schroffheit des Tone« soll die Unsicherheit in der Position der Aili- irrten verdecken Wiederum hört das deutsche Volk nicht, was ihm vorgeworfen wird und warum ihm alS schon vorausgenommene Strafe die Nichträumung der Kölner Zone zudiktiert wird. Und die Widerlegung des deutschen Rechts- standpunkteS macht sich die Sache so leicht, dast daiauf im Emst gar nicht geantwortet werden kann. Die deutsche Regierung konnte nichts an­dere« tun. al« ihrer Verwunderung Ausdruck ?eben, dast die andere Seite die Sache abermals mzögert und betonte kurz den deutschen Rechts­standpunkt.

Roch einmal: Wir wissen, warum diese Sache so hingezögert wird. Der Bericht der Kontrollkommission, der Ende Februar glück­lich kommen soll, konnte längst fertig sein. Aber dahinter versteckt sich ja die ganze grohe Auseinandersetzung zwischen England und Frank- reich über die Sicherheitsfrage. .Die Sicheiheit beherrscht in unseren Augen alle Pro­bleme der jetzigen Stunde" hat der .Temp«" mit erfreulicher Offenheit gesagt. Es tritt nicht sehr an die Oberfläche, aber man fühlt, dast diese Frage sehr lebhaft zwischen den Kabinetten Lon­don und Paris hin und 6er behandelt wird, und cs werden allerlei Fühler nach Berlin auSge- streckt, ob sich auf diesem Wege nicht irgendeine Verständiguna finden läht.

DaS Kabinett Luther hat in dieser Fraye, wa« daS einzige gute an der Verzögerung ist. einige Zeit, mehrere Wochen immerhin. ES möge sich darauf gefaßt machen, dast mit den Ver- banblungen an dieser Kontrollfrage eine grobe Krise für das Kabinett ausbrechen kann und wird. Es möge In der Zwischenzeit sich mit der DaranticpakteS- und Sicherheit«frage eindringlich beschäftigen!

3st hier zu einem Entschluß noch nicht die Notwendigkeit, so war es in den Handels­vertragsverhandlungen mit Frank- reich allerdings daS gebotene, zunächst einmal Schluß zu machen. Dec Staatssekretär T r en- delenburg ist ja auch nach Berlin zurück- S'm worden Ganz offensichtlich sind die Ger­ungen auf dem toten Puntt, und in der Art. wie daS Hin und Her in Paris gegangen ist. sind sie eine direkte Gefahr. Lag es denn wirllich so fern, nach der Bildung des neuen Kabinett« zunächst einmal eine Pause ein tret en zu lassen, damit das neue Kabinett, dessen Pro­gramm in der WirtschaftSpvlittk doch nicht fest- tiegt sich erst einmal besinne und einarbeite und Stellung nehme. DaS geschieht sonst bei solchen Gelegenheiten überall auf der Welt, warum können wir in Deutschland nicht die Ruhe und Planmäßigkeit des Vorgehens finden?

Don der französischen Seite werden diese Vorgänge in der großen Debatte der K am - m er betrachtet, tn der Herriot jetzt im Sturm steht. Elsast-Lothrtngen. Vatikan. Sicherheitsfrage, überhaupt Außenpolitik. Finanzen es ist eine große Auseinandersetzung, für die draußen im Lande Millerand schon zum Sturm geblasen hat. Auch da ist bemerkenswert, wie Herriot den Ton gegen Deutschland schärfer und schärfer nimmt Um sich zu halten, muß er der Opposition viel­leicht mehr Zugeständnisse machen, als ihm selbst lieb ist. Aber eS kommt nicht darauf an, was einem Minister lieb ist und waS er sagen möchte, sondern auf das. was er sagt. So trägt diese Behandlung wahrhaftig auch nicht dazu bet den Entwaffnung«- und Räumungskonflikt zu mil­dern. und soll das nicht sehr bald bedrohliche Formen armehmen. so ist dringend erwünscht, daß eben die andere Seite sich besinnt und Deutsch­land Nipp und klar sagt, was eS ihm vorwirst, damit dazu Stellung genommen werden kann.

Scheinbar ohne jeden Zusammenhang mit ben europäischen Ereignissen steht der Abschluß desDertrages zwischenRußland und 3 a p a n tn Peking vom 21. 3anuar. Drei (Jahre ist darum verhandelt worden. 3mmer zögerte (Japan, den Sowjetstaat anzuerkennen. Immer

Oberheftens und des angrenzenden Lahngebietes ist der feit 175 Jahren erscheinende

Giehener Anzeiger mit seinen anerkannt hervorragend ausgestatteten, in eigenem Nedaktions- und Druckereibetrieb bearbeiteten Beilagen Giehener Familienblätter

Dienstags und Samstags

Heimat im Bild

Donnerstags

Die Scholle

Ratgeber für Viehzucht-, Feld- und Gartenbau

Freitags

findet, erhalten hat. Dadurch wrrd e« Dom norb- amerikanischen Petroleum unabhängig und Dafl wird sich wohl auch bei einer neuen Abrüstung«, konfevenz zeigen. Das weitere hängt vow der Konsolidierung Chinas ab die nochin weitem Felde ist. und das wesentliche tst Doch hier, daß auch 3apan. als der nun 22. Staat, Rußland anerkannt hat und das Rußland, dieses wirtschaftlich heute noch so elerche und wenig bedeutende Rußland, auch dort ein ach tote selbstverständlich als Großmacht behandelt wird.

