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hB. den 21. Oktober 1925.
tgiahriger. 2m 30. O> sv'arrrr i.2. AdamDüttet 180. Geburtstag. Lüttel cnb lande und ist am 30. Oktober i am Rhein geboren. Kr be- 'ium zu Tamstodt und (tu- is 1868 in Giehen?her- Mr Studienzeit gehörte er burgia an. hierauf ttxir er elikchrn Predigerseminars zu vrcrde am 21. Rvdrmber 18c- chr zu Mbeshem ordinier eklen zu Framersheim, Grof- ladt bekleidet -alte, kam er in arrer mch Minz. 3m Jahre ivisioMarrer zu Schleswig, ltkriege trat er in den Ruhe- ieg ries den Whriaen wieder Ansang tvar Mtek FestMgs- । Drsel. lvv ihm auch die evangelischen KriegsMgrncu nn ging er wieder nach Schier-
November 1919 sein sünszig- (äum fehlte. Am Palmsonntag chlobkirch- zu Gottrop smeo W «UM iI* iftaeit und auch noch in oa K -7-Mr Fordere^ aeweftn. Dom Jahre 185 uptvereinssesten l*"' LtWS* stiftete" die Gustaf ie Gedachtnislirch- iu
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densten Gebieten äußerten. Weiter wies er auf die Folgen des DaweSgutachtens hin. die er als unheilvoll bezeichnete. Schließlich kam der Redner auf Locarno zu sprechen. Er hob seine Bedenken gegen den Vertrag hervor unb gab seiner Genug, tuung darüber Ausdruck, daß seine Partei die Unterzeichnung dieses Vertrages abgelehnt hat. In Beantwortung der Frage, was nun werden solle, betonte der Redner u. a.. daß der Fort» bestand der europäischen Kultur von dem Fortbestehen und der Wohlfahrt des deutschen Volkes abbänge. Diese Laifache würden auch unsere Gegner nicht unbeachtet lassen. Der Vertrag von Ver- saiiles und das Dawrsgatachten mühten verschwinden. wir mühten wieder ein freies Volk werden, alle mühten am Wiederaufbau der Wirtschaft Mitarbeiten, jedoch sei dieser Wiederaufbau undenkbar ohne den Wiederaufbau der Macht. Dazu mitzuhelfen sei Hauptaufgabe der vaterländischen Verbände. Der zweite Redner. Graf Georg Friedrich zu Svlms-Laubach. hob hervor, die vaterländischen Verbände seien Träger der deutschen Freiheitsbewegung. Dieser Wille zur Freiheit werde und müsse sich durchsetzen. Es gelte, dem Geist der Väter zu folgen und den bisherigen Weg weiter zu gehen. Aushalten und vorwärts! Dann werde der heutige Tag von wirklichem Werte für die vaterländischen Verbände sein. Anschliehend nahm Oberst a. D. Kleinhans - Giehen die Preisverteilung vor. Es erhielten: Für Marschleistungen: 1. Ehrenpreise: Klasse 1 Mainzlar-Allen- dors. Klasse 2 Iungdo Wetzlar. Klasse 3 Groh- selda. 2. - Anerkennungspreise: Klasse 1 Wicking Braunfels. Klasse 2 Wicking Offenbach a. M., Klasse 3 Stahlhelm Lauter, Stahlhelm undIungdo Giehen. Annerod, Ruppertsburg und Lumda. Kleinkalibcr-Schiehen: Ehrendreise:
Klasse 1 Oberbreitenbach, Klasse 2 Iungschützen- bund Giehen, Klasse 3 Schiehverein Lich.
