$9
Q 6
L
■JT>
A L p 2- 5
8
ft
O
O 3 'j ft ti ft » S l
2 V <9
68 b Kf a'
-2 = o?:
s §s ®G y
O-lD: k-ff °tits
2 -- '-y-* o-LK 6^ 'S ry»
"^«0’3 _°22;
a P (0 •-" Öd
>V@ 2 rt.5> ;-W ^3?8 ■'ft* c?« *--p 5 -Pa • !i
*•6 ’
P -
G
to?£-2D£
pp ? 5 <7 p 2 p »typ oa£,-S*
©03^ •
o'd'5'p' P £
B'Ö'ft f- X ß 2 e 0»
U?IH
S/5 ö'§ßr<
"ites- ZÄtzLLk s-?pLZ
J3* o ovZ 5S" ^O- w 5 ep 6 rt ,
C/3 S(J
>"• ö O : n «»'s?
° = 3
3 S S;
'Vft 2.2, '"2.3 7 :‘
» w ri - ä ä & j o* ^prtp ä? ?• -.- L3 "Lu
iSsö^ü® JgS'g**" 9 2 2 3 ft o ‘•SsÄ*g UlN lgg?3r
"TÄ2v'
N8.Z- :a s®a
W^tzZ
>-«•< ihrvs
.L^L,Z »ftassh □ 01 ft
•*©3 2 ^Cr) '8-2 N° 5- ’r- -Tx 2. 2. »
t$o»J
es
3 6> .0
>Ä »rt
O
3S
go
S ft k-
• y. go»E&Re
)*■?*--3 a> <72 3
ts^ASv1* £®h t'S.Pc’ra 2 P-o- äp ft o « 2 •2,0'~° ^v-ft^S-KLZ'E ro.2. <* ft C P _
E* H3 ©©ft
3 :■?
•b tief =h -■»a
L> Ja- ft . B ft
o""
S 27- ft 335 vti *?JT# ÄP ?!ft„ 2 3 ft -» ür= '- r!8 ’"
= 3 .. t» ft " tz
eltkohlen-Krisis
Die *
Damit hat die Krise im
Dvrs 0 r
allen den
nicht wird, lischc
&aargebiet eine für das gesamte
an« letzten Fran- Durch Be-
eine fühlbare Erleichterung
nur bei denjenigen Nationen Hervorrufen die von dem Palt, an dem sich die eng» Regierung beteiligen wirb, unmittelbar
William Bryan-s-.
Neu York. 27. Juli. (WTD.) William Hennings Bryan, der frühere Staatssekretär und mehrmalige Präsii enlschastskandidat, ist in Day- ton (Tennestee) gestorben. Er wurde tot in seinem Bette ausgesunden, nachdem er sich nach einem kräftigen Abendessen mir der Erklärung zur Ruhe begegeben hatte, daß er sich wohl fühle.
England und der Sicherheitspakt.
Baldwin und Chamberlain über die deutsche Antwortnote
Die Räumung von Essen.
Essen, 26. 3uli. (WTB.) Die Räumung der Stadt Essen durch die Franzosen, die schon vor einiger Zeit begonnen hat, ist in vollem Gange. Das Iustizgebäude ist bereits frei- gegeben worden. Das Polizeipräsidium ist von den deutschen Behörden bereits abgenommen worden, wenngleich sich noch Franzosen im Gebäude befinden. Das Gebäude des Bergbaulichen
Rumänien verbietet deuts en Ferienkindern die Einreise.
Wien, 27. 3uIL (TU.) Dor kurzer Zeit wurde ein Sonderzug, der 300 deutsche Ferienkinder auf Ferien in das Banat bringen sollte, an der rumänischen Grenze angehal - ten und zurückgeschickt. Wie jetzt bt*
schlutz der Delegiertenkonferenz straft, Solidarität zu üben.
Vereins ist bisher noch nicht geräumt worden. Gestern vormittag erfolgte der Abzug von drei Batterien mit je drei Geschützen deS französischen ArtillerieregimentS 25. Bereits um V*6 Uhr früh verlieh die erste Batterie daS Bredeneyer Truppenquartier, der um l/510 Uhr die zweite folgte.
