fit. 4) Awettes ölatt
Die ersten Pilger.
Don Gustav W. Eberlein (Rom).
Die l>Zug-Pilger sollen sich nur nicht etn- bllben. aller Prüfungen und Kasteiungen enthoben zu sein. Kaum auS der Dohnhoshalle getreten, stehen sie vor den kleinen Apenninen, einem Gebirgszug, den der Dädeker nicht ver> zeichnet. Daher sicht man die Fremden hilfSlos Die die Hühner vor der geschlossenen Tür hin- und herlaufen. Alle Wege führen nach Rom? Bei allen Heiligen, die vom Bahnhof auS- laufenben Straßen offenbar nicht!
Ratlose Sulenbriflen. Verzweifeltes Winken nach Automobilen, die höhnisch hinter einer von Granaten aufgewühlten Höhe verschwinden. Ent- schlossener Vormarsch krieg s gewohnter Zeitgenossen, fünf Minuten später eoenfo entschiedenes ^lebenblciben. Wild ausgebäumte Schienen, zer- irümmerte Denkmäler, ein Drodem von P»ch und Flammen. Dabei regnet eS in Strömen, Schlammbäche stürzen die Hänge herunter und vermuren die letzten Pässe. Hal denn niemand von dem gewaltigen Erdbeben gelesen. daS Rom heims uchte?
Hat der PUger der roten SchnellzugS- rolster solchermaßen die erste Prüfung hinter sich, unter ortskundiger Führung zu seinem Hotel oder zur neuen Straßenbahnlinie der vier Basiliken sich durchgerungen, weiß er erst einmal, bah Kriegerdenkmal und Obelisk nur lebtet» vegen von dem Bahnhofplatz weggeschafft, nur ^ur Bequemlichkeit der Pilger Berg zu Tal gebracht wurde, ist er schließlich eingedrungrn in die Weisheit der beschaulichen Philosophie Les römischen Bürgers, die in der Gewißheit gipfelt, daß alle Stadtverschönerungen und Ver- kehrSVerbesserungen bis zu Ostern beendet sein werden, und wenn nicht bis Ostern, so bis Pfingsten, sicherlich aber bis Weihnachten — Bann hat er sich nur noch über wenige Erbsen tn Schuh zu beklagen. Als da sind: die Teuerung, die nächtlichen Konzerte der Kikerikis auf o-n Dächern (als permaienteErscheinung anstelle des historischen Gän egeschnat ers auf dem Kapitol), der nicht immer erwünschte Besuch gewisser Säfte, von denen ja aber schon Wilhelm Busch singt, daß mancher in diesen Dingen eine glückliche Ratur habe, und etwa noch der unvor- schriftSmäßigc Regen,
Ein kolonialer Gedenktag Don Gouverneur z. D. Dr. Heinrich Schnee, M d. R.
Am 21. Februar jährt sich zum vierzigsten Wale der Tag, an welchem der Deutsch-Ost- afrikanischen Gesellschaft der kaiserliche Schuhbrief für Deutsch-Ostafrika erteilt wurde. Damit ukurden die Erwerbungen, welche Dr. Karl PeterS in Ostafrika gemacht hatte, unter dem Schuh beS Deutschen Reiche- gestellt. Fürst Bismarck fügte dem Kolonialreich, dessen Begründung er im Vorjahre begonnen hatte, die größte und wertvollste afrikanische Bcsihung hinzu. Es begann die kurze, aber ruhmreiche Geschichte Dcutsch-Oltafrikas. Die Verwaltung durch eine Gesellschaft erwies sich nach kurzer Zeit angesichts der gewaltigen Schwierigkeiten. welche ein Lropenland von dec doppelten Größe des Deutschen Reiches mit einer schwarzen Millionenbevölkerung bot, nicht al« auSsührbar. Die Araber erhoben sich, als sie sich in dem bisher betriebenen Sklavenhandel bedroht sahen, im Aufstande. Hermann von Widmann schlug die Rebellion in schnellem Anlauf nieder. Dann übernahm daS Deutsch« Reich die Verwaltung.
