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Montag, 27. April:

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Verwandten und lucuuumeu, uu<uw»m> wurde ihre Berufung z u r ü ck g c w i es e n.

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Amtsgericht Wetzlar

Briefe...--------

scheint die Arlache zu der Muttat gewesen

Scheine am Lahmhof gdunhen yu haben 21 ui der Polizeiwache bat er, au^ tret en zu dürfen.! hierbei versuchte er, sich der Scheine zu entledigen, indem er sie in den Kohleneimer warf. Gr i?<?rtoi<Mtc sich in zahlreiche Widersprüche und leugnete bis zuletzt. Seine Federführung war aber eine voll- ständige. Die nun als Zeugin vernommene Be­gleiterin QL Q.X. hielt ihr früheres Geständnis rn vollem Llmfang. aufrecht: nach ihren Angaben hatte ihr Scharth selbst zugestanden, datz die Scheine falsch seien, er habe sie selbst ^gemacht" Besonders belastend waren auch die zahlreichen Kassiber, durch welche Sch die 21. im hiesigen Gefängnis zum Widerruf ihres Geständnisses bewegen wollte. Der Staats- anwalt beantragte mir Rücksicht auf die Raffi­niertheit, welche der Angeklagte gezeigt, und auf seine Gemeingefährlichkeit eine wesentliche Erhöhung der Strafe. Straf erschwerend komme auch in Betracht, daß er es war. der seine Begleiterin, ein junges und unbescholtenes Mädchen, auf die Bahn des Verbrechens geführt habe. Das Gericht gab der Berufung der Staats­anwaltschaft statt und erkannte auf 4 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Der Vor­sitzende hob bei der älrteilsverkündung besonders hervor, daß die Allgemeinheit vor solch gemein» oesährlichem Treiben energisch geschützt werden müsse, Treue und Glauben im Verkehr werde auf doS äußerste gefährdet, desgleichen Misere Wäh­rung. Rur schwere Strafen seien in solchen Fällen

zu sein.

Große Strafkammer Gießen.

Gießen, 21. April, Heute fand eine um-

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...und beim Anrichten hoch einigeTropfen

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2 Wetzlar, 23. April. Der 'Maschinen- steller E. E. von Aßlar hatte gegen eine Poli­zeiliche Strafverfügung über 3 Mk., weil er seinen Hund im Feld hatte frei umherlaufen lassen, An­trag auf gerichtliche Entscheidung gestellt. Sn der heutigen Verhandlung wurde die Strafe auf lOMarkerhöht. - Wegen Diebstahls hatte sich der Elektrotechniker S.T. zu verantworten. Shm warf die Anklage vor, anfangs 1924 habe er feiner damaligen Arbeitgeberin, der Firma Buderus-Röchling in Wetzlar, Der- chiedene Gegenstände, wie elektrische Apparate usw., entwendet. Der Angeklagte bestritt den Diebstahl. Er will die in Frage kommenden Ge­genstände, die die Polizei in Beuthen (Oberschl.) einerzeit bei ihm beschlagnahmt hat, und die auch zum Teil durch mehrere Werkmeister der Fa. Buderus-Röchling als der Firma abhanden ge­kommen wieder erkannt wurden, von einem Lin» bekannten in Gießen gekauft haben, was dem Angeklagten nicht zu widerlegen war. Das Ge­richt konnte daher den Angeklagten nicht als des Diebstahls, wohl aber der Hehlerei überführt ansehen und verurteilte ihn dieserhalb auch zu drei Monaten Gefängnis. ilnter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den Arbeiter O. S. von Wetzlar verhandelt, dem zur Last gelegt war, in Gegenwart von Jugend­lichen öffentliches Aergernis erregt zu haben. Das Urteil lautete auf sechs Monate Ge­ll n g n i s. Der Arbeiter K. D. von Wetz­lar hatte als Vertreter einer Gießener Firma Beträge für diese einkassiert, sie aber nicht abgeliefert und war wegen Unterschlagung angeklagt. Der Angeklagte gab die Tat zu und behauptete, aus Rot gehandelt zu haben, versprach aber, den Schaden wieder gutzumachen. Der als Zeuge geladene Kaufmann S. der Firma erklärte, daß die Firma an der Bestrafung des Angeklagten kein Sntereffe habe, sondern nur ihr Geld haben wolle. Darauf beschloß das Ge­richt, das Verfahren gemäß § 153 StPO, richt, das Verfahren gemäß § 153 StPO, einznstellen.

