von Zuchtvieh nach Professor Dr. Baller und das Tierrichten auf den Wanderausstellungen der Deutschen Laichtoirischaftsgesellschaft". Cs folgte die Vorführung eines Films über die Bekämpfung des Leberegels. Besondere Aufmerksamkeit fand die Versammlung zur Förderung der Landarbeitsforschung unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Seedors-Göttingen. Prof. Dr. Berlitzki-Pommrih erörterte die Leistungssteigerung durch zweckentsprechende Arbeitsorganisation an Hand eines Films. Er gab sodann Beispiele zur Veranschaulichung der Arbeiten des Betriebsführers, der die Leistungen bedeutend steigern könne. Hebet- die Wohlfahrtspflege auf dem Lande führte (Ritterguts- besitzet Sehmer-Camitten einen recht lehrreichen in dem eigenen Betrieb aufgenommenen Film vor. Den letzten Vortrag hielt Dr. Hesse-Göttingen über die Bestimmung von Arbeits- l e i st un oen und Arbeitsstudien.
Aus der gemeinsamen Jubiläumsfestsitzung hielt Reichsernährungsminister Gras stanih
eine Begrüßungsrede, in der er folgendes ausführte: Der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft entbiete ich zu der Jubiläumstagung die herzlichsten Grütze der Reichsregierung. Wenn auch die Reichsregierung für die Landwirtschaft alles getan hat, was nach Maßgabe der jeweiligen parlamentarischen Konstellation im Rahmen der äußerst angespannten Gesamtwirtschaftslage möglich war, so können diese Maßnahmen doch n u r als zusätzliche Hilfsmittel gewertet werden, die sich zudem erst allmählich auswirkcn. Die erste und drückendste Sorge gilt naturgemäß der Beschaffung der nötigsten baren Betriebsmittel. Die Amerikaanleihe darf als erster kleine'- Versuch, das Reol- kreditgeschäft zu beleben, ange,ehen werden. Auch wenn ich hoffe, daß weitere Anleihen folgen, so wird die s ch ä r f st e K a l k u l a t i o n des landwirt- schasllichcn Betriebsinhabcrs erforderlich sein, um obzuwägen, welche Zinsenlast der Betrieb auf lange Jahre hinaus tragen könne. Zu diesem Zwecke gilt meine Sorge nicht so sehr dem weiteren Ausbau als vielmehr der Vereinfachung des Pcr- f o n a l t r e d i t g e s ch ä f t s. Allerdings kann keine Rede davon fein, daß die laufenden Wechsel und Verbindlichkeiten in erheblichem Umfange uferlos prolongiert werden. Es muß unbedingt im eigensten Interesse des Landwirts Sorge getragen werden, daß die Verbindlichkeiten am Fälligkeitstage eingelöst werden. Um die Landwirtschaft einigermaßen in die Lage zu setzen, die dringendsten Verbindlichkeiten abzudecken, wird zur Zeit Vorsorge getragen, um die Bezahlung der infolge des Zinsdrucks vorzeitig mobilisierten Ernte zu ermöglichen. Ich hoffe, daß sich die Abnahme der landwirtschaftlichen Produkte auf dem Produktenmarkte in Zukunft in leidlich normalen Bahnen abspielen wird. Die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Verhältnissen und den zu erstrebenden Zielen wird vorläufig noch in erheblichem Ausmaße bestehen bleiben. Die deutsche Landwirtschaft und mit ihr die deutsche Wirtschaft haben deshalb die Aufgabe, den Kampf zu führen um eine materielle Wiedererstar- k u n g des deutschen Volkes.
Die Wohnungsnot in Preußen.
Preußischer Landtag.
D e r I i n , 26. Sept. Das Haus setzt die Beratung des Wohlfahrtshaushaltes fort. Zum zweiten Abschnitt, der das Wohnungs- und Eiedlungswesen betrifft, liegt eine große Zahl von Anträgen vor, die Vorschläge zur Behebung der Wohnungsnöte enthalten.
