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Nr. 229 öweitesbiati«siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Mittwoch, 3V. Septemder <925

Deutsch-tschechischer Schiedsgerichtsvertrag?

Don unserem Wiener Berichterstatter

Dr. Ernst Niest ner.

Timeo Danaos, dona ferenies. Bietet ein slawischer Politiker plötzlich seine Freundschaft an, dann ist stets Vorsicht und Zurück- Haltung am Platze. Die Tschechen haben einen ihrer fähigsten Diplomaten, den Gelehrten Dr. Krofto, mit der Vertretung ihrer Interessen in Deutschland betraut; und dieser hat am 19. September im Berliner Auswärtigen Amt der Reichsregierung den Vorschlag seines Auhemnini- sterS Dr. B e n e s ch auf Aofchluh eines Garantie- pattes übermittelt. Hinsichtlich des Inhaltes eines solchen Vertrages lieh Dr. Denesch der deutschen ReichSregieruna freie Hand; doch ist man sich darüber im Klaren, daß eS sich hier um einen vollen Garantiepakt hcnrdeln soll, der die Fragen der Grenzgarantierung regelt, und nicht um einen bloßen Arbitragevertrag, der sich bioh auf Grenz- und Pahschwicrigkeiten, aus Ver­kehr-- und juridische Fragen erstreckt und als Amendement zu einem normalen Handelsvertrag angesehen werden könnte. Einen solchen Vertrag hat die Tschechoslowakei kürzlich mit Polen ab­geschlossen, ohne dah dabei von einer Grenz- aarantie oder von dem Schicksal der nationalen Minoritäten die Rede gewesen wäre.

Dr. Denesch wlll mehr. Dies erkennt man schon aus den Ursachen, die seine überraschende Stellunanahine bedingten. Die östlichen Nachbarn Deutschlands sind von den die westlichen Grenzen Deutschland berührenden Paktverhandlungen ausgeschaltet worden. Vornehmlich auf Be­treiben Italiens. Mitte September schrieb der Mussolini recht nahe stehende römische Mesfagßrv: »Italien ist nicht abgeneigt, das Recht auf die Sicherheit Polens und der Tschecho­slowakei anzuerkennen und eventuell durch eine opportune Formel neu zu bekräftigen, obschon die Tschechoslowakei heute auf die Freundschaft Ita­liens feinen groben Wort legt. Aber Italien will keinerlei Verquickung der Dren- nergrenze mit den Grenzen Polens und der Tschechoslowakei, denn es wlll sich au her den allgemeinen Bindungen des Ga­rantiepaktes nicht noch weiter binden. Frankreich hat einen Bündnisvertrag mit der Tschechoslowakei und freundschaftliche Beziehungen politischer und militärischer Natur mit Polen. Italien dagegen hat eine gute Freundschaft mit Polen und korrekte Beziehungen zur Tschecho­slowakei. Daher wird in dieser Hinsicht die Po­lllik der beiden lateinischen Länder, Frankreichs und Italien«, ihre eigenen Wege gehen müs­sen." Man kann daraus erkennen, daß Italien von einer Einbeziehung der Brenner Grenze in die Paktbestimmungen Bindungen befürchtet, die ihm vielleicht hinsichtlich der Dchandlung der Deutsch-Südtiroler auf erlegt würden und daher jede Verquickung der Brennerfrage mit der Rheinfrage ablehnte; ebenso auch jede Ver­bindung mit der Grenzgarantie für di: Tschecho­slowakei und Polen, zumal Italien, das auf)er- hall» der Kleinen Entente stehende P ölen gegen­über der Tschechoslowakei favorisiert. Man ver­stand diese Sprache in Paris, wo schon vorher das Desinteressement Englands an den deutschen Ostgrenzen Eindruck gemacht hatte und lieh die Tschechen endgültig fallen.

Dr. Denesch hatte seine erste diplomatische Niederlage erlitten. Dah es den Tschechen verwehrt wurde, in der Rheinfrage mitzusprechen, störte ihre große Machtlllusion; zugleich war dieS Wasser auf die Mühle der kommunistischen und deutschen Opposition Man fühlte sich in Prag isoliert. Nun glaubte Dr. Denesch einen genialen Schachzug zu tun, wenn er f e l b ft ä n - big Deutschland gegenüber auf trat und diesem einen Garantiepakt vorschlug; dadurch würde einmal das Desinteressement Deutschlands am Schicksal der Sude- tendeutschen festgelegt bleiben; überdies hatte er damit den vergeblichen Freunden in Paris eine Lektton erteilt.

