Ausgabe 
27.7.1925
 
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William Bryan-s-.

Neu York. 27. Juli. (WTD.) William Hennings Bryan, der frühere Staatssekretär und mehrmalige Präsii enlschastskandidat, ist in Day- ton (Tennestee) gestorben. Er wurde tot in seinem Bette ausgesunden, nachdem er sich nach einem kräftigen Abendessen mir der Erklärung zur Ruhe begegeben hatte, daß er sich wohl fühle.

England und der Sicherheitspakt.

Baldwin und Chamberlain über die deutsche Antwortnote

Die Räumung von Essen.

Essen, 26. 3uli. (WTB.) Die Räumung der Stadt Essen durch die Franzosen, die schon vor einiger Zeit begonnen hat, ist in vollem Gange. Das Iustizgebäude ist bereits frei- gegeben worden. Das Polizeipräsidium ist von den deutschen Behörden bereits abgenommen worden, wenngleich sich noch Franzosen im Ge­bäude befinden. Das Gebäude des Bergbaulichen

Rumänien verbietet deuts en Ferienkindern die Einreise.

Wien, 27. 3uIL (TU.) Dor kurzer Zeit wurde ein Sonderzug, der 300 deutsche Ferien­kinder auf Ferien in das Banat bringen sollte, an der rumänischen Grenze angehal - ten und zurückgeschickt. Wie jetzt bt*

schlutz der Delegiertenkonferenz straft, Solidarität zu üben.

Vereins ist bisher noch nicht geräumt worden. Gestern vormittag erfolgte der Abzug von drei Batterien mit je drei Geschützen deS französischen ArtillerieregimentS 25. Bereits um V*6 Uhr früh verlieh die erste Batterie daS Bredeneyer Truppenquartier, der um l/510 Uhr die zweite folgte.

Nachdem dann um 1 Uhr mittags die Tri­kolore eingezogen worden war, verlieh auch die letzte Batterie mit dem Rest der Mannschaften Bredeney. Die Truppen wurden auf dem Bahn- Hof Essen-Süd mit dem Marschziel Landau verladen. Um 3 Uhr nachmittags besichtigte eine Kommission von Stadtvertretern das frei­gewordene Gymnafium, dessen Innenaus­stattung größeren Schaden davonge­tragen hat. Mit allen Kräften wird in den nächsten Wochen an den Wiederausbau der Schule herangegangen werden, so dah vor­aussichtlich der Lehrbetrieb nach den Herbst­ferien wieder ausgenommen werden kann. Die Räume legen in ihrer derzeitigen Beschaffenheit ein beredtes Zeugnis der 2'/?iährigen Besetzung ab. Der Abzug der Artillerieabteilungen ging ohne jede Reibung mit der Bevölkerung vor sich. Dem Vernehm eit nach wird am Dienstag früh ein Bataillon Infanterie Essen verlassen.

fördern. Wo es so offenbar im Interesse der großen europäischen Nationen liegt, von der Vergangenheit loszukommen und sich einer besseren Zukunft zuzuwenden, bin ich der festen Zuversicht, daß die Regelung der Sicher­heitsfrage und die Behebung dieses Gefühls der Furcht vor einer künftig drohenden Gefahr, die den Weltfrieden wiederum erschüttern könnte,

meinen Wohlfahrtsfürsorge

Familien werden bei einem Tagesverdienst von nicht viel mehr als 1 Mark nach Abzug der Steuern und sozialen Lasten schon längst Unterstützungen zugewiesen. Die Entsen­dung von Abordnungen nach Gens hat bei dem lOOlägigen Bergarbciterstrcik zu Beginn der Ruhrakcion 1923 keinen Erfolg gezeitigt.

Die Nichtbeautwortung re-fd,teurer dringen­der Petitionen ist ebenfalls in keiner Weise ge­eignet, die berechtigte Erbitterung der Bergarbei­ter 3um sozialen Frieden zu führen. Das noch im Saargebiet statio ierte französische Mili­tär hat eine größere Anzahl Panzerwagen de­monstrativ ausfahren la f -n Auch die ,neutrale Regierungskommission stellt Lern fran­zösischen Dergsisius ihre eigene bewaffnete Macht zum Schutze der Gruben zur Verfügung, w^halb bereits am Samstag zahlreiche Belegschaften die Einfahrt verweigert fjaben. Die franzö­sischen Grubenverwaliungen haben bereits mit­geteilt, daß die erforderlichen Spezial-Kohlen- mengen nicht weiter geliefert werden können. In­folgedessen werden in der Hüttenindustrie zahl- reiche Betriebseinschränkungennvtiren- big,' so daß für Mitte der Woche auch größere Entlassungen von Hüttenarbeitern

Entwicklung angenommen, die .

