Ausgabe 
29.5.1925
 
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Nr. 124 Erster

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Blatt

175. Zahrgang

Sreitag, 29. IHai <925

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

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Grenzen, c

raänzt haben. CSie wenig heimlich das daraus hervor, daß ich damals im

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Der heereretat im Reichstag.

CHtte tNcbc des ReichswehrministerS.

»art geht

ÄaDinett beantragte. diese Dinge offiziell

mH »er Reichswehr D«fiit zu »«» chenHchla»» nicht yt* Ka»s»shlUh Sur 6t«>H fremder Heere werde.

licht brechen. Der Minister schlicht unter b«m lebhaften Beifall der Rechten und der Mitte Mit der Versicherung, daß die deutsche Reichswehr em t*en Parlcipol-ti' unberührtes, ,<uüer« U ff i g e 5 Heer der Republik fein und Bleiben werde.

Abg. Dr. Dredt (Dirtsch. Vgg.) erinnert tx Hinblick auf den inzwischen cingegangcneir

3»hntcl DeS Inhalts zählen die Maßnahmen ®if, die wir in gewissenhafter Beachtung des 3eefeiller Vertrages unternommen haben. Zu bf« Angriffen auf das Offizierkorps kann ich nur aufrichtig versichern, daS deutsche Heer, wie es »steht, ist ein Heer der Republik! Las rite Ofsizierkorps hat sich mit große m Pflichtgefühl der Republik und der leugeftaltuna deS Heeres zur Ber- 'Lgung g e ft e II t. (Beifall recht«.) Die Offi-

de r Gntcnte mitzuteilen. Dieser Antrag i| Wtxr nicht angenommen worden.

Zeitfreiwillige werden, wie mir die «ilitärischen Befehlshaber bestimmt versicherten, nicht mehr autgebildet.

Hch h«de nichts ge<M einen vernünftigen Pazifismus. Die große Keeresverlage in Zrnnkreich, die weit über unser früheres Äindendurgprogramut hinausgeht, ist von Serrot und dem 5'inkSkartell gemäht v»or« Den. «Hört! Hörti' Karans ergibt sich wieder, daß Lehubl« en» Demokratie *»cr friedlich, aber nicht d-saitistifch find. Wir verletzen nicht den Derfailier Okrtraf, aber wir wolle« auch nicht auf das verzichten, worauf wir nach diesem Vertrag Anspruch haben. Mir werden ehrlich an jedem Shstem der Abrtstnng Mitarbeiten, aber das Opfer der deutschen Freiheit darf keiner fordern!

(beAhafter Beifall rechts.) Die Broschüre der *Q< für Menschenrecht hat der feindlichen Pro­paganda viel genützt und Deutschland schwer ge­schadet. Aber Landesverrat war sie nicht. Reun

GchMoaitzer Armee.

G> ist richeiG, daß die Reichswehr Gelder von vaterländifchon Verbünden an- gwt-no** hat. Damit sinh dee Wohlfahrt«- eiirichtunaen für di» Rerchswehrangehö- riflw unter »cktzt tvordon. 3* hab< damit auch ainmi ültigrM vom pret»hischen Zimenminister aebist ige«n politischen Zweck verfolgt: SaZwn wir dem .Stahlhelm", demWehr- wolf" uftb. das im ganzen Reich« gesammelte Gold adnahnnni, verhinderten wir, daß dieses Gesd zu bcbenflid>en Dirrgen und z u politi- fchem Unfug verwendet wurde. Leider kinv in der letzten Zeit die der Reichswehr zuge- fleffciten Summen geringer geworden.

Die Hauptaufgabe der deutschen Reichswehr «ft der Schutz der deutschea Grenzen. Die deutsche Politik ist friedfertig Aas Wort, daß nur ein Verrückter in dieser Zeit an Stieg denken kann, stammt von mir. Auch der Reichspräsident, der doch ein militärischer Fachmann ist, hat erklärt, daß Deutschland an eine* Krieg gar nicht denken kann. Wir sind gern bereit, inkrnetbnek Sicherheitv« vercinbarnngon für d»u gegenseitigen Schuh der Grenzen abznschließen. Solange »ns nicht gefchiabt, hat »ec Reichswetzeminifter die

_ gestellt. (Beifall rechts.) Die Offi­ziere, die ihren Gib auf die republikanische Ver­fassung geleistet haben, werden dielen Eid

Berlin, 28. Mai. Zweite Beratung des Haushalts des Reichswehrministeriums.

