Icllö durch Pfarrer 3 ob die wissenschaftliche und praktische Erklärung von Epheser 2. 11—18. Sodann erstattete Pfarrer Römer- Schotten, der kürzlich zum Leiter des evangelischen Wohlfahrtsdienstes für dcu Kreis Schotten gewählt worden ist, ein hochinteressantes Referat über die Fürsorgetätigkeit und die Oluf gaben des Dekanatserziehungs- und Deka- nats°Missionsvereins. Man konnte daraus ersehen, in welch hohem Maß: durch diese beiden Vereine in unserem Dekanat kirchlich- soziale fürsorgerische Arbeit schon seit Jahrzehnten geleistet wurde und noch jetzt mit viel Hingebung und Liebe getan wird. Außerordentlich klar wurde — was übrigens jeder Fachmann auf diesem Gebiete weih —, daß die Kirche mit ihrer Inneren Mission in der Sache der Wohlfahrtspflege bahnbrechend gewirkt und der Humanitären Fürsorge erst den Weg gewiesen hat. An das Referat schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Rach Erledigung der geschäftlichen Eingänge wurde die Konferenz von Dekan V o l p geschlossen.
Gerichtssaal.
* D a r m st a d t, 24. Juni. Vor dem Schwurgericht hatten sich mehrere Leute zu verantworten, die in Haßloch (Kreis Groß-Gerau) im Februar schwere A u s s chr e i t u n g e n , nach vorausgegangenem Wirtschaftsbesuch, begangen hatten. Zwei von ihnen, der Schlosser Wilhelm Herrmann aus Frankfurt und der Hilfsarbeiter Georg Schäfer von Königstädten waren die Anführer. Schäfer hatte eine alte Frau mit der Faust auf den Kopf geschlagen, daß sie zusammenbrach, eine Gehirnblutung erlitt und einige Tage darauf starb. Schäfer wurde zu sechs Monaten Gefängnis und zu 130 Mark Geldstrafe verurteilt. Herrmann kam mit einer Geldstrafe davon.
Wirtschaft.
Der deutsche Außenhandel im Mai.
Die deutsche Einfuhr im Mai beläuft sich auf 1084 Millionen Reichsmark gegenüber einer Ausfuhr von rund 732 Millionen Reichsmark. In der Zeit von Januar bis Mai betrug die Einfuhr rund 5765 Millionen Reichsmark und die Ausfuhr rund 3444 Millionen Reichsmark. Die reine Waren-Einfuhr zeigt im Mai gegenüber dem Vormonat eine Abnahme von rund 13 Millionen Reichsmark, die Waren- Ausfuhr ist dagegen um rund 58 Millionen Reichsmark gestiegen. Die Passivität stellt sich im Mai auf 266 Millionen Reichsmark gegen 337 Millionen Reichsmark im Vormonat.
Die Lage der europäischen Kohlenmärkrte.
Die Absatzoerhältnisse in Kohle sind in den einzelnen Ländern während der letzten Wochen eher noch schlechter als besser geworden. In England arbeiten die Bergarbeiterführer auf ein Kohlensyndi- kat nach deutschem Muster hin, da nach ihrer Meinung nur durch ein solches Syndikat die Preise für englische Kohlen so gestaltet werden können, daß die Gruben in der Lage seien, den Arbeitern auskömm- , liche Löhne zu zahlen. Die Kohlenausfuhr Englands ist nach einer geringen Besserung im März im April neuerdings zurückgegangen, hat sich allerdings im Mai wieder etwas gehoben. An die Ausfuhrziffern der gleichen Zeit der letzten Jahre reicht der gegen- l wärtige Kohlenexport Englands jedoch picht heran. - Im Mai d. I. wurden 4 652 464 Tonnen verschifft, " gegen einen Monatsdurchschnitt von 6,62 Millionen ■t Tonnen 1923. In der letzten Zeit ist d/r Südwalliser Markt etwas lebhafter geworden, da sich die Werke einerseits wegen der bestehenden Streikgefahr ein- deckten und weiterhin auf Preisermäßigungen nicht mehr rechnen.
