Einzelbild herunterladen

liit,ea <Sinrid)tung" stimmen, wenn er selber der Ge­schädigte wäre.

Kreis Büdingen.

?" Ard da, 27. 3uni. Der hiesige Manner­gesangvereinS ä n g e r k r a n z" beteiligt sich an dem Gesangswettstreit in Klein- Linden am 5. Juli. Den Kamps gegen die durch Öen zunehmenden Autoverkehr un­erträglich werdende Staubplage auszu­nehmen, entschloß sich die Gemeinde, einen Sprengwagen anzuschafsen. der zwanzig Hektoliter Wasser saht. Dieser Entschluß ist in hygienischer Hinsicht äußerst begrüßenswert und darf auch anderen kleinen Städtchen zur Nach­ahmung empfohlen werden. Hoffentlich haben wir bald Gelegenheit, den Sprengwagen in Tätig­keit zu sehen, denn der Regentage ist es nun genug, und die Sonne sollte wieder die Herr­schaft übernehmen.

?** Da d - S a l z h a u s e n, 27. Juni. Da die etatmäßige Stelle eines Badearztes ab diesem Jahre ausgefallen ist, wurde S a n i t ä t s- r a t Dr. K o ch zu Nidda vertretungsweise mit dieser Stelle betraut.

A Bisses, 27. Juni. In einem Basalt- st e i n b r u ch wurde durch herabstürzende Ge­steinsmassen der 39 Jahre alte Arbeiter H e i n r. Gürtler verschüttet. Nachdem man den Verunglückten aus den Gesteinsmassen befreit hatte, st a r b er an den erlittenen schweren Verletzungen. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder.

Kreis Schotten.

O Schotten. 29- Juni. (Drahtbericht desGieß. Airz.".) Bei der gestrigen Bürger­meisterwahl wurde der bisherige Bürger­meister, Nechtsanwalt Mengel. mit der über­wältigenden Stimmenzahl von 1065, gegenüber 185, die auf den Gegenkandidaten, Kaufmann Hermann D u ch a r d t. entfielen, wieder- gewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr stark. Am nächsten Sonntag findet die Beigeord­nete n w a h l statt, für die der bisherige Bei­geordnete L e u n i n g wieder kandidiert.

* Gedern, 27. Juni. Nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni hat Gedern 2048 Einwohner, und zwar 1025 männliche und 1023 weibliche. Gegenüber der Zählung im Jahre 1919 sind jetzt 173 Personen mehr hier ansässig.

Kreis Alsfeld.

"Alsfeld, 27. Juni. Die V o lk s - , D e- rufs-und Betriebszählung am 16.Juni ergab hier folgendes: ortsanwesende Einwohner­zahl 5096, und zwar 2437 männliche, 2659 weib­liche Pe so e 7, Wohnge äuüe 781, Haus'a tun een 1320, land irtschaftliche Betriebe 474, Gewerbe­betriebe 447.

Alsfeld. 27. Juni. (Vom Prä­mie n m a r k t.) Die Vorbereitungen für den Prämienmarkt am Montag, 6. Juli, sind in vol­lem Gange. Die Meldungen zur Prämiierung sind in allen Tiergattungen recht gut; so sind z. B. 52 Bullen zur Auktion angemeldet, auch besonders viele Ziegen, 227 Stück, sind gemeldet. Die Pferdeanmeldungen sind gleichfalls recht gute. Einen ganz besonderen Anziehungspunkt werden diesmal die sportlichen Veran­staltungen am Markttage ausüben. Die vier Aeiterabteilungen des Reitervereins des . Kreispferdezuchtvereins Alsfeld werden ein lehr interessantes Schulreiten unter Leitung ihrer Reitlehrer vorführen, daran schließen sich dann die Trab- und Galopprennen, die wesentlich stär­kere Felder aufweisen werden als im Vorjahre.