—.— Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband hielt am Donnerstagabend im Kaufmännischen DereinShaus eine öffentliche Versammlung ab. Zunächst sprach der Kreisgeschäftsführer R o t h a a r - Wiesbaden über das Thema „Unsere Forderungen an Staat und Wirtschaft". Der Redner erklärte u. a.: „Es ist unbedingt notwendig, daß die Reichsversicherung für Angestellte und die Krankenkassen derart ausgebaut werden, daß jeder Angestellte auch im Alter versorgt ist. Denn unter den heutigen Verhältnissen ist es unmöglich. dah der kaufmännische Angestellte für seinen Lebensabend Ersparnisse Aurücklegen kann. Eine Hauptschwierigkeit ist. daß die meisten Arbeitgeber den Tarifvertrag nicht mehr anerkennen, sondern nur noch nach Leistungen bezahlen wollen. Der Verband muh alles aufbieten, um die Gefahr, die dem Achtstundentag droht, zu beseitigen: ebenso verhält es sich mit den Angriffen gegen die Sonntagsruhe. Die Gewinnbeteiligung an dem Umsatz des Geschäftes ist anzustreben, denn nur dann hat der Angestellte und Arbeiter ein Interesse am Aufblühen des Llnternehmens. Staat und Wirtschaft sind verpflichtet, jÄ>en Angestellten und Arbeiter so zu bezahlen, dah er außer einer angemessenen Lebenshaltung in der Lage ist, sich I ein eigenes Heim zu gründen, in dem er sich nach anstrengender Arbeit wohlfühlen kann. Sehr I wichtig ist die Frage des Rachwuchses. Rur Personen mit Eignung und Interesse am Kaufmannsstand sollen sich ihm widmen. Lehrlinge sollen nicht zu den gewöhnlichen Arbeiten eines Haus-- burschen benutzt, sondern müssen intensiv in dem Kaufmannsberuf ausgebildet werden. Rach dreijähriger Lehrzeit ist von dem Lehrling eine Prüfung abzulegen. Alle jungen Leute sind zu warnen, sich dem kaufmännischen Beruf zu widmen, da die Aussichten sehr trübe fi nb.“— W arum warnenwir vordem Eintritt in die Bank lehre?" war das Thema, über das Kreisgeschäftsführer Schultz- Giehen sprach. Er sagte u. a.: „Seit der Stabilisierung der Mark ist der gröhte Teil der Bankangestellten ab- aebaut oder kurzerhand entlassen worden, und über den Häuptern vieler hängt auch heute noch das Damoklesschwert des Abbaus. Durch billige weibliche Angestellte und Lehrlinge suchen die Banken ihren Betrieb weiterzuführen. Da die Aussichten im Dankfach als sehr schlecht bezeichnet werden müssen, so sind alte Eltern zu warnen, ihre Kinder bei den Banken in die Lehre zu tun. Industrie und Wirtschaft werden nicht in der Laae sein,' die aus der Lehre entlassenen Bankangestellten unterzubringen." An die Vorträge schloß sich ein« rege Aussprache an. in der noch manche Frage, die die Röte und Wünsche der kaufmännischen Angestellten betrifft, zur Erörterung kam.
** ,Die fremdenfeindliche Bewegung in China unddieMission“. Heber dieses Thema sprach am Freitagabend in der Stadtkirche der MissionSdirektor Dipp er aus Basel vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft. In überaus fesselnden Ausführungen gab der Vortragende Einblicke in die dortigen Verhältnisse. Zunächst schilderte er mit groher Sachkenntnis die Chinesenunruhen seit dem Mai d. I. Sodann wies er hin auf die vielfachen Knebelungen des chinesischen Volkes durch die ausländischen Mächte in den früheren Iahrzehnten. schließlich erörterte er die Einflüsse Ruhlands auf China in der jüngsten Zeit. Hierzu sagte der Vortragende u. a.: „Der Bolschewismus hat es ganz besonders auf China abgesehen, denn ein Volk von über 400 Millionen bedeutet ein Viertel der ganzen Menschheit. Ströme von russischem Gold ergießen sich über China. Die Studentenklubs und Arbeiterorganisationen sind in Moskau an- 'eschlossen. Von dort aus arbeitet man klug, ent- schlossen und zielbewuht: hinter den demonstrierenden chinesischen Studenten stehen die Drahtlicher aus Moskau." Schweres Kopfzerbrechen 'erursachen die Ereignisse int fernen Osten den Diplomaten der Großmächte. Eine Strafexpedition tausgeschlossen und von vornherein zuntScheitrcn verurteilt. Ob eine Verständigung möglich ist? Aber auch gegen die Mission wendet sich die üemdrnfeindliche Bewegung mit scharfer Spitze. Seit 1922 ist vor allem unter den Studenten eine