Einzelbild herunterladen

freie Ueberlossung des zur Herstellung des lieber- holungsgleises notwendigen Geländestreifens, fer­ner die Neu- bzw. Wiederbefeftigung der in den Umbau fallenden Feldwege und schließlich einen Bauplatz in der Bahnhofstraße in der Größe von 1200 Quadratmeter.

* Gr. - Linden, 26. Öuai. ->>.e reis­st r a h e Gr. -LindenLang-Göns ist we­gen Vornahme von Walzarbeiten bis auf weiteres für jeden Verkehr gesperrt. Der Durchgangs­verkehr wird von Gießen über Leihgestern und umgekehrt geleitet.

!*! Lich, 26.3uni. Auf der 31. Wanderausstel­lung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft er­hielt der als Züchter des deutschen Edel­schweines in den Kreisen der deutschen Vieh­züchter bekannte Oekonomierat Hofmann von Hof-Güll für seine Zuchttiere verschiedene hohe A u s z e i ch n u.n gen.

* Bellersh im, 26. Juni. Dieser Tage hattß der Superintendent von Oberhessen, Ober­kirchenrat Wagner, eine Sitzung mit dem hie­sigen Kirchenvorstande wegen der Be­setzung der hiesigen Pfarrstelle. Dem Wunsche der ganzen Gemeinde, nach siebenjähriger Vakanz wieder einen eigenen Pfarrer zu bekommen, wurde entsprochen Die Stelle soll im Juli ausge­schrieben'und im September besetzt werden. Eine größere Bewerberzahl wird es wohl geben, da die Verhältnisse für einen Pfarrer hier recht günstig sind.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 26. Juni. In der gestri­gen Stadtverordnetensihung wurde zu Beginn der wiedergewählte Beigeordnete Win­de ck e r verpflichtet, zugleich sprach der Bürger­meister ihm den Dank für seine achtzehnjährige ersprießliche Tätigkeit aus. Windecker dankte und versprach, auch in Zukunft den Interessen seiner Vaterstadt nach besten Kräften zu dienen. Der Bürgermeister verlas dann die eingelaufe­nen Baugesuche, welche von der Stadt mit Baudarlehen unterstützt toerben sollen Eine Anzahl Gesuche von solchen, die bereits gebaut haben, aber mit ihren Mitteln nicht auskommen und deshalb um Vachtragkredite einkommen, wurden einzeln behandelt und in den meisten Fällen Nachschüsse bewilligt, es wurde ober zu­gleich beschlossen, daß in Zukunft kein Pfennig Nachbewilligung mehr geleistet werden soll, da keinesfalls über die zur Verfügung stehende Summe von 326 000 hinausgegangen werden kann. Auch soll keinesfalls die 'Beleihungsgrenze von 75 Prozent überschritten werden, das bewilligte Geld der Regel nach direkt an die Handwerker ausgezahlt werden und die Vorschüsse der Stadt (für Gas, Elektrizität, Wasser ufto.) in Abzug gebracht werden. Der Zinsfuß soll in den ersten drei Jahren 5 Prozent, in den drei folgenden 10 Prozent und später der Wirtschastslage ent­sprechend betragen. Dem Gesuche der Turn- gemeinde um Gewährung eines Zuschusses zu dem Gau turnfeste wurde insofern ent­sprochen, als dem Verein die Hälfte der Q3er* gnügungssteuer erlassen wird, von den Turnern und Kampfrichtern wird keine Steuer erhoben. Das Gesuch des Turn- und Sportver­eins Fauerbach um Leberlassung eines Sport­platzes wurde genehmigt. Der von dem Beigeordneten Dr. Leuchtgens begründete Antrag, die Vergnügungssteuer für Ka­russells, Schießbuden ufto um 100 Prozent z u erhöhen, wurde mit 16 gegen 9 Slimnrrn angenommen. - Der Antrag Leuchtgens auf Aenderung einiger Bestimmungen betreffend Straßenreinigung wurde nach längerer Debatte auf Antrag des Stadtv. Schröder auf leine der nächsten Sitzungen verschoben, dann -soll die ganze Frage der Straßenreinigung zu- *fammen behandelt werden. Eine sehr erregte Aussprache rief die Vergebung von Arbeiten 'und Lieferungen für die Kanalisation des südlichen Stadtviertels hervor ; auch dieser Punkt soll in einer späteren Sitzung behandelt werden, nachdem vorher der Stadtbaumeister noch nähere Erkundigungen eingeholt hat.