Die deutsche Reichsregierung ist nun vor die Aufgabe gestellt, abzuwägen, was die Tschechen für die von ihnen so ersehnte Grenzgarantie zu bieten haben. Ein Dlick auf die europäische Landkarte zeigt, dah die von Eger bis zur Duko- toina reichende G renzzieh ung der Tschecho­slowakei eine geographische Karikatur dar­stellt; die weit ausgezogenen Grenzen und dazu

Camorra.

(Sine echt italienische Diebsgeschichte. Don M. Drill.

ES ist ein seltsames Volk in diesem Land, in dem die Polizisten und die Dauner Drüder und Kinder sind. Man muh sie kennen und wissen, dah selbst ihre Verbrechen Grazie haben und dah sie glücklich find, wenn man sie nicht ernst nimmt.

3m Hotel .Italia", dem einzigen Gasthof in dem Deinen süditalienischen Dorf war Großbe­trieb. Nello, der hübsche junge Barbier, musi­zierte heute zum letzten Male. Im nächsten Win­ter vielleicht wird Netto, der Gentleman im weihen Darbierkittel, wieder einen kleinen Laden auf dem Dorfe haben und den extravaganten jungen Ausländerinnen, die hier weilen, Die Duoenköpfe frisieren, aber jetzt, in der Saison, spielt er im fashionabelsten Hotel von Sorrent - in der .Tarantella" die Mandoline^ Ein richttger italienischer Darbier muh alles können.

Die Mandolinen klingen zusammen . Ein paar junge ortsfremde Italiener singen, alte neapott- tanische Lieder, alles fang mit,Santa Lucia Contana und die einheimischen Fischer, -An­hänger der Camorra, sitzen friedlich neben oem Brigadiere, dem obersten Hüter deröffentlichen Sicherheit. ,, .

21uf dem Höhepunkt der Stimmung erscheint Don Michele, 5er ungekrönte König von P. . . . Don Michele, der Camorristenhäuptling. Anfüh­rer der Fischerslotille er, der alles weih und in alle Handel verwickelt ist, der mit unfehl, batet Sicherheit allesVerlorene zurückbringt: Bademäntel, Laternen und Cameras kamen auf sein Geheih wieder zum Vorschein, wenn sie ein loset Vogel entwendet hatte. Don Michele hielt streng auf Ordnung, besonders, wenn ein anderer stiehlt - jetzt beftettte er ein Abendbrot

die bedenklich starken, kulturell dem Etaatsvvlk zumeist überlegenen nationalen Minori­täten sind es, berenttoegen die Gründet de« tschechischen Staates bis heute keinen ruhigen Schlaf gesunden haben. Als Hiuptgefahr von außen droht die deutsche Umtlammerung und die magyarische Revanche-Idee. Die Furcht vor der deutschen Umklammerung lieh auch bisher die Tschechen den Anschluß Oesterreichs an Deutschland absolut ablehnen. Die Furcht vor der kulturellen Ueberlegenheit der deutschen Staatsbürger im eigenen Lande

entfachte bei den Tschechen eine nervöse Hast nach Unterdrückung alles Deutschen in Schule, Amt und. öffentlichem Leben. Dor wenigen Tagen erst wurden die Erlasse des Prager Landesschulrates veröffentlicht, wonach in Döhmen allein neuerlich 2000 Schulklassen an deutschen Schulen aufgelöst wurden, das sind mehr als ein Drittel der gesamten Klassen­zahl! Im ganzen Staatsgebiet wurden mit Be­ginn des heutigen Schuljahres 4000 deutsche Schulklassen gesperrt, so dah der Stand des deutschen Schulwesens auf den Stand von 1870 zurückgedrängt wurde, obwohl sich inzwischen die deutsche Bevölletung um 40 Prozent vermehrt hat. Die Schülaranzahl in den deutschen Schulen Böhmens beträgt heute 75 gegenüber 50 in den volksreichsten Gegenden Deutschlands. DieS ist nur ein schmaler Ausschnitt aus der tschechischen Kulturpolitik, die in ihrer Gesamtheit eine recht üble Begleitmusik zum Garantieangebot in Berlin macht.

