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Nr. 96 3wette§ Blatt
Weltwirtschaft und
deutscher Wettbewerb
Son Pros. Dr. Hermann Levy (Berlin).
1Vertrieben i, eben jerabe weil man auf dem €cnbpunft stehen muß, das; nur eine breite ftati-
eigern.
Auf den ersten Punkt haben im Lause dieses
zirDcitsronrurrcnj anderer Lander weit ge üblicher für England erscheinen sollte als die
icht ‘llufaabc des Verfassers sein, hier darzulegen, ufi die Auslassung vorn deutschen Lohnduinping 'ertrieben ist, eben
tldjc Untersuchung hier wirklich Belangreiches er- rtxn kann. Imkncrhin sei aus eine überaus 6c- djlenßmerte Untersuchung kürzerer Art des befann- in Volkswirtes Dr. M e I ßi n g e r verwiesen, aus tt einmal hcroorgeht, daß schon vor dem Kriege tr Lohn des deutschen Arbeiters, wenn man den rflli|d)en gleich 100 (eßt, bedeutend tiefer stand, owlich zum Beispiel im Maschinenbau 85, in Frank- ?n d) 79,7, in Belgien 63,2, wahrend zweitens Mei- iigcr daraus Hinweisen kann, daß „her deutsche ge- irnle Arbeiter heule mit seinem Tariflohn hart am.
Die Furcht vor der deutschen Konkurrenz geht oeder einmal um. Ganz besonders in England, du sie eigentlich niemals erstorben ist. Sie hat vor ein Weltkriege unter der Parole gestanden, daß die rutschen STarleOe mit ihren, „Dumping“, die chutzzolle und Aussuhrpramien des Staates das infaire“ Element bildeten, das zur Furcht vor dem ätschen Wettbewerbe berechtige. Dann kam nach em Kriege die Inflationszeit mit der Furcht vor -m „Valuta.Dumping“, und heute unter reorganisier, Wahrungszustänben Deutschlands ist es der rungerlof)r," des deutschen Arbeiters und die lange «beitejeit, welche zum Schreckgespenst werden.
Es wäre leichtfertig, die Bedeutung dieser Aus- Ubsuorftdlungen zu unterschätzen. Denn sie haben ineswegs nur argumentioe Bedeutung. Sie sind ui, nicht etwa nur aus Unternehmerkreise ' chränkt. Im Gegenteil, die ausländische Arbei- e r s ch a s t verlangt von der deutschen die Einsüh- Ing des Achtstundentages, nicht so sehr, r dem deutschen Arbeiter, dem man bisher das ^arbeiten der Reparationen noch nicht erleichtert j eine soziale Errungenschaft zu vermitteln, als elrreljr, weil man in der Verkürzung der Arbeits- Lt d i e wirksamste Waffe gegen den eutschen Wettbewerb“ sieht. Andererseits Mch ziehen die englischen Unternehmer aus der Ule von der unfairen deutschen Arbeitskonferenz ipilal, indem sie dieselbe zur Grundlage von Bc trbungen schutzzöllnerischer Art — auf Grund des ifeguarbing os Industries — machen.
Gründe genug, welche unsere Regierung ver tiilaflen sollten, dieser ganzen Argumentation wirk- in entgegenzutreten. Aber wie Immer bei uns, > im eine volkswirtschaftliche Untersuchung am 11 eße wäre, tritt tiesstes Schweigen an t eile der zu erwartenden Aufklärung. Es kann
:lres verschiedenllich Personen aus den, (Hegen- hi verwiesen, denen man gewiß eine Autorität f rr absprechen wird. In den Generalversammlungen
.^reicher englischer Banken haben die Vorsitzenden Den Ansprachen an die Aktionäre betont, daß die -gierigen deutschen K r e d i t v e r h ä l t. Q'' le noch für längere Zeit ein „Handicap“ für die 3c. !he Industrie seien. Ferner wäre immer wieder
iließe, wenn man nämlich wirklich der Lohnhöhe u fundamentale Bedeutung beimißt: So bezieht :<t) dem „Economist“ vom 11. April der deutsche 'en- und Stahlarbeiter 2 L 2 sh und 6 d in der Y.'d)c, der belgische 1 L 18 sb und der (linzösischc l l. 13 sb 7 d, während der eng- t*>f 3 L 3 sh erhält.
