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Dienstag, 27.3aimarJ92a

Gietzener Anzeiger (General-Anzetger für Vveryefsen)

Nr. 22 Zweiter Blatt

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die Ausgaben der Weht in seht feierlicher Hand­lung die Verleihung von Ehrenzeichen vot, die für 25- bzw lOjäfjrkjc aktive Tätigkeit an einige Wehtmännet verliehen werden konnten. Der Turnverein 1 8 60, mit dessen Geschichte die der hiesigen Wehr eng verknüpft ist, stellte sich mit einet Turnerinnen- und einer Iugend- turnerriege in den Dienst der Veranstaltung. Die gewandten Darbietungen am Darren fanden leb­haften Beifall. Don den sonstigen Dummern Unterhaltungsprogramms verdient das flott gespielte TheaterstückWer?" besondere

reuen Staat zu begründen. Um 1886 zwangen fcte Ibn Raschid die Wahabitensürsten unter Ehre Oberhoheit und setzten nach ihrem Belieben ten jeweiligen Sultan des Redsched ein oder ab. Crft dem achtzehnten Fürsten Abdul Asis gelang Es, zu Beginn deS Jahres 1902 die Schammariten au vertreiben und die Unabhängigkeit des Waha- Litenreiches wieder herzustellen. Abdul Afis aus I Dem Hause Ibn Saud nicht .Ibn Saud", tote ihn Europa nach dem Damen der Dynastie irrtümlich nennt ist es auch, der jetzt König Hussein, den Basallen Englands, aus dem Hed- fchas vertrieb und der scheinbar ernstlich versucht, 2»ie schwerwiegendsten Probleme der Einigung flxS Islam in Angriff zu nehmen.

Dicht nur die englische Orientvolitik. sondern <uch die politische Idee des Islams schien in letzter Zeit schwer zu überwindende SchicksalS» Ichläge erlitten zu haben Bon den beiden Sym- Lolen ino'limitoer Gemeinsamkeit und Gniakrit. -em Kalifat und Mekka, frmt Ziel der alten Mo- stimen vorgeschriebenen Waliahri. wurde das erstere durch Abschaffung des türkischen Kalifats -vorläufig außer Kraft gesetzt und das letztere befand sich in der Hand eines Fürsten, der tatsächlich nur ein Dasall Englands war und | Lurch seine Bedrückungen der Pilger die Wall- 1 lahrtcn erschwerte. Dies vermochte der niemals schlummernde GlaubenSeiser der Wahabiten nicht länger zu ertragen. Abdul Afis. der sich in Arabien des größten Ansehens erfreut, griff zum Schwert und eroberte die heiligen Stabt«- des Islams. Gleich nachher aber lud er dte islamitische Welt zu einem Konzil nach Rnad. um vor ihrem Forum seine Politik zu rechtfer­tigen und über die Frage des Schuhes tUami- tischer Interessen, vor allem aber über dte tfvage Les Kalifats zu beraten.

DgS indische Kalifatskomitce, das gegen 70 Millionen Mostime an unbedingter Gefolgschaft vertritt, sandte seine Delegierten, Aegypten, Irak und Persien waren durch ihre einflußreichsten geistlichen Führer vertreten. Die Senussis, die (eit Jahrzehnten die erfolgreichsten Träger isla­mischer Abwehr gegen die europäische Durch­dringung im mittleren und westlichen Rori>afrika sind, waren erschienen, außer vielen anderen Delegierten aus den verschiedenen Ländern des Islams. Während bisher die panislamische Be­wegung von einzelnen Bruderschaften oder Re­gierurgen, von Fürsten und Gelehrten spontan gefördert und in ihrem Geist gepflegt wurde, haben wir es jetzt mit dem ersten paniflamftifchen Kongreß zu tun, den die moderne ©etchicbte des Islams kennt. Gleichviel wie die Ergebnisse des Konzils sein mögen, jedem, der der islamitischen Bewegung nahe steht, ist es klar, daß er eine neue Richtung, eine Wendung zur Konzentration Ker Kräfte dieser Bewegung bedeutet. Und das Abendland, das bisher nur den glaubenseifrigen Islam kannte, wird sich in nicht ferner Zeit dem organisierten Islam gegenübergestellt sehen.