Abg. Bergmann (Zentr.): Ohne die Hauszins st euer würde der Daumarkt zum Erliegen kommen. So unsozial die Steuer sei, für absehbare Zeit sei sie unentbehrlich. Allerdings sei eine Veredelung der Steuer erforderlich. Die Sätze für (Neubauten und Hypotheken bedürfen einer Erhöhung. Eine gänzliche Aushebung der Wohnungszwangswirtschaft sei iwch nicht an der Zeit. (Allerdings dürfe die (Regierung auch an der (Hot der Hausbesitzer nicht tatenlos vorübergehen.
Abg. Meyer (Soz.) wünscht baldige Vorlegung des Entwurfes eines Städtebau - g e s e tz e s. 3m Wohnungswesen habe die pri- 'vate Betätigung völlig versagt. Die Hauszinssteuer ist sehr schwer tragbar. Auch die Gemeinden müssen im Wohnungsbau mehr guten Willen zeigen. Bedauerlicherweise wurde in den letzten Jahren der Mieterschutz erheblich abgebaut.
Abg. Howe (Dm): Heute ist der Hauseigentümer fast völlig entrechtet. Alle seine Rechte hat sich der Staat angeeignet. Der wertvollste Teil des HauSbesihes ist für Spottpreise in die Hände der Ausländer übergegangen. Die Mieter haben jahrelang umsonst gewohnt. Aber reale Vorteile haben sie davon nicht gehabt. sie hatten nur die Ausländer. Die Vermutung. daß die heutige Wohnungszwangswict- schäft nicht länger ausrechterhalten werden kann seht sich immer allgemeiner durch. Planloses Drauflosbauen ist ebensowenig statthast wie stumpssinniges Gewährenlassen. Zu der Aeubau- tätigkeit muh aber auch dasalteVertrauen in die Vertragstreue hinzutreten, das leider in der Vachrevolutionszeit verloren gegangen ist.
Abg. Grund mann (S) betont, daß die Hausziirssteuer zur Zeit noch die Grundlage für den Wohnungsbau bilde. Eine gerechte Verteilung ihres Aufkommens müsse angestrebt werden
Wohlfahrtsmini st er Hirtsiefer teilt mit. daß die Gesamtsumme der Hauszinssteuer für ganz Preußen, die bisher zu Zwecken des Veubaues von Wohnungen bereitgestellt sei, sich aus 270 Millionen belaufe, wovon die staatlichen Anteile 60 Millionen und die Anteile der Gemeinden 210 Millionen ausmachten Eine nennenswerte Steigerung der gesamten Baukosten, insbesondere der Baustoff preise, ist seit dem Januar nicht eingetreten. Das (Reichsgeseh bestimmt, daß bis zum 1. April die volle Höhe der Friedens miete erreicht werden muß. Die preußische Staatsregierung hat aber bis auf weiteres von einer Erhöhung der Miete abgesehen. Die überwiegende Mehrheit der preußische: Industrie" und Handelskammern und der Gewe:belämmern hat sich legen die Befreiung gewerblicher (Räume von der Zwangswirtschaft oui gesprochen. Jedenfalls werden mir der wuchs rischen Ausbeutung entgegentreten
Wcit rderatuvg Dienstag.
ParSamentarisches aus Hessen.
Darmstadt, 27. Sept. De Deutsch - nationale Dolkspartei hat im Landtag folgende Anfragen eingebracht: „Die Preise der hauptsächlichsten landwirtschaft
lichen Erzeugnisse (Getreide und Kartoffeln) stehen bei Berücksichtigung der Entwertung unserer Mark unter Friedenspreis. Was gedenkt die hessische (Regierung zu tun, im Verein mit der (Reichsregierung die Preise für Waren und Leistungen jeglicher Art entsprechend den Preisen der oben angeführten landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu senken?" Ferner: ..Nachdem nunmehr zahlreiche polnische Optanten den preußischen polizeilichen Ausweisungsbefehl erhalten haben, fragen wir an, 1. ob und tote viele polnische Optanten in Hessen ansässig find, 2. ob und wann die Negierung dem Beispiele Preußens folgen will?"
