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flr. 50 Drittes Blatt

Aus der Provinz.

Landkreis (tieften.

Sich. 27. Febr. Wegen Vornahme von ®<xfler(cltung4» und Äanalilationeacbe len In Lich wird die KretSstraße Sich-Stein­bach von Samstag, den 28 Februar, bis auf weiteres für den Durchzang-verkehr ae sperrt.

Mainzlar. 27. Zebr. Bei der Holz- Versteigerung im hiesigen Gemeindewald wurden solgende Durchschnittspreise gelöst: Fich­tenderbst a na en 24 bis 25 Ml.. Reisslängen 25 Mk. je Fstm, Sichcnnutzscheiter 15 Ml- je Am.

Allendors a. d. Lda., 27. Febr. Die Raisseisengcnossenschast unseres OneS veranstaltete gestern abend einen gut besuchten Lichi bildervortrag. Saatzuchlinspikwr Schädel von der Fachberatungsstelle der Deut­schen Raiffeisenbank sprach Über .Kunstdünger und ihre Anwendung-. Veranschaulicht wurden die Ausführungen durch einige Filme, die vom Referenten vvrgeführt und von den Zuhörern mit grobem Interesse ausgenommen wurden. Sine angeregte Aussprache beschloß den Wend.

Londorf, 27. Febr. Bei der heutigen Holzversteigerung des Forstamts Rabenau wurden solaende Preise erzielt: Duchenscheiter 1395 OHL. Sichenscheiter 12.50 Mk, Kiesernscheiter 14,50 Mk.. Fichlenscheiter 8,50 Ml.. Buchenknüppel 10^85 TRL Eichenknüppel 5.10 Mk, Fichtenknüppel l.ÄL 4,35 Mk. Fichtenknüppel 2 Kl 3,30 Ml., Duchenreisig 2.95 Mk.. Sichenreisig 1.45 Ml., Buchenstöcke 5.65 Mk.. Sichenstocke 3,30 Mk., Fichtenstöcke 90 Pf. je Rin.

Allert-Hausen, 27. Febr. Die gestrige Holzfubmiffion auf der hiesigen Bürger­meisterei hatte sollendes DurchlchnittS-Grgebnis: Fichtcnstämme 28.50 Mk.. Kiefernstä-nme 33 Mk., W ymouthskiefern 28 Mk., Grubenholz 18 bis 19 Mark je Fstm.

KrciS Alsfeld.

Lehnhetm, 27. Febr Der 6 u bmis - stons-Holzverkaus aus dem hiesigen Ge- meindcwald ergab folgende- Resultat: Kiefern­stämme 3. Kl. 32.55 Mk., 4. Kl 25,55 Mk.. 5. Kl. 22.75 Ml., Fichtenstämme 1. Kl. 37,50 Ml.. 2. Kl. 35.75 Mk., 3 Kl. 33,50 Mk.. 4 Kl. 30.55 Mk., 5a Kl. 27.05 Mk 5b Kl. 22 Mk., Kieferngruben- hvlz 18 Mk. je Fstm.

Kreis Friedberg.

4 Bad-Rauheim. 27. Febr. Lieber Gründung eines KurvereinS nach dem Muster Kissingen- fanden in den gröberen hie­sigen wirtschaftlichen Verbänden, wie in der Hotina lHotelindustrie) und der Bereinigung des Dad-Rauheimer Einzelhandels, bereits Vorbe­sprechungen statt. Der neue Verein würde nicht ein Neuaufbau des alten Kur -und Derschöne- rungsvereins bedeuten, der dem Bad einst un­schätzbare Dienste geleistet. Der neue Kurverein hätte sein Hauptbetatiaungsseid vielmehr in einer grobzügig angelegten Reklame für unser Bad zu sehen. Aehnllch wie in Kissingen müisen alle Kurinteressenten vom Hotelier biS zum Haus­diener. vom ©roßfaufmann bis zum Strasten- händler. eben alle Berufs- und Wirtschastsllassen. die direkt oder indirekt an dem Kurbetrieb in­teressiert sind, zu einer Kurintereifenab- gäbe zwangsweise herangczogen werden. Unter Anlehnung an Kissingen waren die zur Abgabe Derpslichreien in 12 Klassen einzuteiien. die Jahresbeiträge würden sich zwischen 5 und 1000 Mart bewegen. Rur aus diesem Wege können nach Ansicht der am Kurverein interessierten Kreise die für eine zeitgemäße Propaganda nö­tigen Mitte» beschafft werden, die auf alle In­teressenten gerecht verteilt wären. Wie ver­lautet, ist demnächst eine Versammlung aller wirl- sch.iftlichen Verbände geplant, die endgültige Be- schlüsse lassen soll. Der mit der Einrichtung deS Kissinger KurvereinS vertraute Bürgermeister von Kissingen ist dazu als Redner eingeladen.