Aber immer wieder muß und müßte betont <rtcn, daß die Lohnhöhe durchaus nicht ohne .ileres den Gradmesser der „fairen“ und „unsren" Konkurrenz abzugeben hat. Zunächst einmal ließen „tiefe" Lohne noch längst keine „j)unaer* Mbne“ zu sein. Vielmehr hängt die Frage des Aus- kuck-ens der Löhe zur angemessenen Fristung des l scins davon ab, „in i e“ der Arbeiter lebt und zu Iren gewohnt ist. Schon vor dem Kriege haben ei|ii)tigc englische Schriftsteller — erinnert sei an lc. Buch von Dawson über „Germany“ — daraus hizewiesen, baß der Deutsche durch feine Einfachheit, ttirfamfeit, größere Nüchternheit als der Engländer, », allem aber auch durch die von den Engländern lieft bespöttelte „deutsche Hausfrau“ in ganz rterer Weise mit seinem (Selbe auskommt wie der »clifche. Dieses Moment wäre bei einer Unter- Edling über die Arbeitskonkurrenz beider Länder ir weitestem Maße an Hand von Budget-Studien £ i.ruckfichtigen.
Bor allem aber müßte unseren heutigen wirt- kt'iichen Konkurrenten von deutscher Seite klar- irtacßt werden:
. ixltßc besonderen Umftänbc einen ge- '>iffen Vorsprung in bei, Arbeitsausgaben wieder i>tthnad)cn, und
Ddtße besonderen Umstände innerhalb her beut- Hen Produktion, ganz un ab hängig von b e r o ß n f r a g e , die Konkurrenzfähigkeit ber beul- hcn Industrie in durchaus gerechtfertigter Weise
?r ungelernte sogar über dem Friedensreallohn .hl". Bei den Effektioverdiensten würde nach Mei- ■ngcr sich das Bild noch stärker zugunsten unserer rbeiter verschieben. Ferner sei hier nach Angaben nzlischer Quellen daraus hingewiesen, daß heule Arbeitskonkurrenz anderer Länder weit gc-
01 Nachdruck barzulegen, wie sehr heute Deutsch- dadurch gegenüber der Vorkriegszeit benach- ist. baß es bic wichtigsten Rohstoffe — in 1 ''iLinie Eisenerze — vom Auslanb kaufen : Wenn freilich, wie der „Economist“, ebenfalls
ß drm genannten Artikel anbeutet, es wahr fein | tie. daß sowohl die französische wie die belgische iiiirung „Reparationskoksliescrungon .zur Unter* | i iing ihrer Eisen- und Stahlindustrien benutzt 1 l-i“, fd würde damit ein Moment gegeben fein, I k )en Vorteil, den die englische Eiseninbustrie aus Ii<i erhöhten Kosten der deutschen Erzeugung zieht, i»-).r wettmachen würde. Auch hier gilt es denn sich an die französische Adresse zu wenden!
! 5m übrigen, wenn man lieft, daß Deutschland !5 ^a^rc 1924 im ganzen 1,5 Millionen Tannen )5tn und -stahl gegen 6,2 Millionen Im Frieden, fclcnö aber immer 3V Millionen Tonnen von sWer 4,9 Millionen Tonnen exportierte, so wird schr nicht gerade von einer verheerenden deutschen '«'^renz sprechen können. Auch muß den Sng- Jätern gesagt werden, baß sie burch bie Vorzugs- ss!)Ile in ihren Dominions — also vor allem un^anaba, Australien unb Sübafrika — von oom- ?Jhir einen hanbelspolitischen Vorsprung ge- nmfen, ber für uns ein gewaltiger Nachtell Ist.