Bad-Nauheim, 25. Juni. Der Turn- verein 1 860 hielt heute eine gut besuchte Mitgliedervers ammlung ab, die vom 1.Vorsitzenden, Turner Ph. Weiß, geleitet wurde. Der 2. Vorsitzende, Rektor Staubach. gab einen Leberblick über die turnerische Tätig­keit des Vereins im abgelaufenen Halbjahr und beglückwünschte die Turner zu den zahlreichen Erfolgen, die sie für den Verein eingebracht haben. Es wurden errungen: Beim Bezirks- gerätetoettumen 16 Siege, beim Frühjahrs­geländelauf des 5. Bezirks im Gau Hessen 6 Siege, darunter 3 erste, bei den nationalen: Wettkämpfen in Offenbach 11 Siege (3 erste), beim Gaufrauenwetturnen in Butzbach 23 Siege (3 erste), beim volkstümlichen Dezirksturnen in Nieder-Weisel 9 Siege, bei den Gausporttvett- kämpfen in Marburg 24 Siege (11 erste), beim Feldbergfest 12 Siege. Beschlossen wurde, dem Vereinshaus ein neues äußeres Kleid zu geben. Der Voranschlag von 2700 Mk. fand Genehmi­gung. Zum 1. Oktober soll die Neuverpach­tung der Wirtschaftsräume der Turn­halle ausgeschrieben werden. Der vom Vorstand und dem Wirtschaftsausschuß vorgelegte neue Pachtvertrag wurde angenommen. Eingehend wurde das Gauturnfest in Friedberg besprochen, an dem der Verein mit einer großen Zahl feiner Mitglieder teilnehmen will. Außer­dem waren die Vorbereitungen zum Kreis- turnfest in Gießen Gegenstand der Aus­sprache. Es wurde den Turnern als Pflicht auf* erlegt, in allen Kreisen der Bevölkerung und auch unter den Kurgästen fleißig für den Besuch des Gießener Festes zu werben. Turner Oswald regte im Zusammenhang damit an, die Saar- 1 u r ner gelegentlich ihres Aufenthalts in Gießen zu einem Besuch unserer Bade­

st a d t einzulaüen und ihnen hier einen wür­digen Empfang äu bereiten. Der Vorschlag fand allseits Beifall. Es sollen schon in nächster Zeit Schritte in der Angelegenheit unternom­men werden.

<£ Bad-Nauheim, 26. Juni. Im Krema­torium zu Friedberg sand heute die Einäsche­rung von Generalmusikdirektor Pros. Hans Minder st ein statt. Der oorausgegange- nen Trauerfeierlichkeit wohnte eine große Trauer­gemeinde bei. Nacy der Predigt von Pfarrer N i t - t e r (Friedberg) sprachen Ministerialrat W i n d i s ch für das hessische Ministerium, Badedirektor B o e h - m e r für die Bad- und Kurverwaltung, Bürger­meister Dr. Kayser für die Stadt Bad-Nauheim, Musiker Schulz für das staatliche Kurorchester, Hofrat M e i st e r (Bad Homburg) für den Orchester­verband. Das Kurorchester erwies mit dem Vortrag von ernsten Tondichtungen seinem langjährigen ver­dienstvollen Leiter die letzte Ehre: Berge von Blu­men und Kränzen legten Zeugnis ab von der hohen Wertschätzung, deren sich der Künstler und Mensch Winderstein erfreut hat. Die ganze Feier war von erhebender Wirkung. Der Verstorbene hat in voriger Woche, am Tage, bevor er sich nach Gießen zur Operation begab, noch das Sinfoniekonzert geleitet. Noch in den letzten Tagen hatte er Vorbereitungen getroffen für eine Reise nach Spanien, auf der er Hannelore Ziegler begleiten wollte. Auch im März dieses Jahres war Winderstein noch in Spanien ge­wesen, wo er in Madrid und Barcelona Konzerte dirigiert hat.