Sf. Friedberg. 27. Febr. Die gestrige Stadtverordnetensitzung unter Vorsitz deS Bürgermeisters Dr. S e y d bot eine reich­haltige und wichtige Tagesordnung. Das seit­herige FeuergeräiehauS im Stadtteil Fauerbach soll niedergelegt werden, an den freigewordenen Platz soll das Kriegerdenkmal kommen, das neue Gerätehaus in den Hof des alten Schulhauses. Der städtische Sport« AuSschuh soll, entsprechend der wachsenden Bedeutung des Sportes, erweitert werden. Es sollen alle Fraktionen in demselben vertreten sein, auberdem sollen die Sportvereine selbst durch drei Mitglieder Sch und Stimme haben. Der städtische Sportplatz auf der See- wtefe. der sich seither durch die anhaltende Rässe in einem sehr schlechten Zustand befindet, soll entwässert werden. waS nach einem Voranschläge ca. 2100 Mk. kosten soll. Zur Deschassung der Pläne sür die neu zu erbauende Schillerschule und daS Polytech­nikum sollen Preisausschreiben ei l s en wer­den. offen lür alle Architekten Deutschlands. Für die Schillerfchule sollen als erster Preis 2500, als 2. Preis 1500 Mk.. als 3. Preis 1000 Mk. ausgesetzt werden. daS Preiskomitee soll auS den Prof. Hofmann. Prof. Roth. Dau- rat Buxma nn. Darmstadt. Oberbaurat Haag, Stadtv. Koch und Morchel und Stad.bau- mcister Köhler, Friedberg bestehen! für daS Polytechnikum fo.l.m. entsprechend der Große deS ObjeltS. höhere Preise ausg s.tzi werden. Auch sollen bei letzterem AuSschreiben die an der An­stalt tätigen Fachdozen en besondere Berücksich­tigung finden. Eine Besichtigung der Töchter­schulen tn Darmstadt. Offenbach und WormS soll durch eine Kommission vorausgehen. Der ger- meister teilt noch mit. dah die Beschaffung des nötigen DaukapitalS ganz außerordentliche Schwierigkeiten mache, da ausländisches D-ld last nur an Industrielle gegeben würde und binnen fünf Jahren in Devisen zurückgezahlt _ werden müsse. Da die Fertigstellung der Pläne sich doch bis zum Sommer hinauSziehen würde, holst er. bis dahin von der kommunalen Landesbank kurzfristige Inlandkredite zu 11 bis 12* 3 Prozent

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für vderhessen)

