Ausgabe 
29.5.1925
 
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Gen Dorflubcuflen, ^umal nach deutschem T.edjt. wie schon erwähnt ist, sich die Verkäufer iet einzelnen Karten ebenfalls mitschu.^tg machen.

Dieses Golbreacnsystem haben m Deutschland bereits ebensogeschäftstüchtige" Leute aosgeautzt um aus gleicher Grundlage verichtedene Abarten zu < «"hoben. Es wird gebeten, alle Mitteilungen, die 1>ch aus llc Ausübung dieser Systeme beziehen, der Polizeibienststelle C. 8 im Polizeidienstgebaude in der Grorgenkirch.Strohe 30 in Berlin zuzuleüen.

Der Teefischgenuft im «omliier.

2er Leiter des Instituts für Seefischerei, Dr Lücke- Wesermünde, jchrelbt baruber:Cs ist lehr bedauerlich, baß in breiten Schichten unseres Lölkes noch immer alreingewurzellc Lorurteitc gegen den Seefijchgenuß im Sommer bestehen, obgleich diese langst als f ilsch erwiesen sind, Gcrabe im Som- mer sind die gische meist nahrl)after und wohl­schmeckender als zu anderen Jahreszeiten. Sie haben dann ihre Laichzeit hinter sich, stehen in der Mast- pcr'ode und befinden sich, do Nahrung reichlich vorhanden 'N, in einem vorzüglichen Ernährungs­zustand. Anoererseits ist der itcitbcbarf des mensch. lidjen Körpers im Sommer bcrnbqcfetp; das fett­reiche Fleisch der warmblütigen Tiere widersteht uns daher vielfach. Heroorgehoben sei nodi. baß Räucherfische namentlich geradezu das Ideal eines nahrhaften und leicht verdaulichen Nahrungsmit­tels darstellen. In den sischesienden Ländern, zu denen Deutschland leider immer noch nicht zahlt, weiß man diese Vorzüge sehr wohl zu schätzen und es steigt dort der Fifchoerkehr iin Sommer. Außerdem wäre ein geficigcrtcr Fifchverzehr im Sommer auch aus volkswirtschaftlichen Rücksichten zu begrüßen. Durch einen gleichmäßigen 'Jlbfag während des ganzen Jahres würde der Fischhandel gefestigter, und es brauche nicht, wie bisher, alljähr- ltch wegen des mangelnden Absatzes im Sommer em großer Teil unserer Fischdampferflotte auflegen. Der gesamte Hochseefischereibetrieb würde dadurch verbilligt, was schließlich auch dem Verbraucher zugute kommen würde. Die Befürchtung, bah die Güte der Fische namentlich bei längerem Trans­port durch die Warme leidet, ist gänzlich unbegrün­det. Höhere Temperatur und größere Entfernung des Berbrauchsortes von der Küste spielen heute im Fischhandel keine Rolle mehr. Durch eine an- gemessene Verpackung, eine reichlichere Eiszugabe ißt sich ihre Einwirkung auf die Ware oollftän- big ausgleichen. Vor dem Kriege wurden selbst in den heißesten Sommermonaten frische Fische von der deutschen Rordseeküfte noch Ober-Italien, Oesterreich und Ungarn versandt und kamen dort in tadellosem Zustande an. Jetzt nach Wiedereinstel- lung der Fisch-Eilzüge und besonderen Fischkurs­wagen ist die Beförderung ebenso schnell wie in Vorkriegszeiten. Außerdem läßt jedes gute Ver- sandgeschäft es sich angelegen sein, seine Fische so zu verpacken, daß sie auch einen mehrtägigen Trans­port gefahrlos überstehen."

Sine neue Spätverbindung auf der Strecke GießenFriedberg. Don der Reichsbahndirektion Frankfurt a. Dl. wird unS mitgeterlt, daß ab 5. Juni auf der Strecke Gießen-Butzbach - Friedberg e#ne neue Spätvcr- btndung vorgesehen ist. Der Zug wird um 10.39 ll&r nachm. in Gießen abfahren und um 11.40 Tlhr n achm. in Friedberg an kommen.

