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MAGGI Fleischbrüh Würfel

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(Nachdruck verboten.)

52, ^ortleftung

Hüten Sie sich^ uns

Leim Herannahen der bewaffneten Männer machteri die Franzosen

Feuer am Nordpol.

Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Von Karl-August von Laffert.

sich schußfertig.

ns auf einem freien Tern- lorium irgendwie' zu belästigen!" schrie der Fran­zose.Frankreichs unerbittliche Mche wäre Ihnen

gewiß."

. Lassen Sie es nicht zum Aeußersten kommen , bat Linda auf deutsch und blickte Sanders flehend an.

Dieser verzog keine Miene aber sein Inneres verhärtete sich um jo mehr,

Nähertreten!" befahl er der Schutzwache. Dann postierte er sie mit kurzem Wink im Halbkreis vor die Franzosen.Fertig zum Feuern!"

Die Karabiner flogen von den Schultern. Die Sicherungen wurden herumgelegt. Das brachte das heiße Blut des Franzosen zur Wallung.

Ich will doch mal sehen, wer mich anzufassxn wagt" sagte er und schritt direkt auf den Führer der Abteilung los. Mach Platz!" schrie er diesen an.

Als der drahtige frühere Unteroffizier sich nicht rührte stieß er ihn kraftvoll zur Seite. Doch schon packte ihn ein anderer Sicherbeitsmann am Arm. Da fuhr der behende Franzose giftig herum und schlug ihm mit geballter Faust ins Gesicht. Der Deutsche taumelte und das Blut schoß ihm aus der Nase. Sofort wollte er sich auf seinen Gegner stürzen aber Nagel hielt ihn zurück während gleich­zeitig der Franzose durch sechs starke Männerarme an weiteren Tätlichkeiten gehindert wurde. Zugleich schrie Sanders den französischen Soldaten zu:

Wer nur eine Bewegung macht, wird er­schossen!"

Ich danke Ihnen sehr, mein .yerr. Sie hoben den von uns erwünschten Zwischenfall geschaffen. Jetzt werden Sie auch die Folgen tragen."

Entwaffnet fier befahl Sanders kurz.

Ruhig gaben die Franzosen die Gewehre ab.

Und nun zu Ihnen, Herr Offizier", sagte Sanders.Zwiefach vergingen Sie sich gegen unsere Gesetze. Zunächst landeten Sie hier ohne Erlaubnis. Sodann beleidigten Sie einen meiner Beamten. Für

Lage gewesen. Ueberaehend zur hessischen Politik legte der Redner die Gründe dar, die dazu geführt haben, daß wir in Hessen noch durch die Weimarer Koalition beglückt sind und ging auf die Verhand­lungen und die Stellung der einzelnen Parteien gelegentlich der letzten Regierungsbildung em. Mit reichem Beifall dankten die Anwesenden dem Red­ner für seine hochinteressanten Ausführungen. In der anschließenden Aussprache konnte noch auf mancheragen 'Auskunft gegeben werden. _ Der starke Besuch der Versammlung aus allen Zeilen des Kreises zeigte, daß die ruhige, von nationalem Geiste getriebene Politik der Deutschen Bolkspartei im Volke immer mehr Anklang findet und daß sich auch die große Masse der Wähler das Wort Stresemanns zu eigen macht: Durch Opfer und Ar­beit zur Freiheit.

Starkenburg rrrrD Rheinhessen.

0 Darmstadl, 27. Mai. Wie uns be­richtet wird, macht sich der Raummangel in der Technischen Hochschule immer mehr in störendem Maße bemerkbar. Bor ollem müssen der Hauptbücherei weitere Räume zur Verfügung gestellt werden. Dann ist eine erhebliche Erweiterung des Volkswirtschaftlichen In­stituts dringend geboten. Ferner müssen den neuen Professuren für Psychologie und Philosophie Räume geschaffen werden. Die Ingenieurabteilung bedarf ebenfalls der Erweiterung schon mit Rücksicht auf das im Werden begriffene und unentbehrliche In- genieur-Laboratoriuln. Von besonderer Bedeutung ist endlich die Herstellung von Räumen für das neue Institut für technische Gesteinskunde, das von der Industrie geschaffen werden soll. Der große Senat der Technischen Hochschule hat sich in seiner letzten Sitzung eingehend mit diesen Fragen beschäftigt und schlägt zur Beseitigung des Raummangels die als­baldige Belegung der ehemaligen Mag- d a l e n e n f a f c r n e vor. Zuvor müßte aber für das dort untergebrachte Dersorgungsamt eine andere Unterkunftsmöglichkeit geschaffen werden.