Man hat stets einen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund damit begründet, dah

dann Deutschland besser die Möglichkeit habe, I die Rechte der Auslandsdeutlchen zu wahren als bisher. Man wird sich hüten müssen. | die Rechte der deutschen Minoritäten schon ge­legentlich des Abschlußes von Garanttepatten preiSzugcben Die Sudetendeutschen stellen mit nahezu vier Millionen Seelen die stärkste Gruppe des Auslandsdeutschtums als natio­nale Minorität dar. Ohne Gewährung einer vollen Autonomie für das geschlos­sene deutsche Sprachgebiet und ohne Desinteressement der Tschechoslowakei a n

der Anschlußf rage wird ein deutsch-tsche­chischer Schiedsgerichtsvertrag nicht zustandekom- men dürfen.

Verbandstag der hessischen Hausbesitzer. (Eigener Bericht desGießener Anzeigers".)

: : Bad-Nauheim, 27. Sept.

Der Verband hessischer Hausbe­sitzer-Vereine hielt gestern und heute hier seinen LandeSverbandstag ab, dem Vertreter aller ihm angefchlofsener Vereine in großer Zahl bei­wohnten. Die Verhandlungen wurden vom Der- bandsr»is"h nden, Lcurdt.'g abg.H a u r Y - Darm­stadt mit Umsicht und Sachlichkeit geleitet.

Die gestrige Delegierten-Versammlung im HotelDurt" wurde von Dr. W a I g e r, dem Vorsitzenden des hiesigen Hausbesihervereins, be­grüßt. Herzliche Worte der Begrüßung sand auch der Verbandsvorsttzende, der anschließend gleich

zur Erstattung deS Jahresberichts überging. Schars wendet er sich gegen die Zwangswirt­schaft. nut deren Aushebung auch die Wohnu.igs- not beseitigt würde Der hessischen .legte... .g. die die Eingaben des Verbandes ni±t in einem befriedigenden Sinne beantwortet habe, (teilte er Bayern als Muster vor, wo man mehr Ver­ständnis für die Rotlage des Hausbesitzer zeige. Der 2. Verdondsvorsiyende. Ketser - Ose dach a. M. erstattete Bericht über die im August in Marburg stattgcfundene Tagung des acntral- wrbanDcS der Deutschen Hausbesiyervereine. Es fei ein Genuß gewesen, den Ausführungen 'er Führer und Vorkämpfer deS deutschen HauS- befiyes, der ReichStagSabgeordneten H u m a r München und' Dr I ö r i f s e n - Köln, folgen zu dürfen.

In drei Referaten wurde dann der ganze Fragenkomplex, der heute jeden Hausbesitzer be­schäftigt. aufgerollt und biS ins einzelne zu Hären versucht. Zunächst sprach der Verbands- Geschäftsführer Z i e g l e r - Darmstadt über

das AustoertungSgefeh.

Der Redner führte zunächst allgemein dazu aus, daß es sowohl gegenüber der Dritten Steuernotverordnung als auch gegenüber Dem ursprünglichen Regierungsentwurf eine ganz we­sentliche textliche Erweiterung erfahren habe und auch gesetztechnisch besser durchgearbeitet sei Eine Reihe der Zweifelsfragen werde noch durch die Rechtsprechung auszullären sein, und gerade in Derartigen prinzipiellen Fragen sei es notwendig, daß der Hausbesih gut vertreten sei, Damit sich nicht eine Rechtsprechung zu seinen Ungunsten herausbilde. An den Aufwertungsverhanolun^en im Reichstag sei zu beanstanden, daß diese nicht nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt, son­dern auf das politische Gebiet gedrängt worden seien. Gerade die Frage der Aüctwirtung. die ein Vorbild in der Geschichte nicht habe, sei nur aus dem Grunde derart weit ausgedehnt worden, weil politische Parteien im Reichstage weitgehendste Versprechungen gemacht hätten. Eingehend verbreitete sich der Redner dann ülnr Den Inhalt des Gesetzes insbesondere über Die Hypothekenaufwertung, dabei die Fragen der Vorbehalte und der Ver­gleiche gründlich erörternd. Bei der Bespre­chung der Durchführung der Auswertung. Die an Hand anschaulicher Beispiele erfolgte, ging Der Redner näher auf die Kaufgeldf orderi-.nqen (sog. Restkauffchillinge) ein. Syndikus Ziegler bezeichnet die Lasten der Auswertung für Den Hausbesitz deshalb als befonders drückend, weil er noch unter der Zwangswirtschaft fehr zu lei­den habe. Befreiung von allen Zwangs- vorfchriften sei deshalb für den Hause - iy das Gebot der Stunde. Landwirtschaft und In­dustrie, auf deren Lasten oft hingewiesen werde, feien ln der Lage, ihre Belastung auf Die Kon­sumenten adzuwähen, für den Haus besitz aber werde diese Möglichkeit absichtlich unterbunden.

liebet Die neuen Steuerges ehe referierte Von der schm i t t -Dad-Nauhetm, vornehm­lich die Sondersteuer und ihre Verwendung einer scharfen Kritik unterziehend.