* Personalien. Ernannt wurde am 26. Mai der Ministerialrat im Ministerium der Finanzen Karl Hesse vom 1.3uni 1925 ab zum Staatsrat im Ministerium der Finanzen und zum Dorsitzenden der Abteilung dieses MinisterimnS für Forst- und Kameralverwaltung mit der AmtsbezeichnungCanbforftmcifter.

** Eine Reichstaguna der Evan­gelischen Volksgemeinschaft findet am Dienstag, 2. Juni, vormittags 10 Mr beginnend, im Gasthof Hindenburg hierfelbst statt. Die Tagesordnung, auf der bedeutsame Vorträge stehen, ist im heutigen Anzeigenteil veröffent­licht. Alle Freunde und Anhänger der Be­wegung find eingeladen.

** Ser Abbau der Paßvorschrif- ten. Der feit längerer Zeit begonnene Abbau der Paßvorschriften soll u. a. in der Weise fort­gesetzt werden, daß der deutsche Sichtvernterk- zwang im DerhäUnis zu solchen Staaten aufge­hoben wird, die ihrerseits für Reichsangehörrge den Sichtvermerk nicht fordern. 3n erster Linie kommt hier der Freistaat Danzig in Betracht Mit Wirkung vom 1. 3uni ab wurde deshalb bestimmt, daß Danziger Staatsangehörige, die sich durch gültigen Heimatpah über die Danziger Staatsangehörigkeit einwandfrei auSwcifen, für den Grenzübertritt weder bei der Einreise nach Deutschland, noch bei der Ausreife auS Deutsch­land eines Sichtvermerks bedürfen.

Kreisverband Oberhessen bes Verbandes für die evangelisch-weib- liche Jugend Hessens. Roch längerer, durch verschiedene andere Konferenzen und Kurse beding, ten Pause trat am Dienstagnachmittag im Markus- faal zu Gießen der Kreisverband Oberhessen des Verbandes für die evangelisch-weibliche Jugend Hes- sens zu einer wichtigen Tagung zusammen. In Stellvertretung des Vorsitzenden, Pfarrers Bey- r i ch - Münzenberg, der erst später erscheinen konnte, eröffnete Pfarrer Dittmer- Hausen die Sitzung, lieber Vereinsnöte und Vereinshoff- n u n g c n sprach in besonderer Zuspitzung auf die städtischen Verhältnisse Pfarrer H c r t e l .Gießen; seine Ausführungen wurden ergänzt durch Pfarrer $ e i) r i d), bet insbesondere die ländlichen Verhält­nisse berücksichtigte Die 'Aussprache war recht rege. Es wurde fernerhin beschlossen, kurz nach Pfingsten zu einer Arbeitstagung in Bad Salzhausen zusam- menzukommen, die von jedem Verein mit 2 bis 3 Mitgliedern beschickt werden soll.

* Im Goethe-Bund veranstaltete am Mittwoch Studienrat Krauß einen Volkslieder- abend, dem, wie dcr starke Besuch zeigte, großes Interesse entgegengebracht wurde. Herr Krauß sprach

e-nkitenb über Herkunft und Geschichte des Volks- lindes, wovei y auf die Bedeutung der Namen wie Herder. Goethe. Arnim, Brentano und Uhland für bie Erforschung und Belebung des deutschen Volks- liebes hinwies, und schloß mit der eindringlichen Mahnung, dos kostbare Gut aus den Jahrhunderten 1417 mit Därme und Treue zu pflegen. Wie em Volkslied entsteht, konnte nicht besser gezeigt werden als durch das FreUigrathsche Gedicht ..Prinz Engen der edle Ritter", das Herr Krauß in der Vertonung von Löwe mit eigener Klavierbegleitung vortrug. Alsdann sang der von Herrn Krauß geleitete Ge- mischte Chor der Gießener Volkshochschule fünf alte Volkslieder vierstimmig a cappella, die. mit Wärme und Innigkeit im echten Sinne des Volkes und des Liedes vorgetragen. von der Schulung des sicher führenden Chorleiters wie von dem innerlichen Mit- gehen der Sänger das schönste Zeugnis oMegtcn. Den Geist dieser kleinen musikfrohen Gemeinde, wie den Geist der Volkshochschule überhaupt kennzeichnete das schöne Freundschaftslied Mozarts ..Brüder, reicht die Hand zum Bunde", mit dem der Chor den Abend richtungweisend eröffnete.

VorrroUzcn.

