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Gießener Wochenmarktpreisc.
am 30. 3uli 1925 (Hänblerpreise).
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210, Matte 40, Käse 65. Wirsing 30, 'IDciMraut 35, Rotkraut 40, gelbe Rüben 50, rote Ruben 20, Spinat 40, Röinischkvhl 15, Dohnen 30. Srbsen 30. Mischgemüse 15, Tomaten 40. zwiebeln 20, Pilze 35, Kartoffeln 8. Frühäpfel 25. Jalläpfel 8—10, Dirnen 40- 70, Dörrobst 40. Kirschen 30, Heidelbeeren 60. Stachelbeeren 35, Johannisbeeren 35—40. Himbeeren 60. Pflaumen 30. Pfirsiche 120, Mirabellen 90, Reinekl.nuden 90* Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120 Pf das Pfund: Eier 14. Dlumenkohl 10 bi- 100, Salat 10—15, Salatgurken 60, Einmach- gurken 3—5. Ober-Kohlrabi 15. Rettich 20—30 Pfennig das Stück; Radieschen 25 Pf. das Dund.
Pornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. (Siebener Rodsahrcroerein 1885 : 9 Uhr Versammlung im .Hessischen Hof. — D. s- B.: 8j Uhr „Poft- feiler" außerordentliche Generalversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Fridericus Rex und „Gießen im Film". — Aftoria-Lichtspiele: „Hyänen des Meeres".
— 2luS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Wir weisen nochmal« auf die Ausführung deS überaus heiteren und flotten Schwanke .Der wahre 3atob" von Fran; Arnold und Ernst Dach, der am Freitag, 31. 3uli, in Szene geht. hin. 3n Hauptrollen sind beschäftigt di« Herren Goll, Dolck. Teleky, Hoffmann. Daum und 3uhnke und die Damen: Basedow, Relsen und Andre. Herr Goll, der Spielleiter der Aufführung ist, hat für eine sorgfältige Einstudierung gesorgt. Der Desuch dieser Dorstellung kann jedem und besonders auch den Gästen des Turnfestes bestens empfohlen werden. *
L. U. Don der Landesuniverstät Gießen. Der Prioatdozent Dr. S p i r a hat einen Ruf auf die planmäßige ordentliche Professur für Englische Philologie an die Universität Königsberg zum 1. Oktober 1925 erhalten.
•• S i n übereifriger auswärtiger Derichterstatter, der es offenbar mehr mit der Fixigkeit als mit der Richtigkeit hält, hat bei dem Prozeß gegen den Mörder S t e u l eine „Glanzleistung" vollbracht. Dieser schneidige Reporter verließ am Dienstagnachmittag gegen 5.45 Uhr den Sitzungssaal des Gießener Schwurgerichts, als die Zeugenvernehmung beendet war und der medizinische Sachverständige den entscheidendeix Teil seines Gutachtens fror» getragen hatte, ilm 6 ilfor vertagte der Vorsitzende des Gerichtshofes die Weiterverhandlung auf Mittwoch früh, damit der Staatsanwalt, der Verteidiger und das Gericht mit frischen Kräften an den Höhepunkt des Prozesses gehen sollten. Der gute Zeilenmann aber lieh tn seinem Bericht an alle möglichen Blätter und Rachrichtenbureaus den Staatsanwalt, den Verteidiger und auch den Gerichtshof noch am Dienstagabend sprechen und „in später
Abendstunde" das Todesurteil fällen. Die in den wirklichen Prozehverlauf eingeweihte Mitwelt war nicht wenig erstaunt, am Mitt» w o ch f r ü h in den Zextungen schon Anllage- urxd Verteidigungsreden zu lesen und ein Urteil zu vernehmen, von denen die in Betracht kom» menten Personen noch kein Wort über ihre Lippen hatten kommen lassen. Das Erstaunen über diese „Gipf«l"-Leistung verwandelte sich natürlich in schadenfrohe Heiterkeit, als man hörte, daß hier ein Schrecker-Streich den betreffenden Zeitungen und auch dem sonst so überaus vorsichtigen Wolsfbureau, das die Rachricht noch in der Rächt herauSgab, einen Bärendienst erwiesen hatte.
•• Die Auto- und Pferdedroschken beim Kreisturnfest. Das Polizeiamt teilt mit, daß auch in der Zeit vom 31. Juli bis einschließlich 4. August anläßlich des 32. Mittelrhein. Kreisturnfestes nur solche Automobil- ober Pferbedroschken zu jedermanns Gebrauch auf öffentlichen Wegen, Straßen unb Plätzen Aufstellung finben dürfen, die hierzu die polizeiliche Erlaubnis haben unb außerbem im Besitze einer vom Polizeiamt zu- geteilten Nummer sind. Die Führer der betreffenden Droschken müßen im Besitze des für die Stadt Gießen gültigen Droschkentarifs sein, unb sind gehalten, denselben auf Ansordern dem Fahrgast oorzuzeigen.