qegenchristliche Bewegung im Gange, die durch -i>ie letzten Vorgänge neue Rahrung empfangen. Bei den Demonstrationsumzügen wurde nicht nur ein Plakat mit dem Bilde eines Hindu und der Schrift getragen: „Dieser Mann hat kein Vaterland: die Engländer haben es ihm geraubt. Erhebt Luch und verteidigt euer Land gegen ein gleiches Schicksal!". sondern auch andere Plakate: eine mit einem Schwert durchbohrte Bibel oder ein mit Aexten zerhacktes Kreuz darstellend. Kein Wunder. wenn die Bewegung von Moskau aus ihre Rahrung erhält, denn der Bolschewismus sieht in Christus seinen Hauptgegner, dem er nicht gewachsen ist. Auch die chinesischen Christen kommen in sehr schwierige Lagen. In einem Flugblatt, I
das auf unserer Station Kahin verbreitet wurde, werden sie als Vaterlands Verräter gebranbmarft Dor allem wendet sich der Groll der Chinesen gegen englische und amerikanische Missionen. Diese haben denn auch bereits alle das Inland der Kantonprovinz verlassen, während unsere unsere deutschen Missionare bis jetzt noch bleiben konnten. Üleberaus lehrreich ist folgende Episode: Ein deutscher Missionar sieht auf einem Flußboot die schwarzweihrote Fahne: erfreut rudert er hin und hofft einen Landsmann begrüßen zu können: statt dessen findet er einen französischen Pater, der sich unter der deutschen Flagge am besten geborgen wußte. Die Chinesen wissen genau zu unterscheiden zwischen deutschen und anderen Missionaren. Ausdrücklich heißt es in einer Veröffentlichung: „Die deutschen Missionare haben uns nur Gutes erwiesen und sich nie mit Politik besaht." Don ungeheurer Bedeutung ist es, welcher Geist in China siegt, ob der Geist der europäischen Ausbeutungssucht oder auch der Bolschewismus, welche beide derselben Wurzel, dem krassen Egoismus, entsprossen, oder ob der Geist der selbstver leugnen den Liede Christi die Herrschaft erlangt. Dafür arbeitet die deutsche Mission. Darum ist es unsere heilige Pflicht, sie mit allen Kräften zu unterstützen." Pfarrer Mahr handelte im Sinne der groben Versammlung, als er dem Vortragenden in deren "21 amen Worte herzlichsten Dankes widmete.
—.— Werbevortrag des Deutschen Kanuverbandes. Am Samstagabend fand in dem Vortragssaal der Buchhandlung Keißner ein gut besuchter Werbevortrag des Deutschen Kanuverbandes- Oberrhein- und Mainkreis, statt. Für die Veranstaltung hatte man den bekannten KanufporLsmann Fritz Saurmann (Mainz) als Hauptredner gewonnen. Zu Beginn des Abends schilderte Kreispressewart Brand die trostlose Lage des hiesigen Kanuklubs, der nach dem Kriege gegründet wurde, aber zur Zeit wieder am Ausgangspunkt angelangt sei. so daß dieser Abend der Reugründung eines Gießener Kanuklubs den Boden bereiten helfen müsse. Redner streifte die Anschaffung des Bootes für den einzelnen und sagte, daß die finanziellen Schwierigkeiten keinen Hinderungsgrund bar- stellen würden. Wie der Skiläpser nicht aus die Berge steige, um Höchstleistungen zu erreichen, sondern das Wahre und Große, das Mächtige und Ewige der Ratur zu bewundern, so sei auch das Ziel sämtlicher kanusportlichen Wanderfahrten, die Schönheit der Ratur und das Verwachsensein des Menschen mit ihr erkennen zu lassen. Ganz besonders diene der Kanusport der körperlichen Ertüchtigung der beiden Geschlechter. Bei dem Betreiben des Kanusports werde nämlich der Unterkörper nur indirekt angestrengt, während der Oberkörper (Herz und Lunge) um so mehr direkt leisten mühten. Hierauf sprach Saurmann (Mainz). Er gab einen Vertikalschnitt durch die technisch-historische Bedeutung des Kanus. Ausgehend von der Erklärung der verschiedenen Begriffe und Typen, zeigte er mit Hilfe eines Lichtbildapparates die eigene bzw. gemeinschaftliche Herstellung eines Bootes, anschließend im Bild eine Wanderfahrt auf dem Altrhein. Herrliche Landschaftsbilder und interessante Aufnahmen aus dem echten Leben und Treiben der Kanuergemeinschaft zeigten den Anwesenden die Bedeutung und den hohen Wert des Kanusports. Die Versammlung dankte mit lebhaftem Beifall. Zum Schluß gab Kreispresse- toart Brand bekannt, daß in diesen Tagen eine Gründungsversammlung des Kanuklubs ftattfin- den soll.