Die Hauptaufgabe war zunächst die Befriedung des großen Lande«, in dem beständige Kämpfe der Eingeborenen untereinander jede wirtschaftliche Entwicklung verhinderten. Das ging nicht ohne Kämpfe ab. Jene kriegerischen Stämme, die Wihehe. die Wangoni. die Wassai und andere Dölker, deren Existenz auf Eroberung und Raub gestellt war. fügten sich nicht ohne weiteres in die neue Ordnung der Dinge. Untere Schuhtruppe, zum Teil aus Sudanesen, aber allmählich in immer größerem Maße aus Eingeborenen der Kolonie fefbft au- sammengeseht, hat unter der Führung deutscher Ossiziere und Unteroffiziere bisweilen schwere Kämpfe zu bestehen gehabt. Schließlich aber war daS Ziel erreicht. Der Frieden war hergestcllt. Ruhe und Ordnung herrschten in der Kolonie. Zn Den beiden FriedenSjahren vor dem Weltkrieg. während deren ich als Gouverneur die Verwaltung der Kolonie leitete, ist In keinem TeU derselben ein militärisches Vorgehen nötig gewesen. Dasselbe galt bereits für einen großen TeU der Amtszeit meines Vorgängers.
Der Befriedung folgte die Srfchließung und Entwicklung der Kolonie. Da in einem großen TeU deS Landes, besonders in den küstennahen Bezirken, das Vorkommen der Tsetsefliege daS Halten von Zugtieren ausschließt, so war der Transport auf die Köpfe ober Rücken von Trägern angewiesen. Ein solcher lohnte über große Sntsernungen nur bei hochwertigen Produkten wie Kautschuk und Elfenbein. Erst der Dau von Eisenbahnen, der bis zum Kilimandscharo führenden Usambarabahn im Rorden und der die Kolonie durchquerenden bis zur Westgrenze reichenden Tanganjikabahn in der Mitte gestattete den MassentranSport von Produkten aus dem 3nnern. Handel und Plantagenbau nahmen schnell zu. Mit dem Ausbau der Eisenbahnen entstanden in manchen von ihnen erschlossenen Gegenden ausgedehnte Plan- tagengeblete. 3n den Höhengebieten des Inneren, besonders am Kilimandscharo und Beruberg. ließen sich Deutsche und Buren als Farmer nieder. 3n Den letzten Iahren vor dem Kriege nahm die wirtschaftliche Entwicklung einen schnellen Aufstieg. Der Außenhandel Deutsch- Ostafrikas betrug im 3ahre 1913 89 Millionen Dokdmark. etwa daS 2* ,sache deS Handels sieben Iahre vorher. Die wichtigsten Ausfuhrprodukte waren. Sisalhans, Kautschuk. Häute und Felle, Baumwolle. Kopra, Erdnüsse, Bienenwachs, Kaffee. Gold.
Mit der wirtschaftlichen Entwicklung ging Hand in Hand die Sorge für die Eingeborenen. Sine unparteiische Rechtsprechung trat an die Stelle der früheren Will- 'ürherrschaft. Die Eingeborenen wurden gegen Bedrückung und Uebervorteilung geschätzt. 3n der De kämpfung der Seuchen, welche früher die Eingeborenen dezimiert hakten und
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Sreitag, 27. Zebruar 1925
In Der Gesundheitspflege wurde Hervorragendes aeleiftet. ebenso im Schulunterricht. Für die Verbreitung deS Christentum- waren zahlreiche Missionare beider Konsefsio- nen mU Erfolg tätig und hatten eine groß« Zahl von Missionsschulen errichtet.
3m August 1914 wollten wir In einer großen Landesausstellung in Daressalam der Welk zeigen, was in einem knappen Menschenalter in Deutsch-Ostafrika an KolonlfalwnSarbeit geleistet war und welchen Wert unsere Kolonie Darfteilte, als der Weltkrieg ausbrach und der Entwicklung einen jähen Abschluß bereitete. 3n Dem Kriege haben wir die Früchte unserer Tätigkeit geerntet in der Treue, welche die Eingeborenen uns bis zum Schluß bewahrt haben. Sie haben für uns als Aslan gekämpft, sie haben für uns als Träger die gewaltigen Transportleistungen willig vollbracht, welche zur Kriegführung und zur Erhaltung der europäischen Bevölkerung notwendig waren, sie haben alle die Arbeiten ausgeführt, ohne welche wir den Ersatz für die sonst über See eingeführten Bedarfsartikel nicht Hutten beschaffen können. HnD bann sind schließlich, als wir im letzten Teile des Feldzuges die Kolonie verlassen und nach Portugiesifch-Ostasrika ziehen mußten, treue Askari und Träger in großer Zahl mit uns gezogen und waren noch mit uns im Felde In Rhodesien, alS uns die Rachricht von dem in Der Heimat abgeschlossenen Waffenstillstand erreichte.
