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Der Kreisdirektor des Kreises Alsfeld, Herr Dr. Stammler.
Seit vielen Jahren bringt der „Gießener Anzeiger“ in seinem lokalen Teil die neuesten Nachrichten aus allen sechs Kreisen der Provinz Oberhessen. Er erfreut sich deshalb in der Provinz, insbesondere auch im Kreis Alsfeld, immer zunehmender Beliebtheit, als einer Tageszeitung, die über das Wissenswerte auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet rasch und sicher orientiert. Die Sonderbeilagen „Heimat im Bild'‘ und „Die Scholle“ sind unserer, Landwirtschaft treibenden, mit Liebe am angestammten Heimatboden hängenden Bevölkerung besonders wertvoll.
Der „Gießener Anzeiger“ kann mit berechtigtem Stolz auf seine Entwicklung in lysfähriger Arbeit zurückblicken und mit den schönsten Hoffnungen der Vollendung des zweiten Säkulums seines Bestehens entgegensehen.
Giehener Anzeiger - Jubiläums-Ausgabe
und Karton jinschnei^
Eigentums, wie die Verfassung gewährleistet, gesichert erscheinen.
Inzwischen hatte die Stadtverwaltung ihre umfangreichen Pläne der Wirklichkeit entgegengeführt, ohne die durch die Nöte der Zeit verursachten besonderen Maßnahmen zu vernachlässigen. Einige Zahlen mögen einen Begriff von dein Ausmaß der Entwicklung Wetzlars in Dieser Zeit geben. Der Etat fand 1900 mit 191553,06 Mk. seinen Ausgleich, 1914 mit 1 501 162,05 Mk., 1925 mit 4 553 063 Mk. Das Steueraufkommen betrug 1900: 144 166,32 Mk., 1913: 525 134,15 Mk., 1925: 1865 712 Mk. Das Vermögen der Stadt stieg von 1913 bis 1924 von 9 053 538 Mk. auf 12 203 681 Mk. Geldnot, Wohnungsnot, Arbeits- lostgkeit und Verarmung der Kleinrentner erforder- ten schnelle Abhilfe. Dem ständig steigenden Geld- notenbedars konnte nur durch umfangreiche Notenausgabe der Stadtbehörde, des Kreiskommunalverbandes und der größeren industriellen Werke Genüge geschehen. Die Stadtverwaltung gab allein vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 1923 2254 Billiarden in 19 Werten heraus (ca. 20 Billionen Papiermark auf den Kopf der Bevölkerung vom 1. 9. 1922 ab bis 1. 12. 1923), welche in künstlerisch vollendeter Form lokal-historische Begebenheiten festhielten und für welche ein reges Sammlerinter- esse bestand. Eine Reihe von neugegründeten Ausschüssen (Wohnunas-, Arbeits. und Erwerbslosen- fürsorgeausschuh) hatte im Einvernehmen mit dem Bürgermeister über die zu treffenden Maßregeln zu befinden. Man suchte das Gute mit dem Nützlichen zu verbinden, indem man in der Weise der produktiven Erwerbslosenfürsorge die Arbeitslosen im Straßen- und Wohnungsbau beschäftigte.
Zur Behebung der Wohnungsnot wurden umfangreiche Bauten in eigener Regie und durch den örtlichen Spar- und Bauverein mit wesentlicher Unterstützung der Stadt ausgeführt. Ganze Stadtteile, die sog. Kolonien, erstanden neu. Besaß die Stadt 1914 9 eigene Mietwohnungen, so 1925 deren 249, wozu noch 113 neue Wohnungen des Spar- und Bauvereins treten. Der Ausbau von Straßen wurde in der umfassendsten Weise durch- geführt. Eine schöne Leistung neuzeitlicher Städte- Fünft stellt in dieser Richtung die durch die Heber- tunnelung des Wetzbachs bewirkte Neuschaffung eines großen Platzes, des Solmferplatzes, dar. Die Bepflanzung der neuen Straßen nimmt die im Jahre
Sich.
Von Bürgermeister Völker, Ltch.
