Einzelbild herunterladen

Samstag, 2L Juni 1925

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Ewerhesseu)

Kl'. (48 Zweites Blatt

MWOeZekW

die ausschließlich vom

KINDERWAGEN

Ndd> aen Urten der Verbraucher der beste für Jhr Kind ei -ftauf nur fliesen

u. a. 85 Mk.

4. Facharbeiter des Daugetoerbrs. Spengler, Schlosser ufto. 130 Mk.

5. Bildhauer, Dachdecker, Handlungsgehilfen, Heizer, Monteure 170 Mk.

6. Geschäftsführer, Lagerhalter, Kellner ufto. 240 Mk.

7. Köche. Oberkellner ufto. 330 Mk. ufto Bei den vorstehenden Pauschsäyen ist der

von prozentualen Zuschlägen zu den Einkommen- teuervvrauszahlungen 1925 erhoben. Es müssen also diese Steuerpflichtigen (Gewerbetreibende, Angehörige freier Berufe ufto.) ihre Kirchen- (Kultus-Heuern gleichzeitig mit den Einkommen- steuervoraus-ahlungen entrichten. Einen Steuer­bescheid erhalten diese Steuerpflichtigen nicht.

2. Die Lohnsteuerpflichtigen sind in Kirchen­steuergruppen nach Maßgabe eines Erlasses des Herrn Rcichsministers der Finanzen einzustufen. Diesen Steuerpflichtigen war ein Steuerbescheid zu erteilen. Die großen Gehaltsempfänger, die neben dem Lohnabzug noch Einkommensteuer­vorauszahlungen zu leisten haben, haben außer der Kirchensteuer vom Lohnabzug (Steuerbescheid) auch bei Entrichtung ihrer Einkommensteuer- Vorauszahlung von dieser noch Kirchensteuern zu entrichten.

3. Ebenso wie den Lohnstcuerpslichtigrn war

besteht.

o Großen-Linden, 26. Juni. Schon seit längerer Zeit trägt sich die Eisenbahnbehörde mit der Absicht, der hiesigen B a h n h o f s a n l a g c ein

Vie Kirchensteuer-Veranlagung.

Als Antwort auf ein Eingesandt in Ar 130 desGieß. Anz." wird uns vom Finanzamt Gießen geschrieben:

Für die Kirchensteuerveranlagung 1925 ist im Einvernehmen mit den Kirchenbehörden und den hessischen Aegierungsstellen folgendes Verfahren festgelegt worden:

1. Die Kirchen-(Kultus-)steuern 1925 werden von denjenigen Steuerpflichtigen, die Einkommcn- steuervorauszahlungen zu leisten haben, in Form

Bezugspreis einschließlich aller Beilagen 2 Mk. monatlich und oq <pj. für Trägerlohn. Bestellungen nehmen entgegen in Gießen die Trägerinnen und die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers, auswärts über 200 örtliche Zweigstellen und die Post.

Familienstand nicht berücksichtigt. Deshalb waren sur jedes beim Steuerabzug berücksichtigte Fa- ; «y- h

milienmitglied 10 Prozent abzusetzen, der Rest- |

Sperrholz

in Gabocn. Erle und Kieler -iA mm schweb, u bayr- Hobelbretter, sowie Sva> lierlatten- Bretter und Dielen in allen Stärfen, ebenso Eichen. Luchen- und Eichenschnittware liefern in allen Stärken franko jeder Station. 2196c

Eugen Dürr & Co., Bietzen

Telephon 149.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck. 27. 3uni. Aach dem E.gcbnis der Volks-, Berufs- und Betriebs­zählung am 16. 3uni beträgt die Ein­wohnerzahl unserer Gemeinde 3566. Davon sind 1696 männlichen und 1870 weiblichen Ge­schlechts. Bei der letzten Volkszählung am 8. Aug. 1919 ergaben sich 3358 Personen, wovon 1568 männlichen und 1790 weiblichen Geschlechts waren. Die Zunahme beträgt also 208 Personen oder 6 Prozent. Wohnhäuser sind 597 vorhanden. Die mit der diesmaligen Zählung verbundene Betriebszählung ergab 202 Gewerbe­betriebe und 579 lano- und forstwirtschaftliche Betriebe. Bei den letzteren ist allerdings zu be-