Wirtschaftsleben von den schwersten Folgen sein muß. Es handelt sich um etwa 74 000 Berg­arbeiter, die nunmehr vollständig der allgc-

bevor stehen.

Die englische Bergbaukrise.

London, 26. 3ult (WTD.) Premiermini­ster B a l d w i n verbrachte heute fast den ganzen Tag mit den Vorbereitungen für seine morgige Besprechung mit dem Ausschuß deS Gewerk- schaftslongresses. Der Sekretär des Dergarbeiter- verbandes Cook erH i.ie in einer Unterredung, die er Pressevertretern gewährte, aus den Be­merkungen verschiedener Staatsmänner, darunter auch deS Premierministers, müsse man schließen, daß die Hoffnung für eine fried liche Regelung der Dergbaukrise nur «ehr gering fei Diese Staatsmänner hätten weiter nichts vorzuschlagen, als dah die Bergleute ein Kompromiß eingehen sollten. Die Bergleute würden aber bestimmt keine Vereinbarung an-

nehmen, die eine längere Arbeitszeit oder eine geringere Bezahlung als im Jahre 1914 vorfehe.

Die allgemeine Besorgnis wegen eines mög­lichen Generalstreiks der Bergleute spiegelt sich in den gestern gehaltenen Reden zahlreicher Kabinetts- Mitglieder und Politiker sowie in den Leitartikeln der Blätter wieder. DerDbfervcr" bezeichnet d 1 e kommende Woche als eine der kritisch­sten in der Geschichte der britischen Industrie.

Die Konferenz der Transportarbeiter und Eisenbayner befchloß, im Falle der Arbeitsein­stellung in den Bergwerken Maßnahmen zu treffen, um die Beförderung von Kohlen zu ver­hindern. Der Vollzugsausschuß der Bauar­beiter faßte eine Entschließung, in der der Ge­neralrat des Gewerkschaftskongresses aufgefordert wird, einem Aktionsrat zu ernennen, um die volle Unter ft üfoung der organisierten Arbeiterschaft für die Bergleute in der gegenwärtigen Krise zu sichern.

Kein Streik der französischen Bergarbeiter.

Paris, 27. Juli. (WTD. Funkspruch.) Der für heute angesehte Streik der französischen Berg­arbeiter unterbleibt. Die Vertreter der Be­zirksvereinigungen haben in diesem Sinne be­schlossen, da durch Vermittelung des Ministers für öffentliche Arbeiten eine Kompromiß­lösung gefunden wurde, durch die die Frage der Lebensmittelteuerungszulage vom 15. Sep­tember v. 2s. geregelt wurde. Nur die Berg­arbeiter des Bezirkes Carmaux haben eine andere Stellung eingenommen und beschlossen, am heutigen Montag einen 24ftünöigen De- mon st rations streik zu veranstalten, um den Grubenbesitzern zu zeigen, dah sie mit der ge­troffenen Lösung nicht zufrieden sind.

inneren, hat man den Eindruck, daß man

auf einem toten Punkt angekommen

ist. Der Staatssekretär des Aueßern hat tn seinen Reden erklärt, daß wir den Sicherheitspakt nich< so aufsassen, als ob er uns neue Verpflichtungen auferlegt, die zu den Verpflichtungen hinzu- irctcn, die uns als Unterzeichnern der Völker­bundessatzung obliegen. Die vorgeschlagenen Ver­einbarungen sind im Geiste der Völker- bundssahung abgefaßt worden und be­finden fid- in ükbereinftimmung mit dem Bunde Ich begrüße es daher, daß in der deutschen Ant­wort diese beiden Probleme, die untrennbar mit dem Sicherheitspakt und Deutschlands Eintritt in den Völkerbund verbunden sind, in Ver­bindung gebracht werden. ES ist wahr, daß Deutschland noch immer mißtrauisch ist, wenn eS von einer Gefahr spricht, eine entwaff­nete Nation inmitten bewaffneter Nachbarn zu fein. Abeer Deutschland hat das Recht, über diese Dinge gehört zu werden, wenn cs Mitglied des Völkerbundes ist, und kann dann den Großmächten gegenübertreten, damit diese ohne unnötige Verzögerung dazu übergehen,

