Der Reichskanzler bei Hindenburg.
Berlin. 28. April. (Sil.) Reichskanzler Dr. Luther hat an den Geaeralfelbmarschall von Hindenburg folgendes Telegramm gesandt:
„AlS Erwählter für das höchste Amt, das daS deutsche Doll zu vergeben hat, Sie zu begrüßen ist mir als Reichskanzler eine besondere Ehre. Doll Dankbarkeit und Verehrung gedenke ich all dessen, was 2hre Person und Ihr Dame für unser Dater- I land in Zeiten höchster Kroftanspannung und tiefster Rot bedeutet hat. Ich gebe der auf* richt'g.'n Hoffnung Ausdruck, daß unter Ihrer Reichspräs'.dentfchaft das deutsche Doll durch wachsende Einigkeit im Innern erstarken und daß auch sein Wiederaufstieg im Kreise der anderen Völker auf den Dahnen friedlicher und gerechter Entwicklung andauernd Fortschritte machen werde.
Reichskanzler Dr. Luthe r."
Der Reichskanzler hat sich gestern nach Hannover begeben, wo er heute eine Zusammenkunft mit dem Reichspräsi- denten von Hindenburg haben wird. Es handelt fich dabei sowohl um einen HöflichkeitS- und Degrützungsbesuch als auch um eine vorläufige erste Aussprache über die politische Lage, insbesondere über die schwebenden Probleme der Außenpolitik.
Die amtliche Feststellung der Reichspräfidentschaft.
Berlin, 27. April. (T. U.) Das amtliche endgültige Wahlergebnis wird erst in etwa 14 Tagen vorliegen. Die Sitzungen der Äreiswahlleiter, in denen die Ergebnisse endgültig sestgestellt werden, sind teilweise schon für den zweiten, zum Teil erst für den 6. Mai ongekündigt. Die Feststellung der Äreiswahlleiier wird beim Reichswahlleiter sofort zusammengestellt. Von einem besonderen Prü- fungsgericht, bestehend aus Mitgliedern des Reichstages und des Reichsgerichts, wird das endgültige amtliche Wahlergebnis festgestellt und im "Re'Hsm'äeiger" veröffentlicht werden. Mit dieser Veröffentlichung ist die Präsidentschaft des siegreichen Kandidaten amtlich f e st g e st e l l r. Die Amts- Übernahme datiert erst vom Augenblick der E i d e s l e i st u n g des Präsidenten im Reichstage.
Der Wiedsrzusammentritt der Parlamente.
Berlin, 28. April. (Wolff.) Rach einer längeren Pause treten heute nachmittag der Reichstag und der Preußische Landtag wieder zusammen. Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die F o r t s e tz u n g d e r E t a ts- b c v a t u n g. Die Tagesordnung des Landtags enthält als einzigen Punkt die Entgegennahme einer Erklärung der Regierung. Wie mehrere Blätter melden, wird Ministerpräsident Braun nach der Vorstellung seines Kabinetts eine kurze programmatische Erklärung abgeben, die inhalllich kaum von derjenigen abweichen wird, die er nach feiner ersten Wiederwahl verlesen hat. GS ist vereinbart worden, daß nach der Regierungserklärung die Sitzung abgebrochen wird. Die Aussprache über die Regierungserklärung soll am Mittwoch beginnen. Dem „Berl. Tagebl." zufolge hat bereits gestern vormittag im Landtag eine interfraktionelle Besprechung der drei Regierungsparteien stattgefunden, die der Erörterung der durch die Präsidentenwahl aufgeworfenen Fragen gegolten hat.
Kein Wechsel im Personal des Reichsprüsidiums.
Berlin. 27. April. (TU.) Die .Dtsch. Allg. Ztg." berichtet: Wie wir zuverlässig mit* teilen zu können glauben, liegt es dem Reichspräsidenten von Hindenburg völlig fern, einen Wechsel im Stabe seiner Mitarbeiter herbeizuführen. Er wird im Gegenteil Wert darauf legen, sich der Mitwirkung des altbewährten Personals, mit dem Staatssekretär Meißner an der Spitze, zu versichern.