Nachdem dann um 1 Uhr mittags die Trikolore eingezogen worden war, verlieh auch die letzte Batterie mit dem Rest der Mannschaften Bredeney. Die Truppen wurden auf dem Bahn- Hof Essen-Süd mit dem Marschziel Landau verladen. Um 3 Uhr nachmittags besichtigte eine Kommission von Stadtvertretern das freigewordene Gymnafium, dessen Innenausstattung größeren Schaden davongetragen hat. Mit allen Kräften wird in den nächsten Wochen an den Wiederausbau der Schule herangegangen werden, so dah voraussichtlich der Lehrbetrieb nach den Herbstferien wieder ausgenommen werden kann. Die Räume legen in ihrer derzeitigen Beschaffenheit ein beredtes Zeugnis der 2'/?iährigen Besetzung ab. Der Abzug der Artillerieabteilungen ging ohne jede Reibung mit der Bevölkerung vor sich. Dem Vernehm eit nach wird am Dienstag früh ein Bataillon Infanterie Essen verlassen.
fördern. Wo es so offenbar im Interesse der großen europäischen Nationen liegt, von der Vergangenheit loszukommen und sich einer besseren Zukunft zuzuwenden, bin ich der festen Zuversicht, daß die Regelung der Sicherheitsfrage und die Behebung dieses Gefühls der Furcht vor einer künftig drohenden Gefahr, die den Weltfrieden wiederum erschüttern könnte,
meinen Wohlfahrtsfürsorge
Familien werden bei einem Tagesverdienst von nicht viel mehr als 1 Mark nach Abzug der Steuern und sozialen Lasten schon längst Unterstützungen zugewiesen. Die Entsendung von Abordnungen nach Gens hat bei dem lOOlägigen Bergarbciterstrcik zu Beginn der Ruhrakcion 1923 keinen Erfolg gezeitigt.
Die Nichtbeautwortung re-fd,teurer dringender Petitionen ist ebenfalls in keiner Weise geeignet, die berechtigte Erbitterung der Bergarbeiter 3um sozialen Frieden zu führen. Das noch im Saargebiet statio ierte französische Militär hat eine größere Anzahl Panzerwagen demonstrativ ausfahren la f -n Auch die ,neutrale“ Regierungskommission stellt Lern französischen Dergsisius ihre eigene bewaffnete Macht zum Schutze der Gruben zur Verfügung, w^halb bereits am Samstag zahlreiche Belegschaften die Einfahrt verweigert fjaben. Die französischen Grubenverwaliungen haben bereits mitgeteilt, daß die erforderlichen Spezial-Kohlen- mengen nicht weiter geliefert werden können. Infolgedessen werden in der Hüttenindustrie zahl- reiche Betriebseinschränkungennvtiren- big,' so daß für Mitte der Woche auch größere Entlassungen von Hüttenarbeitern
Entwicklung angenommen, die .
Wirtschaftsleben von den schwersten Folgen sein muß. Es handelt sich um etwa 74 000 Bergarbeiter, die nunmehr vollständig der allgc-
bevor stehen.
Die englische Bergbaukrise.
London, 26. 3ult (WTD.) Premierminister B a l d w i n verbrachte heute fast den ganzen Tag mit den Vorbereitungen für seine morgige Besprechung mit dem Ausschuß deS Gewerk- schaftslongresses. Der Sekretär des Dergarbeiter- verbandes Cook erH i.ie in einer Unterredung, die er Pressevertretern gewährte, aus den Bemerkungen verschiedener Staatsmänner, darunter auch deS Premierministers, müsse man schließen, daß die Hoffnung für eine fried liche Regelung der Dergbaukrise nur «ehr gering fei Diese Staatsmänner hätten weiter nichts vorzuschlagen, als dah die Bergleute ein Kompromiß eingehen sollten. Die Bergleute würden aber bestimmt keine Vereinbarung an-
nehmen, die eine längere Arbeitszeit oder eine geringere Bezahlung als im Jahre 1914 vorfehe.
Die allgemeine Besorgnis wegen eines möglichen Generalstreiks der Bergleute spiegelt sich in den gestern gehaltenen Reden zahlreicher Kabinetts- Mitglieder und Politiker sowie in den Leitartikeln der Blätter wieder. Der „Dbfervcr" bezeichnet d 1 e kommende Woche als eine der kritischsten in der Geschichte der britischen Industrie.