•• VvlkShallebau-Lotterie Man schreibt unS: Zur Fertigstellung weiter notwendiger Arbeiten in der Volks Halle auf dem Trieb sind noch Mittel erforderlich, die durch die Veranstaltung einer front Hess. Ministerium genehmigten Wertlvtterie aufgebracht werden sollen Da die Halle geschaffen wurde, um ganz Oberhessen Gelegenheit zu schaffen, größere Versammlungen und Ausstellungen für landwirtschaftliche und gewerbliche Erzeugnisse in ter Provinzialhauptstadt Gießen abzuhalten, darf man wohl annehmen, daß die Bevölkerung von Oberhessen die Möglichkeit, ihr Scherflein zum Dau ter DolkShalle in Gießen beitragen zu können, mit Freuden begrüßt und diese Bestrebungen nach Kräften unterstützt, um so mehr alS für die Käufer fron Losen die Möglichkeit besteht, für wenig Geld wertvolle Gewinne zu erhalten. (Siehe heutige Anzeige.)
" Fe st genommen tourten hier zwei Personen weaen "Betrug«, eine wegen Fahrraddiebstahls, eine wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen und eine wegen Hochfrerrats.
G e st o hl e n wurden hier eine silberne Damenuhr mit schmalem Goldrand, eine goldene Brosche von ovaler Form mit zwei schwarzen Steinen und eine silbern« Taschenuhr mit schwarzem Anhänger. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienlich« Angaben hierzu nimmt die Kriminalpolizei entgegen.
Q D i e Borbereitung für den gor- fterbienft. Wie wir erfahren, soll die Borbereitung unb Ausbilbung für den Försterbienst in Hessen durch eine neue Berorbnung geregelt werben. Die Befähigung zur Anstellung als Förster im hessischen Staatsdienst wird fortab erlangt burch: 1. eine dreijährige Beschäftigung mit Walbarbeiten bei einem hessischen Forstamt, 2. den Besuch der staatlichen Försterschule in Schotten unb 3. eine sich hieran anschließende dreijährige praktische Tätigkeit im Forst-
dienst. Die Zulasiung zur Försterlanfbahn erfolgt nach Bollenbung des 17. Lebensjahres auf Grund einer Prüfung, in der die Kenntniste einer zehn- klassigen Volksschule nachzuweisen sind. Wer zur Försterlaufbahn zugelasien ist. führt künftig die Bezeichnung Forstlehrling. Die Forstschüler, welche die Prüfung auf der Försterfchule bestanden haben (die Schulzeit beträgt ein Jahr), werden hierauf einem Forstanxte (als ,'orftgehilfe) zur Beschäftigung über- wielen. Nach bestandener Försterprüfung führen die Forstgehilfen die Amtsbezeichnung „Hilfsförster".
• • Gin neuer Personenzug zwischen Vad-Rauheim und Friedberg. Vom 9. August an wird die jetzt zwischen Vad-Rauheim und Friedberg bestehende Personenbeförderung bei Cilgüterzug 6292 (Vad- Rauheim) ab 10.50, Friedberg an 10.58 nadxin. beledigt und dafür ein Personenzug 716 eingelegt, der bis zum 30. September täglich, ab 1. Oktober nur Sonn- und Feiertags vermehrt. Abfahrt in Vad-Rauheim 10.40 nachm., Ankunft in Friedberg 10.46 nachm.
• • Auf trieb auf dem heutigen Frankfurter S ch 1 a ch t v i e hm a r k t: 18 Ochsen. 1 Dulle. 4 Färsen und Kühe, 702 Kälber, 110 Schafe, 440 Schweine.
Verband hessischer Warmblut- züchler.
• Darmstadt, 28. Juli. Ein Verband Hessischer Warmblutzüchter ist am Sonntag in Darmstadt gegründet worden. Die Veranlassung zu der Tagung ging von dem Erb- grasen Alexander zu Erbach-Erbach aus: cs wohnten ihr Landstallmeister Schörke, Oekonomierat Müller, Vorsitzender des Hessischen Landespserdezuchtvereins, Dr. R o s von ter Landwirtschaftskammer und Dr. Kohl« vom Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes sowie etwa 50 Pserdezüchter und Landwirte bei. Dr. Kohls empfahl in einem Dortrag die Warmblutzucht. Kein Pferd habe während des Krieges gezeigt, daß es Hitze und Kälte. Hunger und Durst so gut ertragen könne wie der Warmblüter. Er sei auch das geeignetste Pferd für den deutschen Landwirt, denn die Unterhaltung sei billiger und die Lebensdauer länger als beim Kaltblüter. Weitere Ausführungen des Redners galten der Reichsorganisation der Warmblutzüchter. Die Gründung des hessischen Verbandes wurde in der Weise beschlossen, daß ein vorläufiger Vorstand gebildet wurde. Es sollen zunächst in den einzelnen Provinzen Versammlungen abgehalten werden und dann eine Hauptversammlung, in der ter Vorstand endgültig gewählt wird. Den geschäftsführenten Vorstand bilden: Erbgvaf Alexander zu Erbach-Erbach als erster Vorsitzender, H. Andreae als Geschäftsführer und Herr Losch, ferner je zwei_Mi1glieder aus den Provinzen, und zwar für Starkenburg Thomasberger und Walther, für Oberhessen Röder von Diesburg und Bausch, für Rhein- Hessen Knauf und Feudner. 3n die Kommission für Leistungsprüfung wurden gewählt: Schaffner, Goddelau, Schilling, Dittelsheim, und Heß, Dortelweil. Die Versammlung beschloß
ten Beitritt zum Reichsverband und zum LanteS- psertezuchtverein sowie die Angliederung an die Hessische Landwirtschast«kamm«r
Buntes Allerlei.