Die Folgen der polnischen Zollexperimente

Bekannllich hat Polen vor einem Monat für etwa 200 Warenpositionen eine Erhöhung des Ein­fuhrzolls cingesührl, wobei die rein fiskalischen Zölle um 400500 Prozent, die Schutzzölle um 40 bis 100 Prozent gesteigert wurden. Dabei hat^Polen sich große Mühe gegeben, seinen Verbündeten Frank­reich möglichst zu schonen. Desgleichen wollte man mit der Tschechoslowakei, mit der man kurz vorher einen Freundschaftsvertrag und ein Handelsabkom­men abgeschlossen hat, nicht vor den Kopf stoßen. So ließ man die französischen Weine, Seiden und Halbseiden, Automobile und kosmetischen Artikel, Parfüms, Kognak und Liköre unangetastet, während für die hauptsächlichsten Exportartikel der Tschecho­slowakei eine 10lbprozentige Steigerung der bis­herigen Zollsätze oorgenommen wurde. Trotzdem sind sowohl Frankreich als auch die Tschechoslowakei mit der Heraufsetzung des polnischen Zolltarifs keineswegs zufrieden. Frankreich lieh bereits durch- blicken, daß es bei seiner demnächst erfolgenden Zoll- tarifrevision für gewisse Exportartikel Polens höhere Sätze einführen werde, die Tschechoslowakei aber ließ in Warschau erklären, daß sie die Erhöhung der polnischen Zolltarife als einen unfreundlichen Akt gegenüber der Tschechoslowakei betrachte. Sollten die Tarife nicht wieder herabgesetzt werden, so würde die Tschechoslowakei das Polen zugesagte Kohlen- einfuhrkontingent außer acht lassen und das polnisch­tschechische Handelsabkommen nicht ratifizieren. Zur Zeit finden zwischen Warschau und Prag wegen des Einspruchs der Tschechoslowakei gegen die polnischen Zolltariferhöhungen lebhafte Verhandlungen statt. Die Situation gilt hier in eingeweihten Kreisen als direkt zugespitzt.

leben, gibt es hier nur wenige.

* Treis a. d. Lda., 26. Juni. An dem vom GesangvereinLiederkranz" anläßlich seines 60jährigen Bestehens und 50 jäh. rigen Fahnenjubiläums am kommenden Sonntag veranstalteten Gesangswettstreit beteiligen sich 16 Vereine, während im ganzen 36 Vereine erscheinen werden. Mit dem Feste soll das diesjährige Jugendfest verbunden werden. Die Reichsbayn läßt am Sonntag anläßlich des Festes einen Sonderzug verkehren, der abends 8 Uhr in Treis abgeht und 8.28 Uhr in Gießen an- kommt, so daß dort Anschluß nach allen Richtungen

den Landwirten im Aotgebiet (Oberhessen), denen gegenwärtig die Einkommensteuervorauszahlun­gen gestundet sind, die Kirchensteuer durch De- ,-----. . . . -

scheid anzufordern. Die Grundlage für die Ueberholungsgleis anzugliedern, und zwar Kirchensteuer bildete hier die Einkommensteuer- längs der östlichen (Leihgesterner) Seite, ausgehend Vorauszahlung 1925, die die Landwirte zu ent- von der Kreisstraße Großen LindenLethgestern. richten gehabt hätten, wenn keine Stundung vor- I Bei dem ersten Bahnübergang in nördlicher Rich- (ägc tung aber, wo ein Feldweg den Bahnkörper kreuzt,