wähnung.

sf. Friedberg, 26. Ian. Wie hier kannt geworden ist, will die hessische Kirchen- regienmg bei der nächsten Sitzung des Kirchen­tages den Antrag stellen, das Prediger- ferninar von hier nach Darmstadt zu verlegen. Es ist begreiflich, daß diese Dachricht in hiesiger Stadt auf allgemeinen Widerspruch und schmerzliches Bedauern stößt und man wohl erwarten kann, daß von hier aus alles ge­schehen wird, um dem Borschlage deS Kirchen­regimentes entgegenzuwirken. Denn abgesehen von dem materiellen Verluste, der dadurch unserer Gemeinde entstehen würde, sind es auch Gründe ideeller Datur, die eine solche Verletzung auf das schmerzliche empfinden ließen. Es ist wohl nicht zu bezweifeln, daß das Predigerseminar aus das geistige Leben unserer Stadt einen hervorragen­den Einfluß hatte, viele der hier weilenden Ge­lehrten waren Damen von gutem Klynge, Män­ner, die von hier aus an größere Universitäten berufen wurden, oder sonstige hervorragende Stel­lungen einnehmen. Wir brauchen hier nur Damen wie Sell, Diegel, Köhler, Schwabe, Smend, Schöll, Köstlin usw. zu nennen, um das vorstehende be­greiflich zu machen. Die Gründe, die die Kirchen­regierung zu diesem Schritte veranlaßt haben, werden ja ball) bekannt werden und läßt sich dann noch ausführlicher auf die Sache zurück­kommen- für heute wollen wir nur dem Wunsche Ausdruck geben, daß die Anstalt, die nun seit dem Iahre 1837 hier segensreich gewirkt hat, unserer Stadt erhalten bleiben möge. Die in dem Waffenringe vereinigten Ver­bindungen der U ni t>erf i t en und technischen Hochschulen, also die Bur­schenschaften, Korps, Landsmannschaften und Turnerschasten hielten gestern abend im Saale

de ter Fertigkeit und inhaltlich lebendigen AuS» brud Stüde der unvergänglichen Meister ®lud, Bach. Paganini u. a. Fräulein Ilse Töpfer, begleitet von Fräulein Gabriele Brandt, trug in klangvoll befreitem Mezzosopran Lieder von Brahms und deutsche Volkslieder aus dem 16. Iahrhunderi vor. Die Darbietungen fanden einen so begeisterten Beifall, daß die Künst­lerinnen zur großen Freude der Zuhörerschaft Zugaben boten.

; L i ch . 26. Ian. Lehrer S t o r d in A l t e n- stedt feierte am 21. Ianuar seinen 60. Ge­burtstag. Lehrer Storck fand hier seine erste dienstliche Verwendung und war bis zum Iahre 1890 hier tätig. Er erfreut sich großer Beliebt­heit und hat sich im Dereinsleben unserer Stadt besondere Verdienste erworben. So ist sein Dame hier noch nicht vergessen, und sein alter Freundes­kreis und ehemalige Schüler gedachten seiner an seinem Geburtstage durch herzliche Gratulation.