Aber bemgegenüber soll und braucht nicht ge- Wtet zu werden, daß bie beutfeße Grotzlnbustrie 0ai Sewisse Vorteile hat, bie ihr die Wiedergewin- auswärtiger Markte erleichtern. Dazu gehört
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Samstag, 25. April 1925
ber andauernde, fiebernde Drang des Deutschen, durch Verbesserungen und Erfindungen den Leistungsgrad feiner Werke zu erhöhen unb baburd) bie Kosten zu ermäßigen. Die beusiche Technik unb bie beutsche Wissenschaft sinb eine Kon kurenz der „Arbeit", deren weltwirtfcbastliche Bedeutung wir ohne weiteres zugeben, und die niemals als „Schmutz“konlurrenz bezeichnet werden kann, wenn es auch noch so sehr das Bestreben gewisser konservativer englischer Kreise bleibt, die Schuld an der mißlichen Wirtichaftslage Englands bei anderen als im Lande selbst zu suchen. Ein anderer Vortell ist, daß bei uns bie Gewerkoereine noch nicht in gleichem Maße wie in England durch organisatorischen Terror und bureaukrasische Abgrenzungen den technischen Gang des Probuktions- Prozesses gehemmt haben. Als unlängst ber Austrag ber bekannten englischen Finna Furneß, Withby
wichtige Frage einer veichlickeren 2lu»fiattung unb strafferen Zusammenfassung des berg- mänischen A e 11 u n g S w e I e n S . wie eS namentlich nach den größeren Q'rubcntata- strophen ber letzten IBodjcn von den preußischen Beigbehörben gefordert unb geplant wird. Der Anschluß des ober hessischen Bergbau- gebiete« an benachbarte preußische fD ey - l a r) unb bic zweckmäßige Verteilung und Einrichtung hessischer Stationen würbe sehr eingehend besprochen. Tvie wichtig die Sache unb namentlich baS Zusammengehen auch mit ben benachbarten preußischen Aeoieren ist, ging aus ber Anwesen heft meßrtrer Dert ret er ber preußischen Bergaufslchlsbehörben hervor, bh sich lebhaft an ber Aussprache beteiligten.
Endlich brachte Oberbergrat Möbridj noch Vorschläge über eine praktischere Ausgestaltung
Das große Heimatblatt
der eingeseffenen Bevölkerung Gießens, der ganzen Provinz Oberhessen und des benachbarten preußischen Lahngebiets ist der im 176. Jahrgang erscheinende
Gießener Anzeiger
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der heimatlichen Landschaft, ihren besonderen Eigentümlichkeiten und ihrer Kultur in Bild und Wort gewidmet
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und Eo. für fünf Motorschiffe nach Hamburg ging, anstatt in England zu „bleiben", haben englische Werftunternehmer auf das entfchiedenste erklärt, daß weit weniger die höhere» englischen Löhne an dem Verlust dieses Auftrages schuld seien, als die B e ft i m m u n g c n der Trabe U n i v n s, welche es nicht gestatten, daß bestimmte Arbeiten von der gleichen Arbeitergruppe erledigt werden dürfen, so daß lange und höchst kostspielige A r - beitsvausen die Folae sind. Gerade wenn man — wie jüngst aus der Feder des von Amerika heim- gekehrten Professors Dr. Hirsch — hört, welche Rolle drüben das sogenannte „fortlaufende Band“ im Fabrikbetriebe, d. h. das automatische Ineinandergreifen der einzelnen Teiloperationen des Produktionsprozesses Jpiclt, wird man ermessen können, welche Nachteile es mit sich bringt, wenn Gewerkoereine dieses Band willkünicy „dehnen" ober „zerreißen“.
Dazu kommt in diesem Falle wie in manchen anderen die organisatorische Spezialisierung, die wir in unserer Industrie vorgenommen haben und die häufig dem Engländer „nicht liegt", deren Vorteil aber ebenfalls nicht als „unlautere Konkurrenz“ bezeichnet werden darf.
Die Frage des englisch-deutschen Wettbewerbs hat bekanntlich unter ben glimmenden Kriegsmotiven feine geringe Rolle gespielt. Es ist heute auf volkswirtschaftlichem Gebiete noch immer das, was bie Rheinfrage auf politischem geblieben ist. Währenb aber bie Rheinfrage von ber Lelbenschaftlichkeit machtpolitischer Wallungen stets getrübt wirb, ließe sich auf bem Gebiete bes wirtschaftlichen Wett- bemerbs eine Klarheit erlangen, die vielleicht manchen Konflikt mildern könnte. Wann wird durch eine gründliche Untersuchung hierfür der Anfang gemacht?
Konferenz der hesfi^chen Berg- werKsbetriebsleiter.