Die Konferenz der Transportarbeiter und Eisenbayner befchloß, im Falle der Arbeitseinstellung in den Bergwerken Maßnahmen zu treffen, um die Beförderung von Kohlen zu verhindern. Der Vollzugsausschuß der Bauarbeiter faßte eine Entschließung, in der der Generalrat des Gewerkschaftskongresses aufgefordert wird, einem Aktionsrat zu ernennen, um die volle Unter ft üfoung der organisierten Arbeiterschaft für die Bergleute in der gegenwärtigen Krise zu sichern.
Kein Streik der französischen Bergarbeiter.
Paris, 27. Juli. (WTD. Funkspruch.) Der für heute angesehte Streik der französischen Bergarbeiter unterbleibt. Die Vertreter der Bezirksvereinigungen haben in diesem Sinne beschlossen, da durch Vermittelung des Ministers für öffentliche Arbeiten eine Kompromißlösung gefunden wurde, durch die die Frage der Lebensmittelteuerungszulage vom 15. September v. 2s. geregelt wurde. Nur die Bergarbeiter des Bezirkes Carmaux haben eine andere Stellung eingenommen und beschlossen, am heutigen Montag einen 24ftünöigen De- mon st rations streik zu veranstalten, um den Grubenbesitzern zu zeigen, dah sie mit der getroffenen Lösung nicht zufrieden sind.
inneren, hat man den Eindruck, daß man
auf einem toten Punkt angekommen
ist. Der Staatssekretär des Aueßern hat tn seinen Reden erklärt, daß wir den Sicherheitspakt nich< so aufsassen, als ob er uns neue Verpflichtungen auferlegt, die zu den Verpflichtungen hinzu- irctcn, die uns als Unterzeichnern der Völkerbundessatzung obliegen. Die vorgeschlagenen Vereinbarungen sind im Geiste der Völker- bundssahung abgefaßt worden und befinden fid- in ükbereinftimmung mit dem Bunde Ich begrüße es daher, daß in der deutschen Antwort diese beiden Probleme, die untrennbar mit dem Sicherheitspakt und Deutschlands Eintritt in den Völkerbund verbunden sind, in Verbindung gebracht werden. ES ist wahr, daß Deutschland noch immer mißtrauisch ist, wenn eS von einer Gefahr spricht, eine entwaffnete Nation inmitten bewaffneter Nachbarn zu fein. Abeer Deutschland hat das Recht, über diese Dinge gehört zu werden, wenn cs Mitglied des Völkerbundes ist, und kann dann den Großmächten gegenübertreten, damit diese ohne unnötige Verzögerung dazu übergehen,
die Frage dec Abrüstung, die einen Teil der Dölkerbundssatzung selbst bildet, zu erwägen. Wir haben noch einen langen Weg vor unS, bevor wir den Frieden Europas sichern können! aber wir machen Fortschritte. Wir erkennen an, wie dies auch die Franzosen tun, daß es Drei Etappen zum Frieden gibt: Sicherheit, Schiedsspruch und Llbrüstung. Wir entwerten setzt Maßnahmen für die Sicherheit, die auch bc; Einsetzung e ner So'.ieds.-.er'.chts- barkeit beiten werden. Wenn wir diese beiden Etappen erfolgreich zurück egen, werden wir schon viel getan haben, um die Inangriffnahme der größeren Frage der Verminderung und Einschrünlung der Rüstungen vorzubereiten, zu der die Mächte, die den Versailler Vertrag unter-,eichnet haben, verpfli.chtet find. Wir selbst haben einen beträchtlichen Anfang mit Der Verminderung unserer Rüst u n g e n zur See auf der Washingtoner Kon- ierenz gemacht. Wir haben unsere Rüstungen zu Lande unter das Dorkriegömah vermindert. Unsere Luft macht ist nur gering im Vergleich mit der mancher anderer Länder. Das Problem ist ungemein schwierig, wie jeder gemerkt hat. der sich Damit beschäftigt hat. Aber wenn wir die überwältigende Bürde deS Mißtrauens und der Angst, die auf den Ländern Europas lastet, beseitigen können, dann können wir die berechtigte Hoffnung hegen, das Ziel zu erreichen.