ds. Bettenhausen, 26. 3an. Gestern abenD veranstaltete der GesangvereinEin­tracht" in dem geräumigen Festsaal von Gast­wirt Müller seine diesjährige Abendunterhaltung. Reben einigen Couplets kam das Dauemdrama .Düwels", versaßt von Heinrich Sohnrey. zur Ausführung. Lehrer Schiefer stein gab zu­nächst einen ilebcrblid über Die Ari des Stüdes und legte seine Grundgedanken dar. Das Dramc», dem Leben abgelauscht, enthält Wahrheiten. Licht» und Schattenseiten, wie man sie in der Wirklichkeit vorfindet. Die Auswahl des Stüdes zeugte von gutem Geschmack. Cs war mit Fleiß und Liebe zur Sache einstudiert, und die Darsteller gaben ihr Bestes Der Gesangverein brachte einige stimmungsvolle Lieder zu Gehör, die ebenfalls Zeugnis von einem schonen Können ablegteru Hervorzuheben ist noch der schöne Tenor-Solo des Herrn Kruger. Dach Abwicklung des reich­haltigen Programms folgte der gemütliche Teil mit T^rnz.

Kreis Friedberg.

Dad-Dauheim. 26 Ian. Im Brenn­punkt des hiesigen gemeindepolitischen Interesses steht eben die Frage, ob die F r e m d e n st e u e r I aufgehoben oder beibehalten werden soll. Die I wirtschaftlichen Verbände, nie Die Hotina (Hotel- industrie) und der Hausbesitzervecein. haben ihr, nachdem frühere Eingaben an dem Widerstand der Stadt gescheitert sind, von neuem den Kamps angesagt, während die Stadtverwaltung den Standpunkt vertritt, daß die Fremdensteuer die einzige Möglichkeit für die Stadt ist, vom Kur- und Fremdenbetrieb etwas mitzubekommen. 6s ist bekannt und auch von uns vor längerer Zeit schon mitgeteilt worden, daß die Stadt bereits am 1. Oktober 1924 in ihrem Haushall einen äleberschuß von 140 000 Mark hatte. Der laut Beschluß der S abtverordr.e.enversamm- lung zum Wohnungsbau verwandt werden soll. Die an der Abschaf ung Der oremDenfteuer interessierten Kreise lehnen DieseWerwendung ab. Für sie ist der Lieberschutz vielmehr Das Zeichen Dafür, Daß Die Fremdensteuer fallen kann. Sie wird von den genannten Kreisen als Verkehrs» feindlich bezeichnet, sie sei deshalb auch schon in zahlreichen Badeorten abgefchasst worden. Die Hotina beschloß in ihrer Hauptversammlung einstimmig, erneut an Die Stadtverwaltung mit

des Kasinos einen feierlichen Reichsgrün- ! dungskommerS ab, der nicht nur von Den alten Herren, sondern auch von Vertretern der Aktivitas der benachbarten Hochschulen überaus zahlreich besucht war. Das Präsidium lag in Den Händen des Prosesfors F. W. Schaum (Darm­stadt ia Gießen), die Festrede hielt Direktor Phi­lipps lHass.-Dass.) Gießen). Dann sprachen noch Justizrat Keller (Starfenburgia Gießen) über die Erziehung Der heranwachsenDen IugenD zum großdeutschen Gedanken, unö Professor D ö l» f i n g (Hass.-Dass. Gießen) über Bismarck. Der Kommers, der durch die vielen vertretenen Ver­bindungen ein farbenfrohes Bild gewährte, nahm einen in jeder Beziehung vorzüglichen Verlauf.

Trais-Münzenberg, 25. Jan. Der erst seit einem Jahre bestehende Gesangver­ein feierte jetzt sein Wintervergnügen. Reben dem VierafterAlte Schuld" wurden noch drei Einakter geboten. Sämtliche Mitwirkende zeigten, daß auch in unserem Dorfe Kräfte vorhanden sind, die durch ihr flotte» Spiel einen genuß­reichen Abend bieten können. Bei Tanz und ge­selliger Unterhaltung verlebte man nach Den trefflichen Aufführungen noch einige recht genuß­reiche Stunden.

Krcis Büdingen.

