Ausgabe 
28.7.1925
 
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Banknoten.

(Nachdruck verboten.)

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Berliner

(Eigener Drahtbericht des

Schwurgericht Gießen.

' Gießen, 27. 3uli. Unter Ausschluß der Oeffenttichkcit wurde gegen das Dienstmädchen H. 6t. von Straßebersbach wegen Kindesmords verhandelt. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirek- tor ® r a m e r; die Anklage vertrat Staatsan­walt Fischer, als Verteidiger war Rechts- anwalt Schneider erschienen. Die St. wurde mangels ausreichenden Beweises fretgefpro- chen, da die Todesursache und damit ein straf­bares Verschulden der Angeklagten nicht mit Sicherheit festzustellen war.

so wenig als möglich Zuhörer verträgt. Es war nun gerade nicht ihr Gewissen, mit dem Gabby zu sprechen wünschte, aber sie hatte andere, schwerwiegende Gründe, um eine Weile unge­stört zu sein.

Wie sie da auf der Gartenbank im lang­gestreckten Schatten des östlichen Schlohflügels sah, sah sie sehr energisch aus, aber auch schon etwas optimistischer, als an jenem Tage, da sie ihre lange und bisher recht undankbare Ex­pedition begonnen und ihr erhitztes Gesicht in einem Konditoreispiegel erblickt hatte.

Gabby resümierte die Ergebnisse ihrer Unter­suchungen:

Erstens: Fob befand sich zwar noch immer in einem Zustand nervöser Erregung, aber ein empfindliches Instrument hätte schon ein lang­sames Steigen zu einer ruhigeren Stimmung registrieren können. Dies war Rümmer eins, ein wenig ermunternd, an und für sich, aber ohne größere Bedeutung.

Zweitens: Gabbhs und Fobs unvermutetes Zusammentreffen mit Horace Milltorp am gestri­gen Tag. Dies hingegen war nach Gabbys Meinung das Bedeutungsvollste, was sich er­eignet hatte, seit sie ungebeten und ohne Dank ihre Person in den Vordergrund jener Bühne gestellt, hinter deren Kulissen vermutlich Ver­schiedenes vor sich ging.

Sie und Fob waren aufö Geratewohl auf die Felder hinausgewandert und gingen den kleinen Weg, der sich wie ein Bächlein von der breiten Straße weg nördlich um den Schloßgraben schlän­gelte. Fob war übelgelaunt und verschlossen,

Fräulein Fob

Roman von Anders Eie.

Turnen, Sport und Spiel.

Lahn-Dünsderg-Gau.

)( Mainzlar, 27. Juli. Anläßlich des 20 = jährigen Bestehens des hiesigen Turn­vereins fand hier gestern das S ch ii l e r w e t t- turnen des Lahn-Dünsberg-Gaues statt. Um 8 Uhr morgens begab sich der Turnver­ein mit einigen Schillerriegen zum Friedhof, wo am Denkmal für die Gefallenen nach einer Ge- bäu .aisrede ein Kranz niedergelegt wurde. Zum darauffolgenden Wetturnen traten 260 Schüler an. Geturnt wurde an Reck, Barren, Pferd sowie Weit- und chochsprung. Die schönen Leistungen bewiesen, daß recht fleißig zu diesem Wettstreit geübt worden mar.

Die ersten Preisträger waren: 1. Preis W. Wagner, Allendorf a.d. Lda., 117 Punkte: 2. W. Grote, Lollar, 114 P.; 3. W. Schwarz, Allendorf a.d.Lda., 111 P.: 4. Erich Seipp, Lollar und W. Brückei, Haufen, 110 P.: 5. Ludw. Hofmann, Dau- bringen, Karl Klein, Lollar und Adolf Rolshaufen, Launsbach, 109 P.: 6. Otto Speier, Wißmar und Oskar Bauer, Allendorf a. d. Lda., 108 P.: 7. Hch. Klein, Lollar, W. Düll, Alten-Bufeck und R. Hahn, Kroßen-Bufeck, 107 P.: 8. Rolf Grieb, Rodheim. 106 P.: 9. Waldemar Kuhl, Kinzenbach und Erich Scheid, Großen-Bufeck, 105 P.; 10. Ehr. Schwarz, Allendorf a. d. Lda. und Deibel, Lollar, 104 P. Den Wanderpreis im Stafettenlauf (600 Meter) gewann Großen-Bufeck.

