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Nr. 74 Dritter Blatt

Gießener Zukunstsaufgaben, n.

Große Bedeutung für bic Gegenwart, ober «uch für die Zukunft unsere« Gemeinwesen- ist den Da h n ve r k e h r S - A n g e leg e n hei t e n betjumeflen. <36 handelt sich hierbei nicht nur um Die elektrische Straßenbahn. fonbern auch um die Reichsbahn.

Beschäftigen wir unS zunächst wieder einmal mit der elektrischen Straßenbahn. Daß diese nicht nur betriebliche Gegenwart-- funktionen erfüllen soll, sondern auch als ein nerkehrs- und Wirtschafts p o l i t i s ch e s Instru­ment in der Hand der Stadtverwaltung ange­sehen werden muh. steht wohl für jedermann nutzer Zweifel. Mit der Erfüllung der betrieb­lichen Gegenwartsausgaben kann man aber nur zum Tell zufrieden sein, aus dem Gebiete brr anderen Ausgaben bleibt sogar noch alles zu wünschen übrig. In der jüngsten Zeit ist nun eine Bewegung in Fluß gekommen, die aus die Beseitigung der gegenwärtigen Verkehrs« einschränkung bei der Elektrischen hinzielt. Es handelt sich hier um die Straßenbahn- wünsche der Bahnhof st rahe. Die An» tvohner dieser und der angrenzenden Etrahen haben an die Stadtverwaltung das Ersuchen ge- ichlet, die Elektrische jetzt auch wieder durch die Bahnhofstrah« fahren zu lassen. Zur Begrün­dung ihrer Forderung machen die Gesuchsteller namentlich wirtschaftliche Gesichtspunkte geltend, die unS sehr beachtenswert erscheinen. Dir be­tonen, durch den gegenwärtigen Fahrdienst der Strahenbahn werde der Verkehr des Publikum- vom Bahnhof und von den Auhenoierteln her systematisch, wenn auch nicht gewollt, nur dem Selter-weg-Bezirk zugesührt, dem Bahnhofstraße- Dezirk mit den zahlreichen dort ansässigen Ge­schäften werde dadurch das kaufende Publikum in sehr empsindlicher Weise entzogen, well eben die Käufer sich in den Geschäften in unmittel­barer Rähe der Strahenbahm versorgten. Wenn wir die Stichhaltigkeit dieser Behauptung natür­lich auch nicht bis ins Kleinste nachprüfen können, so möchten wir aber doch sagen, dah sehr vieles für die Richtigkeit jener Begründung spricht. Die Detriebsdcpulation der städtischen Körper- schasten hat die Erfüllung des Wunsches der Gesuchsteller abgelehnt; sie soll sich dabei aus eine Berechnung stützen. nach der das heutiae betriebswirtschaftliche Erg b..is der Strahenbahn erheblich beeinträchtigt würde, wenn man die Bahnhofstrahe-Linie wieder in Betrieb fetzen wollte. Diese Berechnung ist der Oesfentllch^eit bi- jetzt nicht bekannt geworden, man kann also auch nicht annähernd ermitteln, ob die Defürch- tu7-gen jener B.rechnungsstelle berechtigt sind. Die Dahuh.fstraße-Anwchner haben mittlerweile einen neuen Schritt aui Erfüllung ihres Ge­suches getan, und sie sind in diesen Tagen nun auch durch eine Eingabe kräftig unterstützt toor- Den, die der Dorstand des Verkehrs Vereins durch seine Mitglieder, die im Stadtparlament fitzen, an die Stadtverwaltung gerichtet hat. Wir Gin­nen die Dorsichl der slädttfchen Betriebsdeputa- tion begreifen, denn frühere Zuschuberfahrungen auf dem Gebiete de- SlrabenbahnwesenS schrek» ten unter den heutigen Verhältnissen gar sehr. Auf der anderen Seile ist aber doch auch zu be­achten, dah der Weisheit bester Schluh nicht immer der einer allzu ängstlichen Dorsicht ist, bei der dann schlietzlich wichtige wirtschaftliche Belange zahlreicher steuerzählen der Bürger unter die Räder kommen. Wir wissen nicht, ob die städtische Detriebsdeputation Die Frage auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet bat; sollte sie da« noch nicht getan haben, so möchten wir ihr empfehlen, umgebenb in eine nochmalige, aber beschleunigte Prüfung der Angelegenheit einzutreten. Wenn Dte Stadtverwaltung glaubt, die bisherigen Bedenken gegen den Wunsch der Bahnhof st ratze nicht ganz auf geben zu können, so möchten wir hiermit als Kompromiß« l ö s u n g eine e i n st w e i l i g e Regelung derart Vorschlägen, dah man die Elektrische wenigstens in den Hauptverkehrs st unden des Ta­ges, vormittags und nachmittags, auch wieder in vollem Umfange durch Die Dahn- Hofstrabe fahren läßt. Wenn dadurch auch nicht alle Wünsche der Gesuchsteller auf einmal erfüllt werden, so Ginnten sie sich doch sagen, dah sie zunächst mal einen sehr beachtenswerten Teilerfolg errungen haben, Der dann im Laufe Der Zeit im Gleichschritt mit der von uns allen erhofften Besserung Der Wirtschaftslage aus- gebaut werden könnte. Und die Stadtverwaltung hätte erreicht, dab dem Strahenbahnbetrieb we­nigstens für die ganz verkehrsschwachen Stunden ein« Mehrbelastung erspart bliebe, Deren Ver­antwortung man jetzt noch nicht glaubt über­nehmen zu können. Wir meinen, dah mit dieser Zwischenlösung beiden Parteien zunächst mal ge­dient wäre. Selbstverständlich mühte bei der Regelung der Einzelheiten auf beiden Seiten der Wille zu einer weitherzigen Verständigung vor­herrschend sein, und ebenso selbstredend mühte sich die DetricbsDeputation sagen, dah die Stadt auch vor einem noch einigermahen erträglichen weiteren Gcldopfer nicht zurückschrecken darf in einer Sache, bei der viel Höheres In Frage kommt al- eine sehr angenehme Betrlebsb lanz, nämlich da- höhere Ziel Der Derkehrsentwicllung.