I Bugbach, 27. Juni. (Eigener Drahtbericht desGieß. Anz.") In der gestrigen Stadtverord­netensitzung wurde der Bürgermeister Willi I o e * r i ck e aus Laucha (Unstrut) zum er st en Berufs- bürgermeifter unserer Stadt auf Grund der neuen Städteordnung gewählt. Bürgermeister I o e r i ck e steht im 37. Lebensiahr, ist aus dem mittleren Justizdienst hervorgegangen und war seit 1914 als Bürgermeister in Laucha tätig.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 25. Juni. Heute nachmittag fand im Saale des Gastwirts Becker dahier die offizielle Gründung der hiesi­gen Freiwilligen Feuerwehr statt. Dazu waren Regierungsrat Weber und Kreis- feuertoehrinspektor E b e r h e i m von Schotten er­schienen. Ersterer eröffnete die Versammlung mit einer kurzen Begrüßungsansprache, in der er auf die hohe Bedeutung der Freiwilligkeit im Feuerwehrwesen hintoies und ferner Freude Aus­druck gab, daß bereits 66 Mitglieder ihren Bei­tritt erklärt hätten. Da der Kommandant der seitherigen Pflichtfeuerwehr, Fr. Geiß II., die Wahl zum Befehlshaber der neuen Wehr ab­lehnte, wurden von der großen Versammlung einstimmig folgende Herren in den Vorstand ge­wählt: Zum 1. Kommandanten Wilh. Port II., zum 2. Kommandanten Wilh. Lein, zum Schrift­führer Otto Stein, zum Rechner Heinr.D ö ch e r. Die Aussprache über die Lnisormierung führte noch zu keinem festen Entschluß. In einer Ge­meinderatssitzung wird festgesetzt werden, welchen Anteil die Gemeinde dazu leisten will. Der erste Kommandant dankte in seinem und 'der Mitge­wählten Namen für daS Vertrauen und hob in schönen Worten des Dankes die Verdienste der seitherigen Wehr bei den verschiedensten Bränden in der Gemeinde hervor. Regierungsrat Weber wünschte der neuen Wehr eine gute Entwicklung und schloß mit den Worten:Gott zur Ehr', den Nächsten zur Wehr!"

Kreis Alsfeld.

----- Alsfeld, 26. Juni. Der Hessen- Fliegeroerein für Luftschiffahrt in Darmstadt beabsichtigt im Laufe dieses Sommers tn unserer Stadt Flugveranstaltungen größeren Stils zu veranstalten. Geboten werden im Kunftfluge: Loopings, Trudeln, Luft­kampf und Fallschirmabsvrünge. Ferner finden an dem Fluatage auch Passagierflüge statt. Der Deutsche Luftwettbewerb 1924 sowie der Fünf­länderflug, der von dem Hessen-Fliegeroerein für Luftschiffahrt arrangiert wurde, hat' den Namen dieses Vereins weit über Deutschlands Grenzen hinausgetragen: die besten deutschen Piloten sind Mitglieder des Vereins. Er hat ferner 3 Vereins­mitglieder, die als glänzende Fallschirmabspringer bekannt sind und die das Publikum mit ihren kühnen Sprüngen aus dem Flugzeug in helle Be­geisterung versetzen. Es dürste für die Stadt Als­feld von wesentlichem Interesse fein, einen solchen Flugtag zu unterstützen und sein Zustandekommen durch eine weitgehende Unterstützung zu sichern, da ein solcher Flugtag ein sportliches Ereignis ersten Ranges für unsere Stadt werden würde.

Kreis Büdingen.

/ Ortenberg, 26. Juni. Die Vor­bereitungen zu dem am 5. Juli stattfindenden Schützen fest, das mit der Weihe der neuen Vereinsfahne verbunden ist, find in voUem Gange. Das Fest wird am Samstag abend durch Döller-- schiehen, Zapfenstreich und Kommers ein^eleitet. Am Sonntagmorgen geht der Fahnenweihe, die am Kriegerdenkmal durch Amgerichtsral Dr. A n d r a e vollzogen wird, ein Festgottesdienst voraus, bei dem der Stockheimer Musikvcrein Mitwirken wird. Am Nachmittag beto.gt sich ein Festzug nach den schön gelegenen Schießständ'en, auf denen um 1 Lhr das Schießen beginnt. Das Schießen stndet am Montag seine Fortsetzung. Außerdem findet am Montagnachmittag des Iugendfest statt.

Kreis Wetzlar.

* Wetzlar, 26. Juni. Nach der am 16. d. M. Dorgenommcnen B o l k s z ä h l u n g hat die Stadt Wetzlar einschließlich der vorübergehend an­wesenden und ausschl. der vorübergehend abwesen­den Personen 16 603 Einwohner, darunter 8044 männliche und 8559 weibliche. Nach dem Ergebnis

der letzten Volkszählung am 8. 10. 1919 betrug die Gesamteiiiwohnerzahl der Stadt abzüglich der Kriegsgefangenen 15 721.