4. Die Kirchensteuerbescheide sollten Ende stößt die beabsichtigte Gleisanlage auf den land- April 1925 in den Händen der betreffenden wirtschaftlichen Fuhrwerksverkehr, und die damit Steuerpflichtigen sein. Die finanzielle Lage der gegebenen Schwierigkeiten sollen dadurch beseitigt Kirchen erforderte eine solche Beschleunigung. Die werden, daß als Ersatz für den Wegfall dieser Ausfchlagsähe wurden erst Ende April bekannt. Ueberfahrt etwa 80 Meter weiter nördlich in der

Die unter 2. genannten Steuerpflichtigen Nähe des kleinen Viaduktes eine entsprechende 11 n - (Lohn- und Gehaltsempfänger) sollen die Kirchen- terführung in den Bahnkörper eingebaut wird, steuer von dem im Lohnabzugsverfahren ein- Im Interesse der drängenden Festlegung des neuen behaltenen Steuerbetrag entrichten. Dieser war Wegenetzes der Feldgemarkung mußte die hiesige jedoch für 1924 nicht festgestellt worden und Feldbereinigungskommission nun wissen, ob und bis konnte auch jetzt nicht mehr ermittelt werden, wann den zugesagten Unterführungsbau in Angriff weil damit eine erst in Monaten zu bewältigende zu nehmen beabsichtigt sei. zumal schon fett Mo- Arbeit verbunden gewesen wäre, für die weder naten die schönen Lindenbäume auf dem östlichen Zeit noch Personal zur Dersügung stand. Es Dahnstcig entfernt worden sind: 'n ihrem IBeftfjeiö wurden deshalb Pauschsähe festgelegt und diese fordert die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., die im Cinzelsall. je nach Berufsart, dem Kirchen- | durch die Feldbereinigung aufzubringende kosten. steuerausschlag zugrunde gelegt. Diese Pausch- sähe stellen somit die vom Arbeitslohn einbehal­tenen Steuer betrüge dar. Sie betragen für:

1. gering entlohnte Arbeitnehmer 34 Mk.

2. Taglöhner und Arbeiter 50 Mk.

3. Facharbeiter, tote Bäcker, Metzger, Konditoren

Persil

rücksichtigen, daß es sich in der Hauptsache um Klein- und Zwergbetriebe handelt, da deren In­haber oder Familienmitglieder noch irgendeinem anderen Crwerbszweig nachgehen. Landwirte, Ertrag ihrer Landwirtschaft

betrag bildete die Grundlage für die Kirchen­steuerveranlagung.

Cs beträgt beispielsweise bei einem der unter 3 ausgesührten Facharbeiter der Pausch- fah 85 Mk. 3si c nun verheiratet und bat neben der Ebcsiau 2 Kinder, so find für diese Fa­milienangehörige 3 > 10 " 30 o oder 25 Mk. an

dem Pauschbetrag von 35 Mk. abzufeyen. Bon dem hiernach vetbleibenden Aestbetrag von 60Mk. wird die Kirchensteuer errechnet.

Die Einreihung der einzelnen Lohnfteuer- pflichligen in diese Gruppen hatte durch daS Finanzamt zu erfolgen. Wurde aus eigener Kenntnis des einzelnen Falles festgestellt, daß ein Lohnsteuerpflichtiger in eine andere (höhere oder niedere Gruppe) gehörte, so stand einer dem­entsprechenden anderen Eingruppirrung nichts im Wege Die Einstufung erfolgte nach B.nufsarten. 'Die Berufsart war den Finanzämtern durch die im Oktober 1924 durch die Haushaltungsvorständ« aufgestellten Wohnungslisten bekannt. Wenn hier­bei Lehrlinge oder Haustöchter zur Kirchensteuer herangezogen wurden, so hat dies feinen Grund darin, daß die betreffenden Personen in der Wohnungsliste von dem Haushaltungsvorstand z. B. als Bankbeamter und nicht als Dank­lehrling. als Maurer und nicht als Maurer­lehrling oder als Kontorist ufto. (was vielleicht vor einigen 3ahren zutraf) und nicht als Haus­tochter ohne Beruf eingetragen werden.