3n dem Versailler D i k t a t f r i e d en wurde Deutschland unter Bruch der vereinbarten Friedensgrundlage der Wilsonschen 14 Punkte der Verzicht auf seine sämtlichen überseeischen Besitzungen aufgezwungen. Deutsch-Ostafrika wurde zum größten Teil unter englische- Mandat gestellt, der Rordwesten. die Sultanate Ruanda und Urunbi umfassend, fiel an bie Belgier Die Wirtschaft ging unter der Mandatverwaltung zurück. Schlimmer noch war. daß bie Seuchenbekämpfung und Die Gesundheitspflege der Eingeborenen vernachlässigt wurden, und ebenso Der Schulunterricht zurückging.
Alle Deutschen wurden auSgetrie- b c n, ihr Eigentum beschlagnahmt und (i- q u i b i e r L Reuerdings haben einige deutsche Missionare wieder in die Kolonie zurückkehren dürfen, aber die Ginreifebeschränkun- gen für Deutsche bestehen noch und sind erst kürzlich auf 6 weitere Monate verlängert worden. GS ist ein unerhörter Zustand, daß die englische Regierung zu derselben Zeit, zu der sie einen auf Gleichberechtigung begründeten Handelsvertrag mit dem Deutschen R ich abgeschlossen hat, Deutschen die Gleichberechtigung in unserer eigenen, unter englischer Mandatverwaltung stehenden Kolonie verwehrt. Unsere Regierung muß alles daran setzen, um diesen entwürdigenden Zustand zu beseitigen.
Trotz Der gegenwärtigen Lage dürfen wir bie Hoffnung auf den WiedererwerbDeutsch- Ostafrtkas wie überhaupt von Kolonialgebieten nicht aufgeben. Es handelt sich bei Deutschlands Drang nach Kolonien um Rotwendigkeiten des Dölkerlebens. dem sich auf Die Dauer jene selbst an Kolonialgebieten übersättigten Rationen werden entziehen können, die unsere Schutzgebiete als Mandate an sich gerissen haben. Deutschland ist übervölkert. Es muß einen AuSlaß haben. GS vermag nur etwa zwei Drittel seiner Bevölkerung auS dem eigenen Grund und Boden zu ernähren. Es muß eine überseeische Erweiterung seiner zu schmalen Bodengrundlage erlangen, um bie zur Erhaltung jenes letzten Drittels, etwa 20 Millionen Menschen, erior- bcrlichen Rahrungsmittel und Rohstoffe auf eigenem Boden erzeugen zu können. Daß nicht alle englischen Staatsmänner sich jene kurzsichtige Ko- lonialpolikik des Opportunisten Lloyd George zu eigen machten, hat das kürzlich ver- öfsenllichte Tagebuch deS englischen Kriegs- botschasterS in Paris, Lord Bertie, erkennen lassen, nach welchem Winston Churchill, damals wie auch jetzt Mitglied des englischen Ka- binettS. im Herbst 1918 Deutschland einen Teil von Ostafrika zurückgeben wollte. Wenn
auch dieser keineswegs aus Deutschfreundlichkeit, sondern aus dem weiten .Blick eine- Staatsmannes hervvrgegangene Gedanke sich damals nicht hat durchsetzen formen, so liegt doch schließlich in den Tatsachen selbst eine zwmgenbe Logik. Es liegt im 3n t ercf f e der übrigen R a- t i o n e n. dem innerhalb zu enger Grenzen in der Mitte SuropaS zusammen gepfercht en deutschen Dolle, da- beständig yanimmt. nicht die Möglichkeit abzuschneiden. sich auf eigenem Boden über See bie notwendige Erweiterung seiner LedenS- grunblage zu schaffen. Was i isbesondere Deutsch- Ostafrika anbelangt, so geben uns unsere in biesem Lande vollbrachten Leistungen einen u n • verjährbaren Anspruch da. aus. unsere größte und wertvollste Kolonie zurückzuerlangen.