Lenken wir unsere Blick« von Der eben be­sprochenen Gegenwartsaufgabe ab und schauen auf das in gröberer Weit« vor uns liegende

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fiir Gberhefsen)

Tätigkeitsgebiet, so erkennen wir, dah unsere Stadt durch Die Strahenbahn auch Dort Expansion-Möglichkeiten nützcn kann, die verhelhungsvoll sittd wenn man mit Wagemut und a roHzügig an ihre Er­fassung Herangeht. Wir fmb im vorigen Jahre (Ar. 222. 285 des Gteh A.iz.) sürdenAu-bau deS Straßenbahnnetzes nach Wieseck eingetreten. Seit einiger Zett sind Derhandlungen zwischen Vertretern des Wies eck er Geme.nderats einerseits unD Der Gießener Stadtverwallung anderseits im Gang«. D.e selbstverständlich im Augenblick nicht geeignet sind zur öffentlichen Erörterung. Vielleicht ist aber Der Tag nicht mehr fern, an Dem über diese Angelegenheit Mitteilungen gemacht werden können. Wünschen muh man nur nach wie vor, dah au, beiden Seiten Großzügigkeit obwalte. Die Die Zukunft nicht Durch Gege.lwartsschw.er gk.iten ve.schül.en läht. Eine großzügige Dertehrspolitik unserer Stadt muh sich aber noch weitergre.fendere Ziele als nur Den Abschnitt Gießen-Wieseck stecken, unD sie muh schon jetzt. Da wir doch allenthalben am Wiederaufbau tätig sind. Die Erreichung dieser Ziele m,t Kraft und Eifer anstreben. Wir denken da z. D. an Den Ausbau unserer Strahenbahn zu elektrischen Lieber« landbahnen nach Alten Buseck Beuern DerSrod einerseits, nach KrosDorfFellings­hausenErumbachDerstal auf Der a D m Seite, oder nach Klein-Linden (ab Frankfurter Strahe) Allendors (Lahn) Lützellinden Rechten­bachDornholzhausen. Wenn man sich vergegen­wärtigt, dah aus di.-sen Gegenden starker Per­sonen- und Warenverkehr nach (Sieben herüber und hinüber besteht, ein Verkehr. Der unter Den heutigen ilmftänben für die Bevölkerung dieser von der Eisenbahn abgelegenen Orte häufig sehr beschwerlich und unangenehm ist (z. D. bei nassem Wetter oder im Winter), so Darf man wohl Der Zuversicht fein, dah D e Schaffung solcher Dahnen auch von Der in Betracht kommenden LanDbevölke« rung begrübt werden würde. Günstige Fahrpläne und eine geschickte Tarifpolitik Dürften diese neuen Verkehrsmittel im Handumdrehen populär machen, und wenn man es dann noch ermöglichen könnte, auch Güter- und Postbeförderung auf diesen Linien mit einzurichten, so Dürfte die Rentabilität Der Dahnen wohl anher allem Zweifel stehen. Selbstverständ'ich mühten Die bete I.gten Gemein- Den anteilmäbig mit zu Den Baukosten beitrogen. Dah Derartige Anlagen auch unserer Geschäfts­welt zugute kämen, ist einleuchtend; ihr würde Dann wohl mancher Käufer aus Dem weiteren Hinterland (nicht nur dem sog. Hinterland im Kreise Bied:nlopf. sondern ganz