mtereffierien (Staaten einen gegenseitigen .Der- । trag a^uschliehen. Aehnliche Verträge auf der Grundlage verbindlicher Schiedsgerichtsbarkeit könnten auch mit den übrigen Staaten ab* geschlossen werden, die mit D ulschland gemeinsame Grenzen haben. Deutschland würde einen Vertrag annehmen, der den gegenwärtigen territorialen Zustand des Rhein- 1 a n D e £ u:J. .'ic Erfüllung der Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrags gewährleistet. Deutschland ist bereit, jeglichen Gedanken an "inen Krieg zur Erlangung von Grenzänderungen fallen zu lassen und will den gegcnwär- tigenVerlauf'der West grenze garantieren. Deutschland sagt jedoch, das) es nicht nit Waffengewalt die Grenze ändern will, nid>t iber, Daß es nicht eines Tages die AenDe- iung der Grenze a u f friedlichem Wege und durch Vermittlung des Völkerbundes anstreben wird. 3d> in der Ansicht, sagte Chamberlain, das) die deutschen Vorschläge nicht ohne weiteres zurückgewlesen werden dürfen und die gleiche Ansicht konnte ich auch in Gens bei zahlreichen Vertretern fremder Regierungen seststellen.
Zur Frage der Räumung Kölns erklärte Chamberlain, das) die deutschen Vor- schläoe diese Frage nicht berührten und auch keine Forderung auf Aenderung der im Versailler 'Vertrag festgesetzten Räumungsfristen entbieten. Als ich London verlieh, fugte Chamberlain hinzu, um cherriot in Paris zu treffen und an der Völlerbundstagung teilzunehmen, hatte ich einen unangenehmen Auftrag auszuführen Ich bin mir dessen voll bewuht. was Frankreich für die Well und für uns getan hat und muhte jetzt Herriot und den Vertretern der übrigen Mächte mittellen, dah wir das GenferProtokoll nicht unterzeichnen können. Ich muhte hinzufügen, dah es nicht in der Macht der britischen Regierung liege. Frankreich und Belgien einen einseitigen Sicherheitsvertrag zum Schutze ihrer Grenzen gegen Deutschland anzubieten, konnte chnen jedoch Mitteilen, dah wir den deutschen Vorschlägen die gröhte Bedeutung beimessen und sie als offene Tür zur Rettung vor der kriegerischen Atmosphäre betrachten könnten. Solange wir nicht dieser Atmosphäre der Furcht entgehen können, wird Europa nicht von der Gefahr eines neuen Krieges befreit werden. Untere Politik ist bisher, wenn auch nicht ganz ohne unsere Schuld, schwankend und unbeständig gewesen. Dadurch hat unser Einfluh bedeutend gelitten. In den deutschen Vorschlägen sehe ich die Möglichkeit 'einer besseren Zukunft und daher muh auch durch unsere Beihilfe das Kapitel Krieg zu einem Abschluh gebracht werden und ein tatsächlicher Frieden gesichert werden. Alles liegt in der Hand des britischen Reiches und wenn das Britische Reich den Krieg nicht will, wird es auch keinen Krieg geben.
Der Rothardtprozeh.
Magdeburg, 24. März. Als erster Zeuge tritt der frühere preuhische Handelsminister S i e- ring auf, der während des Ianuarstreiks Bevollmächtigter deS Deutschen Metallarbeiterverbandes war. Im Ja- miarftreil waren auch politische 'Momente maß- adoenD, deren Ertämpsung nicht im Rahmen des Aufgabenkreises der mehrheitssozlalistifchen Partei tag. Es seien aber Leute aus den Betrieben zu ihnen gekommen und hätten Beteiligung an öfer Bewegung verlangt, denn sonst würde die Arbeit in absehbarer Zeit nicht wieder ausgenommen Mrd en.
