Ausgabe 
28.3.1925
 
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srnd unö durch billige Aufkäufe werbender An­lagen chr TermSgcn vermehrten.

Am besten kommen noch die Hhpvtheken- gkäubiger weg, obwohl die Zusatz-aufweriung von zehn Prozent, die ihnen zugebilligt wird, einigermaßen im Schornstein hängt, weil sie erst innerhalb der zweiten Hälfte des GrmMtück» wertes mmetragen ist und infolgedessen bei Zwangsversteigerungen sehr leicht ausfallen kann. ZImmerhin ist dadurch eine Form geschaffen, die Zdem Hausbesitz und der Landwirtschaft die ZGrhöhung der Aufwertung tragbar macht. Bedauerlich bleibt, daß die rückwirkende Kraft für das Jahr 1923 nur halb zugestanden ist. weil schließlich doch damals die Löschungen nur erteilt wurden, nachdem von Amts wegen iebe Aufwertung abgelehnt war. Aber, wie dem auch sein mag. das entscheidende bleibt. Last jetzt der Reichstag möglichst rasche Arbeit leistet, damit wir endlich unter das traurige Kapitel der Aufwertung einen Strich machen und von vorne ansangen Binnen.

Vie Opposition gegen Marx.

Der Kampf

mt preußischen Landtaqsausschuß.

Derli n. 27. März. (Wolff.) Der Stän­dige Ausschuß des Preußischen Landtags trat heute nachmittag unter dem Dorsitz des Landtags Präsident en D a r t e l S zu einer Sitzung zusammen. Auch die Dertreter ber Rechtsparteien waren erschienen. DerVolks- parteiliche Abg. G a r n i ch erklärte, die Rechts­parteien würden auch heute den sachlichen Deratungefn fernbleiben. Marx äußerte sodann fein Bedauern darüber, daß er gestern verhindert gewesen sei, an der Sitzung teilzun^men. Die Grünbe seien rein bürgerlicher *3Lrt. St habe seinerzeit auS dienstlichen Gründen nicht an der Hochzeit seiner Tochter teilnehmen können und habe nun bei der Taufe nicht fehlen wollen. Der Ministerpräsident warf dann die Frage auf. was man eigentlich unter ^lau­fenden Geschäften" verstehe. Rach seiner Auffassung habe ein zurückgetretenes Ministerium die Geschäfte zu erledigen, die im wohlver­standenen Sinne des Staatswohls erledigt werden müßten. Don diesem Standpunkt lasse er sich nicht abbringen, selbst wenn ein Deschluh gefaßt werden sollte, ihn vor den Staatsgerichtshof zu stellen. Gr würde einem solchen Beschluß mit großer Ruhe entgegensehen und mit reiner Seele die Verantwortung für seine auf Grund reiflicher Aeberlegung gefaßte Auffassung tragen.

Wenn der Ständige Ausschuß, der ein Glied der Derfasfung sei. im Sinne der Verfassung berufen werde, dann bewege man sich auf dem Doden der Verfassung.

Wenn jemals die Rotwendigkeit bestanden habe, den Ständigen Ausschuß eirrzuberufen, darrn jetzt. Die Regierung habe eine schwere Derant- wvrtung gegenüber dem Lcrnde und könne nicht zulassen, daß die Steuergesetzgebung nicht über den 1. April hinaus verlängert werde. Man firme nicht warten, bis die normale Geseh- getnrng In Gang gerächt werde. Er wolle die Schuldfroge nicht erörtern; doch fei eS Tatsache, daß der Präsident des Landtags selbst die nächste Sitzung für den 31. März anberaumt habe. Die Regierung habe aber nicht zulassen firmen, daß am 1. April die Gesetze, deren Fort­dauer fte für leber^notwendig halte, außer Kraft treten. Don einer vorgefaßten Absicht, diesen Weg zu gehen, könne keine Rede fein Dor der Laicht agsvertcignng habe sich das Slaettsministe- rium gar nicht über diese Angelegenheit ge= Ärß-ert und dis Frage gar nicht g rrüft.