A Aus Der Wetterau, 26. Jan. Am Samstag. besonDers gegen Morgen, lag solch dichter Rebel in der Ebene, wie er seit Men­sch engedenken nicht beobachtet wurde. Leute, Die zu Den Frühzügen wollten, tarnen vielfach vom Wege ab und irrten ziellos im F lde umher. Das Umpslügen Der Aeder geht ungehin- Dert weiter, was der Landwirtschaft sehr zustatten kommt. Da durch Das Regenwetter im Rach- somrner und Herbst die Herbstbestellung und Ein­erntung sich sehr m Die Länge zog unD an DaS älmpslügen Der Stoppel- und Kleeäcker im Spät» herbste gar nicht gedacht werden konnte. Dte Winterfrucht bestellten Lecker haben stch gut entwickelt, ebenso zetgen die Obstbaume einen guten Fruchtansatz. Hofsentltch zerstören starke Fröste in den Frühjahrsmonaten mcht die allenthalben in Aussicht stehende günstige Obst­ernte.

y. DorsDorf, 25. Jan. Der 2. Bezirk Des Gaues Wetterau vom SüöDeut» schen TurnerbunD Dielt gestern abend hier im Saale Des Gasthauses zur Eisenbahn seinen ersten Diesjährigen Werbeabend ab, zu dem Der Turnverein Borsdorf cmgelaDen hatte. Schon vor Beginn Der AbenDunterhaltung mar der Saal überfüllt von Gästen. Die besten Kräfte des Gaues, 30 auswärtige Weisterschafts» turnet, zeigten ihre vorzüglichen Leistungen und ernteten stürmischen Beifall. Aber auch Der hie­sige Verein brauchte nicht zurüdzustehen. Seine

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2.9*®

einer Eingabe um Beseitigung Der Frem- teuer heranzutreten. Der HauSbesitzer- >e rein wird Diesen Antrag seinerseits unter» tützen. So wird die Angelegenheit in nächster Zeit erneut vor Die Stadtverordneten kommen, und man Darf gespannt sein Darauf, wie Der Kampf ausgehen roirD. Die besagte General­versammlung Der Hotina, Die von Dem Dor» itzenden Hotelier S ch a 11 e r mll einem interessan­ten Jahresbericht eingeleitet wurde, gab lehr­reiche Einblicke in den vielseitigen Aufgaben­kreis. den Der für unsere Dadestadt so wichtige wirtschaftliche Verband zu lösen hat. Die Hotina zäbll 115 Mitglieder. Die Einnahmen im ab­gelaufenen Geschäftsjahr betrugen 9140 Mark, Die Ausgaben 3180 Mark. Der günstige Kassen- bestanD ermöglicht Die Herabsetzung Des Beitrags pro Bett unD Monat von 20 auf 10 Pf. Als nächste Veranstaltung Der Hotina ist ein Vor» tragSabenD geplant. Steuersachverständiger Gehrke wird über Sonbcrfteuer, Ver­mögenssteuer usw. sprechen. Die Freiwillige Feuerwehr veranstaltete !>eule abenD in Der Turnhalle ihre DieSw intern liche AbenDunterhaltung. Der zahlreiche Besuch aus allen Bevölkerungskreisen legte Zeug­nis Davon ab, Daß man Die gemeinnützige Arbeit Der Wehr, Die sonst nur das WortPflicht" kennt. Durch Teilnahme an Dem Der Geselligkeit Dienenden Abend anerkennen wollte. Oberbranö- meiftcr Salzmann begrüßte Die Gäste. Bür­germeister Dr. Kayser nahm nach einer ge­dankentiefen Ansprache über Die Bedeutung und

Mitglieder boten gleichfalls ihr Bestes in Frei­übungen, Stabübunaen einer Mädchenriege, einem Reigen und Vorführung von zwei Schülerriegen. Wiederholte lebhafte Beifallsbezeugungen wur­den den Turnerinnen und Turnern als Anerken­nung und Lob gespendet. Zur Verherrlichung des AbendS trug auch Der hichge Gesang­verein durch den Vortrag passender Chöre wesentlich bei Die auswärtigen Gäste sanden in hiesigen Familien liebevolle Aufnahme. Mulrk und Tanz bildeten den Abschluß der gelungenen Feier.