1 Als Neuerung ist dabei das für Nichtlandwirte ^ eingelegte Rennen zu verzeichnen. Am Schlüsse findet die Fahrkonkurrenz, eine Gespannprüfung v für Gebrauchswagen statt. Zahlreiche wertvolle : Ehrenpreise winken den Siegern in der sport- - sichen Veranstaltung. Um dem am 6. Juli zu erwartenden gewalttgen Menschenandrang gerecht zu werden, hat die Eisenbahnverwaltung abends einen Sonder-Personen-Zug von Als­feld nach Mücke eingelegt, der abends gegen 81/» älhr von Alsfeld abgeht. Die Postverwal- fung wird den gesteigerten Verkehrsbedürfnissen an diesem Tage dadurch gerecht werden, daß sie auf allen vier Kraftwagenlinien im Kreise Alsfeld Sonderfahrten einrichtet. Es dürfte nach Allem, was wir hören, diesmal mit einer Veranstaltung großen Stils zu rechnen fein. Ein gefchackvoll ausgestatteter Katalog der Buchdruckerei Rühl, der zum Prämienmarkt er­scheinen wird, ermöglicht allen Besuchern des Marktes, sich rasch über die gesamte Veran­staltung zu orientieren. Es wäre sehr zu wün­schen, daß auch der ehrwürdige altePetrus" der Veranstaltung seine Gnade bekundet, indem er dem Wettergott befiehlt, an diesem Tage seine Schleusen hübsch geschlossen zu halten.

Kreis Lauterbach.

hml. Lauterbach, 27. Juni. Die beiden hiesigen Schulen feierten am Freitag wieder gemeinsam ihr Jugendfest unter den ur­alten Eichen des Hainia. Die Leitung des in jeder Beziehung wohlgelungenen Festes lag in den Händen von Studiendirektor Stein. Zur Freude aller gingen die bangen Befürchtungen, der drohende Regen mache das schon fo lang ersehnte und mit so vieler Mühe vorbereitete! Fest unmöglich, nicht in Erfüllung. Es war ein gar schönes, lebensfrisches Bild, das der Festzug bot. als Lauterbachs Jugend froh unter den Klängen der Musik durch die Straßen der Stadt nach dem altehrwürdigen Festplatz zog. Nach der Ankunft daselbst begrüßte Studiendirektor Stein die zahlreich erschienenen Eltern und Freunde der Schule und mahnte die Schüler an diesem ihrem Jugendfeiertage mit herzlichen Worten zur Einigkeit und Treue zueinander und zu ihrem deutschen Daterlande. Den die Feier eröff­nenden Begrühungschor sowie die übrigen Schülerc^re hatte Lehrer Wolf mustergültig eingeübt. Wettumen und Spiele der Schüler, unter Leitung ihrer Lehrer, folgten. Die schön ausgeführten Reigen und Volkstänze erregten allgemeine Bewunderung und Freude der Zu­schauer. 'Besonderer Dank dafür gebührt den Damen, die soviel Mühe und Geduld dafür opferten. Bevor der Zug sich zur Heimkehr aufstellte, verlas Bürgermeister Walz nach einer die Herzen packenden Ansprache die Namen der 13 Sieger im Wetturnen. Nach der Ankunft des Zuges vor dem Rathause gedachte Studien­direktor Stein der Jahrtausendfeier der Rhein­lande und mahnte die Jugend zur Treue und Liebe für unsere Brüder und Schwestern am Rhein und für unser geliebtes deutsches Vater­land. Mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes Ich hab mich ergeben" schloß dieser schöne, im Gedächtnis der Schüler gewiß noch lange haf­tende Jugendfeiertag.