In einer Rede in Birningham erklärte der Staatssekretär des Auswärtigen,
Austen Chamberlain
u. a.: Ich arbeite für die Regierung am Zustandekommen eines wirklichen Friedens, welcher der Welt das Gefühl der Sicherheit und deS Bertrauens gibt. Denn nur auf dieser Grundlage kann sich für uns ein neuer Wohlstand aufbauen. Die deutsche Regierung hat auf die französische Role über den Sicherheitspakt geantwortet. Offen gestanden, bin ich etwas enttäuscht Darüber, daß die deutsche Ant- lvortnote so gehalten ist, daß meines Erachtens weitere schriftliche Meinungsäußerungen ganz unvermeidlich werden, anstatt daß der Augenblick gekommen wäre, wo die Vertreter Der beteiligten Länder sich zu einer oersönlichen Aussprache versammeln tonnten, um eine allseits befriedigende Vereinbarung zustandLzubringen. Ich erkenne jedoch an, daß die Note von dem Wunsche diktiert ist, die Dorschläge für einen gegenseitigen Sicherheitspakt, die von der deutschen Regierung selbst ausgingen, von der englischen Regierung begrüßt und von Den verbündeten Regierungen Frankreichs und Belgiens im Tone freundlichsten Entgegenkommens beantwortet wurden, weiter zu
London, 25. Juli. (WTB.) In einer Rede über die außenpolitische Lage, in einer Der- fammlung der Konservativen in Knowsloh, sagte
Premierminister Baldwin
u. a.: Das befriedigendste Merkmal der außenpolitischen Lage ist der offenbare Wunsch der Mehrheit des deutschen Volkes, daß die Verhandlungen, die auf einen dauernden Frieden in Europa hinzielen, fortgesetzt werden. Sic deutsche Antwort auf die französische Note ist eingetroffen. Wenn ich auch nicht imstande bin, ihren Inhalt ausführlich zu erörtern, so erkenne ich doch ihre versöhnliche Absicht an. Die Lage selbst enthält viele Schwierigkeiten, aber der wesentlichste Faktor ist wie immer der Wille, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Ich glaube, daß dieser Wille in Deutschland und bei den Alliierten besteht, ja, dah er heute stärker ist als zu irgendeiner Zeit seit dem Kriege, aber es ist notwendig, daß keine Zeit verloren wird und dah die Verhandlungen ohne Unterbrechung weitergehen. Stabilität in Europa ist nicht nur* für daS politische, sondern auch für das wirtschaftliche und industrielle Leben von Interesse. Wir und Franki'eich wünschen, daß Deutschland sobald wie möglich in Den Völkerlnmd eintritt. Wenn es einmal Mitglied deS Bundes auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung ist, werden alle vor uns liegenden Problemen eine neue
der Meinung, dah es in Anbetracht der Notlage der Saarbergarbeiter keinen anderen Ausweg gebe, als von dem letzten Gewerkfchastsmittel, dem Streik, Gebrauch zu machen. 3n der Abstimmung wurde einstimmig beschlossen, am 27. 3uli geschlossen auf allen Gruben in den Streit 3u tre- t c n. Die Organstationsleitung wurde mit der Führung des Streiks beauftragt. Die Delegierten be- | schlossen weiter, die Notstandsarbeiten 1 durchzuführen. Sie erklärten ferner, dah sie selbst für Ruhe und Ordnung sorgen und unverantwortliche (Elemente fernhalten würden.
Der Christliche Metallarbeiterverband hat folgende Anweisung an seine Mitglieder gerichtet: Nachdem die beiden großen Bergarbeiterorgani- fationen den Streik für den 27. Juli beschlossen haben, tritt für die im Christlichen Metallarbeiterver- band organisierten (BrubenmctaUarbeiter der Be- vom 25. Juli in
klarere Gestalt gewinnen. Don
Streitigkeiten, den internationalen wie
berührt werden, sondern eine fühlbare Erleichterung in der ganzen Welt. Und ich hoffe, daß dann auch andere Dölker in ihrer eigenen Sphäre angesichts der ihren Weltteil bedrohenden Gefahren sich veranlaßt sehen können, das Beispiel der westlichen Großmächte erfolgreich nachzuahmen.