Soziattsierunysbestrebungen im Heilwesen.
Dom ..AerAteverband" wird unS geschrieben: Die sozialistische Preise versucht im ganzen deutschen Reich unter dem Titel „Reue Formen der ärztlichen Versorgung der Versicherten" ein System Der Behandlung bet Versicherten zu propagieren, das Den Absichten und Bestrebungen bes Erfurter Programms der Srziald.-mvkratie auf ©oualificrung des Heil- wesens voll entspricht. Es handelt sich hier um sogenannte Ambulatorien, in denen die Kranken von fest angestellten Aerzten Der Krankenkasse behandelt werden. Diese Ambulatorien sind in Der!in durch Veranlassung der sozialistisch geleiteten Krankenkassen al« Kampfmahnahme gegen die Aerzteschaft in« Leben gerufen worden und bie Propaganda der sozialistischen Presse tm Reiche will denjenigen, die bie wahren Verhältnisse nicht kennen, ein Gedeihen dieser Institute Vortäuschen, die die Ablehnung durch die Aerzteschaft erfahren haben und sich daS Wohlwollen der Berliner Bevölkerung keineswegs erringen konnten. Durch Worte und gestellte Bilder ist es natürlich sehr leicht, einen angenehmen Schein vorzutäuschen, aber dem Versicherten tnirb in diesen MafsenverarztungSinstitulen durch angestellte Aerzte sein wesentlichste« Recht, das Recht der freien Wahl des Arzt es seines Vertrauen« genommen und er wird immer mehr zu einer Rümmer in Der Krankenversicherung, abgesehen davon, daß ein schönes Instrumentarium. ein angenehm eingerichteter Raum allein keine Gewähr bietet für eine sorgfältige, von menschlicher Anteilnahme erfüllte ärztliche Behandlung. Es kommt dazu, daß eine derartige zentralisierte Revierstube für Massen Verarztung nur tn Großstädten denkbar ist. Durch die neue ärztliche Versorgung mit Hilfe festangestellter vom Kassenvorstand abhängiger Aerzte sind die Kassenbureaukraten noch weiter imstande, nach rein wirtschaftlichen G e° sichtspunkten dem Arzt vorzuschreiben, ob und wen er krankschreiben und wieviel Arznei er verordnen darf. Eine solche Abhängigkeit Der Krankenversicherung von rein wirtschaftlichen Erwägungen bedeutet eine Gefahr für bie Versicherten und für die Volksgesundheit. Die neue Form der ärztlichen Versorgung für die Versicherten stellt eine Verschlechterung des bisherigen Zustandes und eine Verkümmerung der alten Rechte der Versicherten und des freien Arztes bar, ber das Recht behalten muß, allein nach ärztlichem Recht und Gewissen sein Urteil abzugeben.
Aus der Provinz.
Xlnnbtrciö Wietzen.
