Ausgabe 
28.12.1925
 
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Weihnachtswünsche deutscher Führer

Leistungs- wir dann den alten Erde und

Nicht Vot- Frie- noch

Mil- S o - sollte zum

kommen. 3n dem Artikel heißt es u. a.: bei allen Menschen findet die himmlische schäft von GotteS Ehre und der Menschen den gläubige Aufnahme. Wie fest war vor einigen Jahrzehnten der Glaube von lionen Proletariern an den Erlöser z i a l i s m u s. Die materielle Entwicklung

unter-- und überlasteten Gebieten des Reichs heröeigeführt und das Dcitragsaufkommen so vollständig wie möglich zur Deckung des Für- sorgcnauswandes herangezogen. Di: Befreiungen von Der Bcitragspflich: sollen nach Möglichkeit eingeschränkt werden.

Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Plahvorfchrift 20 mehr

Thesredakteur.

Dr. Friedr. Wilh. Lange Derantwortlich:

für Politik und Feuilleton Dr. Friedr. Will). Lange: für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den An« zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen.

Auslassungen des Reichskanzlers und Dr. Stresemanns.

Eisen, 24. Dez. (Wolfs.) Reichslanz- ler Dr. Luther hat derEssener Allgemei­nen Zeitung" folgenden Weihnachtswunsch zur

dabei ihr tatkräftige Unterstützung Mit dem festen Vertrauen auf_ die fähigkeit des deutschen Volkes können hoffnungsvoll als unserem Leitstern heiligen Worten folgen:Friede auf den Menschen ein Wohlgefallen!"

gez. Dr. Luther.

mit Naturnotwendigkeit diesem System Durchbruch verhelfen. Lind heute? Enttäuschte

Die Eroberung von Tientsin.

Peking. 21. Dez. FengyuHsiangs Truppen sind, wie bereits kurz gemeldet, Donnerstag morgen in Tientsin eingezogen. Die voran­gehenden schweren Gefechte haben mehrere Tage gedauert, und die Verluste betrugen auf beiden Seiten mehrere tausend Mann. Litsch.nglings Truppen haben sich aufgelöst und fliehen. 3m Eingeborenenviertel von Ticntsin plündern die geschlagenen Truppen. Der Eingang zum Frem­denviertel, zu dessen Schuh Freiw.lligen- Truppen gebildet wurden, ist durch Barrikaden gesperrt. Die italienische Schutzwache in den Elektrizitätswerken erschoß nach Dorauf gegan­genem Kampfe zwei Chinesen. Am Donnerstag­abend haben lodann Nationaltruppen Tientsin beseht und die Verfolgung der Tsch'li-Truppen aufgerwrnrnen. 3n Tientsin herrscht Ruhe. Der Eisenbahnverkehr mit Peking wird wieder aus­genommen werden.

Der Pekinger Vertreter derTimes" meldet, bei der Einnahme Tientsins hätten Feng-Puh- Stangs Truppen 4000 Gefangene gemacht. Die Verluste beider Parteien werden auf 20 000 geschaht. 3nfolge der strengen Kalte und 6er. ungenügenden Sanitätsrnaßnahmen sei ein un­gewöhnlich hoher Prozentsatz der Verwundeten gestorben. Llngefahr 40 000 von Litfchlinglus Streitkräften mit der gesamten Artillerie hätten sich in guter Ordnung in Richtung Schantung zurückgezogen.

Ein Sieg Tschangtsolins.

Paris, 21. Dez. (TLl.) Die Blätter melden aus Peking, daß Tschangtsolin über seinen Gegner, den General Kuo Sun Ling einen entscheidenden Sieg errungen hat. Kuo Sun Ling wurde mit seinen gesamten Truppen von der Kavallerie Tschangtsolins gefangen- genommen und zusammen mit seiner Frau auf Befehl Tschangtsolins standrechtlich er­schossen. Er hatte versuch , als Kuli verkleid::, in Richtung auf Liao Pang zu entkommen.

Angestellte und Erwerbslosen ürsorge.

(^inbejicbunq der höher bezahlten An­gestellten in die <§rwerbsloscnfürsorge.