In einer Ansprache des Gauoorfitzenden, Säu­bert (Wiefeck), ermahnte dieser die Schuljugend, immer fleißig weiter zu turnen, Eltern und Leh­rern zu gehorchen. Zur Verfchönerung des Schüler- turnfestes trugen bei: die Damenriege Wiefeck, die durch ihre geradezu glänzenden Leistungen an Sor­ten und Pferd sowie durch ihre prächtigen Reigen aufrichtige Bewunderung bei den zahlreichen Zu­schauern hervorrief. Der Gesangverein Mainzlar erfreute die Anwesenden durch einige schöne Ehöre, lind der Radfahreroerein Mainzlar durch Reigen­fahren. Den Schluß bildete das Wurstschnappen der Schüler auf der geräumigen Festwiese.

Berlin. 27. Iuli. Dre Börse eröffnete zunächst in zögernder Haltung bei freundlicher Stimmung. Bald trat jedoch ein Tendenz-Um- schwung ein, da allgemein bei der Dörsen- Spekulation Deckungsbedürfnis bestand und da ferner mit Rücksicht auf gewisse Erwartungen in der Frage der Hilfsmaßnahmen für den Ruhrbergbau von, außen her einige Kauf- orders f ü r Montan werte vorlagen. Von diesem Marktgebiet nahm die Befestigung chren Ausgang, was dadurch zu erklären ist, daß ge­rade diese Kurse seit Monaten die stärksten Rück­gänge aufzuweisen hatten. Man hat wohl auch Hoffnungen auf eine eventuelle vorüber­gehende Absahbelebung derKohlen- zechen infolge des angeiünöigten englischen Bergarbciterstreikes. Für einzelne Montan- werte sah man seit langer Zeit zum ersten Male wieder Pluszeichen. Die Tendenz der

habe, Und eines schönen aTges werden sich meine Ideenaiioziaiionen klären, und da werden Sie über Ihre falsche Bescheidenheit und Ihren Mangel an Erinnerung erröten.

Die Frage fand also bis auf weiteres keine Losung, aber das war gleichgültig. Die Haupt­sache war, daß Fobs Humor in Milltorps An­wesenheit um einige Grade gestiegen war und daß dieser das erkannte Sabbd ohne größere Zeichen und Wun er vom lebhaftesten Ver­langen beseelt war, Fob zu helfen.

Hier wurden Gabbys Gedanken an das Vor- gefallene durch einen Laut unterbrochen, der die Vormittagsstille schrill durchbrach. Es war das grelle Tuten eines Autos. Gabby erhob sich und sah es in ratender Fahrt gegen das Schloß fahren. Was war der Grund dieser un° erhörien Eile?

Jetzt kommt Fob gelaufen. Sie ist blaß und voll böser Ahnungen. Sie beherrscht sich aber und sagt ruhig zu Gabby:

Ich fühle es, das kann niemand anderer sein als Harrys"

Fob halte recht behalten. Als das elegante Auto in einer Wolle von Staub und Rauch in den Schloßhof sauste, sprangen zwei Passagiere heraus: es war niemand anderer als der Herr Bankier Fellips selbst und sein liebenswürdiges Werkzeug, Herr Iames Keyler.

