vorbestraft. t$r ist im wesentlichen geständig. DaS Dorstrafenregister deS Angeklagten weist nicht weniger als 16 Vorstrafen auf. Das Urteil lautete auf eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 3 Tagen Gefängnis, wobei sich der Angeklagte beruhigt.
Wegen gefährlicher Körperverletzung war der Arbeiter K. aus Steindorf angeklagt. Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zu Grunde. Am 26. 8. 1923 brach auf der Kirmes in Oberbiel zwischen dem Angeklagten und dem Zeugen D. ein Streit aus. Der Oberlandjäger K. trennte die Streitenden. Als der Oberlandjäger sich den Flamen deS Zeugen D. notieren wollte, sprang der Angeklagte von hinten auf D. zu und versetzte ihm einen Schlag in den Rücken, und zwar mit einem Messer. D. trug erhebliche Verletzungen davon. Der Angeklagte bestritt die Beschuldigung. Der oben geschilderte Sachverhalt wurde aber von den Zeugen bestätigt. Die Verhandlung wurde zwecks weiterer Beweiserhebung vertagt.
3m letzten Falle hatten sich die Arbeiter D. und K. aus Wetzlar wegen gemeinschaftlichen Einbruchsdiebstahls (D.. der erheblich vorbestraft ist. befindet sich im strafschärfenden Rückfalle) und wegen versuchter Brandstiftung zu verantworten. Die Angeklagten verbüßen zur Zeit eine ihnen vom hiesigen Gericht im vorigen Jahre zudiktierte Gefängnisstrafe und wurden aus der Strafhaft in Freiendiez vorgeführt. Das Gericht erachtete die Angeklagten des Einbruchsdiebstahls für überführt und verurteilt D. zu 1 Jahr und K. zu 6 Monaten Gefängnis! beide auch zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von je 3 Jahren. Von der Anklage der versuchten Drandstistung wurden die Angeklagten freioesprochen. Der Antrag der Staatsanwaltschaft lautet gegen D. auf 2 Jahre 3 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust und K. auf 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust.
Große Strafkammer.
* Gießen, 24. Febr. In mehrstündiger Verhandlung wurde in der Berufungsinstanz gegen den ehemaligen Eisenbahnasiistenten Heinrich 6., früher in Bad-Raubeim. verhandelt. Dieser hatte während der Inflationszeit als Schalter» keamter am Bahnhof in Dad-Rauheim mehrfach mit der Hand geschriebene Fahrkarten nach entfernteren Orten ausgestellt, auch die entsprechende Geldsumme eingenommen, jedoch die Abschrift der Fahrkarte auf einen näheren Ort und einen viel geringeren F hrpreis lautend hergestellt und auch im Einnahmebuch die geringere E nnahme notiert. An sich muhte der Angeklagte Ur- und Abschrift der Fahrkarte mittels einer Pause gleichzeitig anfertigen. Er hat jedoch instruktionswidrig beide Urkunden getrennt geschrieben. Die Differenz will der Angeklagte angeblich dazu benutzt haben, um Fehlbeträge zu decken, wie sie zur damaligen Zeit häufig vorkamen.
Die Anklage lautete auf Verbrechen wegen Unterschlagung im Amt i. S. der § 350, 351 StGB.
Die Vorinstanz hatte Unterschlagung verneint und nur wegen Betrugs in vier Fällen zu Geldstrafen verurteilt. Dabei ging sie davon aus, dah der Angellagte die Fehlbeträge bestim- mungsgemäh zu ersehen hatte und dah er durch feine Manipulationen seine Vorgesetzten über die Höhe der Ersatzansprüche getäuscht und dadurch
einen Betrug begangen habe. Da ferner der Angeklagte. nachdem seine Handlungen entdeckt waren, in dem Einnahmebuch Radierungen vorgenommen hatte, die die Straftat verdecken folLen, war er weiter wegen Urkundenfälschung In Tateinhell mit Verfälschung einer amtlich anvertrauten Urkunde zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt worden. Diese Freiheitsstrafe war ihm gleichfalls in eine entsprechende Geldstrafe umgewandelt.
Die Berufungsinstanz bejahteUnterschlagung im Amt in vier Fällen bzw. ein Verbrechen i. S. des §351 StGB. Sie gab der Berufung der Staatsanwaltschaft statt. Die geseh ich? Mindestrafe für ieben der vier Fälle waren 6 Monate Gefängnis. Es wurde auf eine Gesamt st rafe von neun Monaten Gefängnis er.'annt. Dabei waren dem Angpftagcen mildernde Umstände zugebilligt. Andernfalls hätte auf Zuchthaus erkannt werden müssen.