Reichswehr mini st er Dr. Dehler geht auf die Kritik ein, die am Dienstag von nwhrermi Rednern in der Höhe der Aus­gaben geübt worden ist. Wenn man Äoffen vermindern will, dann muß man tm- 0«>er unter daS heruntergehen, waS selbst die Entente al« notwendig für Deutschland Haltet, oder man muh bei den einzelnen w»n nackweisen, daß zu viel bezahlt wirb. Die Zahl der Stabsoffiziere könnte man ver­ringern. dann mühte man den Herren eben die Gahälter in der Hauptmannsklasse bezahlen. Schon letzt macht c« Die größten Schwierigkeiten, tu gesicht s der verminderten Au«sichten des Offi- ßiocberufes tüchtige Offiziere in der Reichswehr gu behalten, vor allem vermögenslose Offiziere, und daS ist bi« größte Anzahl. Die große Zahl doe Chargen, die hier bemängelt wurde, erklärt ßH sechr einfach au« den besonderen Ver­hältnissen der Reich«wehr im Gegensatz zum a1t«i Haeoe Wenn ein Mann 12 3afrte in der Reichswehr ist, dann will er natürlich nach einer Ssswistem Zeit befördert werden. 3n Der Ausrüstung wird wirklich kein übermäßiger Auf­wand getrieben Die X3*|C bet Osftgierspferde N dar Reichs wehr ist kleiner als die in der

(Baifall.) Wir wollen in der Welt gleichberech- y sein entweder in der Abrüstung oder in dem Ausbau eines unseren Bedürfnissen entsprechen­de, Heeros. Mr diese von uns erhoffte Zeit der Gleichberechtigung brauchen wir. wenn rt Anderen nicht a brüst en. als Drmrblage ein litetzeer. wie wir es tatsächlich in der Reich« wehr besitzen. Dav Gerede von ge­heimen deutschen Rüstungen ist lächerlich, in Volk, das heimlich rüsten will, muß anders aussehen als das deutsche, das dazu viel zu arm und schwatzhaft ist. Es ist richtig, daß wir im Herbst 1923 Zeitfreiwillige eingestellt und die total erschöpften Muniiionsbestände, aber nicht 'tztzor die durch iten Versailler Vertrag gezogenen

Frankreichs Marakkokrieg.

Man hat Herrn P a i n l e v e in der Kammer wegen Marovo doch recht tüchtig eingeheizt, und wenn diese Krise dem Bestand seines Kabi­netts vielleicht auch nicht gefährlich war, so hat die Aussprache doch mancherlei wichtige An­haltspunkte ergeben, die herauSgehoben zu wer­ben verbienen.

Da Abb c l Krim in der journalistischen Kriegführung noch nicht soweit vorgedrungen ist, um täglich Kriegsberichte herauszugeben, be­herrschten die Franzosen mit ihrer amtlichen Darstellung ausschließlich das Feld; es war also nicht ganz leicht, die Zusammenhänge zu erfassen, die überhaupt zum Kriegsaus­bruch geführt hatten. Bisher mußte eS wenigstens so scheinen, als ob die Rifkabyien die Angreifer gewesen waren, etwa in der Form, daß Abb el Krim, nachdem er sich den Rücken gegen Spanien gesichert hatte, nun in breiter Front nach Süden vorstieß in die französische Zone hinein, um die Selbständigkeit auch gegen den größeren Feind zu erobern.