B e r l i n . 24. Dez. (Wolff.) Entsprechend der Erklärung, die der ReichsarbeitSminister am 11. Dezember 1625 im Haushaltsausschuß des Reichs­tags bei der Beratung der zur Erwerbslosen­fürsorge gestellten Anträge abgegeben hat und Dem in der Vollversammlung des Reichstages am 12. Dezember 1925 einstimmig gefaßten Be­schlüsse des Reichstages ist im Reichsarbeits­ministerium ein Gesetzentwurf ausgcarbeilet wor­den, der die Einbeziehung der höher bezahlten Angestellten in die Erwerbslosensürsorge be­zweckt. Das R e i chs kabine t t hat in seiner letzten Sitzung der Neuregelung zugestimmt. Der Gesetzentwurf liegt bereits dem Reichsrat vor und wird dem Reichstage alsbald zur Be­schlußfassung zugeleitet werden. Nach einem eben­falls dem Reichsrat bereits unterbreiteten Ver-

Der russisch - türkische vertrag.

Aeutzernngcn Litwinows.

Moskau, 24. Dez. (WTD.) Der stellv. Außenkommissar Litwinow hat vor Presse­vertretern folgende Erklärung über den trag zwischen der Sowjetunion und der Türkei abgegeben: Die Verhandlungen über den Ab­schluß eines Ergänzungsvertcages zu dem Ver­trag von 1921 wurden bereits vor mehreren Odo­naten von dem Sowjetbotschafter in Angora Suritz begonnen. Die Unterzeichnung des Ver­trages in Paris ist also Zufall. 3n dem Ver­trage werden die seit langem zwischen den beiden Staaten bestehenden Beziehungen fcftgelegt, die jede Möglichkeit irgendwelcher ag­gressiver oder feiitdlicher Hand­lungen gegeneinander ausschlossen. 3ni>em der Vertrag die russisch-türkische Freund chaft stärkt, ist er gleichzeitig ein ernster Schrill auf dem Wege zur Festigung des Weltfriedenc- Wie aus dem veröffentlichten Vertragstert her­vorgeht, ist der Vertrag gegen niemand gerichtet. Litwinow erklärte ausdrücklich, das; keinerlei Geheimzusähe zu dem Vertrag oder den Protokollen bestehen, und fuhr fort: Die Bereitschaft der Sowjetregierung. analoge Verträge mit allen Ländern, mit denen sie iwrmale Belebungen unterhält, abzuschließen, ist der beste Beweis für die Friedensten- ben5 des Vertrages."

Aus Konstantinopel wird berichtet, daß sich Mustapha Kemal Pascha Im April nach Moskau begeben werde, um mit Tschitscherin über die durch den russisch-türkischen Vertrag geschaffene Lage zu verhandeln.

Das englische Echo.

London. 24. Dez. (Wolff.) Der diplo­matische Berichterstatter derDaily Mail" schreibt, der russisch-türkische Vertrag verhindere vielleicht den Eintritt Rußlands oder der Tür fei. in den Völkerbund. Falls dies zutrefsen sollte, stehe man einer völkerbundsseindlichen Be­wegung gegenüber, was von größter Bedeutung sei. Auch dieWestminster Gazette" erblickt in dem Vertrag ein weiteres Hinder­nis für den Eintritt Rußlands in den Völkerbund. Sonst errege jedoch der Vertrag vom britischen Standpunkt auS gesehen keine Bedenken. Der diplomatische Bericht­erstatter desDaily Telegraph" schreibt über diewirklichen Beweggründe für den russisch- türkischen Vertrag", die darin enthaltene Neu­tralisierungsform sei nicht dazu angetan, Den Eintritt eines der beiden Staaten ohne den andern in den Völkerbund zu erleichtern. Es liege jedoch deut Vertrag ein tiefes Mo­tiv zu Grunde, nämlich das türkische Miß­trauen gegenüber 3 t a I ie n. Angora sei nicht vollkommen davon überzeugt gewesen, daß in der letzten Feit zwischen Rom und Moskau nicht Verhandlungen bezüglich eines Zusammen-, wirkens zwischen 3talien und Sowjetrußland stattgefunden hätten, die sich zum Nachteil der Türkei hätten auswirken können. Die Türkei habe andererseits den Wunsch des russischen Außenministers erfüllt hauptsächlich aus Hatz gegen d i e West Mächte, aber auch aus Be­sorgnis, daß die Türkei in kommenden Ver­handlungen mit Großbritannien in den Hintergrund kommen könnte, und sich zu Konzes- sionen wirtschaftlicher Art bereit erklärt, die einen Teil des sowjetrussischen Programs der friedlichen Durchdringung der Türkei ausmachen.