Turnen, Sport und Spiel.
Städtewettkampf
Fulda — Eisenach — (Hießen.
Der Städtewettkampf im Kunstturnen Fulda — Eisenach — Gießen, welcher ursprünglich am 1. Februar stattfinden sollte, gelangt nunmehr am morgigen Sonntag, im Fürstenhofe zu Eisenach, zum Austrag. Die Gießener Mannschaft (Daum, B.-pler, Strack, Hofmann, Trechsler, Bücking, sämtlich vom Turnverein von 1846) muß diesmal ohne Reuter antreten, welcher noch an einer Handverletzung leidet.
Boxkämpfe.
Berlin, 27. Febr. '(MTB.) Im Sportpalast besiegte der zur Zeit beste englische Boxer Phil. Scott den deutschen Schwergewichtsmeister Samson-Kö r ner nach Punkten. In drei weiteren englisch-deutschen Boxkämpfen schlug H a h m a n n den Engländer Stanley Glenn in der fünften Runde, Dieckmann den Engländer Bat es in der ersten Runde Knock-out, während der Kampf zwischen Friedemann B(H> ®n9^nI)cr Vkurton unentschieden
Anschluß des rheinisch-westfälischen Jndnftr egcb ctcs an den ZLZeltlnftverkehr.
Im Essener Rathaus fand eine Versammlung statt, die sich mit dem Anschluß des rheinisch- westfälischen Industri'gebiets an den Weltluftverkehr beschäftigte. Es wurde eine Luftverkehrsgesellschaft „Ruhrgebiet A. ©.“ gegründet, die ihren Sih in Essen haben soll. Die Gesellschaft wird ausschließlich dem offen!» lichen Verkehr dienen und den Anschluß des Industriegebiets an den deutschen und internationalen Flugverkehr durchführen. Sie wird Personen und Güter aller Art auf dem Luftwege befördern und Flugzeuge vermieten. Sie wird sich auch an anderen Luftfahrtunternehmungen beteiligen und Interessen- und Betriebsgemem- schaften mit anderen Werken eingehen. Das Aktienkapi.al beträgt 2 050 000 Marn Finanziell beteiligt sind die Großstädte des Industriegebietes, die Industrie- und Handelskammer Essen, der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, verschiedene industr.elle Werke Rheinland-Westfalens und die Junkers-Flugverkehr A. G.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter SenderS.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Sonntag, 1. März:
8,30 Uhr: Morgenseier, veranstaltet vom Wartburg-Verein Frankfurt a. OIL: 1. Motette: Dläserchor des Wartburgvereins (Leitung Peter Rauschenberger): 2. Choral: Gib dich zufrieden und sei stille (Kirchenchor der M itthäusgemeinde, Dirigent Herr Dreier): 3. Dtolinsolo: Len« K h- fer; 4. Gesangsolo: Litanei von F. Schubert: A. Hürlimann: 5. Ansprache: Pfarrer Schrenk von der Matthäusgemeinde: 6. Chor: Geh in deine Kammer von Max Reger (Ktrchenchor der Mtt- thäusgemeinde): 7. Gesangsolo: Komm süßer Tod von I. S Dach: Fräulein Hürlimann: 8. Motette: Dläserchor des Wartburgvereins.