S Altenschlirf, 27. Juni. Unter dem i Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Michel von Lauterbach fand gestern dahier eine Versamm­lung statt, in der über die Einrichtung einer Autopost in b e m südlichen Teil des Kreises Lauterbach beraten wurde. Ein Vertreter der Oberpostdirektion Darmstadt nahm an den Verhandlungen teil. Es wurde die Ein­richtung einer Linie von Freiensteinau nach Lauterbach mit Berührung der Orte ®un= zenau, Mehlos, Brennerod, Weid-Moos, Nös­berts, Altenschlirf, Schlechtenwegen, Stockhausen, Wüs, Landenhausen, Angersbach beschlossen. Die Postbehörde verlangt für die Inbetriebnahme dieser Linie bei einem einmaligen täglichen Ver­kehr eine Rentabilitätsgarantie von jährlich 10 000 Mark. Die Gemeinden sind bereit, diese Garan­tie für ein Jahr zu übernehmen, so daß in der nächsten Zeit mit der Inbetriebnahme der vor­genannten Autolinie gerechnet werden kann.

':i Herbstein, 29. Juni. (Drahtbericht des Gieß. Anz.".» Bei der gestrigen Bürger- meiste r w a h l stimmten von 995 Wahlberech­tigten 375 ab. Es erhielten Stimmen:: Beigeord­neter Kübel 637, Schreiner Heinr. I o s e p h a t 159, Kaufmann Andreas Leiser 42, Altbürger­meister Jos. Ant. Wiegand 34. Beigeord­neter Kübel ist demnach mit großer Mehrheit auf die Dauer von 6 Jahren zum Bürger­meister gewählt.

Slrei* Wetzlar.

* Krofdorf, 27. Juni. Die Volks­zählung im Bezirke der hiesigen Bürger­meisterei ergab folgendes. Atzbach 514 männl., 548 weibl., zus. 1062: Dorlar 380 männl., 428 weibl., zus. 808: Dutenhofen 675 männl, 747 weibl., zus. 1422; Kinzenbach 406 männl., 418 weibl., zus. 824; Krofdorf 898 männl.,

985 weibl., zus. 1883; Gleiberg 203 männl.,

217 weibl., zus. 420; Vetzberg 229 männl.,

248 weibl., zus. 477; Lausbach 331 männl.,

406 weibl., zus. 737; Odenhausen 266 männl., 226 weibl., zus. 492; Salzböden 248 männl., 252 weibl., zus. 500; Wißmar 850 männl., 847 weibl., zus. 1697; Garbenheim 535 männl., 558 weibl., zus. 1093 Personen. Insgesamt ge­hören hiernach zu unserer Bürgermeisterei 5535 männliche, 5880 weibliche, also 11 415 Personen.

* Wetzlar, 27. Juni. DemWetzlarer Anzeiger zufolge zählt der Kreis Wetzlar auf Grund der Volkszählung vom 16. Juni 34 617 männliche, 36 099 weibliche, mithin ins­gesamt 70 716 Einwohner. Aus die Stadt Wetz­lar entfallen hiervon 8044 männliche, 8559 weib­liche, also 16 603 Personen, auf die Land­gemeinden 26 573 männliche, 27 540 weibliche, mithin 54113 Bewohner.

# Königsberg, 27 .Juni. Auf der Land­wirtschaftlichen Ausstellung in Stuttgart wurde der Bulle der hiesiegen Gemeinde und Landwirt­schaftskammer in der 2 Klasse (Bullen von 2 bis 4 Jahren) mit dem 1. Preis prämiiert.

* Naunheim, 27. Juni. Die Volks­zählung hat hier 1521 Einwohner (774 männ­liche und 747 weibliche) ergeben.

Hessen-Nassau.

* Waldgirmes, 27. Juni. Unser Ort zählt nach der Volkszählung vom 16. Juni 1514 Einwohner (755 männliche, 759 weibliche).

* Hermann st ein, 27. Juni. Das Er­gebnis der Volkszählung ist hier wie folgt: 636 männliche, 647 weibliche, zusammen 1283 Per­sonen.

bl. Dillenburg, 27. Juni. In ihrer jüngsten Sitzung wählten die Stadtverord­neten eine gemischte Kommission, die, der vielen Beschwerden Rechnung tragend, sämtliche Ge­hälter der städtischen Beamten und Angestellten prüfen soll. Dem neuen Staffeltarif für Kraft- strom, der eine gleichmäßigere Belastung der Abnehmer vorsieht, wurde Zustimmung erteilt. Jetzt hat man mit den Umpflasterungs- arbeiten der Hauptstraße begonnen. Die Arbeiten schreiten schnell voran, es kann in' Bälde mit deren Vollendung gerechnet werden.