Der deutschnotionale Abg ordrete von der Osten erklärte sodarm. die Dorlagen gingen über den Rahmen der laufenden Ge­schäfte in rechtlichem Sinne weit hinaus. Der Finanzminister habe gestern zu­gegeben, daß verschiedene Rotverordnun­gen bereits vor b?r letzten Dertaguug des Land­tages vorbereitet gewesen seien.

Die Weimarer Koal't'on habe eine Vertagung lediglich herbeigeführt, um Raum für die Ver­handlungen deS Ständigen Ausschusses zu schaf­fen, in welchem die Weimarer Koalition im Gegensatz zum Landtagsplenum die Mehrheit habe. Die Seutf-'nationale Dolkspartei werde Me Rechtkgiil ig e t aller Rotverordnungen beim Etaatsgerichtshof ansechten.

Don der Osten stellte den Antrag, die Der- Handlungen abzubrechen, weil die Tagung des Stärrdigen Ausschusses verfassungs- widrig sei.

®t. Marx betonte nochmals, daß die vor­liegenden Derordnungen unbedingt verlängert werden müßten. Der sozialistische Ab­geordnete Grzesinski richtet scharfe Angriffe gegen die Deutschnationalen. Diese wollten le­diglich die Weimarer Koalition spren­gen. Der Demokrat Riedel erklärte, die Drohungen mit dem Staatsgerich shof konnten nicht verfangen, da zu einer Ministeranklage Zweidrittelmehrheit gehöre. Der volkSpar e lich_> Abgeordnete v Richter erklärte, d>c Ausschuß würde Beschlüsse fassen, die der Landtag selbst nicht fassen würde. Das sei un­haltbar. Der Ständige Ausschuß habe damit seine Daseinsberechtigung verloren. Aus diese Situation sei der Mi.risterp.äsi. mt gar nicht eingegangen. Dr. Marx erwiderte, daß s.ch sein Standpunkt auf den Artikel 55 der Ver­fassung stütze. Die Mehrheitsverhältnis, e spielten hiernach keine Rolle. Dem Landtag stehe es frei, die erlassenen Notverordnungen später nad>ju = prüfen.

Der Ausschuß lehnte schließlich mit 15 gegen 12 Stimmen den Antrag von der Ostens ab, die Verhandlungen abzubrechen. Die Vertreter der Rechten und Kommunisten erklärten hierauf, daß sie sich an diesen verfassungswidrr- gen Beratungen nicht beteiligen könnten und verliehen den Ausschuß, der alsdann in die sachliche Beratung (Dritte preußi­sche Steuernstvecordnung) eintrat. Der Ausschuß stimmte ohne erhebliche Aussprache der Aende- rung des prcußischm Ausführungsgesetzes zum Finanzausgleich, damit zugleich der preu­ßischen Steuernotverordnung und der Ausführungsverordnung zur Fürsorge­pflichtverordnung zu. Damit war ßie Tagesordnung erschöpft. Die Anberaumung einer neuen Sitzung des Ausschusses kam nicht in Frage.

Der Rothardt-Prozetz.

Magdeburg, 27. März. (WTB) Im Rot- ßardt-Prozeß wird heute als Sachverständiger der «asfeler Kreisarzt Wagner oemommen. der ausfagt, daß eine Vernehmung Scheide«

Das Grubenunglück in Merlenbach.

51 Tote. Ueberlaftung 150 000 Franken für

DariS, 27. März. (TA.) Zu dem Gruben­unglück in Merlenbach wird gemeldet, daß der Förderkorb, in dem 80 Grubenarbeiter Platz genommen hatten, zum erstemal benutzt worden war. Aach Aussagen von Augenzeugen hatte sich dieser bereits auf 35 IH/eiet btt Erdoberfläche genähert, als er pwhlich durch Zerreißen des Seiles, wahrshetnlich in­folge zu starker Belastung, in den Schacht abstürzte, der eine Tiefe von 320 Meter hat. Für die Aeberlastung der Förderschalen spricht der Bericht von Augenzeugen, in dem es hecht, daß verschiedene Bergleute, die bereits auf der Schale Platz genommen hatten, von den Stei­gern wieder zum Absteigen genötigt worden waren. Die Neberlebenden hatten sich zum größ­ten Teil in der oberen Abteilung befunden und verdanken diesem Umstand ihre Rettung. Doch haben die meisten derartig schwere Verletzungen davongetragen, daß sie kaum wieder arbeits­fähig werden dürften. Das Anglück passierte am Donnerstag gegen 2 Ahr nachmittags.

