Ausgabe 
27.5.1925
 
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Rr. 122 Zweites glatt

(Riedner Ilnzeiier <Eenera1-?line>yer für Gberbesfen)

r'^ocb. 27. IHai 1925

Das pazifische p ob em.

Don Äapu in zur See a. D Waldei-er-Hary

Die Dereinigten Staaten von Amerika hab n im Frühjahr die'es Jahres SIotlenmanöDci größten 21 smaßes ab- gehalten, die von höchster politischer Bedeutung find. Die Manöver haben zur Grundlage ge­habt. Crfahr ngen darüber zu sammrln. wie der Angriff einer fremden Macht auf die H a - waii-Inseln ab- w?hren fei. Diele fremde Macht ist Japan Die Slbhaltung der Manö­ver hat daher im Lande der anfgehenden Sonne schärfste Erbitterung erreg' Und diese Erbitte- rung wird aller Daraussicht nach dadurch noch gesteigert werden, daß ne:e'dings verlautet, die amerikanische Flotte Welle von den Hawaii- Inseln auS einen Besuch in Australie abftatfen Den Besuchen einzelner .Kriegsschiff braucht keineswegs immer eine politische Bedeu­tung innezuwohnen. Menn aber ein Flotten­aufgebot von in-gesamt t07 Schissen mit einer Besatzung von 33 000 Mann unmittelbar im Anschluß eine-'- Manövers das eine aktuell? politische Streitfrage als Unterlage hatte, statt- findet, dann liegt die hohe Bedeutung auf der Hand.

Australien steht, was die Behandlung der sogenannten gelben Gefahr anbetrifft, ganz auf feiten Amerikas. Es hat vor wenigen Jah­ren erst durch den Mund seines Premierministers erklären lassen, daß es .w e i ß" zu bleiben wünsche und eine ,gelbe" Einwanderung nicht zulassen würde. Ja, eS ist sogar nicht ausge- schlossen, daß die Staffenfrage in Australien noch schärfer und leidenschaftlicher als in den Bereinigten Staaten von Amerika behandelt wird. Der Besuch der großamerikanischen Flotte in australischen Häsen bedeutet nun nicht mehr und nicht weniger, als dafi Amerika und Austra­lien sich in der 2lbwehr der gelben Gefahr eins fühlen, und dass Amerika gegebenenfalls bereit ist. auch den Schuh Australiens gegen Japan zu übernehmen.

Aach allem darf es nicht wundernehmen, wenn der geplante Flottenbesuch in England mit gemischten Gefühlen betrachtet wird. Alan weih es noch aus früheren Zeiten der Spannung, dah Australien allemal ein starkes Anlehnungsbedürsnis an die Bereinigten Staa­ten empfindet, sobald die gelbe Gefahr am Hori­zont erscheint. Man ist sich in England ferner darüber klar, dah der Bau und die Eröffnung des PanainakanalS nicht nur die militä­rische Machtstellung der Bereinigten Staaten gestärkt, sondern auch die Handelsregsamkeit Bruder Jonathans in nicht unerheblichem Maste belebt haben. Der Handelsweg zwischen Austra­lien und Amerika ist kürzer als der OB eg nach England Und weitschauende englische Po­litiker sehen die Stunde kommen, wo der kür­zere Handelsweg feine Borzüge dartut, so dah England erheblich geschädigt werden könnte. Die Handelsbeziehungen zwischen den Ländern spie­len heutigen Tages aber eine Stolle wie nie zuvor. Sie knüpfen Fäden politischer Art. die sich zu gegebener Stunde als äußerst haltbar erweisen. Man gibt in England zwar zu, dah der Besuch der amerikanischen Flotte in Austra­lien und die Ausnahme, die man den Schiffen dort bieten werde, eine rein australische Frage sei. ist andererseits aber doch von der Entwicklung der Dinge insofern nicht gerade an­genehm berührt, als man befürchtet, die Freund­schaftsbande zwischen Australien und Amerika würden sich aus Anlah dieses Besuches allzu eng knüpfen. Ferner möchte man selbst eine allzu schroffe Stellung gegen Japan vermei­den Menn auch der Bündnisvertrag mit dem Lande der ausgehenden Sonne gelöst worden ist, so besteht in England doch nicht das geringste Interesse, bei Behandlung der japanischen Frage lediglich im Kielwasser der Bereinigten Staaten $u segeln. Kommt es um des Rassenhasses und lnsbesondere um Chinas willen zum Kriege zwischen Japan und Amerika, eine Entwicklung,

di« in der Lust liegt, dann erhebt sich für England die äußerst sc irrige F age. wie es sich verhalten klL S.'eh' ce abseits und ergreift leine Pa lei, wird es mit größter Wahrscheinlich' ü Australien d e . 1 i e r c r Schwenkt cs hinge.,e i in die a m e r i t a n i £ Front ein und Hilst Japans M. ' - > ;iri:m mem, dann b sorgt c_- Icatcn Endes*am -.anif- c durch den Weltkrieg ring leitet o i t; jene Entwicklung nämlich, die die 2c - einigten Staaten zum Herrn bet IDclt macht.