Die von dem Herrn Einsender in Ar. 130 des Gießener Anzeiger" gerügten Fehlveranlagun­gen, die. nebenbei bemerkt, im Verhältnis zu I der großen Zahl der Steuerpflichtigen verschwin­dend gering waren, ließen sich unter b;n obwal­tenden Lim ständen trotz größter Sorgfalt nicht vermeiden, da die Bezüge eines jeden Einzelnen den Finanzämtern nicht bekannt waren und die Veranlagung (im Bezirk des Finanzamtes Gießen ca. 20 000 Posten) innerhalb weniger Tage durch­geführt werben muhte. Eine Einforderung von Gehaltslisten bei den Arbeitgebern war. da diese zur Einreichung nicht verpflichtet waren, nicht möglich und hatte auch, sofern die betreffenden Arbeitgeber dazu bereit gewesen wären, die Der- anlagungsarbeiten auf Wochen und Monate hin­aus verzögert.

Welche Erwägungen für die Fassung der Kirchensteuerbcscheide maßgebend waren, ist nicht bekannt, da die Bescheide amtlich geliefert wurden.

Oberhefsens und des angrenzenden Lahngebieles ist der seil 175 Jahren erscheinende

Gießener Anzeiger mit seinen anerkannt hervorragend ausgestatteten, in eigenem Redaktions- und Buchdruckereibetrieb bearbeiteten Beilagen Gießener Familienblätter

Dienstags und Samstags

Heimat im Bild

Donnerstags

Die Scholle

Ratgeber für Viehzucht-, Feld- und Gartenbau Freitags

Exports nach Polen ausgeschaltet hat, um seine Zahlungs- und Handelsbilanz zu retten, mit dem- selben Recht konnte jetzt Deutschland die Kohlen- irnportrnengen, durch die seine eigene Handelsbilanz belastet wurde, herabsetzen. Aus diesem Grunde er- cheint er recht merkwürdig, daß sich die polnische Presse über die Handlung des deutschen Kohlenkom- missars aufregt, während sie kurz vorher die Hand­lung des polnischen Wirtschaftsdiktators guthieß.

Aber nicht nur gegen den deutschen Ausfuhr- handel hat sich der revidierte polnische Zolltarif ver- ünfcigt, sondern besonders auch gegen die Lebens- nteresien Oesterreichs, über das die polnische Presse chon seit Jahren schrieb, daß es in uneigennützigster Weise wirtschaftliche Freundschaft mit Polen unter­hält. Ein großer Teil der bisherigen österreichi­schen Einfuhr nach Polen wird durch den polnischen Zolltarif vollständig unterbunden. Darum hat auch Oesterreich in Warschau mit scharfen Gegenmaß­nahmen gedroht und dabei erklären lassen, daß es selbst vor einer Kündigung des österreichisch-polni­schen Handelsvertrags nicht zurückschrecken werde. Um so mehr muß man sich über die schädigenden wirtschaftlichen Maßnahmen Polens gegen Oester­reich wundern, als es Polen sehr darum zu tun ist, Oesterreich als billiges Tranfitland für seine natür­lichen Produkte zu gewinnen. Es haben bereits zwischen Warschau und Wien Vorverhandlungen übe ein Zusatzabkommen zum bisherigen polnisch- estcrc'-'chischen Handelsvertrag stattgefunden, wobei Polen feine Wünsche nach möglichst weitgehender Herabsetzung der österreichischen Transittarife äußerte. Rur dank einer weitgehenden Herabsetzung der österreichifchen Transittarife wäre eine größere Zu- nähme dcs polnischen Kohlenexports nach Italien, Südslawien und Ungarn möglich. So hat also Po­len alle Ursache, um Oesterreichs Gunst zu werben. Die Warschauer aber verbauen der österreichischen Export den Weg nach Polen und sind andererseits so naiv, zu glauben, daß Oesterreich das alles ruhig über sich ergehen lassen wird. Aber diesen Gefallen hat Oesterreich der polnischen Finanz- und Zoll­politik nirt.f gelan. Gegen die übereilte Handlungs- weise Polens haben übrigens auch Spanien und Italien protestiert. Spanien hat sogar den Handels­vertrag mit Polen gekündigt.