Günstig ist die Lage der Gruben eigentlich nur in Frankreich. Die Förderung der französischen Gruben hat mit einer Monatsleistung von 4,2 Mill. Tonnen einen Rekord erreicht. Die Tagesleistung beträgt 160 400 Tonnen gegen 136100 Tonnen im Jahre 1923. Frankreich bezieht nur noch geringe Mengen englischer Kohlen, auch die französischen Staatsbahnen haben kürzlich 'das seit Jahrzehnten in Cardiff bestandene Kohleneinkaufsbureau aufgehoben.
Fräulein Fob.
Roman Port Anders E j e.
4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Herr Fellips sah sein Vis-a-vis an. Rein, bei ©ott, sie scherzte nicht. Dieses Mädchen, das ruhig zugestand, seine Toilette ausgeborgt zu haben, und das Austern mit einem auf langjährige Hebung deutenden Geschick ah, war voll von originellen Einfällen. Fellips sah einer an Heberraschungen reichen Rächt entgegen, und er sollte sich nicht täuschen.
„Sie lieben Austern", bemerkte er, mehr, um überhaupt etwas zu sagen.
„Ja, ich liebe Austern sehr," erwiderte bad Mädchen, „aber nicht wegen des Geschmackes, sondern mehr wegen ihres Duftes. Wenn man etwas richtig lieb hat, so garu leidenschaftlich, verstehen Sie, und man findet dann etwas, das an dies erinnert . . . "
„So liebt man es auch."
„Ganz richtig, Herr Fellips. Das Lächerliche ich dann nur, daß man mitunter m das Surrogat mehr verliebt wird, — besonders, wenn der Gegenstand der Liebe so weit entfernt ist, — oder ganz unerreichbar. Riechen Sie an Ihren Austern, Herr Fellips. Ist es nicht wie ein Duft vom Meer, — vom Meer, das ich so liebe "
Fellips roch pflichtschuldigst.
„Sie haben Recht, Fräulein Lisa", sagte er. „Alle unsere fünf Sinne können uns da gute Dienste leisten. Ich kenne jemanden, der hat die größte Freude, wenn auf dem Klavier ein Opernpotpourri geklimpert wird, — er erlebt dann die Vorstellung in erneuter Stärke, ja oft sogar in ganz verklärtem Licht. Die Hauptsache ist, daß man nicht phantasielos ist Hnd das sind Sie wahrscheinlich nicht."
Fräulein Lisa löste mit geübter Hand ihre zehnte Auster aus der Schale
„Rein, daraus können Sie- sich verlassen", murmelte sie.
Andersen serv.ierte mit lautloser Raschheit Wein und Wasser, — das Wasser für die Dame, den Champagner für den Herrn.
Herr Fellips nahm die Champagnerflasche
In Oesterreich hält das überreichliche Angebot an Kohlen an. Die Lage des Bergbaues wird von Woche zu Woche ungünstiger. Die billigen Angebote fremder Steinkohlen beeinträchtigen den Absatz in heimischer Braunkohle auch deshalb, weil sich durch diese Angebote an hochwertiger Kohle manche In- dustrieunternehmungen von der Umstellung auf Braunkohle fernhalten. Auswärtige Steinkohle wird in Wien franko mit 480 Kronen je Kilo angeboten Diese Preise bürften für die Lieferanten einen starken Benust in sich schließen, denn die Kohle ist bis Wien mit rund 300 Kronen Fracht und Nebenspefen belegt. Man hofft daher, daß es sich bei diesen Preisen nur um eine vorübergehende Erscheinung handelt.
Ueber den deutschen Kohlenbergbau ist in letzter Zeit mehrfach berichtet worden. Interessant ist in diesem Zusammenhang aber die Tatsache, daß end- gegen den ungünstigen Absatzverhältnissen im Inlands die Kohlenausfuhr Deutschlands ansteigt. Während tm Monatsdurchschnitt 1924 nur rund 233 000 Tonnen Kohle exportiert wurden (1923 nur 100 000 Tonnen, betrug die Ausfuhr im Januar 1925 schon 1,4 Mill. Tonnen Steinkohle. Die Koksaussuhr stieg auf 72 000 Tonnen im Monat, die Ausfuhr an Steinkohlenbriketts auf 40 300 Tonnen im Januar 1925 (gegen 8200 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1924). In letzter Zeit kamen in deutscher Steinkohle Abschlüsse mit griechischen Abnehmern und in Koks solche mit italienischen Abnehmern (durchweg in Konkurrenz mit englischen Gruben) zustande. Hierbei wirb allerbings berücksichtigt werden müssen, baß ber deutsche Bergbau zur Räumung ber übergroßen Haltenbestänbe zu Anfang bieses Jahres sicherlich Exporte vornehmen mußte, bie unter normalen Marktverhältnissen unb Preisdebingungen unterblieben wären.