Bornotizcn.
— Lageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7*'2 Uhr „Ein Spiel von Tod und Liebe" (Ende gegen 91 /2 Uhr). -- Deutsche Dau- und Siedlungsgemeinschaft: 8 Uhr „Postkeller" Mitgliederversammlung. — Astoria-Lichtspiele. „Treue um Treue".
• — Gesellschaft Liebig-Museum. Die Iahresfeier 1925 findet am 31. Oktober mit zwei öffentlichen Vorträgen statt. Räheres in der heutigen Anzeige.
Die Frankfurter Kochkunstausstellung.
Kochkunst, Hotel und Gastwirtsgewerbe, — das sind die drei Grundbegrüffe einer Ausstellung, die als erste ihrer Art in Deutschland nach dem Kriege unter starker persönlicher Beteiligung gastronomischer Kapazitäten deS In- und AuSlmrdes in der Festhalle und dem Hause der Moden in Franfurt a. M. abgehalten wird.
Die kulturelle und verkehrspolitische Bedeutung derartiger Ausstellungen steht heute weniger denn je auher Zweifel: man darf nicht an epikureische Schwelgerei denken, denen die Küchen- kunst hier dient, es sind ernste soziale Dinge, um die es sich dreht und die zur Genüge gewürdigt werden durch die Anwesenheit so ziemlich der sämtlichen Spitzen bet deutschen und ausländischen Hotel-, Gastwirt- und Küchenernäh-- rungsgewerblichen Organisationen und Autoritäten. Der Doyen der europäischen Küchenkunst, der greife Escofier ist von Montecarlo nach Frankfurt gekommen, in Extrazügen find die Strategen der Küche und Hotelleitungen aus der Schweiz gekommen, aus Skandinavien. Arne- rika, Frankreich, Belgien und anderen Ländern sind Ramen von Klang und Bedeutung in der Fachwelt in Frankfurt versammelt.
Die letzte Ausstellung fand 1911 statt, veranstaltet von dem Internationalen Verband der Köche, dem Gastwirteverein Frankfurt und dem Verein Frankfurter Hotels, die im Iahre 1915 eine neue Ausstellung folgen lassen wollten, die sich aber erst jetzt, nach 14 Iahren. verwirklicht. Die Frage, ob es in den hinter uns liegenden Iahren eine Fortentwicklung in der gastronomischen Kunst gegeben, wurde von den Veranstaltern bejaht, und so entstand ein Unternehmen, das in der Tat als ein zeitgeschichtliches Kulturdokument von allerdings rascher Vergänglichkeit bezeichnet werden kann. Die Beteiligung ist überraschend stark. In fünf Abteilungen gliedert sich unter Entfaltung eines ungemein geschmackvollen Dekoratronsaufwandes eine von 400 Objekten bestrittene Schau der gastronomischen Platten, dann kommen Rahrungs- ,und Genuhmittcl aller Art. das ganze Sr- nährungsgewerbe umfassend, Maschinen und Einrichtungen, darunter große technische Spezialbetriebe, Bäckereien, Küchen u. dgl. Es folgen Fachliteratur und Lehrmittel, und schließlich werden in zahlreichen Kiosken, Pavillons und Aufbauten Getränke aller Art geboten. Das ganze Arrangement macht einen ungewöhnlich großzügigen und modernen Eindruck, von besonderem Reiz sind die Demonstrationen der
großen Hotels und Gaststätten, die in teilweise kunstgewerblich hochwertigen Milieus, in Verbindung mit gepflegtester Raumkunst und alten Kunstwerken ihre Küchenkunst vorführen. Die Frankfurter Schulkinderspeisung befindet sich ebenfalls unter den Ausstellern, sehr interessant ist eine Schau über das Gebäck des Auslandes.
Während der Ausstellung finden Spezialkonkurrenzen und verschiedene deutsche und internationale Kongresse statt. L. W.