Die größte Aufmerksamkeit fand das von Ziegler- Darmstadt erstattete Referat über den

»Wiederaufbau des RealkreditS" das den Weg zeigen wollte, wie sich der Haus­besitzer Kredit für Rückzahlung der aufgewerteten Hypotheken (1932) beschaffen kann. Weil eS sich hierbei um ganz neue Gedanken und Pläne handelt, sei auf die Ausführungen ausführlicher eingegangen.

Redner hält, da die Hypotheken? rage eine Lebensfrage für Den deutschen Hausbefitz sei, die Unabhänaigkeit des frcDitbeburftigen deut­schen Hausbesihes von Der Hochfinanz wie auch von den fletnen Hypothekenschiebem für eine Aufgabe, Die der Unterstützung des gesamten deutschen Hausbesihes wert sei. Der Wiederauf­bau unserer Wirtschaft erfordere gebieterisch, daß der deutsche HauSbesih Die Frage des Realkredtts selber löse und sich von dem Großkapital unab­hängig mache. Nach genauer Prüfung aller Möglichkeiten ist der Zentralverband der deut­schen Hausbesitzer dahin gekommen, eine Selbst­hilfe-Organisation inS Geben zu rufen. Diese Organisation baut sich auf zwei Grund­gedanken auf: auf der DerwertungSmöglichsett der Eigentümergrundschuld und einem auf 20 Jahre berechneten Sparsystem. Die Verwertung der Grundschulden ist in folgender Weise gedach: Die Hausbesitzer lassen sich für ihre Eigentümer­grundschuld einen Grundschuldbrief nach § 415 D. G. D. auf sich selbst ausstellen. Die Grund-

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unb einen Wein er sonnte sich eine Zeitlang in seinem Ruhm um) dann mischt auch er sich unter Die berauschte Menge und tanzt mit einer blonden Deutschen (blond muß sie fein!) Die Tarantella. UnD dann begann Die Sache:

Der Wein floß in Strömen, Die «Stimmung wurde wilder. Endlich zog die ganze Gesellschaft, über unzählige Fettentreppen, als Gäste in mein hoch gelegenes Haus. Netto bot mir seinen Arm. Der rote Landwein wirkte schwer und ermüdend ich weiß nur noch daß ich mich bald zurückzog.

Am nächsten Morgen aber, als ich mir nach dem Frühstück meine Zigarette anzünden Will, fehlt Die Zigarettenschachtel und gleich darauf vermisse ich auch meine Darschaft. Fatal. Schnell entschlossen ziehe ich hinunter ins Dorf; ich muh auf dem schnellsten Wege Don Michele aufsuchen, er wird Rat wissen. Vor der Tür seines Ladens steht Netto. Er zieht mich mit seltsam bedrückter Miene beiseite.Signora ist Ihnen in Ihrem Hause heute früh nichts aus­gefallen?Gewiß." antwortete ich zurück­haltend.Haben «Sie etwas vermißt? .3a, sage ich,meine ganze Darschaft! .Ich habe einen Verdacht," erklärt Netto rätselhaft ge­nug.Ich werde mit dem Drigadiere sprechen und Ihnen in einer halben Stunde Bescheid geben." Ich sah, wie er sich zur Beratung nut dem Polizeigewalttgen zurückzog, dessen Gesicht länger und länger wurde.

Eine halbe Stunde sank Netto, oben m mei­nem Haus, mit Leichenbittermiene in einen Stuyl. Don Michele hat das Geld berichtete er. .Ich sah in der Nacht, wie er die Hand zuerst in Ihre Börse und dann iir seine Tasche versenkte. Ich habe ihn gleich gestellt und den Brigadier aufmerksam gemacht aber er sagte, er habe nur eine Zigarette genommen und letzt leugnet er alles. Ich habe heute früh meinen Kram nach Sorrent verladen, und bin mir hier ge­blieben, um diese Sache zu regeln. Ich stehe zu Ihrer Verfügung, und ich reise mcht eher

ab, bis das Geld zurückgegeben ist. Ich will nicht, dah ein Verdacht an mir hängen bleibt."