An dieser Darstellung hatten die Franzosen auS innerpvlitischen Gründen ein starkes In­teresse; die Sozialisten, die ja wenigstens unmittelbar Regierungspartei sind, können, wenn sie auch im Bergleich zu ihren deutschen Ge­nossen sehr stark nationalistisch verseucht sind, einen ausgesprochenen Imperialismus nicht gut mitmachen und müssen deshalb Wert darauf legen, daß Frankreich in der Rolle deS Verteidigers gegen Abb el Krim auftritt. Korrigierende Meldungen aber, die der fran­zösischen Darstellung die erforderliche Retusche geben könnten, stehen auS; die Spanier sam­meln feurige Kohlen auf daS Haupt Frankreichs, sie halten sich sehr zurück, obwohl die Pariser Presse eine schlecht verhüllte Schadenfreude zeigte, solange die Spanier sich mit Abd el Krim herum- schlugen. ilnö noch viel vorsichtiger sind die Engländer, die offenbar einer Parole von der Downing Street folgen und alle Melbungm, die bei ihnen einlaufen, einer sehr strengen Zensur unterziehen, dafür allerdings auS Lon­don heraus um so offenherziger telegraphieren bis jenseits in die Gegenden deS Islam hin, in der Hoffnung, daß die grüne Fahne des Pro­pheten doch noch eines Tages in Marokko ent­rollt wird und den Franzosen ernste Schwierig­keiten bereitet.

In der französischen K a m m o r sind nun aber trotzdem sehr handfeste Andeutungen gefallen, daß dieser ganze Kolonialkrieg von der Generalität entfesselt ist, die gerne die Gelegenheit benutzen wollte, um daS fran­zösische liebergewicht auch gegenüber den Rif­leuten sicherzustellen. Die Zusammenhänge deuten ja auch eigentlich alle in der gleichen Richtung: Frankreich hat seine Politik schon seit der Jahr­hundertwende darauf eingerichtet, das ganze Rordwestafrika zu einem einheit­lichen Kolonialreich z u machen, Tunis, Algier, Marokko, die Rigermündung bis her­unter nach Kamerun und der ganze gewaltige dazwischen eingeschlossene Komplex sollte fran­zösisches Kolonialgebiet werden, aus Dem waffenfähige Männer für den Krieg in Europa herausgeholt werden tonn­ten, das aber außerdem an Bodenschätzen und an Produkten unbegrenzte Möglichkeiten für die fran­zösische Industrie schus.

Ganz ist der Plan nicht durchgesührt worden; die Engländer, die seinerzeit gewaltig anS Schwert faßten, als Deutschland sich in Agadir ansiedeln wollte, haben es auch zu verhindern gewußt, daß Frankreich den südlichen Teil der Straße von Gibraltar besetzte. Dieser ganze Küstenstrich wurde den Spaniern überant­wortet, mit Ausnahme von Tanger, daS offiziell internationalisiert ist. Denn Tanger ist schließlich einer der gefährlichsten Punkte, von denen aus der Hebel gegen die englische Welt­macht angesetzt werden kann. Sind die Fran­zosen Herren des HasenS, sind sie imstande, hier eine älnterseebootstation an^ulegen, dann können sie nicht nur die Straße von Gibraltar sperren und damit den Seeweg nach In­dien blockieren, sie tonnen durch Ausstrahlung nach Westen die Passage um das Kap herum verrammeln und den Engländern so von zwei Seiten die Zufahrt yi ihrer ®etreibebafi5 ab* schnüren.

Unter diesen Gesichtswinkeln gesehen, ge­winnt der Kampf gegen Aod el Krim ein ganz anderes Bild: Spanien hat den Kamps auf- gegeben und sich auf die Küstenstriche zurück­gezogen. Frankreich glaubt jetzt Nachstößen

sozialdemokratischen Antrag auf Streichung des Gehaltes des Reichswehrministcrs an Bis­marck. welcher bei einem ähnlichen Fall dem Parlament arklärle. er würde nach einem solchen Beschluß einfach sein Gehalt einklagen. Der Redner fordert bessere Versorgungsmaß­nahmen für die auS der Reichswehr nach 12 Jahren ausscheidenden Soldaten. Die deutsche Marine dürfe nicht vernachlässigt werden, vor allem zum Schuh des AuslanddeuttchtumS und mit Rücksicht auf die Ostsee.

