Ur. 10J Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Odethefsen)
Donnerstag, 50. April 1925
iicr den Ausgang mit Sicherheit t>oraue|agen ' «nie. Die von beiden Seiten betonte EieqeS- L rerlicht war äußere Haltung. Die ausgestellten l crausberechnungen waren tröstlicher Zeitver- tStb. Die Lage war undurchschaubar. EL waren
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Das große Heimatblatt
men, sür den Kandidaten der VoltSblocks zu
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i.imen? (Gegenüber dieser Vielhcll von Um «wihheiten blieb alle Voraussicht der der Der-
Das große Anzeigenblatt
,ilt es auf.
Für die Geschäftswelt, Behörde und Familie, für Wirtschaft, Handel und Verkehr ist der Giehener Anzeiger
einem ein Finger abgeschnitten wü d?. Wiberipruch eines Sachverstän igcn wurde achtet. Jetzt im F ühjahr wurde der Daum gegeben und ist jetzt von der Vildilach.'
Der mli- ftei- vrr- deS
Man lab dieser Entscheidung darum mit lch ungewöhnlicher Spannung entgegen, weit
verlegt. Wer weiß ober, wie lange es dauert, bis sie ' ' " i, um den
Erhältlich im Buch# und Schreibwarenhandel, ferner in jeder Auto# und Fahrndhandlung, Herausgeber: Continental#
togszügen La u b a
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Aus der Provinz.
Landkreis ( „:n.
X Wiefeck, 25. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres tourben 22 Knaben und 28 Mädchen in die hiesige Schule ausgenommen Der wichtige Schritt im Leben der Kleinen erhielt am letzten ,Sonnt im Vachmiltagsgvtlesdienst die seit einigen wahren hier cingesühne kirchliche Weihe. Vach einer Ansprache deS Ortsgeistlichen am Altar über Mat. 1. 2: „Ich habe euch lieb, spricht der Herr" und dem Kinderlieb vvn Wilhelm Sjch: .Weißt du, wieviel Sternlein stehen" erhielten hie in langer Kette mit Sträußchen geschmückt an den Altar tretenden Kinder zur Erinnerung
der eingesessenen Bevölkerung Giehens, der ganzen Provinz Oberhessen und des benachbarten preußischen Lahngebiets ift der im 176. Jahrgang erscheinende
Gießener Anzeiger
mit seinen drei in eigener Redaktion bearbeiteten und in eigenem Betriebe gedruckten regelmäßigen Beilagen
Gießener Familienblätter
der Unterhaltung und Belehrung dienend durch sorg- fällig ausgewählten, gediegenen literarischen Lesestoff
Heimat im Bild
der heimatlichen Landschaft, ihren besonderen Tigentüm- Nchkeiten und ihrer Kultur in Bild und Wort^gewidmet
Die Scholle
von Fachleuten und Kennern der Heimaterde für die Land, wirtschaft und Gartenbau treibende Leserschaft bearbeitet
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Aus dem -lmtsvcrkiindigungsblatt.
• Das AmtsverkündigungSolatt V r. 3 4 vom 28. April enthält: Maul- und Klauenseuche in Bellersheim. — Kreisseuerwehr- tag. — Gesuch des Otto Beder zu Treis an der Lumda. — Bezüge der Lehrer. Lehrerinnen uiw. — l.Mai. — Arbeitslchultagung. — Fortb'.l- dungöschullullürricht für Taubstumme.
Sie Entscheidung des 26. April
Don August W t n n i g.
schwanden. Das ist die „Denkmalpflege'
20. Jahrhunderts! — Gestern morgen verstarb
Siir dar am u. 2.Juil' d. ,'.
Utfinbenht 5. etlftunnaicft dksskeaklklub.'