die Frage dec Abrüstung, die einen Teil der Dölkerbundssatzung selbst bil­det, zu erwägen. Wir haben noch einen langen Weg vor unS, bevor wir den Frieden Europas sichern können! aber wir machen Fortschritte. Wir erkennen an, wie dies auch die Fran­zosen tun, daß es Drei Etappen zum Frieden gibt: Sicherheit, Schiedsspruch und Llbrüstung. Wir entwerten setzt Maßnahmen für die Sicher­heit, die auch bc; Einsetzung e ner So'.ieds.-.er'.chts- barkeit beiten werden. Wenn wir diese beiden Etappen erfolgreich zurück egen, werden wir schon viel getan haben, um die Inangriffnahme der größeren Frage der Verminderung und Einschrünlung der Rüstungen vorzu­bereiten, zu der die Mächte, die den Versailler Vertrag unter-,eichnet haben, verpfli.chtet find. Wir selbst haben einen beträchtlichen Anfang mit Der Verminderung unserer Rü­st u n g e n zur See auf der Washingtoner Kon- ierenz gemacht. Wir haben unsere Rüstungen zu Lande unter das Dorkriegömah vermindert. Unsere Luft macht ist nur gering im Vergleich mit der mancher anderer Länder. Das Problem ist ungemein schwierig, wie jeder gemerkt hat. der sich Damit beschäftigt hat. Aber wenn wir die überwältigende Bürde deS Mißtrauens und der Angst, die auf den Ländern Europas lastet, beseitigen können, dann können wir die berech­tigte Hoffnung hegen, das Ziel zu erreichen.

In einer Rede in Birningham erklärte der Staatssekretär des Auswärtigen,

Austen Chamberlain

u. a.: Ich arbeite für die Regierung am Zu­standekommen eines wirklichen Friedens, welcher der Welt das Gefühl der Sicherheit und deS Bertrauens gibt. Denn nur auf dieser Grund­lage kann sich für uns ein neuer Wohlstand aufbauen. Die deutsche Regierung hat auf die französische Role über den Sicherheitspakt geantwortet. Offen gestanden, bin ich etwas enttäuscht Darüber, daß die deutsche Ant- lvortnote so gehalten ist, daß meines Erachtens weitere schriftliche Meinungsäuße­rungen ganz unvermeidlich werden, an­statt daß der Augenblick gekommen wäre, wo die Vertreter Der beteiligten Länder sich zu einer oersönlichen Aussprache versammeln tonnten, um eine allseits befriedigende Verein­barung zustandLzubringen. Ich erkenne jedoch an, daß die Note von dem Wunsche diktiert ist, die Dorschläge für einen gegenseitigen Sicherheits­pakt, die von der deutschen Regierung selbst ausgingen, von der englischen Regierung be­grüßt und von Den verbündeten Regierungen Frankreichs und Belgiens im Tone freundlichsten Entgegenkommens beantwortet wurden, weiter zu

London, 25. Juli. (WTB.) In einer Rede über die außenpolitische Lage, in einer Der- fammlung der Konservativen in Knowsloh, sagte

Premierminister Baldwin

u. a.: Das befriedigendste Merkmal der außen­politischen Lage ist der offenbare Wunsch der Mehrheit des deutschen Volkes, daß die Ver­handlungen, die auf einen dauernden Frie­den in Europa hinzielen, fortgesetzt werden. Sic deutsche Antwort auf die französische Note ist eingetroffen. Wenn ich auch nicht imstande bin, ihren Inhalt ausführlich zu erörtern, so erkenne ich doch ihre versöhnliche Absicht an. Die Lage selbst enthält viele Schwierigkeiten, aber der wesentlichste Faktor ist wie immer der Wille, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Ich glaube, daß dieser Wille in Deutschland und bei den Alliierten besteht, ja, dah er heute stärker ist als zu irgendeiner Zeit seit dem Kriege, aber es ist notwendig, daß keine Zeit ver­loren wird und dah die Verhandlungen ohne Unterbrechung weitergehen. Stabili­tät in Europa ist nicht nur* für daS politische, sondern auch für das wirtschaftliche und industrielle Leben von Interesse. Wir und Franki'eich wünschen, daß Deutschland sobald wie möglich in Den Völkerlnmd eintritt. Wenn es einmal Mitglied deS Bundes auf der Grund­lage völliger Gleichberechtigung ist, werden alle vor uns liegenden Problemen eine neue

der Meinung, dah es in Anbetracht der Notlage der Saarbergarbeiter keinen anderen Ausweg gebe, als von dem letzten Gewerkfchastsmittel, dem Streik, Gebrauch zu machen. 3n der Abstimmung wurde einstimmig beschlossen, am 27. 3uli geschlossen auf allen Gruben in den Streit 3u tre- t c n. Die Organstationsleitung wurde mit der Füh­rung des Streiks beauftragt. Die Delegierten be- | schlossen weiter, die Notstandsarbeiten 1 durchzuführen. Sie erklärten ferner, dah sie selbst für Ruhe und Ordnung sorgen und unver­antwortliche (Elemente fernhalten würden.