allgemem) zu- geführt werden, der seine Waren bis heute noch vom Hausierer oder Dergl. bezieht, bei diesen Käufen aber oft nicht so zufrieden gestellt wird wie In der Stadt, wo ihm doch viel mehr Quellen für Auswahl zur Verfügung stehen. Natürlich ind diese Gedanken, denen wir hier nur in grohen Strichen Raum geben, nicht im Hand­umdrehen in die Tat umzusetzen, obwohl manch« Orte schon lange für eine solche, beiden Tellen Rechnung tragende Lösungreif erscheinen; man denke z. D. nur an den regen Arbeiterverkehr von Beuern und Alten-Busell. ebenso von Krof­dorf her. Aber man sollte dieses Ziel doch mal sehr ernstlich in- Auge fassen und nach Mitteln und Wegen suchen, es baldmöglichst zu erreichen. Vielleicht konnten alS Vorläufer und Schritt­macher für den Gedanken in Bälde Auto- mobillinien geschaffen werden, sei es im Zusammenwirken von Stadt unD Post, oder mit Hilfe eines Privatunternehmens, dem Die Stadt einen bestimmten Zuschuh gewähren würde. LIeberall versucht man in dieser Zeit, die weit abseits der Cisen-bahnstrahm gelegenen Orte mittels Autoverbindung m t Dem nachstg leqenen groh wen Wirtschaftspunkt in eng wen Verkehr zu bringen. Was in anderen Gegenden unserer Pro­vinz gut und richtig ist, dürfte wohl auch für unsw (Siebener Wirtschaftsleben nicht falsch ober schädlich fein. Jedenfalls selten sch Die städtischen Stellen, aber auch Der DerkebrSverein und Die wirtschaftlichen Vereine unD Körperschaften unswcw Stadt (Dergin der EiTrzeshändl^, OrtS- gewerbeverein, die Innungen, die Handelskammer usw ) bald mal ei"gche d mit diesen Vv7schlägen befassen und auf ihre Verwirklichung hinarbeiten.

Gin Kapitel für sich daS in einer noch nicht allzu weit zurückliegenden Zeit gewih kein angenehmes war ist die Biebertal- bahn. Es ist b bäuerlich. dih man friiher. als nach dem Konzessionsvertrag Die Möglichkeit vor­lag. Die Dahn glatt auf die Stadt zu über­nehmen, nicht 8iqegriffen hat. Dah Der jctj'ge Zustand in absehbarer Zeit auch mal einer Re­vision bedarf mit dem Ziele, diese Dahn in städtischen Besitz zu bringen, dürfte jedem Weit­blickenden Kommunalpolifker Har f in An einer R-nwrdnung dieser- ganzen Verhältnisse. Die na­türlich auch erhebliche Dttr ebs^erbellerungen mit sich bringen muh. ist das Biebertal zweifellos genau so wie Die Stadt Gietzen in starkem Mähe interessiert. D elleicht könnte aus befer Gern--in- samkeit der Interellen eine ebenso qeme'nfchaft- liche Handlung hervorgehen. Die bei De Trile zu einem lana«rstrebten Ziele fuhrt, ohne die Last für Die eine odw die andere Seite allzu drückend zu machen. Auch nach DWer Richtung hin heiht es. ständig scharf Ausguck halten und in c nem günsti­gen Augenblick mit beiden Händen kraftvoll zu­greifen.