Europas erste Voraussetzung ist. Einer ersten Kon­ferenz werden weitere folgen. Den Worten werden Taten folgen, dem wirtschaftlichen Ausbau wird der kulturelle folgen. Das Nationalgefühl wird nicht mehr sich mit der Frage beschäftigen: Wie bringe ich den andern zurück?, sondern mit dem Bestreben, dem andern es zuvor zu tun in wirtschaftlicher und kultureller Aufbauarbeit zum Wohle des Ganzen.

(9ehefmr.it Felix Deutsch, Präsidialmitglied des Reichsverbandes der deut­schen 3nduftrie, begrüßt den Plan Loucheurs für eine internationale Wirllchaftskonserenz. Für eine Zusammenfassung der 3nteressrn wird zunächst ein horizontaler Ausbau in den gro­ßen Industrien erforderlich sein, und zwar zu­nächst in jedem Lande, dann international euro­päisch und schließlich in einer Verständigung mit Amerika, um den Weltmarkt in Ordnung zu bringen. Gleichzeitig muß die Frage des Ab­baus der heutigen Zollmauern be­arbeitet werden. Wenn an der gesamten Kon­ferenz aus jedem der wichtigsten industriellen Ländern einige wenige maßgebende 3ndustrielle und Finanzielle mit Regierungsvertretern z'r- sammenarbeiten, werde man zu verständigen und durchführbaren 3deen gelangen.

Dr. inq. h. c. Sorge, Ehrenvorsitzender des ReichZverbandes der deut­schen Industrie, urteilt, daß eine Einladung zur Weltwirtschaftlonferenz von uns nicht abgelehnt werden dürfe, auch wenn man, wie bisher, nicht allzu hohe Erwartungen auf ihre unmittelbaren praktischen Ergebnisse seht. Sicher sei, daß eine feste Basis für eine ruhige und ständige Wirt­schaftszusammenarbeit erst erfolgen kann, wenn es in Europa fein Währungselend mehr gebe. Die zwischenstaatliche Organisation der 3n- dustrie, unter Wahrung des eigenen Interesses bei gleichzeitigem Verständnis für das 3nter- esse des Partners hält Dr. Sorge für eine wesentliche Voraussetzung für die Wiederauf­richtung Europas

(Generaldirektor Dr. Dilverberg, Präsidialmitglied des Reichsverbandes der deut­schen 3ndustrie, halt gleichfalls den Plan einer Weltwirlsch aftskonferenz für realisierbar, unter der Voraussetzung, daß sich d.e Politik nicht hin­einmischt. 3n der Frage des Kohlenbergbaues glaubt Dr. Silverberg nicht an einen dauernden Rückgang im Drennstosfoerbrauch. Wcnn die Er­zeuger erst die Anpassung an d e moderne Technik vollzogen haben, werde die absatzfähige Förde­rung eher noch zunehmen. Zusammensassend er­klärte er, ohne Vereinheitlichung der europäischen Wirtschaftsgebiete können die einzelnen Glieder den kontincnlalcn Wirtschastskörpers nicht ge­sunden, aber diese Vereinheitlichung ist gebunden an die rechtliche und tatsächliche Gleichheit der Partner, an gleiche Voraussetzungen ihrer wirtschaftlichen Arbeit.

DieGermania" läßt

Ncichsarbeitsutiuistcr Branns

unter dem TitelFriede auf Erden" zu Worte

Hoffnungen. Die proletarischen Massen glauben nicht mehr an diese naturnotwendige Entwicke­lung. Daher der Kommunismus, der sie durch Terror und Gewalt ersehen will. Selbst wenn es eine irdische Ordnung gäbe, die einem 3ebem irdisches Glück in hinreichendem Aus­maß sicherte, so wäre damit das Menschenherz noch nicht befriedigt. Hinter all den wirtschaft­lichen, sozialen und staatlichen Problemen taucht deshalb die Frage nach dem letzten Lebens­zweck, nach sittlicher Gröhe, nach unvergäng­lichen Ewigkeitswerten auf.