r* Didda, 26. Ian. In diesem Iahre ist ein großer Teil der hiesigen Geschäfte dazu über­gegangen, dem Beispiel großer Städte zu folgen und Inventurausverkäufe abzuhaiien. Man Darf in dieser Maßnahme, die sonst in Hei­neren Geschäften nicht üblich war, den Wunsch erkennen, den durch die Geldknappheit bedingten flauen Geschäftsgang zu beleben, um Geldmittel für bevorstehende Reueindeckungen in Händen zu haben. -- Die hiesige Stadtmission ver­anstaltet in ihrem DereinShause vom DienStag ab a ch t EvangeltsalionSabende. in denen Pfarrer Fr. G r o t e, Dhünn, sprechen toho Diese Voriragswoche, die alljährlich abgcbalu'a wird, erfreut sich regen Interesses und wird auch aus der Umgebung gut besucht.

nd. Ridda, 26. Ian. Heute fand hier eine Holzversteigerung dcS Fvrstamts Ridda statt, wobei folgende Preise durchschnittlich ge boten wurden. Für 1 Raummeter Buchenictx'it- holz 15 Mk.. 1 Raummeter Duchenlnüppel 10 0171. 1 Raummeter Eichenknüppel 6 Mk., 1 Raummeter Buchenstöcke 9 Mk., 1 Raummeter Eichenstode 6 Mk., 1 Raummeter Buchenreisig 2.50 Mk.. ein Raummeter Eichenreisig 1 Mk. DaS hiesige Sägewerk von I. HimmelSbach bat einer I größeren Zahl Arbeitern gekündigt, weitere Kündigungen sollen noch bevorstehen. Die Entlassenen wollen versuchen in Den Opelwer len in Rüsselsheim Arbeit zu erlangen, weil Dort noch Arbeiter eingestellt würden.

nd. Ridda, 25. Jan Die zweite Ausfüb rung desDa11erich" durch Mitglieder des Turnvereins Ridda tmGambrinuS" hier war wieder so außerordentlich stark besucht, tote die erste am letzten Sonntag. Der Verein kann mit seinen Erfolgen m jeder Hinsicht sehr zu frieden fein und hat sicher noch an Gunst bei I den Einwohnern unserer Stadt gewonnen. I Der Zweigverein Ridda vom V. H i) veranstaltete gestern abend sein dicSiähriges Wintervergnügen und Auszeichnungsfest, das sich eines sehr guten Besuches erfreute und in bester I Harmonie verlief. Oberlandmesser Eich, der Vor­sitzende des Zweigvereins Ridda, hielt eine Be­grüßungsansprache, worin er warm für die Liebe I zur Heimat und CBaterlanö eintrat. Musik. Solo- und gemeinsame Gesänge, komische Vorträge und I Die Aufführung deS Theaterstüdes »Ihr Sommer­gast" boten In auÄgtebiger Weise fröhliche Un­terhaltung der Gäste. Die größten Lachersvlg< errang zweifellos aber der Dialog .Die Schoul- tommeroarc" in Vogelsberger Mundart. In I humoristischer Weise wurden darin die StaDt- begebenheiten und Verhältnisse Riddas oom lei)- I ten Jahr von einem Schulfreund seiner Schul» I freunbin in Ulrichstein, die er fett 20 Jahren nicht gesehen hatte, ausführlich berichtet, mit I witzigen Bemerkungen erläutert und dabei die in I weiteren Kreisen bekannten Persönlichkeiten

Aus der Provinz.

Landkreis Gictzen.