Berichtssaal.

Bedarf in **, 3lgot Gwe Aorton

fahrt angehören.

^Darmstadt, 24. 2Ibrü. Das Reichspost- Ministerium Hot die Einrichtung einer Kraft­post auf der Strecke Wack.o michelbach- Hirschhorn genehmigt. Ätze Inbetriebnahme der Linie wird erfolgen, sobald die erforderlichen Kraftwagen geliefert sein werden

.!- Offenbach, 24 SttxriL Dem Finanz­ausschuß ist eine Vorlage ^gegangen, worin eine einstweilige Gewerbesteuer, von 60 Prozent der Vorauszahlungen auf die Rekchs- einkommen- und KörperfchaftSsteuer beantragt wird, die in 12 Erhebung^monch.en 1 800 000 Mk. bringen soll, gegen 900000 in 1924 (7 Gr- hebungsmynate).

Groß-Gerau, 24. April. (WTBZ Heute vormittag 4 Uhr brach im Sägsmerk Lämmer.

* Gießen, 21. April. Ein schlechtes Ge­schäft mit feiner Berufung machte der Kaufmann Wilhelm Scharth aus Hirzenhain, Kreis Marburg. Derselbe war mit einer Begleiterin, einer jungen Räherin, am 23. März l. 3. wegen Verausgabung falschen P ap i e r g e l - des vom hiesigen Schöffengericht zu 2 Jahr en, die Räherin zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Während diese sich bei dem Urteil be­ruhigte, legte Scharth Berufung ein. Wie er crtlärte, will er ganz freigesprochen fein. Aber auch die Staatsanwaltschaft legte Be­rufung ein mit dem Ziel einer Erhöhung der Strafe. Die. neue Verhandlung ergab dasselbe BUd wie in erster Instanz Scharch wurde bei Verausgabung des falschen Geldes betroffen und verhaftet. Die Durchsuchung ergab, daß er selbst einen Block von 85 falschen Zäv eibillio- nenscheinen bei sich trug. Er behauptet, die

fangreichc Berufungsverhandlung ge<?? ' Johannes und Karl 9t von Heraersdorf wegen 'uchsdieb- stahls statt: ste wurden seinerzeit vom Schöffen­gericht trotz hartnäckigen Leugnens zu erheblichen Gefängnisstrafen verurteilt und hotten gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Obwohl van den An- >ßer Zeugenapparal, namentlich von Bekannten, aufgeboten worden war,

bsn werden, nur tn Ausnahmefallen auch in auswärtigen: bei bsfoberen Arbeiten kann auch ein engerer Wettbewerb stattfinden. Eine sehr i ausgiebige Aussprache verursacht der nächste PunktDicht! knien fftr Vergebung von Wohnungsbaubarlehe n" Vs ist vorgeschlagen, den Baulustigen Kapital zu 5 Proz. zu gewähren, während die Stadt selbst 11 Proz. bezahlen muh, also 6 Proz. auf den städtischen Voranschlag übernehmen muß. Die Brlechungs- grenze soll 75 Prvz. betragen, die Abrentung 1 Proz. lieber die Höhe der BeleihungSgrenze gehen die Meinungen sehr auseinander, da man sie für zu hoch hält. Beigeordneter Dr. Leucht- g e n s beantragt 60 Proz., da sonst nmncher zum Bauer, verleitet würde, dem es nachher an den nötigen Mitteln zur Durchführung d-s Baues fehle. Schließlich wird der Antrag des Fltmrrz- ausschusses mit 75 Proz. genehmigt. Bau- lustige sollen bis zum 1. 3unt um Genehmigung des Bauzuschusses nachkommen: sollte daS zur Verfügung stehende Daukapital nicht gang in Anspruch genommen werden, so wird die Stadt für daS noch zur Verfügung stehende Geld ent­sprechende Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen bauen. Als Beitrag zu den Kosten der Pflasterung der durch den Stadtteil Sauer» Lach ziehenden Fauerdacher Straße, die durch den Kreis vorgenommen wird, gewahrt die Stadt einen Zuschuß von 27 000 Mk. Da die Behandlung einzelner Punkte der Lagesordnung ziemlich lange Zeit in Anspruch genommen und ein Teil der Stadtverordneten am Abend noch andere Verpflichtungen hat, wird die Sitzung vor Erledigung der Tagesordnung um 7 injr abge­brochen, der Rest d-r Tagesordnung soll in einer am nächsten Montag ftattfinbenben Sitzung er­ledigt werden

'*! Bad -Nauheim , 24. April. Die Arbeiten an der Erbauung des städtischen Volks - bades. das hinter dem Konitzkystift erbaut wird, sind in vollem Gange. Das Bad erhält einen Wasier- bebälter von 60 Meter Länge und 25 Meter Breite mit 3000 Kubikmeter Wasserinhalt. Er wird aus dem großen Teich gespeist und fließt in die Ufa ab. Die Kesamtkosten belaufen sich aus 55 000 Mark.