Sollen und dürfen deshalb die Wirtschafts­und Sozialpolitiker, die Staatenlenker und alle, die für das Gesamtwohl die Verantwortung tra­gen, diese Sorge leicht nehmen und der Religion allein die Lösung überlassen? Das wäre vom Standpunkt des Christentums unverantwortlich. Die gewaltige Umwälzung unserer Tage. Krieg und Niederlage, innerer Zusammenbruch, Not und Verzweiflung von Millionen stellen die Pro­bleme der Slaatswirtschaft und Wirtschaftsord­nung wieder in den Vordergrund. Sie drangen sich von selber auf. Aoer leider übersehen Mil­lionen von Menschen bei dieser Fragestellung, daß die Probleme der Wirtschafts- und Staats­ordnung so alt sind, wie die Menschheit selbst und sich immer wiederholen, nur nach Art und Grad ihrer Problematik verschieben und immer noch ist die Menschheit von den ge­gebenen Antworten nicht befriedigt. Wenn je, dann ist e- heute noch angebracht, die christliche Friedensbotschaft der Menschheit zuzurufen, die von der Ehre Gottes ihren Ausgang nimmt und als Quelle allen wahren Friedens auf Erden den inneren Frieden der Seele erkennt und wertet.

Zwischen den Festen.

3n Deutschland ist schon vor Weihnachten die Politik schlafen -gegangen und die Versuche, durch Sensationen außen- und innerpolltischer Art Bewegung in die träge Masse ju bringen, sind mißlungen. Das wird auch wohl über Neu­jahr hinaus so bleiben, bis der Reichstag wieder zusammentritt. Für Der. 10. 3anuar hat das Zentrum feinen Parteivorstand zusammendc- rufen. Bis dahin wird es wohl von den So­zialdemokraten endgültig Antvwrt er­warten, wie sie es mit der Großen Koali­tion zu halten gedenken. Dann muh die Entschet- dung fallen, denn der Reichspräsident wird sich aus die Dauer nicht dazu berg eben, daß er die Entscheidung über die Regierungsbildung ver­tagt, nur weil der deutsche Parlamentarlsmus gestaltungsunfähig geworden ist.

3n Fra nkreich hat man es nicht W aut gehabt, wie bei uns. Dort ist die Krise auch über die Feiertage weiter gegangen. Herr D o u m e r zerbricht sich seine altgewordenen 3äbnc an der harten Nuß der Finanzreform, währendB r t a n ö zwischen dem Block der Linken und einer Neu­orientierung mehr nach rechts hin noch schwa.rn. Nicht nur der Frank, sondern auch Herr Doumer selbst scheint zu wackeln, denn die Franzosen wollen ihre Währung retten, ohne jemanden wehe zu tun die Methode aber, sich den Pelz zu waschen und dabei nicht naß zu werden, ist amh auf finanzpolitischem Gebiet einstweilen noch nicht erfunden. 3mmerhin, auch die Franzosen zeigen eine beachtenswerte Ruhe. S.e begreifen immer noch nicht die Tiefe des Abgrundes, an dem sie stehen.