Reiskirchen, 25. Jan. Die Gemein­den der llmgegcnö seien nachdrücklich vor einem Schwindler gewarnt, der dieser Tage hier sein Wesen trieb. Er sucht zunächst Die Pfarr­ämter auf und versucht eine Empfehlung zum Vertrieb von Büchern zu erlangen, indem er angibt, ein Teil des Erlöses fei für ein Waisen­haus bestimmt. Da Die Angaben des jungen Menschen sehr zweifelhafter Act sind, wird ihm natürlich die Empfehlung verweigert. Er gibt gleichwohl in Den Häusern an, er fei vom Pfarrer gcschidt. Der die Anschaffung der Bücher d inge:d nahelege. Der junge Mensch läßt fich eine Anzahlung machen, der Rest werde bei Zusen­dung der Bücher in 6 biS 8 Wochen durch Rach- nahme erhoben. In einer Rachbargemeinde ging er mit der erlogenen Angabe Aum Kirchendiener, der Pfarrer habe ihn an diesen gewiesen:®r möge mit ihm zu den .besseren Leuten' der Ge­meinde gehen und ihm beim Absatz möglichst vieler Bücher behilflich fein. Bei den Leuten sucht er u. a. dadurch seinen Zweck zu erreichen, daß er ihnen vortäuscht, er habe im Pfarrhaus über­nachtet und von dort Grüße überbringt. Da zu vermuten ist, daß an anderen Orten ähnliches versucht wird, weise man solchen Schwindlern energisch Die Türe. Man beachte: Mündliche Empfehlungen werden von hessischen Pfarrämtern nicht gegeben. In ganz besonderen und völlig einwandfreien Fällen wird ein schriftlicher Ausweis, mit Pfarramtsstempel versehen, erteilt.

t Grünberg, 26. Ian. Das D e k o r i e - rungSfest De 6 hiesigen D. H. C. sand am Samstagabend imRappen" statt, Dessen Saal mit Fahnen, GirlanDen unD Tannengrün schön geschmückt war. Der Vorsitzende, Obcrftubien» Direktor Angelberger, begrüßte Die Erschie­nenen in einer kernigen ReDe, er gedachte DA vergangenen Iahre unD stellte u. a. einen Ver­gleich mit Dem Jahre 1924 an. Hierbei betonte Der ReDner, Daß leider die Wanderlust zurück- gegangen sei und auch nur wenige Mitglieder V. H. C.-Abzeichen erhalten würden. Abwechselnd folgten sodann gemeinschaftliche Gelänge, gut ausgewählte Musikstücke unD Theaterdarbi tungen, die reichen Brifall fanöen. Der V H C.-Druder S e y b o l d hielt zu Beginn Der, Verteilung Der Abzeichen eine mit Humor gewürzte Rede. Bei dieser Verteilung kamen nur Herren in Frage, die sich schon seit langem um das Wandern ver­dient gemacht haben. Es erhielten Bender» ©rünberg das 8., Jodel, Kolbach unD Steuernagel das 5., Bender- Lauter das 3. und Lichtenfels das 2. Olbzeichen. Gan- besonders warm wurde seitens des D. H. C.-Bru» ders Steuernagel Den MitglieDern das Wandern in diesem Jahre ans Herz gelegt. Der Vorsitzende dankte allen Mitwirkenden und schloß mit einemFrisch auf. Hierauf folgte der Tanz, eine Sehnsucht Der IugenD, Die aber auch hierbei Den Wanderliedern voll unD ganz gerecht tourDe.

ri. Li ch, 26. Ian. In Dem stimmungsvollen Konzertsaal im hiesigen fürstlichen Schloß fand unter zahlreicher Beteiligung DaS Dritte Äon» zert Des KonzertvereinS statt. In Frau Anni S t e i g e r - 05 e t ja dlernte DaS hiesige mufiflicbenDe Publikum eine hervorragend« V o- linkünstlertn lernten. sie spielte mit sormvollen»

Die Wahabiten.

0km Jahia Bey.

Konstantinopel, im Dezember.