Sicherheitspakt und Weltwirtschaftskrifis
Paris. 27. Sept. Der Pariser Sonderberichterstatter des „QEatin“ Jules Sauer« wein hatte in Berlin mit dem Vorsitzenden des Vorstandes der AEG. Felix Deutschs eine Untcrrebung, über die er heute im „Matin" berichtet. Deutsch habe erklärt, daß die Verhandlungen über den Sicherheitspakt ein sehr nühliches Vorspiel für die Wie de rher- stellung des Friedens in der Welt seien. Die Sicherheitspakte hätten großen Wert, wenn sie den Frieden und das Vertrauen wiederbräch- ten. Es wurde jedoch ein Irrtum sein, zu glauben, daß sie d e gegenwärtigen Schwierigkeiten lösen oder schon für sich allein genügen würden, einer Katastrophe vorzubeuge
Die industrielle Produkllsn habe sich infolge des Krieges in der Welt um 50 Prozent vermehrt: die Kaufkraft dagegen sei gesunken. Olian müsse also versuchen, das Gleichgewicht zwischen Produktion und Verbrauch wieder herzustellen, wenn nicht ganz Europa seinem ‘Ruin entgegengehen soll.
Hierfür käme in Frage die Bildung von horizontalen Trusts, das heißt die Zusammenfassung der Produzenten einer und derselben Branche, zunächst in jeder Nation, dann unter den europäischen Nationen, schließlich zwischen Europa und Amerika. Diese Zusammenschließung habe er im Auge und nicht etwa die sogenannten Kartelle, bei denen man sich ja doch weiterhin Konkurrenz mache, die zerstörend wirke.
Außer dieser Reorganisation der Industrie sei noch die Sanierung der Währung zu lösen. Frankreich sei dazu gezwungen und er nehme an, daß Caillaux sich damit beschäftigen werde, sobald er die Schuldenangelegenheit geregelt habe. Er sei überzeugt, daß die amerikanischen Trusts sich leicht mit den europäischen verschmelzen können.
Amerika habe ein offensichtliches Interesse daran, denn es würde dann bei europäischen Unternehmungen die Möglichkeit haben, mit einem Lelbsikoskenpreis zu arbeiten, der geringer fei,- als fein eigener. Ls würde außerdem bann dort Kapitalien nutzbringend und sicher unterbringen können.
Deutsch habe weiter erklärt, wenn jede neue Ration darauf hinarbeite, sich eine nationale Industrie zu schaffen, für deren Bildung die alten Nationen Generationen gebraucht hätten, dann werde das wirtschaflliche Gleichgewicht niemals wiederhergestellt werden. In Paris habe er ein bemerkenswertes Verständnis für diese Wahrheiten gefunden und mit Freuden begrüße er die Initiative für eine Wirtschaftskonferenz, die die französische Delegation in Genf ergriffen habe. Das sei tatsächlich ein gewaltiger Schritt; im guten Sinne natürlich, so habe Deutsch hinzuge- fiigt, erfordere diese wirtschaftliche Wiederherstellung Europas die Teilnahme Rußlands.
Die Schlußsitzung der Vötterbundsversammlung. Wiederwahl der nichtständige»
Ratsmitglieder.
Genf, 26. Sept, lWolff.) Die Völkerbunds- Versammlung hat in ihrer heutigen Schlußsitzung die Wahl der sechs ständigen (Ratsmitglieder vorgenommen. Dor Beginn der Wahlhandlung erinnerte Ohao Hsin Chu ! (China) die Versammlung daran, daß sie sich vor zwei Tagen für die Berücksichtigung der großen geographischen und ethnischen Gruppen bei der Wahl der nichtständigen NatSmitglieder ausgesprochen haben. Er hoffe, daß diesem Grundsatz bei der jetzigen Wahl bereits Folge gegeben werde. Die Wahlhandlung ergab die Wied erwah l der gegenwärtig im (Rat als nicht ständigen Mitglieder vertretenen Staaten, nämlich: Brasilien mit 43 Stimmen, (Uruguay mit 40 Stimmen, Spanien und Tschechoslowakei mit je 35 Stimmen, Schweden mit 34 Stimmen, Belgien mit 32 Stimmen. An der Wahl haben 49 Staaten teilgenommen. Auf China entfielen 26, auf Persien 9, auf Holland 8 Stimmen. Wahrend der Wahlhandlung füllte sich noch einmal der Versammlungssaal vollständig. Es begann ein allgemeines Abschied- nehmcn.