Dom Standpunkt der städtischen Interessen aus sind auch gegen die Reichsbahn Klagen DOQubringen. Es ist z. B. doch recht übel, dah die Bewohner der nächst benachbarten Städte und Dörfer auf Die Teilnahme an vielen kulturellen und unterhaltenden Deranstal- tungen in Drehen (z. B Theater, Konzerte, '!)er­trage, gesellige Darbietungen usw.) verzichten müssen, nur weil Die Spätfahrgelegen- heit ab (Sieben fehlt, üleber diesen Mangel ist von den Bewohnern der Mmgegenb schon oft geflagt worden, und auch in (Sieben kam' man in Der am Deriehr interessierten Geschäftswelt allerlei Beschwerden hören. Diesen unleidftchen Zustand sollte die Stadtverwaltung mit aller Energie zu beseitigen versuchcm, Denn an einer Berke hrs steig er ung ist z. D das Stadt« theater, sind Konzert« unD Dortragsveranstal- tungen und schliehlich auch Die (Saftftätten stark interefTlert, noch dazu in einer Zeit, in Der jede Einnahmemöglichkelt begrübt wirb. Auch DerDerkehrsverein mühte sich dieser Frage nachbrücklich annehmen. Es wäre vielleicht gar nicht mal notwendig, Züge einzulegen; wir meinen, Dah Triebwagen hier vollkommen ausreichend sein dürften. (Sine andere Eisenbahn­verkehrs frage, die ebenfalls recht bald befrie­digend gelöst werden follte, ist die unserer Bahnverbindung nachMitteldeutsch- land über Fulda Dah auf dieser Strecke keine _D 3 ü g e fahren, etwa von Trier, Koblenz über (Sieben nach Fulda und weiter, wollen wir schon hinnehmen, da, wie behauptet wird, Der Ötredcnunterbau, namentlich Der Dau Der Druden nicht stark genug sei. Ganz unver­ständlich ist es uns aber, Dab auf Der Strecke (Sieben FuIDa auch keine Eilzüge, ja noch nicht einmal ein beschleunigtes Personenzugpaar verkehrt. Diesen Zustand finden wir geradezu jämmerlich und für untere (Siebener Derkehrsbelange einfach unerträglich. Man frage einmal Die Geschäftswelt, die ge­zwungen ist, oft auf dieser Strecke zu reifen, und man wird finden, dah sie unferc Meinung teilt. Auch in Dieser Angelegenheit sollten die Stadtverwaltung und der Derkehrs- verein es nicht bei einem gelegentlichen Ein­spruch bewenden lassen, sondern sie sollten immer und immer wieder gegen diesen UebcIftanD vor­gehen, bis er beseitigt ist. Man sorge mit allen geeigneten Mitteln Dafür, Dab unsere StaDt und ihr Wirtschaftsbezirk im Zeitalter des Derkehrs nicht in einer Lage stehen bleiben. Die in Den schwierigsten Aachkriegszeden wohl verständllch und annehmbar war. Die aber je länger je mehr unhaltbar geworden ist und eigentlich schon längst hätte beseitigt werden müssen.

Aus der Provinz.

Landkreis (Bietzen.