zu bekommen. Die QSerfammlimg genehmigte einstimmig de Dorschll.gr über da- Preis­gericht und die Prelle und ermächtigte d^n Bau- ausschuh zur Erledigung der wetteren Vor­arbeiten. Der Punkt der Tagesordnung, der eine große Wzahl Handwerker als Zuhörer an- gelockt hatte .Antrag auf Aenderung deS städtifchen VergebunaSwesens" m he vvn der Tagesordnung abgeletzt werden, da der DauauSfchuh bei der Vorberatung nicht befchluh- fähig war und ein Mitgl ed deS HaufeS gegen die Beratung Einspruch erhoben hatte. Der Antrag der soz. Partei auf anderweitige Rege­lung der Gebührenordnung bei dem stäbt. Wohnungsamte wurde nach einer langen Debatte auf die nächste Sitzung verschoben, da der Vorsitzende deS WohnungZamteS. Beige­ordneter Dr. LeuchtgenS. durch Krankheit am Erscheinen verhindert war. Es wurde an der Hand von Einzeliallen besonders Beschwerde über die Hohe der vom Wohnungsamte angesetz- ten Gebühren erhoben. Der Bürgermeister teilte mit, dah in solchen Fallen der sogenannte Härte­paragraph in Kraft treten könne und in loyalster Weise gehandhabt werde. Der Bürgermeister entwickelte darauf noch in großen Zügen daS Dauprogramm der Stadt Friedberg. Danach soll bei der kommunalen Landesbank ein Kapital von 200 000 Mk. zu 12* .. Prozent aufgenommen und dieses sodann an Baulustige au 87 Prozent weitergegeben werden, ebenso soll der gemeinnützigen Gesellschtst .Eigener Herd" ein Kapital von 120 ^0 Mk tu 4 Proz. überlas en werd n Dies bereut n t rllch für das städtische Budget auf eine .ceihe von Jahren eine Belastung von etwa 12 000 Mk Die Ver­sammlung müsse sich darüber llar sein, dah die Aufbringung dieser Dumme nur durch Bewilli­gung oder Erhöhung der S'euern möglich sei. Rach längerer Debatte wurde der Vorschlag e i n- stimmig genehmigt. Don einem demnächst erscheinenden .Führer durch Friedberg" will die Stadt 2000 Exemplare ä 25 Pf. über­nehmen und dieselben zu Rellamezwccken und zur Abgabe an Schüler verwenden.

Sf. Friedberg. 27. Febr. Ms ein will­kommener Gast erschien gestern hier d e LandeS- wanderbühne und erzielte durch die Auf­führung des Märchenspieles von Strinbbcrg ..Schwanenweiß" in jeder Beziehung e'nrn vollen Erfolg. Erfreulich war der starke Besuch: der geräumige Saal in .Groh-Fri^>berg" war voll­ständig beseht. Heute feierte unter allgemeiner Teilnahme der Bevölkerung Bäckermeister G. W indisch und seine Ehefrau, geb. Jung, daS Fest der Goldenen Ho chzei t. Der Jubilar, der mit seiner Gattin aus Rheinhessen hierher verzogen ist. betrieb lange Jahre mit großem Erfolge seine Bäckerei, die er dann bei zunehmen­dem Mter einem seiner Sohne übergebeti hat. Er war ein tapferer Mitkämpfer des ruhmreichen Feldzuges von 1870/71 und gehörte zu der Kom­pagnie. die unter Führung von Major Kattrein das Schloß Ehambord erstürmte. Einer seiner Söhne ist Ministerialrat in Darmstadt, ein anderer ein in weiten Kreisen belohnter Kunstmaler in Frankfurt.

Kreis Schotten.

Schotten, 27. Febr. Die Vorbe- reitungsarbeiten für die diesjährigen Bürgermei st erwählen sollen so frühzei­tig beginnen, daß die Wahlen tn u n f e r m Kreise schon am 5. ober 12. Juli stattfinden können. Mit diesem frühen Wahltermin w ll man erreichen, dah selbst b?i notwendig werden­den Stichwahlen die Amtszeit der seitherigen Bürgermeister nicht verlängert werden braucht. Die fälligen Beigeordneten- und Gemeinderats­wahlen fordern gleichfalls einen frühen Wahl­termin.