£ Wieseck, 25. Febr. In der jüngsten Schulvorst anDssihung beschäftigte man sich eingehend mit einer Reihe Fragen, die alle mehr oder minder im engsten Zusammenhänge standen und bie Sorge um unsere Iugend betrafen. Die Verordnung über das Alkoholverbot f ü r Personen unter 16 Iah - r en fand allseitige Zustimmung, ebenso der Wille deS Kreisschulamts, auf die schärfste Durchführung dieser Verordnung bedacht zu sein. Pflicht
Ab und zu kommt es nämlich vor, daß auch in der ewigen Stadt ganz ordinäres Wasser vom Himmel herabfällt. Dann verschwinden alle die zauberhaften Bühnenbilder, Die sich der Nordländer von dem .lachenden Rom" im .heiteren Süden" zu machen pflegt, in der Versenkung und es taucht auf da s andere Rom. Die Stadt des Schlammes, wie sich, eS ist kaum zu glauben, der sonst so lammsgeduldige Quinte in der Zeitung entrüstet. Da üb»r- zieht eine gleichmäßig, aber dick aufgestrichme braune Sülze Weg und Steg, die Schaufenst:r werden, da ber Fußgänger als Kotfänger einfach seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, btS oben hinauf vollge'pritzt, in den engeren Straßen und ausnahmslos in dem gesamten gehsteig- losen Gewinkel der Altstadt herrscht ein einziges quiefiged Brausebad. Dafür wird man freilich durch das verblüffend funktionierende jedem Romkenncr vertraute Phänomen entschädigt: zwei Regentropfen genügen, um die Straßenbahn zum Stillstand zu bringen, beim zehnten geht daS elektrische Licht auS. Auch dann, wenn es nut in der Campagna regnet
DieS also wäre der gerechte Ausgleich zwischen den Bevorzugten der Pilgerzüge auf Rädern und den Mühseligen der Pilgerzüge auf den Landstraßen. Da läßt der Himmel nicht mit sich markten, lind eS ist rührend zu sehen, wie einträchtig triefend sich Dann alles in den Kirchen zusammenfindet. Sulenbrllle und Knotenstock. Kopftuch und Tropenhelm. Vielleicht ist da« überbauet daS Schönste an den römischen Kirchen, diese Ausgleichung sozialer Gegensätze, diese familiäre Vereinigung aller Rassen und Völker. Da gibt eS keine reichgeschniyten Stühle vornehmer Patrizier, keine Kanzeln für hochmögende Träger äußerer Würden, keine Rangunterschiede in Der Behandlung der Gäste. Rur für die verschiedenen Sprachen ist der Beichtstuhl ein anderer, nur Das Weihwalierbecken scheidet Katholiken und Andersg^äub ge. Es kommen Heiden und Iuden. Buddhtsten und Sonnenanbeter. Mohammedaner. Freigeister, Verehrer von Brahma und Fetisch^, und alle stehen Schulter an Schulter und Kops an Kops — denn es gibt überhaupt ferne Stühle in Den vier großen Basiliken. Deren Raum gewinnt daher an Weite und Wucht.
Da« Kopf-an-Kopf und Schulter-an-Schulter will freilich cum grano falls verstanden fein.
Iedesmal. wenn man in bie Peterskirche kommt, erfchüttert auf« neue bie Leere darinnen. Diese unfaßbare Leere im größten Tempel der Christenheit. von dem man annehmen möchte, er müsse trotz feiner gewaltigen Ausnahme Mühe haben, den täglichen Zustrom Der Gläubigen au« der alten und der neuen Welt zu fassen. Mella! Ist hier nicht das Mekka von Katholiken und Protestanten ? Die Antwort, bie von den pompösen Wänden hallt, hallt, daß man seine eigene Stimme fürchtet wie in einem leeren Zimmer, wird Durch die Mufeumserscheinung der paar Besucher, die sich zwischen den mehr oder minder künstlerischen Grabdenkmälern der Päpste verlieren, in ihrem hohlen Klang noch verstärkt, ülnd sie lautet nicht viel anders in St. Maria Maggiore, ber größten der über achtzig Mnrienllrchen Roms, die auch nach Der wundersamen Legende Maria int Schnee heißt, nübt anders tn der Paulskirche vor den Mauern und ber Iohanneskirche am Lateran.
Den vorgefchriebenen, sündenlösenben Pilger- gang durch diese quattro basiliche zu erleichtern, hat die fürsorgltche Stadtverwaltung. d.e willig auf alle Anregungen des Vatikans eingeht, zwei besondere Linien eingerichtet, die 37. und 38. Wer e« also eilig hat, kann für 2 Lire die ewige Stadt nach allen Himmelsrichtungen bis Au den entlegensten Punkten durchkreuzen. Bis letzt aber sind diese Pilgerwagen Die einzigen geblieben, an Denen keine grappoli, die schrecklichen römischen Menschentrauben hängen, die fast täglich ihr Opfer fordern. Wenn auch Die ersten Pilger schon im Dezember cintrafen, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein Sonderzug noch kein Anno Santo. Die berühmten Hculchreckenschwärme müssen erst noch kommen. Man erwartet sie nun für Ostern. Klopfenden Herzens, Denn blieben fic auS — Mamma mia, welche Pleite! Ist doch aus jeder bescheidenen Dreizimmerwohnung eine Pension oder wenigstens etne Dependance geworden, stiegen doch die Preise m Erwartung deS Goldregens sogar über den Valuta stand hinaus. Das Kilo Fitch auf der meerumschlungenen Halbinsel dreißig Lire! Drei Lire das Brot, die Orangen, sauer und klein, tticht zu bezahlen. Was Wun- der. wenn bie großen Alberghi Tagespreise bis zu 300 Lire für angemessen — hielten? ilnb jetzt kann man in den blitzsauberen, ad hoc geschaffenen Pensionen enttäuschter Privatunternehmer schon für 35 Lire leben.