* Deutsche Phönix Versicherungs A.-G. in Frankfurt a. M. — Providen- tia, Frankfurter Versicherungs QI.» G., Frankfurt. In der heutigen Hauptversammlung der zum Allianz-Konzern gehörenden Deutschen Phönix Versicherungs A.-G. wurde der Abschluß genehmigt und eine Dividende von 6 Prozent aus einem Reingewinn von 72 239 Mark verteilt. 38 536 Mk. werden vorgetragen. — Sn der Hauptversammlung der Providentia, Frankfurter Versicherungs A.-G. wurde der Abschluß genehmigt und aus dem Reingewinn von 78 980 Mk. eine Dividende von 6 Prozent aus- geschüttet. 17 703 Mk. werden vorgetragen. Heber den Geschäftsgang wurde von der Verwaltung keine Mitteilung gemacht.
Berliner Börse.
Berlin. 24. Juni. Die Meldungen aus Paris, daß die französische Regierung Vorbereitungsmaßnahmen für die Räumung des Ruhrgebietes eingeleitet hat, boten dem Effektenmärkte gestern Abend eine Stühe. Auch heute vormittag war das Kursniveau im Verkehr von Bank zu Dank gegenüber den gestrigen Schluhkursen weiter gehoben. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs wurde dazu noch bekannt, daß die deutsche Außenhandelsbilanz für den Mai eine bedeutende Verringerung der Passivität gegenüber dem Vormonat erfahren hat. Die Tendenz war infolgedessen allgemein freundlicher. Auch Vorkriegs-Pf and- brief e und heimische Staatsanleihen waren befestigt. Man wies hier auf die angeblichen Aeußerungen des Reichspräsidenten bei der gestrigen Besprechung mit den Aufwertungsverbänden hin, wonach in der Auswertungsfrage noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Die Rachrichten über das Anhalten des bisherigen Rekordabsahes der Kali-Industrie löste Gewinnwirkungen aus. Das Geschäft in Kaliwerten war jedoch verhältnismäßig klein. Interesse bestand für Südsee-Phosphate, die von 40l/3 auf 43V2 anzogen. Am Geldmärkte hält zwar die leichte Verfassung des Marktes für tägliches Geld an .doch hat es den Anschein, als wenn im übrigen die große Kreditknappheit letzthin noch eine Verschärfung erfahren hat. Die Einstellung der Kreditgewährung durch die Roggen-Rentenbank und die Zurückziehungen von Ausleihungen anderer Geldinstitute scheinen dies zu bestätigen. An der Börse selbst verlangt man für tägliches Geld 7V. bis 91/2 Prozent, Monatsgeld IOV2 bis IP/3 Proz. Am internationalen Devisenmarkt gaben die Währungen Frankreichs, Belgiens und Italiens erneut etwas nach, während die nordischen Devisen recht fest lagen. Die deutsche Reichsmark wurde genannt in London mit 20,43, Zürich 122,55, Amsterdam 59,33, Paris 5.091/,,.
Böclenkur'ie.
Datum:
5®/o Deutsche MetchSanlethr 4% Dcri'lchc NcichSanlcihe S'/,'/. Deutsche RcichSanlcihr 3°/n Deutsche Rrichsanleihe Deutsche Svarpramienanlethe <e/o preußische KousolS . . . 4% Hesse» . . .... 8’/i% Hessen ....... 3% Hesse»...........
Deutsche Werth. Dollar-Ank. dto-Dott -Schav-Anlreisug.') <•/» Zolltürken b% Goldmerikaner ... .
vcrltner HandclSaesellschast. Lommerz- und Prwat-Bank Darmst. und Ncntonalbank Deutsche Bank .....
Deutsche Bereinöbank . . . . TlScomv Lommandit Mctallbank Mitteldeutsche Kreditbank . Oesterreichische Crcditanstalt. Wcstbank .......
Bochumer Guß ...... Buderus ..........