Dazwischen machen sich die verheerenden Folgen der angeblichen Friedensdiploinatie der Großmächte im weiteren Osten erheblich be­merkbar. Der r u s s i s ch - t ü r k i s ch e Freund- f chastsvertrag scheint das künstlich herge­stellte Gleichgewicht in Kleinasien ins Rutschen zu bringen. Unverkennbar ist London durch die Abmachungen zwischen Angora und Moskau nervös geworden und gibt sich Mühe, die Si­tuation zu retten, aber das ist schwer, nachdem einmal die Kugel den Berg herabzurollen begann. Vielleicht das ist die einzige Hoffnung ist es aber den Türken mit ihren Drohungen nicht ganz so ernst, am Ende begnügen sie sich mit einigen kriegerischen Gesten, um auf diese Weise auf unblutigem Wege aus England herauszu­holen. was fic für die Aufrechterhaltung ihres Prestiges, aber auch zur militärischen, finanziel­len und wirtschaftlichen Sicherung ihres Staates brauchen. 3m Fernen Osten dagegen sind die Dinge im Fluß. Die Generäle in China be­kämpfen einander, besiegen sich gegenseitig und, wenn sie sich bekommen, richten sie sich auch gegenseitig hin. Feng. Tschangtsolin und wie sie sonst alle heißen, benutzen das Land als Auf­marschgebiet ihrer ehrgeizigen Pläne. Doch sind sie aber nur die Puppen in der Hand f r e m d e r D r a h t z i e h e r. Der Kamps, der in China ausgefochten wird, geht in Wahrheit nicht zwischen den Generälm, sondern zwischen 3apan, England, den Vereinigten Staaten und Rußland, ülnd gerade das macht ihn so gefährlich, weil, wenn der Funke einmal übergreift, urplötzlich der ganze Osten in Brand stehen kann.

Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

NotstaudSakton der Neichsrecziernnq.

Berlin, 27. Dez. (211.) Die Reichsregierung ist sich darüber schlüssig geworden, daß die 6 r - roeroslofenunter ff üfjung zur Linderung der ungeheuren Katastrophe zunehmender Arbeits­losigkeit nicht mehr a u s r e i ch t. Sie ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß Rokstandsarbei- t e n größten Stils zur Beschäftigung der Er- roerbslosen eingeleitet werden müssen. 3m letzten (Etat sanden sich hundert Millionen Mark beim Haushalt des Reichsarbeiteministeriums, die in erster Linie als Zuschuß zu Rotstandsarbeiten im Falle zunehmend.'r Erwerbslosigkeit gedacht gewesen sind. Dieser-Hunderl-Millionen-Fonds ist im Bei lauf des letzten Jahres erst ganz wenig in Anspruch genom­men worden. Die Reichsregierung will deshalb un­mittelbar nach den Festtagen Besprechungen über die unverzügliche Verteilung des noch ziemlich er­heblichen Restes dieser Summe an Lander und Gemeinden zwecks (Einleitung von Rotstands- arbeifen abhalten. Bei dieser wichtigen Konferenz soll auch die Frage zur Entscheidung gebracht werden, in welchem Umfange das Reich weitere Mittel für Rotstandsarbeiten unverzüglich flüssig machen kann.

In einem für dieDresdener Neuesten Nach­richten" geschriebenen Weihnachtsartikel erklärt Reicksminister Dr. Slrefemann:

Verschiedenartige Not schafft Schicksals- g c m e i n f d) a f t. Englische Arbeitslosigkeit kann bester geheilt werden durch aufnahmefähigen deut­schen Markt als durch einen verelendeten. Frank, reichs Finanznot, die kein wirtschaftlicher 2orft.il für uns ist, kann nur geheilt werden, wenn ein friedliches Europa den großen Finanzmächten der Welt ein weniger risikoreiches Feld zur Betäti­gung bietet. Ueberlegene Technik überseeischer Märkte zwingt zum Zusammenwirken der Wirt­schaft über die Landesgrenzen hinaus. Ein waffen­loses Volk kann von einer Fortdauer der Kriegs- ftimmung nichts, von einer Verständigung nicht alles, von einem europäischen Zusam­menwirken aber noch manches für seine Zu­kunft erwarten. Dieser Gedanke sei der der Politik von Locarno. So lebhaft auch Einzelheiten dieser Politik bekämpft würden, einen anderen Weg habe kaum einer der Kritiker gewiesen. Eine einseitige Ostpolitik ist bei unseren geographischen Grenzen unmöglich. Eine Politik der Revanckze ist Wahnwitz. Der heute begangene Weg hat heute die Möglichkeit einer friedlichen Entwicklung, unter der allein ein deutscher Wiederaufstieg möglich ist.