Abg. Loibel (Bahr. Vpt.) bedauert, daß der Druck Der (latente die Rückkehr zu dem Ideal dkS alten Volksheerss und der allgemeinen Wehrpfli«^ verhindere.

Das Fehlen dieses Srjte|uig«teftnieented mache es notwendig die Ingend auf anderen Degen zu ertüchtigen.

Die Tradition der ruhmreichen alten Armoe müsse auch in der Reichswehr gepflegt »Derben.

zu können und Spanien, Das in Marokko die Rolle eines lästigen Zwangsmieters spielt, an Die Lust zu setzen, um Dann gegen Eng­land starke Trümpfe im Spiel $u haben. Ein kühnes, aber auch gefährliches Projekt, Derrn billig wird die Unterwerfung Marokkos ganz sicher nicht. Und eS ist doch sehr die Frage, ob imselben Zeitpunkt, wo Amerika den Druck auf Die SchulDnerstaaten. vornehmlich auf Frankreich, verstärkt, Washington besonders ent­zückt sein wird, wenn es sieht, wie Frankreich, daS seine Schulden nicht bezahlt, endlose Millio­nen in Marokko verpulvert. Hier ist das Bindeglied zur internationalen Politik ge­wonnen, Das den Fortgang der Operationen in Marokko für uns lebenswichtig macht.

Fortsetzung

Der Marokkodebatte.

Paiulcvä verteidigt den Krieg.

Paris, 28. Mai. (WB.) Die Kammer setzte Die Diskussion über Die beiden Interpellationen zu Den militärischen Ereignissen in Marokko fort. Der Abgeordnete Machinot erflärt: ®r alS Kriegsminister Des Kabinetts Poincare habe Marschall Lyautey im Monat April 1024 ge­stattet, Die Ouerghalinie zu besetzen. Diese Opera­tion sei erfolgt, um Die Front z u stabili­sieren und ihre wirllame BerleiDiguna zu er­möglichen. Die Operationen hätten nichts mit Annexionen und Eroberungen zu tun. Gs sei nicht wahr, daß man auf Die Getreidevorräte Dort Die Hand habe legen wollen, wo Die arbeit­same unD friedliche Bevölkerung sich verprovian­tieren wolle. Sie hätte sich tatsächlich mit Flinten­schüssen und durch Plünderungen und Draht­ziehen ernähren wollen. Deshalb habe man die Bevölkerung, gegen Die man ProtektionS- unD Zivilisationspflichten habe, in Schutz genommen. ES fei nicht wahr, daß man den Rifleuten in Französisch-Marokko die Märkte gesperrt habe. Wenn einige Märkte gesperrt worden seien, Dann sei eS lediglich deshalb ge­schehen. weil Taten begangen worden seien, die man nicht hätte dulden können. Abd e I Krim, Der vor einer foliDen spanischen Front stehe, habe einen neuen KriegSplan nötig gehabt.

Abg. CBarretti von der demokratisch-repu­blikanischen Linken, der in den Wandelgängen der Kgmmer als ein Vertrauensmann des Marschalls Lhauteh bezeichnet wird, verfuchi in einer län­geren Rede das Vorgehen des Marschalls zu recht­fertigen. Er fragt die Kommunisten, ob sie

über Abd el Krim richtig unterrichtet gewesen seien. Sein Vater sei eine Art Qtotar gewesen. Sein Bruder sei Ingenieur und er selbst sei vor allem Geschäftsmann. Während de« Krieges habe er im Dienste eines Deut­schen gestanden. Darm sei er in den spani­schen Nachrichtendienst übergetreten. Sein Volksstamm sei vor allem kriegerisch. Um ihn au organisieren, habe er Angehörige verschie­dener Rationen herangezogen. Er stütze sich auf eine Propaganda, deren Ziel es fei. Feuer und Blut in der Welt zu oerbreiten. Erzschürfer, in ihrer großen Mehrheit Deutsche und Eng­länder, durchzögen das Rifgediet und Abd el Krim stehe zum internationalen Ka­pitalismus in guten Beziehungen. Abd el Krim habe sich vor allem auS persön­lichem Vorteil auf die Franzosen geworfen. Wenn Frankreich sich in Marokko befinde, so sei es nicht deshalb, um dort brutal zu unter­werfen, sondern denGeist derGrohmutzu verbreiten, mit dem die französischen Unter­nehmungen durchtränkt feien.