* Darmstadt. 27. Mal. Die Ern» Weihung des Darmstädter Flug­platzes und die Flugzeugtaufe der neuen Ver- kehrsmaschine und der Sportslugzeuge findet am zweiten Pfingstfeiertag statt. Am Tage danach treffen die am Deutschen Rundflug teilnehmen­den 91 Flugzeuge hier ein. Zur Entwässe­rung des Rieds wird ein Hauptent­wässerungskanal angelegt, der vom Pumpwerk am Kammerhof bis nach Erfelden führen soll. Der Kanal wird etwa 5 Kilometer lang werden: es toicb zu seiner Herstellung eine Erdbewegung von rund 36 000 Kubikmeter er­forderlich sein. Die Erdarbeiten sind, jetzt aus­geschrieben.

fpd. Offenbach, 27. Mai. Zu dem Lust­mord an der elfjährigen Erna Dörfel ist zu berichten, daß die Kriminalpolizei hie Täter bereits ermittelt und den einen f e ft genommen hat. Es handelt sich um den 22jähr. Arbeiter Adam Fuchs aus dem Rachbarort Bürgel, dex schon seit Tagen unter dem Verdacht, an dem Verschwinden des Mädchens nicht un­beteiligt zu sein, in Haft faß. Fuchs wurde heut» der Leiche gegenübergestellt und hat sofort ein umfassendes Geständnis abgelegt. Danach hat er gemeinsam mit dem noch flüchtigen 22jährigen Philipp März aus Bürgel am 14. Mai das Mädchen in den Wald gelockt. Dort wurde dem Kinde Gewalt angetan und es Dann von dem entmenschten Paar erschlagen bzw. erwürgt. Die Leiche verscharrten sie dann in dem Walde unter Gestrüpp und Laub. März ist seit mehreren Tagen flüchtig und wird sich, da er mittellos ist, wohl bettelnd umhertreiben. Die beiden Mörder waren Insassen des Dersorgungshauses, hatten sich aus diesem widerrechtlich entfernt und trieben sich seitdem lungernd in der Stadt herum.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 27. Mai. lieber die für das Rechnungsjahr 1925 anzuwendenden Bemes­sungsgrundlagen für die Veranlagung zur Gewerbe st euer haben die Gemeinden des Krei. ses in diesen Tagen Beschluß gefaßt. Im allgemeinen find als Bemessungsgrundlagen der Gewerbeertrag und das Gewerbekapital gewählt. Die Zuschläge zu den Steuergrundbetragen, die sich für die einzelnen Gemeinden je nach ihrem Finanzbedarf in verschie­dener Höhe bewegen, sind nach dem Ertrage und dem Kapital gleichmäßig festgesetzt. Der Fischfang ist der Besteuerung nicht unterworfen. Die Zahlungs­fristen sind im allgemeinen vierteljährlich bestimmt: nur da wird monatliche Zahlung gefordert, wo die Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körper­

fchastssteuer monatlich zu leisten sind. Beschlüsse, die über 200 Proz. Zuschläge zur Gewerbesteuer vorsehen, bedürfen der aussichtsbehördlichen Genehmigung. Der Kreistag hat beschlossen, daß die im Rech­nungsjahr 1924 erhobenen Kreis- und Pro­vinz i a l ft e u e r n als Boranszahlungen für das Rechnungsjahr 1925 solange weiter erhoben werden ollen, bis der Kreishaushaltsplan für 1925 aus­gestellt ist. Der Kreirhaushaltsplan wird voraus- lchtlich im Juni dem Kreistag zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Zur Instandsetzung der in Unterhaltung des Kreises und der Provinz stehenden Straßen sind zwei Dampfwalzen im hiesigen Kreise in Tätigkeit. Zur Zeit ist die eine Walze in der Bürgermeisterei Rechtenbach, die andere in der Bürgermeisterei Greifenstein beschäftigt. In sämt­lichen Bürgermeistereien des Kreises werden in diesem und im nächsten Monat Nacheichungen der Wiege - und Meßgeräte der Gewerbetreiben­den, Kaufleute, Großhändler, Fabriken usw. ab­gehalten. Auch die Landwirte, die regelmäßig einen Teil ihrer Erzeugnisse abzusetzen pflegen, sind mit ihren Maßen und Gewichten eichpflichtig. Ueber die Durchführung der Nacheichustgen wird nach deren Be­endigung durch die Landjäger und Polizeibeamten eine Kontrolle oorgenommen werden, wobei die­jenigen Personen, die von den Nacheichungstagen keinen Gebrauch gemacht haben, ihre Gegenstände dem Eichamt in Koblenz an den öffentlich bekannt- gemachten, zeitlich beschränkten Abfertigungs- und Nacheichungstagen vorzulegen haben.