Beim Anblick des Letztgenannten erlitt Gabby nahezu einen Chok. Es gab keinen Zwei­fel, sofort hatte sie ihn wiedererkannt, diese dunklen Augen, dieser kohlschwarze Schnurrbart, diese südländische Fassade gehörte dem Herrn, 3der sie eines denkwürdigen Tages auf der Hotel­avenue belästigt hatte. Herr Fellips stellte vor. Er selbst war überlegen und verriet nicht mit einer Miene, was er über die Anwesenheit Fräulein Dnlerofts auf Warminge dachte. Viel weniger konnte aber Keyler Herr der Situation genannt werden.

Unbarmherzig feuerte Gabby einen giftigen Pfeil nach dem anderen ab. Sie tat das so geschickt, daß fein anderer als nur Kehler die Anspielungen auf ihre frühere, von ihm jetzt bitter bereute Begegnung verstehen konnte. Es war ihm daher eine große Erleichterung, als ! Herr Fellips seine Gäste zu einem kleinen, rasch I improvisierten Lunch in das Haus bat.

Börse.

Gießener Anzeigers".)

was Gabby veranlaßte, von ihren größeren Auf­gaben abzusehen und sich darauf zu konzentrieren, Fob ein wenig auszumuntern und zu unterhalten. Es ging ganz gut, und gerade da führte ein glücklicher Zufall ihr nachmals Horace Milltorp in den Weg. Er grüßte und zögerte, an ihnen vorbeizugehen. Gabby sah, daß er im Zweifel darüber war, was die Situation erforderte. Schließlich wartete er aber gar keine weitere Einladung ab und begleitete die Damen. Und jetzt traf aber etwas ein, das wie sie jetzt

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auf der Gartenbau! saß und nachsann, immer noch als ein ganz großes Fragezeichen vor ihr stand.

Die sonst so zurückhaltende und zugeknöpfte Fob verlor auf einmal ihre schlechte Laune, die Gabby einen ganzen Vormittag zu verscheuchen versucht hakte, irgendwas ganz Deues ergriff von ihr Besitz, das Gabby nicht gesehen, feit sie ihre verlorene Freundin toieöer>efunöen, und ihre Stimme befant einen anderen, viel leb­hafteren Tonfall. Es mußte mehr fein, als der plötzliche Zwang, mit einem Herrn ein höfliches Gespräch zu führen. Derlei wäre Fob sonst voll­ständig gleichgültig gemeßen. Horace sprach ge­wandt von allem möglichen, und Fob war tat­sächlich für einige Minuten wieder das fröhliche, spöttische Mädchen von ehedem geworden. Gabby wurde natürlich von neuen Hoffnungen erfüllt.

Da blieb Fob mitten im Gespräch stehen, legte die Hand auf Milltorps Arm und sagte:

Ieht muß ich es aber endlich heraussagen. Wir haben uns doch früher einmal schon ge­troffen, Sie und ich, aber wo war dies nur und wann?"

Horace überlegte einen Augenblick. Die Frage kam ihm nicht ganz unerwartet, da er aber Fob unter keinen Bevingungen verraten wollte, spielte er ein wenig Komödie.

Man begegne so vielen Gesichtern. Das eine oder andere bleibt in der Erinnerung haften, und wenn man es bann wieder sieht, beginnt man nach Ideenafsoziationen zu suchen. Wenn jetzt Frau Fellips seiner Wenigkeit so schmeichelhaft gedenke, so rühre dies sicher nur von irgend einem Erinnerungsbild her, das in einem Straßenbahnwagen, einem Restaurant oder irgendwo entstanden sei.

übrigen Gebiete wurde von dieser Lage des Montanmarktes in günstigem Sinne beeinflußt, so daß das Bild bei Beginn der neuen Woche insgesamt freundlich toar. Schwächer lagen ein­gangs nur einzelne Montanwerte und Spezial­werte, namentlich Kohlenwerte infolge ungün­stiger Blättermeldungen über die Lage der be­treffenden Werke und die weiteren Aussichten dieser Unternehmen. Die Lage des Geld­marktes zeigte trotz des herannahenden Ulti­mos feine erkennbare Veränderung. Man ver­langte für tägliches Geld 8 bis 9/2 Prozent, für Monatsgeld 10 bis 11 Vs Prozent, Geld einige Tage über den Ultimo hinaus .11 bis 12 Prozent. Am Devisenmarkt trat be­reits am Samstag entsprechend den schwächeren Reuyorker Meldungen eine Abschwächung des Pfundkurses ein. Der Kurs bewegte sich heute auf der Samstag-Basis und stellte sich gegen Kabel etwa auf 4,853/.i- Die Mark war dem- entsprech-end in London etwas befestigt mit 20,40. Amsterdam 59,30, Paris 5,04' '_>.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers.)