Fortenbach. der in Spandau Führer der 'Ällitärhandwerker war, und ich waren gegen den Streik. Als unsere Funktionäre uns sagten, wir vom Metallarbeiterverband mühten doch unbedingt die Führung übernehmen, um eine Entwicklung der Dinge zu schlimmen Revolten zu verhindern, da rieten wir ihnen, sich an den sozialdemokratischen Parteivorstand zu wenden, da es sich hauptsächlich um einen politischen Streik handele. Der Zeuge Eckart sagt weiter au5: Gleich nach der ersten Sitzung , der Streikleitung, an der die MSPD.-Abgeordneten tellnahmen, sei es zu Plänkeleien mit diesen und den übrigen Mitgliedern gekommen. Ebert habe eine Aenderungder Streikforderung und eine paritätische Besetzung der Streikleitung beantragt Aus den übrigen Aussagen der Zeugen ist noch zu erwähnen, dah Ebert an de c Sitzung in der Treptower Küche teilnahm, in der das bekannte Flugblatt an Die Arbeiterschaft Berlins beschlosicn wurde. Ein Widerspruch gegen die Fassung des Flugblattes sei nach wenigen, von Ledebour veranlaßten Aenderungen von keinem Teilnehmer der Sitzung vorgebracht worden. Eckart sagt toeiter folgendes aus: Am 1. Februar fand eine Sitzung Der Streikleitung am Reuen Tor statt Ebert und Scheidemann sanden sich ein. Man konnte aber Heraussühlen, dah die Herren von der MSPD. mit uns nichts zu tun haben wollten. Sie suchten ganz offenbar nach einer Lösung des Verhältnisses mit uns. Sie haben sich auch bald verabschiede.
Der Tschekaprozetz.
Leipzig, 24. März. lWolss.) In Fortsetzung seiner Vernehmung führt der Zeuge Untersuchungsrichter Landgerichtsdirektor Dr. Vogt zum Beweise, dah es sich 1923 nicht um einen Verteidigungskampf zum Schutze Der Republik, sondern um einen Kamps z u ihrer Beseitigung handelte, verschiedene Schriftstücke an, Die in den Parlamentsbureaus der K. P. D. gefunden wurden, so Schriftstücke über eine Revolutionierung des Verkehrs. Aus einer Reihe von Heften gehe hervor, dah alles in der Partetaus ein bewaffnetes Losschla- gen eingestellt gewesen sei. Anderes Material bestätigte die Aussagen Reumanns, dah der Ordnungsdienst im wesentlichen zu einer m i - litä rischen Organisation geworden war und den GrunDstock der Roten Armee bildete. Ein besonders reichhaltiges Material hierüber sei In Bayern gefunden worden. Auch Be° wrise für einen Individualterror lägen vor, so in einem Artikel von Centn „Der Moskauer Aufstand von 19)5" sowie in einem weiteren Aufsatz über den Partisanenkrieg. Der An- fleflagte M argies versuchte, ihn anzulügen. Bei einer Gegenüberstellung mit Rcumann habe er aber bis auf geringfügige älnterschiede Die AngabenReumanns bestätig Der Angeklagte Huke habe bei einer Gegenüberstellung Mit Reumann bestätigt, dah dessen Angaben rich
tig feien. Huke selbst habe zugegeben, gewußt zu haben, dah es sich um die M.-Orgamsation handelte. Der Rame „Wols" für Helmut wurde durch Hule von sich aus erwähnt. Ebenso habe er zu- gegeben. dah Skoblewsly mit Wolf und Helnntt identisch fei. Der Zeuge erklärt weiter, an Den Angriffen in der Öffentlichkeit, er habe Die Angeklagten Diener und König als Spitzel benutzt, sei kein wahres Wort. Er habe es auch stets abaelehnt, sich über die Spiheltatigkett der beiden Angeklagten unterrichten zu lassen.
Die Opposition gegen das Kabinett Ulrich.
Dingeldcys Erklärungen im Hessischen Landtag.