d. Dornholzha u f e n, 27. Mai. Aus dem in der vorigen Woche in Frankenberg an der Eder ftattgefundenen B u l l e n m a r k t haben die hiesige Gemeinde und die Gemeinde Münchholz­hausen je einen Vogelsberger Zucht­bullen gekauft. Die benachbarte Gemeinde Hochelheim hat auf dem gleichen Markt zwei Vo­gelsberger Bullen bei der Auktion gesteigert.

d. Groß-Rechtenbach, 27. Mai. Zur Anhörung der Beteiligten über die Zuzie­hung der hiesigen Ortslage zum Um­legungsverfahren fand in der neuen Schule ein Termin statt, den der Kulturamts­vorsteher zu Wetzlar, Regierungsrat Dauben­speck, als vom Lanbeskulturamtspräsidenten zu Düsseldorf bestimmter Kommissar leitete. Da in dem Termin nur zwei Einwendungen erhoben wurden, kann die Zuziehung der Ortslage zum Umlegungsverfahren als gesichert angesehen wer­den. Zn dem benachbarten Klein-Rechten­bach fand ein gleicher Termin statt, in dem leine Einwendungen erhoben wurden. Auch dieser Ort wird also in das dort z. Zt. im Gange befindliche Amlegunatverfahren mit einbrz-ogen Werdern 3n der Bürgermeisterei Rech­tenbach sollen nicht weniger als vier neue Schlachthäuser errichtet werden, davon je eins in Lützellinden, Hochelheim, Ebersgöns und Oberkleen. Die Zahl der Erwerbslosen in Der hiesigen Bürgermeisterei ist bis auf einen (in der Gemeinde Münchholzhausen) zurück­gegangen. Dieser wird von Der Gemeinde mit kleinen Rotstandtarbeiten beschäftigt.

Hessen-Nassau.

J[ Marburg, 26. Mai. Nach vierstündiger Beratung wurde in der gestrigen Stadtverord« netensitzung der Stadthaushaltvor­anschlag mit 2 446 000 Mk. in Einnahmen und Ausgaben festgestellt. Das Steueraufkommen beträgt rund 1600 000 Mk. Die direkten Steuern stellen sich auf 375 Proz. vom Grundbesitz und 400 Proz. vom Gewerbe. Verschiedene Abgaben, z. B. die­jenigen für die hier gewaltig zunehmenden Hunde, wurden erhöht.

fpd. Frankfurt a. M., 27. Mai. 3n dem ehedem politisch und vor allein territoriell zer­klüfteten Ras sauer Lande trifft man noch überall in den Gemeinden Landeshoheits­zeichen. An die Zeit des Herzogtums Aassau erinnern an Den A^rkierungszeichen die Buch­staben H. M. an das Mainzer kurfürstliche Re­giment das Rad, an die Freie Reichsstadt Frank­furt die Buchstaben F. K. (Frankfurter Kasten­amt), an Die Hessen-Homburgische Herrschaft die Buchstaben H. H. und an die Jahre, da die Pro­vinz Hessen-Rassau zum Königreich Preußen ge» hörte, die Buchstaben K. P. Fortan Dürfen alle Gemarkungssteine nur das Zeichen P (Preußen) tragen, die übrigen Steine werden entfernt. Der Beschluß ist bedauerlich, Denn die alten, oft sehr schönen Hoheitszeichen stehen niemanden im Wege und haben zweifellos eine geschichtliche Berechti­gung. Wo bleibt hier der Denkmalsschutz?