Die Situation konnte diplomatisch gesehen gar nicht verwickelter sein. Das Dorf, die Polizei und die Camorra war beteiligt: ein Diebstahl, in einem gastlichen Hause, unter Den Augen des Polizeichefs! Kein Polizist würde, das wußte ich, dem Camorristenhäuptting ein Haar krümmen und gab Michele das Geld nicht gutwillig heraus, so flog Der Drigadiere. Darauf baute ich meinen Plan.

Ich erklärte Nello, dah ich weder gegen ihn, noch gegen Don Michele auch nur eine Sekunde lang einen Verdacht gehegt, und daß ich auch jetzt noch dem Don Michele höchstens einen Scherz zutraue. Reilos Gesicht leuchtete auf.Sagen Sie das unter vier Augen dem Don Michele er wird sich keinem andern als ihnen stellen."

Am Nachmittag mache ich mich auf den Weg, den schweren Gang zu Don Michele. Als ich an der Polizeistunde vorbeikvmme, öffnet sich die Tür. Reilos weihe Mühe erscheint und hinter ihm der Drigadiere und das Apachengel icht des Don Michele. Ich verstehe und ver­schwinde hinter Der Tür. Don Michele streckt mir Die Synxb entgegen ich schüttele sie herzlich und augcmnnngemD. Der Polizeichef markiert Würde .Wir haben den Dieb, und wir werden ihn nicht entwischen lassen. Dis zum Abend haben Sie Ihr Gut zurück.Ich wußte es, sagte ich.Ich habe immer gewußt, daß in diesem Ort niemand stiehlt. Ich habe nie an einen Diebstahl geglaubt höchstens an einen Scherz sie willen, Don Michele Die Bademäntel? Michele lächelt, wissend und beglückt.Aber Dies­mal bin ich es nicht gewesen. Eine Stunde fba­tet hatte ich mein Geld. Es stimmte genau. Ich blieb Dabei, dah alles ein Scherz gewesen sei und mein OebennniS bleiben würde. Seitdem bin ich bei der Camorra Respeksperson ersten Grades. Don Michele selbst liefert mir Die Fische, Hum­

mern und Krabben frisch aus Dem Meer körbeweise ins Haus. Ich weih genau: er wird mir nichts geschehen lassen. UnD selbst Die Gas­senjungen fühlen sich tcitbem bewogen, mir des öfteren Ständchen zu bringen. Italien I

Die Exzellenz.

Don Alfred Flemming.

Der Staatsminister Exzellenz B. hatte sich be­wogen gefühlt, feiner ehemaligen Universität inkognito einen Besuch abzustatten. Bald-cte ihn auch das schnaubende Dampfroh nach dem fieinen älniveriitätsstädtchen. Obwohl sich Der Bahnhof und das Städtchen etwas verändert, war doch Die Universität die gleiche geblieben.

Stimmt es nicht, mein lieber Itzenplih," meinte Exzellenz zu dem ihn begleitenden Regie­rungsrat. .stimmt es nicht, dah alles noch wie früher ist? Sie haben ja selbst hier studiert."

.Jawohl, Exzellenz" stimmte jener bei. Als sie die Hörsäle betraten und alles unverändert fanden und selbst noch einem Der alten Pro­fessoren begegneten, konnte sich Exzellenz kaum fassen Mit Wehmut rief er aus:Sehen Sie, sogar die alten Dozenten von ehedem halteir ruxf> ihre Vorlesungen. Ist das nicht rührend?"

Beim Deitergehen erblickten sie einen Cou­leurstudenten, der eine Dame am Arme, dem Ausgange zustrebte. Exzellenz erkannte in den Farben der Mütze und des Schlagbandes einen attiven Burschen seiner ehemaligen Verbindung. Er vertrat ihm den Weg und sagte:Gestatten Sie, mein Herr, soviel ich weih, ist es bei Ihrer Verbindung verboten, in Couleur mit Samen spazieren zu gehen"

Das stimmt, aber diese Dame tst meine Schwester, entgegnete Der Student, indem ec weiterging.

Sehen Sie," meinte Exzellenz läayJnb, ganz genau noch derselbe Schwindel wir zu meiner Zett."