Zürnen, Sport und Spiel.
Eine Werbeveranstaltung der
Freien Turner Wiesecks.
£ Am Samstagabend fand im überfüllten Braunschcn Saale eine wohlgelungene Deranstal- tung der Freien Turnerschaft Wieseck statt. In flotter Folge wickelte sich das vorzüglich aufgebaute Programm ab, das wirklich keine Langeweile aufkommen ließ. Neben dem Geräteturnen wurden neuere Arten von Freiübungen, rhythmische und gymnastische Uebungen gezeigt, die sämtlich den lebhaftesten Beifall fanden. In der Natur der vache liegt es, daß die Volkstänze mit ihren neckischen Liedern, die von den Schülerinnen gezeigt wurden, besonders gut gefielen. In die Leistungen des Abends teilten sich alle Abteilungen des Vereins: Schüler und Schülerinnen, Turnerinnen, Jugendliche, Aktive und Altersriege. Der Gesangverein „S ä n g e r k r a n z" trug mit seinen Herr, lichen Licbervorträaen wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Das mit Orchesterbegleitung gesungene Lieder „Mer sitzen unterm Aeppelbaum" der Sänger und das von der „Spinnerin" der Sängerinnen mußten wiederholt werden. Besonders lebhaften Beifall fanden die wuchtigen gemischten Chöre von 120 Sängern. Eine markige Ansprache des Vorsitzenden Karl Schäfer erläuterte die Ziele des Arbeiterturnerbundes einerseits und den Zweck der Leibesübungen überhaupt. Den Beschluß bildete die Preisoerteilung von dem kürzlich stattgefundenen Ab turn en. An diesem hatten sich 65 Vereinsangehörige beteiligt. Bei den Aktiven und Jugendlichen wurden nur die erzielten Resultate verlesen, während den Schülern und den Schülerinnen nach wie vor die Freude gemacht wird, einen „Preis" mit nach Hause zu nehmen. Die ersten Sieger der letzteren beiden Abteilungen sind:
Schülerinnen: 1. Hilde Bremer 150 P., 2. Erna Seibert 123 P., 3. Lina Schäfer 121 P„ 4. Lina Bötz 115 P., 5. Ottilie Werner 102 P.,
Turnerinnen: 1. Klara Bremer 133 P., 2. Thekla Körber 125 P., 3. Anna Wagenbach 120$ P„ 4. (Emma Schäfer 119 P., 5. Emma Schnabel 1184 P.
Schüler, Oberstufe: 1. Ernst Schöffmann 172 P., 2. Hugo Kreiling 159 P., 3. Willi Seibert 151 P., 4. Karl Hofmann 138 P., Heinrich Schnabel 137* P.
Schüler, Unterstufe: 1. Otto Weller 1571 P., 2. Willi Benner 152 P., 3. Adolf Abel 147* P., 4. Karl Weller 131* P., 5. Adolf Volzel 128* P.
Der erste Sieger der Aktiven im volkstümlichen Sechskampf ist Otto Spuck mit 63 i P., im gleichen Wettkampf der Jugendlichen stehen an erster Stelle Ludwig Kreiling mit 103$ P. und Rudolf Oßwald mit 100 Punkten.
Allseitig begrüßt wurde die Aufforderung der Vereinsleitung, nach Beendigung des turnerischen Teils (es war trotz schnellster Folge 11 Uhr geworden), alle schulpflichtigen Kinder nach Hause zu bringen. Wird künftig immer so verfahren, sind diese Abende auch für unsere Kinder ein Gewinn.
Kirche und Schule.
I Watzenborn-Steinberg, 26. Ott. Gestern feierten unsere Kirchspielgemeinden ihr diesjähriges Erntedankfest. Sowohl hier wie auch in G a r b e n t e i ch waren die Gottesdienste sehr stark besucht. In der Muttergemeinde Watzenborn-Steinberg zogen die Konfirmanden, die am selben Sonntag in den Konfirmandenunterricht ausgenommen wurden, in feierlichem Zuge, jedes (Erntegaben tragend, zur Kirche. Nach feierlichem Orgelspiel legten sie mit passenden Schriftworten und Liedversen ihre Gaben am Altar nieder. Ergreifend erklang nach der Predigt über Luk. 12, 15—21 das von den Gemeinden unter Glockengeläute stehend gesungene „Nun danket alle Gott". Am Schlüsse des Gottesdienstes fand eine schlichte Feier zur (Eröffnung des Konfirmandenunterrichts statt. Die Zahl der zum Kon- finnanbenunterridjt Angemeldeten beträgt für Watzenborn-Steinberg 55, für Garbenteich 23.