Schon die Anregung zu diesem Meinungsaustausch, die bloße Tatsache, daß ein derartiger Dvrschlag von Deutschland ausging und von den Alliierten begrüßt wurde, hat ein merkliches N a ch l a s s e n der bis dahin vorhandenen Spannung bewirkt. Die Räumung des Ruhrgebiets und der der Sanktivns- st ä d t e ist im Gang oder steht bevor, und wenn Deutschland, wie ich hoffe, ehrlich und reibungslos die restlichen Forderungen der Alliierten in der Entwaffnungsfrage erfüllt, so werden die Alliierten ihrerseits veranlassen, daß Köln zusammen mit der ersten Zone des besetzten Gebietes von fremden Truppen befreit wird.
Es darf nicht angenommen werden, daß wir an den Beziehungen unserer Nachbarn zueinander und an ihrer Sicherheit oder an den Frieden in Europa kein Interesse hätten. Don mancher Seite hat man sich dagegen gewandt, daß wir die be st eßenden Grenzen zwischen Frankreich und Belgien einerseits und Deutschland andererseits in irgendeiner Form garantieren wollen. Aber es muß betont werden, Saß die Unversehrbarkeit dieser Grenzen die Grundlage unseres eigenen Schuhes bildet. Es stand in unserer Macht, durch Uebernahme einer Garantie für dieses Friedensabkommen Frankreich und Belgien ebenso wie Deutschland das Maß von Dertrauen zu vermitteln, daß diese Mächte in einem Der- tragStocrf, an dem wir nicht beteiligt sind, n i e finden könnten.
Das Pariser Echo.
Paris, 26. Juli. (WB.) Die gestrigen Reden Baldwins und Chamberlains finden in Paris Beachtung. Das ^Journal" schreibt, Baldwin habe in seiner Rede das Thema behandelt, man müsse Deutschland sofort in den Völkerbund aufnehmen. Der englische Premierminister habe allo vergessen, daß Deutschland noch nicht einmal die Absicht kundgegeben habe, die Bedingungen der Entwaffnung durchzusührcn. Durch oen Völkerbund welle Deutschland Sanktionen verhindern: durch dcn Völkerbund wolle Deutschland Oesterreich angliedern und durch Den Völkerbund wolle Deutschland die Verträge revidieren, ja sogar die rheinische Besetzung mildern. Um keinen Preis könne Frankreich zulassen, daß die Sicherheitsfrage nach Genf getragen werde, bevor alles mit London und Berlin zu Frankreichs Zufriedenheit geregelt sei.
Der „Gaul 0 is" nennt Die Rede Baldwins eine Rede, wie Mac dona Id viele gehalten habe, denn es scheine, daß Baldwin sich noch Illusionen über die pazifistische Offensive großen Stils, die Deutschland eingeleitet habe, hingebe.
Das „Journal des Debats" ist nicht nur mit Baldwins, sondern auch mit Chamberlains Rede unzufrieden. Durch Derartige Reden, so erklärt das Blatt, ermutige man Deutschland, sich widerspenstig zu zeigen, weil es daraus den Schluß ziehe, daß es England gegen Frankreich unterstütze. Die Erklärungen Eharnber- lains feien ebenso unklar wie die Baldwins.
(Eine Stelle der Rede Baldwins sei besonders beunruhigend. (Er habe fick auf das Manöver der deutschen Regierung eingelassen, die in ihrer Note schon jetzt die Frage der allgemeinen Abrüstung berührt habe. Dieses Problem könne erst in Angriff genommen werden, wenn gewisse Bedingungen ma- terieller und moralischer Art erfüllt seien. Wenn Baldwin habe sagen wollen, England werde Deutschland nach dieser Hinsicht unterstützen, dann werde Frankreich in die Möglichkeit verseht, die Frage der Bewaffnung zur See aus die Tagesordnung zu sehen, denn es gebe kein Dekret, das allein den maritimen Mächten das Recht zuerkenne, an ihre Verteidigung zu denken, und es klinge wie Ironie, bei dieser Gelegenheit von der Washingtoner Konferenz zu sprechen.