Laro Deutsch-Luxemburg .... Gelsenkirchener Bergwerke. . ßarpener Bergbau .... Kaliwerke Aschersleben.... Laltwerk Westeregeln .... Laurahütte Oberbedars Phönir Bergbau Rheinilahl . ...... Riebeck Montau. ...... Tellus Bergbau. ..... Hamburg-Amertka Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Lberamtsche Werke Albt» . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann ..... Anglo-Eom -Guano . . . .. Badische 2I»iHn ........ Chemische Maver AlavM > , Goldschmidt ..... ©rieSbchntr Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung.....
Rütgerswerke ...... Scheideanftalt ........
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Schlickert
Siemens & HolSke .....
Adlerwerkr Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt ........ Meguin. Motorenwerke Mannheim .
Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . MctaNgesellichaft Frcmkfm». Pet. Union A.°G Schuhfabrik Her, Sichel Zellstoff Daldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . ..
Frankfurt a.M. Berlin
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(Sn Billionen Mark ausgedrückt. BuenoS-MreS, Loudon, Neu- York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest kür 106000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung.
23 Jam
24. Juni
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
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Konstantia.
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Athen. .
6.69
6,71
6 69
6.71
Frankfurter Abendbörse.
Frankfurt a. M., 24. Juni. Bei allgemeiner Geschäftslosigkeit zeigte die Abendbörse keine nennenswerte Veränderung. Die Kurse bewegten sich zumeist auf dem leicht erniedrigten Stande ber Nachbörse, so baß man von einer gehaltenen Stim-
„Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen, Fräulein Lisa?" fragte er. „Rehmen Sie Wasser mit einigen Tropfen Champagner. Rur einen Fingerhut voll. Sie werden sehrn, daß es nicht so übel schmeckt."
Dann fügte er leise hinzu:
„Wenn schon aus keinem anderen Grund, so doch wegen Andersens Sie machen ihn glücklich damit. “
Das Mädchen blickte auf den Kellner, der sich nach alter Gewohnheit noch um einige Grade tiefer verbeugte.
..Also meinetwegen." sagte sie, „aber nur einige Tropfen."
Zu Herrn Fellips' und Andersens dankbarer Freude billigte sie die Mischung. Sie tat einen tiefen Schluck und erklärte, daß das Getränk, wenn es schon nicht verbessert wurde, so doch wenigstens nicht schlechter schmecke.
Fellips füllte einen Löffel mit eiskaltem Kaviar und legte eine zitronenbefeuchtete Auster auf dies schwarze Bett.
„Sie lieben also das Meer so heiß", sagte er unb lieh den leckeren Inhalt des Löffels ihba- ritisch auf dem Gaumen zergehen. „Da wundert es mich, daß ich Sie int Sommer so tief drinnen im Lande traf, mindestens hundert Kilometer von dem anspruchlosesten Gewässer entfernt. An der Küste gibt es doch so viele gute . hm . . "
„Restaurants", fiel das Mädchen lustig ein. »Sie haben ganz Recht, mein Herr. Aber die Sache hat ihre Hrsache Wollen Sie. daß ich ganz ehrlich gegen Sie sein soll?"
„Ich wünsche nichts Anderes."
„Also hören Sie. Mein Existenz droben in . . Wie hieß nur der Ort?"
„Presto."
„Danke droben in Presto beruhte auf einer Mystifikation, einer Mys—ti—si—ka—tion."
Herr Fellips nidte: „Sie wurden ganz einfach betrogen Das kommt vor Sie glaubten, in ein Seeidyll zu kommen und wurden zwischen fünf Berggipfel eingeklemmt. Hnd als Sie den Zusammenhang entdeckten und den Betrug, war es zu spat Sie konnten nicht mehr fort, trotz der Eisenbahn "
Das Mädchen klammerte sich mit großem Eifer an dies Wort. Die Eisenbahn. Es war doch die Eisenbahn, der man die erste Begegnung zu danken hatte. Oder richtiger das Geschäft, das große Eisenbahngeschäft. Die Sache drehte sich um schwindelnde Summen, nicht wahr? Traurig genug, daß so wenig hievon beim Mittagessen durchgesickert war, — aber doch wieder genug, um ein armes Mädchen grün vor Reugier zu machen. Rur daran zu denken! Hier, an der einen Seite «des Tisches, sah ein dicker Herr, der erklärte: „Ich verkaufe meine Eisenbahn für hundertzwanzig Millionen", und dort, auf der anderen Seite, ein schlanker, ber sagte: „Ich kaufe sie, — Prosit!" Hundertzwanzig Millionen! Man wartete nur darauf, baß ber schlanke Herr die Millionen aufzählen werde, eine nach der anderen, auf dem Mittag- tisch. zwischen Flaschenbatterien und funkelnden Kristallgläsern. Aber beim näheren Rach- benfen, — Herrgott, es hätte ja eines ganzen Wagens bedurft, um all die Danknotenpakete auszuladen. Hn dann die Artikel in den Zeitungen, ganze Spalten lang, über die Aktien und die Verteilung und die Staats-Einlösung und die Verwaltungsratssihungen all dieser erregten Herren . . .