Am 21. April hatten sich in Jugenheim a. d. D. die Betriebsleiter der hessischen Bergwerke zu ihrer 69. Konferenz zusamnrengefunden. Die Sagedcrbnung eröffnete ein inhaltsreicher Bortrag des Dergrats Hundt an Hand oes Jahresberichtes der hessischen Bergbehörden für 1923 unb 1924, besonders über Detriebsentwicklung und Produktion, sowie über Unfälle unb Unfallschutz.
An zweiter Stelle gab Oberbergrat Ko - brich an Hand von Karten und Profllen eine liebersicht über den geologischen Ausbau des Dergsträßer Gebietes bis zum Feldderg. Besonders wurde auf die Altersfolge der vor- ßanbenen Gesteine, ihre gegenseitige Durchdringung jmb Berändewmg und auf die eigenartigen Fels enmeerbildungcn hingewiesen. 'Der Bortrag brachte den Teilnehmern um so mehr Aeues, als ihre Mehrzahl nicht dem Odenwälder, sondern dem Oberhessischen Dergbaugedict angehörte.
Sodann wurden die neucflen Bestrebung n und Veröffentlichungen über eine wirksamer« iln- fallverhütu g^ namenstich die .Unfallverhütung im Bilde, ausgiebig besprochen. Die Bestrebungen einzelner Berufsgenossenschaften unb Verwaltungen auf diesem Gebiete sanden entschiedeire Unterstützung unb berst.wstliges Entgegenkommen. Anschließend behandelte man die
nnß UeBennittlung der Mitteilungen, die die Bergbehörden schon seither in Form von Sinzeiblättern an die Betriebe und Betriebsbeamten, an Dergwerksbesitzer, Gewerken, Repräsentanten oder andere Interessenten haben gelangen lassen. Der Gedanke, diese MitteUungen in handlicherer, inhaltsreicherer Form unb unter Ausdehnung auf weiteres Wissenswerte zu erneuern und die Empfänger an der Durchführung unb Sammlung dieses wertvollen, seither häufig verloren gegangenen Mattrials mehr als bisher zu interessiere-.l, fand einheMge Zustimmung.
Der Konferenz ging voraus eine Besichtigung deS Zugen Heimer Erholungsheimes des Verbands der hessischen Krankenkassen, wobei Direktor Harth die Führung unb Erläuterung übernahm. Am 22. schloß sich eine geologische Exkursion durch das Dergstraßen- unb Felsberggebiet an, die den tagSzuvor gehörten geologischen Bortrag wirkungsvoll ergänzte. Reich an neuen Eindrücken schieden bie Teilnehmer von der prangenden Fnchlingsschöne der Bergstraße.
Aus ber Provinz.
Landkreis C ’uen.
* Heuchelheim, 24 April. 21m Mittwoch wurde ben Mitgliebern ber hiesigen Freiwilligen Feuerwehr Phil. Daniel (9 o r r unb Wilh Kreiling ll. bie von bem Ministerium verliehenen Ehrenzeichen für 40jährige Dienstzeit burch ftreisfeuerroefjrinfpettor Dlckor 6 überreicht.
ö Lollar, 24. April. Bei der Sternfahrt um den Komet -Preis am 2 Oft erfriert ag beteiligte sich der hiesige Radfahrer- herein von 1895 in Gruppe B (60 Fahrer), wobei er sich den ersten Preis, eine wertvolle Wanduhr, holte. Acht Tage vorher gelang cä dem Dereinsmitglied Karl Hildesheim bei dem 150-Km.-Rennen im 6udbezirks in der Altersgruppe ebenfalls den 1. Preis mit Beschlag zu belegen. Ein schöner Beweis dafür, mft welchwv Eifer der Radsport bei dem hiesigen Verein gepflegt wird. Das am 11., 12. und 13. Juli in Lollar stattfindende Gaufest des Gaues .Lahn" wurde dem Verein übertragen. Dieser läßt es sich angelegen sein, das Fest ebenso gut vvrzubereilen, wie das im vergangenen Jahre in Gießen abgehaltene. Wie man aus den Vorbereitungen schließen kann, wird daS Fest an dem sich ungefähr 50 Vereine beteiligen werden, einen glänzenden, würdigen Verlauf nehmen. Ein guter finanzieller Abschluß wäre dem festgebenden Verein auch sehr zu wünschen, da er bekanntlich rm vorigen Jahre bei seiner Rückfahrt vom großen Frankfurter Radfahrerfest durch einen Autounfall, bei dem wertvolle Gegenstände, die Derrinsfahne, zerstört wurden, großen Schaden erlitten hat.