Das pazifische Prb'.em gestal e: sich allo vor allem auch für England außerordentlich schwierig 2lls es seinem Han Isneid gegen Deutschland freien Laut liest unb die En­tente zusammenschmiedete, hat es sich selb i kei­nen Dienst erwiesen. Der gadü Hahn kräht feil jener Zeit überlaut, die Weltbörse ist auS London abgewandert, und Bruder Jonathan protzt mit feiner Muskelkraft. Die Entwidlung gewaltiger Dinge ist im Fluh. Deutschland müh wach bleiben, um feine Stunde nicht ein zweites Mal zu verpaffen.

Der Parlament«« che Diktator.

Don unserem römischen k-Korrespondenten.

St o m , 22. Mai

Mussolini beruft einen Ministerrat ein. Das sieht dann folgendermaßen aus

31 Presidente del Coniigl-o. der M i n i ft c i- präsidentMussolini, nimmt an dem Tisch des Hauses Platz, schlägt seine Aktenmappe auf und läßt seinen berühmten kreisrunden Blick an dem im Halbkreis um ihn versrmmelten Ministern entlangrollen: das heilst, er sieht in einen vier­teiligen Spiegel. Zur Linken sitzt ihm nun gegen­über der Minister des Auswärtigen Mussolini, zur Rechten bei Kriegsmini- st er Mussolini, in der Mitte der M a r i n e- Minister Mussolini und der Führer der LustwasseMufsolini. Die Litz n der Er­wählten beginnt. Der Ministerpräsident ergreift das Worfi

Wie ich zu meiner Genugtuung sehe, ist der Minister des Auswärtigen in allen Stücken meiner Meinung, die auch von dem Kriegs­minister geteilt wird. Ich stelle fest, dah, nach­dem ar Ich der Marineminister und der Führer unserer verheißungsvollen Luftwaffe ihre Zu­stimmung geben, der Ministerrat zu einem ein­mütigen Entschluß gekommen ist und hebe daher bie_ Sitzung auf.

Es müßte keinen Witz mehr in Italien geben, wenn fid) die satirischen Blätter einen solchen Stoff entgehen ließen. Ernsthaft betrachtet, darf man hinzusügen, dah Mussolini natürlich in Wahrheit auch fein eigener Innen- min i ft er geblieben ist, trotz der Ernennung des nationalistischen Führers Federzoni, die seinerzeit als erste Konzession an die Opposition gedeutet werden konnte. Ein parlamenta­rischer Diktator also, wenn man will. Ein Mann, der den Parlementarismus benützt, um ihn ad absurdum zu Beil oder zu den gesammelten Portefeuilles greifen, um seine Art, Weltgeschichte zu machen, noch plastischer herauszuarbeiten, so kämen wir um ein interessantes Experiment auf gegebener Grundlage, würden einfach vor ein revolutionäres Fait accompli gestellt, wie es schon duhenrnal da war. Dah sich Mussolini seinen Diktatortitel sozusagen erst verdient, Stück für Stück mit den gebräuchlichen Examensmitteln erringt, das ist das Originelle. Es heißt hier nicht: Ich bin Diktator, sondern: Wie werde ich Diktator?

DerHerzog des Meeres", Qlbmiral Thaon bi Revel, ist als Marineminister bald seinem Kollegen vom Kriegsministerium, General D i Giorgio, gefolgt. Beibe scheiterten an ihrer Loyalität gegenüber dem Diktator, ober noch präziser gefaßt: beibe dachten mussvlinisch und muhten daher fallen, wenn es an Mussolini war, zu fallen. Der König Hit gefehlt, folglich opfert sich ein Offizier. Unzeitgemäh, vielleicht, tribe-

a b c d e f g h Weih: Matt in brei Zügen.

Weiß: 8 Steine. Kf8, Del, Td8, Ld2, Bb3, Bf2, Bg4, Bh4.

Schwarz: 9 Steine. Ke6, Sc3, Bb4, Bb5, Bb6, Bd4, Be4, Be5, Bf3.