Kassel, 26. Juni. (TU.) Durch die Volks­zählung wurden in Kassel nach den Feststel­lungen des Statistischen Amtes 167 918 Personen (78 647 weibliche und 78 271 männliche) gezählt. Da in der jetzigen Reisezeit mehr Personen vor­übergehend anwesend sind, .als sich zu Besuch auffialten, dürfte die eigentliche Einwohnerzahl der Stadt Kassel annähernd 170 000 erreichen.

Kreistag des Kreises Friedberg.

sf. Friedberg; 27. Juni. In dem Sitzungs- (aale des Kreisamtes fand heute unter dem Vor­sitze des Kreisdirektors Gebhardt die diesjäh­rige ordentliche Sitzung des Kreis­tages statt, die von 104 Uhr ohne Mittags­pause dauerte.

Zu Punkt 1, Abänderung bzw. Ergänzung des § 34 der Kreisfeuerlöschordnung teilte der Referent, Regierungsrat Dr. R i n d f u ß , die neufestgesetzten Gebühren mit; diese betragen 10 Mar? für 2 Pferde, 2 Mk. für einen Wagen und 30 Pf. für die Mannschaften für die Stunde.

Die Rechnung der A m t s k a s s e des Kreisamtes Friedberg, die von den Abg. Vorbach und Indersleben geprüft wurde, hat keine Be­anstandung ergeben und wurde vorbehaltlich der Prüfung durch die Abrechnungskommer genehmigt. In gleicher Weise wurden Punkt 3, 4 und 5 der TagesordnungRechnung des Kreisarbeitsnachwei­ses, Rechmingsverwaltungsbericht des Kreiswohl­fahrtsamtes und Kreiskassenrechnung erledigt.

Punkt 6Voranschlag des Kreisarbeits­nachweises für 1 9 2 5 wurde verbunden mit dem Anträge des kommunistischen Abg. Oppen­heimer betr. Sonderzuwendungen an Ewerbs- lose durch die Gemeinde bzw. den Kreis. Der Vor­anschlag weist in Einnahme und Ausgabe die Summe von 521 000 Mk. auf. Oppenheimer stellte den Antrag, der Kreis solle für die Erwerbs­losenfürsorge 100 000 Mk. bewilligen, im Falle der Ablehnung dieses Antrages den Eventualan­trag, zum Ankäufe von 7000 Zentnern Kartoffeln und 350 Zentnern Fett (zusammen 70 000 Mk.) zur Verteilung an Erwerbslose. Der Kreisdirektor stellte fest, daß von feiten des Kreises alles geschähe, um die Erwerbslosen zu unterstützen und daß die Er­werbslosigkeit in letzter Zeit sehr abgenommen habe. Der Antrag Oppenheimer wurde mit allen gegen die Stimme des Antragstellers a b g e l e h n t.

Bei Punkt 7, Voranschlag des K r e i s w o h l- fahrtsamtes für 1 9 2 5 wurde das Fehlen von Herbergen für Wandernde beklagt. Regierungs­rat Dr. Grein teilte mit, daß in dieser Beziehung schon die größten Anstrengungen gemacht wurden, aber bis jetzt noch kein geeignetes Lokal aufzu­treiben gewesen märe. Der Vorsitzende teilte sodann noch mit, daß der Kreis in vorbildlicher Weise an die Anstellung eines Kreisschularztes herangetreten sei und daß man in der Person des Herrn Dr.