. Das Mädchen verlor beinahe den Atem. Man merkte, daß ihr jedes Detail in dieser Eisenbahnkampagne vertraut war, in diesem wilden Ringkampf zwischen Käufer und Verkäufer, und daß jeder Draht dieses verwickelten Handels zwischen ihre Finger gelaufen. Für Fräulein Lisa war dies alles wie ein riesig spannender Roman, aber ein Roman ohne Anfang und ohne Schluß, — und bad sagte sie auch ihrem Kavalier.
„Hnd jetzt soll ich Ihnen den Roman fertig schreiben?"
Fräulein Lisa nickte, während sie einen schmalen Spargelstengel zwischen ihre weißen Zähne gleiten ließ.
„Ja, wenn Sie so freundlich wären."
Herr Fellips lächelte herablassend.
„Sie haben keine kleinen Ansprüche. Ein Romankavitel zu jedem Bissen . . Ich, der ich noch die kalten Schauer über meinen Rücken laufen fühle, sehe nur das Titelblatt des Romans.
inung |pred)en?fann. Interesse bestand für kein Gebiet. Krieganleihe sank bei ruhigem Geschäft auf 0,410, und wurde im freien Verkehr spater ,ju 0,403 genannt. Schiffahrtsaktien umsatzlos.. Die Börse schloß geschäftslos mitt Neigung zum Nach- geben. " Deutsche Anleihen: 5proz. Ncichsanleihe 0,410, 3iproz. Preußische Konsols 0.555, Schutzgebietsanleihe 5,009. Bankaktien: Commerzbank97,75, Darmstädter Bank 120,25, Deutsche Bank 120,50, Discontogesellschaft 108,62, Dresdner Bank 102,25, Mitteldeutsche Creditbank 97.50, Reichsbank 123,25, Rheinische Kreditbank 90, Oesterreichische Kreditaktien 7,37 Montanaktien: Mcmsfelder 59,50, Phönix 93,25, Kali Aschersleben 12,62, Kali Westeregeln 108. Chemische Aktien. Badische Anilin 117,50, Th. Goldschmidt 83,75, Rütgerswerke 66. Jndustrie- afticn: Adlerwerke Kleyer 60, AEG. 92,62, Rheinmetall 35,50, Zucker Offstein 58,25.
Bank n 0 t e n.
Berlin, 24. Juni-
Meld
Bries
Amerikanische Noten .....
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Belgische Noten .......
19,27
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Dänische Noten .......
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Englische Noten........
20.357-
... '0.453
Fran;ösischc Noten ......
19.52
19.62
Holländische Noten ......
1(57,85
168 69
Italienische Noten ......
15J2
15,70
Norwegische Noten.....
72.4.2
72,78
Dcutsch-Oesterr., -100 Kronen
Rumänische Noten......
59,11
59.41
Schwedische Noten......
111,92
Schweizer Noten.......
81,52
81,92
Spanische Noten.......
10,75
61,05
Tschechoslowakische Noten ..
12.415
12.475
Ungarische Noten.....