Kleine Straffammer Gießen.
" Gießen, 23. Oktober. Der Ingenieur Viktor Gr. in Fri edberg hatte mehrere Schuhpolizeibeamte schwer beleidigt durch Ausdrücke. wie „rote Hunde". „Bluthunde" u. dgl., und war daher vom Amtsgericht zu 16 0 M k. Geldstrafe verurtellt worden. Er berief sich in der heutigen Hauptverhandlung darauf, daß er einen Sprachfehler habe und deshalb von den Polizeibeamten gar nicht habe verstanden werden können. Deren eidliche Bekundungen waren jedoch so bestimmt, dah an seiner Schuld nicht gezweifelt werden formte. Seine Berufung wurde daher verworfen.
Der Viehhändler Salomon St. von Büdingen war vom Amtsgericht zu 30 Mart Geldstrafe verurteilt toorben, weil er eine quarantänepflichtige Kuh zu einem gesunden Rind In den Stall gestellt hatte. Er stellte heute ganz neue Behauptungen auf, die eine Vertagung der Sache notwendig machten.
Eine umfangreiche Beweisaufnahme erfolgte in der Strafsache gegen den Agenten Adolf R., früher in Dad-Rauheim, jetzt in Rieder- Weisel wegen Betrugs und Preiswuchers. Er hatte seiner Zeit für eine Gießener Firma an zwei Rauheimer Geschäftsleute Comed Beef für 150 Billionen Mark pro Kiste verkauft, die im Einkauf etwa 50 bis 60 Billionen kostete. Dabei hatte et einen Bäckermeister in Bad-Rauheim veranlaßt, ihm außer der Zahlung der Ware noch einen Scheck und Wechsel über 600 und 1000 Billionen auf seinen Ramen auszustellen unter der Angabe, so hoch sei der Diskont für den ausgestellten Wechsel, er werde auch diesen Betrag an seine Gießener Firma abführen. In Wirklichkeit behielt er ihn für sich, der Diskont war bereits in den Kaufpreis der Ware eingerechnet. Das Gericht erster Instanz erblickte in biciem Verhalten Betrug und Preiswucher und verurteilte R. zu 5 Wochen Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe. Seine Berufung hatte insofern Erfolg, als die Tatbestandsmerkmale des
Betrugs von der Strafkammer nidjt fest gestellt werden konnten. Soweit Verurteilung wegen Preiswuchers erfolgt war, erfolgte Ttertpcrfung der Berufung, die Strafe erster Instanz wurde jedoch herabgesetzt. Endergebnis: 4 Wochen Ge- sä ngniS. 500 Mark Geldstrase.
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 22. Okt. Zwei Nachbarn R. und St. in A l l e n b o r f a. b. Lba. sind wegen eines zwischen ihren Hofreiten befinblidjen Winkels seit längerer Zeit streitig. Im Juli brang infolge eines heftigen Regens bas Wasser in bie beiberseitigen Keller. Damit bas Wasser besser ablaufen könne, verföchte der Enkel bes R., den Winkel etwas auf« zuraumen, ließ jeboch auf bas Dazwischentreten des St. baoon ab. Als bann ber alte R. bieselde Arbeit fortzusetzen suchte, kam es zwischen ihm und St., ber bies nicht zu lassen wollte, zu einem Wort' wechsel, in besten Verlauf St. ben R. durch Schimpfworte beleibigt unb schließlich auch burch Stoßen mit beiden Fäusten im Gesicht verletzt haben soll. St. erhob deshalb Privatklage gegen St., ber mit einer WiberNage antwortete. Nachbem bie beider seifigen Angehörigen vernommen worben waren, kam es unter ben Parteien zu einem Vergleich. Darnach wurden die zwischen ben Parteien unb ihren Angehörigen gefallenen Beleibigungen bei- berscits mit Bebauern zurückgenvmmen. St. verpflichtete sich, ben Winkel auf seine Kosten burch einen Mauermeister in Allenborf a. b. Lba. ordnungsmäßig zementieren zu lassen unb bie Kosten des Verfahrens einschließlich eines Teils des Sonderhonorars des Anwalts des R. zu zahlen, während ber andere Teil von R. selbst übernommen wurde.