Frankfurt a. M., 27. Iuli. Es notierten: Weizen (Wetterauer) 24 bis 24,75, Roggen (in­ländischer 21,50 bis 22, Hafer (inländischer) 20,50 bis 23,50, Mais (gelb) 21,50 bis 22, Weizen­mehl (inländisches, Spezial 0). 37,75 bis 38,25, Roggenmehl 30,50 bis 31,50, WÄzenkleie 11,90 bis 12,25, Roggenkleie 12,50 bis 12,75, Erbsen 27 bis 32, Heu (süddeutsches, gut trocken, neue Ernte) 8,50, Weizen und Roggenstroh 4,50 bi- 5, Treber (getrocknet) 19 bis 20. Tendenz? Eher fester.

Frankfurter Schlachtdiehmarkt.

Frankfurt a. M., 27. Iuli. Auftri^: 1363 Stück Rinder, darunter 475 Ochsen, 52 Dullen, 841 Färsen und Kühe; 387 Kälber. 135 Schafe. 3035 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen.' Dollfleischige ausgewachsene höchsten Schlacht­werts 58 bis 65. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 48 bis 57; Dullen: Dollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 55, vollfleischige jüngere 43 bis 48, mäßig ge­nährte junge und gut genährte ältere 38 bis 42; Färsen und Kühe: Dollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 56 bis 63, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts biS zu 7 Iahren 50 bis 58, wenig gut entwickelte Färsen 46 bis 55. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 39 bis 49, mäßig genährte Kühe und Färsen 26 bis 38, gering ge­nährte Kühe und Färsen 15 bis 25. K älber: Feinste Mastkälber 72 bis 78, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60 bis 70, geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 58. Schafe: Mast­lämmer und Masthämmel 56 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 36 bis 40, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) bis bis 30. Schweine: Dollfl. von 80 bis 100 Kg. 88 bi» 90, unter 80 Kg. 82 bis 87, von 100 bis 120 Kg., von 120 bis 150 Kg. und Fettschweine übet 150 Kg. 88 bis 90. unreine Sauen und geschnit­tene Eber 75 bis 82 Mk. Markt verlauf: Lang­samer Handel, geringer Ueberstand.

Berliner Produktenbörse.

D e r l i n, 27. Iuli. Der Produktenmarkt hatte weiter ruhiges Geschäft, ohne nennenswerte Umsätze. Es notierten für je 1000 Kg.: Weizen (märf.) 245 bis 245.50, Weizen (Iuli) 267.50 bii 266, Weizen (September) 253, Weizen (Oftobp.-/ 255 bis 254.50, Roggen (märf.) 198 bis 202, Roggen (Iuli) 212 bis 210.50, Roggen (Septem­ber) 204 bis 202, Roggen (Oktober) 208.50 bis 207.50, Futtergerste 198 bis 212, neue Winter­gerste 187 bis 195, Hafer (Juli) 188, Hafer (September) 191.50 bis 191, Hafer (Oktober) 194.50, Mais lloko Derlin) 215 bis 216, Raps 345 bis 350; für je 100 Kg.: Weizenmehl 33.00 bis 35.25, Roggenmehl 27.50 bis 29.50, Weizen- fleie 13.50, Roggenkleie 13.60 bis 13.70, Viktoria- erbsen 27.00 bis 33.00, kleine Erbsen 25.00 bis 26.50, Futtererbsen 23.00 bis 26.50, Peluschken 23.00 bis 26.50, Ackerbvhnen 24.00 bis 26.00, Wicken 26.00 bis 28.00, Lupinen (blau) 12.00 bti 13.50, Lupinen (gelb) 15.00 bis 16.50. Rapskuchen 16.80 bis 16:90, Leinkuchen 23.20 bis 23.40, Trockenschnihel 12.00 bis 12.20, Torfmelasse 9.75, Kartoffelflocken 26.00 bis 26.20, Zucker 21.80 bis 22.00.