Arcis *Sis W-'a.

!!.di n gen, 24. April. Vor lurzer Zeit ging die Rachricht durch die Presse, daß zwischen Lißberg und Hirzenhain Werber für die Fremdem Legion aufgetaucht seien. Die ge­nauen amtEchen Feststellungen ergaben felgendes Bild: Ein «aus Wenings gebürtige Bauers­mann sah Lus der Landstraße kurz hinter Liß» berg ein mit zwei Herren und zwei Damen be­setztes Auw', halten. Der Lenker des Kraftwagens sprach den Borbeigehenden an und bot ihm nach längerer Lirsterhaltung allerlei Eßbares, sowie einige Zigaijren an, die der Bauersmann auch annahm. DiÄ in der Presse aufgestellten Be­hauptungen, Daß die Zigarren den Knecht des Mannes, der sie geraucht hatte, in einen zw er­lag ig en Sich l a f versetzt hätten, stellten ich als volllommsi haltlos heraus. Alle vorlie­genden Feststellungen berechtigen keineswegs zu Der Annahme, daß man es rn dem erwähnten Falle mit Webber für die Fremdenlegion zu tun hat - Wye bekannt, finden die Reuwah­len der Bürger in erst erei im Laufe dieses Sommers statt. Als Wahltag ist der 1 4. 3uni in Aussicht gekommen Sowohl auf dem Lande, wie in unsere, 2 Städtchen bemerkt man schon eifrige Vorberellgrngen zur Wahl. Was Büdingen anbetrifft, so wnüd der langjährige Bürgermeister . F e n d t sich n i cch t w i e d e r a u f st e l l e n lassen.

Es dürfte nicht ausgeschlossen sein, daß für Du- i dingen die Stelle, ^ines D e r u f s b u r g e r m e r - sters ausgeschrieben wird, wenn sich hiergegen i auch noch viele rStimmen erheben. Als sicher fanbitieren Rechttzmiwalt Koch und Versiche- r rungsvertreter G'tkorg Hildner (Sozialdemo­krat). Außerdem werden noch mehrere andere -Ka­men genannt.

mw* Lchottcn.

wg. Gedern^ 24. April. In die hiesige Hoskaplaneischule (Privatschule rmt Lehr­plan der Realschule)' tonnten zu Beginn des - neuen Schuljahres .«uf Grund einer Aufnahme­prüfung 13 neue »Schüler ausgenommen werden, und zwar 7 Pi die Sexta, 4 in die Quinta und 2 in die Untertertia. Die seit Ostern 1924 neueingerichtete Llntewsekunda wird zur Zeit von 6 Schülern besucht, bfcnen es ermöglicht ist, nach erfolgreichem Besuch dieser Klasse die sog. Reichsverbandsprüfuntz» <frühere Einjahrigenprr^ fung) zu machep. AuL der Schule, welche nach jahrzchntealtem Herkommen von dem Ortsgeist - lichen geleitet wird, sinh augenblicklich drei haupt­amtliche Lehrkräfte (1 Htudienassessor und 2 staat­lich geprüfte höhere Syrerinnen) und 3 Lehr­kräfte im Rebenamt Q, Geologe, 1 seminaristisch gebildeter Lehrer unr» 1 Handarbeitslehrerin) tätig. Die Schüler stamme» zur Hälfte aus Ge­dern selbst, zur Hälfte, aus den umliegenden Orten, wie Lißh^rg, Hirzenhain, Merkenfritz, Steinberg, Usenborn, LUerseemen, Hartmanns- bain und Herchenhain, von wo aus sie mit der Bahn hierherkoninvn.

Starker ' Rheinhessen.