Balser eine für diese toad)c ganz oesonders ge­eignete Persönlichkeit gesunden hätte. Der Gehalt wurde zu § von dem Kreise, zu i von dem Staate bezahlt. Der Antrag Oppenheimer auf Errichtung eines Kreiskinderheimes, dem eine früher vorge­schlagene Unterstützung des Kinderheimes in Bin­genheim nicht unterstützt worden sei, wurde abge- lehnt. Regierungsrat Dr. Grein teilte noch mit, daß die Unterbringung von Kindern in dem Pro- vinzialkinderheim in Gießen zu sehr billigen Sätzen möglich wäre. Ein weiterer Antrag Oppenheimer ging dahin, 100 000 Mk. zurBenutzung von Sa­natorien und Heilstätten durch minderbemittelte Kranke" zu bewilligen. Der Antragsteller begrün­dete seinen Vorschlag lind glaubt, daß es möglich sei, für diesen Zweck das Schloß in Ziegenberg zu beschlagnahmen. Der Kreisdirektor ist dagegen, Mittel zu bewilligen, für die keine Deckung vor­handen ist, auch würde die vorgeschlagene Summe längst nicht für den vorgeschlagenen Zweck aus- reichen. Der Vorschlag mürbe darauf ebenfalls mit allen gegen ein Stimme des Antragstellers abge­lehnt.

Cs folgte bann Punkt 8. Voranschlag der Kreiskasse für 192 5 in Verbindung damit: Antrag Oppenheimer auf Austritt des Kreises aus dem Hess-Nass. Wirtschaftsverband. Der Antrag wurde nach längerer Debatte mit 13 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Eine längere Aussprache rief die Kreisstraßenunterhaltung her­vor, für die 377 000 Mk. vorgesehen sind. Die verschiedenen Abgeordneten brachten ihre Son­derwünsche vor, es wurde zugegeben, daß die Straßen des Kreises zum großen Teile in sehr schlechtem Zustande sind, daß aber wegen der hohen Summen, die erforderlich wären, nicht alle Wünsche befriedigt werden können. Bei dem Ka­pitelLandwirtschaft!. Winterschule und Obst­bauschule" beantragte Abg. W i n d e ck e r, daß der Kreis der Stadt Friedberg 2203 Mk. ersetze, die früher von bem Mathildenstist bewilligt waren, von diesem aber nicht mehr bezahlt wer­den können und für deren Eingang der Kreis gebürgt habe. Die Sache wurde an den Kreis­ausschuß verwiesen. Eine längere Debatte rief die Anforderung von 20000 Mk. für Verbesse­rungen der Maschinen in der Kreisdüngerfabrik hervor. Abg. Windecker hob hervor, daß durch die in unmittelbarer Nähe des Baugeländes ge­legene Fabrik Zustände geschaffen seien, die auf die Dauer unhaltbar seien, die Notwendigkeit der Verlegung sei von allen Seiten anerkannt. Er beantragte deshalb, kein Geld mehr für die seit­herige Anstalt zu bewilligen und dadurch diesen Zustand zu verewigen, sondern den Betrag als erste Rate für einen Neubau einzustellen, für den Friedberg das Gelände kostenfrei stellen wolle. Nach längerer Aussprache, in der beson­ders Dr. v o n H e l m o 11 für Bewilligung war, wurde beschlossen, die Sache an den Kreisaus­schuß zurückzuverweisen, der unter Zuziehung von Vertretern der Stadt und Sachverständigen noch­mals darüber beraten soll. Es folgte sodann noch der Antrag Oppenheimer, eine Million auf Rechnung des Kreises für Wohnungsbaute auf­zunehmen; der Antrag fand die Änterstützung der Sozialdemokraten und des Zentrums und wurde angenommen, der Kreisdirektor bemerkte hierzu, daß nach seiner Ansicht die Ausnahme einer derartigen Summe in der jetzigen Zeit eine Unmöglichkeit sei. Ein weiterer Antrag, anstatt 10 Prozent der Sondersteuer für be­bauten Besitz für die Zukunft 15 Prozent für Wohnungs Zuschüsse zu verwenden, wurde mit 14 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Hiermit war die Beratung des Voranschlages erledigt und dieser angenommen.