* @ r o ß e n - 2$ u f e d, 24. April. Gestern abenb sprach hier Pfarrer W e i b n e r aus Ober-Lois über bie Bedeutung ber am nächsten Sonntag ftattfinben- den Reichs Präsidentenwahl. Er wies in seinen sehr sachlichen Ausführungen hauptsächlich auf Die Gefahren hm, bic entstehen würben, wenn ein Mann an bie Spitze bes Deutschen Reiches kommen würbe, ber seine Anweisungen in bcr Hauptsache aus Rom beziehen würbe. Richt bcr katholische Marx sei
gefährlich, fandern der Zentrumsmann. Was das Zentrum erreicht haue in dem ei'angelischen Deutschland, dürfte jeden, Deutschen doch deutlich genug vor Augen stehen. Mit demselben Recht, mit dem man Marx ab den Platzhalter bcr Republik bezeichne, würbe unb müsse man vielleicht mit noch größerem Recht Hindenburg als den Platzhalter der Republik bezeichnen. Denn das Zentrum fei keine repu blikanische Pattei, sondern eine Nonjunkturpartei.
t (Srünberg, 24. April. In dem Bericht über ben Schulbesuch an bcr Dberrcal- Idjulc Grünberg (Gieß. Anz., Nr. 94 vom 23. 4.) ist bic Zahl 158 auf 258 zu berichtigen. Die Schutt Jjat für bas Jahr 1925 26 einen Zuwachs r»on 5 Schülern bem vergangenen Schuljahr gegen über. — Gestern abenb fanb hier im „Rappen" ein Versammlung bes R e i ch s b I o ck s statt, in bcr 5)crr W e i ß c r aus Gießen sprach. Der Saat war den Verhältmsten entsprechend gut besetzt. Mit gro ßem Interesse folgten bic Zuhörer den Aussührun- gen bes Redners unb bezeugten ihre Dankbar« kett mit reichem Beifall. Hierauf ergreift Herr Lehrer Roth das Wort unb legte bic Gründe bar. warum ein Evangelischer keinen Katholiken wählen kann. Sein Schlußwort lautete „Ich bin ein e v a n> geIifcher Ehrist“. Dicfcr Vortrag hat einen starken Eindruck auf die Zuhörer gemacht — In der hiesigen Volksschule mürben 14 ABE-Schüßen ausgenommen. Die Gesamtzahl bcr Schuler in ben 5 Klassen ber Volksschule beläuft sich auf Inh. Die Mädchenfortbildungsschulc besteht aus 2 Klassen mit 45 Schülerinnen. Den Vtanbarbrits- unterricht erteilt Frl. Mootz aus Gießen. Die A 11 gemeine F o r t b i l du n g s i ch u I e besteht aus 2 Klassen unb wirb von 35 Schülern, bic gewerb 1 iche Fortbildungsschule befiehl aus fünf Klaffen unb wirb von 80 Schülern besucht. Die '2Ul gemeine Fortbilbungsschulc wirb von hiesigen Lehrern geleitet. Den Fachunterricht erteilen auswär tige Herren. Die Schüler bes Fachunterrichts sind meistens auswärtige, man hat ihnen in an (gegen fommenber Weise ben Unterricht zusamen^ttgt. Der heutige Viehmarlt war mit 434 er Irin unb 2 Stück Rinbvich befahren. Es wurden fiu Ferkcl von 6—7 Wochen 30 Mk.. von 7—8 kodiert .‘>5 Mi , von 8—9 Wochen 42 Mk., von 9—19 Wochen 50 Mark unb für Läufer 60 Mk. gc<zahltz Es bild Uebcrflanb. Der Krämer markt hatte- eine recht stattliche Zahl Verkaussstänbe auszuwcsil'ii. Gegen Mittag war ber Verkehr recht lebhaft, bL'fer ’JJlarH war von vielen Fremden besucht. — In der heutigen Gemeinberatssitzung gebachte bcr Vor- sitzenbe, Beigeorbnettr F u l b a t, bes verstorbenen Bürgermeisters Ranft. Der Vorsitzende hob bic angestrengte Tätigkeit oes Heimgegangei.ien während bes Krieges befonbers hervor. Man wqssde bem Ent [d)lafenen stets ein ehrenbes Andenken jbetvahren.