Jillr Wen । Wrieck in der lav fürcht Mdbnftl, it Mo'.orbeuikd ioie für etnißf gsi ,6 U/S Borf.&$d,flfcr'
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‘1 unsicheren Umflänbc allzuviele
Da war der große Vorsprung des Volks- Icdi«. und da waren die zehn Millionen Richt- iähler vom 29. März. Wicviele von dielen iQn Millionen würden diesmal wählen? Und ‘ tPide von den neuen Wählern würden für iitf und wieviele für Hindenburg stimmen? 2NN war da die Bayerische Volkspartei: in chem Umfange würden ihre Wähler der .-.rtctpacole folgen? Es war die andere Frage, die sozialdemokratischen Wähler vollzählig l Marx eintreten würden, und ob die tonimu- rild>e Partei ihre Wähler würde abhalten
well es ihnen wohl auch im entscheidenden Augenblick an Geld fehlte. Wer bombenfest steht doch auch, daß bei einem der Angeklagten ein Paket mit Hungertyphusbazillen gefunden wurde, die nach sachverständiger Untersuchung absolut tödlich waren. Ein Glück, daß durch rechtzeitiges Zupacken die Verwendung dieser Mord- bazillen verhindert werden konnte.
Das Gericht hat drei der Wgeklagten zum Tode verurteilt, zwei Deutsche, denen ein Mord unmittelbar nachgewiesen werden konnte und den Russen Skobelewski, der bis zum letzten Augenblick seine Idendität ableugnen wollte, den roten roten Henker von Kronstadt, den man zur Unterstützung der unfähigen deutschen Kommunisten nach Berlin geschickt hatte, der hier organisieren, aber selbstverständlich hinter den Kulissen bleiben sollte, damit nur ja sein kostbares Leben nicht gefährdet würde. Er hat Vorsicht bis zuletzt für den besseren Teil der Tapferkeit gehalten und sich unter allen möglichen falschen Namen zu verstecken gesucht, weil ihm doch der Mut der Verantwortung fehlte, und die Angst um sein Leben härter mar als bolschewistische Ueberzeugungstreue. Die anderen Angeklagten sind mit mehr oder minder großen Zuchthausstrafen davon geommen, und man darf hoffen, daß dieses Leipziger Urteil ein warnendes Beispiel sein wird für alle jene aus dem seelischen Gleichgewicht Geworfenen, die in dem Irrsinn des Bolschewismus immer noch die einzige Rettung für Deutschland sehen.
Und das ist die Nutzanwendung, die wir aus diesem Prozeß ziehen müßten: Wir dürfen lagen, daß der Kommunismus bei uns keine politische, sondern nur eine wirtschaftliche Gefahr ist. Solange wir nicht hungern, hat er keine Aussicht, bei uns durchzukommen. Aber die Moskauer Drahtzieher haben den Kampf noch nicht aufgegeben, sie haben ihre Aktivität zur Zell nach dem Wahlkampf
hier der Gemcinderat Bäckermeister F r i c d r t ch Göbel. Er war ein sehr begabter Mann- seiw Stimme wurde bei wichtigen Fragen sehr g - schätzt. Auch gesellschaftlich war er sehr angesehen und wegen seines freundlichen Wesens allgemein beliebt. Der Verstorbene stand im 52. Lebensjahre. Der Tod erfolgte durch einen Herzschlag.
Kreis Lauterbach.
!•! Dliyenrod, 29. April. Die Grundsteinlegung unserer Kirche findet end- flülttg am 10. Mai statt. Der neue Superintendent für Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, wird zu der Feier erwartet.
l*f Schlitz, 29 April. Ihren 95. Geburtstag feierte die ehemalige Leichenfrau Katharina Mertz. Die Jubilarin ist körperlich noch vollkommen gesund, nur hat sie seit einigen Jahren daS Augenlicht verloren.
Starkenburg und Rheinhessen.
O Darm floht, 29. April. Wie wir hören, beabsichtigen die Hessische Eisenbahn A.-G. und die Aktiengesellschaft für Bahnbau und betrieb, denen vor dem Kriege die Erlaubnis zur Vornahme der Vorarbeiten für eine elektrifche U e d e r l a n d b a h n Offenbach — Darm- stadt erteilt war, die am 31. Dezember 1911 erloschen ist, die Vorarbeiten für dieses Projekt wieder aufzunehmen.