GnglanD hat Den Kamps mit Der Welt Des JslamS wieder ausgenommen. Die Politik Deä I Kompromisses ^teifdvn Dem britischen Weltreich 1 enö Dem ideellen Weltreich Des IllamS ist von ter konservativen Regierung in London einer gründlichen Revision unterzogen worden. ES wird sich erst zeigen, ob Die unleugbaren OlieDer- ligen, die die englische Orientpolitik in Den letzten Jahren erlitten hat, Durch eine Politik 2er Bajonette wettgemacht toerDen kamt. Oder tb nicht vielmehr Der OBeg DeS Kompromisses Der richtigere ist, den Gefahren zu begegnen. Die LUS Dem immer auf« neue gereizten Hasse von 250 Millionen Menschen Dem englischen Impe­rium und dem ganzen Abendlande drohen. Die letzte bei englischen OlieDerlagen im Orient war Vie Eroberung Mekkas durch Die Wahabiten. So sehr di? wahabitische Bewegung Die Entwick­lung de« Islam beeinflußt hat und noch weiter beeinflussen wird, so zahlreich sind die Irrtümer, Vie über die rellgiösen und politischen Ziele Vieser Bewegung tm Okzident verbreitet sind.

Der geistige *Bater der Bewegung war ein syrischer Theologe, Taki eddin ibn Tejmijja. der tm 14 Jahrhundert den Islam seiner Zeit in Wort und Schrift einer Kritik unterzog, deren Ziel die Rüdkehr zu Koran und Sunna, Der 2txibtlton, unD anderseits Der rücksichtslose Kamps gegen alle .Reuerungen" war, auch wenn sie vom sogenannten Jdschma (consensus occlesiae). vaS ist Der ÜbereinstimmenDen Meinung Der | Mehrzahl alle Moslime, sanktioniert wurden. Ohe strengen Forderungen in bezug aus Die äußere Tebenltübnmg hat diesem Savoncrrola DeS Islam den Haß und die CBerfolgung Der Obrigkeit zuge- zogen Er starb als ein Opser dieser Okrfol- gung im Jahr« 1328 im Kerker.

Ungefähr viereinhalb Jahrhunderte später griff ein Mann in Zentralarabien Dte Gedanken Oes Ibn Tejm auf und begann unter seinen Landsleuten Die WieDerberstellung Der Reinheit deS Islams zu werben. Dieser Mann war Mo­hammed Ibn Abd-al-Wahhab, nach Dem diese neue puritanische Bewegung nunmehr ihren 3amen tragen sollte 3m Jahre 1746 begann die neue Seite ihr religiöses Reinigungswerk mit Vern Schwert in Der j)anb bei den Rachbar- flämmen. Am 30. April 1803 eroberten Die Waha- viten jum erstenmal Mekka. Rach kurzer _ Zeit vorn Scherifen Galip. Dem Ahnen Des Königs Hussein, vertrieben, kehrten die Wahabiten 1806 wieder nach Mekka jurüd. Sie verweigerten den türkischen Pilgerkarawanen Den Eintritt ins Ge­biet von Mekka unD forDerten Den Sultan Mah­rn uD II. in einem Sendschreiben zur Annahme ihrer Lehrmeinung auf Da Dem Sultan Die Mittel fehlten, DaS unaufhaltsame Vordringen Der Wahabiten zu verhindern, beauftragte er Wehemed 2lli. den ersten Vizekönig von Aegyp­ten. gegen diese zu Felde au ziehen Die Haupt­stadt Daria deS wahabitischen Reiches fiel 1818 und Der damals regierende Wahabitenfürst 2Tbb» ullab wurde gefangen urtb in Äon ft aut Ino {xJ :nthauptet. Wer schon dem sechsten Fitrsten der Dynastie Turkv bin Olbdullah gelang eS, um 1822 die Aegypter wieder zu vertreiben und t)ie Unabhängigkeit des Wahaditenreiches wie­der aufs neue zu begründen Erst die Zeit deS zehnten Wahabitenfürsten Feisal bietet wieder besonderes Interesse. 3n dieser Zeit nämlich, etwa um Dte Mitte DeS 19. Jahrhunderts, gelang es der Familie Ibn Raschid, im nördlich von Redsched gelegenen Gebiet des Dschebel Scham» mar die Deduinenstämme zu einigen und einen