Hanau, 27.Mai. (Wolff.) Heute morgen gegen 9 Ähr wurde im benachbarten Langen-

Frankreich. Um so liebenswürdiger find die offi­ziellen Freundschaftskundgebungen der englischen Regierung gegen den alten Kriegskameraden. Mir würde als Franzose Angst vor soviel Liebe werden. Timeo Danaos et Dona ferentes." Es geht etwas vor in London, sage ich Ihnen. Vielleicht für uns nicht unangenehm.

Präsident Sanders hat ziemlich vorschnell und undiplomatisch gehandelt. Man konnte den franzö­sischen Flieger mit vollendeter Höflichkeit empfangen und ihn mit Liebenswürdigkeiten Derartig einseifen, daß er hochbefriedigt wieder abgefahren wäre. 2lber Das Schlimmste ist immer, wenn Damen, unD noch dazu schöne Damen, bei volitischen Zwischenfällen anwesend jind. Dann muß bas Männchen seine Kraft vor dem Weiblichen zeigen und haut über bas Ziel hinaus. AVer Das ist nun mal geschehen. Also heißt es: Die Konsequenzen ziehen.

Ich nehme an, daß Die vier Kampfflieger von jetzt an in ständiger Bereitschaft in Platinia liegen. Frankreich hat in aller Stille von Dänemark die König-Oskar-Bucht an Der Ostküste von Grönland gepachtet. Dort ist seit einigen Wochen ein soge­nanntes Mutterschiff für Flugzeuge stationiert, ein alter großer Kreuzer, der etwa zwölf Militärftug- zeugen als Stützpunkt und Hasen dient.

Nach mir zuaegangenen Nachrichten soll er be­reits eingefroren fein. Doch unterhält er regen Funk­verkehr mit der Eiftelstation und steht auch durch Flugzeuge in direkter Verbindung mit Frankreick, und Benzinvorräte. Ich halte es daher für nirfjt ausgeschlossen, daß von dort aus noch in allernächster Zeit ein Angriff auf Nova Thule versucht wird.

Für Petrolea ist natürlich nichts zu befürchten. Erstens liegt es zu weit von Grönland entfernt, und zweitens ist es für Fremde kaum aufzufinden. Ein Angriff wird sich alsy nur gegen Platinia richten. Ich bin aber davon überzeugt, daß unsere vier Kampfflieger auch einer dreifachen Ueberlegenheit gewachsen sind. Ick möchte jedoch empfehlen, sich im ^alle eines Angriffes nicht Der bereits ausgestellten Maschinengeschütze zu bedienen. Die wahre und wirk­same Verteidigung, wie sie Kersten ausgearbeitet hat, ist ja erst im nächsten Jahre ganz vollendet und muß bis dahin streng geheim bleioen.

Daß Die erste Oelquelle Derartig reichen Ertrag liefert, bestätigt meine Erwartungen von Den San-

beiDe Delikte bestrafe ick Sie in meiner Eigenschaft als frei erwählter selbständiger Präsident dieses Landes mit 1000 Goldfrank Buße."

Ich erkenne die Strafe nicht an."

Darauf verzichten wir gern und verlangen nur die sofortige Bezahlung. Im Weigerungsfälle wird Ihnen eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten zu­erteilt."

Und was geschieht mit meinen Leuten?"

Die bringen wir als lästige Sluslänber auf dem nächsten Wege an Die LanDesgrenze. Da sie aber Dort verhungern würden, lasse ich Gnade vor Recht er­gehen und die Mannschaft nach Archangelsk be­fördern. Ihr Flugzeug wird als Kriegsmaterial be­schlagnahmt."

Ich protestiere."

Ihr Protest ist gehört, wird aber an Der Tat­sache nichts ändern."

,Lch weiche der Gewalt!" sagte der Franzose.

Dann befahl er Dem Unterofizier, zum Flug­zeug zu gehen und Das geforDerte Geld zu holen. Finster starrte er vor sich hin.