Partie Nr. 6.

Die nachfolgende Glanzpartie wurde in der 5. Runde des Internationalen Schachmeistertur­niers zu Baden-Baden am 21. April 1925 gespielt.

Holländische Partie.

Weiß: Dogoljubow (Rußland). Schwarz: Mieses (Deutschland).

1. d2-d4 1. f7-f5

2. g2-g3 ein alter Zug, den neuerdings Grün­feld empfiehlt.

2..... 2. Sg8-f6

3. Lfl-g2 3. e7-e6

4. Sgl -T3. Bon Bogoljubow bevorzugt, andere entwickeln den Springer nach h3.

4..... 4. d7-d5 .

5. 0-0 5. Lf8-d6

6. c2-c4

6. c7c6

7. Sblc3

7. Sb8-d7

8. Ddl -c2

9. Kgl-hl!

10. Lei - f4

11. g3xf4

12. e2-e3

8. Sf6 e4

9. Dd8-f6

10. Ld6xf4

11. Df6-h6

12. Sd7-f6?

13. Sf3-e5 13. Sf6-d7

14. Tfl-gl 14. Sd7Xe5

15. d4xe5 stärker als fxe, da Weiß den auf d7 zu entwickelnden schwarzen Läufer nun mit Td7 indirekt angreifen kann.

15..... 15. Se4Xc3

es drohte Lxa4 nebst riesiger Springerstellung nach Sc3-e2-d4

Lchach-L-J

Öcjibctici

2flle für die Redaktion befti nnten Mir lur.gvn, ßöiu.ig.n ufu? find -a ri. en an d. Schachr.dattio des .G. ner A eiger»"

431 oaicin Nr. 13. Don A. Burmeister in Reval. Schwarz:

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16 h2xc3 16. Lc8-d7

>7 fnldl 17. b7-b5

Um dem rc:gum4manöper IS. cxdS nebst c3 - 4 zur. i ukommen.

18 Dc2-b. 8. 0-0

10. Dh2-.i3! 19. Tf8-d8

20 c lxbö 20. c< xb5

21 Di 321 D.,O-h5

22 I 2xd Der Beginn einer völlia trrretten O rkombina.ion von befiridenber Schönheit.

22 22. cixdS

23. Tßl>-g7+Ü 23 Kg8*g7

24. 24 Ki;7-g8

.'5 Tdl-gl-f- 25 !)"5-g4

26. TglX- 4-h 26. f5Xg4

27. f4-f5! 27. Td^-cS

28. e»- ri» 28. Ld7-c6

29. Df6-17-b 29 Kv8-h8

30-ld 30. Tc8-g8

31. Df7c7 31. I a8-c8

32. Dc7-e5 32 d5-d4-f-

33. Khl-gl 33. Lc6-d5

34 f6-f7-j- 34 Ig8 - g7

35. De5xd5 ausgegeben.

Lösung deS Problems Sir. 12.

1. Sf7-do, KdO: 2. Di64-, Kc5 3. Sd3++.

1..... Ke5: 2. De7 + , Kdl 3. Sb5+ + .

1......8 2. Se8!', Ke5: 3. Dc3++. Aus jeden

anderen Zug 3. Dt6+-f-.

2!ns der Sdjndjwclt.

In einem vor kurzem vom neugegründeten Frankfurter Schachverband vc anftaltetcn Städte­kampf zwischen Frank'urt einer eits und Hanau und Mainz andererseits (W:esbaden war nicht erschienen) siegte Frankfurt überlegen mit 17'/, zu 71/-. Bei eine: Beteiligung W esbadens wäre das Resultat für die Verbündeten ficherlid, etwas günstiger ausgefallen.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaktionSttfch.

Klops.

(Berliner Selbstbegegnung.) 3d sitze ba und esse Klops. Uff ecmal llopp's.

Ick fiele, staune, wundre mir, Uff emal jeht fe uff, de Tür. Slanu denk id, id denk nanu, 3eh is Je uff, erschl war se zu? 41 nd ick jeh raus unb bilde. Und wer steht draußen? Icke!

vAus dem Europa-Almanach des Berlags Kiepenheuer.)

Der Adler unb die Gänse.