Mrcie Wetzlar.
rl. Dorlar, 28. April. Am Sonntag wurde im Saale der Wirtschaft von Scheich ein G e - meindeabench zum De st en der neuen Kirchenorgel veranstaltet. Er fand eine so rege Beteiligung. daß der große Saal, der etwa 400 Personen faßt, beinahe zu klein war. Alle Vereine und viele Einzelpersonen stellten ihre Kräfte in den Dienst der guten Sache. Der Posaunenchor trug einige (Stüde vor. Eine Riege des Turnvereins zeigte wohlgelungene Freiübungen. Am meisten bot unser Gesangverein .Lahntal". Folgende Chöre wurden von ihm wunderschön vorgetragen: .Weihe des Gesanges" von Mozart, „Frühling am Rhein" von Dreu, „Die Mühle im Tale" von Henschel, „Gruß an die Heimat" von Bröll. „Wies daheim war" von Wohlgemuth, .Die drei Zigeuner" von Zedtlcr und „Ein Säger aus Kurpfalz" von Othegraven. Unter Iungsrauenchor sang ein Lied aus dem Jahre 1560: „Mein' schönste Zier" und „Die beste Zell im Jahr" von Mendelssohn. Der Gemischte Chor erfreute uns mit den Liedern: „Mache dich auf!“ und „Freu dich deiner Jugendzeit". Auch unser Dichter Hermann Löns bewegte die Herzen der Hörer durch seine Lieder: „Auf Feldwache",
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2o haben wir in dem Ergebnis des 26. April ilfcti mächtige Strömungen vor uns. Wan kann Ide.' was sie wollen, in einen Sah zusammen- !•«'ti: Freiheit fürDeutschland außen lirD innen!
Diese beiden Strömungen haben im Wahl- BtoA' miteinander gerungen. Hoch schäumten ' ii geneinander auf. Gegensätze von äußerster SÄutfe. So werden sic sich weiter zueinander BijibaUcn. Aber es ist notwendig, uns zum Be- Otxrt'ein zu bringen, daß in beiden Strö- largm lebendige Kräfte der Ration wirken. So iv Itn und muffen wir das Ergebnis deuten. •Äh] kann man von einem Siege sprechen und M Feiern. Gesiegt hat der Wille, der die Be- fStnfl der Ration von außenpolitischen Kellen 4W Ziel voranstellt. Tlber der Wille zur Frei- *X6i in Innern ist darum nicht unterlegen. Das Äfo i^envcrhältnis lann in diesem Falle un» ins, ih mißverstanden werden. Aus der Stärke dis Stiften Strömungen ergibt sich das Gesetz für E Haltung der deutschen Politik.
Der schroffe Gegcnsay beherrscht nur die CÄ> Fläche. Zn der Liefe der Ration geht der rndtische Wille nach einer Richtung. Dort * IbtÜ Freiheit nach außen und Frei- bHli im Innern ein unteilbares G e - hör 3ft re E>en. Auf diese Strömung der Tiefe !vofcit die Führer zu achten. Aus ihr ergibt sich ^«Eesetz ihrer Haltung. Es ist das Gesetz, das Ml ii Hindenburgs Leben und Werk verkörpert
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50., SS/00
an die Weihestunde hübsche Lesezeichen mit Bibelsprüchen.
Kreis Friedberg.