-t- RadingShain, 27. Februar. In der vergangenen Woche schied unser langjähriger Lehrer Braun von hier, um eine Schulstelle inRüsselsheima.M. zu übernehmen Wäh­rend seiner hiesigen Wirksamkeit verstand er eS. sich daS Bert rauen der ganzen Gemeinde in hohem Maße zu erwerben. Seinen Schülern war er ein zielbew'ißter. gerechter, die Kindes- feele verstehender Lehrer. b?m Gesangverein alS Dorsitzenber ein weitblickender Führer und Förderer. Dein Wirken in der hiesigen Gemeinde wird unvergessen bleiben l

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 27. Febr. Rach der letzten Statistik befanben sich am 1. Januar 1925 in Darmstadt 25 223 Haushaltungen und 24 027 Wohnungen. E s fehlen 1 2 0 0 Wohnun­gen. die nur durch Reubau beschafft werden tonnen. Die Stadtverwa'tung schlägt deshalb vor, im Jahre 1925 den Bau von etwa 320 Wohnungen vorzufehen. Sie will selbst Miet­wohnungen errichten, daneben aber den privaten Wohnungsbau durch Darlehen finanzieren helfen. Die Beträge sollen durch eine Mietzinssteuer in Höhe von 20 Prozent der Friedensmiete aufgebracht werden. Darmstadt würde dadurch etwa 2,5 biS 3 Millionen Mark erhalten. Ein­schließlich der Wittel zur Erhaltung der alten Gebäude stellt sich der Gesamtbedarf für das Wohnungswesen im Bauprogramm des Jahres 1925 auf 5 200 000 Mack.

= != Offenbach, 26. Febr. Wie in allen größeren Städten, ist auch die hiesige evan­gelische Kirchengemeinde in einige selb­ständige Kirchengemeinden zerlegt, an deren Spitze eigene Kirchenvorstände stehen. Die ge­rne infamen Angelegenheiten erledigt ein Gesamt­kirchenvorstand. Allmählich haben dessen Geschäfte hier einen solchen Umfang angenommen, daß sich die Einrichtung einer besonderen Geschäfts­stelle erforderlich machte. Diele ist jetzt ins Leben getreten. Ihre Leitung hat Bürgermeister a. D. Mosbach übernommen.

Kreis Wetzlar.

xx Weylar, 27. Febr. Wie ein langer Wurm zieht sich eben ein 75 Zentimeter tiefer Graben von bet Rähe des städtischen Gaswerkes den Riedergirmeser Weg entlang durch R i e dergirmes bis in die Rähe der Gastwirtschaft

Reinhardt. Eine Telephon-Kabellei­tung wirb hier gelegt Die Erbarbeilen Verden meist durch Arbeitslose auSgeführt, die hierdurch angemessenen Verdienst erhalten.

XX Raunheim. 27. Febr. 2Lud) hier hat man sich entschlossen, sobald wie möglich an den Dau einer Dasserl eitung heranzutreten. Wenn auch einige Leute mit ihrem Drunnen- wasser sehr zufrieden sind, andererseits auch hier Brunnen vorhanden sind besonder- an tiefer gelegenen Stellen deS OrteS, die für Trink- -wecke ungeeignetes Wasser liefern, so sieht man in der Reuanlage einer Wasserleitung einen be­deutenden Fortschritt. Gute Quellen sind in nächster Rähe des Dorfes, besonder- im .Kochs­grund". vorhanden, so daß daS Dorf mit einer reichlichen Menge Wasser versorgt werden kann. Daß bei einem Brande das Wasser, welches mit Kübeln und Eimern herzugcbracht wird, nicht mehr auSreicht. ist allgemein bekannt. Sine Was­serleitung liegt im Interesse eineS jeden Be­wohner-. Welch großer Schaben bei Feuers­gefahr besonders im heißen Sommer durch Blitzschlag entstehen kann hat man leider gar oft erfahren. Gin starker Wasserstrahl au- einem Hydranten bringt meist in kurzer Zett den Brand zum Stillstehen und großer Schaden wird in den meisten Fällen dadurch verhütet. Die Hausfrauen wissen bei dem fast stündlichen Gebrauch des Wassers eine Wasserleitung bis zur Rähe de- Kochtopses besonders zu schätzen. Auch eine R e u- vermessung des Gemeindelandes soll hier bald stattfinden.

Hcgcn-Nanau.