.Wikinger Fahrten ber Re» rot her: im Land der 100 0 6 een ist ein Lichtbildervortrag mit Sied rn zur Laute betitelt, der am kommenden Mittwoch abend im Saal bau Sauer veranstaltet wird. lSiehc heutige Anzeige.) Hierzu wird uns über die Rerother «Der Tierotbcr Wandervogel) und ihr Wollen milgeteUL Der Rerother Wandervogel wurde gegründet von jungen Menschen. Schülern und Studenten, die sich in der tiefsten Aot des Vaterlandes. bei dem tiefsten Stand der Jugendbewegung zusammm- fanden. Hohe und schöne 3deale find es. die der Rerother Wandervogel sich zum Ziele gefetzt hat: die Errichtung eines Ehrenmals für die Dausende deutscher Wandervögel, die für Heimat und Dater- land ihr junges Leben liehen. Kein toteÄ Denk­mal soll es werden, sondern ein Ausdruck leben­digen, gemeinsamen Wollens, an dem jedes Bundesglied mitarbeitet und schafft: die Errich­tung einer Burg ist das 3beal das dieser Fugend vorschwebt, einer Burg, die ganz im eignen neuen Stil erbaut werden soll. Als Platz ist die Ruine Waldeck auSersehen, ein herr­liches Fleckchen deutscher Erde im Hunsrück. Für die Errichtung dieser Burg braucht die Rerother- 3ugend Mittel. Deshalb veranstalten die einzel­nen Gruppen Lichtbildervorträge. Am Mittwoch wird ein Nerother ü&pr einen Zug nach Finn­land berichten. Er wird an Hand prächtiger Lichtbilder, die das Leben derfahrenden Scho­laren" lebendig wiedergeben und auch den Schön­heiten der Landschaft gerecht werden, erzählen, wie sie das Land der tausend Seen und seine Leute kennen lernten und sich aufs neue die Herzen der Finnen, die unterem tapferen deutschen Heere ihre politische Selbständigkeit verdanken, eroberten. Allen, die sich toieber einmal von Herzen an Deutschlands 3ugend. Deutschlands Hoffnung freuen wollen, sei der Besuch des Vor­trags empfohlen.

Bezirkstierschau über Vogelsberger Vieh.

Schotten, 21 Mai.

Der LandwirtschaftskammerauS- schuß für die Provinz Oberhessen hatte eine Eiirladung an die Züchter des r e i n : n Vogelsberger Viehes ergehen lassen, ihre aufgezogenen Herdbuchtiere in einer allgemeinen Tierschau vorzuführen, die heute auf dem schön gelegenen Dockzahl in der Stadt Schot­ten ftattfand. Die Schau war außerordentlich reichlich beschickt, über 250 prächtige Exemplare deS schönen RotvieheS waren auf getreten. Der Platz war übersichtlich angelegt. 3 große Vor­führungsringe waren hergerichtet. Als Preis­richter fungierten die Herren Prof. Dr. Knrli- Dießen, Direktor Hopp -Erndtebrück, Tierzucht- infpektor Dr. T o r n e d e -Biedenkopf, Anton Engel V -Hörnsheim, Hermann Velten- Göbelnrod. Fr. Brand- Strothe. Eine Reihe von Ehrenpreisen war gestiftet worden seitens des Kreises und der Stadt Schotten, von der Vogelsberger Volksbank, vom Kreisrinderzucht­verein, der Molkerei.unb einer Reihe von Ge­meinden.

Die Tierschau bezog sich auf Bullen im Alter von 1 bis 3 3ahren, auf Kalbinnen, träch­tige Kühe, Milchkühe, auf Familien und Samm­lungen, alles eingeordnet in 9 verschiedene Klassen. Mit besonderer Befriedigung konnte festgestellt werden, welch erfreulichen Aufschwung die Zucht des bodenständigen Rindes wieder ge­nommen hat. CS war eine Lust, die gesunde kräftige Raffe des einheimischen Vogelsberger Schlages zu sehen. Der Vorkriegsstand des Vieh­bestandes ist zwar noch nicht ganz erreicht, aber es geht vorwärts, und der vorhandene gesunde Stamm an Rotvieh bietet Gewähr für ein er­freuliches Wachstum der einheimischen Rasse.