Für Nordamerika bedeutet es den Zwang, seine Ostasienpolitik neu zu orientieren und auch mit Rußland zur Verständigung zu kommen. Beide angelsächsischen Mächte werden dadurch einander näher geführt und es ist immerhin möglich, daß die Politik Nordamerikas jetzt auch gezwungen wird, nach dem Fernen Osten sich zu richten, daß sie allo wieder einmal unsicherer und schwankender wird. (Jndem das nut dem Rücktritt von Hughes zusammenfällt, gibt das Anlaß vielleicht noch nicht zu der Besorgnis, immerhin zuUnsicherh e i t, well Europa vtcl-

Aus dem Amtsverkündrgungsblatt.

Da« ArntSverkündigungSblatt Olr.z vorn 27. (Januar enthält: Erlaubnisschein zur Erwerbung von Giften: Maul- und Klauen­seuche in Wieseck. Ansteckender Scheidekatarrh in Watzenborn-Steinberg: Nachtrag zur Baupolizei- orbnung der Stadt Lich: Straßensperre: Fewbe- reinigung Allendorf a. d Lda.: Dienstnachrichten.

seinen Zoll bezahlen" wollte, es würde sein Schade nicht sein.

Und die Gewänder! Shakespeare war Schau­spieler. Heute treibt man mit fernen Stücken historische Grammatik auf der Bühne! Es kommt doch nicht auf die historische Echtheit der Ge­wänder an; das lebendige Verhältnis von Raum und Zell und Gestalten soll gewahrt wer­den. sonst nichts. Es gehört kein Mut, nur ein Mütchen dazu, man karikiert ein wenig (je toller, je besser. Spiel. Kleider, Dekoration) und man hat den echten Shakespeare, das köstlich freche, so eben hingehauene Spiel einer tollen Laune, tote es vor der Königin Elisabeth lebendig war. (Erfreu­lich wirkte der erste, schüchreme Ansatz, daß der wallifische Pfarrer schwäbisch sprach! Aber Pedsch" haben sie gesagt, und dem .Foarl- ftaff ein möglichst .echt" imitiertes Hirschgewech aufgesetzt!) r .

Das. wie gesagt, nicht als Vorwurf, sondern zur Anregung. Vielleicht für die nächste Premiere.

Von der durch die Derhällnisse notwendig gemachten Ebene aus betrachtet, farm man gern zugeben, daß mit viel Freude gearbeitet wurde. Besonders dankenswert war der (nach oben Ge­sagtem überhaupt zu vermeidende oder abzu­kürzende) schnell erfolgende Umbau der Szenen. Der Spielleiter Karl V 01 ck hiell seine Schar der Darsteller in Atem. Es war eine ganze Menge Lustspieltempo gerettet worden. oein Wi rt zum Hosenbande war eine durchaus ge­fällige Leistung, der es weder an Frische noch freundlicher Wärme fehlte.

Als absolut führende Gestalt des Abends ist Rudolf Golls Falstaff zu nennen. 6t blieb von einer warmdurchbluteten Menschlich­keit. die nie in aufdringliche Hebertreibung aus­artete. die jebe Schwäche dieses .Helden" so zlberzeugend gestaltete, daß sie nur immer wieder ein verstehendes und verzeihendes Lächeln aus« löste. Dieser Verzicht auf eine laute Tarifierung toar das Wertvollste der ganzen Figur. Auch Adolf Telekys Doltor Cajus muß I unbedingt an erster Stelle erwähnt werden. Es

Gießener Stadttheater. Shakespeare: Die lustigen Weiber von Windsor.

Warum belasten sich so viele Bühnen gerade bet einem Shakcspearifchen Lustspiel mit soviel Dallast? Wozu dieser Wust von Dekorationen? Der Stückeschreiber au« Stratford hat gerade dieses Lustspiel (den Text diese« Lustspiels) in 14 Tagen hingehauen und auf einer Schmiere vor der Königin aufführen lassen, die nicht, wie das Gießener Stadtcheater. einen Vorhang zum Szenenwechsel hatte, zu der nicht, wie am Gießener Staditheater. ein Riesenrcgullllenraum gehörte, und hat doch vor der verwohnten Köni­gin nicht nur Gnade, sondern Gefallen gefunden. Und der Schauspieldirettor Shakespeare splelle solch ein Stück mll allen Szenen, ungestrichen, mit allen Umbauten in zwei Stunden herunter: wir brauchen hier drei dazu.

Das soll kein Vorwurf sein, sollte aber zum Nachdenken anregen. Die Darsteller werden durch die Menge der Dekorationen beengt, durch die häufigen Umbauten aus der Stimmung ge­bracht. Dem Publikum gehts genau so. Wenn irgendwo, so ist hier die These angebracht, die in goldenen Lettern über dem Eingang zu jedem Theater stehen sollte: Dicht nur jeder Stuhl, der nicht unbedingt zum Spiel gehört, nein, jeder Nagel, der mll dem otüd unmittelbar nichts zu tun hat, spielt falsch mit, (und die Klammer an dem epileptischen Baumstamm in Herrn Pages Garten hat das gestern mit er­freulicher Deutlichkeit klaraemachtN. Man sollte sich darüber llar fein, daß mit solchen Mitteln, mit denen man um 1900 (also vor einem Viertel- jahrhundert!) Theater spielen zu können glaubte, heute keine Ausführung mehr möglich ist. Wir sind ein wenig welle^gckommen, und wenn auch unter Stadttheater durch Anschaffung nein, durch Ucbermalung und Zerschneidung einiger alter Kulissen- und Soffittenfetzender Zeit |