§§ Groß-Rechtenbach, 26. Juni. Die Volkszählung zei.ig^e im Benrk ter hie i.en Bürgermeisterei folgendes Ergebnis: Dorn­holzhausen 237 männliche, 244 weibliche zu­sammen 481 Personen; Ebersgöns 223 männl., 221 weibl., zus. 447 Pers.: Groß-Rechten­bach 304 männl., 307 weibl., zus. 611 Pers.: Hochelheim 465 männl., 454 weibl., zus. 919 Pers.: H 5 rnheim 331 männl., 329 weibl., zus. 660 Pers.; Klein-Rechtenbach 160 männl., 156 weibl., zus. 316 Pers.; Lützellinden 573 männl., 597 weibl., zus. 1170 Pers.: Münch­holzhausen 430 männl., 493 weibl., zus. 923 Pers.: Niederkleen 230 männl., 281 weibl., zus. 541 Pers.: Oberkleen 260 männl., 284 weibl., zus. 544 Pers.: Reiskirchen 207 männl., 219 weibl., zus. 426 Pers.: Volln­kirchen 115 männl., 133 weibl., zus. 248 Pers.; Volpertshausen 163 männl., 173 weibl., zus. 336 Pers.: Weid en Haus en 116 männl., 124 weibl., zus. 240 Pers. Das Gesamtergeb- nis aus den vorstehend angeführten Orten ist: 3847 männl., 4015 weibl., zus. 7862 Pers.

d. Groß-Rechtenbach, 24. Juni. Am Sonntag hielt hier der Kreisverband Wetz- far ber Jungfrauenvereine fein sechstes Kreisfest ab. Wenn auch trotz des unbeständigen Wetters eine Anzahl Vereine, die ihr Erscheinen zugesagt hatten, nicht eingetroffen waren, so hatten sich doch eine größere Anzahl Gäste eingefunden. Nachmittags 2 Uhr bewegte sich ein stattlicher Fest­zug durch das Dors nach dem Festplatze in den Eichgärten". Dort wurde das Fest durch Posaunen- chöre und gemeinschaftlichen Gesang der Festge­meinde eingeleitet. Nachdem Pfarrer Heider - Dorlar kurze Einleitungsworte gesprochen hatte, er­folgte die Begrüßung der Festgemeinde durch den Ortsgeistlichen, Pfarerr Cappel-Klein-Rechten- bach. Nach Erledigung des ersten Teiles der Festord­nung mußte die Feier wegen des plötzlich stark ein- setzenden Regens abgebrochen und zum Teil in die Kirche, zum Teil in das evangelische Dereinshaus verlegt werden. Hier sprachen abwechselnd Pfarrer Ha sselma nn-Essen (früher in Hermannstein), der Vorstand der Diakonieanstalten zu Bad Kreuz­nach, Pfarrer D Reich- Kreuznach und Pfarrer Koch- Lützellinden. Das Schlußwort sprach wieder­um Pfarrer H e i d e r - Dorlar. Zur Verschönerung der Feiern trugen die Jungfrauenchöre durch den Gesang einiger Lieder bei.

d. Lützel lind en, 26. Juni. Die hiesige Gemeinde hat einen hier zur Zucht nicht mehr verwendbaren Vogelsberger Bullen, der ein Gewicht von 17Vs Zentnern batte, an ein Gut in Westfalen verkauft. Der Bulle erhielt auf dem vorjährigen Tierschaufest im Finsterloh zu Wetzlar den Ehrenpreis. Hauptlehrer Hoffmann von Garbenheim hielt hier einen Vortrag über die Aufgaben des Volks- bundesDeutsche KriegSgräberfür- svrae". Es wurde eine Ortsgruppe ge­gründet, die sich der Dezirksgruppe zu Koblenz und dem Dolksbund zu Berlin anschließen will. ^Vorsitzender der Ortsgruppe ist Lehrer Gou- beanb.