^Königsberg <Kr. Biedenkopf). 27. Febr. Die gestern im Gerlachschen Saale zu Bieber abgehaltene Holzversteigerung der Fürst­lichen Oberförfterei Hohensolms brachte außer­ordentlich hohe Preise. Die Steigerer waren hauptsächlich aus den Arten Heuchelheim und Rodheim vertreten. Es kosteten wer 2 Meter Duchenscheiter 35 bis 38 Mk.. Buchenknüppel 28 bis 30 Mk.. 100 Buchenwelle i 32 bis 33 Mk. Annehmbare Preise gab es bei der Holzoer­steigerung im Hohenfolmfer Gemeindewald: dort kosteten zwei Meter Buchenscheiter 16 Mk. Die Versteigerung wurde später aufgehoben, weil kein Gebot mehr erfolgte. Wie man hort, wird die Versteigerung nicht genehmigt. Das Holz soll noch einmal versteigert werden.

bl Herborn, 26. Febr. Die von der Landwirtschaftskammer zu Wiesbaden ins Leben gerufene Haushaltungsschule wird derzeit von 25 Teilnehmerinnen besucht. Die Land­wirtschaftsschule hat ebenfalls in diesem Wintersemester 34 Schüler zu unterrichten. Die Landwirte des Dillkreises bringen dm Anstalten weitestgehendes Interesse entgegen, und so steht zu erwarten, daß sich beide Einrichtungen für Die Dauer erhalten lassen. In der Gemeinde Medenbach hat man in der letzten Zeit eine ganze Anzahl von Basalt st einbrüchen entdeckt, die man teils verpachtet, teils käuflich abgetanen hat. Es besteht begründete Aussicht, daß mit Beginn des Frühjahrs einer großen Anzahl Arbeitern Gelegenheit zur lohnenden und dauernden Beschäftigung gegeben wird.

bL Dtklenbu rg, 26. Febr. Rach den neuesten Feststellungen beträgt die Erwerbs­los e n 5 t f f e r einschl. Zuschlagsempfänger des D l l l k r e i s e S 600. Dis vor kurzem konnte man noch 800 fest stellen. Die Herabminderung mag in einer besseren Tätigkeit Der Fabriken zu suchen sein, während die Bergwerks nöuftric vor wie nach noch wirtschaftlich tief steht.

fpd. Frankfurt a. M, 27. Febr. Die j ü » dische Gemeinde Frankfurt a. M ver­anstaltet im Monat Avril eine Ausstellung, die die Entwicklung der Gemeinde von ihrer Ent­stehung bis in die Mitte des neunzehnten Jahr­hunderts zeigen soll. Die Schau dürfte bei der außerordentlichen Reichhaltigkeit des in Frank­furter Sammlungen und Privatbefitz vorhandenen Materials an Altertümern jeder Art einzig in ihrer Art werden. Sie wird in den Räumen deS Kunstvereins veranstaltet. Die Sittenpolizei deckte einen für das DahnhofSvlertel genau or­ganisierten Dirnen- und Zuhälter­betrieb auf. an dessen Spitze alsDirektor" ein unter dem RamenBubi" bekannter Metzger stand. Zu dem Betrieb gehörten zehn Dirnen und zahlreiche Zuhälter. Die letzteren hatten die verschiedenen Bezirke in der Stadt zu über­wachen und besonders auf die nahende Sitten­polizei zu achten. Für die Dirnen waren be­stimmte Stundenpläne festgesetzt, nach denen sie .arbeiten, elfen oder ruhen mußten. Die Mäd­chen mußten ihren gesamten Verdienst dem Di­rektor abliefern, nur einige Pfennige verblieben für sie. In einem bestimmten Lokal der Altstadt hielt der Direktor dann für seine zahlreichenAn­gestellten" an jedem Morgen Zahlstunde ab. Bei einer solchen Zahlstunde wurde er heute früh überrascht und festgenommen.

Spiclplan dcr frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 1. März, nachm. 5 Uhr: Die Meistersinger von Rürnberg. Mon­tag. 2.» abends 71/2 Uhr: Die Dohöme. Diens­tag. 3., abends 6V2 Uhr: Die Hugenotten. Mitt­woch. 4., abends 7 Uhr: Der süße Kavalier. Donnerstag. 5., abends 7 Uhr: Ienufa. Frei­tag, 6., abends 7 Uhr: Der Epangelimann. Sams­tag, 7., abends 7 Uhr: Piaue Dame. Sonntag. 8., abends 7 Uhr: Die Fledermaus.