sticht nur de« gesamten Schulvorstande«, sondern jede« Erwachsenen, der Empfinden für das Wohl unserer Iugend bat. ist e« In bl cf er brennend wichtigen Frage mitzuhelfen Es gebt um untere Zukunft. eS gilt, unter kostbarstes Gut. die Iu- qenb. dem Teufel Alkohol und dem movalUchen Verfall zu entreißen. Hand in Hand mit diesen Gefahren geht da« andere Gespenst: die Locke- rustg ber einfachsten sittlichen Be - griffe. Erschütternde Bilder wurden aufnerolh. Drei Schülerinnen mußten aus der Fortbilbun's- schule entfernt werden! Wern blutet da nicht DaS Herz, wenn unsere Iugend ihr köstliches Gut eben ihre goldene Iugend. so mit Füßen tritt? Hilfe tut dringend not Ganz besonder« die Hilfe «auS Dem Elternhaus. Denn ohne DtMc Hilfe ist alle Arbeit und Mühe umsonst All nur mögliche soll versucht werden, die unhaltbaren Zustande zu ändern. Es muß aber auch aufgeräumt werden mit dem bösen Willen in manchen Elternbäusern, Den B e st r eb ungen ber Fortbildungsschule sich feindlich gegen- überzustellen. Soll man es für möglich bitten Daß * e« erwachsene. Denkende Menschen gibt, Die in Der Behandlung von .Romeo und Iulia". Die in ber denkbar feinsinnigsten Art durchgefübrt wurde, oder in Dem Abbalten eine« KurfeS in Der Säuglingspflege durch Schwester Raget (Der übrigen« auf Anordnung des LanieSbildungsamtS stattfand und nicht dezenter und abqeftimm’cr auf das kindliche Gemüt eingestellt werden konnte! eine sittliche Gefährdung der weiblichen Iuqend erblicken können? Sogar gegen Die unschuldige Kochschule wollen Die Wühlarbeiten nicht ruhen. Zunächst soll versucht werden, auf die Eltern einzuwirken. Zu diesem Zweck sollen die Eltern der jetzt zur Entlassung kommenden Schüler und Schülerinnen zu einer Besprechung mit dem Schulleiter clnqelabcn werden: dem soll eine Besprechung mit Den Eltern der Fortbildungsschulpflichtigen folgen. Wie weit der Wille des Schulvorstandes gebt, in dieser Frage reinen Tisch zu machen, erhellt aus ber Tatsache, daß man letzten Endes auch nicht davor scheut, bei allen in Betracht kommenden Instanzen die Verlegung einer Gen darmeriest ation nach Wieseck zu beantragen. Wenn der gute Wille nicht erkennbar ist, muh eben Gewalt angewandt werden. — Die übrigen Punkte der Tag'Sordnung wurden verhältnismähtg schnell erledigt. Verschiedene notwendige Reparaturen an den S chul- häusern und in den Schulsäle n sotten beim Gemeinderat beantragt werden. — Auf die ausgeschriebenen 2 Lehrer st eilen hatten sich 22 Bewerber gemeldet. Rach einer kurzen Aussprache wählte man zwei Herren, die Familie haben, um ihnen Die Durch die Rähe ber StaX gebotenen günstigen Ausbildungsmöglichkeiten für ihre Kinder zuteil werden zu lassen. — Auf Der demnächst ftattfinbenben Schulvorstandsfiyung soll die Durchführung Des Diesjährigen 3u- gendfefte« beraten werden.