Sehr stark war daS Interesse an der Schau, das zeigte der überaus starke Besuch. AmDi?'s- tag abend sand im Hessischen Haus ein De- gräßungsabend statt. Oekvnomierat Breiden­bach, der Vorsitzende des Landw. Kammcraus- schusses für Oberhessen, hieß die zahlreich er­schienen Gäste herzlich willkommen. Der gesamte Ausschuß ber LandwirtfchaftS-Kammer Hessen war erschienen, in deren Ramen der Vorsitzende der Kammer sprach. Bürgermeister Menget- Schotten überbrachte den WillkvmmenSgruß ber Stadt. Eine Reihe weiterer Ansprachen folgte.

Die Tierschau selbst war vom besten Wetter begünstigt, das 3ntereffe, das die Bevölkerung nahm, sehr stark. Ein gemeinsames Ellen fallest sich an die Prämiierung. Oekonomierat Brei­denbach sprach nach Worten der Begrüßung und deS Dankes auf den Vogelsberg und fein Vieh. Kreisdirektvr Boeckmann übermittelte

1. Vfingtt-Aciertag, 31. Mai:

Wetzlar, Schützengarten

3.15 Uhr 3.15 Nbr

MSSMMWll auSgefübn von der gesamten Kapelle der Stahl­werke Röchling-Buderus A.-G. unter perfdnL Leitung des Kapellmeisters Herrn A. Noihe.

EintrittSvrciS: 1. May Mk. 1., 2. Platz DU. 0.75 einfcbL Steuer.

Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. 5493D

die Grüße des Kreises, fein Hoch galt dem Landwirlschafts-Kammeraustchub £>5?rheften. Die Hess Regierung war durch Ober-Regierungsrat Dr Man vertreten, die rersichern ließ, baß man allezeit ber Rotviedzucht im Vogelsberg |:i- tens beS Stoalsregierung bic weitgehendste För­derung angedeihen lallen werde. Die prämiiert.m Tiere wurden im Ring vorgef.wri Alles in allem war die Tierschau ein .-oller Erfolg. ES geht aufwärt» und vorwärts mit der Tier­zucht im Vogelsberg. Die Vogelsberger Rasse ist die Zucht ber Zukunft.

Kleine Strafkammer Wetzlar.

ß WeNlar . 27. Mai. Der Bergmann M. unb der Hüttenarbeiter G aus Frohnhau­sen waren wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vom Amtsgericht Dillenburg zu Geldstrafen von je 60 M. eventl. 6 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Hiergegen hatten sowohl die Angeklagten als auch die Staats­anwaltschaft Berufung verfochten. Wie die Ver­handlung ergab, hatten die Angeklagten in einer Rächt im September 1924 vor dem Haufe deS Zeugen B. als dieser sich schon zur Ruhe begeben hatte, ruhestörenden Lärm verursacht. D. versuchte durch gütliches Zureden auf Sie Angeklagten, biete zu veranlassen, sich ruhig zu verhalten, was jedoch ohne Erfolg bliev. B. begab sich hierauf mit einer Laterne versehen auf die Straße und erkannte hierbei die beiden Angeklagten. Dann will er von M. ahnungslos einen Schlag mit einem harten Gegenstand gegen die Brust erhalten haben, wodurch er eine blu­tende Hantverlehung, durch die auch feine Klei­der blutbefleckt wurden, davongetragen habe. Weiter wurde dem Zeugen angeblich durch den Angeklagten G. eine 3acke über den Kopf ge­worfen. er (der Zeuge) ein Stück Weges geschleift und auch von den Angeklagten geschlagen. Die Angeklagten bestritten, den Anfang zu der Schlä­gerei gemacht zu haben, sondern behaupteten, ber Zeuge fei ber schuldige Teil, da er zuerst mit einem Stock auf sie eingeschlagen habe. sie wol­len in Rotwehr gehandelt haben Auch sind die Angeklagten der Ansicht, durch die rechtS- krästig gegen sie erkannten Geldstrafen von je 150 M. wegen des ruhestörendcn Lärmes sei diese Sache schon hinreichend gesühnt. Die heu­tige Verhandlung ergab, daß die Angaben der Angeklagten bezst der rechtskräftigen Verurtei­lung auf Wahrheit beruhen. Mit Rücksicht darauf, daß die Angeklagten schon wegen des in der fraglichen Rächt begangenen ruhestörenden Lärms mit je 150 M. Gllostrafe rechtskräftig belegt worden find, stellte daS Gericht das Verfahren gegen die Angeklagten auf Kosten der Staatskasse ein.