d. Münchholzhausen, 24. Juni. Der hiesige Kriegerverein feierte am Sonntag und Montag sein 50jähriges Stiftungs­fest. Trotz des herrschenden Regenwetters hatten sich zahlreiche Gäste und auch eine Airzahl aus­wärtiger Kriegervereine eingefunden. Bürger­meister S ch n e i d e r - Groß-Rechtenbach sprach dem Verein den Glückwunsch der Gemeinde aus. Die Festrede hielt Studienrat Kauer von Wetzlar. ' " 'n

d. Aus dem Kleebachtal, 26. Juni. Das Regenwetter der letzten Tage, welches die Landwirte schon lange ersehnten, hat es er­möglicht, daß nunmehr mit dem Setzen der Runkel- und Kohlrüb enpf la nz en begonnen werden konnte. Kaum ein Landwirt ist tagsüber zu Hause anzutreffen. Mit der ganzen Familie befindet er sich im Felde, um das günstige Wetter für das Anpflanzen der Futter­rüben auSzunuhen.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M. 26. Juni. (WTB.) Als vorläufiges Ergebnis der Volkszähluna vom 16. Juni ist, wie die Städtische Nachrichtenstelle mit« . teilt, für Frankfurt a. M. die Zahl der ortsan- wesenden Bevölkerung vom Statistischen Amt mit 457 831 festgestellt worden.

fpd. Frankfurt a. M., 26 Juni. Unter Betonung ihrer adligen Abstammung, obwohl sie ganz schlicht bürgerlicher Herkunft ist und mit Vorname Dorothea heißt, versucht die 28jährige Krankenpflegerin Dorothea Rühe hei- ratslustige Männer zu prellen. Ge­lingt ihr das nicht, so spielt sie die rvegen rechts­radikaler Einstellung Verfolgte. Ganz unter ihrem Einfluß steht der 38jährige Hauptmann a. D. Egon Weisert aus Metz. Die Rühe, die vorzugs­weise unter den Namen Komtesse von Keherling, Magda von Sacken, Magda von Lieven, Helga Ballestrem oder Helga von Brückenau auftritt, wurde erst kürzlich aus einer süddeutschen Straf­anstalt, wo sie wegen Lrkundenfälschung neun Monate verbüßt hatte, entlassen. Sie treibt sich jetzt wahrscheinlich in der Umgebung herum

7 Ns Dein Amtsvc .vignugsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt N r. 51 vom 26. Juni enthält: Die Provinzial­umlagen für das Jahr 1925. Straßensperre Gro- ßen-LindenLanggöns. Landespolizeiliche Prü­fung des Entwurfs zur Verbesserung der Rangier­anlagen am Bahnhof Gießen. Baupolizei. Nachtrag zu den Friedhofsordnungen mit entspre­chenden Polizeioerordnungen der Gemeinden Rut­tershausen, Weickartshain und Ettingshausen.

Hessischer ArLillerrftsntag.

Man berichtet uns: Das Großh. Artilleriekorps (1. Hess. Feldart.-Rgt. 25) und das 2. Großh. Hess. i5eldart.-Rgt. 61, die beiden Darmstädter Schwester- Regimenter, zu denen auch die Bürgerschaft Gie­ßens enge Beziehungen hat, hatten zu einer Wie - dersehensfeieroer ehemaligen hessj. schen Feldartilleristen nach Fulda ein- geladen. Am 20. und 21. Juni trafen sich die alten Kameraden in der Bonifaziusstadt mit ihrer Tradi­tionsbatterie, der 1. (Hessischen) Batterie Art.-Rgt 5 der Deutschen Reichswehr. Die beiden Tage gaben allen Teilnehmern unauslöschliche Eindrücke. Aus dem Hessenland, |elbft jenseits des Rheins, aus allen Gauen des Reiches, sogar aus Hinterpommern und Schlesien waren die allen hessischen Feldartilleristen in großer Zahl erschienen. So manchem war Fahrt und Aufenthalt nach und in Fulda kein leichtes geld­liches Opfer gewesen, sie haben es aber gebracht, galt es doch, der unverbrüchlichen Kameradschaft get.'eu, die Wasfensreunde wiederzusehen und den Zauber der Zusammengehörigkeit unter der lieben alten Waffe zu fühlen, den Blut und Kriegsnot, Kampf, Opfermut und Sieg zusammen tritt der hel­denhaften Vergangenheit beider Regimenter geschaf­fen haben. Da sah man manchen Vater mit seinem Sohne, die beide, wie ihre Vorväter, bei diesen stolzen Regimentern gedient hatten. Junge und alte, dic Führer aus den letzten Kriegsjahren mit ihren tapferen Mannschaften in wechselseitiger Treue als echte Kameraden, fühlten sich eng wie einst nahe beieinander.