Kirche und Schule,

in. Nieder-Ohmen, 28 Juni. Der Kur­sus für Werkunterricht, der am ver­gangenen Montag durch Kreisschulrat Huff, Alsfeld, dahier eröffnet und von Schulrat D e n - zer, Darmstadt geleitet wurde, fand heute seinen Abschluß. 25 Lehrer aus dem Bezirksverein Ohm-Felda hatten an dem Kursus teilgenomtnen. Da man noch vielfach, besonders auf dem Lande, diesem neuen älnterrichtsgegenstand sehr skeptisch gegenübersteht, so mögen hier einige aufklärende Worte gesagt sein. Nach Artikel 148 der neuen Reichsverfassung vom 11. August 1919 ist der Werkunterricht ordentliches Lehrfach in allen deutschen Schulen, einerlei, ob Volks- ober höhere Schulen. Deshalb ist er auch in unserem neuen hessischen Lehrplan als neues Unterrichtsfach ausgenommen worden, ihn nun die Lehrer mit diesem Fach näher vertraut zu machen, hält Schulrat D e n z e r vom Landesbildungsamt in Darmstadt überall in Hessen ilnterrichtskurse auf diesem Gebiet ab. Den Lehrern wird gezeigt, wie die Kinder mit den einfachsten Hilfsmitteln, mit Holz, Ton, Glas, Kork, Pappe, Papier ufto. Gegenstände des täglichen Lebens, ferner Raum- großen und physikalische Apparate Herstellen und an Hand derselben die geometrischen Formeln und Naturgesetze selbständig finden können. Auch auf das Gebiet der Kulturgeschichte erstreckt sich der Werkunterricht. Sie verfertigen die ersten Webstühle, die ersten Wasserpumpen, die ersten einfachen Maschinen und lernen so die Ent­wicklung dieser Gegenstände kennen. Bei der Abschiedsfeier in der Gastwirtschaft von Kratz sprach der Obmann des Vereins, Lehrer S ch ä - f e r dahier, dem Leiter des Kursus im Namen der Teilnehmer seinen Dank aus und betonte, das gewiß alle das Gesehene und Gehörte auch in die Tat umsehen werden. Schulrat. D e n 3 e r dankte hierauf für die überaus liebevolle Auf­nahme und die Anregungen, die auch er in Nieder-Ohmen erhalten habe.

Strafkammer Gießen.

Gießen, 26. Juni. Eine betagte Offiziers­witwe in Bad-Nauheim erhielt eines Tages den Be­such eines eleganten blonden jungen Mannes von dreistem Auftreten, der starkes Interesse an ihren antiken Familienerbstücken zeigte. Besonders ge­fielen ihm ein Empiresessel, der der alten Dame ans Herz gewachsen war, weil auf ihm nach der Fami­lienüberlieferung Napoleon gesessen hatte, und ein goldgerahmtes Oelbild Friedrichs des Großen. Als die Stücke dem Besucher als unverkäuflich bezeich­net wurden, beredete er die Dame, sie ihm gegen eine Leihgebührfür eine Ausstellung in Frank­furt" zur Verfügung zu stellen; am Sonntag oder Montag werde er sie im Automobil zurückbrinaen. Die Dame erhielt dieLeihgebühr" von 30 Mk. und der junge Mann verschwand mit den Gegen­ständen auf Nimmerwiedersehen. Steckbrieflich ver­folgt und verhaftet, hatte er sich in der Person des Max L i s s a u e r aus Hamburg heule vor der Strafkammer zu verantworten. Das Schöffengericht Pad-Nauheim hatte ihm 6 Monate Gesang-

