Ausgabe 
28.11.1925
 
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aus der Lunge. Namentlich die jüngeren Schulkinder werden von der Krankheit heim- gesucht. sodaß der Unterricht in der Unter Raffe der hiesigen Schule bereits geschlossen werden muhte. Sind doch rund ' 4 der Schülerzahl dieser Klasse von der Krankheit befallen.

is. Steinbach, 27. Nov. Nachdem bereits früher, sowie im vorigen Winter größere Flä­chen unserer Gemarkung durch Dränie­rung verbessert wurden, ist nun abermals ein größeres Gewann zur Ausführung für diesen Winter vorgesehen. Die Arbeiten werden nächste Woche vergeben und bei entsprechender Witte­rung in Kürze in Angriff genommen. Es ist dann für alle, die als Holzhauer keine Be­schäftigung finden können, für längere Zeit Ar­beit vorhanden. Trotz der schweren finanziellen Sorgen der heutigen Zeit, unter der auch die Landwirtschaft sehr leidet, ist es zu begrüßen, daß der seiner Zeit gefaßte Beschluß nicht zum Stillstand führte. Nach einigen Jahren wird so das ganze Projett durchgeführt sein. Gerade die beiden letzten Nachsommer haben wieder ge­zeigt, wie unbedingt notwendig das Dränieren hier ist. _ , ,

t Grünberg, 27. Nov. Dieser Tage fand die diesjährige ordentliche Mitgliederver­sammlung der hiesigen Dezirksspar- f aff e statt. Aus dem von dem Direktor Dekan Schmidt erstatteten Geschäftsbericht für 1924 geht hervor, daß die Kasse in diesem Geschäfts­jahr mit Erfolg gearbeitet hat. Sie hatte zu Beginn des Jahres fast keine Bestände, da durch die Inflation alles entwertet war. Im Laufe des Jahres gelangten 568 neue Sparbücher zur Aus­gabe, die am Jahresende einen Bestand von 126 000 Mk. aufwiesen. Das Kontokorrentgeschäft hat sich zu einem ansehnlichen Geschäftszweig entwickelt. Die Guthaben der Kunden betrugen am Jahresende 40 000 Mk. Die Nachfrage nach Darlehen war dauernd sehr groß, doch war die Kasse in der Lage, die als notwendig erachteten Ansprüche zu befriedigen und dadurch vielen Be­zirkseinwohnern aus chren Nöten zu helfen. Der Reingewinn betrug einschl. rund 3000 Mk. Ge» winnvvrtrag aus 1923 20 639 Mk.: dieser Betrag wurde der Nücklage überwiesen. Die Entwicklung der Kasse ist weiter als günsttg zu bezeichnen. Am 30. Oktober 1925 betrugen die Spareinlagen auf 900 Bücher 285 000 Mk. und die Konto­korrentguthaben auf 263 Konten rund 100 000 Mk. Die Gemeinden Ettingshausen und Ober- Dessingen wurden als neue Mitglieder aus­genommen, so daß der Garantieverband jetzt 40 Gemeinden umfaßt. Der Beitritt zum hessischen Sparkassen- und Giroverband wurde von der Versammlung gutgeheihen. Ferner wurde die neue Satzung, wie vom Vorstand ent­worfen, genehmigt. Den Schluß der Tagesordnung bildeten Vorstands- und Aufsichtsratswahlen. Der Vogelsberger Geflügel- und Ka­ninchenzuchtverein veranstaltet Anfang Dezember hier eine Ausstellung. Anmeldun­gen sind bis jetzt überaus reichlich eingetroffen.