Nach Verkündigung des Wahlergebnisses verlas C u m e t a - Venezuela eine Erklärung, in der festgestellt wird, daß die Wiederwahl der seitherigen nichtständigen Ratsmitglieder eine Lage geschaffen habe, die nicht verlängert werden dürfe. Er glaube, daß die Mehrheit der Dölkerbundsversammlung diese seine Auffassung teile. Er brachte dann eine Motion ein, in der festgestellt wird, daß die Wiederwahl der seitherigen nichtständigen (Ratsmitglicber im nächst e u Jahre unterbleiben soll. Die Erneuerung soll entsprechend dem Grundsatz eines regelmäßigen Wechsels in der nichtständigen Vertretung der Völkerbund s st a a t e n im Rate erfolgen. Diese Motion wurde von der Versammlung angenom- m e n Nach Verkündigung des Wahlergebnisses ergriff Präsident Dandurand das Wort zu einer Schlußrede, in dem er einen Uebcrblid über di? Arbeiten der 6. Völkerbundsversammlung gab und insbesondere die Beschlüsse über die Vorarbeiten einer Abrüstungskonferenz und über die weiteren Forderungen des Gedankens des obligatorischen Schiedsverfahrens hervorhob. dessen allgemeine Grundsätze, die die 5 Völlerbundsversrmmlung ausgestellt hatte, durch die Beschlüsse der 6. Völkerbundsversanxm- lung nicht berührt würde. Die Sicherheit aber, wie sie im Genfer Protokoll vorgesehen sei, müsse nach der Auffassung der angesehensten
Delegierten der Dölkerbundsversammlung durch regionale Abkommen ergänzt werden. Dandurand schloß hierauf die Versammlung.
Aus aller Welt.
Eilte Internationale der
Künste und Wissenschaften.
Vor einer Zuhörerschaft von 300 bis 400 Personen, unter denen sich u. a. Prof. (Rein* Hardt. Intendant Prof. Jeßner und der Dichter Ludwig Fulda als Vertreter der Düh- nenschriftsteller befanden, hielt der Direktor des Theaters „Odeon" in Paris Firmin Gemiers im Berliner Hotel Adlon eine programmatische Rede, in der er dazu aufforderte, durch die Vereinigung der Bühn enorganisatio neu aller Länder mitzuhelsen an der Errichtung eines Völkerbundes der dramatischen Kunst und darüber hinaus beim Ausbau einer Internationale der Künste und Wissenschaften. Wie die „Montagspost" hört, soll die erste Folge des neuen Bündnisses zwischen Gemiers und Jeßner eine Moliere-Jnszenierung mit französischen Künstlern im Deutschen Schauspielhaus in Berlin und gleichzeitig eine Aufführung des „W allenst ein" unter Jeßner in Paris werden.
Wassereinbruch ans der Zeche Haniel.
Oberhausen, 28. Sept. (WTD. Funkspruch.) Aus der neuen, noch im Dau begriffenen Schachtanlage „Haniel" 1 und IPber „Guten-Hoff- nung-Zeche" bei Bottrop erfolgte in dem ca. 150 Meter tiefen Schacht I in einer Tiefe von 75 Meter ein Schtoimmsanddurchbruch. Der Schacht wurde seinerzeit nach dem Gefrierverfahren abgetäuft. Die Abtäufung toar Ende August 1925 beendet. Der Schacht sollte jetzt zur Inbetriebnahme fertiggestellt werden. Freitag nachmittag machte sich auf der zweiten Sohle des Schachtes ein Wassereinbruch bemerkbar, der sich er st am Samstag voll a u s w i r k t e. Die Wasserfluten ergossen sich am Samstagmittag in den Schacht. Sechs Bergleute waren zur Zeit des Unglücks auf der ersten Sohle beschäftigt und wurden von der ungeheuren Wucht des Luftdrucks mehrere Meter weit fortgeschleudert. Außer einem Armbruch eines Bergmanns erlitten die Bergleute keine erheblichen Verletzungen. Sie konnten sich noch rechtzeitig vor den Wasser- und Schlammfluten in Sicherheit bringen. Die Wasserfluten setzten mit ungeheurer Geschwindigkeit den ganzen Schacht unter Wasser.
