Ausgabe 
28.2.1925
 
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vorbestraft. t$r ist im wesentlichen geständig. DaS Dorstrafenregister deS Angeklagten weist nicht weniger als 16 Vorstrafen auf. Das Urteil lautete auf eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 3 Tagen Gefängnis, wobei sich der Ange­klagte beruhigt.

Wegen gefährlicher Körperverlet­zung war der Arbeiter K. aus Steindorf angeklagt. Der Anklage liegt folgender Sachver­halt zu Grunde. Am 26. 8. 1923 brach auf der Kirmes in Oberbiel zwischen dem Angeklag­ten und dem Zeugen D. ein Streit aus. Der Oberlandjäger K. trennte die Streitenden. Als der Oberlandjäger sich den Flamen deS Zeugen D. notieren wollte, sprang der Angeklagte von hinten auf D. zu und versetzte ihm einen Schlag in den Rücken, und zwar mit einem Messer. D. trug erhebliche Verletzungen davon. Der An­geklagte bestritt die Beschuldigung. Der oben geschilderte Sachverhalt wurde aber von den Zeugen bestätigt. Die Verhandlung wurde zwecks weiterer Beweiserhebung vertagt.

3m letzten Falle hatten sich die Arbeiter D. und K. aus Wetzlar wegen gemein­schaftlichen Einbruchsdiebstahls (D.. der erheblich vorbestraft ist. befindet sich im strafschärfenden Rückfalle) und wegen versuch­ter Brandstiftung zu verantworten. Die Angeklagten verbüßen zur Zeit eine ihnen vom hiesigen Gericht im vorigen Jahre zudiktierte Gefängnisstrafe und wurden aus der Strafhaft in Freiendiez vorgeführt. Das Gericht erachtete die Angeklagten des Einbruchsdiebstahls für über­führt und verurteilt D. zu 1 Jahr und K. zu 6 Monaten Gefängnis! beide auch zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von je 3 Jahren. Von der Anklage der versuchten Drandstistung wurden die Angeklag­ten freioesprochen. Der Antrag der Staatsan­waltschaft lautet gegen D. auf 2 Jahre 3 Mo­nate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust und K. auf 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust.

Große Strafkammer.

* Gießen, 24. Febr. In mehrstündiger Verhandlung wurde in der Berufungsinstanz gegen den ehemaligen Eisenbahnasiistenten Hein­rich 6., früher in Bad-Raubeim. verhandelt. Die­ser hatte während der Inflationszeit als Schalter» keamter am Bahnhof in Dad-Rauheim mehrfach mit der Hand geschriebene Fahrkarten nach ent­fernteren Orten ausgestellt, auch die entsprechende Geldsumme eingenommen, jedoch die Abschrift der Fahrkarte auf einen näheren Ort und einen viel geringeren F hrpreis lautend hergestellt und auch im Einnahmebuch die geringere E nnahme notiert. An sich muhte der Angeklagte Ur- und Abschrift der Fahrkarte mittels einer Pause gleich­zeitig anfertigen. Er hat jedoch instruktionswidrig beide Urkunden getrennt geschrieben. Die Diffe­renz will der Angeklagte angeblich dazu benutzt haben, um Fehlbeträge zu decken, wie sie zur damaligen Zeit häufig vorkamen.

Die Anklage lautete auf Verbrechen wegen Unterschlagung im Amt i. S. der § 350, 351 StGB.

Die Vorinstanz hatte Unterschlagung ver­neint und nur wegen Betrugs in vier Fällen zu Geldstrafen verurteilt. Dabei ging sie davon aus, dah der Angellagte die Fehlbeträge bestim- mungsgemäh zu ersehen hatte und dah er durch feine Manipulationen seine Vorgesetzten über die Höhe der Ersatzansprüche getäuscht und dadurch

einen Betrug begangen habe. Da ferner der An­geklagte. nachdem seine Handlungen entdeckt wa­ren, in dem Einnahmebuch Radierungen vor­genommen hatte, die die Straftat verdecken folLen, war er weiter wegen Urkundenfälschung In Tat­einhell mit Verfälschung einer amtlich anver­trauten Urkunde zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt worden. Diese Freiheits­strafe war ihm gleichfalls in eine entsprechende Geldstrafe umgewandelt.