Fräulein Hürlimann. 4 bis 5 Uhr: Trauermuftk des Hausorchesters. Trauermarsch aus der A?-Dur-Sonate Beethoven. Maare Ische Trauermusik, Mozart, Trauerm rsch a. d. „Eroi- ca", Deethoven, Ave verum, Mozart, Trauer- morsch aus Saul, Händel. 5 Uhr: Ansprache des Sprechers des Dolksbunbes Deutsche Kriegs- gräberfürs^rge, Redakteur Ernst Klein. 5,10—6 Uhr: Kinderstube. 6—7 Uhr: Stunde des Rhe'n- Mainischen Berb-n'^es für D'lk 6U'ung: 1. Aus dem Leben der K ckteen, Vortrag von Palmen- gartenMreltor Kraus. 2. Von D umen und Gärten, Gedichte und Lieder, vorgetragen von Gertrud Paulan. 8,30 Uhr: Ernste Volkslieder: 1. Morgengesang (Holländisch), 2. Ich kenne e n Lied (Dlämisch), 3. D^nrowellen (Portugiesisch 4. La Pal-ma (Spanisch), 5. Die schwarze Gondel (Italienisch), 6. Ungars PrelZ (Ungarisch). 7. Verlassen (Kärntnerisch), 8. Vcsperge'ang (Russisch). 9. Reiterlied (Polnisch), 10. Finnland- Wald (Finnisch). 11. Klage (Schwedisch), 12 Hirtenlied (Rorwe isch). 13. Jung Harald (Dänisch), 14. All meine Gedanken (Deutsch), 15. Der treue 3onnie (Irisch), 16. Hält der Mond die Wache (Schottisch), 17. Koran-Gesang (Arabisch), 18. ^lebest! ge (Türkisch). Ausführende: Hendrik Veld- k mp-Hllland (Gesang): am Flügel Dr. Ren- hrl) Merten von der Frank urter Oper. Anschließend Rachrlchten, Wettermeldung, Sportbericht,
Montag, 2. März:
11,55 Uhr: Zeitung be. 12 Uhr: Nachrichtendienst. 12,55 -1 Uhr: Äauener Ze.lzeiä^n. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4,20 Uhr: Nachrichtendienst. 4,30—6 Uhr. NachmittagZkonzert des Hausorchesters: Musik aus vergangenen Jahrhunderten Ouvertüre zu Iphigenie in Aulis (Gluck), Air a. d. D-Dur-Suite (Dach), Men- ett (Gossec), Largo (Händel), Bourke (Dach), Glok- kenspiel von Cythere, Kl viersolo (Cou erln). Ouvertüre zu Samson (Händel), Am Flügel Dr. R. Merten. 6 Uhr: Wirtsch'ftsmel^ungen. 6—6,30 Uhr: Die Lesestunde: Arabische Erzählungen aus der Zelt her Kalifen. 6,30—7,30 Uhr: Die Besprechung (Literarischer Teil'. 7—7,30 Uhr: Vortragszyklus des St d gesundhelts m es — Vortrag von Stadtmodizin trat Dr. Fischer- Defoh: „Rassenhygiene und Eheberatung . 7,30 bis 8 Uhr: Vcririg von Prof. Dr. Dreve.m nn: „Das Senckenbergische Museum". 8 Uhr: Englischer Unterricht. 8,30 Uhr: Übertragung von Cassel: Aus dem Zyllus „Haus- und Kammermusik vor 100 Jahren", Liederabend. Au führende: Alice Tanner-Wünsch, K.mnermusiker der Kasseler Staatsbühne. 9,30 Uhr: N ch.ichten, Wettermeldung, Sperl bericht. 10—11 Uhr: Der Wettlauf mit dem Schatten, von Wilh. v. Scholz.
Kirchliche Nachrichten.
Svangel sch« Gemeinden.
Gießen. Sonntag, den 1. März. Invokavit. Stadtkirche. 9'/,: Prof. D. Hans Schmidt. 11: Kin- dertirche für die Markusgem. Psarrast. Hertel. 6: Pft. Mahr. IohanneSkirche. 91,: Zugl. Militär- gottesdienst. Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche für die Iohannesgem. Pfr. Ausfeld. 6: Pfarrais. Schult, h.sts. Deichte und heil. Abendmahl für LukaS- il Iohannesgem 8: Bibelbefprechung int Johannes- saal. Pir. Ausfeld. - Mittwoch, den 4. März, abends 6 Uhr: 2. Passionsand, in der Johannes« kirche. Pft. Ausfeld. - Kirchberg. 10. Lollar l1/, Staufenberg ll/8. — Wieseck. 10.
Katholische Gemeinden.
Dießen. Samstag, 28. Februar. 4' ,u. 7 Beichte. Eonytag, 1. März. 1. Fastensonntag.' 6*', Beichte. 7 Messe, Kom. ö. Männer, Ö Rom., 9 Hochamt m Pred., 11 Meße m. Pred., 5‘/a Christenlehre u. Passtonsandacht. — Grünberg, 9V3 Messe m. Predigt Freitag 6" t ©egenäamt.
Israelitische Gemeinden.
GotteSdien,. oer ifr. AeligronSgesellschafs. Sonntag, den 1. März 1925, vormittags 10 Uhr. Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen deS Weltkrieges.
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