• Rödgen. 26. Febr. Bei der Holzfub- Mission auf dem hiesigen Bürgermeist er amt wurden folgende Höchstgebote abgegeben: Eichenstämme 3. Kl. 48,50 M5, 4. Kl 32,26 Mk.. 5. Kl 38.20 Mk., 6. Kl 38,10 Mk., Kiefernstämme 3. Kl 38.50 Mk.. 4. Kl. 27 Mk., 5. Kl. 22 Mk.. Fichten' ftämme 2. Kl. 41,60 Mk. 3 Kl. 32,52 Mk., 4 Kl 29,52 Mk., 5. KI. 26,52 Mk., 6. Kl. 24,07 Mk. je Fest meder.
Bg. Grohen-Bufeck. 26. Febr. Bei ber heutigen Holzversteigerung machte sich ein großer ilnterfdjleb m ber Preisgestaltung bemerkbar. Während Buchenscheiter am Vormittag je Rm. mit 19 Mk. bezahlt wurden, fiel der Preis am Rachmittag bis auf 12.50 Mk.. 5 Rm. Reiser galten vormittag« Durchschnittlich 20 Mk., nachmittags 10 Mk. — Der Gesangverein.Ger- manla“ veranstaltete am Sonntag und Dienstag sein diesjähriges W i n t e r f e ft. Am Sonntag gelangte nach einer mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache des Vorsitzenden K. B o n a r i u s neben drei Chören und einem Quartett das recht gut gegebene Lustspiel „Die Alpenblume" zur Aufführung. Der DienStag war dem Konzert gewidmet. Unter Leitung
Denn die ersten Pilger, die Ausländer und Die einheimischen Bauern, kommen dort nicht hin. Die ersteren absolvieren ihr Sehenswürdig- keitenpensum einschließlich llnterfunft wie alle Iahre. Die wahren Pilger aber schlüpfen In Klöstern und irgendwelchen Masfenquartieren unter. Die Fremden erledigen d e Basiliken wie die Seufzerbrücke, die blaue Grotte auf Capri ober bie Pyramiden, spiegeln die Deckengemälde herunter, werfen sich, das berühmte Säulenecho der 3ohanneskirche herauszufordem, allerhand originelle Redensarten zu:
Bonjour, mon ami, cornment vou« poriez» vouS? — Bien, et vous?
Do you love me? — O my sweethearl!
Ra, wat sagen Se nu? — Einfach platt!
Die Landleute Dagegen bekreuzigen sich einmal über das anderemal. können Viertelstunden^ lang auf dem falten Stein knien, fühlen sich hingetragen in eine bessere Welt auf den rosa Wolken eines himmlischen Chorgesanges. Dann fingen sie selber auf Anleitung ihres Führers ergreifend schlicht klingt c« in all dem Prunk HnD bevor sie Sankt Peter verlassen, küssen sie den Fuß seines bronzenen Standbildes, ber unter dem inbrünstigen Hauch unzähliger Lippen im Laufe der Iahre schon bis auf die Zehen- wurzeln eingeschrumpft ist.
Ob sie nun, verfolgt von Postkarten- und Mosaikenhänblern, mit einem rotgebundenen oder einem tn sieben Sprachen schwätzenden Führer kommen, oder ob sie nur die Führung ihreS Herzens kennen, für alle bedeutet der Empfang beim Papste den Höhepunkt. Den feierlichen Qlb> schluß Der Romfahrt. HnD Der Heilige Vater Darf In diesem S^ensjahre keine Müdigkeit kennen. In dem Augenblick, wo der Frscherring aufblitzt, fei eS in Drivargemächern. im großen Empfangssaal oder Drunten im S Damafa-Hose ist seine erhabene Gestalt Brennpunkt kritischer Blicke. 3eher will sich eine persönliche Meinung über den Statthalter Christi bilden, jeder sie Dem andern bekannt geben. Das hält Paderewski nicht anders wie Iack'.e Cvogan. ber grob: Staatsmann genau so wie Herr Lehmann. Schon der Februar aber bringt 153 Sonderzüge. . .
älebrigens hat der Regen schon wieder aufgehört. Die Mimosa blüht und betäubend Duften Die Rarzissen an der Dia Appia wie an der Spanischen Treppa