Eine weitere Ausdehnung wurde durch rechtzeitiges Abdämmen der Schlammfluten verhindert. Am Samstagnachmittag stürzte der Schacht I vollständig ein. Die darauf befindlichen großen modernen Förderanlagen, das Hachit- betriebdgebäubc ?. ö ein Teil der Nebengebäude sowie eine große Menge Maschinen versanken in den sich bildenden Schlamm- und W a s s e r m a s s e n. Das ganze bildet ein wüstes Chaos von Schlamm, Steinen und Dalken. Der Schacht ist vollständig zerstört. Die Vertreter der Dergbehörden waren sofort nach dem Unglück zur Stelle, die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen wurden an Ort und Stelle getroffen. Von einer Gefährdung der Nachbarzechen ist keine Red?. Auch der Schacht II der Schachtanlage .Haniel" ist nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.
Amerikanische U-Dootkatastrvphe.
Das Unterseeboot „6.51“ ist Freitag abend 7 Uhr infolge eines Zusammenstoßes mit dem Dampfer „City of Romo" zwanzig Meilen östlich von Block Island gesunken. Es wird ae- meldet, daß 37 Mann der Besatzung ertrunken während der Dampfer drei Mann rettete. Ein zur A t.ung des ilntcrfecb.'otcS ausgesandter Torpedobootszerstörer entdeckte 'eine aus Rettungsringen zusammengesetzte schwimmende Boje. Es besteht die leise Hoffnung, daß die Mannschaft des gesunkenen Schiffes diese Boje hergestellt hat und noch am Leben ist. Das U-Doot soll etwa in einer Tiefe von 127 Fuß liegen. Beamte der .Unterseebootsstation Neu- London begaben sich mit Rettungsmaterialien an den Ort des Unglücks.
Winter im Schwarzwald.
Freiburg i. Br., (WTD.-Funkspruch.) Nachdem in den letzten Tagen auf den Höhen des Schwarzwaldes wiederholt leichtes Schneeflocken- geriesel niedergegangen war, hat gestern abend auf dem Feldberg bet unter d e n Gefrierpunkt sinkenden Temperaturen st ä r - kerer Schneefall eingesetzt. Heute morgen 7 Uhr wurde auf dem Feldberg eine Schneedecke von 5 Zentimeter gemessen. Auch die anderen Höhen des Schwarzwaldes tragen zum Teile eine leichte Schneedecke.
Weiterflug der japanischen Weltflieger.
Samstag morgen 10 Uhr sind die beiden japanischen Flieger fast gleichzeitig in Berlin aufgestiegen, um ihren kühnen Flug sortzusetzen. Sie sind nachmittags 3$ Uhr auf dem Militärflugplatz in Straßburg gelandet. Sie hatten mit widrigen Winden sehr zu kämpfen.
Japanisches Flugzeugunglück.
Zwei japanische Flugzeuge stießen bei einer Gefechtsübung in großer Höhe zusammen. Die Maschinen wurden zerstört und die Besatzung getötet.
Moskau—Königsberg in fünf Stunden.
Zwischen Königsberg und Moskau sind von Flugzeugen der dem Aero-Loyd angeschlossenen Qlerolu t zwei Rekorde ausgestellt worden. Der Pilot Rießner flog die 1200 Kilometer lange Strecke nach Moskau in fünf Stunden und zwanzig Minuten und brauchte auf dem Rückfluge sogar nur fünf Stunden zwölf Minuten. Die flugplanmäßige Flugdauer beträgt zehn Stunden dreißig Minuten. Die Verhandlungen über eine Weiterführung dieser Linie im Winter erscheinen günstig.