ss. Friedberg, 29. April. Einen überaus lieblichen Anblid gewährt in diesen Tagen der sogenannte K i r s ch e n b e r g . der sich in einer Länge von über einer Stunde über Öen am Fuße des Tanus gelegenen Orten O d ft a ö t und Oberrosbach bis zum Waldrande hin- zieht. Die Taus ende von Kirschenbäumen stehen jeht in voll st er Blüte und sehen aus wie mit Schnee überschüttet. Rcllür- lich bildet die Gegend jeht das Ziel vieler Wanderer und* Touristen. Es ist begreiflich, daß ein guter Ausfall der Kirschenernte auch von großer wirtschafllicher Bedeutung ist und einen schönen Erlös in die beiden Orte bringt; bei guter Ernte läßt sich der Betrag für Oberrosbach allein aus mindestens 50 000 Wart schätzen. Zur Zeit der Ernte erscheinen dann viele Händler in den Dörfern, die die Kirschen aufkaufen. Die besseren Sorten werden weithin versandt, besonders nach Rorddeutschland, geringere Sorten werden vielfach von den Stielen abgestrippt, in Fässer geschlagen und an Branntweinbrennereien abgeseht, wo sie zu Kirsch- Wasser gebrannt werden. Zu derselben Zeit wird dann in beiden Orten das sogen. Kirschensest gefeiert, bei welchem es sich die Bewohner und viele Besucher von well und breit bei Tanzmusik gut sein lassen. Daß sie bei dieser Gelegenheit die Kirschen, besonders für die Jugend, und der frischgebadenc Kirschenkuchen eine Hauptrolle spielen, ist selbstverständlich. Die Zellen srellich, wo man auf den benachbarten Wochenmärkten für einen Groschen ein Pfund Kirschen kaufen konnte, sind vorüber; das Pf lüden der Kirschen ist ein ziemllch mühsames und aufregendes Geschäft, und da dazu vielfach be- zahlte Kräfte verwendet werden müssen, ist es natürlich, daß dies auch auf die Preisbildung von Einfluß ist.
!e! Friedberg, 29. April. Am 3. Mai findet der Kreisfeuerwehrtag im Saale des Hotel Trapp hier statt.
Kreis Büdingen.
Ridda, 29. April. Rächsten Sonntag findet dahier das 4. Wertungssingen des Riddatalsängerbundes statt, an dem sich 13 Bundes vereine beteiligen. Der Dortrag der Wassenchöre „Freiheit und Vaterland" von Stanz und „Das deutsche Lied" von Kalliwoda vollzieht sich auf dem geräumigen Marktplatz. Das Wertungssjnge.r schi eßt sich im Saale des Gambrinus an
Bad-Salzhausen, 29. April. Rach- dem bereits in diesem Jahre das Kurhaus ein völlig neues Gewand erhalten, soll jetzt ein neuer Gradierbau errichtet werden, der noch in dieser Dadesatson fertig werden soll. Diese hat an Ostern begonnen. Kurgäste aber haben sich bis jcyt kaum eingestellt. Die Witterung ist auch recht ungünstH zu frühem Bade- betrieb. — Die Englersche Villa wird am 1. Mai mit einem großen Teil des wertvollen Inventars von dem neue;? Dellt;er. Bankdirektor D e u t s cd übernommen. Die s: 1h rigen Belltzc-. sahen i)ie - D'.ila Ott!
einen neuen Rubelstrom zu uns herleiten, Volksfrieden erneut zu gefährden. Hier gilt passen und rücksichtslos durchareifen, um jeden neuen Versuch im Keime zu ersticken. Das System Severing bietet uns dafür keine Gewähr, dazu sind die Beziehungen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten hinter den Kulisten doch viel zu eng. Der Pakt zwischen dem Zentrum und der Sozialdemokratie sollte Preußen auf weitere vier Jahre dem System Severing auslicfem. Das beleidigte Rechtsgefühl des deutschen Volkes, das in Leipzig erneut erkannt hatte, wie weh ihm getan werden sollte, wird dieses schöne Geschäft kapull machen, indem es am Sonntag zunächst einmal den Feldmarfchall von Hindenburg zum Reichspräsidenten wählte und bann, von Deutschland auf Preußen überspringend,'a u ch t n Preußen für die Bildung einer Regierungsmehrheit sorgt, die der Polizei feine politischen Ziele steckt, sondern sie allein einsetzt für den Schutz des Staates.