Darmstadt, 24. Hlprll. Die hessische Flugbetriebs-'?L>(9. (Hefag) wird tm Laufe des Monats Mai den FluHbetrieb mit einem Verkehrs« und vier SpartfluZeugen aufnehmen. Die Sportslugzeuge werden von Ehemaligen Kriegsvilo- fen geführt, die dem Hessen fHneger-Verein für Luft-

Darmstadt, 24. April. Der JustiMretar Heinrich Ludwig Scheuer aus Mainz, der am Amtsgericht Langen tätig war, hatte sich vor dem Bezirksschöffengericht wegen Verbrechens im Amt nach §348 ,Abs. 2, 349 StrGB. zu verantworten. Scheuer Haie schon in Mainz bei der Sparkasse eine Betrügerei begangen und war dafür 1919 zu drei Jahren Gefängnis verurtellt worden. Jetzt hatte sich Scheuer von einem Bäckermeister, der zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt war, 100 Mark geben lassen und dafür die 2l k t e n über diesen Fall beteiligt Das Bezirksschöffengericht verurteilte Scheuer zu Jahr Zuchthaus und 200 Mark Geldstrafe.

mannGrotzfeuer aus. Das Sägewerk mit gro- fjen Holzvorräten sowie die Tischlerei sind ooll- tönbig medergcbrannt. Auch das Wohnhaus wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Der Schaden ist beträchtlich. Die Ursache des Feuers ist noch un­bekannt. ____ ...

Worms, 23. April 'WTD.) Ern tzicsiger Bierfahrer versetzte während eines Streites einem Landwirt aus Monsheim eine derart starke Ohrfeige, daß er tot zu Boden fiel. Ob ein Herzschlag oder der mächtige Schlag die unmittelbare Todesursache waren, ist noch nicht efigefteHt worden

|| Marburg, 24. April. Unter Hinweis aus den Beschluß der Dertreterversammlung des hes- Heben Dolksschullehrervereinsm Hanau, in dem die baldige Gründung einer P a 0 a - goaischen Akademie in Marburg ermar- :et wird, beschäftigte sich auch die Stadtverord­neten Versammlung mit dieser Frage. Wie oesaat wurde, rechnet man mit einer jährlichen Be- uchszifser von etwa 200 studierenden Lehrern. Aus ikonomischeu und unterrichtlichen Gründen sei die Anlehnung dieser Akademie an eine vorhandene Universität das gegebene und für Hessen-Nassau käme deshalb die Landesuniversität Marburg m Frage. Wie der Vertreter des Magistrats müteilte, hat sich die Stadt schon seit einiger Zeit um diese Sache bemüht und verfolgt sie weiter.

bl. h e r b o r n , 24. April. Man plant hier die Errichtung eines A l t e r s h e i m s und einer Her­berge für Wandernde. Dementsprechende Räumlichkeiten wurden bereits angetauft, so daß mit der Einrichtung und Freigabe in Kürze zu rechnen ist. Der Staat läßt zur Zeit für Beamte der Post ein Doppelwohnhaus erbauen. Ver­schiedene Eisenbahnbeamte errichten sich selbst ein Eigentum. __,v

fpd. Frankfurt a. M., 24. April. 3n einem Hause der Schwalbacher Straße fam eL zwischen dem schon lange verfeindeten Packer Wilhelm Lein und dem Arbeiter Hans Cns- lin zu ernsten Streitigkeiten, in dwm Verlauf Cnslin feinem Gegner ein OK elfer in de,r Kopf stieß, so daß der Tod nach kurzer <>ett eintrat. Der Täter wurde verhaftet. Auch die Frau mußte in Schutzhaft genommen werden, da die Volksmenge eine immer bedroh­lichere Haltung gegen sie einnahm. - Rls ge­meingefährlicher Heiratsschwindler wurde der Arbeiter Max Reve aus Würzburg ent­larvt. Durch Zeitungsanzeigen suchte er f-tue Opfer, versprach ihnen die Ehe, pumpt - sie gründ­lich an und lieh sie dann mitleiDslos sitzen. Die Briefe seiner Opser läßt er sich auf Postschließ­fach 436 in Frankfurt schicken. Bisher konnte der Bursche noch nicht ermittel.t werden. Hier sind gefälschte 50-Diilionen- scheine in großen Mengen festgestellt worden. Die Fälschungen sind im allgemeinen gut nach- geahmt und weisen nur auf der Rückseite einen etwas undeutlichen Druck auf. Die Zunft der Taschendiebe hat sich diesmal auf der Messe ziemlichanständig" benommen. Wohl tarnen die üblichen Diebstähle vor, doch war die Deute nicht besonders groß. Die internationalen Diebe fehlten völlig, diese weilen in Italien, wo ihr Geschäft in Rom bet dem starten Fremden- besuch glänzend geht.