Zur Mordasfäre Rosen.
Breslau, 27. Sept. (TU.) Heute abend ist der Schwiegersohn des ermordeten Professor Rosen, der Architekt Standtke auf Betreiben seines Verteidigers aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Wie totr weiter hören, wird der Regierungspräsident die bisher ausgesetzte Belohnung von 1000 Mari für die Ermittlung des Mörders vermutlich in allernächster Zeit wesentlich erhöhen. Die Untersuchung der Mordangelegenheit gestaltet sich dadurch außerordentlich schwierig, da täglich anonyme Zuschriften an den Untersu- I chungsrichter gelangen.
Entlarvter Kurpfuscher.
Die Wiener Polizei verhaftete den angeblichen Arzt Dr. Fritz K ö st l a r, welcher in Wien die ärztliche Praxis unbefugt ausübte und auch in Duisburg als Arzt aufgetreten war. Nach längerem Leugnen gestand er, daß er der in Baden geborene (Robert Rödigheimer sei. Er sei wohl an der medizinischen Fakultät in Straßburg eingeschrieben gewesen, habe jedoch sein Studium nicht voll beenden können und durch Fälschung der Dokumente seines Vaters das Dollordiplom usurpiert.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 28. September 1925.
Der Krastpostverkehr in Oberhessen.
Vom 4. Oktober ab verkehren die Kraft- Postwagen in Oberhessen nach folgendem Fahrplan:
M ü ck e—U l r i ch st e i n: Ulrichstein ab 5.40 Uhr früh, Mücke an 6.43 Uhr (Zuganschluß nach Gießen und Fulda). Mücke ab 9.16 Uhr vormittags (mit Anschluß von -Gießen und Fulda), Ulrichstein an 10.30 Uhr. Ulrichstein ab 5.30 Uhr nachmittags, Mücke an 6.30 Uhr (Zuganschluß nach Gießen und Fulda). Mücke ab 9 Uhr abends (mit Anschluß von Gießen und Fulda), Ulrichstein an 10.16 Uhr.
Ulrich stei n—S chotten: Ulrichstein ab 6.35 Uhr vormittags, Schotten an 7.23 Uhr (Anschluß nach Nidda). Schotten ab 11.30 Uhr vormittags (mit Zuganschluß von Nidda), Ulrichstein an 12.22 Uhr mittags.
Ulrich stei n—L a u t e r b a ch: Lauterbach Bahnhof ab 5.43 Uhr vormittags (Zuganschlüsse von Alsfeld und Fulda), Ulrichstein an 7,00 Uhr. Ulrichstein ab 12.15 Uhr mittags. Lauterbach an 1.48 Uhr (Zuganschluß nach Fulda, Gedern. Alsfeld). Lauterbach Bahnhof ab (Zuganschluß von Alsfeld und Fulda) 6.37, Ulrichstein an 7.54 Uhr abends. Ulrichstein ab 5.50 nachmittags, Lauterbach Bahnhof an 7.08 abends (Zuganschluß nach Fulda und Alsfeld).
Alsfeld — Gr. - Felda — Ehringshausen: Groh-Felda ab 5.45 Uhr vormittags, Ehringshausen an 6.25 Uhr (Anschluß nach Gießen und Alsfeld). Ehringshausen ab 7,10 Uhr vormittags. Alsfeld an 9.05 Uhr. (Zuganschluß nach .Gießen und Fulda.) Alsfeld ab 2.45 Uhr nachmittags (Zuganschluß von Gießen und Fulda). Groß-Felda an 3.45 Uhr. Groß- Felda ab 5.10 Uhr, Ehringshausen an 5.50 Uhr (Zuganschluß nach Gießen und Fulda). Ehringshausen ab 9.25 Uhr abends (Zuganschluß von Gießen), Groß-Felda an 10.10 Uhr.