Die anwesenden Bergarbeiter nahmen sofort die Rettungsarbeiten auf. die bis in die späte Rächt hinein andauerten. Rach einem Havas-- bericht gelang es. bis gegen Avend ungefähr 30 Arbeiter zu bergen, die sich alle schwere D.üche zugezogen hatten.

Am Freitagnachmittag 2 Ahr sind die letzten toten Grubenarbeiter, sieben an der Zahl, gebot" gen worden.

3m ganzen hat das Anglück 51 Tote und 99 Verletzte gefordert.

Anter den Opfern befinden sich 20 Saar­länder. von denen neun auch tatsächlich ihren Wohnsitz im Saargebiet haben, während die anderen in Lothringen wohnen. Anter den übri­gen Opfern sind unter anderem vier Pfalzer 33 Lothringer, fünf Polen, vier (Serben, drei Oesterreicher, zwei Italiener, ein Böhme, ein Tscheche und ein Russe. . Die Ramen der Opfer konnten meist nur an den Erken­nungsmarken, die jeder Bergmann bei sich führen muh, und an den Rummem der Gru­benlampen festgestellt werden. Ein Toter ist noch nicht ermittelt, da er eine blutige Masse ist.

des neuen Förderkorbes, die Hinterbliebenen.

Die Leichen sind In der Grubcnhall« aufgebahrt. Sie sind sämtlich verstümmell.

Die meisten Opfer sind junge ledige Leute, oder jung verheiratete Männer.

Sofort nach Bekanntwerden des Anglücks sind von Saarbrücken aus Berghauptmann V a r> d e r v i l l e und der Direktor der Saargruben, D e f l i n e. an Ort und Stelle gefahren, um sich nach den Opfern, vor allem den saarländi­schen, umzusehen, und die Teilnahme der Regierungskommission und der Dergverwaltung auszusprechen. Die Beerdigung findet am kommenden Montag statt. Die gesamte Regierungskommission des Saargebietes wird daran teilnehmen.

Arn Freitag vormittag hat in Paris ein Ministerrat stattgefunden, in dessen Verlaus Ministerpräsident H e r r i o t über die Bergwerks- kataflrophe in Merlenbach Bericht erstattete. Der Ministerrat hat beschlossen, heute in der Kammer

1 50000 Franken Kredite zu fordern, di« als erste Anterstühung an die Familien der verunglückten Bergleute zur Verteilung kommen sollen.

Die Regierung hat den Minister für öffentliche Arbeiten, P e y t r a l. und den Arbeitsminister, Go dard. mit der Untersuchung ürer die Arfachen des Anglüks beauftragt. Die beiden Minister werde ngleichtzeitig dm Hinterbliebenen und Verunglü.ften die Anter stützungen über­bringen. Sie haben bereits Paris verlassen, um sich nach Meilenbach zu begeben. Sie Verbringen namens des Präsidenten der Republik 5000 Fran­ken und namens der Regierung 10 000 Franken.