spd. Frankfurt a. M., 24. April. Ein furchtbares Drama trug sich heute nach­mittag kurz nach 3 älhr in der Wohnung des Rervenarztes Dr. Max Sichel, Dockenheimer Landstraße 55, zu. Während Dr. Sichel eine Dame behandelte, drang ein gewisser Kuhn, dessen Perfonallen noch nicht näher festgestellt werden konnten, in das Sprechzimmer ein und gab ohne weiteres einen Schuh au s den Arz t ab, der in den Unterleib getroffen wurde undbalb an innerer Verblutung verstarb. Der Tater flüchtete, wurde aber auf der Straße von dem Kraftwagenführer des Arztes und einem Schuhmann gestellt. 6v richtete die Waffe ayf den Beamten, die Waffe verfagte, dann Jfloj) er in den Vorgarten zurück und gab. < " Ä auf s ich ab, der den Kopf traf, wurde lebensgefährlich verletzt und kam nach dem städtischen Krankcnhause, wo er gegen 6V2. Ahr feinen Verletzungen er tag. Es konnte bisher feftgefteKt werden, daß der Later bet der Firma Maysahrt in Mainkur beschäftigt war und eine Fahrkarte GelnhausenFrankfurt bei sich führte. Der Mörder stand in Behandlung um) sollte, wie wir hören, auf Antrag Dr. Sichels

Anstalt zugeführt werden. Diese in einem i Dr Sichels an Kuhn kundgegebeue Absicht

em ..hoch Mussolini" neben einem ,^)och Lenin", und nicht selten findet sich emEs lebe Matteotti" gar nicht weit von einer Aufschrift, die den Mörder des Sozialistenführers mit den WortenEs lebe Dumini'/ verherrlicht. Und nicht nur die Dinge großen Politik" werden hier an den Wänden ver­ewigt, sondern auch über' die Wahlkandidaten der einzelnen Städte finden sich höchst ungezwungene Bemerkungen, und bald wird der Cavaliere Pietro ein Esel genannt, während seinem Gegner, dem Commandatorc Paolo die stadtbekannte Untreue seiner Frau in höchst drastischer Weise vorgehalten wird. Ganz so war es unter der Herrschaft des Titus, wenn man nach dem urteilen kann, was uns an den Mauern von Pompeji aufbewahrt geblieben ist. Man schrieb im Vorbeigehen das auf, was man über den oder jenen Kandidaten dachte, und man wollte natürlich durch diese Kundgebung die an­deren beeinflussen. Beschimpfungen wechseln mit Empfehlungen. Da liest man z. D.Den Datinius erbitten als Polizeidirektor alle Spitzbuben", oder einer wird mit der sehr eindrucksvollen Bemerkung zum Bürgermeister vorgeschlagen:Der wird schon den Knopf auf den Beutel halten!"

Besonders merkwürdig ist es urtb wird durch die neuesten Grabungen hervorgehoben, daß die Frauen sich damals augenscheinlich noch viel täti­ger an der Politik beteiligten als heute, wo man von ihnen im Wahlkampf verhältnismäßig wenig merft Dabei ist es nicht anzunehmen, daß sie selbst als Wählerinnen mitentscheiden durften, aber die Aufregungen des Wahlkampfes wurden von chnen mit großer Leidenschaft durchgekostet, und hausig liest man an den Mauern, daß Lavia den Titus oder Casus oder Sempronius mit alühenden Worten anpreist ober ihn auch mit Beschimpfungen über­häuft. Die Damen hielten eben damals wie auch heute nur selten den goldenen Mittelweg ein. Ein wenig zweideutig wird die Sache, wenn man eine Wahlinschrift liest, die da lautet:Den Claudius macht zum Bürgermeister! Ihn empfiehltanlmula", sein Liebchen." Es scheinen nicht immer grade die würdigsten Damen Pompejis gewesen zu fein, die durch solche Aufrufe die Vorübergehenden tn ihrem Entschluß zu bestimmen suchten, und wenn die Frauemnschriften an den Mauern desViertels des Ueberflusses" besonders zahlreich sind, so erklärt sich das vielleicht daraus, daß hier viel müßige Dämchen herumlungerten, die zu den Politikern der Stadt in naher Beziehung standen und aus ihren Nei­gungen und Abneigungen gegen den und jenen Bür- der kein Hehl machtem ,

Nundftmk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Ai der ,Radio»Arnfch<n»-.f KW Sonntag, 26. April.