t. Winnerod, 27. Nov. Unser H o f - gut hat mit Deginn der Herbstarbeiten einen Mvtorpflug eingestellt, und konnte bis jetzt damit auf seinen ausgedehnten Ackerflächen gute Arbeit leisten. Der Motor arbeitet mit 40 Pferde­kräften, der Pflug mit 2 loder 3 Gängen. Er läuft schneller als ein Pferdegespann, so daß ein Gang etwa so viel leistet wie 2 Pferdegespanne. Da der Motorpflug gewöhnlich mit 2 oder 3 Gängen arbeitet, ist seine Leistung der von 4 bezw. 6 Ge­spannen gleich. Berücksichtigt man ferner, daß nur ein Mann Bedienung nötig ist, so tritt auch noch eine wesentliche Ersparnis an Arbeitskräf- > len ein. Mit Beginn des frühen Winters muhte der Motorpflug seine Arbeit natürlich einstellen. F Hungen, 27. Nov. Eine Versamm­lung des Pfarrvereins fand hier statt. Der Besuch war in anbetracht des Zusammen­treffens mit anderen Pfarrerversammlungen ge­ringer als gewöhnlich. Pfarrer D ö l l - Wirberg sprach nach der Eröffnung durch Pfarrer Köh­ler- Villingen über die Eigenheimbewe­gung. Die Versammlung nahm eine Entschlie­ßung an, in der die Arbeit der Gemein­schaft der Freunde in Wüftenroth begrüßt wurde und der Vorstand des Pfarrvereins er­sucht wird, der Eigenhrimsache schleunigst näher­zutreten. Auch soll eine ständige Abteilung im Hess. Kirchenblatt" gebildet werden, wo freie Wohnungen und verkäufliche Häuser für Pfarrer geeignet angeboten werden. Pfarrer Scriba- Wetterfeld sprach sodann über die Ausgaben des Pfarrers in der Aufwertung. An beide Vorträge schloß sich eine rege Aussprache an.

o Neinhardshain, 27. Nov. Da bei uns fein Wahlvorschlag zur Ge­meinderatswahl eingegangen war, wurde nun die Gemeinderatswahl auf den 2 0. Dezember festgesetzt. In einer Versammlung soll nun ein gemeinsamer Wahlvvr-- schlag aufgestellt toerben.

Kreis Friedberg.

O Steinfurth, 27. Nov. Die Rosen­ernte ist beendet: die Pflanzen wurden zum großen Teil in Waggons zum Versand gebracht. Es werden jedoch täglich noch Rosen, in Stroh­ballen verpackt, der Bahn übergeben. Zum Ver­kommen nur Rosen, die nach Qualitäten sor­tiert sind, und zwar 1. und 2. Qualität. Die erste Qualität sind Rosen mit drei starken aug­gereiften Trieben, die 2. Qualität solche mit zwei ausgereiften Trieben, beide Qualitäten mit guter Bewurzelung. Schwächere Pflanzen, welche diesen Qualitäten nicht entsprechen, wurden vor dem Kriege bei der Sortierung zerschnitten, weil sie nicht gehandelt wurden. Nach dem Kriege jedoch sind diese schwachen Pflanzen, sogenannte

3. Qualität, ein gesuchter Artikel für die Händler, welche mit diesem Zeug hausieren gehen bis in I das entlegenste Gebirgsdörfchen. Die Mehrzahl dieser Händler sind keine Rosenzüchter, und ihr Gebaren wird von den hiesigen Gärt­nern auf das schärfste verurteilt. So hat der biefige Gärtnerverein beschlossen, daß die schwachen Rosen unter keinen Uin­st ä n de n an die Händler abgegeben werden dürfen, da sie das Ansehen der Steirv- furtfrer Rosen schwer schädigen. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen Leute, welche von Hausierern Rosen kauften, weder die angegebenen Sorten, noch überhaupt blühende Rosen hatten, da sämtliche Pflanzen eingingen. Wer beabsich­tigt, wirklich gute Rosen zu kaufen, der wende sich an einen Rosenzüchter hier am Ort. dann hat er die Gewähr für Echtheit der Sorten und gute Qualität.