Dank des Reichsblocks an Hindenburq.
Berlin, 27. April. (WTB.) Der Vorsitzende des Reichsblocks, Staatsminisler v. L o e b e l l, oen öfsentlicht anläßlich der Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten eine Erklärung, in der es heißt: Der Reichsblock dankt Hindenburg für das große Opfer, dos er mit der Kandidatur und der lieber nähme des höchsten Amtes des Deutschen Reiches dem deutschen Volke brachte. Mit dem Ruf „T reue um Treue"hat Feldmarfchall von Hindenburg die Kandidatur angenommen. Heute können ihm alle Angehörigen des Reichsblocks nicht besser danken, als wenn sie unermüdlich in der Arbeit für die überparteiliche Einigung fortsahren und die Ziele und Gedanken, die uns leiteten, auch in den Reihen derer verbreiten, die sich im Wahlkampf noch nicht zu dem Gedanken einer allumfassenden staats- politischen Einigung bekennen konnten. Mit Hindenburgs Sieg hat das deutsche Volk den Staatsge- danken z u r ü ck e r o b e r t. Ehrt unseren Reichspräsidenten! Flaggen heraus'
Der VokksbSock an Marx.
Berlin, 21. April. (Wolff.) Der Dollsblock richtete heute nachmittag folgendes Telegramm an den Präsidentschaftskandid'len Reichskanzler cr. D. Dr. Marx in Sigmaringen: Der Volksblock Lenkt in Treue seines Führers in großer aufopfernder vaterländischer Arbeit Wir hoben die Schlacht verloren, aber der Kamps war nicht vergeblich, -denn Ihre Persönlichkeit hat in diesem Kampfe den endgültigen Sieg unserer demokratischen und republikanischen Sache gewährleistet. In Dieter Ueberzeugunq entbieten wir schon heute herzlichen Grub und Handschlag. Der Ausschuß Dittmann, Fischer, Spiecke Ei telenz, Stephan, Docke.
Die bayrische Presse.
München, 21. A ril. (WB.) Der „Bah- rische Kurier' er. au in ei i Wählt» t a . tung, daß H n e b cg seinen Sieg l hl n Endes der Bayer sch eu V'iis'arte ai. ■ Stellungnahme habe zwr f llo^ bi i Ausscch.uo gegeben. Dem Zentrum mög> der Aussa'i der Wohl eine Mahnung fein tmb elnnul ernstlich darüber Nachdenken, ob seine tische Taktik, die es i mm er w i ii n a ch links führte, die richtige ist.
Die „OH ünchener Reuest en Nachrich- t e n" schreiben, Hindenburg werde niemals ein Vertreter oder Diener einer bestimmten Partei sein. Dor allem dürfe man der Bayerischen Vollspartei nicht vergessen, daß sie für Hindenburg eingetreten sei. Das sei ein Bekenntnis zum konfessionellen Frieden und gegen die konfessionelle Heye gewesen, aus der das Voll herausgeführt werden müsse. Mit de r'Dahl herausgeführt werden müsse. Mit der Wahl Hindenburgs sei die Bahn frei gemacht worden für das Wiederzusammenfinden aller Deutschen und damit für eine große schöne Zukunft.
Die sozialdemokratische „Münchner Po st" beschränkt sich nur auf einen ganz kurzen Kommentar. Sie schreibt: Ob Hindenburg die Erwartungen erfüllt, die seine Wähler aus ihn setzten, wird sich ja bald zeigen. Rach unserer Aeberzeugung war bei- 26. April 1925 ein verhängnisvoller Tag für das deutsche Volk.
Aus dem Hessischen Landtag.