D a r m st a d t 24. März. (Eig. Der.) Wie wir chon in einem Teil unserer gestrigen Auflage melden konnten, haben die Rechtsparteien Die Wiederwahl Ulrichs zum Staatspräsidenten und die Erneuerung Der Weimarer Koalition mit einer scharfen Kampfansage beantwortet, die der Abg. Dingeldey in folgender Erklärung zum Ausdruck brachten
Die Mitgliedervereinigung des Hessischen Bauernbundes, Der Deuts che n Volks- Partei und der Deutschnationalen V o l k s p a r t c i geben zur Regierungsbildung in Hessen folgende Erklärung ab: Die Tatsache, dah aufs neue eine Regierung aus Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum, also die alte Weimarer Koalition zustande gekommen ist, muh die hessische Politik auch weiter verhängnisvoll beeinflussen. Dor allem wird durch die Fortdauer der seitherigen Linksregierung die unheilvolle Finanzwirtschaft des hessischen Staates weitergeführt. Der Steuerdruck wächst, der hessischen Wirtschaft werden untragbare Lasten aufgebürdet. Auf der anderen Seite wird der Durchsetzung unseres Beamtentums mit ungeeigneten, lediglich nach parteipolitischen Gesichtspunkten ausgewählten Beamten kein Einhalt geboten. Trotz der Erfolge, die das Zentrum ftir sich und seine Wellanschauung bei dem Wiederabschluh des alten Parteibündnisses glaubt errungen zu haben, hat es die internationale und unchristliche Sozialdemokratie von neuem In den Sattel gehoben.
Unser öffentliches Leben, unser Beamtentum, unsere Jugend werden so bedauerlicherweise mit Zentrumshilfe natb und nach mit marxistischem und religionsfemdlichem Gift durchtränkt.
In Voraussicht dieser Wirkung eines abermaligen Abschlusses Der Weimarer Koalition in Hessen, waren der Hessische Bauernbund und 5ie Deutsche Dolkspartei gewillt und bereit, m i t Dem Zentrum eine Regierung der staatsbürgerlichen Parteien zu bilden. Wenn nun die Sozialdemokratie und die Demokratie wiederum bedauerlicherweise nur durch Zentrumshilfe Die Führung Der hessischen Politik maßgebend bestimmen, so lehnen die Drei Mitgltedervereinigungen vor dem Lande die Verantwortung für die -ersetzenden Fot- Ben dieser Tatsache ab. Möglich war diese ntwicklung nur deshalb, weil sich die demokratische Partei, wie im Reich, so auch in Hessen ausscHiehlich als fügsames Bd e r k - zeug der Sozialdemokratie erwiesen hat. Die Drei Mitgliedernereimgungm werden deshalb mit allen verfassungsmäßigen Mitteln die baldige Auslösung des Landtage- und die Herbeiführung von R e u w a h l e n betreiben. Sie verweigern der Regierung das Vertrauen und sagen ihr in sachlic^r, aber entschlossener Opposition entschiedenen parlamentarischen Kampf an.
Kleine politische Nachrichten.
Die Rotwend gleit, mit mehreren Staaten gleichzeitig HandelsvertragsverhaiBlungen zu führen, hat es zweckmäßig erscheinen lassen, eine besondere interministerielle Stelle für die Bearbeitung der Handelsverträge zu schaffen. Durch Deschluh der Reichsregierung wurde daher aus Den Staatssekretären des Auswärtigen Amts, des Reichsfinanzministeriums, des R.iHswirischasts- ministeriums und des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ein ständiger handelspolitischer Ausschuß beim Auswä r tigen Aint gebildet. Er hat beson- D .re Vollmachten für die Vorbereitung von Wirtschaftsverhandlungen und für die Instrmerung Der Deutschen Handelsvertragsdelegationen.
Die italienische Presse wünscht im Hinblick auf den nahen Ablauf des vorläufigen Wirt- schastsabkommcn mit Deutschland eine Verlängerung des modus vivendi mit einer Bevorzugung landwirtschaftlicher Produkte, wie Tomaten, Drangen, Zitronen, Weintrauben, indem sie auf die Erleichterungen hinweist, die Deutsch, land dem französischen Import dieser Art auf neun Monate gewährt habe.
1 t
Präsident Coolidgc hat an den Staatssekretär Kelogg die Anregung gerichtet, nunmehr bestimmte endgültige Vorbereitungsschritte zu unternehmen, um die Grundlinien für eine neue Konferenz zur Beschränkung der Seerüst ungen festzulegen.
In diesen Tagen wurden zum erstenmal Die wehrpflichtigen Oberschlesier zum polnischen Heeresdienst einberufen. Der Bevölkerung hat sich eine große Erregung bemächtigt, die sich in antipolnifchen Kundgebungen äußert. Viele der Gestellungspflichtigen sind über die Grenze nach Deutschland geflüchtet, um sich von hier aus ins Ausland $u begeben und sich vor Dem polnischen Militärdienst in Sicherheit zu bringen. In der Rähe von Beuthen sprangen aus einem von Kattowitz kommenden Zuge 50 Rekruten, überrannten Die Grenzposten unD flüchteten querfelDeln auf Deutsches Gebiet.