E Nieder- Florstadt, 27.Nov. DerGe- meinderat besprach in seiner jüngsten Sit­zung ein Angebot von Chaussee st einen an den Kreis. Die Steine sollen nächstes Jahr der Strecke FriedbergStaden eingewalzt wer­den. Der Preis für die Steine wurde so niedrig wie möglich gesetzt und 800 Meter zur Liefe­rung bis zum 1. April angeboten. Bei ileber- tragung der Lieferung könnte man nicht nur Arbeitslose mit Steinklopfen beschäftigen, son­dern auch die Landwirte könnten tm Winter durch Anfahren der Steine Geld verdienen. Im vorigen Winter z. B. machte der Fuhrlohn für eine Lieferung Steine 2500 Mk. aus. Die angeforderten Küchengeräte für die Kochschule wurden genehmigt und beschlossen, die Lieferung für die beiden Herde cruszuschrei- ben, die kleinen Geräte, Kroppen, Töpfe usw. aber ohne vorherige Anforderung von Offerten bet den hiesigen Geschäftsleuten etwa zu gleichen Teilen zu kaufen. Außerdem wurde angeregt, die eingerichtete Küche auch zu Kochkursen für nicht fortbildungsschulpslichtige Mädchen zu ver­wenden. Die Stundung rückständiger Gemeindegelder aus 1924 in Höhe von über 1000 Mk. (Holz-, Gras-, Wassergeld und Ackerpacht) soll nur in den dringendsten Fällen verlängert werden. Die r ü ck st ä n d i g e n Z i n- fen bei der Kommunalen Landesbank sind auf über 5000 Mk. angewachsen. Die Gel­der, die bereits eststtt waren, wurden für den Ankauf von Straßengelände ausgegeben. In 1925 hat die Gemeinde noch über 20000 ML Ausstände, bei Eingang der Hälfte könnte sie allen Verpflichtungen nachkommen. Da aber an den Eingang auch nur eines kleinen Teiles nicht au denken ist, muß Geld auf dem Anleiheweg be­schafft werden. Die Beschlußfassung darüber wur­de vertagt.

o Ober-Rosbach. 27. Nov. Wegen an­geblicher Wahlbeeinflussung ist die Ge­meinderatswahl von den bürgerlichen Par­teien angefochten worden.

Kreis Büdingen.

1! Büdingen, 27. Nov. Aus der jüngsten Gemeinderatsfitzung ist zu berichten: Das Dermessungsamt, das seither im neuen Volksschulgebäude untergebracht war, erhält nun­mehr im oberen Stock des alten Kreisamtsgebäu- des, in der früheren Dienstwohnung des Kreis- direktors, zwei Zimmer als Dureauräume zuge­wiesen. Der Gemeinderat bewilligte die Mittel zur Lichtanlage nach Angabe des Amtsvorstandes. Weiter wurde für das alte Kreisamts- g ebä ude, das Eigentum der Stadt ist. ein neuer kupferner Kessel bewilligt, da der seit­herige Eigentum des nunmehr verzogenen Kreis­direktors war. Das Gesuch der Gemeinde- Krankenpflege st ation um Bewilligung von Brennholz wurde für dieses Jahr letztmalig genehmigt. Künftig werden derartige Natural­bewilligungen abgelehnt. Das neue städtische Vierfamilienhaus in der Düdelsheimer Straße nähert sich seiner Vollendung. Die eine Hälfte soll in Kurze bezogen werden. Die Der- walrungs- und Rechtskommission wurde beauf­tragt, die Mietverträge abzuschließeil. Der lange Streit über die Besetzung der Stadtrechner - st e l l e ist nunmehr beigelegt. Kreis- und Pro- vinzialausschuh haben die Einsprüche gegen die Gemeinderatsbeschlüsse abgelehnt. Der seitherige Stadtassistent Berges, der bereits seit der Pensionierung des früheren Stadtrechners Eber­hardt die Geschäfte führte, wurde nunmehr end­gültig zum Stadtrechner ernannt. Nachdem die Ortssahung über die Anstellung eines besol­deten Bürgermeisters in der Stadt Bü­dingen vom Ministerium genehmigt worden ist, soll die Stelle mit Frist biß zum 10. Dezember ausgeschrieben werden. Die eingehenden Meldungen sollen von der Derwaltungs- und Rechtökommisfion geprüft werden. Die Kommis­sion wird alsdann dem Gemeinderat Vorschläge machen. Die Besoldung des neuen Bürgermei­sters soll nach Gruppe IX erfolgen. Ilm die neuen Häuser fertigstellen zu können, mußte nochmals Geld aufgenommen werden. Es wurde ein Kredit von insgesamt 27 000 Mark geneh­migt. Die geplante Kraftpost zwischen Ulsa Nidda Wallernhausen Fauerbach Ober-LaisGlashüttenSteinberg und Merken- frih hat nach einer Besprechung der zuständigen Vertreter eine Aenderung erfahren. Es werden jetzt zwei Linien errichtet, und zwar eine Linie UlfaNidda bezw. UlfaEichelsdorf und UlfaHungen. Die andere Linie läuft von Nidda über Wallern Hausen FauerbachOber-Lais