D a r m st adt, 2c. April. Der Finanzausschuß des Landtags nahm heute nach längerer Pause seine Beratungen wieder auf. Der Ausschuß wird deshalb am 2. Mai eine Desich - t igu n g des staatlichen Wertes Wölfers- l) e i m vornehmen und im Kurhotel in Bad- Rauheim hn Anschluß daran eine Sitzung abhallen. um über die Vorlage schlüssig zu werden. Zu einem Antrag der Zentrumsabgeordneten Knoll und Hofmann wegen Kreditgewährung an das Handwerk wurde ein Antrag des dcutschvolkspactellichen Abgeordneten Haury angenommen, der eine Kreditgewährung an das Handwerk ähnlich wie für die Landwirtschaft bezweckt, und zwar die Zuteilung langfristiger Kredite. Der Antrag Knoll und Hofmann wurde damit für erledigt erklärt. Hierauf nahm der Ausschuß die Vera tung des Staatsvoranschlags bei Kapitel 1 (Staatsgüter) wieder aus. Abgeordneter Leuchtgens (Bbd.) hat hierzu einen Antrag eingebrach!, daß die Zahl der F o r st b e a ni t c n des Staates wieder auf die von 1914 zurückgeführt werde. Auch soll ein Teil der Förster wieder der Gemeindeverwaltung zugeführt werden. Da die Forderungen dieser Anträge sehr weittragend sind, war der Ausschuß der Meinung, daß erst die Regierung über diese Maßnahmen gehört werden müsse. Die Angelegenheit wurde deshalb bis zum Vorliegen einer Regierungserklärung zurück- gestellt. Kap. 2 (S i e d l u ng en) des Voranschlags wurde angenommen: Kap. 3 (Kameralgüter unter Bauverwaltung) wurde zurückgestellt. Kap. 4 lWeinbau) wurde angenommen. Zu Kap.5 hatte der Avg. Leuchtgens einen Antrag ein« gebracht, daß die Zahl der Beamten bei dem Elektrizitätswerk WölfersheilM und bei der Grube Ludwigsboffnung auf den Stand von 1914 zurückgeführt werden solle. In einem weiteren Antrag wird gefordert, daß Kraftwerk und Grube je 1OOOOO Mk. vom Ertrag an den Staat cbltcfem müßten. Die Anträge Leuchtgens wurden abgelehnt und bas Kapitel dann am Schluß der Beratungen angenommen.
Tariferhöhung bei der Reichsbahn.
Zehnvrozentige (Erhöhung der Personentarife.
Berlin, 21. April. (Wolff.) Schon in ihrem letzten Monatsbericht hat die Deutsche Reichsbahngesellschaft aus Grund des Verlaufs Der ersten fünf Monate ihres Betriebes darauf hingewiesen, daß sich zwar ihre Einnahmen seither in der erwarteten Höhe gehalten haben, daß aber innerhalb der Ausgaben die Personalaus- gaben nicht unerheblich höher gewesen feien, als bei Beginn des Geschäftsjahres vor Rückgabe der RheinlandMuhr- bahnen — veranschlagt worden war. Die Mehraufwendungen auf persönlichem Gebiet wurden bisher durch Einsparung an sachlichen Ä o ft c n ausgeglichen. Eine weitere Beschränkung der sachlichen Ausgaben ist ohne Schädigung der Reichsbahnanlagen nicht möglich. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat in seiner Sitzung vom 21. April die von der Hauptverwaltung vorgeschlagenen Richtlinien für die Bedarfsdeckung genehmigt Der Teil des Mehrbedarfs für das am 21. Dezember 1925 endigende Geschäftsjahr, her nicht durch sonstige Maßnahmen gedeckt werden kann, beträgt etwa 80 Millionen Mark. Bei ihrer gespannten Finanzlage muß die Reichsbahn unbedingt für Mehreinnahmen in dieser Höhe sorgen. Der einzige Weg ist eine Tariferhöhung: Die Reichsbahn verkennt nicht, daß durch jede Tariferhöhung die Kosten Der Lebenshaltung beeinflußt werden. Im besonderen Maße aber ist dies bei den Gütertarifen der Fall, die deshalb solange wie möglich geschont werden müssen. Die Reichsbahn hatte sich also zu einer
Erhöhung der Perfoirentarise
zu entschließen, die zur Deckung der genannten Bedarfssumine rund 10 Prozent betragen muß. Die Tarifänderung tritt am 1. DBai in Kraft.