es von einer staatsfeindlichen Verbindung spricht, deren Ziel es war, die Repubstk zu untergraben. Und mit welchen Mitteln! Die Phantasie eines Deutschen reicht gar nicht aus, um da mitzukomen. Daß diese Elemenie mit gefälschten Pässen arbeiteten, das war für ihre Geschmacksemilfinduiig noch etwas Harmloses, chr letztes Ziel war die Bildung von Terrorgruppen, die den sogenannten individuellen Terror durchführen wollten und durchge- iührt haben. Nicht immer haben sie ihr Ziel erreicht ; einen zwar, der ihnen unbequem war, haben sie niedergeschosien, er wurde absichtlich nicht gleich umgebrad)t, sondern erhielt „nur" einen Bauchschuß, der ihm nach entsetzlichen Qualen den Tod brachte. Ihre übrigen Mordplänc gegen den General v. E e e rf t und andere Größen sind nicht zum Austrag gekommen weil cs ihnen an Mut, teils
Hauptstrecken Gießen—Fulda und Gießen—Gelnhausen miteinander verbunden werden, den Anschluß unseres 8-Uhr-ZugS an den beschleunigten Personenzug Gießen- Fr a n k f u r t (Gießen ab 9 40) erreicht. Außerdem hat er die Wiedererössnung der Station Laubacher Wald beantragt. Diese Station ist wichtig als Ausgangs- und Endpunkt sür den touristischen Verkebr mit dem Vogelsberg auf der Westseite des GebirgS, dann als Verladestation für den umfangreichen HolztranSport auS den ausgedehnten Gemeinde- und g äflichen Waldungen. nicht minder aber auch als Station für das ansehnliche Dors Gonterskirchen. Dieses hat auch einen berechtigten Anspruch auf besondere Berücksichtigung, da es einen sehr namhaften Beitrag für diese Station felnerieit gezahlt hatte. — Die Fällung der sog. „Klenze- K a st a n i e", die trotzdem sie unter Denkmalschutz stand, in diesen Tagen erfolgte, hat hier allgemeines Bedauern und bei allen Raturfreunden gerechte Entrüstung err.g! Die Kastanie war ausnehmend gut cnttoiaelt: sie hatte einen Umfang von etwa 4 Meter «einen Me er oberhalb des Bodens). 3m F ühjahr, in der Blütezeit, machte sie den Eindruck eines Weihnachtsbaumes mit vielen hundert Wachskerzen, ebenso zauberisch schön sah sie im Herbst aas im Grldglanz ihrer Blätter. Sie bildete den letzten Rest der herrlichen Anlagen „im Hain", die der wellberühmte Leo Ritter von K lenze (1784—1864), den Erbauer der „Wal- valla", sür seinen Bruder (grafl. Kammer.' irrftor) hier errichtet hatte. Die Fällung di I s Baumes bietet ein Beispiel, wie man daS D?nkmalichu!,- gesetz mißachtet. Es war in Aussicht gestellt, daß der Reubau im Hain genügend well von der „Klenze-Kastcmie" aestellt würde. Trotzdem wurde der Dau so nahe gestellt, daß ein T.il der Wurzeln und der Tiefte im vorig?n Herbste abgeschlagen wurde. Der Handwerksrn ister erklärte. daß dies nicht mehr schadete, als w nn
i-riing stecken, daß wenige Hunderttausend ! Immen den Ausschlag geben wurden.
Run ist der Feldmarlchall der Deutschen it rund 900 000 Stimm n Mehrheit zum Präsi- <ntcn des Reiches gewählt. Das Deutsche Reich l eine Republik, und Hindenburg ist Präsident!