Glashütten nach Hirzenhain. Das Zustandekom­men der Linien wird davon abhängen, ob die in Frage kommenden Gemeinden sich bereit erklären, den evtl, entstehenden Fehlbetrag zu decken.

h. Nidda, 27. Nov. Der 22 Jahre alte Sohn des Gastwirts und MetzgersZur alten Post" hier wurde von dem eigenen, sehr starken Metzgerhund im Hofe ange­fallen, zu Boden gerissen und schwer durch Bisse verletzt. Dies ist um so auffallender, als der Verletzte im elterlichen Geschäfte tätig ist, der Hund ihn also kennen mußte. Die her­beigeeilten Angehörigen hatten große Mühe, das wütende Tier von seinem Opfer loszubringen. Der Gebissene mußte ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen und liegt zu Bett. Das Tier ist sofort getötet worden.

A Nidda, 27. Nov. Die hiesige Orts­gruppe der Liga zum Schutze der deut­schen Kultur entfaltet in der letzten Zett eine recht rege Tätigkeit. Dem rührigen Vorstand unter Leitung von Studienrat Draunewell hier, ist es gelungen, einen Vortragskursus zu veranstalten, der von der hiesigen Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande unterstützt wird. Die Vorträge sollen Anfang Dezember ihren Anfang nehmen und an zwölf Abenden gehalten werden. Die Aussichten für den Besuch scheinen sehr günstig zu sein.

Kreis Schotten.

I Ober-Lais, 27. Nov. Für den Dau eines Krüppelheimes wurden hier von der Schule und dem Gesangverein 20 Dm. gesammelt und gn den hessischen Fürsorge­verein für Krüppel in Darmstadt abgeliesört. In den Waldungen dec hiesigen Försterei wurde jetzt mit der Holzhauerei begonnen. Es ist nur sehr wenig Holz zum Schlagen vorgesehen, so daß die Holzhauer wohl ab Weihnachten ohne Verdienst sein werden, eine Tatsache, die bei den allgemein schlechten Arbeitsverhältnissen äußerst bedauerlich ist. Auch im hiesigen, zwischen Ober» Lais und Fauerbach gemeinschaftlichen Walde wird nur wenig Holz zur Fällung kom- men, so daß die bisher erfolgte Ausgabe von L o s h v l z wahrscheinlich unterbleiben oder doch wesentlich eingeschränkt werden muß. Im Staatswald wurden in den letzten Tagen 140jährige Kiefern gefällt, wahre Daumriesen, die bei 38 Meter ßänge 58 bis 60 Zentimeter Mitteldurchmcsser aufweisen.

Kreis Lauterbach.

----Lauterbach, 27. Nov. Der h>essi- sche Landjugendbund für die östlichen Bezirke Oberhessens hielt dieser Tage hier seine diesjährige Hauptversammlung ab. In seiner Begrüßungsansprache widmete der Vorsitzende S ch m i d t - Steinheim den im Welt­krieg Gefallenen einen warmen Nachruf und ge­dachte ganz besonders des tapferen Kampffliegers v. Richthofen. Dr. Roßberg-Gießen berichtete hierauf über die Landbundführertagung des Reichsjunglandbundes in Berlin, welcher er als Vertreter Hessens beigewohnt hatte. Di» Bot­schaft, daß die hessischen freien Dauern­schulen auch diesen Winter im alten Umfange abgehalten werden sollen, fand allgemeinen Dei- fall. Ein großer Landvolktag, der am 6. Juni 1926 in Lich geplant ist, soll vom hessi­schen Landjugendbund und vom Landbund in altdeutscher, einfacher Bauernart gefeiert werden. Ueber das Thema:Dauer in Not Volk in Not" sprach der Vorsitzende des hessischen Land­bundes, Dr. von Helmolt -Nieder-Wöllstadt. Hierauf sprachen noch der Leiter der hessischen freien Dauernschulen über den Vertrag von Lo­carno und Schmidt- Steinheim über die Auf­gaben des Landjugendbundes.