Nichts Törichteres als das Schlagwort von der nationalen und internationalen Politik. Wer mit Mitteln internationaler Verständigung sich Freunde in der Not schaftt und frühere Feinde durch wirt­schaftliche Verbindung an der eigenen Entwicklung des Landes interessiert, der leistet mit Mitteln internationaler Verständigung die besten Dienste für eine nationale Politik. In einem Menschen­alter können heute aufgenommene ausländische Kredite abgetragen werden und andere politische Verhältnisse bestehen als heute. Die Formeln der Gegenwart sind keine Ewigkeits­formeln. Möge das deutsche Volk den Weg aus fruchtloser politischer Philosophie und Psychologie zu jener Politik reger deutscher Zukunstsentwick. lung finden, bei der sich das Nationale von selbst versteht.

Deutsche Wirtschaftler zur WeltwirLschaftskrisis.

Berlin, 24.Dez. (TU.) Die Berliner Zeitun­gen bringen in ihren Weihnachtsnummern eine Reihe von wertvollen Beiträgen wirtschaftlichen, geschichtlichen, politischen und allgemein-kulturellen Inhalts, an denen sich namhafte führende Persön­lichkeiten beteiligt haben DasBerliner Tageblatt" hat folgende Rundfrage gestellt:W i e kommen wi r aus der europäischen Wirtschafts­krise heran s?"

Rcichsbankpräsident Tr. Sehackzt antwortet: Der Krieg hat mehr als jede Ueber- legung im Frieden gezeigt, daß die Wirtschaft der europäischen Staaten untereinander in starker ge­genseitiger Abhängigkeit steht. Ein Gedeihen des einen ohne das Gedeihen des andern ist nicht möglich. Eine Aussprache hierüber^muß statt' iinden. Setzen wir uns einmal um den Tisch herum zur Erörterung dieser gegenseitigen Verpflichtung und wir werden erleben^ daß das Verständnis für einander und die gegenseitige Achtung wachsen werden. Auch wenn wir nicht gleich» zur Lösung der zahllosen Einzelprobleme kommen werden, wird aus einer solchen Aussprache ein gemein« schaftliches Gefühl erwachsen, das für die Wiederbefestigung der wirtschaftlichen Grundlagen

Ersch etnt täglich,außer Sonntags und Feiertags

Beilagen:

iefoener Familienblätte: Heimat im Bild Die Scholle.

Monatr vrzugrpreis.

2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Träger­lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüsse: 'vchristleitunq 112, Ver­lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Siehrn.

Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686.

General-Anzeiger für Oberhessen

vruä und Verlag: vrühl'lche Univerfilüts-Vuch- und Steinörudmi B. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schvlstrastc 7.

Ar. 502 Erster Blatt 175. Jahrgang Montag, 28. Dezember 1925

Gietzener Anzeiger

ordnungsentwurf sollen die Beiträge r Erwerbslosenfürsorge grundsätzlich ein­heitlich für das Reichsgebiet bemessen werden Iund werden einer Aclchsausgleichs-

lasse zufließen. Damit wird der in Friedens­zeiten besonders nötige Ausgleich zwischen den

Verfügung gestellt:

Für die Stadt Essen und den ganzen Ruhr­bezirk steht das diesjährige Weihnachtsfest im Rahmen ernster wirtschaftlicher Rot. Besonders die Erwerbslosen und die Ge­werbetreibenden, deren Geschäfte darniederlie- & werden auch am Heiligen Abend die sie ende Sorge nicht ganz zu bannen vermögen. Lind doch! sollte uns allen der Ausblick in die Zukunft auch im jetzigen Notwinter die Grund­lage für eine Stimmung voll Weihnachtsfreudc geben. Am Ausgang der schweren Krise, die wir letzt durchleben und die in ihrer Hauptrichtung eine gesunde Krise ist, wird das deutsche Wirtschaftsleben auch wieder aus dauerhafter Grundlage erstarken. Das freilich wird nur ein- trcten. wenn die Verwirklichung eines wahrhaften Friedens zwischen den Völ­kern allgemeines Vertrauen zur Beständigkeit der wirtschaftlichen Dinge wachruft. Darum muß und wird jede Reichsregierung an dem Ausbau und der Festigung deutschen wirklichen Friedens arbeiten und jeder deutsche Volksgenosse sollte - - - - ----- '* ..... gewähren.

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