aktien. Der Strombezug ist im letzten Iahr um Hi/. Proz. gestiegen, die Tarife konnten ermäßigt werden.

Barmer Bankverein. Wie die Kölnische Zeitung" aus sicherer Quelle erfährt, haben 6em Barmer Bankverein nahestehende Ge­schäftsfreunde und Aktionäre ein Restpaket von rund nom. 3,8 Millionen Mark Aktien dieser Bank, das sich im Besitz der Firma Hugo Stinnes befand, angekauft. Damit sind sämtliche Aktien des Barmer Bankvereins, die seinerzeit von der Firma Stinnes erworben worden waren, wieder in die Hände des allen Aktionärkreifes der Bank übergegangen, die in jeder Richtung ihre Selb­ständigkeit wieder erlangte. Wie dieKölnische Zeitung weiter hört, ist der derzeitige Ge­schäftsgang bei der Dank zufriedenstellend. Es wird mit einem ähnlichen Ergebnis wie im Vor­jahr, wo 8 Prozent Dividende verteilt wurden, gerechnet.

* Italien übernimmt 500 000 T. polnische Draunkvhle. Wie der DHD- erfährt, sind zwischen Italien und Polen Ver­handlungen im Gange wegen Lieferung von jähr­lich 500 000 T. Braunkohlen aus den polnischen Gruben. Die polnische Regierung hat bon der österreichischen Ausnahmetarife für diese Liefe­rungen auf den österreichischen Dahnen erbeten, die aber zunächst abgelehnt wurden. Polen soll daher beabsichtigen, die Transporte über Danzig auf dem Seewege nach Genua zu leiten.

Börsenkurse.

Als Gabby und Kehler einige Schritte hinter den an-e en die Treppe zum großen Tor hinauf- ginget, sagte Gabby zu Keyler:

Sie verfolgen wenigstens Ihr Opfer mit Konsequenz, mein Herr." 1

Dann schritt sie hastig an ihm vorbei in die Halle.

Jetzt sind Sie mir überlegen, Made­moiselle," sagte Keyler zu sich selbst,aber wir haben das Ende noch nihi gesehen!"

Der Lunch im altertümlid en Speisesaal ver­lief ganz spannend. Alle spielten einander mehr ober r. eniger Komödie vor Und jeder war da­von überzeugt, daß der andere wußte, er spiele .Komödie. Herrn Keyler fiel die unbedeutendste Rolle zu, obwohl es dem außenstehenden Be­trauter erschien, als ob das Gegenteil ber_ Fall wäre Er saß da, sehr mit de;i Essen beschäftig!» und dachte o gründlich über die Antworten nach» mit denen er Gabbys Hie e parieren sollte, M- er bis auf weiteres überhaupt nicht dazu kair^ etwas zu sagen. Die Hauptrolle spielte dec elegante und liebenswürdige Wirt selbst, Hew Fellips. Er gab einen gewandten Lustspiel«' raifonneur, vollkommen denen bewußt, daß ec alle Drähte in der Hand hielt, das Tempo dev Dialoges und den '.n'gang des Ganzen ,-,u be­stimmen haste. Während Herr Keyler Inspira- tion in einer !.,anz beträchtlichen Anzahl voi Gläsern Cyampagner suchte, tränt Herr Fettig in ausgesuchter, aber eiskalter Höflichkeit na» rechts und links u. Mit ganz besonderer Boi" beit wählte er die Worte, die er über den Tisl hinweg an Fob richtete. Sie zitterte vor bei Akt, zu dem Fellips plötzlich den Vorhang au* ziehen würde. Sie gibt auf die Bosheiten müte und resignierte Antworten. Gabby ist wütend über ihre Machtlosigkeit und leiit bald mit Herrn Keyler die Rolle des stummen Mitspielens. Dst- mand spricht mehr als Fellips selbst. Es be­ginnt sich eine düstere Stimmung über die Tisa-' gefellschaft zu breiten, in der so feindliche 3nter* essen einander gegenüberstehen und jeder au« Aeußerste gespannt ist, so daß jeden Augenblo ein Krach befürchtet werden muh. Fellips hat IM Situation in der Hand, und es macht ihm e® Vergnügen sie auf die Spitze zu treiben. erhebt sein Glas und heißt Gabby in einer Heina Rede willkommen, die von unterdrücktem Hohs trieft. (Fortsetzung W-i