A Lauterbach, 27. Nov. In der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes erfolgte zu­nächst die Vorlage der Rechnungen der Stadtkasse, des Elektrizitätswerks und der A r m e n C a \ f e f ü r 1 9 2 4. Bürgermeister Walz gab bei diesem Punkt eingehende Erläuterun­gen über Einnahmen und Ausgaben sowie den Rech­nungsabschluß, der als günstig zu bezeichnen ist, zu­mal im verflossenen Jahre Aufgaben erledigt wur­den, die im Voranschlag nicht vorgesehen waren und mit denen man auch zu Beginn des Jahres nicht rechnete und nicht rechnen konnte. Die Rechnungen wurden geprüft und ohne Beanstandungen geneh­migt. Betr. B i l l st e i n b r u ch: Bei diesem Punkt gab der Bürgermeister Kenntnis von einem Antrag der Pächterin des Bruches, der Mitteldeut­schen Hartsteinindustrie, wonach diese beabsichtigt, den Bruch van der unteren Sohle aus in b e r Tiefe anzugreifen. Nach allgemeiner Aussprache wurde beschlossen, diesen Fachmann über die Angriffs- und Ausbeutungsmöglichkeiten des Bruches zu hören. Im weiteren Verlauf der Sitzung erstattete der Bürgermeister Bericht von einer kürzlich stattgefundenen Besprechung mit Vet.- Rat Dr. K i ck und Reg.-Ass. Dr. W i ß m a n n be­züglich Neufestsetzung der Schlacht - und Beschauzeiten, sowie der sonstigen Verhältnisse im hiesigen Schlachthaus. Bevor zu den vom Kreis- amt vorgeschlagenen Schlachtzeiten Stellung genom­men wird, soll die Fleischerinnung hierüber gehört werden. Zur Prüfung der übrigen Verhältnisse wurde eine Kommission gewählt. Bürgermeister Walz gab ferner davon Kenntnis, daß von ver­schiedenen Grundstückseigentümern das Feldbe - reinigungsverfahren angeregt und der Stadt auch bereits eine diesbezügliche Liste zur Ein­zeichnung als Grundstückseigentümer vorgelegt wor­den sei. Nach eingehender Prüfung wurde die Ein­tragung der Stadt in die im Umlauf besindliche bzw. vorgelegte Liste beschlossen.

l. Aeutcrs, 27. Nov. Unser Dörfchen besitzt eine ideale, von denRittern der Landstraße" stark in Anspruch genommene Nachther­be r g e. Diese befindet sich nämlich in einem Raum, der an das Gemeindebackhaus angebaut wurde, und da die eine Innenwand die

Rückwand des Dackofens ist. so genießen die Logiergäste die angenehmen Vorteile einer Zentralheizung". Die behagliche Tem­peratur erzeugt unter den Wanderern meist eine fröhliche Stimmung, und oft erschallen aus dem einfachen Quartier frohe Lieder.

Starkenburg.

-!- Offenbach, 27. Nov. Nach einer von den Gewerbeaufsichtsbehörden im ganzen Deutschen Reich im Herbst 1922 veranstalteten Erhebung befanden sich in Hessen 587 Industriebetriebe, die 50 und mehr Arbeitskräfte beschäftigten. Die Gesamtzahl der in diesen Betrieben beschäftigten Arbeiter betrug 107 628. Für die Provinz Starkenburg sind die entsprechenden Zahlen 341 Betriebe mit 61 000 Ar­beitern. Nach dem vorläufigen Ergebnis der gewerb­lichen Betriebszählung vom 16. Juni 1925 für Offenbach gab es hier 141 derartige Betriebe mit 24 400 beschäftigten Personen. Wenn auch der zeit­liche Unterschied von 2i Jahren und Unterschiede in der Erhebungsmethode einen Vergleich erschweren, so kann man doch sagen, daß auf Offenbach etwa § der Großindustrien de r^ Provinz Starkenburg und knapp t derjeni^ks'tzanz Hes­sens entfällt. Das Hauptergebnis der Auszählung der Ergebnisse der Personenstandsaufnahme vorn Oktober 1925 ist die Erkenntnis: Die Wohnbe­völkerung Offenbachs im Herbst 1925 hat wieder wie vor dem Krieg die Zahl 80 0 0 0 über­schritten.