Eine neue photographische Kamera.
Die neue von Leih in Wetzlar hergestellte Klein-Kamera mit 24x36 Millimeter Bildgröße verwendet gewöhnlichen Kinofilm für je 36 Einzel- aufnahmen, die sich deshalb viel billiger als Platten-. Rollfilm- oder Filmpackausnahmeu. stellen — eine Aufnahme kostet 4 Pfennig. Di« Brennweite des Objektivs ist sehr kurz, ähnlich der des menschlichen Auges, wodurch die Bilder eine hervorragend plastische fast stereoskopische Wirkung erhalten. Außer Zeitausnahmen sind durch Schlitzverschluß Momentaufnahmen bis zrt 1 .oo Sei. möglich. Mit einem Vergröherungs- apparat kann man die Bilder nachträglich auf Postkartenformat bringen. Die Schärfe deS Objektivs und daS besonders kleine Kom des Film» ermöglichen sehr starke, bis zu Ibsache Vergrößerung. Der nur 13x5, 5x3 Zentimeter große Apparat wiegt 450 Gramm. Drei Filmrollen für 108 Aufnahmen wiegen kaum 100 Gramm.
Prof. H. Erhard, Gießen.
Ans bem . lungsblatt.
•* Da« AmtsverkündigungSblall Rr. 60 vom 28. Juli enthält: Rachtrag zu den Friedhofsordnungen mit entsprechenden Polizei-- verordnungen der Gemeinden Annerod und Leihgestern. — Maul- und Klauenseuche in Bellersheim und Londorf. J ■'-tot4-'
(Geschäftliches.
Die Anttalkoholbewegung ein schwärmerischer Irrtum.
1. „Alle kreatürlichen Dinge sind Gaben Gottes unb verlieren diese Eigenschaften nicht schon bo- burch, baß sie durch menschliche Kulturarbeit verändert werden."
2. „Die Herstellung und der Genuß geistiger Getränke sind nicht schon an sich Sünde, sondern die sie mißbrauchende Genußsucht, deren Ausartung zum Laster der Trunksucht nicht nur pathologisch» sondern auch sittlich au beurteilen ist."
3. „Die völlige Ausrottung aller geistigen Getränke ist ein utopisches Ziel, und die Meinuna, burch eine gesetzlich aufgezwungene Alkoholfreiheit eine sittliche unb physische Erneuerung unb Höherentwicklung unseres Volkes herbeiführen zu köw- nen, ein schwärmerischer Irrtum, ber bic Macht ber sünblichen Begierbc im Menschen verkennt und dar Vorhandensein anderer, nicht auf den AlkohoUs- mus zurückzuführender, aber ebenso schlimmer sittlicher unb sozialer Nöte in unserem Volksleben übersieht."
4. „Die Enthaltsamkeit von bem Genuß bestimmter Dinge ist an sich nicht sittlich vollkommener, als ihr bantbarer Genuß." (Leitsätze ber Eo. Kirchenkonferenz Eisenach 1912.
Mitgeteilt von ber Berliner Gastwirtszeitung Nr. 21/1925.) 7650
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Ab heute bis einschließlich Sonnta<: (.Teil: Sturm und Drang und
II.Teil: Vater und Sohn
Großes verstärktes Orchester Werktags nur 2 Aufführungen um 4 Uhr und 8 Uhr. Von V37—8 Uhr (»dich Gießen im Film Sonntags 3 Aufführungen um 3 Uhr, 5.30 Uhr und 8 Uhr. Jugendliche haben zur Nachmittagsaufführung zu ermäßigtenPreisen Zutritt. Abends und Sonntags alle Vergünstigungen aufgehoben.
Ab Montag: Fridericus Rex III. und IV.Teil.
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(Sieben.
Während des Festes, vom 1. bis 3. August, können.
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in der Neuen Kaserne gegen eine Gebühr von Fahrräder 40 Pf-, Motorräder 1 Mk., Autos 2.50 MA. unter Aufsicht des hiesigen Militärs eingestellt werd«h
Der Empfangs- u. Derkehrs-Ausschutz.
Weisel, 1. Dorsttzender. tato