Rein," antwortete Fob bestimmt,ich weih, daß ich Sie getroffen und nicht nur gesehen I

Frankfurter Abendbörse.

Frankfurt a. M.. 27. Iuli. Im heutigen Abendverkehr war die Geschäftslosigkeit scharf ausgeprägt, denn die Umsatztätigkeit war belang­los. Die Stimmung blieb freundlich und das Kursniveau formte sich für die zur Dotierung gekommenen Werte im allgemeinen behaupten. Montanwerke geschäftslos. Don Kaliwerten setzten Westeregeln die Steigerung um/2 Proz. fort. Chemische Aktien lagen weiter fest. Am Elektro- marft waren kleine Kurssteigerungen zu verzeich­nen. Bankaktien ruhig. Don Anleihen wurden Kriegsanleihen zu 0,2421 2 gehandelt. Die Abend­börse schloß in gut behaupteter Haltung. Deutsche Anleihen: 4prozentige Preußische Konsols 0,290. 3V-Proz. do. 0,307,37. Bankaktien: Commerzbank 96, Darmstädter Bank 116,75, Discontogesellschaft 105, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Credit- banf 96, Oesterreich!sche Kreditaktien 7,85. Mon­tanaktien: Deutsch Luxemburg 63,50, Kali Aschers­leben 124, Kali Westeregeln 137,50. Chemische Aktien: Elberfelder Farben 115, Höchster Farben 115, Holzverkohlung 5,85. Industrieaktien: Adler­werke Kleher 57, AEG. 97,75. Bingwerke 54, Dyckerhoff & Widmann 38,50, Eßlinger 52, Fuchs Waggon 0,65, Elektrisch Licht und Kraft 97, Inag 0,51, Rheinmetall 30, Siemens & Halske 77, Sichel 30, Wahß & Freytag 75.50.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. (An Billionen Mark miSfltbrndt. BuenoS-AireS, London, !Rtu- borf, Japan. Rio de Janeiro fär eine Einheit, Wien und Budapest (iir 100000 Einheiten. allcS übrige für 100 Einheiten.)

Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewähr.)_______________

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Wirtschaft.

* Die Vorzugsaktien des Baroper Walzwerkes. Zu der Meldung eines westdeut­schen Blattes über die zwischen der Stinnes-Eisen- A.-G. und Wolf, Retter und Jakobi beschlossene Ein­ziehung der Vorzugsaktien des Baroper Walzwer­kes erfährt der DHD. aus zuverlässiger Quelle, daß eine derartige Einziehung nach den Statuten nie erfolgen kann, da die Vorzugsaktien seinerzeit auf 20 Jahre fest ausgegeben worden sind.

* Großkraftwerk Franken 21.«®., Dürnberg. Die ordentliche Hauptversammlung genehmigte die Verteilung von 9 Pröz. Dividende auf die Stamm- und 6 Proz. auf die Vorzugs»

einer Dienstfahrt auf dem Rad ein Bad nahm, muß ein Unfall zugestvhen sein. Die Leiche wurde bereits gelänget.