Wenn man eines Tages Deutschland eine Konzession machen wolle, Dann wäre es Doch viel besser, ihm ein KolonialmanDat anzubieten, was nach Ansicht Des Blattes feine Ungelegenheiten Hervorrufen könne. Was aber am meisten an Den Reden Der beiden Staatsmänner beunruhige, sei, daß sie offenbar jenes Abkommen aus dem Gedächtnis verloren hätten, das vor mehr als einem Monat zwischen Chamberlain und Briand erzielt worden sei. Sie schienen sich auch nicht Daran zu erinnern, daß Deutschland seine Vorschläge vom 9. Februar
William Iennings Bryan, einer Der namhaftesten Führer Der amerikanischen Demokraten, ist am 19. März 1860 in S lern (Illinois) geboren, widmete sich dem Rechtsstudium und ließ sich 1871 In Lincoln (Nebraska) als Advokat nieoer.
Cr entwickelte eine eifrige politische Tätigkeit, schloß sich der demokratischen Partei an und wurde 1890 ins Repräsentantenhaus gewählt. Seine Hinneigung zur Doppelwäbri^ng veranlaßte im Jahre 1896 Die silberfreundliche Mehrheit Der demokratischen Nationalliberalen zu Chicago, ihn zum Präsidentschaftskan.- D i D a t e n zu nominieren. Bryan unterlag aber Dem Republikaner Mac Kinley und hatte 1900 und 1908 als Präsidentschaftskandidat dasselbe Schicksal.
Nur einmal gelang es ihm, ein Amt zu bekommen, als er nämlich 1913 entschieden für Die Wahl Wilsons zum Präsidenten eingetreten war Er wurde nun dessen Staatssekretär des Aeußeren, erregte jedoch bald Aussehen und Unwillen dadurch, daß er als Staatssekretär in einem Variete auftrat und sein Verhalten damit erklärte, daß er zum Lebensunterhalt und zur Bestreitung fci.ier Ausgaben ein Jahreseinkommen von mindestens 20 000 Dollars haben müsse, als Staatssekretär aber nur 12000 Dollars beziehe. Während des Kriges, im Juni 1915, trat er von feinem Amt zurück und widmete sich seither Der Journalistik, kurz vor seinem Tode ging sein Name noch anläßlich des Affenprozesses Durch alle Blätter.
heimfallen, nachdem schon in den Wochen teilweise nur Drei Schichten bei 45 ken Wochenlohn verfahren worden sind. Verhandlungen haben die deutschen Hörden für die im Trierer, Birkenfelder unD Pfälzer Gebiet wohnenden Bergleute eine gewisse ~ ' g e getroffen. Einer großen Anzahl von
werden bei einem Tagesverdienst
Bergarbeiterstreik im Saargebiet.
Saarbrücken, 26. Juli. Der Gewerk- verein ChristlicherBergarbelter hat am Sonntag In einer Revierkonserenz nochmals zu dem Lohnangebot der Bergwerksdirektionen Stellung genommen. Die Konferenz war von 6 0 0 Delegierten besucht, und alle Ortsgruppen und Gruben waren vertreten. Alle Sprecher waren einmütig
gemacht habe, weil es gemerkt hätte, dah Frankreich und England int Begriff gewesen seien, sich über das Sicherheitsproblcm zu verständigen für Den Fall, daß die zwischen Paris und London getroffenen Abmachungen wieder in Frage gestellt würden. Es könne kein Sicherheitspakt abgeschlofsen werden, wenn Frankreich und England nicht solidarisch blieben.
Hr. l<3 (Elftes Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags.
Beilagen: GießenerFamilienb lütter
Heimat im Bild. Monats-Bezugspreis:
2 Goldmark u 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anfchlüsse: 5<f)riftleitung 112, Ber- lagundGeschäftsftelleSl. Anschrift für Drahtnach- richtemAnzeiqerSleßen.
Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686.
Montag, 27. Zllli 1925
Blatt
175. Jahrgang
ietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
Druck und Verlag: vrühl'fche Unioerfi1ü1§-Vuch- und Sleindruckerei R. Lange in Liehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher ohne jebeBetbtnblid)kciL
Preis für 1 rym höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 (Folbpfcnnig; für Ne- Klame-Anzcigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/, Aufschlag. - Bcrantworilich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Test: Ernst Blumschein; für den An zeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.