Ministerpräsident Painiev6.

In feinem Augenblick hätten die franko!t- fchen Soldaten in Marokko außerhalb der Gren­zen gekämpft, Die Die Verträge Frankreichs zu- erkannt haben. ES gebe aoer in Frankreich Franzosen, die immer bereit seien. Die Be­mühungen Frankreichs zu beargwöhnen. Diese Franzosen hättten immer Den Eindruck, daß Frankreich Unrecht habe, wenn Dollsstämme plündernd in ein reiche« Tal eindringen, in dem Die Franzosen die Arbeit schützen. DaS sei ein Unternehmen, Dem man entgegentreten müsse. DaS Werk Frankreichs in Marokio sei zivili­satorisch Die ganze Welt erfernte an, daß noch niemals ein Kolonialkrieg be­wunderungswürdiger geführt tooroen

Gel innungsschnüffelei würde in Der Reichswehr nicht betrieben werden. Auch Derjenige. Der Die republikanische StaatSform nicht für Die beste halte, könne treu und zuverlällig Dem republika­nischen Staate dienen. Um DieVersoraungS- frage zu lösen, müsse auf die Länder und Gemeinden cingetoirft werden in Dem Sinne, daß Die mit Dem Zivilverlorgungsschein nach zwölfjähriger Diensvzeit ausfcheidenden Reichs­wehrangehörigen Dort angestellt werden. Außer­dem fei Die berufliche Ausbildung der Mannschaften vor der Sntlaffung weiter zu fördern.

Abg. Ramin (Böll.) erklärt, daß seine Partei Der Weßresat entnehmen werde. Die An­nahme erfolge allerdings nicht etwa um des ReichswehrmmisterS willen, sondern, weil Die Völkischen Anhänger des WehrgedankenS seien, ebenso wie des SelbstbestimmuirgSrechts der Völler. DaS Selbstbestimmungsrecht der Völker sei im Kriege scharf von Den Staat-männern der

fei als Der, Den Frarckrotch letzt führe. Frank­reich habe nur ein Ziel Die Stamme des Ouerghagebietes gegen Die Plünderun­gen z u sichern. Ss sei nicht wahr, daß Frankreich die Risleute Der Hungersnot preis­gegeben hätte.

Die Kammer beschäftigte sich heute mit einer nationalen Frage Die Ehre Der Repu­blik steht bei dem Kolonialwerk Frankreichs auf dem Spiel. Niemals fei eilte verantwortlich: französische Regierung über Die durch ein ver­einbartes Abkommen fcftgcl:gten Grenzen hinottS» gegangen. Zwischen Dem sranzösischcn und dem spanischen Gebiet habe man eine Art Loch ge­laßen. weil man eine Grenzberichtigung erst vor­nehmen wollte, nachdetn man mit Spanien voll­kommen einig geworden sei. Die spanische Re­gierung müsse anerkennen, daß Frankreich in loyalster Weise Den Vertrag be­obachtet habe, Im Rorden DeS Ouergha- gebietoS hätten die Stämme niemals Die Autori­tät des SultanS anerkannt. Die Rifleule, durch Hunger oder Habsucht getrieben, hätten das Ouerghagebiet geplündert.

Frenkreich sei ßereit, »urch alle möglichen Wittel der Patzifterung Da« Ris- und OvergßaßeDiet ju erweitern, ohne die Grenzen »er srmitztzsischen Z»ne zu über­schreiten.