Die Mehraufwendungen für die Personalausgaben erklären sich wie folgt. Die Auswendungen der Reichsbahn für einen Kop, ihres Personals sind nicht wie im Voranschlag ange-1 nominen, 41 Proz., sonde, n heute 5 2 Pr ozent höher als im Frieden, während die neue Aeichsindexzisser lüi die Leben2haltungskpsten nur 35,6 Prozent Erhöhung angibt. Dieses starke Anwachsen erklärt sich da.aus. daß die Bezüge der für die Reichsbahn ausschlaggebenden Personalflruppen in den letz!en Jahren erhöht, oaß danccen zahlreiche Arbeiter ins Beamte n v e r h ä l t n i s ü b e r f ü h r t und Beamte in höhere Gruppen versetzt wurden Ebenso ist die Belastung her Reichsbahn durch die Ruhegehälter, Warteg.ldtr und Hinter- bliebenenbezüge bolrr als bei Beginn des Geschäftsjahre^ veranschlagt. Diese Aufgaben sind von 114 Millionen Mark im Jahre 1913 auf über 380 Millionen Marr für das Kalenderjahr 1925 angewachsen Die Steigerung hat ihren Grund in der mehrmaligen Erhöhung der Bc- KÜfle bet Pensionäre uni in dem starken Per- j o n a l a b b a ü. Auf die 770 000 Kopse dsS iLejamtpersonals lommetr heule 325 000 Pensionäre, Rentenempfänger. Witwen unu Waisen. Di. Aufwendungen der Reichsbahn sind in l.tzter Zeit noch L ibuidi gelt leg-bah die Reichs--
die Er Höhung Dee Wohn un gsgcldzu - f (buffe* für Die RerchS beamt en von 85 auf 95
Prozent genehmigt hat, die den Reichsbahnbeamten nicht vorentholten werden kann.
Trotz des starten Rückganges des Güterverkehrs gegenüber der Vorkriegszeit ist eine schnelle weitere Einschränkung der Kopfzahl (zur Zeit etwa 744 000 Köpfe gegenüber 693 000 auf dem jetzigen Reichsgebiet im Jahre 1913) bei den heute geltenden Arbeitsbestimmungen nicht möglich. Organisatorische Aenderungen, insbesondere im Werkstättenwesen und sonstige Sparmaßnahmen können sich erst langsam finanziell auswirien. Die vielbesprochenen Leistungs- z u la g e n verändern das finanzielle Bild nur unwesentlich. Sie werden in dem laufenden Geschäftsjahre 7wch nicht 1 _> Prozent der Gesamtausgaben des Kalenderjahres erreichen. Da die Reichsbahngesellschoft vorläufig über keine irgendwie nennenswerten Reserven vmckügt und die Zahlung der Gehälter. Löhne und Sachaufwendungen, sowie die ihr auferlcgten Reparatlonslasien unbedingt sicherftellen muß, würde icbe toeltere Erhöhung her Personalaus-- gaben neue Tariferhöhungen nötig machen, bei denen trotz der oben dargelegten wirtschaftlichen Bedenken auch die Gütertarife kaum geschont werden konnten.
Die Untersuchung des Attentats in Sofia.
S o f i a , 28. April. (Sil.) Die Untersuchung des Attentats in der Kathedrale hat nun auch ergeben, woher die ograrkommunistischen Verschwörer das Geld zur Ausführung ihres Planes bekamen. ?Der Direktor ocr Banca Generale, Cordovi. der Direktor Der Banca Dulgaria, Leger, und der Fabrikdirektor F i n z i wurden verhaftet. Die verhafteten Personen sollen die Mittelsmänner der russischen Geldgeber gewesen fein.
Neues französisches Kontumazialurteil.
Berlin, 27. April. (WTB.) Das französische Kriegsgericht in Rancy verurteilte am 7. April den srüheren Oberstabsarzt vom 13. Infanterieregiment Dr. Bartholomäus M a n- g e r in Inflvlstadt tut Abwesenheitsverfahren wegen angeblich am 25. August 1914 in Chanteheux, einem Dorfe bei Lunevllle, begangener Dranb- ftiftungen lunb Plünderungen zu 20 Jahren Zuchthaus und Aufenthaltsverbot in Frankreich für den gleichen Zeitraum.
