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Befreiung von den Fessln

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Zwangswirtschaft und die Selbständigmachung auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet als die groben Ziele, die der Hausbesih erreichen müsse.

Mit Worten der Mahnung an die Haus­besitzer, sich fest zusammenzuschließen, beschloß Landtagsabgeorneter Haury die Tagung.

Vom Derwallungsgerichishos.

' D a r m st a d t, 28. Sept. Der D e r w a l - tungsgerichtshos verhandelte in seiner letzten Sitzung über die Besoldung des Bürger­meisters und der Gemeindebeamten in Gon­tershausen bei Homberg a. d. O. Der Kreisausschuh Alsfeld hatte die Gemeinde ver­urteilt, dem Bürgermeister und den Gemeinde­beamten bestimmte Gehälter zu bezahlen. Der Kreisdirektor legte hiergegen Berufung beim Provinzialausschuß ein, der das Urteil aufhob. Hiergegen hat Beigeordneter Weber Revision eingelegt. Diese Revision wurde jetzt vom Verwaltungsgerichtshof verworfen, weil keine Mängel des Verfahrens nachgewiesen seien. Fer­ner verhandelte i er Gerichtshof in einer Vorent­scheidung gegen den Gendarmeriewachtmeister Szcerbowsli in Homberg a. d. O., dem zur Last gelegt wird, daß er verschiedene Per­sonen veranlaht haben soll, ihm Lebensmittel zu liefern. Der Vertreter des Staatsinteresses wies darauf hin. daß man den Angeschuldigten wegen seines scharfen Vorgehens von seinem Posten bringen wolle. Die ihm zur Last gelegten Fälle logen Jahre zurück und hatten sich zur Zeit der schwierigsten Lebensmittelbeschaffung ereignet. Eine Äeberschreitung derAmtsbefug- nisse liege nicht vor. Die Weiterverhandlung der Sache wurde vom Verwaltungsgerichtshof auf den 10. Oktober vertagt.

Turnen, Sport und Spiel.

Hessen" Frankenberg - D° f. B. Metzen 0:4.

Frankenberg rechtfertigt den ihm vor­ausgehenden guten Ruf voll und ganz. Dab es gegen den besser spielenden V. f. B. verlor, kann ihm diesen Ruf nicht schmälern, im Gegenteil, die Mannschaft kämpfte bis zum Schlub trotz der erdrückenden Lleberlegenheit des Gegners mit Ruhe und Vornehmheit und legte ein glänzendes Zeugnis von Disziplin ab, als sie einen zu LInrecht diktierten Elfmeter ohne Widerrede hinnahm. Spielerisch bewertet ist die Mannschaft den meisten Kreisliga- und vielleicht auch mancher Gauligamannschast gleichzustellen. Besonders ge­fielen das Verteidigerpaar mit dem sehr sicher arbeitenden Torwart, die den übrigen Mann­schaftsteil erheblich überragten. V. f. D. trat in der Aufstellung: Vöckler, Muchtar, Kretz II., Dickhardt, Henrich L, Bergener, Fischer, Kretz I., Möller, Mandler und Kleinke an. Vöckler brauchte nur wenige Male in Aktion zu treten und hatte wohl nur zweimal Gelegenheit, seine Kunst zu zeigen. Die Verteidigung war nicht sicher, gegen Ende etwas leichtsinnig. Am besten gefiel die Läuferreihe Dickhardt, Henrich I. und Bergener. DerErsatzmittelläufer" enttäuschte angenehm. Die Kombination klappte im Sturm diesmal sehr gut, manchmal sogar zu gut, besonders vorrn Tor. Anstatt zu schlietzen, wurde der Ball immer nochmal abgespielt. Den sauber vorgetragenen Angriffen, die immer und immer wieder gegen T>as Frankenberger Tor rollten, hätten mehr

erfolgreiche Torschüsse folgen müssen. Die Tore fielen durch Mandler, zwei, Möller und Kretz I. je eins. Herr Sack aus Heuchelheim war ein ge­rechter Spielleiter und traf seine Entscheidungen korrekt und sicher. Die eine Fehlentscheidung ist.zu verzeichnen, zumal er sich durch versperrte Aus­sicht getäuscht haben mag. Alles in allem war es ein frisches und sehr faires Spiel.

Steuerkalender für Oktober.

Im Monat Oktober werden folgende Steuern fällig:

1. Oktober: Rentenbankzinsen neuer Art.

5. Oktober: Lohnsteuer für die Zeit vom 21. bis 30. September 1925 einschl. der sür die Zeit vom 1. bis 10. September 1925 bzw. 11. bis 20. Sep­tember 1925 einbehaltenen, noch nicht abgeführten Beträgen ohne Rücksicht auf deren Höhe.