Mit Recht verlangt der vernünftige Teil der polnischen Presse, daß die Regierung in Zukunft bei allen Zollerhöhungen das internationale Terrain genau rekognosziere und Vorbereitungen treffe, die vom Ausland gegen Polen unternommene Gegen­maßnahmen ausschließen. Es wird der Regierung zum Vorwurf gemacht, daß sie bei der Zollerhöhung den Sejm vollkommen umgangen hat, obwohl sie durch Gesetz verpflichtet ist, sich bei solchen Maß­nahmen der Kontrolle durch das Parlament zu unterziehen. Man verlangt die Abschaffung des jetzigen Zolltarifs, der einen vorwiegenden Der­brauchscharakter hat, und dafür die Einführung eines Zolltarifs mit einem ausgesprochenen Protek- | tionscharakter. Der Regierung wird ferner vor-

Am meisten aber wurden durch die Zollerhöhung Deutschland, Oesterreich und Italien betroffen. Da ich zwischen Deutschland und Palen wegen der Sperrung des polnischen Kohlenimports nach Deutschland sowieso eine sehr schwierige Situation herausgebildet Hot, die die deutsch-polnischen Han- delsverlragsverhandlungen zumindest für längere Zeil verzögert, so wird sich Deutschland gegen die Zollerhöhung Polens offiziell zwar nicht wenden können, doch kann man in Warschau nicht ableugnen, daß die Revision des polnischen Zolltarifs die Posi­tion Polens gegenüber Deutschland wesentlich ge* chwächt hat. Denn durch die Steigerung der Zoll­tarife ist ein bedeutender Teil des Exports nach Polen unterbunden worden, und dies mag wesent­lich zu dem Angebot Deutschlands auf Zulassung eines rheinischen Kohlewimports in Höhe von 60 000 Tonnen monatlich geführt haben. Ebenso wie Polen, ohne Deutschland zu befragen, durch Heraufsetzung der Zolltarife einen beträchtlichen Teil des deutschen

Die Untat von Serajewo.

(28. Juni 1914.)

Bon Professor Ferdinand Dreher, Friedberg.

Am 28. Juni, dem Tage der Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares, sind es elf Jahre her, daß der zündende Funken des Weltkrieges in das europäische Pulverfaß sprang.

Dec serbische Geschäftsträger Gruitsch in Lon­don hatte den Raget auf den Kopf getroffen, als er am 8. September 1911 nach Belgrad berichtete: Sowohl Frankreich wie auch feine Bundesgenos (en find der Ansicht, daß der Krieg auf spätere 3eit, das ist auf d i e Jahre 1914(15 ver­schöben werden müsse."

Zehn Jahre lang lag über dem unseligen Attentat von Serajewo Halbdunkel. Run hat Ljuba Zowanowitjch, 1914 serbischer Unterrichtsminister, in seiner Schrift1 9 1 4 1 924, Blut des Slawentums" (Belgrad 1924, Druckerei Cawa Radenkowitsch, Uskotschkastra 10) den berghohen Entlastungsbewesi. zugunsten der Mittelmächte neues, entscheidendes Entlastungsmaterial hinzuge­fügt, nämlich das unumwundene Eingeständnis, daß die serbische Regierung bei der Er­mordung des Erzherzogs Franz Fer­dinand mittätig war! Der Mord von Sera- jewo schloß eine lange Kette als letztes Glied. Er war das Werk eines wohloorbereiteten Anschlages, er war die Kriegserklärung Serbiens an Oesterreich- Ungarn.