Hessrn-Nassau.

Marburg, 27. Juli. Der Kreis M a r - bürg hat nach der neuesten Zählung 29 471 männ­liche und 32 041 weibliche, zusammen 61 512 Ein­wohner. Auf die Stadt Marburg entfallen hier­von 11 202 männliche und 12 329 weibliche, zusam­men 23 531 Einwohner. Bei der Volkszählung im Jahre 1919 wurden insgesamt im Kreise Marburg 58 521 Einwohner, davon 22 216 in Marburg, ge­zählt.

XI.

ZweiGespräche.

Es waren zwei Tage vergangen.

Vormistagöstill und einsam lag der Schloßhof da. Mitten in der Sonne, auf seinem gewohnten Platze, streckte Signor seinen vierbeinigen Leib, in einem so wohllüstigen, pflichtvergessenen Dir- tvana aus, daß jeder einsehen mußte, dies sei ein ausgesuchter Platz des Friedens, für einen, der ungestört sein und mit seinem Gewissen reden will oder mit irgendwas anderem, das

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Commerz- und Prtvop-Bank

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Siemens 4 HalSki .«

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Motorenwerke Mannheim .

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0,75

Metallgeselllchosi Frankfurt.

Be, Union A-.G . . .

100

72

100

73.5

71.5

72.-5

Schub'abrik Her,......

2.6

43,5

40

39

Sichel .........

.32.5

30

33

32

.-seilflott Waldbof......

9,65

« 75

'.70

9.6

-iucierfabrik ssrankcntdal . .

0.25

-Zuckerfabrik Waolmulel

62

62,2.5

61.25

61.75

24 Irli

27. Juli

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Bries

Geld

Bricr

VImst.-Non.

168.54

168,96

168.44

168,86

Biien-AircS

1.69.3

1.697

1.691

1.69.)

Brss.-Antw-

19 43

19,47

19,41

19,45

Christiania.

76,70

7 ,90

77,20

77,40

.flopenbagen

93,13

93,37

95,63

95,87

Stockholm -

112,74

113,02

112.66

112.94

HelsingforS.

10.577

10,677

10,573

10,613

Italien. . .

15.31

15.36

15,415

15,45

London. .

-0.398

20,443

20,373

20,422

Neuhork . .

4.195

4,205

4.195

4,205

Paris. . .

19,8-

19,86

19,82

19,86

Schwei, - -

81 44

61,61

81,43

81,63

Spaiiieu -

60.57

60,73

60,65

60.81

Yapan . . . Rio de Jan-

1.728

0 495

1.732

1.497

I.7H

9.401

1,722 0.495

Wien in D -

Ceft. abgest

59.067

59,207

59,06

»9,202

Prag ...

12,43

12,47

12.484

12.474

Belgrad . .

7.36

7,38

7,38

7.40

Budapest. . Bulaarien

3.895

3,03

5.915

3.04

5,81'5

3,0=5

6,915

3,045

Lissabon

20 475

.0,925

20,825

'0,875

Danzig. . . flonstantiu-

80.81

-1.01

80,77

80.97

2.243

2,352

2.335

2,345

Athen. .

Ii 69

6.71

6.69

6,71

Berlin, 27. Muli.

Geld

Bries

Amerikanische Nota» .....

4,17 <

' 4.198

Belgische Noten

19,38

19,48

Dänische Noten .......

95,38

6.02

Englische Noten.

20,340

20,440

Französische Note« ......

»olläudische Note« ......

19,80

167,98

19 90

168.82

Italienische Noten......

15,56

15,64

Norwegische Noten ......

77.11

77,49

Deutsrh-Oesterr., ä 100 Aron«

59.13

59,43

Numäntsche Noten......

Schwedische Note» ......

112,®

112,88

Schweizer Noten..... .

81,55

81,95

Spanische Noten .......

60,43

60.71

Tschechoslowakische Notar . .

12,41

12,47

Ungarische Sloten . ...

5,83

5.87