„L i c h i, ist ein lustiges Gräfflich Solmi- schcs Staettlein / In der Wetteraw / an der Wetter / gar seboen gelegen / so nicht viel vber drey hundert Jahr alt/vnd anfaeng- lich von etlichen Dorffen in diesem Bezirdc zusammengezwungen worden / wie Dili- chius pag. 68. redet. Hat einen Thum / vnnd ist das Schloß /"darinn theils Graften von Solms Hoff halten; wie auch außer dem Staettlein nicht gar ein halbe Meyl wo! zu sehen das schoene vnnd reiche Closter Amspurg / welches bey diesen Kriegs-Vnruhen gantz spolirt /die Orgeln da rau ß genommen, vnnd die Bibliothec dis- trahirt worden.“
So schildert Matthias Merian im Jahre 1646 unsere Stadt in seiner „Beschreibung der vor- nembsten Städte und Plätze in Hessen vnd den benachbahrten Landtschaften“. Nach Roeschen (Vogelsberg und Wctterau, Marburg 1910, S. 42) wird Lich unter der Form „Licham", auch „Leoche" zum erstenmal in den Jahren 788 und 790 genannt, war aber Jahrhunderte hindurch ohne besondere Bedeutung. Im 11. Jahrhundert erscheinen die Herren von Arnsburg als Besitzer von Lich. Kuno von Arnsburg, der letzte seines Stammes, war ein Juaendgesährte Kaiser Heinrichs IV., der 1064 seinen Besitz in der Wetterau vermehrte. Seine Tochter ©ertrube heiratete einen Eberhard von Hagen. Der Sohn dieses Ehepaares benennt sich Konrad von Hagen und Arnsburg. Von ihm flammt Kuno, der zwischen 1151—1166 die gewaltige
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Lauterbach, hersturm.
zu wünschen übrig. Es fehlt vor allem auch ein angemessen großer Saalbau. Die Kommune hat die weltergehende Besserung der noch rückständigen Einrichtungen mit regem Eifer in Angriff genommen und ist fest gewillt, alle Schwierigkeiten zu überwinden. Der künftigen Entwicklung der Stadt muß im Rahmen eines weitausholenden B e b a u u n as- planes beizeiten Rechnung getragen werben. Die Ausschreibung dieses Wettbewerbs zeitigte eine Reihe von guten Entwürfen, au» denen in die Tat umzusetzenbe Gedanken für die Neugestaltung des Stadtgebietes entnommen werden können. Es bedarf hier der Heberwindung unendlicher Schwierta- fetten, soweit die wasserwirtschaftlichen Fragen, die evtl. Lahnkanalisieruna, in Frage kommen, und nach deren Lösung wird die umfassende Umaeftaltuna der Bahnhossoerhöltnlsie mit Anschlußgleisen nach einem neu anzulegenden Jndustriegelönde die Hauptaufgabe sein. Mit der Lösung dieser Fragen geht Hand In Hand He Festlegung der durchgehenden Derkehrsstraßen, sowie die Verteilung der Siedlungsgebiete innerhalb des Stadtgebiets. Um allen diesen Ansprüchen einer künftigen Entwicklung gerecht werden zu können, werden sich auch umfassendere Eingemeindungen von Nachbarorten oder Teilen dieser Gemarkungen nicht umgehen lassen. DieDerkehrsfragen stehen ebenfalls Im Vordergrund des Interesses für die nächste Zukunft. Die Entwicklungsmöglichkeiten Wetzlars müssen, sobald die Aufschließung ausreichenden Jndustriegeländes mit Gleis- und Wasseranschlüssen erzielt ist, als durchaus günstige bezeichnet werben. Die Beseiti- gung der Hochwassergefahr Hand in Hand mit der Lahnkanalisierung wirb das Lahnbecken um Wetzlar, insvesondere stromaufwärts, zu einem umfangreichen Industriegebiet werden lassen, wenn erst bas Heranholen ber Kohle auf dem Wasserwege eine billigere Produktion und eine Konkurrenzfähigkeit mit jenen Industriegebieten, die an der Quelle dieser Kraft liegen, zuläßt. Dazu kommt, daß die Elektrifizierung in einem Maße voranschreitet, die über >rs Land Nassau und feine Nachbargebiete ein großes Stromnetz ausbreitet, das eine billigere und von jeden Störungen unabhängige Kraft- Ileferung gewährleistet.
Jedenfalls kann diese Entwicklung, in welche auch die Ausschließung eines in landschaftlich hervor- ragender Gegend befegenen Wohngebietes einzubegreifen ist, wenn die heuttge schwere Zeit nicht ein kleines und verzagendes örtliches Geschlecht findet, beschleunigt und in ganz anderen Ausmaßen, als wenn man den Dingen ihren freien Lauf läßt, gefördert werden.
Zeitspanne i. I. 1916 das Hofgut Allenberg. Gleich, wohl nistete sich in der Zukunft eine weitgehende Hnzusriedenheit bei der Menge der unter den Verhältnissen In erster Linie Notleidenden ein, welche mehrfach in die Erscheinung trat.