Der Christliche Metallarbeiterverband hat folgende Anweisung an seine Mitglieder gerich­tet: Nachdem die beiden großen Bergarbeiterorgani- fationen den Streik für den 27. Juli beschlossen ha­ben, tritt für die im Christlichen Metallarbeiterver- band organisierten (BrubenmctaUarbeiter der Be- vom 25. Juli in

klarere Gestalt gewinnen. Don

Streitigkeiten, den internationalen wie

berührt werden, sondern eine fühlbare Erleich­terung in der ganzen Welt. Und ich hoffe, daß dann auch andere Dölker in ihrer eigenen Sphäre angesichts der ihren Welt­teil bedrohenden Gefahren sich veranlaßt sehen können, das Beispiel der westlichen Großmächte erfolgreich nachzuahmen.

Schon die Anregung zu diesem Meinungs­austausch, die bloße Tatsache, daß ein derartiger Dvrschlag von Deutschland ausging und von den Alliierten begrüßt wurde, hat ein merkliches N a ch l a s s e n der bis dahin vorhandenen Span­nung bewirkt. Die Räumung des Ruhr­gebiets und der der Sanktivns- st ä d t e ist im Gang oder steht bevor, und wenn Deutschland, wie ich hoffe, ehrlich und reibungs­los die restlichen Forderungen der Alliierten in der Entwaffnungsfrage erfüllt, so wer­den die Alliierten ihrerseits veranlassen, daß Köln zusammen mit der ersten Zone des besetzten Gebietes von fremden Truppen befreit wird.

Es darf nicht angenommen werden, daß wir an den Beziehungen unserer Nachbarn zuein­ander und an ihrer Sicherheit oder an den Frieden in Europa kein Interesse hätten. Don mancher Seite hat man sich dagegen gewandt, daß wir die be st eßenden Grenzen zwi­schen Frankreich und Belgien einerseits und Deutschland andererseits in irgendeiner Form garantieren wollen. Aber es muß betont werden, Saß die Unversehrbarkeit dieser Gren­zen die Grundlage unseres eigenen Schuhes bildet. Es stand in unserer Macht, durch Uebernahme einer Garantie für dieses Friedensabkommen Frankreich und Belgien eben­so wie Deutschland das Maß von Dertrauen zu vermitteln, daß diese Mächte in einem Der- tragStocrf, an dem wir nicht beteiligt sind, n i e finden könnten.

Das Pariser Echo.

Paris, 26. Juli. (WB.) Die gestrigen Re­den Baldwins und Chamberlains finden in Paris Beachtung. Das ^Journal" schreibt, Baldwin habe in seiner Rede das Thema behandelt, man müsse Deutschland sofort in den Völkerbund aufnehmen. Der englische Premierminister habe allo vergessen, daß Deutschland noch nicht einmal die Absicht kundgegeben habe, die Bedingungen der Entwaffnung durchzusührcn. Durch oen Völkerbund welle Deutschland Sanktionen ver­hindern: durch dcn Völkerbund wolle Deutschland Oesterreich angliedern und durch Den Völkerbund wolle Deutschland die Verträge revidieren, ja sogar die rheinische Besetzung mildern. Um kei­nen Preis könne Frankreich zulassen, daß die Sicherheitsfrage nach Genf getragen werde, bevor alles mit London und Berlin zu Frank­reichs Zufriedenheit geregelt sei.

DerGaul 0 is" nennt Die Rede Baldwins eine Rede, wie Mac dona Id viele gehalten habe, denn es scheine, daß Baldwin sich noch Illusionen über die pazifistische Offensive großen Stils, die Deutschland eingeleitet habe, hingebe.

DasJournal des Debats" ist nicht nur mit Baldwins, sondern auch mit Chamberlains Rede unzufrieden. Durch Derartige Reden, so er­klärt das Blatt, ermutige man Deutsch­land, sich widerspenstig zu zeigen, weil es daraus den Schluß ziehe, daß es England gegen Frankreich unterstütze. Die Erklärungen Eharnber- lains feien ebenso unklar wie die Baldwins.