n i s zudiktiert, die ihm, wie er mit Redeschwall auseinandersetzte, zu hart erschienen. An sich war er geständig. Er habe in Berlin einen untersetzt ge­bauten mosaischen Vetter, namens Lissauer, der habe ihm gesagt, in Adelsfamilien sei jetzt etwas zu verdienen: diese Leute seien aber Antisemiten und er, der Vetter, habe bei ihnen (ein Glück, darum möge der Angeklagte das Geschäft machen, der sehe anders aus. Darauf begann dieser seinen Erobe- rungszug durch die deutschen Lande, der ihm bereits eine Anzahl von Strafen eingetragen hat; von einer Reihe von Staatsanwaltschaften wird er ge­sucht. In etwa zehn Fällen ist das Verfahren einge­stellt worden, weil er nach einem inzwischen als falsch erkannten ärztlichen Gutachten als unzurech­nungsfähig galt. In Wahrheit ist er, wie drei neuere Gutachten übereinstimmend ausführen, und wie sein Verhalten heute bestätigte, geistig vollkom- men gesund. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft geißelte scharf das Verhalten des Angeklagten, der in fkrupeloser Weise eine ehrwürdige alte Frau um wertvolle Andenken gebracht habe, und beantragte, die Strafe auf ein Jahr Gefängnis zu erhöhen. Das Gericht erkannte auf 8 Monate "G^f ä n g n i 5 wegen Betrugs.

Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft er­hielt eine vom Schöffengericht Ortenberg freige­sprochene Butteraufkäuferin wegen Preistrei­berei eine Geldstrafe von 40 M k., weil sie beim Butteraufkauf, um ihre Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, übermäßig hohe Preise be- 3a 1)11 und durch diese unlauteren Machenschaften die normale Preisbildung gefährdet hatte.

am 27. Juni 1925 (Händlerpreise).

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200, Matte 35 bis 40, Käse 65, Wirsing 40, Weißkraut 35, rote Rüben 10 bis 20, Spinat 30. Römischkohl 15, Bohnen 70 bis 100, Erbsen 40. Mischgemüse 20, Tomaten 80 bis 150, Zwie­beln 25, Rhabarber 20, Kartoffeln, alte 6, neue 15 bis 20, Dörrobst 40, Kirschen 70 bis 75, Stachelbeeren 30 bis 40, Johannisbeeren 35, Erdbeeren 100 bis 120, Himbeeren 80. Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120 Pf. das Pfund, Eier 13, Blumenkohl 100 bis 120, Salat 10 bis 23, Salatgurken 40 b s 100, Ober- Kohlrabi 15 bis 25, Rettich 10 bis 25 Pf. das Stück, gelbe Rüben 20 bis 25, Lauch 15, Sellerie 15 Pf. das Päckchen, Radieschen Dd. 15 Pf.

Wirtschaft.

Das internaLiona^e KarLeVprobLem.

Es wächst die Ansicht, daß auf dem bisherigen Wege der Vorherrschaft der Politik die verfahrenen Verhältnisse auf dem Weltmarkt nicht behoben wer­den können; viele maßgebende Persönlichkeiten suchen deshalb nach Lösungen, die auf privatwirt­schaftlichem Gebiete liegen. In Betracht kommen hauptsächlich internationale Kartelle. Auf deutscher Seite ist schon wiederholt die Notwendigkeit der Ver­ständigung der europäischen und der wichtigsten außereuropäischen Länder zwecks Ordnung der Ab- satzvcrhältnisse auf dem Weltmarkt hervorgehoben worden. In Frankreich wurde vor kurzem von Loucheur erklärt, daß man die internationalen Pro­bleme nicht mehr rein politisch behandeln könne, daß man vielmehr zu internationalen Jndustrieverein- barungen kommen müsse. Einflußreiche Vertreter des englischen Jnduftrieverbandes machten kürzlich den Vorschlag der Zusammenarbeit zwischen englischen und deutschen Industriellen auf den Weltmärkten, um auf diese Weise das gegenseitige Unterbieten unmöglich zu machen. Alle bieje Anregungen laufen mehr oder weniger auf die Bildung internationaler Kartelle hinaus.