— Für bic Neulegung bcr Wasserleitung nach ben verschiedenen Bauplätzen legje Bauinspek tor <»cim mehrere Pläne vor. Rach längerer Be sprechung wurde beschlossen, von ber Dbcreralschutt bis zum Finanzamt in ber Schulstraßy unb von ber Kttinkinberschule dis zum Bauplatz Kreutzer in bcr Frankfurter Straße bic Wasserleitung zu legen. Hierzu haben bic Baulustigcn, bie ^icr in Betracht iommen, ber Frontbreite ihres Bauplatzes entsprechend einen Teil ber Kosten zu trage«» — Die V e r- tetlung weiteren Grabgclllndcs burchbic Oelänbetommiffion wurde gutgoheißen. — Drei Anträge auf ber Lehmkaute Steine brennen zu dürfen, wurden abgelehnt, mciA bic Lehmkaute hierzu keinen Platz bietet. Die Antragsteller mürben für hren etwaigen Bebars an bie» Stabt verwiesen, bie selbst in biefem Jahr das Breiven von Steinen vornehmen will. Zu diesem Zweck.hat bie Stabtocr- roaftung die nötigen Schritte bereit^ getan.
• Hungen. 24. April. Dl» Kreis st raße Hungen — Langsdorf ist jbt6 auf weiteres für jeglichen V)a genverkahr gesperrt Der Derkehr wird über Bellersheim. Bettenhausen bzw. über RonnenyttH geleite-. Die Straßensperre Hungen Jnheideit ist aufgehoben.
Äreie Fricdb/erg.
sf. Friedberg, 23. Alprtl. Vor Beginn bcr heutigen Stadt verordnet enlitzung verliest der Bürgermeister <y,n Dankschreiben des Geh. Justizrat JÖckel, in welchem dieser sein.' große Freude über ölcz Ueberrrichung des Ehrenbürgerbrief e»s der Stadt anläßlich seines 90. Geburtstages ^pißbrüdt, ferner ein Dankschreiben des Direktoi'S der Dlindenanstatt Schmidt für die Glückwünsche der Stadt zum 75jäßrigen Jubiläum der Anstalt. — Die Sonderst euer soft nach dem sricherigen Modus noch sechs Monakp, (bis zum 1. Oktober) weiter erhoben und dachen 10 Prozent s ü r Wohnungszweckc p^wandt toerben. D?r Antrag deS Stadtverordu-eten Jakob, 50 Prozent für diesen Zweck zu tpertoenben, und ein Antrag der sozialbemvkratischen Fraktion auf 30 Prozent, werden abgelehnt und der Antrag deS FinanV-uSschusses auf 10 Prozent angenommen. - Für Anschaffung von Stühlen für den Singsaal ki-er Musterschule werden 630 Mk. bewilligt. — Der „Verein für Bewegungsspiele" hat um pachtweise üleberlasfung eines a» dem Dege nach Dao- Rauheim gelegenen Geländestückes nachgesucht, um daselbst einen ctacnen Sportplatz zu errichten: er soll bajur eine jährliche Pacht- summe von 50 Mk. bezahlen, die HmTstellung unn Einfriedigung des Wayes wird jedoch mindesttns 5000 TUI. kosten, t>u cher Verein auf bringen muß. Der Direktor d^es Polytechnikums hat darum nachgesucht, daß den Studierenden d?r Anstall dieser Platz für einen 2lachmittaa in der Woche überlassen werden folL Rach läng Tret Debatte wird der. Antrag des Polytechnikums abgelehnt. der Arttrag des ,Vereins für Bewegungsspiele' un. ilcberlaffung des Platzes ,e- jedoch genehmigt es soll diesem Verein ocr Wunsch auSgcdrirckt werden, dem Polytechnikum in tiefer Beziehung freiwillig entgegenzuk:mmen. — Die städtischen Vergebungen sollen sür die Zukunft in den hiesigen Blättern ausgeschrie-
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