Ein junger Bankbeamter hat seinen Hausherrn wegen Beleidigung uyd Hausfriedensbruchs verklagt. Dieser soll sich trotz wiederholter Aufforderungen nicht aus der Küche des Mieters entfernt und besten Ehefrau mit den Fäusten auf Kopf und Nase geschlagen haben. Nur infolge des Dazwischentretens dritter Personen sei er verhindert worden, die Frau auch noch mit einem Strick zu schlagen. Die Beweisaufnahme gestaltete sich infolge der Vernehmung unbeteiligter Zeugen sehr zugunsten des Hausherrn, so daß es der Bankbeamte schließlich vorzog, seine P r i v a t f l a g c zurückzunehmen. Die Folge hiervon ist, daß er auch die Kosten des Verfahrens zu tragen hat. Er ist inzwischen in eine andere Wohnung umgezogen.
Amtsgericht Wetzlar.
ß Wetzlar, 24. Oft. Der Händler Christian M. aus Wetzlar unb die Händlerin Anna T. aus Gießen hatten sich wegen ilcbei - tretung des Wandergrwrrbesteuergesetzes zu verantworten. Ersterer hatte ben Handel mit Ferlcln im älmherziehen ausgeübt, ohne den erforderlichen Wandergetoerbeschein zu besitzen, während letztere die Auftraggeberin des M. war. Dieser- halb waren beide Angeklagte durch gerichtlichen Strafbefehl mit je 80 Mark bestraft worden. Hiergegen erhoben sie Einspruch. Während M. bestreitet, gehandelt zu haben, behauptet die T., der Meinung gewesen zu fein., M. besitze einen Wandergewerbeschein. Die Schweine hätten ihr gehört, doch hätte M. für sich verkauft. Das Gericht erkannte auf die ursprünglich festgesetzten Geldstrafen, hilfsweise 16 Tage Haft unter solidarischer Mithaftung beider Angeklagten für Geldstrafe, Kosten und entzogene Steuer. — Die Ehefrau Heinrich R. von Riederkleen, die wegen Milchverfälfchung unter Anklage war. wurde freigesprochen. — Wegen Betrugs hatte der Landwirt Wilhelm F. aus Rieder- L e m p durch Strafbefehl des Amtsgerichts Wetzlar 100 Mark Geldstrafe zudiktiert erhalten, wogegen er Einspruch erhob. Wie die Verhandlung ergab, war der Angeklagte im Iuni als Zeuge in einem Hauptverhandlungstermin vor dem Iu- gendgericht Wetzlar vernommen worden. Gelegentlich der Anweisung der Zeugengebühren machte er dem anweisenden Beamten unwahre Angaben, so daß er mehr erhielt, als ihm eigentlich zustand. Er gab damals an, er fei Landwirt, und verlangte für Zeitverfäumnis 8 Mark, worauf ihm auch der Höchstbetrag mit 7,50 Mark zugebilligt wurde, was nicht geschehei, wäre, wenn er sich als im Betriebe seines Vaters tätig bezeichnet hätte. Auch heute behauptete ber Angeklagte, damals einen Verlust von 8 Mark gehabt zu haben. Das Gericht sah den Angeklagten, der schon wegen ähnlicher Delikte vorbestraft ist, als des Betrugs überführt an und erkannte auf 100 Mark Geldstrafe, hilfs- weise 20 Tage Gefängnis, und Auferlegung der Kosten.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsc!::tachtcn sind ohne Verbindlichkeit der Redaktion.)
K. D. Es kommt darauf an, ob Sie dem Agenten gegenüber eine schriftliche Erklärung abgegeben haben (Unterschrift genügt). Ist daS nicht ber Fall unb behaupten Sie, vom Agenten arglistig hinsichtlich ber Prämienhöhe getäuscht toorben zu sein, so kann, sofern sie das beweisen könnensder Agent wird seitens der Gesellschaft benannt werden und voraussichtlich für Sie ungünstig aussa gen!), eine Klage für Sie nicht ungünstig ausgehen.