8 Uhr. Morgenfeier, veranstaltet vom Wart­burgverein Frankfurt a. M. anläßlich der (Eröffnung des Kongresses der Inneren Mission in Dresden- Ansprache von Kirchenrat Pfarrer Karl Beidt. 3.30 bis 4.30 Uhr: Kinderstunde. 4.305.30 Uhr: Nach­mittagskonzert des Hausorchesters: Romantische Ouvertüren. 1. Ouvertüre z. Op.Jessonda" von Spohr; 2. OuvertüreNachklange von Ossian" von Gäbe; 3. Ouvertüre z. Op.Undine" von Lortzing; 4. OuvertüreMeeresstille und glückliche Fahrt' von Mendelssohn; 5. Ouvertüre z. Op.Euryanthe" von Weber. 5.306 Uhr: Vortrag von Dr. Adolf Stu­fe ing über WagnersRheingold". 67 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: lieber Oftofien, Kultur und Geschichte; Dichtung und Lieb in Korea", Vortrag und Vorlesung von Han Fongkeng aus Haiju. 7 Uhr: Übertragung aus dem Frankfurter Opernhaus:Das Rheingold". Musikdrama von Richard Wagner. Ab 10 Uhr: Ver­kündigung des Ergebnisses der Reichspräsidenten-

Suppen!

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Buntes Allerlei.

Ein Wahlkampf im alten Pompefi.

Daß es bei den Wahlkämpfen der allen Romer nicht minder lebhaft zuging als heutzutage, wissen wir aus manchen Zeugnissen, und die levendigsten Beweise dafür sind wohl die Wandinschriften, die man im alten Pompeji gefunden hat. Als die Stadt für sooielc Jahrhunderte unter der Lava be­graben wurde, da tobte gerahe ein Heftiaer Stampf um öle Wahl der städtischen Beamten, und die hoch­gestiegenen Leidenschaften machten sich in allen mög­lichen Aeußerungen Luft, die an die Mauern gc» kritzelt wurden.

Die neuesten Orabuiigcil, die feit 1923 mit einer vorher nicht gelaunten Sorgfalt oorgenominen morden suid, haben nun ein ganz neues Viertel non Pompeji freigelegt, nämlich die ganze Gegend an derStraße des Ueberflu ß", in der sich die feinsten Geschäfte und die meisten Gasthäuser und Vergnügungslokole befanden. Das Bild des Watzl» fampfes ist durch diese letzten Funde noch viel leben­diger und eindringlicher geworben, und inan kann hier, wie durch Zauber, an einer Wahlwoche m einer kleinen Stadt des römischen Kaiserreiches unter der Herrschaft des guten Kaisers Titus noch nach mehr als 1900 Jahren teilnehmen. Dabei fällt zu­nächst auf, wie gleich die W a h l s i 11 e n in Ita­lien geblieben sind. Die Reisenden, die sich jetzt wie­der in Rom ober in Neapel und Sizilien on der Schönheit italienischer Kunst und Landschaf! und nicht zum wenigsten auch on der Eigenart des Volkslebens erfreuen, sehen ja überall an den <5tra> ßemnauern die Inschriften, die von den letzten Wahlen noch stehen geblieben sind. Da liest man

12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 und 4 Uhr: Wirt- schaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30, bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchestero:, Operetten. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6--6.30: Uhr: Die Lesestunde (Die Novelle):Das alte Bild", undDer Kirschbaum" von Paul Ernst. 7 Uhr: Wirtschaftsmelduna»n. 77.30 Uhr: Uebertranung von Kassel: Stunde der Stadt Stapel. 7.30K Uhr: Englischer Unterricht. 8.309.30 Uhr: Liederabend Jean Stern. 9.30 Uhr: Nachrichtendienst, Wetter-, Meldung. Sportbericht. 1011 Uhr: Hefeertragung von Kassel: Liederabend.

SountaaSdienst d. Aerzte «. Apotheken am 90.4.25 Dr. Geyer. Dr. Neumann. Enaclapotben

Zahnarzt: Dr. Haubach, SelterSweg.

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