Vom Bahnhof durch Angehörige der Traditions­batterie in die Quartiere geleitet, fanden sich die Gäste am Abend des 20. Juni zur Begrüßung im historischen Stadtsaal ein. Unter den Klängen des straff geleiteten Trompeterkorps wurde im Kreise der Traditionsbatterie mancher Händedruck, man­ches Erleben nach Jahren der Trennung getauscht. Hervorragende turnerische Darbietungen und sol­datisch gesprochene Worte der Vertreter der Regi­mentsvereine und deren Ortsgruppen feffelten die Aufmerksamkeit der alten und jungen Kameraden. Der Traditionsbotterie wurden Geschenke überreicht, um das Gefühl der kameradschaftlichen Zuneigung auch äußerlich festzuhalten. Was-die alten Regi­mentskameraden mit den frischen, gutgeschulten Reichswehrkameraden empfanden, das kann nur der Mitempfinden, der im Sinne treuer Kameradschaft Friedens- und Kriegsdienst für das Vaterland ge­leistet hat.

Am Sonntagmorgen versammelten sich die alten Kameraden auf dem Domplah der festlich geschmück­ten Stadt. Don dort ging der Zug zu den Denk­mälern der ehemaligen 47er Feldartilleristen, der Krieger von 1870/71 und der 8. Hoktzendorfer Feld- artiueriften auf dem Kasernengelände, bei denen je­weils Kränze niedergelegt uno der Gefallenen in Ehrfurcht gedacht wurde. Alsdann begannen die Vorführungen der Traditionsbatterie auf dem Exer­zierplatz. Äie bespannte Batterie stand in Parade­aufstellung unter dem Befehl ihres Führers, Haupt­mann Korte, der die alten Kameraden herzlich begrüßte. Eine glänzend gefahrene Geschützquadrille eröffnete den Aufmarsch. Der Parademarsch in Trab und Galopp zeigte ein militärisches Bild, das jedem Teilnehmer klugen und Herz erstrahlen ließ. Die weiteren Vorführungen gaben den Beschauern die Gewißheit, daß die Pflege altmilitärischer Mannes- zücht und der auf ihr ruhenden soldatischen Leistung in gute Hände gelegt ist und die hohe Ueberlieferung der Stammregimenter 25 und 61 bei ihr eine Heim­stätte gefunden hat. Ein Mittagessen aus der Trup- penküche versammelte alle Gäste auf dem Kasernen­hof. Eine Auszählung der Gesamt- und Einzel- leistungen der Traditionsbatterie am Nachmittag in Spott, Fahren und Reiten würde hier ermüden. Aber man kann kurz sagen, auch hierin wurde Vor­zügliches gezeigt. Den Höhepunkt bildete schließlich eine Reitguadrille in den alten Uniformen des Großh. Hess. Attilleriekorps- eine glanzvolle Erinne­rung an die vergangenen Tage dieses ruhmbedeckten und ältesten Artillerieregiments Deutschlands, das sich in vielen Feldzügen und ungezählten Schlachten in manchen Ländern Europas nur mit Auszeichnung geschlagen hat, ein Erinnerungsbild, wehmütig und doch stolz zugleich, allen in Treue zum hessischen Stammregiment unvergeßlich. Der leider einsetzende Regen konnte die frohe Stimmung nicht dämpfen. Der Abend versammelte die Gäste und die Batterie in den geschmückten Stadtsälen zum Festkonzert. Eine markige Ansprache Se. Exzellenz des General­leutnants von Müller griff Den alten und jungen Soldaten ans Herz und wies den recht zahlreich erschienenen Fuldaer Bürgern die tiefe Bedeutung dieses Wiedersehenstages. Die geschichtliche Ueber-

Dr. Thompsons Seifenpulver (Marke Schwan) das Paket 30 Pf.

5 p

§

I

^seifenpulvkr.

Näherin perfett im Schnei­dern u. Weis,nähen, nimmt noch Kunden an in u. außer dem Hause. Schr. Ana. u. 05162 an d. G. Anz. 15-20000 man v. solidem Handels­unternehmen gegen gute Sichertest und Zinsen gesucht. Ber- mlttL verb. Diskret. Schr. Ang. u. 6318V an den Gieß. Anz,

1104V eeeeeeeeeee®