3n der Kammer sihung hat aus An­laß der Beratung über die Interpellation des Abg. S e r o b über die Grubenkatastrophe in Merlenbach Ministerpräsident Herriot namens der Regierung den Hinterbliebenen der Opfer das Beileid der französischen Regierung und des französischen Volkes zum Ausdruck ge­bracht. Der geforderte Kredit von 150 000 Franken für die Hinterbliebenen w.rd in das Budgetzwölftel für April eingesetzt werden. Dieses Bui'getzwölftel wurde alsdann zur Bera­tung gestellt und nach kurzer Diskussion ein­stimmig angenommen.

manns kaum vor Ablauf von drei Monaten mög­lich sei. In Kassel wäre eine solche Vernehmung in gewissen Abständen möglich. Das Thema würde für Schcidemann allerdings sehr aufregend fein. Die Verteidigung empfiehlt, eine Verneh­mung in Kassel gleich vorzunehmen.Nach kur­zer Beratung ergeht ein Gerichtsbeschluß dahin, daß es nicht nötig sei, den Berliner Arzt Scheide­manns zu hören, da das Gutachten des Sachver­ständigen Wagner ausreiche. Bon einer Vertagung des Prozesses wird ebenfalls abgesehen.

Der sozialdemokratische Abg. Keil, der 1918 afs Vertreter Württembergs Mitglied des Partei­ausschusses war, sagt aus: Wir haben im Partei­ausschuß unsere Stellung dahin festgelegt, deß die Partei sich ablehnend verhält gegen Rüstungs­streiks und solche Streiks, die einen Einfluß auf die Kriegspolotik ausübten. Bei dem Abbruch des Ja- nuarftreifs war eine außerordentliche Parteious- fchußfitzung nach Berlin einberufen worden. Jede Schwächung der deutschen Kriegsmacht sollte ver­hindert werden. Ebert hat die Sitzung geleitet. Der nächste Zeuge ist her Magdeburger Oberbüroermei- ster Beiß, der 1918 auch dem Parteiausschuß der SPD. angehörte und an den Sitzungen währen be^ Januarstreiks teilcenommen hat. Ebert habe bei dieser Sitzung den Standpunkt vertreten, daß Streiks, um den Krieg zu beenden oder um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erzielen, abzu­lehnen seien.

hierauf wird die Verhandlung auf Dienstag vormittag 9 Uhr vertagt.

Aus aller Welt.

Ein neuer Tornado in AraenLrn en.

Paris, 28. März. (TA.) Aus Buenos Aires wird gemeldet, daß de Stadt« Claffon, San Iarac, Diaz, Darranvas. Car-hara der Provinz Santa e z durch «inen Wirbelsturm von ungeheurer Heftigkeit zerstört wurden. Da sämtlicher Telephon-» und Telegrav^enderkehr unterbrochen ist, fehlen noch Einzelheiten.

Schießerei auf einem Derllner Bahnhof.

Berlin, 28. März. (WTB. Funkspruch.) Heute nacht mußte aus einem auf dem Dahn- hof Westend einlaufenden Stadtbahnzug ein an­getrunkener Reisender hrrausgewiefen werden. Etwa 10 Minuten sVäter schoß der Reisende blindlings auf den E senbahnafsistenten Zastrow, der tödlich getroffen zusam­menbrach und verletzte noch zwei weitere Beamte. Darauf versuchte er zu flüchten, wö­be: er drei der Verfolger schwer ver­letzte. Schließlich wurde er in einem zur Ab­fahrt bereitstehenden Zug nach heftiger Ge­genwehr. nachdem er noch einen Eisenbcchn- beamten erheblich verletzt hatte, überwältigt.

Mit Seuer spielend« Kinder.

3n einem Haufe hr der Georgen-Kirchstrahe in Berlin spielten die vier und drei Jahre alten Sohne des Möbelpolierers Reichard die in der Wohnung allein zurückgelassen worden Tr£! ^r^böl zern. Es entstand em ölubenbranb und die beiden Kinder erstick­ten in dem sich entwickelnden Rauch. Wieder- b l bungsrersuche auf der nächsten Rettungswache blühen ohne Erfolg.

Don Ratten zu Tob« gebissen!

Rach einer Dlättermelbung aus Halle wurde in Gräfenroda ein Kammerjäger auf einem Gehöft, wo er Rattengift legte, von zahl­reichen Ratten angegriffen und so schwer durch Bisse verletzt, daß er bald starb.

Beendigung eines kommunistischen Hungerstreiks.