Diese Tatsache ist außerordentlich. Sie Hingt fcis ein Widerspruch. Jedoch die Ration tft tubcran. sie ist in ihrer Wahl völlig frei, ve hat das Recht auch aus geschichlliche Wider- s:rrche, und sie muß dieses Recht haben, denn ßk'chichtliche Entwicklung ist ohne Widersprüche rcht denkbar
Es fragt sich nur. was der Sinn dieses L.dcrspruches ist, ob er eine neue Entwicklung tnleitet und wohin sich diese ISnttoidlung men- lei. Den Massenentscheidungen liegen immer ganz «j-fadjc Antriebe zugrunde. Wie bunt die Wahl- |:>Daganba auch sein mag, mit welchen Mitteln tar immer auf die Masse einzuwirken sucht, v sind doch immer ganz einfache Fragen, welche die Masse der Wähler mit dem et'inmzettel antwortet. Der Hindenburgwähler sch die Ohnmacht der Ration. Zhnt irtb die Reihe der Demütigungen vor Augen, h wir erdulden mußten und weiter erdullren luflen. Er dachte an die Versklavung der ic t s ch e n Wirtschaft, an die Ausplün- krung. die man an uns vorgenommen hat. r die Tributlasten, die wir zu tragen Haven, : Gesamtheit aller Unbill, diese ganze uip Hchdite 'Behandlung eines Dolles, das nach scrster Gegenwehr im Vertrauen auf gege- c Zusagen die Waffen niederlegte. stand dem udenburgwähler vor Augen Zugleich sah er : Haltung der im Dollsblock vereinigten Par- -ti seit den Tagen des Zusammenbruchs. Er I achte ihrer Illusionen, die er selber ifl geteilt, und wie diese Illusionen durch ie Siegermächte zerstört wurden, nes vor allem cüfülüc den Hinderburgwähler: müssen der Welt und den Siegerstaaten tien. daß wir nicht ewig ein Sklaven- !: sein wollen.' Das Symbol dieses Willens । Hindenburg.
Der Marxwähler sah diese Dinge nicht. 8: sah etwas anderes, was chm wichtiger war. 3: ii ging eS weniger um den Wiederaufstieg 1 rrlchlands zu einer freien, geachteten Macht, 4’i um die Verteilung der Macht in« mr&alb dieses ohnmächtigen 9 e u t- 1tien Reiches. Auch er will jenen Wieder- A'ticg. Aber der ist nicht der Mittelpunkt, um Är leine Gedanken kreisen. Dieser Mittelpunkt »s die innere Freiheit. Rur nicht zurück ffrn allen Formen! Der Wille zur Volls- ixränität und die 2lblehnung jeder politischen lozialen Reaktion spricht sich in den Stimmen • au, die aus den Kandidaten des Volksblocks
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OJÖCU ortitag tbtnbü • Uhr ■ bentfdje Erzähl, i» Johrbimdms iitöilonien und ülpilanv, ?aanr
Schotten- käuflich erworben und siedeln nach dort übet.
Mrcie Schotte».
□ Laubach. 29. April. Der hiesige Zigarrenfabrikant Karl Michel . Mctgl.ed der Handelskammer Friedberg, hat außer d.-n Sonn-
Der Tschekaprozeß.
_mehr als achtwöchiger Dauer ift vor dem 5^^9enchtshof in Leipzig das Verfahren zu geführt worden, das wir uns gewöhnt haben MLtzeka-Prozeß zu bezeichnen.
-kr Tatbestand, der in diesem Prozeß auf- ZtMlhb worden ist, liegt ja zum Glück schon an» üMälb Jahr zurück. Aber das Bild, bas in Leip- irfin-hüllt worden ist, zeigt uns doch nachträglich A einmal mit furchtbarer Deutlichkeit, welchen ckük: u!>cr den Bodensee wir geritten sind, ohne daß ^mästen von uns eine Ahnung hatten. Und Sine Beweise nicht so dicht gereiht neben- dir lägen, wurde man es immer noch für un- f- halten, daß sich Deutsche gefunden haben, ,e- teils in verstiegenem Fanatismus, teils in "Mckonslüsterner Eitelkeit, sich da,u hergäben
le Rezepte in Deutschland einzuführen. Nichts erspart geblieben; das, was der Kom- ?^ nus erreichte, war tatsächlich etwas wie ein - «i i; j m Staate. Das Gericht Hal recht, a;:iui
U Keine Umwege !/i Unentbehrlich für Kraft# and Radfahrer. Wanderer u. Reise# Terkehr. 50 Karten, fünftarbla. Mai stab 1:300000. pro Karte
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