Schauspielhaus: Sonntag, 1. März, nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Teil, abends abends 71/2 Uhr: Der Kreidekreis. Montag. 2., 7i 5 Uhr: Wenn wir Toten erwachen. Dienstag. 3.. abends 6 2 Uhr: Troilus und Cressida. Mittwoch, 4., abends 8 Uhr: Masken- wagen der Holtorttruppe: Die Komödie der Ir­rungen Donnerstag. 5., abends 7> 2 Uhr: Der Kreck^krcis Fr Ilog. 6, abends 8 Uhr: MaSken- wagen der Holtorttruppe: Der Widerspenstigen Zähmung. SamStag. 7., abend 71/2 Uhr: Wenn wir Toten erwachen. Sonntag. 8.. nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell abends 7», Uhr: Bummelstudenten

Samstag, 28 zeornar 1925

Gerichtsfaal.

Limburg. 25. Febr Heute fand gegen den Monteur Theodor Dender au- K r 0 s - d 0 r f die DerufungSVerhandlung vor der biefigen Großen Strafkammer statt. D war angellagt. ver­sucht zu haben, in der Rachl vom 20. auf 21 Sepl 1924 einer FrauenSPerlon unftitl d) Gewalt anzu- tun. Der Angeklagte behauptete, derart be* trunken gewesen zu sein, daß er von der Tat überhaupt nichts mehr wisse. DaS Schöffengerichi hatte ihn zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt, auf die Auslage der Verletzten hin. einer gewesen Elise H. au» Gießen. Trotzdem durch Zeugei vor dem Schöffengericht Wetzlar ein B.weis angetreten war. daß die H. eine unglaubwürdige Perlon fei, wurde der Beweis al» unerheblich abgelehnt. In der heutigen DerufungSverhand- lung wurde in einwandfreier Weife nackgewiesen, daß die Angaben der H. keinerlei Glauben ver­dienen. Die 6traHammer hob daher daS Urteil 1. Instana auf. sprach den Angeklagten frei und belastete die Staatskasse mit den Kosten deS Verfahrens.

2 Wetzlar, 26. Febr. 3n der heutigen Sitzung des EinzelrichterS standen folgende Fälle zur Verhandlung an:

Der Reifende D. auS A l t e n d 0 r f ist bc- schuldigt. fich des (Betrüge» und der Unterschla­gung schuldig gemacht au haben. Den Betrug erblickt die Anttagebehörde darin, daß der Anac- klaate als Reisender feiner Firma vorfpiegelte. Bestellungen gemacht zu haben, fich dafür Pro­vision zahlen ließ, wahrend er in Wirklichkeit gar keine Bestellungen getätigt hatte. Die Unter­schlagung wird in der Aneignung von 10 Krügen Klärmittel erblickt. Der Angeklagte bestreitet, vor- sätzlich gehandelt zu haben. Er wird antragsge­mäß zu insgesamt 60 Mark Geldstrafe verurteilt.

Dem Mechaniker D. auS Aßlar wird zur Last gelegt, einen Feldstecher im Werte von 110 Mark, sowie 13 geschlissene Linsen, einen Hohl­spiegel und einen Zpparat zu optischen Instru menten seinem Arbeitgeber entwendet au haben. Der Angeklagte gibt zu, einzelne Teile seiner Firma entwendet zu haben, auS denen er sich dann den Feldstecher zusammengesetzt habe. Den Diebstahl an den übrigen Sachen bestreitet er. Das Urteil lautet auf 1 00 Mark Geldstrafe an Stelle von 20 Tagen Gefängnis.