Die kommunistischen Gefangenen in Fuhlsbüttel bei Hamburg, die seit 13 Tagen die Nahrungsaufnahme verweigerten, und deren Hungccstreik die hamburaer Bürgerschaft be- ' Ichöftigte, haben wieder Nahrung zu sich ge. ! nommen. Drei von den 72 Gefangenen waren fo erschöpft, daß sie ,n» Lazarett gebracht werden l mutzten, wo ihnen flüssige Nahrung zugeführt

Folgens -we er Dampfrohrbruch.

Aus Mainz wird gemeldet: Im Zement­werk Weisenau platzte in einem an der Straße g^l g nen Werk eil ein Dampfrohr. Durch den Luftdruck stürzte ein eiserner Träger um. der den aus einem vorbeifahrenden Fuhr­werk fitzenden 25 Jahre alten L. Daye r aus Mainz traf und umrih. Bon dem ausströmen­den Dampf wurde Bayer am Körper so stark verbrüht, daß et im Laufe der heutigen Rächt im Krankenhaus verstarb.

General von Plüskow f.

In Kassel ist am 26. März General der Infanterie a. D. v. Plüskow. weiland größter Offizier im preußischen Heer, verschieden.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 28. März 1925.

D's A rtt-Miete.

In Hessen 80 Prozent der Friedensmiete einschließlich Sondersteuer.

Vom Pres eamt des Staatsministeriums wird (zugleich mit der amtlichen Veröffentlichung in derDarmstädter Zeitung") mitge.eilt:

Die Miete für den Monat April 1925 ist von der Landesregierung für sämtliche Ge­meinden des Landes auf 8 0 v. H der F r ir­den s m i e t e festgeieht worden. In diesem Sah ist auch die Sonderst euer vom bebauten Grundbesitz enthalten, die bisher auf die Ruhungsberechtig'.en umgelegt werden konnte, so daß also der Mieter keinerlei Steuern und Abgaben an den Vermieter zu entrichten hat. Lcdigllch für den Wasser­verbrauch bleibt es bei der seitherigen Re­gelung, so daß also der Vermieter einen Ver­brauch, der an Ankosten 2' .. v. H. der Friedens­miete übersteigt, auf die Mieter in einem ange­messenen Verhältnis umlegen kann. Ebenso sind die Vorschriften über die Tragung der Kosten einer Abortgrubenentleerung, die ja nur für einzelne Gemeinden des Landes in Betracht kommt, unverändert geblieben. Don einer Spezia­lisierung der einzelnen Posten, aus denen sich die gesetzliche M e e zusammensetzt, wurde abge'ehen.

Mit Rücksicht darauf, daß die meisten Mieten für gewerbliche ume in freier Verein­barung zwischen Vermieter und Mieter bereits die Friedenshöhe erreicht haben, und auch aus anderen Gesichtspunk: en hat sich die Landesregie­rung veranlaßt gesehen, zu der gesetzlichen Miete für gewerbliche Räume mit einer Friedensmiete von 6011800 Rink, einschließlich einen Zu­schlag von 1 0 v. H., über 1800 Rmk. hinaus von 15 v. H. der Friedensmieie zu gewähren. Für gewerbliche Räume mit einer Friedensmiete unter 600 Rmk. einschließlich darf ein Zuschlag nicht verlangt werden. Wird für ge ^erbliche Raume und Wohnräume eine einheitliche Frie­densmiete geduldet, so hat im Streitfälle das Mieteinigunasamt den aus den gewerblichen Raum entfallenden Teilbetrag der Friedensmiete auf Antrag festzustellen.

Voraussichtlich 73 Prozent in Preußen.

Die Miete für April dürste, demDerliner Lokalanzeiger" zufolge, in Preußen eine Erhö­hung erfahren, über deren Ausmaß zur Zeit im Wohlfahrtsministerium noch verhandelt wird. .Die Erhöhung dürfte sich auf etwa 7 Prozent belaufen, so daß man ungefähr mit 73 Prozent der Friedensmiete zu rechnen hätte.

fc>-ü-... cetse am 28. März (Händlerpreise).

Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund Dutler 220, Matte 40, Käse 70, Wirsing 30, Weißkraut 20, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 45 bis 50 Anterkohlrabi 8. Mischgemüse 20, Grünkohl 20, Rosenkohl 60 bi« 85. gcib'alat 100. Enririen 80, Tomaten 150, Zwiebeln 30. Meerrettich 60 bis 100, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5, Aepfel 15 biß 20, Dirnen 12, Dörrobst 40, Honig 40 lunge Hahnen 100, Suppenhühner 120 Ganje 80. das Stück Eier 12. Blumenkohl 50 bis 100, Oalat 30, Scfatgurtcn 150, Lauch 5 bis 10 Öelterie 20 biß 50; ba6 Durch Radieschen 20.

Wahltag!

Die Wahl Reichspräsidenten ist eine Angelegenheit von größter staatspolitischer Tragweite. Darum wähle auch Du!

Der Reichspräsident ist der am wel- testen stchlbare Vertreter des Willens­ausdruckes des gesamten deutschen Volkes, auch des Deinen. Darum wähle auch Du!

Das neue Staatsoberhaupt wird in direkter und geheimer Wahl von jedem einzelnen deutschen Volks­genossen gewählt, also auch von Dir.

Darum wähle auch Du!

* Die Ergebnisse der Reichsprä­sidentenwahl werden wir morgen abend durch Aushang an den Schaufenstern unseres Geschäfts! lals befanmg b.n. Voraussichtlich dürften gegen 7 Ahr die ersten Teilresultale zu erwarten sein.

- Kurze Winke für die Wahl. Die Abstimmung bei der morgigen Reichspräsidenten- wähl findet in der Zeit von 9 Ahr vormittags bis 6 Ahr nachmittags statt. Für einige Straßen und Plätze ist eine Aenderung hinsichtlich der Wahllokale eingetreten, die im heutigen An­zeigenteil von der Stadtverwaltung belannb» gegeben wird. Zur Stimmabgabe dürfen nut amtlich hergestellte Stimmz « tle l. die alle zugetassenen Wahlvorschläge enthalten, ver­wandt werden. Die Stimmabgabe geschieht in der Weise, daß der Stimmberechtigte durch ein Kreuz, das er in den auf dem Stimmzettel aufgedruckten kleinen Kreis hinter dem Ramen des genehmen Kandidaten setzt oder durch Anterstreichen oder in sonst er­kennbarer Weise kenntlich macht, daß er diesem Anwärter seine Stimme geben will. Die amt­lichen S.immzettel erhalten ferner ein freies Feld, in das der S.immberechligte einen anderen An­wärter einlragcn kann, wenn er keinem der Vo.g.s^lageuen leine <5.i nme ge' en will. Stimm­zettel. die mit sonstigen Vernier.en oder mit Vor­behalten versehen sind, sowie nicht amtlich her- gewellte S.iuamzet e.' sind ungül.ig. Die Ausgabe der -amtlichen Stimmzettel erfolgt im Abstirn» mungsraum unter gleichzeitiger Aushändigung eines amtlichen Wahlumschiags. Schließlich sei noch betont, daß es empfehlenswert ist, früh' zeitig zur Wahl zu gehen.