Als Der Unteroffizier gegangen war, sagte San­ders in völlig verändertem Tone:

So, mein verehrter, tapferer Herr Offizier. Nachdem wir nunmehr unsere Differenzen zur gegenseitigen Zufriedenheit beigelegt haben, bitte ich Sic, ein kleines Frühstück bei uns einzunehmen, wie es die hiesigen Verhältnisse gestatten. Auch für Ihre Leute soll ausreichend gesorgt werden. In zwei Stunden fährt das Flugzeug nach Archangelsk."

10.

B rief HagensanBlanken bürg (durch Flugpost).

Mein lieber B.! Also jetzt haben wir unseren poliüschen Zwischenfall. Das ist ja ein schönes Hallo in Den Zeitungen. Die Pariser Blätter verlangen natürlich Annexion von Nova Thule. Don irnt- schiildigungen, Äeldentfchädigungen oder ähnlichem will niemand etwas wissen. Die französische Regie­rung selber schweigt. Also plant sie Böses.

Die englischenZeitungen spotten ziemlich scha­denfroh über Den französischen Goliath, Der gegen den nordischen Zwerg vorzugehen wagte und sich eine verdiente Ohrfeige holte. Ueberhaupt wird Der Ton der Londoner Presse immer gereizter gegen

Ruhestand lebende Schulrat Süß betroffen. In der Bismarckstraße, in Der Tlähe seiner Wohnung, stolperte er über ein dicht am Boden ge­spanntes Drahtseil und fiel so unglück­lich auf Die Hände, daß er beide Arme ober­halb des Handgelenkes brach. Das Drahtseil war 5um Zwecke von Kabelreparaturen gelegt und ist jedenfalls von Dem schon älteren Herrn nicht gesehen worden Der heutige Schweine­markt war sehr stark befahren, wohl schon deshalb, weil Die letzten Märkte wegen Der Seuchengefahr ausfallen mußten. 'Während Die Bauern ihre Ware ziemlich gut verkauften, muß­ten die Händler das meiste unverkauft wieder mitnehmen. Die Preise waren ziemlich hoch und schwankten von ca. 26 bis 38 Mk.

!*! Butzbach, 27. Mai. Im hohen Alter von 78 Jahren st a r b der Bauinspektor i. R. Philipp Metzger. Er war einer Der wenigen noch leben­den Kriegsteilnehmer aus dem deutsch-französischen Kriege 1870/71, in dem er mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet worden mar.

Kirchgöns, 26. Mai. Im vorigen Jahre wurde Lehrer Rahn dahier, der 42Jabre lang mit seltener Pflichttreue an Der hiesigen Schule gewirkt, auf GrunD Des Beamtenabbaugesetzes in den vor­läufigen Ruhestand versetzt. Stets hat Lehrer Rahn alles getan, Die KinDer in echt christlichem Geiste zu erziehen und ihnen ein möglichst hohes Maß von Kenntnissen zu vermitteln. Da er auch jederzeit an Den gemeinnützigen Bestrebungen der Gemeinde teilgenommen, so erachtete es diese als Pflicht, ihm gelegentlich seines Geburtstages für fein treues Wirken herzlichen Dank darzubringen. Reben dem vollzählig erschienenen O r t s v o r - stand, dem Gesang, Krieger- und Turn­verein versammeiten sich abends 9 Uhr viele Ge- meindeglieder zu einer Feier vor der Lehrerwohnung. Nachdem Der Gesangvereine einige Chöre in wir­kungsvoller Weise vorgetragen, gratulierte Bürger­meister H a n a ck, indem er sich über die vielen Ver­dienste des Lehrers 9!ahn in und außerhalb Der Schule anerkennend aussprach und im Namen der Gemeinde dem gew-ffenhoften Lehrer ein prächtiges Geschenk übergab (fine weitere Ansprache wurde ge­halten von Obersteuersekretär N e r n , 1. Vorsitzender Des hiesigen Gesangvereins, der auf die vielen Ver­dienste des Lehrers als früherer langjähriger Diri­gent Des Vereins hinwies und ihm die stete Dank­barkeit des Vereins versicherte. Turnwart Hanack gratulierte in herzlicher Weife im Namen sämtlicher Turner, die nahezu alle zu den früheren Schülern des gefeiencji Lehrers zählen und sich seiner gleich- falls in steter Dankbarkeit erinnern. Lehrer Rahn dankte für alle Beweise der Liebe und Anerkennung und versicherte, daß ihm der Tag unvergeßlich fein werde.