Alsfeld Kirtorf — Ehringshausen: Kirtorf ab 5.50 Uhr vormittags. Ehringshausen an 6.25 Uhr (Anschluß nach Gießen und Alsfeld). Ehringshausen ab 7.10 Uhr (Anschluß von Nieder-Gemünden und Fulda), Alsfeld an 8.30 Uhr. Alsfeld ab 2.45 Uhr nachmittags (Anschluß von Gießen und Fulda), Kirtorf an 3.31 Uhr. Kirtorf ab 5.20 Uhr nachmittags. Ehringshausen an 5.55 Uhr (Anschluß nach Gießen und Fulda). Ehrmgs- hausen ab 9.25 Uhr abends (Anschluß von Gießen), Kirtorf an 10 Uhr abends.
Gießener Wochenmarktpreife.
am 26. September (Händlerpreise).
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 bis 220, Matte 40, Käse 70, Wirsing 12, Weißkraut 8, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 10. Dohnen 20 bis 25, Unter-Kohlrabi 6, Grünkohl 20, Feldsalat 80, Tomaten 35, Zwiebeln 12 bis 15. Meerrettich 40, Rhabarber 20, Kürbis 6, Pihe 30 bis 40, Kartoffeln 41 ... Falläpfel 6. Aepsel 20 bis 35, Dirnen 25 bis 30. Zwischen 16 bis 20. Brombeeren 45, Weintrauben 50. Honig 40, Nüsse 45, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120 Pf. das Pfund. Eier 16, Blumenkohl 50 bis 100. Salat 15. Salatgurken 20 bis 30. Elnmach- gurken 2 bis 3. Endivien 15 bis 20, Ober-Kohlrabi 5 bis 10. Lauch 5, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 35 Pf. das Stück.
Bornotizen.
— Tageskal ender für Montag. Kaunfmännnnischer und Getoerbeverein 8>/t Uhr „Kaufmännisches Vereinshaus" Vortrag über Aufwertungsfragen. Gießener Konzertverein 7 Uhr Beratungszimmer der Universität Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Jackie, der fieine Robinson". — Astoria-Licht» spiele: „Das Rätsel der Affenschlucht".
Wettervoraussage.
Nach kurzer Aufklärung erneut Bewölkungszunahme, westliche Winde, etwas milder, später Regenfälle.
Nachdem das alte Störungsgebiet nun in weiterem Abrücken begriffen ist, hat das gestern bei Island gesichtete neue Tief nach Süden stark an Raum und dabei ganz beträchtlich an Viärke gewonnen. Seine Ausläufer reichen bereits bis zur Nordsee und werden uns morgen erreichen. Erneute Niederschläge stehen uns bevor.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 12,2 Grad Celsius, Minimum 7,2 Grad Celsius, Niederschläge 0,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 7,9 Grad Celsius.
"KeineMieterhöhung in nächster Zeit. In der gesetzlichen Miete tritt bis aus weiteres keine Aenderung ein, um die Preis» senkunasaltion der Reichsregierung im gegenwärtigen Augenblick nicht zu erschweren.
•* Reichsbahn und Preissenkungsaktion. Zur Unterstützung der Preissenkungs beftrebungen der Reichsregierung gewährt die Deutsche Reichsbahngesellschaft auf die Derzeitigen Frachttarife für Lebensmittel vom 1. Oktober ab eine lOprozentige Ermäßigung. Die Ermäßigung erstreckt sich auf Teigwaren, Suppen- präparate, frische Feld- und Gartenfrüchte, Seefische, Seemuscheln u. dgl., Butter, Schmalz, Margarine, Fette und Oele, Käse, Oelfrüchte und Oelsaaten, Brot, Heringe und (Breitlinge, gesalzen, und Kartoffeln. Eine Herabsetzung der Viehtarise war bei der gegenwärtigen Taris- Höhe noch nicht möglich.
** Erleichterung des Anme ldever- fahrens bei den Aufwerkungsst'ellen. Das Auftoertungsgesetz macht bei Hypotheken, Grundschulden usw. die Auswertung auf Grund Vorbehalts der Rechte oder kraft Rückwirkung davon abhängig, daß der Gläubiger seinen Anspruch bis zum 1. Januar 1926 bei der Auf- weriungsstelle anmeldet. Zur Erleichtermrg des Anmeldeverfahrens ist, wie der „Amtliche Preu»