Dem Arbeiter R. au6 Klein-Alten- ftäbten war zur Last gelegt, im September 1924 in der Gemarkung Altenberg etwa 1,5 rm Buchen knüppel Holz, dem Zeugen R. gehörig, gestohlen zu haben. Das fragliche Holz wurde bei einer Durchsuchung hinter dem Haufe deS Angeklagten vorgefunden, während der Ang - klagte bestritt, den Diebstahl begangen zu hab.n noch der Eigentümer dieses Hol;es zu sein. Gr wollte nicht wissen, wie das Holz an diesen Ort hingekommen sei und wem es gehöre. Es fer schon öfter vorgekommen, daß 'gestohlenes Hotz von unbekannter Hand auf sein Anwesen geschafft wurde. 3n erster Instanz war durch das Amts­gericht Braunfels auf Freisprechung des Ange­klagten erkannt worden wogegen die Staat#- antoaltfdjaft Berufung ein legte. 3n der heu­tigen Verhandlung erkannte daS Gericht trotz der größten Verdachtsmomente gegen den Ange­klagten auf Freisprechung.

Die Ehefrau' Ludwig H. von Wetzlar war beschuldigt, dem Invaliden Wilhelm O. von Wetzlar eine Geldbörse mit 15 M. Inhalt ge­stohlen zu haben. Sie erhielt dieserhalb seiner­zeit vom Amtsgericht Wetzlar 3 Monate Ge­fängnis, wogegen sie Berufung cinleate, die fte mit der Behauptung begründete, sie sei an dem Tage, an dem der Diebstahl begangen worden sei, überhaupt nicht in Wetzlar gewesen. Wie der Zeuge O. behauptete, ist die Angeklagte eines Tages zu ihm in die Wohnung gekommen, um ein Paar ihr gehörige Schuhe abzuholen. Als die Angeklagte wieder weggegangen war, ver­mißte der Zeuge seine Geldbörse mit 15 M. Inhalt und eine Eßkarte. Da an diesem Tage sonst niemand in feiner Wohnung gewesen war, hatte er sofort Verdacht auf die Angeklagte und erstattete gegen diese Anzeige. Der von der Angeklagten angetretene Alibibeweis mißglückte zwar, doch kam trotzdem das Gericht mangels ausreichenden Beweises zur Freisprechung der Angeklagten, da die Auslagen deS beugen O. kein klares Bild ergaben.

Buntes Allerlei.

Waldbrand-Katastrophen.

Der furchtbare Daldbrand tnPommern macht auf uns einen so besonders schmerzlichen Eindruck, weil der Deutsche ja den Wald so jehr liebt und in ihm ein Stück seiner selbst empfindet. Glücklicher­weife sind solche Katastrophen bei uns selten, in Amerika aber sind sie an der Tagesordnung und haben in den riesigen Waldern der Vereinigten Staaten und Kanadas ungeheure Schaden ange­richtet. Die früheren Ansiedler, die ja im ewigen Kampf mit dem Wald sich das Land erobern mußten, dachten an alles andere eher als an Wald- schutz und Walbpslege, und so wurde denn jahr­zehntelang ein furchtbarer Raubbau getrieben. Erst seil den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts Hot man in den Vereinigten Staaten Gesetze zum Schutz gegen Waldbrändc erlaßen, ein Heer von Waldauf­sehern bestellt und vor allem durch Danberrebner und durch die Belehrung der Jugend in den Schulen

eine Propaganda gegen bu Waldoerwüftung ge- trieben. Die Walbbrönbe sind nämlich last immer aus die Fahrlässigkeit des Publikums zurückzusühren.

die man angibl. wie etwa. daß der Blitz gezündet habe oder zwei Baum- äste sich i.i lange aneinander rieben, bis sie brenn* ten treffen i ir in den aHerftltenRen sollen zu Meistens dt es em brennende» Streichholz, bas seinen Weg in bas dürre Salbmoo? findet, unb wenn ein geeigneter Wind dazukommt. bann ist ber Waldbrand fertig, ber einen riesigen Umsang an neh­men kann.