Der Kaufmannslehrling D. auS Garben« heim ist deS Widerstandes beschuldigt, welchen geleistet zu haben er bestreitet. Der Angeklagte ist mit 2 Kameraden eines Abends gegen 10 Uhr von einer Bierreise durch Wetzlar gegangen. Wie der Schupo-Beamte als Zeuge bebau, tc. hätten der Angeklagte und der eine Begleiter den Beamten angerempelt, gejohlt und gepfiffen. Der Angeklagte cnUog sich Dann der Feststellung seiner Personalien durch die Flucht, wurde aber von dem Beamten eingeholt, der ihn nun zur Wache bringen wollte. Aus dem Wege dorthin soll sich der Angellagte wiederholl zur Erde geworfen haben. DaS Gericht kann nickt jest- stellen, daß sich die Beamten In der rechttnaßi gen Ausübung ihres Amtes befunden haben und erkennt dem Anträge deS AmtsanwallS ent­sprechend auf Freisprechung.

Der Lohnbuchhalter D, jetzt In Halle a. d S., ist wegen Betruges angeklagt. Die Verhandlung ergibt, daß der Angellagte In einem Zeitraum von etwa 8/4 Jahren durch falsche Eintragungen in den Lohnbüchern sich nid) und nach etwa 5300 Mk. angeeignet hat. Der Angeklagte war hi'r bei der F.rma Leih im Loh 'bureau be­schäftigt und ist nach Aufdeckung der Veruntreuun­gen sofort entlassen worden. Der Anllagever- treter betont, daß der Angellagte. der ein Monatseinkommen von 240 Mk. hatte, nicht auS Rot zu der Tat getrieben worden ist, und bean­tragt w gen des groben DertrauensbruchS 1 Jahr Gefängnis. Das Gericht sieht die Sache etwaS milder an und erkennt auf 6 Monate Ge­fängnis. Rach Verbüßung vvn 2 Monaten wird bei guter Führung deS Angeklagten für den Rest der Strafe eine Bewährungsfrist von 3 Jahren bewilligt.

Wegen Mundraubs Hal fich die Ehefrau H. aus Wetzlar vor dem Richter zu verant­worten. Gegen die ihr bereits durch Strafbefehl zudiktierte Geldstrafe von 15 Mk. hat sie Ein­spruch erhoben. Die Anllage legt ihr zur Last, zu­sammen mit dem Invaliden O., der sich bei der Geldstrafe beruhigt hat. 2 Hühner der Zeugin Sch. zum alsbaldigen Verbrauch entwendet zu haben. Die Angeklagte bestreitet die Tat und will von der ganzen Sache nichts wissen. Sic wird mangels Beweises freigesprochen.

Wegen IagdvergeheTis ist der Arbeiter W au8 Raunbeim angettagt. Der Angellagte gibt zu sich strafbar gemacht zu haben. Die Anllag« behauptet, er habe am 9. Januar 1925 in der Gemarkung Raunheim zwei Halen geschossen. Rach Verurteilung zu einer Geldstrafe vor 50 Mark erklärt Der Angeklagte. Daß er sich bei dem Urteil beruhige. Beantragt war eine Geldstrafe von 100 Mark.

Die Händlerin K. auS Gießen war durch Strafbefehl' mit einer Geldstrafe von 10 Mk. belegt worden unter der Anschuldigung, in Volln­kirchen beim Gewerbebetrieb im Llmherz eßen den Arbeiter D. aus Gießen ohne Erlaubnis mit sich geführt zu haben. Das Gericht verwirst den Einspruch der Angellagten. da diele nickt er­schienen ist.

2 Wetzlar. 27. Febr. Unter dem Vorsitz des LandgerichtSrats Sammet aus Limburg trat heute das Schöffengericht in Weylar zu einer Sitzung zusammen. Die Anklage vertrat Ober­staatsanwalt Dr. Da cm ei st er aus Limburg.

Der Händler Otto D. aus K l a s e l d hatte sich unter der Anllage des fortgesetzten Be­trüge- im strafschärfenden Rückfalle, des Diebstahl- und der Unterschlagung zu verantworten. Der Angellagte ist trotz seiner Jugend er ist erst 22 Jahre alt wiederholt, wegen Betrüge-, schwerer Llrkunden'älschung ufw.