L. Wies eck, 26. März. In feiner Sitzung vom 19 März beschäftigt« sich Der <S e m e i n D e« rat, wie an Dieser Stelle berichtet, mit einrm Antrag Des Finanzausschusses, einen größe­ren Daublock in DenEichenrödern" zum Preis« von 2,60 Mk. pro Quadratmeter anzu­kaufen. Trotz Des grohen Opfers, Das Die Ge­meinde mit Diesem Dorhaben brachte, wurde der betr. Beschluß fast einstimmig gefaßt. Diesem Deschluh waren eine Reihe von Verhandlungen mit Den betr. Grundstücks eigrntümern vorausge­gangen, die sich mit Dem Preis von 2,60 Mk. einverstanden erklärtem Unmittelbar nach De. kanntwerden des betr. Gemeinderatsbeschlusf es hielten Die Eigentümer auf (Betreiben einiger Unverantwortlicher eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, Den Landwirt Lang zu beauftragen, Der (SemeinDe mitzuteilen, Dah sie Das in Frage kommende Gelände zum gebo­tenen und vorher mit ihnen vereinbarten Preis nicht abgeben wollten. In einer auher- ordentlichen Sitzung beschäftigte sich nun Der GemeinDerat mit dieser neuen Sach­lage, tn Der festgestellt tourDe, dah das Ver­halten Der Eigentümer scharf zu verurteilen sei. Der fragliche Dlock besteht aus zwei Teilen. Durch die jetzt im Gang befindliche Feldhe­rein i g u n g wird Gelände, das im vorderen, zunächst zu bebauenden Teil liegt, in Den Hin­teren Teil verlegt. Um aber auch diesen Eigen­tümern entgegenzukommen, und um Der m Land- Wirtschaftskreisen herrschen Den anerkannten Rot in etwas abzuhelfen, vor allem um keine Unzu- frieDenheit aufkommen zu lassen, beschloh Der GemeinDerat, beide Teile anzukaufen, um so allen 'Beteiligten das so notwendige Be- triebskapital zukommen zu lassen, obwohl dieser Die Gemein de bedeutete. Das Entgegenkommen Der Gemeinde wurde nun trotz Der vorher mehr­mals stattgefun Denen zustimmnDen Verhandlun­gen in Dieser Art belohnt und bedingte selbst­verständlich eine andere Stellungnahme des Ge- meinderats. Er beschloh zunächst. Den Deschluh vom 19 März, beide Teile des Baublocks anzukaufen, aufzuheben. Ang?kauft soll nur das Gelände werden, das für das diesjährige Dauprogramm notwendig ist. An Dem Preise von 2,60 Mk. wird festgehalten. Die Eigen­tümer müssen sich binnen 8 Tagen erklären, ob sie das fragliche Gelände zu diesem Preis ab­geben. G.g.n Diejenigen, Die sich ablehnend ver­halten, soll das beschleunigte Enteig- nungsverfahren eingeleitet werden. Als Entschädigung für ausgestelltes Gelände wurde

Samstag, 28 März 1925

pro Quadratmeter 5 Pf. festgesetzt. -- Schlich- lich wurde die Finanzkommisston beauftragt, fo- fort in Verhandlungen wegen Ankauf des D r. Gottschalkschen Hauses einzutreten. Diese Derhandlungen waren von Erfolg Da/ Haus geht in Den nächsten Tagen tn Den Be­sitz der Gemeinde zum Preise von 8000 Mk. über, zwei geräumige Drei-Zimmer Wohnungen sind dadurch gewonnen.

Ack. 2 11 c n b u s e ck , 28. März. Morgen veranstalten die M ä d ch e n k 1 a s s e n der pie­figen Volksschule tn Der Zeit von 25 Uhr nach­mittags im neuen Dchulhause eine A u S st e l « l u n g Der In Diesem Jahr unter Leitung Der Handarbei tslehrerin Frau Schneider zu Giohen-Buseck angefertigten Handarbeiten.