Die Berufungsinstanz bejahteUnterschlagung im Amt in vier Fällen bzw. ein Verbrechen i. S. des §351 StGB. Sie gab der Berufung der Staatsan­waltschaft statt. Die geseh ich? Mindestrafe für ieben der vier Fälle waren 6 Monate Gefängnis. Es wurde auf eine Gesamt st rafe von neun Monaten Gefängnis er.'annt. Dabei waren dem Angpftagcen mildernde Umstände zugebilligt. Andernfalls hätte auf Zuchthaus erkannt wer­den müssen.

Turnen, Sport und Spiel.

Städtewettkampf

Fulda Eisenach (Hießen.

Der Städtewettkampf im Kunst­turnen Fulda Eisenach Gießen, welcher ursprünglich am 1. Februar stattfinden sollte, gelangt nunmehr am morgigen Sonntag, im Fürstenhofe zu Eisenach, zum Austrag. Die Gießener Mannschaft (Daum, B.-pler, Strack, Hof­mann, Trechsler, Bücking, sämtlich vom Turn­verein von 1846) muß diesmal ohne Reuter antreten, welcher noch an einer Handverletzung leidet.

Boxkämpfe.

Berlin, 27. Febr. '(MTB.) Im Sport­palast besiegte der zur Zeit beste englische Boxer Phil. Scott den deutschen Schwergewichtsmeister Samson- r ner nach Punkten. In drei weiteren englisch-deutschen Boxkämpfen schlug H a h m a n n den Engländer Stanley Glenn in der fünften Runde, Dieckmann den Eng­länder Bat es in der ersten Runde Knock-out, während der Kampf zwischen Friedemann B(H> ®n9^nI)cr Vkurton unentschieden

Anschluß des rheinisch-westfälischen Jndnftr egcb ctcs an den ZLZeltlnftverkehr.

Im Essener Rathaus fand eine Versammlung statt, die sich mit dem Anschluß des rheinisch- westfälischen Industri'gebiets an den Weltluft­verkehr beschäftigte. Es wurde eine Luftver­kehrsgesellschaftRuhrgebiet A. ©. gegründet, die ihren Sih in Essen haben soll. Die Gesellschaft wird ausschließlich dem offen!» lichen Verkehr dienen und den Anschluß des Industriegebiets an den deutschen und internatio­nalen Flugverkehr durchführen. Sie wird Per­sonen und Güter aller Art auf dem Luftwege befördern und Flugzeuge vermieten. Sie wird sich auch an anderen Luftfahrtunternehmungen beteiligen und Interessen- und Betriebsgemem- schaften mit anderen Werken eingehen. Das Aktienkapi.al beträgt 2 050 000 Marn Finanziell beteiligt sind die Großstädte des Industrie­gebietes, die Industrie- und Handelskammer Essen, der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, verschiedene industr.elle Werke Rheinland-West­falens und die Junkers-Flugverkehr A. G.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter SenderS.

(Aus derRadio-Umschau".)

Sonntag, 1. März:

8,30 Uhr: Morgenseier, veranstaltet vom Wartburg-Verein Frankfurt a. OIL: 1. Motette: Dläserchor des Wartburgvereins (Leitung Peter Rauschenberger): 2. Choral: Gib dich zufrieden und sei stille (Kirchenchor der M itthäusgemeinde, Dirigent Herr Dreier): 3. Dtolinsolo: Len« K h- fer; 4. Gesangsolo: Litanei von F. Schubert: A. Hürlimann: 5. Ansprache: Pfarrer Schrenk von der Matthäusgemeinde: 6. Chor: Geh in deine Kammer von Max Reger (Ktrchenchor der Mtt- thäusgemeinde): 7. Gesangsolo: Komm süßer Tod von I. S Dach: Fräulein Hürlimann: 8. Mo­tette: Dläserchor des Wartburgvereins.