Zwei Gänse standen eifrig schnatternd am Ufer eines Sees, als ein Adler beutegierig auf sie stürzte, um sich jn einer von ihnen einen Leckerbissen zu holen. Der Feind wurde aber rechtzeitig von ihnen bemerkt und sie plumpsten tauchend in das Wasser. Der Adler sah fid) seines Bratens beraubt und flog von bannen. Als die Gänse wieder empor kamen unb die Gefahr glücklich überwunden mußten, sagte die eine zur anderenBilde dir nur nicht ein, daß er dich haben wollte!" (Aus Reclarns Universum, Heft 33.)

rizianisch, aber nicht ohne Größe. Di Giorgio legte dem Senat Mussolinis Heeresreform vor, Mussolini kam der Verwerfung des Senats zuvor, indem er sie im kritischen Augenblick z u - ckz o g. Und der Getreue ging: Disziplin. Richts weiter. Thaon bi Revel war für eine Erhöhung ber Schlagkraft der Kr i egs- flotte, Mussolini auch. Mussolini beschloß, sie gleichzeitig mit ber Erhöhung dernationalen Verteidigung zu schaffen. Damit wurde der

Posten eines Admiralstabchefs überflüssig unb der Herzog des Meeres ging, nicht ohne den Herrscher mit der Würde des Senators zu grüßen.

Mit jener geraden Entschlossenheit und uner­hörten Arbeitskraft, die diesen Bierziger auszeich­net, übernahm Mussolini selber die freige­wordenen Posten ab interim, bis die Berschmel- zung aller Waffen in eine einzige Wehr Tat­sache sein wird. Das wird immerhin nicht von

Erster Welckervortrag.

Die Reih« der vom Oberh es fischen Ge- schichtsverein und der Bereinigung der greunbe des humanistischen Gymnasiums veranstalteten Dorträge zu Ehren F. G. Welckers würbe am Freitagabend burch Professor He rzog eröffnet. Ausgehend von Weickers fruchtbarer Beschäfti­gung mit der Heillunde der Griechen führte er seine Zuhörer auf die Insel Kos, eine der schönsten Perlen im Kranze des Aegäifchen Meeres, zum Heiligtum des menschenfreundlichsten GotteS der Griechen, des Asklepios, und zur Schule des S3aters der wissenschaftlichen Me­dizin, des großen Hippokrates.

Professor Herzog hat in den Jahren 1900 bis 1907 Ausgrabungen auf Kos geleitet, deren verheißungsvollstes Ziel die Entdeckung unb Auf­deckung des berühmten Asklepieions dieser Insel war. Er fand das Heiligtum, dessen Lage im Laufe der Zeiten völlig vergessen worben war, im Oktober 1902 westlich vom Türkendorfe Ker- mete. über eine halbe Stunde Wegs von der Stadt entfernt, bei einer Klosterruine, deren Qiame Panagia t-arfu die Erinnerung an das Alfos, den heiligen Hain des Gottes, barg.

Die von Herzog und seinem Mitarbeiter, dem Gießener Ehrendoktor S ch a z m a n n, er- fchlossene Daugeschichte des in drei Terrassen aufsteigenden Heiligtums lehrt, daß derAsllepios- kult im Zypressenhain des Slpollon erst um 350, also nach dem Tode des Hippokrates. be­gründet, baß das Asllepieion erst 300 bis 270 gebaut und im nächsten Jahrzehnt weiter aus­gestaltet worben ist. Aus ber Befruchtung der ererbten und selbständig erweiterten ärztlichen

Erfahrung durch den Geist ber jonischen Wissen­schaft war in einem scharf beobachtenden und kritisch denkenden Kopse die rationelle Heilkunft geboren, im koischen Asklepieion vereinigte sie sich mit ber Religion des Heilgottes zu einem freien und fruchtbaren Bunde. Frommer Glaube unb wissenschaftliche Medizin bildeten hier keine Gegensätze, sondern eine wunderbare Synthese, die nur ber für Lug unb Trug erklären kann, der in einseitigem und oberflächlichem Rationalis­mus die Imponderabilien der menschlichen Seele und ihre Bedeutung für Gesundheit unb Heilung des Leibes verkennt. Der in der Praxis seiner älteren Verwandten ausgewachsene, in ihren wissenschaftlichen Kenntnissen unterwiesene, von ihren Aufzeichnungen geförderte Arzt ber koischen Schule empfand seine berufliche Tätigkeit zugleich auch als Familienüberlieferung und Gottesdienst: beides fiel für ihn zusammen, denn am Anfang feines Stammbaumes stand als göttlicher Ahnherr Slsllepios selbst.

Der Dortrag zeigte, was die heutige Philo­logie z«u leisten vermag, toerni sie im Geiste Welders ard)äologische, epigraphische unb lite­rarische Forschung zu einer geistigen Einheit verbindet, die ber Einheit des antiken Lebens entspricht.