Demgegenüber wird sestgestellt, daß das Reichsgericht wegen derselben französischem Beschuldigungen bereits em im Jahre 1923 gegen Dr. Manger eingeleitet eä Unterfuchungsvsrfahren eingestellt hat, weil nicht der g e° r i n g st e Anhalt hafür besteht, daß Der Beschuldigte im August 1914 in Chanteheux in ein Haus eingedrungen ist, dort geplündert und das Haus in Brand gesteckt hat, ebenso wenig dafür, daß er dort französische Zivilpersonen getötet oder deren Lötung veranlaßt oder sich Daran beteiligt hatte.
Aus aller Welt.
Das Baden-Badener Schachturnier.
Die neunte Runde des Internationalen Schachmeisterturnicrs brachte fo(f enbed Ergebnis: Tartakower (Oesterreich) gcmau i eine englische Partie gegen Aoselli (Italien) in 30 Zügen. Torre (Mexiko) gewann eine holländische Partie gegen Mieses (Deutschland) in 54 Zugen. Te Kolste verlor gegen Rett (Oesterreich) in 40 Zügen. Aljechin (Frankreich) gewann gegen Treybal (Tschechoslowakei) ein Damengambit in 54 Zügen. Tarrasch (Deutschland) gewann eine französische Partie gegen Spielmann (Oesterreich) in 40 Zügen. Grün seid (Oesterreich) gewann ein Damen- bauernspicl gegen Carl (Deutschland) in 35 Zügen. Colle (Belgien) verlor gegen Rabinowitsch (Rußland) ein •Samengambit in 30 Zügen. Remis wurden die Partien Rubinstein (Polen) gegen Marshall (Amerika) sowie Ricmzowitsch (Dänemark) gegen Thomas (England). Abgebrochen wurde die Partie Pates (England) gegen Kae- misch (Deutschland). Spielfrei war Bogoljugobotp (Mfrainc).
Marx' Reffe und sein Onkel.
Ain Samstagabend gegen 10 Uhr wurde in Mannheim int Parkhotel der Reffe des Volks' blockkandidnten Marx, Dr. jur. Ve rkeuc n ans Ludwigshafen, als er sich zu seinem Ontel begeben wollte, verhaftet. Seine Freilassung erfolgte erst wieder, nachdem Marx nach Beuron ab; gereist war. Da verschiedene hiesige Zeitungen gegen diese Verhaftung, da sie ohne Grund erfolgt fei, protestierte, wird von amtlicher Stelle initgeteilt, daß Dr. Verkeuen in polizeilichen Gewahrsam genommen wurde, weil nach seinem ganzen Ga bahren und Auftreten zu befürchten war, daß er den hier anwesenden Präsidentschaftskandidaten Marr b c I ä ft i g e n würde. Die Festnahme erfolgte nach den gesetzlichen Bestimmungen und war durchaus gerechtfertigt. Zur Zeit der S e p a r a t i st e n b e - meguna soll Dr. Verkeuen eine sehr bedenlliche Rolle gespielt haben.
Flugverkehr Dortmund—Frankfurt a. M.
Am Montag wurde hie Stadt Dortmund als erste her von den Franzosen geräumten Großstädte des Westens in beit deutschen und internationalen Flugverkehr e'mgeschalrit. Dortmund ist Landungsstelle Der Linie Kopenhagen — Zürich. Vertreter Der D erleb rsdeputallon unD der Presse stiegen auf einem vom Aero-Lloyd zur Verfügung gefteUtcn modernen Dornier- Eindecker wiederholt zu Flügen auf. Sie hatten Gelegenheit, hie mustergültige A läge bes 62 Hektar großen Flugplatzes zu sehen. Der e r ft e Flieger, der von Hamburg aus mit einer durch Gew Zerstörungen verursachten Verzögerung ein traf, wurde von der anwesenden Menge lebhaft begrüßt und trat bilö darauf die Weiterfahrt nach Frankfurt a. M. an.
Ein Schift gekentert.