Kreis Büdingen.

' Stockhei m, 27. Mai. Am Sonntagnach­mittag hielt hier der Kreisverein Büdin­gen Der Deutschen Volkspartei seine diesjährige Kreistagung ab. Nachdem Ge­schäftsführer Weißer- Gießen kurz über Den Stand und die Aufgaben Der Organisation berichtet hatte, schritt man zur Lorftandswahl. Unter großem Beifall wurde Der bisherige 1. Vorsitzende Amts­gerichtsrat Muhl -Nidda wiedergewählt. Anschlie- tzend an die Vorstandswahl sprach HerrOberstudien- Direktor Dr. Keller- Büdingen, Mitglied Des LanDtages, über die politische Lage im Reich und in Hessen. Eingangs seiner Ausführungen wies er auf den Unterschied hin, der sich in Der Wahl zur Nationalversammttmg 1919 und in Der Wahl zum Reichspräsidenten 1925 bemerkbar macht. Damals haben Die Parteien, Die letzthin für Marx ein­traten, 4| Millionen Stimmen aufgebracht. Die Selbstbesinnung hat in Der Einstellung Des Volkes gesiegt. Sozialdemokraten und auch Demokraten sind im Grunde an ihren Versprechungen geschei­tert. Heute hat sich Die gern De Linie Der nüchter­nen klaren Realpolitik der Deutschen Volkspartei Durchgesetzt. Wozu wir uns bereits vor einem Jahr bekannten, dazu bekennen sich auch heute Die Füh­rer Der Deutschnationalen Dolksvartei. Uebergehend zu den politischen Tagesfragen vehanDelte Der ReD- ner u. a. Die Aufwertung unD Den deutsch-sva- niscken Handelsvertrag. Dort hat der Austritt des Abg. B e st aus Der Deutschnationalen Partei viel Staub aufgewirbelt, beDinqt Durch Die Versprechun­gen Des Wahlkampfes. An Der Lösung, wie auch am deuiich-spanischen Handelsvertrag könne man Kritik üben. Aber Die Kritik habe Die Pflicht, unter Berückstchtigung Der Entwicklung und Der bestehen­den Verhältnisse etwas Besseres, was aoer wirklich Durchgeführt werden kann, an Die Stelle Des Er­reichten zu setzen. Dazu fei sie bisher nicht in der

dcrsschen Fähigkeiten. Bei Dem sich immer fteigern- Den Neubau von Flugzeugen rechne ich Damit, Data bis Weihnachten alle Teile Der großen 40 OOOpfet- Digen Nohölmotoren herangeschafft sinD. Ebenso die Dazugehörigen Dynamos. Sodann muß Der Trans­port des 2000 Kilometer langen Kabels erfolgen der ein ganz gewaltiges Gewicht besitzt. Ein M Davon ist ja bereits angelangt, Denn mit dem Foh- schreiten Des Eistunnels roirD praktischerweise gleto Das Kabel eingebaut unD direkt zur Äraftübertrn- gung an Die Arbeitsstätte verwanDt.

Die Leistung Der großen Eisbohrmaschinen von stündlich fünfzig Meter ist an und für sich rcti groß, besonders Da gleichzeitig zwei ParalleltunnelK erbohrt werDen. Beim Arbeiten in einer Richtung würden wir aber erst in etwa Drei Jahren bki Kennanland angelangt sein. Bei zwei neuen beitsfteUen würde diese Zeit sich um bas Fünffach, bei Anlage einer dritten um Das Siebenfache W' kürzen. Denn von jedem neu anzulegenden Aus­gangspunkt kann man ja gleichzeitig nach beide' Richtungen vorgehen.