10. Oktober: Einkommen- und Körperschasts- sieueroorauszahlung sür Einkünfte usw. im Monat Juli bis September 1925; vorl. Gewerbesteuer vom Ertrag für den Staat Hessen 20 Proz., die Stadt Gießen 30 Proz., die Provinz 4 Proz., den Kreis Gießen: a) von den Pflichtigen in der Stadt Gießen 3 Proz., b) von den Pflichtigen in den Landorten 18 Proz. der Einkommensteuer- bzw. Körperschafts- steueroorauszahlungen; Umsatzsteuervorauszah­lung für Umsätze usw. im Monat September 1925 und für dos 3. Viertel des Kalenderjahres 1925; Landwirte zahlen Umfatzeuer auf Grund der be­kanntgegebenen Richtzahlen und sonstigen Um­sätzen usw. für das 1. Viertel des Wirtschaftsjahres 1925/26 (JuliSeptember 1925); Kirchen- und Kultussteuern der auf Voranmeldungen zahlenden Einkommensteuerpflichtigen für die Zeit vom 1. Juli bis 30. September 1925, und zwar: a) Kirchen­steuer, allgemeine eo. und kath. je 15 Proz., b) Kir­chensteuer, örtliche Gießen ev. 7 Proz. und kath. 5 Proz.; Kirchensteuer, örtliche Heuchelheim und Klein-Linden ev. je 10 Proz., Kirchensteuer, örtliche Wieseck ev. 7 Proz.; c) Kultussteuer, Landjuden­schaftsbeitrag 8 Proz., d) Kultussteuern, örtliche Gießen 30 Proz. und Wieseck 10 Proz. der Ein­kommensteuervorauszahlungen.

15. Oktober: Lohnsteuer für die Zeit vom 1. bis 10. Oktober 1925, sofern der Gesamtbetrag mehr wie 50 RM. beträgt.

18. Oktober: Vorläufige staatl. Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz, 4. Ziel 1925 (gleicher Betrag wie beim 3. Ziel 1925).

2 5. Oktober: Lohnsteuer für die Zeit vom 11. bis 20. Oktober 1925, sofern der Gesamtbetrag für genannte Zeit oder mit den sür die Zeit vom 1. bis 10. Oktober 1925 einbehaltenen, noch nicht abgeführten Beträgen zusammen mehr als 50 RM. beträgt.

Mit Ausnahme der Lohnsteuer können die an­geführten Steuern noch innerhalb der siebentägigen Schonfrist ohne Zuschläge bzw. Zinsen gezahlt werden.

Buntes Allerlei.

Eine Radwettfahrt um die Welt.

In London ist der deutsche Bcrufsradfahrer Paul Vogel aus Gera angetommen, der an einer Radwettfahrt um die Welt teilmmmt. Die beiden anderen Wettbewerber sind der Engländer Morrison und der Amerikaner Davidson. Die Wettfahrt begann in Hamburg am 22. Februar; die Teilnehmer sollen die ganze Erde tn 10 Mo­naten umkreisen und dabei mindestens 28 750

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schuldbrjefe treten die Hausbesitzer an die zur Durchführung vom Zeutratverband geschaffene Gesellschaft ab. Beteiligt sich nun ein erheblicher Teil des ganzen Hausbesitzes in Deutschland an dieser Maßnahme, so kommt die Gesellschaft in den Besitz von Grundschuldbriefen, die zusammen eine Realkreditbasis in einer Höhe oarstellen, daß die Aufnahme eines Darlehens gegen Ver­pfändung dieser Grundschuldbriefe in erforder­licher Höhe unschwer erreichbar ist. Die Gesell­schaft würbe als Gegenleistung für die Lieber- cignung des Grundschuldbriefes die Schuld des Hausbesitzers hinsichtlich der Rückzahlung der aufgewerteten ersten Hypothek übernehmen uno sich dem Hausbesitzer gegenüber verpflichten, den Hypothekengläubiger rechtzeitig zu befriedigen. Damit wäre der Hausbesitzer seine Sorge mit einem Schlage los. Ferner würde die Gesell­schaft dem Hausbesitzer Mittel beschaffen, um die Rückzahlung nachstelliger Hypotheken zu ermög­lichen. Auch die Mittel für große Jnstand- sehungsarbeiten könnten auf diesem Wege flüssig gemacht werden. Die Gesellschaft würde auch ihren Einfluß geltend machen, daß die Zinssätze für Hypotheken einheitlich und beit Verhältnissen angepaßt stabil bleiben. Die einzig finanzielle Verpflichtung des den Grundschuldbrief an di? Gesellschaft übereignenden Eigentümers bestehe darin, daß er, berechnet auf die Dauer von 20 Jahren, jährlich einen Betrag cm die Gesell­schaft zu entrichten habe, der 0,3 Prozent des berichtigten Mehrbeitragswertes seines Hauses betrage. Dafür übernehme der Zentralverband die Wegfertigung der 1. Hypothek bei Fälligkeit, oder er bezahle nach 20 Jahren den 2l,'..fachen Betrag der Einzahlungen aus und gebe gleich­zeitig die abgetretene Grundschuld zurück. Die Vorbereitungen zur Gründung der Selbsthilfe- Organisation seien im vollen Gang, die Grün­dung selbst werde schon in nächster Zeit erwartet.