's Grünberg, 27. Marz Der Vorstand Der hiesigen Dezirksfparlasse hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, mit Wirkung vom 1. Avril ab eine weitere Ermäßi - g ung der Darlehns-Zinsen um z Proz. eintreten zu lassen Für Spareinlagen wurde der Zinssatz, um Die KapitalbilDung zu fördern, nm um 1 Prvz. herabgesetzt und somit noch mög­lichst hoch gehalten. Die Entwicklung d«S Ge» schäftsveriehrs im 1. Quartal 1925 ist weiter günstig. Die Einlagen erfuhren eine beträchtliche Erhöhung und Der KreiS Der Sparer wird dauernd gröher. Besonders günstig Hal sich der Konto­korrent-, Scheck« und Ueberweisungsverkehr ent- weckelt. Die Guthaben erreichten eine ansehnliche Höhe; wesentlich höher allerdings find Die in Anspruch genommene Kredite. Die Kredit­nachfrage ist dauernd groh, doch war die Kasse in der Lage, alle als notwendig er­achteten Ansprüche zu befriedigen. Die von bei' Kasse eingerichteten S ch u l s p a r ka s s e n ent­wickeln sich recht erfreulich.

* Grünberg, 26. März. In Dem heute zu EnDe gehenDen Schuljahr war unsere Oberrealschule i. S. in 9 Klassen von 256 Schülern besucht, Darunter 69 Mädchen. Aus Grünberg selbst stammen 87. der Rest kommt täglich mit Der Bahn aus Der Richtung Rieder- Gemünden bzw Lich ober Lonborf Der Ausbau zur Oberrealschule wird im neuen Schuljahr durch Gründung bet Oberprima vollendet sein, so dah Ostern 1926 Die erste Maturitätsprüfung stattfinben kann. Für Das neue Schuljahr sind bis jetzt 44 Anmeldungen erfolgt.

Alrcie ssricducrg

ss . Friedberg, 27. März. Die gestrige Stadtverordnetensitzung wurde durch Bürgermeister Dr. Seyd mit einem Rachruf auf den verstorbenen Reichspräsidenten Ebert eröffnet, die Mitglieder (mit Ausnahm eines anwesenden kommuniftischen Mitgliedes) hatten sich von ihren Sitzen erhoben. Der erste Punkt der Tagesordnung: Gesuch des Erwerbslosenrates um Bewil­ligung von Sonderzulagen ruft eine lange Debatte hervor; der Antrag wird schließlich abge­lebt, dagegen wird der Antrag des Finanzaus­schusses, in besonderen Fällen Leiftungsprä m i e n zu bewilligen, angenommen. Die evangelsche sowie die katholische Kirchenaemeinde Haden darum nachgefucht, ihnen von Neubeschafsuna voneGstenh nachgefucht, ihnen für 91 e u b e f d) a ff u n g von Glocken, als Ersatz für die im Kriege abgetie« ferten, Zuschüsse zu gewähren. Die katholische Kirche hat zwei Glocken abgeliefert, die Eigentum bet katholischen Gemeinde waren, die evangelisch« Kirche eine Glocke, die Eigentum der Stadt war. Der Antrag des Finanzausschustes, der evange­lischen Gemeinde die Halste der Anschasfungsfosten und der katholischen Gemeindedie Hälfte von dieser Summe zu gewähren, wird abgelehnt, da sich be­sonders die sozialdemokratische Fraktion dahin aus» spricht, daß das Geld jetzt für wichtigere Sachen zu brauchen sei. Den Antrag, die Gebühren des Wohnungsamtes auf die Hälfte herabzusetzen, wird abgelehnt; der Antrag des Bürgermeisters, dieselben in der seitherigen Höhe zu belassen, a n » genommen. Nach dem Berichte des Vorsitzenden des Wohnungsamtes, Beig. Dr. Leuchtgens, werden durch die Gebühren etwa ein Fünftel der Kosten des Wohnungsamtes gedeckt. Es werden noch eine Reihe von Beschwerden gegen das Woh­nungsamt oorgebracht, die aber von dem Vorsitzen­de richtig gestellt werden; s wird von demselben aber auch ausdrücklich festgestellt, daß die Stadt- oerordnetenoersammluna durchaus keine Instanz fei, um über solche Sachen zu entscheiden. Unter Leitung des 1. Vorsitzenden, Prof. Kloos, fand gestern abend imDeutschen Hause die Haupeoer- fammlung dr Ortsgruppe Friedberg der Deut schen Dolkspartei statt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles (Rechnungsablage, Vorstands-

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