Oberstleutnant D » m i t r i j e v t c, da­mals Chef der Nachrichtenabteilung im serbischen Großen General st ab, lei­tete b i c Ermordung des Erzherzogs, und zwar in vertraulicher Fühlung­nahme mit dem russischen General st ab. Sämtliche Mitglieder des serbischen Kabinetts hatten bereits Ende Mai oder Anfang Juni 1914 Kenntnis von dem geplanten Attentat und ließen den Dingen absichtlich ihren Lauf. Um sich im Notfall den Rücken decken zu können, erging zwar an die serbischen Grenzbehörden derBefehl", den Uebertritt der Attentäter auf österreichisches Gebiet zu verhindern, aber die Mordbande wurde von den Grenzwächtern glatt über die Drina nach Bosnien geschmuggelt, da diese Beamten ebenfalls zu dem großserbischen GeheimbundSchwarze Hand" gehörten, der jetzt die Art an den Stamm Oesterreichs legte.

Noch hätte die serbische Regierung das drohende Unheil abwenden können, aber sie beschränkte sich lediglich darauf, dem österreichischen Minister für Bosnien Dr. v. Bilinski, gegenüber (5. Juni 1914) die Teilnahme des Erzherzogs Franz Ferdinand an den Manövem in Bosnien als unerwünscht zu be­zeichnen. Der serbische Gesandte bat Dr. v. Bilinski ausdrücklich, diese Aeßerung nicht als offiziöse Mit- teilung zu betrachten.

Don dem in Erfahrung gebrachten, aus den 2 8. Juni 1914 fe ft gefegten A n - schlag ließ die serbische Regierung nichts verlauten, unternahm auch keine Schritte, um die Grenzbehörden, die Helfershelfer bei dem Attentat, zur Derantwortung zu ziehen und suchte überdies die Mordbuben unauffindbar zu machen, damit es Wien nicht gelinge, irgendwelches Einverständnis zwischen dem offiziellen Serbien und den Mördern festzustellen.

Es kann sonach gar keinem Zweifel mehr unter­liegen, daß Oesterreich das Recht, ja die Pflicht hatte, Serbien zu züchtigen, und wir fragen, ob eine an­dere Großmacht, z. B. England, im gleichen Falle nicht noch weit schärfer ins Zeug gegangen wäre als die Donaumonarchie.

Langsam aber unaufhaltsam bricht sich die Wahrheit Bahn und beleuchtet die im Artikel 231 des Zwangsdiktates von Versailles niedergelegte Behauptung von Deutschlands Schuld und Schaden­ersatzpflicht' immer greller als den größten Betrug der Weltgeschichte.

Es ist fein Beweismaterial erschienen, das dartut, daß die deutsche Regierung oder das deutsche Volk den Weltkrieg gewünscht oder im geheimen ge­plant hat. Ebensowohl vor wie auch nach der Er­mordung des Erzherzogs Franz Ferdinand waren die Absichten der Wilhelm st raße (Ber­lin) ebenso friedlich, wie ihre Politik ungeschickt war" (aus: G. P. Gooch,Germany". Ernest Benn, London, 1925, S. 110).

geworfen, daß sie durch die letzte Zolllarisrevision Polens Ansehen in den vorher genannten Ländern schwer geschädigt habe, da das xluslanb den Ein­druck gewinnen müsie, daß man in Polen dauernd Experimente anwendet und von einer zielbewußten Finanz- und Wirtschaftspolitik keine Ahnung habe.

allein verwenden!

Persil enthält beste Seife in feinster Verteilung so reichlich, daß jede Mitverwendung von Seite und SeiTenpulver Verschwendten? wäre. Ge- naue Befolgung der Gebrauchsanweisung sichert höchste Waschwirkung!