5.84
5.88
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 24. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50—23,50, Roggen, inlän- discher 18,50—20,50, Hafer, inländischer 18,50 bis 22,50, Mais, gelb 21—22,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 35,75—36,75, Roggenmehl 28,25 bis 29, Weizenkleie 11,60—11,75, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: Behauptet.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 24. Juni. Der Produktenmarct war auf höhere ausländische Rotierungen für Weizen unb Roggen höher. Gerste in guter Brauware sehr knapp. Hafer in Auslandware mehr Rachfrage als nach inländischer. Futterartikel nur einzeln beachtet. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, märt. 266 bis 269, do. Juli 264 bis 262, Roggen, märk. 218 bis 222, do. Juli 214,50 bis 213,50 Gerste, märk. 226 bis 245, Futtergerste 200 bis 216, Hafer, märk. 231 bis 239, do. Juli 193,50 bis 192, Mais (loko Berlin) 211 bis 215, Raps 360 bis 370; für 100 Kilo: Weizenmehl 34 bis 36,25, Roggenmehl 29 75 bis 31, Weizenkleie 13,20 bis 13,30, Roggentteie 14 bis 14,20, Viktoriaerbsen 26 bis 31, kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 21 bis 24 Peluschken 21 bis 23, Ackerbohnen 21 bis 22.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus ber „Radio-Hmschau".)
Freitag, 26. Juni.
12 Hhr: Nachrichtendienst. 3 und 4 Hhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Hhr: Rachrichten- bienst. 4.30 bis 6 Hhr: Hausfrauen-Rachmittag in Musik unb Wort. Programm u. a.: „Haus- wirtschaftliche Berufsbildung", Vortrag von Frau Direktorin Dertuch. 6 Hhr: Wirtfchaftsmelbun- gen. 6 bis 6.30 Hhr: Die Lesestunde (Meisterwerke ber Weltliteratur): Aus „Soll unb Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.30 bis 6.45 Hhr: Iuristenrundfunk. 6.45 bis 7 Hhr: Die Besprechung. 7 bis 7.30 Hhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.30 bis 8 Hhr: „Rörb- lingen, die alte Reichsstadt im Schwabenlande". Vortrag gesprochen von O. W. Studtmann. 8 bis 8.30 Hhr: Hebertragung von Kassel. 8.30 Hhr: Die Forster-Christel, Operette in drei Akten von Georg Jarno. — Anschließend: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Gemeinden.
Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft Sabbatseier den 27. Juni 1925. Freitag abend 7.45, Samstag vorm. 8.00 Predigt, nachm. 4.30, Sabbat- ausgang 9.40, Wochengottesdienst morgens 6.30, abends 7.00
C^n zu erleben, — nein, das ist etwas ganz anderes."
„Eines können Sie npr aber wohl auf alle Fälle sagen," beharrte das ML.«chen, „wer war der Betrogene?"
Herr Fellips hob die Augenbrauen.
„Der alte Thorben war es nicht", sagte er Die Augen des Mädchens blitzten auf.
„Also waren es Sie?"
„Rein," beteuerte Herr Fellips nachdrücklich, „ich war es auch nicht."
„Aber die Zeitungen behaupten doch . . . ich erinnere mich ganz deutlich: entweder die Exellenz oder ber Bankdirektor Ein drittes gab es nicht."
„Man soll den Zeitungen nicht glauben," dozierte der Bankdirektor, „zuweilen spielen sie die Rolle der Zauberer früherer Zeiten: den Leuten etwas vorzugaukeln. Ich bilde mir ein . . . “
„Was denn?"
Herr Fellips bereute es, sich soweit eingelassen zu haben.
..Das ist gleichgültig Reden wir von gemütlicheren Dingen."
Fräulein Lisa schüttelte unzufrieden dcn Kopf.
„Meinetwegen, leben wir also von Ihnen."
Fellips rückte seinen Stuhl näher an den des Mädchens.
„Ich mache Ihnen einen Vorschlag ein Kompromiße wenn Sie es so nennen wollen. Reden wir — von uns beiden."
Das Mädchen schnitt ein Gesicht.
„Ist es zu früh?" fragte Herr Fellips leise.
Fräulein Lisa brauchte nicht zu antworten Denn nach einem diskreten Klopfen wurde die Tür von Herrn Mumm geöffnet, ber mit Andersen im Kielwasser den Wunsch äußerte, den Tisch abzudecken. Herr Fellips nickte resigniert und bestellte Kaffee mit Likören verschiedener Art und Farbe.
„Zigarren und Zigaretten?" fragte Herr Mumm.
, ^gte. er kurz, .,Rauchzeug habe ich
selbst.
Hierbei wandte er fein Profil dem Mädchen zu, das ihm gegenüber auf dem Sofa sah.
(Fortsetzung folgt.)
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