Gewisse anarchisch - diktatorische Strömungen flössen jedoch, trotz des Sieges der demokratischrepublikanischen Richtung, gewissermaßen als Unter- wasser weiter. Die Inflation nährte den trüben Fluß. So ging es über zunehmende öffentliche und heimliche Wühlereien jenen denkwürdigen Oktobertagen 1923 entgegen, an denen der Mob unter eifriger Beteiligung unselbständiger und leichtgläubiger Elemente seinen Instinkten in umfangreichen Plünderungen und Demolierungen freien Lauf ließ. Erst das rücksichtslose Durchgreifen eines starken Schutzpolizeiaufgebots — ein Teil davon ist heute noch hier stationiert — konnte eine Atmosphäre schaffen, in welcher die Freiheit der Person und des
Lauterbach, Schloß (Elfenbad).
kauf von gutem Milchvieh und die Errichtung einer Molkerei mit Kühlanlage quantitativ und qualitativ gehoben. Auf diese Weise konnte im Laufe des Jahres 1917 die Milchbelieferung der Stadl von 1800 Liter auf 2600 Liter täglich erhöbt werden. Kartoffeln und Fleisch wurden von städtischen Kommissionen auf die Kleinhändler bzw. die Metzger verteilt, die Kartoffel^ außerdem in großen, von Der Stadl vorbereiteten Kellern aufgenommen. Durch Lieferungsverträge und die Errichtung einer Dörr- und Trockenanlage wurde eine gute und gleichmäßige Versorgung mit Gemüse und Obst erzielt. Die Nährmittel- und Futterversoraung ließ zu wünschen übrig, da die Stadt hierin lebigltd) auf die Belieferung seitens der Bezirksstelle der ZEG. in Köln angewiesen war und die selbsttätig angeknüpfte Verbindung mit der Lebensmitteleinkaussgesellschaft bezüglich der Schlüsselware lösen mußte. Doch erfolgte die Belieferung mit freier Ware seitens Dieses Slädlezweckverbandes bis 1920; im ganzen wurde von Dort für 2 221 246 Mk. Ware bezogen. Das völlige Versagen der privaten Fuhrunternehmer ließ die Stadt 1917 zur Errichtung eines eigenen Fubr- dofes schreiten, welcher sich als Dauereinrichtung vis heule gut bewährt hat uno durch mehrere Lastautos vergrötzert wurde. Für die Kriegsfürsorge wurde gleich zu Kriegsbeginn ein Kredit von 50 000 Mk. bewilligt zur Hntersttitzung bebürftiger Familien von Kriegsteilnehmern (Gewährung von Mietszu- schüssen, Beihilfen zur Beschaffung von Lebensmit- teln usw.), obwohl hierzu keinerlei rechtliche Verpflichtung vorlag. Später suchte man in Verbindung mit dem Kreise durch die bekannten Nagelungen, hier eines „Eisernen Brunnens", zusätzliche Mittel für die Kriegsfürsorge flüssig zu machen. Bereits 1914 wurde eine unter Leitung eines Stadtverordneten stehende Volksküche mit Speiseraum — später waren es mehrere — ins Leben gerufen, welche Mittagsportionen zu 10 Pf. verabfolgte Und von der reger Gebrauch gemacht wurde. Ebenso wurde durch Einrichtung von Wärmestuben für einen angenehmen Aufenthalt der zahlreichen auswärttgen Arbeiter während der Mittagszeit im Winter gesorgt. Die (£rrld)tung einer Kinderkrippe erwies sich 1916 mit der immer weitergehenden Berufstätigkeit der Frauen als notwendig. Die An- statten der Lebensmittelversorgung, der Kriegswohl- fahrtspflege und die städtischen Eigenwirtschaften hatten sich im Verlaus des Krieges derartig ausgewachsen, daß es sich als notwendig erwies, im In- tereffe der Klarheit und des leichteren Arbeitens diese gesamten Organisationen aus dem ordentlichen Etat herauszunehmen und in Form einer G. m. b. f). (Städtische Warenversorgung und Eigenwirtschaft G. m. v. H.) zu verselbständigen (1. 4. 1918). Die neue Gesellschaft zeigte am Schlüsse des ersten Geschäftsjahres (1. 4. 1919) ein Gesamtvermögen von 532 315,44 Mk. an.