** Fünfundsiebzig st er Geburtstag des Geheimrats Prof. Dr. Jentzfch. Der Geheime Bergrat Prof. Dr. phil. und Dr.-Jng. h. c. Alfred Ientzfch in Gießen vollendete am 29.3. fein 75. Lebensja r. Er wurde als Sohn eines Sparkassenbuchhalters am 29. Marz 1850 in Dres­den geboren, besuchte dort die Technische Hochschule, studierte in Leipzig Geologie und die verwandten Lehrfächer und war 18721875 Königlich säfsischer Landesgeolog. Sodann kam er als Provinzialgeolog nach Königsberg i. Pr., wo er sich zugleich in der philosophischen Fakultät für Geologie habilitierte, nachdem er sich mit einer Dissertation überDas Quartier in der Gegend von Dresden" 1872 den philosophischen Doktorgrad und durch zwei größere Publitationen überDie Ursachen der Eiszeit" und Schwanken des festen Landes" einen wissenschaft­lichen Ruf erworben hatte. Gemeinsam mit Berendt gab er 1878 die erste geologische Karte der Provinz Preußen heraus, nachdem kurz vorher von ihm eine größere Arbeit überDie Moore der Provinz Preußen" erschienen war. Mit größtem Eifer und hervorragenden Erfolgeii widmete er sich in der Folgezeit der geolovifchen Durchfoschung der Pro­vinzen Ost- und Westpreußen, des Königreichs Sachsen und des norddeutschen Flachlandes, als deren Fruchte neben zahlreichen bedeutsamen Ab­handlungen in wissenschaftlichen Zeitschriften meh­rere Schriften in Buchform erschienen, von denen hier genannt feien.Die Zusammensetzung des ostpreußischen Bodens", der zweibändigeBerich! über die geologische Durchforschung der Provinz Preußen", derBericht über die geologische Er­forschung des nordde-.tsche Flachlandes",Höhen­schichtenkarten von Ost- und Westpreußen",Das norddeutsche Tertiär und sein Untergrund",Geo­logie der Braunkohlenablagerungen im östlichen Deutschland", eine Neil e geologischer Karten Sach» sens und Preußens, seine umfassendenBeitrag zur Seenkunde", die in den Jahren 19091922 erschienen, ferner feine phänomenologischen Beob­achtungen, die er auch in Livland, Kurland und Estland fortsctzte. 18751899 war er außerdem Direktor des Prooinzialmuseums in Königsberg. 1899 siedelte er als Landesgeolog nach Berlin über, trat 1922 in den Ruhestand und nahm seinen Wohnsitz in Gießen. Geheimrat Jentzsch gab s. Z. die erste Anregung zur Errichtung der Technischen Hochschule in Danzig, deren Ehrendoktor er ist.

* Personalien. Aus dem Staatsdienst entlassen würbe ber planmäßige außerordentlich« Professor der medizinischen Fakultät unb Pro­sektor am anatomischen Institut der Lanbes- universität G.eßen. Dr. Hans Albert Peter­sen, aus fein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1925 ab. In ben Ruhestanb verseht würbe: die Lehrerin an bet Höheren unb Er­weiterten Mädchenschule zu Gießen, Maria Zimmermann, auf ihr Rachsuchen vom 1. 4. 1925 ab. Aus Grund des Gesetzes über bic Altersgrenze der Staatsbeamten tritt am 1. April 1925 in ben bauernden Ruhestand: der Lehrer im einstweiligen Ruhestand Heinrich R ee b zu Gr- Felda, Kr. Alsfeld.

* D i e nächsten Viehmärkte in Gie» h e n finden am 31. März unb 1. Avril statt. Am 31. März ist Rinbviehmarkt. am 1. April Pferde-, Schw.ine- und Schlachtoiehmartt. Rähe° res in der heutigen Bekanntmachung.

** Reue Krastpoftlinie in Ober- Hessen Auf bem Kurse Grebenhain Bhf. FreiensteinauSteinau (Kr. Schlüchtern) wird am 29. QUata eine neue Kraftpostlinie eröffnet, für die nachstehender Fahrplan festgesetzt ist: Freien­steinau ab 4,50 Ahr vorm.. Grebenhain Bhf. an 5.25 Ahr, Grebenhain Bhf. ab 6.40 Ahr vorm., Steinau (Kr. Schlüchtern) an 8,10 Ahr, Steinau ab 8,40 Ahr, Freiensteinau an 9,56 Ahr. Hier Wiebe: ab 3,25 Ahr nachm.. Grebenhain Bhf. an 4 Ahr, hier ab 4,25 Ahr. Steinau an 7,40 Ahr abenbs, ab 7,55 Ahr, an Freiensteinau 9,21 Ahr. Durch die neue Kraftpost wird eine Verbindung