Eine der Hauptvoraussetzungen für die Schaf­fung von internationalen Kartellen sind geschlossene nationale Industrien, die als -Verhandlungskörper auftreten können. Die Schwierigkeiten bei inter­nationalen Kartellvereinbarungen in der Gegenwart sind zum erheblichen Teil auf das Fehlen derartiger Organisationen zurückzuführen. Wenn vor dem Kriege die internationale Kartellierung nicht einen viel weitergehenden Umfang angenommen und da­durch zur Beruhigung des internationalen Marktes beigetragen hat, so liegt dies im wesentlichen daran, daß es in vielen Fällen nicht möglich war, die Industrie der einzelnen Länder zunächst für sich zusammenzu- fchliehen. Ob es in Zukunft gelingen wird, inter­nationale Kartelle in einem Umfange zu schaffen, der den wirtschaftlichen Bedürfnissen entspricht, das hängt zum Teil auch von der Gestaltung der poli­tischen Atmosphäre ab. Es ist anzunehmen, daß sich dieser Prozeß relativ langsam vollziehen wird. Von den vorhandenen und erstrebten internationalen Kartellen sind Einzelheiten in der Öffentlichkeit kaum bekannt; das hat seinen Grund darin, daß die vergiftete politische Einstellung von Staat zu Staat ein zu großes Hindernis für internationale Kartell­bildungen und deren Bekanntgabe bildet. Große Schwierigkeiten macht der Kartellbildung die recht­liche Grundlage. Man sieht zwar in den beteiligten Kreisen die Sicherheit für die Innehaltung der Ver­einbarungen mehr in den Personen und Firmen als in der Rechtsbasis. Die Erfahrungen zeigen aber, daß dieses Vertrauen auch getäuscht werden kann. Es sind Fälle bekannt, wo ein in gutem Glauben ge­schlossener Vertrag von der Gegenseite im gegebenen Moment als nichtig erklärt wurde. Trotz derartiger Gefahren müssen jedoch nach wie vor internationale Kartellverträge in der Hauptsache auf dem gegen­seitigen Vertrauen aufgebaut werden.

Zuverlässige Angaben über den Bestand der internationalen Kartelle sind schon aus der Vor­kriegszeit kaum vorhanden. Die meisten internatio­nalen Vereinbarungen hatten Deutschland und Belgien. Durch den Krieg wurde die Mehrzahl der internationalen Wirtschaftsverständigungen zerrissen; nur einzelne haben den Krieg überstanden. Für die Gegenwart sind Tatsachenangaben über einzelne Kartellbildungen und -bestrebungen schwer möglich. Der allgemeine Eindruck geht jedoch dahin, daß inter­nationale Kartellierungen starke Fortschritte machen. Nachrichten liegen vor über Bestrebungen im eng­lischen Bergbau, Kaliindustrie, eisenschaffender In­dustrie, einige Spezialartikel der chemischen In­dustrie (wie Borax, Magnesit, Kalilauge, Aetzkalk, Thomasmehl, Interessengemeinschaft der Farben­fabriken), Filmindustrie, aus der elektrotechnischen Industrie (Glühlampenkartell), aus der Textilindu­strie (Samt, Seidenfärber), aus andern Industrien (Holz, Häute, Schiffahrt usw.). An Tatsachenmaterial ist außer dem Glühlampenkartell kein besonderes bekannt. Selbst über Form und Inhalt der Kartell­bildungen weiß man nichts Genaues. Eine Tendenz scheint sich in der Nachkriegszeit mehr durchzudrücken als früher, das sind die Vereinbarungen über den Austausch von Patenten und Verfahren. Hierin ist schon ein großer Fortschritt zu erblicken.

und d

&

Io un wirft s>ch"

jeiin. Msheu" gubtTuK'i- Hrirdberg, Scvf'.-Geu

Hcusensiar Langen. Mhlhem Mder-Ei Ttebev, Sprcniflin am Aheir %ii I

80 Zirm-' der groß' Messeanlc führt,» « flonliiig 11 Aeu-Istn^

Aach wie alle Spillen Haltung^ Korblvam technische brikale, Lk getoetbe,f dio-Apvo Laren, 1

In t gewiesen meldunge Oktober Fabriken bindung'i Teil w.se selbst Ion ster Qht eines ml Messeamt dienst» 11 erhaltunc denen kei erteilt ül reitMig