(Eine Stelle der Rede Baldwins sei besonders beunruhigend. (Er habe fick auf das Manöver der deutschen Regierung eingelassen, die in ihrer Note schon jetzt die Frage der allgemeinen Abrüstung be­rührt habe. Dieses Problem könne erst in Angriff genommen werden, wenn gewisse Bedingungen ma- terieller und moralischer Art erfüllt seien. Wenn Baldwin habe sagen wollen, England werde Deutsch­land nach dieser Hinsicht unterstützen, dann werde Frankreich in die Möglichkeit verseht, die Frage der Bewaffnung zur See aus die Tagesordnung zu sehen, denn es gebe kein Dekret, das allein den maritimen Mächten das Recht zuerkenne, an ihre Verteidigung zu denken, und es klinge wie Ironie, bei dieser Gelegenheit von der Washingtoner Kon­ferenz zu sprechen.

Wenn man eines Tages Deutschland eine Konzession machen wolle, Dann wäre es Doch viel besser, ihm ein KolonialmanDat anzu­bieten, was nach Ansicht Des Blattes feine Ungelegenheiten Hervorrufen könne. Was aber am meisten an Den Reden Der beiden Staats­männer beunruhige, sei, daß sie offenbar jenes Abkommen aus dem Gedächtnis verloren hätten, das vor mehr als einem Monat zwischen Cham­berlain und Briand erzielt worden sei. Sie schienen sich auch nicht Daran zu erinnern, daß Deutschland seine Vorschläge vom 9. Februar

William Iennings Bryan, einer Der namhaf­testen Führer Der amerikanischen Demokraten, ist am 19. März 1860 in S lern (Illinois) geboren, widmete sich dem Rechtsstudium und ließ sich 1871 In Lincoln (Nebraska) als Advokat nieoer.

Cr entwickelte eine eifrige politische Tätigkeit, schloß sich der demokratischen Partei an und wurde 1890 ins Repräsentantenhaus gewählt. Seine Hinneigung zur Doppelwäbri^ng ver­anlaßte im Jahre 1896 Die silberfreundliche Mehr­heit Der demokratischen Nationalliberalen zu Chicago, ihn zum Präsidentschaftskan.- D i D a t e n zu nominieren. Bryan unterlag aber Dem Republikaner Mac Kinley und hatte 1900 und 1908 als Präsidentschaftskandidat dasselbe Schicksal.

Nur einmal gelang es ihm, ein Amt zu bekommen, als er nämlich 1913 entschieden für Die Wahl Wilsons zum Präsidenten eingetreten war Er wurde nun dessen Staatssekretär des Aeußeren, erregte jedoch bald Aussehen und Unwillen dadurch, daß er als Staatssekretär in einem Variete auftrat und sein Verhalten damit erklärte, daß er zum Lebensunterhalt und zur Bestreitung fci.ier Ausgaben ein Jahresein­kommen von mindestens 20 000 Dollars haben müsse, als Staatssekretär aber nur 12000 Dollars beziehe. Während des Kriges, im Juni 1915, trat er von feinem Amt zurück und widmete sich seither Der Journalistik, kurz vor seinem Tode ging sein Name noch anläßlich des Affen­prozesses Durch alle Blätter.

heimfallen, nachdem schon in den Wochen teilweise nur Drei Schichten bei 45 ken Wochenlohn verfahren worden sind. Verhandlungen haben die deutschen Hörden für die im Trierer, Birkenfelder unD Pfälzer Gebiet wohnenden Bergleute eine gewisse ~ ' g e getroffen. Einer großen Anzahl von

werden bei einem Tagesverdienst

Bergarbeiterstreik im Saargebiet.

Saarbrücken, 26. Juli. Der Gewerk- verein ChristlicherBergarbelter hat am Sonntag In einer Revierkonserenz nochmals zu dem Lohnangebot der Bergwerksdirektionen Stellung ge­nommen. Die Konferenz war von 6 0 0 Dele­gierten besucht, und alle Ortsgruppen und Gru­ben waren vertreten. Alle Sprecher waren einmütig

gemacht habe, weil es gemerkt hätte, dah Frank­reich und England int Begriff gewesen seien, sich über das Sicherheitsproblcm zu verständigen für Den Fall, daß die zwischen Paris und Lon­don getroffenen Abmachungen wieder in Frage gestellt würden. Es könne kein Sicherheitspakt abgeschlofsen werden, wenn Frankreich und Eng­land nicht solidarisch blieben.

Hr. l<3 (Elftes Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags.

Beilagen: GießenerFamilienb lütter

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Montag, 27. Zllli 1925

Blatt

175. Jahrgang

ietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

Druck und Verlag: vrühl'fche Unioerfi1ü1§-Vuch- und Sleindruckerei R. Lange in Liehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.

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