Wir hören aus Bremen Als Der Dampfer Greta, der, von beut Schlepper Midgard Nordenham II assistiert, in Der Rächt vom Samstag zum Sonntag Den Hosen l! m Bremen verlassen wollte, ereignete sich beim Herumschleppea des Dampfers in der Weser ein schwerer Unfall, bei dem drei Mann von der Besatzung des Sch'e' <r£ ertrunken stad Beim Drehen kes Dampfers Greta Li n die Schlcpptrosse so u glücklich ab, daß der S ', per Nordenham II kenterte Der g oße Schlimm- I Iran her A.-G. Weser wurde sofort nach her I Uufadfielle beorhert, um den gesunkenen Schlepper, her unweit he- MolenkopfeS zum Freibaft.'l! im Fahrwasser liegt, zu y- den. Der Schiffsverkehr an der UitfaUfi*tl6 erlitt feine Behinderung. |
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 28. April 1925.
Wo bleibt Giehen?
Aus unserem Leserkreis geht uns folgende Zuschrift zu:
Wir sehen und hören täglich mehrere silber- glänzende Vögel über uns hinfliegen. Es sind die- Junkers und Dornier Metallflugzeuge, hie ruhig und sicher mit gewaltiger Geschwindigkeit ihr« Weg von Frankfurt nach Hamburg und Frankfun nach Dortmund und zurück ziehen, ein Beweis für uns, daß Gießen in den Verkehrslinien ber großen Luftwege liegt, die sich trotz Versailles immer dichter über unser Vaterland ausspannvi Die für uns so wichtige Lufllinlc Ost-West wird kommen, sobald Köln wieder frei sein wird. DaS Summen und Surren dieser Flugzeuge heutet uns eine neue Verkehrsepoche an Das neue Luftverkehrsmittel wird sich einen bedeutenden Platz im gesamten Verkehrswesen erringen, trotz- bem viele heute noch glauben, dgß Fliegen nur ein Sport, ein Nervenkitzel ober ein Vergnügen für Bemittelte sei. Er wird Gemeingut des Volkes werden, wie Eisenbahn und Schiffahrt, wie Autv und Motorrad, sogar noch schneller, als diese.
Haben sich hier in Glichen noch feine Kreise gesunden, die den Gedanken, Gichen in diese Verkehrslinien einzugliedern, in die Tat umseyen? Sollen wir ständig „übm-flogen" werden? civis,
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Gietzener Wochenmarktpreye.
am 28. April 1925 (Händlerpreise).
Cs kosteten: Butter Pfd. 220 Pf., Matte 4c, Käse 60, Wirsing 30, Weißkraut 20, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 25—30, Spargel 200, llnterkohlrabi 8, Mischgemüse 15, Grünkohl 20, Feldsalat 100. Tomaten 150, Zwiebeln 25, Meer rettich 50—100, Schwarzwurzeln 50, Rhardarbet. 25, Kartoffeln 5, Aepfel 15—20, ‘Stirnen 12, Dörrobst 35, Honig 40, junge Aatina 100, Suppenhühner 120, Eier Stück 10. Blumenkohl 60—150, Salat 30—35, Salatgurken 130. Lauch 5—10, Sellerie 40-80, Radieschen Bh. 20.
Bornotizcn.
— Tageskalenher für Dienstao, NaturHcilverein: 8 Tlhr Gewerbehaus General' Versammlung und Vortrag. — Zirkus Strah- burger: 7\_- älhr Vorstellung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Totengräber eines Kaiser» reichs".
— Evangelisationsvorträge find« von heute bis einschließlich nächsten Sonntag in Vereinshaus Loberstraße statt. Näheres tu heutigen Anzeigenteil.
Wetters orarrssage.
Wolkig mit Regenneigung, mäßig warm.
Eine gestern bei Island sich anlünhigenie neue Störung hat sich südwestlich verlagert und das Azorenhoch nach oühen abgedrängt. Sic eingetretene Aufklärung ist Deshalb von erneuter Trübung abgelöst worDen, die im Bereich der westlichen Störung auch morgen noch vorherrichm düfrte. Von Island her Drängt ein kräftige- Hoch und kalte Luftströmung nach.