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RiddaS nach ihren OkrMenften und Eigentüm­lichkeiten geschildert. Der ungenannte Verfasser des .StüdcherrS" ist ein allverehcteS, wadereS Mitglied des hiesigen Zweigverrins. Ihm galt nicht zuletzt Der rauschende Beifall am Schluffe Der Aufführung. Die vorzüglich erfolgte. Für rege Beteiligung an Den Wanderungen deS D. H. Ü. erhielten 15 toadere D. H. i!;..-Schwestern und Brüder Auszeichnungen mit je einer für den Ausgezeichneten besonders verfaßten poeti­schen Widmung. Die Musikvorträge führten ein lleines Orchester, das aus sechs Musikfreunden des OZereins gebildet war, unter Leitung des Iustizinspektor Dapper in meisterhafter Odeis^ aus. Die vor 14 Tagen in Darmstadt abge­haltene Prüfung für Turnlehrer an höheren Schulen hat Schulverwalter Ded von hier bestanden.

Stockheim, 25. 3an. Heute fand im Weitzelschen Saale eine Versammlung von Daulustigen unD schon tm Wohnungsbau stehenden Interessenten der näheren unö weiteren Umgebung statt AwedS Gründung einer Bau­genossenschaft, Deren Ausgabe Darin be- steht, den MitglieDern Zuschüsse zum Dau- kapitai zu beschaffen. Die OZerpflichtung zur Mitgliedschaft soll 25 Jahre Dauern mit einem monatlichen ^Beiträge von 1 Mk. unö einem ein­maligen EintrittsgelÖ von 5 Mk. Zuerst sollen Diejenigen MitglieÖer mit Zuschüften beöacht wer­den. die schon im Wohnungsbau stehen. Sine große Anzahl Wwesender trat Der neugegrün- Deten QJereinlgung bri. Die Erbarbelten zur Verlegung Des Ridderbettes schreiten bei Dieser günstigen Witterung sehr rasch fort unö dürften biS zu Beginn DeS Früh­jahres ihren Wschluß finden.

/X B l e i ch e n b a ch, 26. Jan. Sine rege Bautä tig kelt scheint sich hier in diesem Früh­jahre zu entfalten. Fast alle Baustoffe sind in hiesiger Gemarkung vorhanden, ebenso sind alle BauhanÖwerker hier wohnhaft.

p Aus dem südlichen Vogelsberg 26. Ian. DaS Stromertum und Bettel- Unwesen hat hier wieder gröbere Ausdehnung genommen. Ein Ottann gibt Dem andern die Türe in die Hand. Alle vier Wochen sieht man die­selben Menschen wiederkommen. Hier wären end­lich tatkräftige Maßregeln Der Behörde dringend angezeigt.

Streik Sedotten.

eT Ober-Schmitten, 26. Jan. 3m Kirchhofschen Saale sand gestern ein vom Evan- j gelischen Bund veranstalteter Vortrags­abend statt. Pfarrer Weder-Kaichen sprach i über DaS zeitgemäße Thema .Sozialdemo­kratie und Ehristentum. 03ei Der I heutigen Verpachtung Der hiesigen Fe l D» j a g ö wurden, da wettere Liebhaber nich' erschie­nen waren, von Öen seitherigen Jagdpächtern Gebr. H o s m a n n - Ober-Schmitten nur 150 Mk. geboten. Die letzte Friedenspacht betrug 345 Wk Das äußerst schlechte letzte Jagöjahr trägt mit dazu bei. Jagdliebhabern größte Zurückhaltung zu gebieten unD eine abwartende Haftung ein- zunehmen. w ,

Michelbach. 26. Ian. Auch m unterer Gemeinde soll den im ODeltkriege Gefallenen unö Vermißten ein Denkmal gesetzt werden. Ein I großer Tell Der Bevölkerung möchte «n solches

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