Man wolle auch die Lage der Risbevölkerung im Rahmen des Möglichen bessern und Den ©?- tveidekauf erleichtern. Aber gegen die Plünde­rungen werben wir Vorgehen,

AIS der Marschall im Dezember 1924 Ver­stärkungen angesordert habe, habe er jeden Ge­danken. in das Rifgebiet. daS ein Wespennest sei, einzudringen oder in die spanische Zone zu gehen, abgelehnt. Die Streitkräfte überstiegen nicht wesentlich Die vor Dem Kriege und noch im Jahre 1921 in Marokko unterhalten worden seien. Ueber Die Verluste könne er solgepdeS sagen: Tot« weniger alS 400, Verwundete 1100. In diesem Augenblick schreien die KonnnunistLn: Rieder mit dem Krieg! Die gesamte Kammer erhebt sich zum Andenken der Gesallsnen. Die Kommunisten fahren fori zu schreien Im Rainen der Regierung schließt sich Painlevö der Kund- gebung für die Gefallenen an. Zu den Kommu­nisten gewandt, erklärt er: Sie sprechen immer von Ihrem Abscheu vor Dem Kriege. Aber Ihr einziger KultuS ist Der deS Bürger­kriege«

Painlevs erklärte weiter, Frankreich werde in feiner jetzigen Stellung im Ouerghagebiet ver­bleiben, bis Der Friede möglich fei, D. h. bis Die Risleute Darauf verzichten, in Das französische Protektoratsgebiet einzufallen. ES hänge nur von Den Rifleuten ab, Den FrieDen zu erlangen.

Der kommunistische Abgeordnete Verton erklärt, Der Völkerbund habe in Marokko nicht mehr getan als im Korsufall. DaS Ouergha- gebiet gehöre nicht zum französischen Protekto- ratsgebiet.

Der Abgeordtzete behauptet auch, daß die Franzosen mit Den Engländern Im Jahre 1923 Abd el Krim Waffen und Munition geliefert hätten.

Da« habe man imEcho De Paris'. in Der Action Fran^aise" unD in DerLiberte" lesen können, Die von einem französisch-englischen Syn­dikat gesprochen hätten, daS an Abd el Krim Waffen liefere. Der Vertrag fei in Paris in Der Rue St. Lazare in Der Rähe derEonrebie Fran- taife abgeschlossen worden.

Außenminister B r i a n D protestiert. WaS Derton sage, beweis.', daß Wafsenschmuggel getrieben worden sei. AuS diesem Grunde berate man in Gens, um den Ulogitimen Handel zu unterbinden. Er tonne i,rdes mit tri len, daß in kürzester Frist Spanien und Frankreich sich über alle Maßen geeinigt haben werden, die geeignet seien, den Wasfenschmuggel unmöglich zu machen. RichtS von dem sei wahr, was Verton erklärt habe, der sein Vaterland bei Spanten denunzieren wolle. Zwischen Frankreich und Spanien müsse raschestens ein Abkommen getroffen werden, um den Frieden wieder Herzust eilen.

Die Mitglieder D:r sozialistischen Kammer­fraktion beschlossen mir 21 gegen 20 Stimmen, sich der Abstimmung über die bei Den Interpella­tionen zu den mllitärifchei OreignJfen in Marokko zu enthalten. Die Kammer beschloß mit 522 gegen 31 Stimmen, sich auf morgen zu ver­tagen. Damit ist die Debatte über Die Maroklo- frage abgeschlossen

Entente propagiert worden. Run unterdrücke dis Entente dieses Recht.

Damit schließt Dte allgemeine Aussprache.

Abg. Lipinski /Coa.) geht auf Die Be­schuldigungen ein. Die Der frühere sächsische MinisterpräsiDent Z e i g n e r gegen Die Leitung Der Reichswehr gerichtet hat. Diese Deschuldi- gungen hätten sich als völlig haltlos er­wiesen.

Rbg. L ü n l i ch (Soz.) begründet eine Inter­pellation seiner Freunde, Die sich mit dem M«fseir»»gljick ans Der Doter bei Minden bridjäftigt. Der TteDncr fragt .was Die Herres- leitimg tun wolle, um Die Wtederhvlung von ilnglüdffäHen solcher Art vorzubeugen.

Reichswehrminister Dr. Gehler ectiriDzrt, die Heeresleitung habe sofort alle Schritte getan, um die älriache der Katastrophe aufzuktären. 3m Juni werde in öffentlicher Verhandlung vor dem Schöffengericht Die Vchuldsraae un«