In den letzten Jahren ist auch bas amerikanische Publikum vorsichtiger geworben, und man hat, be­sonders in Kanada, Flugzeuge dazu verwende, um etwaige Brandherde in den unübersehbar*« Waldungen auszuspüren, so baß das Feuer rechtzeitig gedämmt weiden kann. 2tber die Verluste in Amerika durch Walbbrände gehen noch immer in die Millionen Dollar. Immer wieder sind verheerende Katastrophen cingeirctcn, die man als nationales Un­glück cmpsond. Im Oktober 1871 legte bas grofte Peshngc-Feucr an den Ufern der grünen Bai in Wisconsin ganze Dörfer in Asche, vernichtete über 1000 Menschenleben, machte 2000 Familien heimat­los und verursachte einen Schaden von 30 Millionen Dollar. Zehn Jahre später wütete in ber Saginaw- gegend non Michigan ein anderes Riesenfeuer, das bis zum Huron-See drang und ein Gebiet von mehr als 2500 Quadratkilometer mit Tod und Vernichtung Überzog. 1894 forderte bas sogenannte Hinckley- Feuer, das die Stadt Hincklci; zerstörte, in Minne­sota das Opfer von 400 Menschenleben. Eine der furchtbarsten Waldbrandkotastrophen hat sich 1910 In sechs Staaten des Nordwestern. ber Union abgespielt. Es wurden damals über 50 Städte unb Bßrfer zer­stört, gegen 1000 Menschen kamen ums Leben unb der Materialschaden wurde auf mehr als zwei Millionen Dollar geschätzt.

2Vic schurrt man sich bei (Gewittern?

Denn cs so Weiler geht, werden wir ebt sehr gewitterreiches Jahr haben, denn toon letzt hat es an Unwettern nicht gefehlt, die versMeorne Opfer gefordert hoben Manche Nder ^Inalück-AMa ließen sich vermeiden. toenn das Publikum mehr darüber wüßte, wie man sich bei Gewittern schützt. Zunächst einmal ist cin Blitzableiter eine sehr segensreiche Einrichtung, No cm keinem Hause fehlen sollte. Die großen ölfnntlrchen Bau­ten, Ne Katoedralcn unb Rathäuser, die wohl durchweg mit Blitzableitern ausgesiattet sind, wer­den jedenfalls durch Gewitter fast nie beschädigt, was wohl dieser Schutzmaßnahme zuzuschnTeiv« ist. Auch Ne Wolkenkratzer vvn Reuhork unb Ehicoop, Ne mit großen Blitzavlei<nngscrnlagen ouSgesiotte! find, Habei noch num.il® ernstlichen Schaden gelitten. 3m Hause selbst gkbt eS emfge Plätze, die bei ®en>ittern besonders gefährlich sind. Dazu gehören Ne Schlafzimmer unter dem D a ch. denn der Blitz fährt häufig in den Schornstein, und tnerm dessen Steine durch das Dach ilndurchgeschleudert worden, können sie Leute töten, die in solchen Dachkammern im DeN liegen. Auch die Küche ist nicht ganz unassährlich. da sie viele metallene Gegenstände enthält. Des­wegen aber braucht man nun nicht gleich Angst zu haben, während eines Gewitters beim Esssy Messer und Gabeln in die Hand zu nehmen, wei? ihr Metall den Blitz anziehen föimte. 3m Freien ist bekanntlich das Gefährlichste, wenn man sich unter Bäume stellt. Dutzende von Tieren, bsfond rs Kühe, werden auf diese Weise jede# 3phr getötet. Lbenfo muß man vermeiden, sich bci einem Gewitter in ter Räche eine« DrahVaun.es auf .uhalten. In den großen Weide- gcbieten des amerikanischen Westens, von Argen­tinien und Qlu ii ralicn, werden dadurch groß« Ver­luste an T':J> hervoraerufen, dah sich die ängst­lichen Tiere an d-n Drahtzäunen zusammen drän­gen. bic den Blitz anziehen. Schemren tmb Heu­schober werden auch öfters getroffen. Man be­hauptet, daß noch kein Kraftwagen, kein Ersen-' bahnzug und f.in Radfahrer In der Bewe­gung vom Blitz getroffen worden sind.

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