Die gesamte Bevölkerung war auf das Angespannteste im Dienste des Heimatheeres tätig. In Fabriken, Vereinen und Organisationen, im Roten Kreuz und im vaterländischen Hilfsdienst suchte man sich der großen nationalen Sache dienstbar zu machen. Insbesondere waren es auch die Schulen, welche sich durch Einsammeln von Laub und Metallen, als Erntehelfer, durch Kriegsanleihezeich- nungen und Goldabgabe hervortaten. Die Kriegs- anleihezeichnungen der Stadt, der Hnlernehmer, Arbeiter und Beamten gingen hoch in die Millionen. 513 ihrer besten Söhne verlor die Stadt durch den Krieg. Ihr Andenken wird durch zahlreiche Denk- mäler (auf dem Friedhof, im Dom) und in den Herzen der Lebenden festgehatten. Heber alle diese Dinge, die Tätigkeit und Erlebnisie der Behörden, Vereine, Organisationen und Hnternehmungen hat die Sladlverwattung die Herausgabe einer Kriegs- chronik mit Bildern vorbereitet.
Die Revolution fand auch hier in der Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten, Bürger-, Bauern- und Beamtenräten ihren politischen Ausdruck. Während des Krieaes waren die sozialen Zustände, was das friedliche Zusammenleben der Arbeitnehmer und Arbeitgeber anbetrifft, wenigstens äußerlich durchaus gute. Man lehnte die Streikparole im Januar 1918 ab. Auch waren ja die Werke ihrerseits bemüht, die materielle Lage ihrer Arbeitnehmer in jeder Weise zu heben. Buderus richtete, um ein Beispiel zu nennen, zur Sicherstellung der Versorgung ihrer Belegschaften große Lebensmittelverkaufsstellen (Bu- derus-Haushalt) ein und pachtete auf eine größere
errichtete Volkshochschule fand in den Räumen der zu einem „Volkshaus" hergerichteten katholischen Volksschule Unterkunft. Sie wird durch Beiträge Der Stadt lausend unterstützt.
Die wahrend des Krieges und nach dem Kriege immer mehr sich verbreiternden Wohlfahrts- und Unterftüfcungsaufgaben fanden eine organische Zu- sammensassung im Wohlfahrtsamt, welches durch Personalunion mit dem Jugend- und dem Gesundheitsamt verbunden ist. Daneben ist ein ,.S 1 adtamt für Leibesübungen" neu begründet worden, welches einem städtischen Sport- lehrer untersteht, der auch Turnunterricht an den Schulen erteilt. Gerade auf Hefen Punkt der körperlichen Ertüchtigung ber Jugend, der Pflege von Sport und Spiel, hat die Stadt in richtiger Erkenntnis der Forderungen des Tages Gewicht gelegt. Dies kam einmal in der Herrichtung eines Stadions auf der Spildurg (1924) zum Ausdruck, welches, sowohl was die Ausgestaltung als auch die Lage anbetrifft, den Neid vieler größeren Städte Hervorrufen kann, »um andern in ber oerwallungs- organisatorischen Heraushebung dieses Aufgaben- f reife - in dem schon genannten Stadtamt für Leibesübungen. In die gleiche Richtung weisen die Zuwendungen, welche den Jugendherbergen und für die Kindererholung in Wegscheide gemacht werden. Ein neues Krankenhaus entstand 1923/24 in den Räumen des ehern. Lehrerseminars. Die Sladtsparkasse wurde vergrößert und zur Stadtbank ausgebaut. Eine außerordentliche Zuwendung an die Feuerwehr diente zur Be- schafsung einer Motorspritze und -leiter, sowie zur Herstellung einer Feuer-Alarmanlage, wodurch die lästige Oessentlichkeit des Feueralarms beeinträchtigt und die sichere Mobklisieruna ber Mannschaften besser gewährleistet erscheint. Zur Besserung ber Orientierungsmöglichkeiten namentlich für Kraftfahrzeuge würben bie Straßen- unb Wegemarkie- rungen gemäß Wettbewerbsersolg erneuert. In noch manch anderer Hinsicht wurden die kommunalen Einrichtungen gehoben, man denke etwa an die Anlagen- und Denkmalspflege, an bie Pflege historischer Stätten unb ber Slabtgeschichte überhaupt (Loltehaus unb stäbtisches Museum). Vieles würbe so gcrabe in den Nachkriegsjahren erreicht, doch noch lange nicht alles.