Der Vortrag, der mit einer ganz neuen Ma­terie vertraut machte, wurde mit größtem Inter­esse verfolgt. In der Aussprache fand der von Stadtrat H u m a r - München geschaffene Plan der Selbsthilfe, dem der Grundgedanke zugrunde liegt, den deutschen Hausbesih schuldenfrei zu machen, begeisterte Zustimmung.

An alle Referate schlossen sich sehr lebhafte Aussprachen, an denen u. a. Rikolaus- Gießen und Launspach-Giehen wieder­holt beteiligt waren. Alle Redner gaben der Meinung Ausdruck, daß die Belastung des Haus- besihes den Höhepunkt erreicht habe und mit einem Abbau der Lasten begonnen werden müsse. Aufhebung der Zwangswirtschaft und Erhöhung der Mieten waren die Forderungen, die immer wieder erhoben wurden. Einen besonderen Stand­punkt vertrat Tietz- Offenbach, der ausführte, er wolle gar keine höhere Miete, nur die Zwangs­wirtschaft müsse fallen.

Rachdem noch mit Mehrheit beschlossen wor­den war. einen Vergünstigungsvertrag mit dem Stuttgarter Versicherungsverein zu tätig'n, konnte der Vorsitzende die für die Hausbesiyrr anregend verlaufene Versammlung schließen.

Äm Sonntag fand im Kurhausc eine öffent­liche tzausbesitzerversammlung statt, bei der der ReichstagSabg. Prof. Dr. B r e d t - Marburg überD i e politische und wirt­schaftliche Lage des Hausbesihes" vor

engt. Meilen auf dem Rade zurücklegen. Vogel glaubt, daß er einen Vorsprung von 1000 engL Meilen vor seinen beiden Rivalen habe, die jetzt in Reuyork eingetroffen sind. Die Wettfahrt soll die größte Zuverlässigkeitsprcche darstellen, die mit dem Zweirad je unternommen wurde, und ein Preis von 200 000 Ml., von dem d'e Hälfte an den Sieger fällt, ist von 28 Radfahrfavriken und Sportorganisationen in England. Amerika und auf dem Kontinent zusammengebracht worden. Vogel, der die Strecke von Liverpool nach London (200 engl. Meilen) in 13 Stunden zurückgelogt hatte, hat noch 7500 engl. Meilen vor sich. Auf der bisherigen Strecke von 21 250 engl. Meilen hatte er 194 Reifenschädrn, und er hat 9 Mäntel und 18 Schläuche verbraucht.

Warum könne« die Katzen auch im Dunkeln sehen?

Wie die Londoner ZeitschriftQlature berichtet, sind neuerdings Untersuchungen über die Gründe angestellt worden, die einige Tiere befähigen, auch bei Rächt zu sehen. Diese Rachttiere nehmen nicht nur den Teil des Spektrums wahr, den wir auch sehen, sie können vielmehr auch noch einen größeren oder kleineren Bezir^aus dem Ultravioletten unterscheiden. Die Llntersuchung ging in der Weise vor sich, daß verschiedenen: Tieren die Augen herausgenommen und ein klei­ner Teil des Augenhintergrundes abgetragen wurde. Die so geschaffene Oeffnung wurde durch eine kleine Quarzscheibe verschlossen. Das so vorbehandelte Organ wurde vor einem Spek­trometer ausgestellt, dessen Optik ebenfalls aus Quarz hergestellt war, da Glas die ultravioletten Strahlen nicht passieren läßt. Als Lichtquelle diente eine Wolframlampe. Von ihrem Licht wurde zunächst ohne Zwischenschaltung eines an­deren Mediums ein Spektrum entworfen. Da­nach folgten die Spektren, die sich ergaben, wenn man das Licht erst das vorbehandelte Auge des Versuchstieres hatte passieren lassen. Sie zeigten bald mehr, bald weniger von dem ultra* violetten Teil des Spektrums. In steilgender Reihenfolge ließen sich ordnen: Mensch Löwe, Bär, Katze und Tiger. Eule. Daß der unter­suchte Rachtraubvogel das beste Gesicht aufweist, erscheint sofort verständlich, da ihm ja der scharfe Geruchssinn der Räuber aus dem Säugetierslamm abgeht.

Der Selbstmord am 100. Geburtstag.

Großes Aussehen erregt in Italien der Selbstmord einer Hundertjährigen. Anna Conti, die in der Rähe von Bergamo lebte, feierte am letzten Montag ihren 100. Geburtstag, und unmittelbar nach der Feier erschoß sie sich mit einem Revolver. Sie hinterließ einen kurzen Brief, in dem sie erklärte, daß sie dieser Welt müde sei und daß sie sich nach der anderen Welt und Gott sehne.

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