(Hattenmord und Selbstmord.

* Darmstadt, 27. Nov. In Ebersta d t bei Darmstadt erstach auf der Straße der Händler Maurer seine von ihm getrennt le­bende Frau. Er entkam zwar, aber man fand ihn später in seiner Wohnung erhängt auf. Die Frau ist wenige Minuten, nacktem sie den Stich erhalten hatte, gestorben. Maurer hatte seine Frau auf gelauert und verübte die Tat inmitten einer Schar von Arbeitern, die zur Dahn gingen. Es geschah dies so schnell, daß niemand den Mord verhindern konnte.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

XX Aus dem Kreise Wetzlar, 27. Nov. Der Kreis Wetzlar hat bedeutende Waldbe- stände, die 41 Prozent der Gesamtfläche einneh­men. Der Staatswald umfaßt 1553 Hektar. Die Ge- meinde-Obersörsterei Wetzlar I ist 5155 Hektar, die Gemeinde-Oberförsterei Wetzlar III 5973 Hektar und die Gemeinde-Oberförsterei Braunfels sogar 6815 Hektar groß. Hierzu kommen noch die großen fürst­lichen Waldungen und viele Ortschaften mit ansehn­lichem Waldbesitz. Wißmar allein hat 690 Hektar Gemeindewald. Die Holzfällungen wurden bis kurz vor dem Kriege nur durch gemeindeberechtbesitzende Ortseinwohner ausgeführt. Jetzt aber werden diese Arbeiten vielfach auf Akkord oder durch Arbeitslose erledigt.

Dillrreis.

bl. Herborn, 26. Nov. Die Lage der Brau n- kohlenindustrie hat sich in diesem Jahre ganz wesentlich verschlechtert. Insbesondere sind es die Gruben des angrenzenden Westerwaldgebietes, die in eine kritische Lage gekommen sind. Eine Reihe von Betrieben mußte wegen Kapital- und Absatz­mangels eingestellt werden. An eine Neuerschließung von Gruben kann in Anbetracht der zu hohen Kosten nicht gedacht werden. So scheint hier allmählich ein Industriezweig zugrunde zu gehen, der früher in höchster Blüte stand. Soweit die Arbeiter nicht an­derweit untergebracht werden konnten, sielen sie der Erwerbslosenfürsorge anheim. Bei der hiesigen Landes heil- und Pflegeanstalt wurde ein Erziehungsheim für männliche Psychopathen eingerichtet und die Leitung dem Oberarzt Dr. Altvater übertragen.

bl. Haiger, 26. Nov. An dem Bahn bau der Strecke Haiger Gusternhain wird zur Zeit zwischen den Gemeinden Flammersbach und Langenaubach am Durchbruch gearbeitet. Es ist noch nicht vorauszusehen, wann die Bahn fertig- gestellt sein wird, da unvorhergesehene Schwierig­keiten noch In den Weg treten, können.

51. Sechs Helden, 27. Nov. Ab 4. Dezem­ber erhält unsere ©emeinbe eine P 0 st Hilfs­stelle mit Telegrapheneinrichtung. Damit trägt man schon feit langer Zeit gehegten Wünschen Rechnung.

Mainqan.

dhd. Frankfurt a. M 27. Nov. Der Magi­strat stellte in einer eingehend begründeten Vor­lage an die Stadtverordnetenversammlung den Antrag, das gesamte städtische Ausstel- längs- und Werbewesen einheitlich zu organisieren und dafür zunächst für den Rest des laufenden Rechnungsjahres 130 000 Rm. bereitzustellen.

MMM

Wagener N Schlöte]

Inhaber: Frau Job. Scblöiel u. Karl Stier.

Frankfurt a. M.

Goelhestraise 911

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Sonntag, den 29. November

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