Die Straßen- und Verkehrsverhättnisse, die Wohnungs-, Hotel- und Schlachlhosverhältnisse lassen
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Wen brannte im Nooembr WS0L ein Siemens-fKartr. in der Folgezeit wurden lu Schwerindustrie nicht btfitr. b bie Ruhrbe/etzung ' i von Trüben, Steinbrüchen ibenen Arbeitereniiassunaen. Währung zeigte tet übet- 'stiosten und damit die Ron- ' irer heimischen Wirte in ton beklagt sich insbesondere ensötze und die billige Äon- unb Belgier, welche insch Währungen unter Den beul'
)ld-,Hoch-, chinen für
schen Selbstkosten liefern können Die opttsch-mecha- nische Industrie hat nach vorübergehender Belebung ihres Geschäftes in der Inflation seit ber Stabili- Gerung ber Währung unter einem starken Rückgänge ber Nachfrage zu leiden. Einzelne Betriebe mußten bie Tore schließen. Die hohen Steuern unb bie Rrebitreftriftionen ber Reichsbank werben schwer empfunben. Daneben haben sich bis heute bie Shigel- logerinbustrie, einzelne Großhanbelszweige, beson- ders ber Fell- und Kohlenhandel, gut entwickelt.
Im Ganzen betrachtet, hat unsere heimische Wirt- feyaft auch weiterhin eine beträchtliche Ausdehnung erfahren. Diese Tatsache ist in erster Linie auf die Ansiedlung eines neues großen Edelstahlwerkes, der Firma Röchling-Buderus, zurückzuführen, welche Neugründung aus einem Vertrage der Buderusschen Eisenwerke mit Den weltbekannten Stahlwerken von Röchling-Völklingen hervorgegangen ist unb durch welche bas weile Gelände zwischen den Buderusschen Werken und dem Dorfe Hermannslein vollständig bebaut wurde. Nicht zum geringsten Teil ist die Beoölkerungszunahme Wetzlars von 13 387 Köpfen (1. 12. 1910) auf 16 603 Kopfe (15. 6. 1925) auf diesen willkommenen Zuzug zurückzuführen.
Der großen Fülle der verschiedenartigsten Aufgaben, welche an die Stadtverwaltung von 1914 bis 1925 herantraten, suchte dieselbe eifrigst nach- Aufommen. Es galt vor allem, bie öffentlichen Verhältnisse, Einrichtungen unb Anstalten Wetzlars an ben Stand ber Dinge heranzuführen, welcher einer Stadt von der Entwicklungsstufe Wetzlars entsprach. Der ausbrechende Krieg, welcher mit einer Fülle neuer Aufgaben die verminderte Beamlenzahl ber Stabtoerroaltung völlig in Anspruch nahm, ver- hinberte bie Inangriffnahme biefer Pläne. Die Leistungen aus bem Gebiete der Kriegswirtschaft unb ber Kriegsfürsorge, welche sich nunmehr entfcheibenb in ben Vorbergrunb stellten, würben mit Eifer unb Gewissenhaftigkeit vollzogen. Allerbings galt bie Stabt nicht als Kommunalver- band im Sinne bes Gesetzes; bie Aufgaben ber Vorratsfeststellung, Beaufsichtigung unb Beschlagnahme usw. fielen baher bem Kreiskommunaloer- banb zu. Der Stabt verblieb zunächst bie Organisation ber Hebernahme unb Verteilung ber vom Kreiskommunalverbanb zugewiesenen Lebensmittel, boch entfaltete sie eine äußerst rührige Tätigkeit, um durch Errichtung eigener Produktions- und Ver- arbeitungsftätten, durch Lieferungsoerlräge und den
gärtnerei mit Baumschule vor, welche, in unmittelbarer Nähe des Friedhofs liegend, erstklassiges Blumenmaterial zur Bepflanzung der Gräber bereit hält. Der 1881 hergerichtete Friedhof wird gegenwärtig in weitfchauenden Ausmaßen erweitert. Gleichzeitig ist der Bau einer neuen Kapelle und eines Krematoriums begonnen. Die mißlichen Schulverhältnisse der Stabt fanden eine vorbildliche Umgeftaltung in dem Ausbau der ehern. Hnteroffizierschule zu Schulzwecken, Die Spilburg, wie sie jetzt — an eine alte Gewannbezeichnung an- lehnend — heißt, beherbergt in ihren veilen, luf- Ilgen Räumen, großen Spielplätzen und mutter- gültigen Turnhallen einen großen Teil der Wetzlarer Schulen einschl. ber It. Vertrag mit bem Fis- kus 1922 neugeschaffenen Aufbauschule („Deutsche Oberschule") unb ber bem Lyzeum neu angeglle- berten Frauenschule. Die nach dem Kriege ebenfalls
freien Handel die Lebenshaltung ihrer Bürger zu verbesiern. Die Milchversorgung wurde durch An-
‘' 1919 gegründete, im Jahre 1922 erweiterte Stabt-
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