Diese Anlage von möglichst Drei weiteren J beitsfteUen, gleichmäßig auf Der ganzen » bis Kennanland verteilt, muß also im nächst Jahre sofort in Angriff genommen werden, llnlci - dessen muh Die Ausrüstung Des Kabeldampfers W- sich gehen, der die 230 Kilometer von Kennanla^ nach'Kap Barrow legen soll. Zu Ausgang des M" ters kann er schon in Wladiwostok bereit sein, U®1 bei (Eintritt eisfreien Meeres sofort bis Nome D fahren. . .. _

Wegen Legung Der Ueberland-StarkftromleitU'-s von Kap Barrow bis Nome und weiter bis Do: ? couoer verhandle ich mit leistungsfähigen ainem" nischen Firmen. Die Regierungen von Kanada u»> die der Vereinigten Staaten stehen unserem vr,e jekt freundlich gegenüber. Wir können Die Zession auf fünfzig Jahre gegen unentgeltliche D gäbe von fünf Prozent unseres Stromes erhallo»-

Jetzt ist auch der Zeipunkt gekommen, UW* Gesellschaft in ein Aktienunternehmen bmzugesM^- Erstens werden uns dadurch ungeheure ffapiw** zusließen, die sehr willkommen sind, da unseren Geldbedarf kaum mehr wird decken konn<

(Fortsetzung folgt.)'

Eiusamilit oUtreritc'xifli Amo- Garn Mb, zu ve 6chr. Nmi. flii beii Gje

1 ' 'Oai U-.

Gerichtssaal.

][ Marburg, 26. Mai. Das hiesige Amts­gericht verhandelte über einen räuberischer Lleberfall auf ein mit vier Personen be­setztes Auto, der den durch die bekannten Heber« fälle aus einsame Bahnhöfe mehrfach genannten Gebrüder Beyer gur Last gelegt wurde .Für den einen Angeklagten endete die Sache mit einem auf ach t Jahre Zuchthaus lautenden Urteil, das jedoch nicht vollstreckt werden kann, weil seine Strafen schon, 15 Jahre Zuchthaus erreicht haben. Der Mitangeklagte mußte freigesprochen werden. Es kommt nun vor einem anderen Gericht noch ein H e b e r - fall auf eine Bahn sta tion, jedenfalls Brilon-Wald, zur Aburteilung.

selbo ld die 81jährige alte Frau K. Kleiber, die mit ihrem zweijährigen Cnkelchen die Gänse auf die Weide führen wollte, beim Heberschrei- tgij der Gleise von der Lokomotive eines von Hannu kommenden Kleinbahnzuges er­faßt. Der Frau wurde das linke Bein abge­fahren und dem Kinde ein Fuß. Beide Ver­letzte wurden nach dem hiesigen Landkrankenhaus überführt, wo die Frau wenige Stunden nach ihrer Einlieferung gestorben ist.

Amtsgericht Gießen.

' Gießen. 26. Mai. Zwei Bewohner L. und R. eines hiesigen Hauses sind seit längerer Zeit wegen Mietstreitigkeiten uneinig. Zu Reu- jahr erhielten nun R. und seine Frau sog. Azkarten, auf Deren einer ein schwer betrunkener Wann von seiner Frau die Treppe hinauf- geschleppt wird, und auf der die Worte standen Dieses Modell paßt für Lumpenzeug." Die andere Karte zeigte dagegen das Bild einer älteren grau, die ein Schnappschloß vor Dem Munde hatte und die Worte ausrief:Ach, hätt' ich nur mein Schlappmaul zu." 3n Der Annahme, daß die beiden Karten von L. herrührten, aDref* fierte R. sie an diesen und dessen Ehefrau um und warf sie in dessen Briefkasten. Die Folge war eine Privatklage des L. gegen R. wegen Beleidigung. Dieser bestritt zunächst, die Karten an L. geschickt zu haben, gab dies jedoch nach­träglich zu. Er behauptete aber zugleich, L. habe Die Karten zuerst an ihn gesandt und erhob deshalb Widerklage gegen ihn wegen Beleidi­gung. Cs sollte ein Gutachten des Sachver­ständigen Dr. Popp in Frankfurt a. M. erhoben werden, ob L. tatsächlich die Karten ursprünglich geschrieben habe. Dies unterblieb jedoch, weil R. den erforderlichen Kostenvorschuß nicht leistet« und seine Widerklage nachträglich zurückzog. A. wurde nach seinem Geständnis der Beleidigung des Privatklägers L, und dessen Ehefrau für schuldig erkannt und mit Rücksicht auf die ge­tarnten Hmstände zu Der gelinden Geldstrafe von 20 Mark verurteilt. Dazu kommen aber noch Die erheblichen Kosten. Fürwahr, teuer« Hzkarten!