** Sperrung des Wiefenwugs «ach Dem Philosophen Wald. Vom Polizeiamt wird uns mitgeteilt: Der Wiefenv»rg nach den Philosophenwald ist zwecks Erneuerung Des Wieseckstegs vom gestrigen Montag ab bis auf breiteres für den Durchgangsverkehr gespern worden.
*" Aenderung der Leerungszeit»:, der St r a ß e nbr icf faft en. Dom I. Ale ab finden werktags Die Leerungen de Straßenbriefkasten in der Zeit von 5.30 Dom bis 6.45 Dorrn., 9.15 Dorrn, bis 10.30 porm 1,30 nachm. bis 2.30 nachm, 5.15 nachm. bb 6.15 nachm und 7.30 nachm. bis 8.30 nach» statt. Die genauen Zeiten, zu denen die einzelm' Briefkästen geleert werden, sind aus den ar i&nen angebrachten Leerungstafeln er sichtlich S crni n t a g s erfolgen zwei Leerungen in bt Zelt von 5.30 oonii. bis 6.45 Dornt, uub 114' vonn. bis 1 Ahr nachm. statt.
*( Französische Brie fko n t rolle Main z. Vorsicht! Zur Vermeidung M Anzuträgtichkeiten für die Empfänger im be setzten Gebiet wird von zuständiger Stelle barair hingewiesen, daß bei hem Bahnhofspostamt ir Mainz eine Aeberwachung der Brlessenhunzo durch die, französischen Behörden stattfindet.
- Ob e r h e) s is ch er Kunstverein Olt ben den Gentälden von Hans Schopfs hv Karlsruhe finb weiter im Kabinett einige Werf des verstorbenen Kunstmalers W. L b i * l in a n n Willingshausen ausgestellt, int vorderen 6adl Modell der Kaiserpfalz Karls d«S Gro^ ßen in Ingelheim n. Rh.. Ausgrabung uni Rekonstruktion von Professor Christian Aauis in Gießen. Sie derzeitige Ausstellung bleibt einschließlich Sonntag, hon 10. Mat, geoffnei
!*! Iugendwoblsahrtstaguug. 2b 16. und 17. Mai findet an der LcrndesuniverW Gießen zugunsten h'r Jugendfürsorge iuiI Jugendpflege eine Iugeudwohlsahrtstagung stall lieber dies? Probleme werden verschiedene Hoch^ schullehrer Dorträge halten. Zu der Tagung sinh Die Lehrer aus Stadt und Land eingefahen. Za-l' reiche Meldungen sind bereits eingegangen.
** Z i r k u s S t r a ß b u r g e r Gestern abenl gab es auf Oswaldsgarten Zirkusprenriere. In zwei Manegen des Dreimaster-Zsltes ruhte ivedS Auge noch Ohr den ganzen Abend auch nur ei« Minute lang. Fast ohne Pause rollte das P" grainm mit seinen 45 Pumten ab, in immerwäh render (Steigerung. Die Leitung hat zweifellos bt griffen, was Zirkus im eigentlichen Sinne bt beutet; -Tempo, Spannung, Abwechslung, Färbt Lärm, stille, alles durcheinander und nacheinandii und vor allem immer wieder; Tempo, Tempo! - Das ausgezeichnete Tiermaterial zu sehen ist ein Helle Freude. Etwa 50 Pferde werden von bt> Herren Carl und Hugo Straßburger in glön-endb Form vorgeführt. Eine Elefanten- und 5lainrf gruppe sand besonderen Beifall durch die qlän Zende Dressur, die sich bei der Arbeit im Ri« .geigte. Insbesondere die llamele gefielen durch flUÜ Form Oie Arabertruppc baute Pyramiden b1’ 5 Stockwerke hoch, an Ktaftletstiingen wurde ebe^ so Erfla.mlicheo geboten wie nn Gesä icklichkeiteakt«! Reben den btt Uürfünft«
Derbtüüfte Iftfing Arr Hoi durch unglaubliche 0* (enflgfeit und G.'schmeibix - lt auf den Seil und i' der Luft. Alles m allem c i Prog; mim, das aud uerwithnlestcn Aniprachen genügt und dös er Zusehen lohnt.
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