Die Holbeinschc Madonna 400 Jahre alt.

Die Holbeinsche Madonna, der größte Kunstsd)ay ber hessischen LanbesHaupt­stadt, kann in diesem Jahre, wie Graf Kuno von Hardenberg auf einem Festmahl der Deutschen Dunsengesellschaft in Darmstadt mit- teilte, ihren 400jährigen Geburtstag

feiern. Bekanntlich galt früher eine ältere Rach- bilbung in Dresden als echt, bis im Jahre 1871 durch einen unmittelbaren Vergleich beider Gemälde in Dresden, die Kunstgelehrten sich für die Echtheit der Darmstädter Madonna ent­schieden. Das berühmte Bild ist, nachdem es über 100 Jahre verschollen war, 1822 vom Prin­zen Wilhelm von Preußen angekauft worden; nach dessen Tode erhielt es seine Tochter, die Prinzessin Karl von Hessen unb durch weitere Erbschaft kam es bann in ben Besitz bes Groß­herzogs. Das Stilb ist gegenwärtig im Darm­städter Schloßmuseum unb seit einigen Monaten wieder Der Besichtigung durch die Allgemeinheit zugänglich; es gilt wie schon gesagt, als die größte Sehenswürdigkeit ber an Kunstschähen reichen Landeshauptstadt, und die meisten Frem­den, Die Darmstadt aufsuchen, versäumen es nicht, das Gemälde zu besichtigen. w

Hindenburg vor!

Eine wahre Begebenheit. Jahrtausendfeier! Ein sonniger Tag. Im Frühlingssonnenglanze lag Das alte Köln. Unter blauem Himmel Auf breitem Flusse ein festlich Gewimmel Don Schiffen und Kähnen, groß und flcin Mit weißem Bug unb schwarzweißem Schlot Fuhr Da stromab ein stattliches Doot, Die Toppen gewimpelt zum seltenen Feste. Plaubernb faßen Die hohen Gäste Der Stabt behaglich auf bem Der Deck, Sie tranken Kaffee unb aßen Gebäck, Genossen gar herrliche Augenweib;

Denn strohlenb in ihrem Festtagslleib Zog stolz und traulich vorüber ba

Die alte unb neue Colonia.

Des Reiches Kanzler unb all, die geladen Aus Preußen unb Bayern unb Hessen unb Baden Sie hörten summen ein altes Getön: O billiges Köln, wie bist du schön!

Da faß, ein Zufall besonderer Art, »

An einem Tisch ein Quartett geschart Don Dem man in Den letzten Wochen Dieltausendstimmig in Deutschland gesprochen. Es waren ihr könnt es nicht erraten Reichspräsidentschaftskanbidaten:

Herr Braun, in Preußen erster Minister, Daneben Herr Held, sein bayrisch Geschwister, Herr H e 1 l p a ch , Stilben3 Staatspräsident, Herr Jarres, Der Das ©taötregimcnt. Des Rheinlands Sohn, in Duisburg führt. Sie lächeln getrost unb meinen gerührt, Ob sie auch Millionen Stimmen errangen, . Daß keiner von ihnen durchs Ziel gegangen. . Da stand am Geländer ein Zeitungsmann, Geschäftig schaut er die Gruppe an.

Flugs führt er eine Untat im Schilde (Was galt ihm bas Recht am eignen Bilde?) Und dacht: tie in Schönheit gestorben (nach Ibsen), Die will für mein Blatt ich schleunig knipsen. Die Strahlenfalle nahm er zur Hand Und hatte das Rohr schon zum Zielen gespannt, Da tönte ringsum ein Jubelschrei: Ein stolzes Schiff glitt mächtig vorbei Zum nahen Ziele, zum nahen Strand. ^Hindenburg" war bas Schiff genannt Und die es sahen sie fühlten wohl. Daß dieses Erlebnis des Kampfes Symbol. Einstimmig sagten Darauf die Di er: Der Hindenburg fährt schneller als wir."

Ernst BrüeS.

Hirsch-Apotheke, Fritz Bauer. Frankfurter Str. 4: Vik'or la-Drogerie E. Guth, Marktstr. 5: lnlv.-Anotheke s. Roid. Enge), A. Habrik. Marktplatz: Central-Drogerie, Emil Karn, Schulstr.: Kreuz-Drogerie. August Nolt Bahnhofstr. 51: Neustadt-Drogerie. Hans Noll, Neustadt 28-

b. H.. Berlin NO 43. Niederlage bei:

Hdb.