Fräulein Hürlimann. 4 bis 5 Uhr: Trauermuftk des Hausorchesters. Trauermarsch aus der A?-Dur-Sonate Beethoven. Maare Ische Trauermusik, Mozart, Trauerm rsch a. d.Eroi- ca", Deethoven, Ave verum, Mozart, Trauer- morsch aus Saul, Händel. 5 Uhr: Ansprache des Sprechers des Dolksbunbes Deutsche Kriegs- gräberfürs^rge, Redakteur Ernst Klein. 5,106 Uhr: Kinderstube. 67 Uhr: Stunde des Rhe'n- Mainischen Berb-n'^es für D'lk 6U'ung: 1. Aus dem Leben der K ckteen, Vortrag von Palmen- gartenMreltor Kraus. 2. Von D umen und Gär­ten, Gedichte und Lieder, vorgetragen von Ger­trud Paulan. 8,30 Uhr: Ernste Volkslieder: 1. Morgengesang (Holländisch), 2. Ich kenne e n Lied (Dlämisch), 3. D^nrowellen (Portugiesisch 4. La Pal-ma (Spanisch), 5. Die schwarze Gon­del (Italienisch), 6. Ungars PrelZ (Ungarisch). 7. Verlassen (Kärntnerisch), 8. Vcsperge'ang (Russisch). 9. Reiterlied (Polnisch), 10. Finnland- Wald (Finnisch). 11. Klage (Schwedisch), 12 Hir­tenlied (Rorwe isch). 13. Jung Harald (Dänisch), 14. All meine Gedanken (Deutsch), 15. Der treue 3onnie (Irisch), 16. Hält der Mond die Wache (Schottisch), 17. Koran-Gesang (Arabisch), 18. ^le­best! ge (Türkisch). Ausführende: Hendrik Veld- k mp-Hllland (Gesang): am Flügel Dr. Ren- hrl) Merten von der Frank urter Oper. Anschlie­ßend Rachrlchten, Wettermeldung, Sportbericht,

Montag, 2. März:

11,55 Uhr: Zeitung be. 12 Uhr: Nachrichten­dienst. 12,55 -1 Uhr: Äauener Ze.lzeiä^n. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4,20 Uhr: Nachrichten­dienst. 4,306 Uhr. NachmittagZkonzert des Hausorchesters: Musik aus vergangenen Jahr­hunderten Ouvertüre zu Iphigenie in Aulis (Gluck), Air a. d. D-Dur-Suite (Dach), Men- ett (Gossec), Largo (Händel), Bourke (Dach), Glok- kenspiel von Cythere, Kl viersolo (Cou erln). Ouvertüre zu Samson (Händel), Am Flügel Dr. R. Merten. 6 Uhr: Wirtsch'ftsmel^ungen. 66,30 Uhr: Die Lesestunde: Arabische Erzäh­lungen aus der Zelt her Kalifen. 6,307,30 Uhr: Die Besprechung (Literarischer Teil'. 77,30 Uhr: Vortragszyklus des St d gesundhelts m es Vortrag von Stadtmodizin trat Dr. Fischer- Defoh:Rassenhygiene und Eheberatung . 7,30 bis 8 Uhr: Vcririg von Prof. Dr. Dreve.m nn: Das Senckenbergische Museum". 8 Uhr: Eng­lischer Unterricht. 8,30 Uhr: Übertragung von Cassel: Aus dem ZyllusHaus- und Kammer­musik vor 100 Jahren", Liederabend. Au füh­rende: Alice Tanner-Wünsch, K.mnermusiker der Kasseler Staatsbühne. 9,30 Uhr: N ch.ichten, Wettermeldung, Sperl bericht. 1011 Uhr: Der Wettlauf mit dem Schatten, von Wilh. v. Scholz.

Kirchliche Nachrichten.

Svangel sch« Gemeinden.

Gießen. Sonntag, den 1. März. Invokavit. Stadtkirche. 9'/,: Prof. D. Hans Schmidt. 11: Kin- dertirche für die Markusgem. Psarrast. Hertel. 6: Pft. Mahr. IohanneSkirche. 91,: Zugl. Militär- gottesdienst. Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche für die Iohannesgem. Pfr. Ausfeld. 6: Pfarrais. Schult, h.sts. Deichte und heil. Abendmahl für LukaS- il Iohannesgem 8: Bibelbefprechung int Johannes- saal. Pir. Ausfeld. - Mittwoch, den 4. März, abends 6 Uhr: 2. Passionsand, in der Johannes« kirche. Pft. Ausfeld. - Kirchberg. 10. Lollar l1/, Staufenberg ll/8. Wieseck. 10.

Katholische Gemeinden.

Dießen. Samstag, 28. Februar. 4' ,u. 7 Beichte. Eonytag, 1. März. 1. Fastensonntag.' 6*', Beichte. 7 Messe, Kom. ö. Männer, Ö Rom., 9 Hochamt m Pred., 11 Meße m. Pred., 5/a Christenlehre u. Pas­stonsandacht. Grünberg, 9V3 Messe m. Predigt Freitag 6" t ©egenäamt.

Israelitische Gemeinden.

GotteSdien,. oer ifr. AeligronSgesellschafs. Sonntag, den 1. März 1925, vormittags 10 Uhr. Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen deS Welt­krieges.

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