Die Neuwahlen in Aegypten sind auf den 23. Mai und die Wiedereröffnung des Parlaments auf den 1. Juni festgesetzt worden.
Wie verlautet, begibt sich Reichskanzler 2 r. Luther heute auf einen kurzen E r • holungsurlaub.
»
Anfang Juni findet ehre allgemeine Deutsche Leserversammlung in 1 Hamburg statt. ES wirb mit dem Besuch von
15 000 Lehrern aus dem ganzen Reiche geregnet. Im Mittelpunkte Der Tagung steht ein Referat Des früheren sächsischen Kultusministers Dr. Seifert über die „Schule als Kulturgut", Dem sich ein Referat des Berliner Oberlehrers Wolff über daS Thema .Schule und Reich" anschließen wird.
Aus aller Welt.
Raubüberfall in Berlin.
In Berlin wurde eine 23 Jahre alte Kontoristin in der Passage, Die von der Friedrichstraße zu Den CinDen führt, von einem Manne überfallen, Der Ihr ein Dolchrn esser auf Die Brust setzte und ihr eine Aktentasche entriß. Der Räuber war Damit sofort in dem starken Gedränge verschwunden. Die Aktentasche enthielt 6000 Mark, die das junge Mädchen im Auftrage des Reichsblocks von einem Postscheckamt abgehoben hatte, außerdem Briefe an Di. Jarres.
Unter den fahrenden Zug.
Wie aus Pirmasens berichtet wird, kam auf dem Bahnhof Biebermühle der 44 Jahre alte Händler Josef Wild aus Kaiserslautern, als er auf einen schon in rascher Fahrt befindlichen Zug aufspringen wollte, unter die Räder und wurde auf der Stelle getötet.
©rubenungtüd.
Durch her abfallende Steinmassen wurden in einem Schacht der Zeche Diergardt Dem Arbeiter Grebenstein Die SchäDelDecke zertrümmert. Der ToD Des 54 Jahre alten Mannes trat auf der Stelle ein.
Tod im Else.
Wie aus S t a r s e n bei Rummelsburg in Pommern gemeldet wird, ertranken im Star- jener See die 10 und 13 Jahre alten Söhne Des Besitzers Mischnik, als sie Das schwache Eis des Sees betreten hatten. Die zu Hilfe eilends 19jähr. Schwester der Knaben brach gleichfalls ein und konnte nur unter größten Schwierigkeiten von Rachbarsleuten gerettet werden.
Falschmünzer.
Rach einer Dlärtermelvung aus flauen« bürg wurde in einem Unterstand eine Falsch- münzer werk statt entdeckt, die ein lljähriger Bursche betrieb. Es wurde eine große Anzahl fertiger Fünf-Markscheine gefunden. Die gefälschten Scheine sind den echten sehr ähnlich, nur das Wasserzeichen fehlt.
Einladung nach Philadelphia.
Präsident C o o l i d g e hat eine öffentliche Bekanntmachung erlassen, in der alle auswärtigen Regierungen eingeladen werden, an der Internationalen Ausstellung in Philadelphia. die vom 1. Juni bis 30. Rovern- ber 1925 dauern soll, teilzunehmen. Die Ausstellung wird zur Erinnerung an die Unabhängigkeitserklärung vor 150 Jahren veranstaltet.
D*3ug Krakau—Warschau entgleist.
Bei Rogow ist aus bisher unbekannter Ursache der Schnellzug Krakau—Warschau entgleist. Bier Wagen wurden zertrümmert, drei Personen deS Zugpersonals getötet und zehn Reisende verletzt.
Landesverband Hessen des Reichsbundes der givildienstberecht'gten. Der Landesverband Hessen des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten hiell am Sonntag in Darmstadt feinen diesjährigen Landesverbandstag ab, zu Dem Vertreter aller hessischen Ortsgruppen und der Rachbarverbände, sowie Vertreter des Reichsbundes erschienen waren. Der 1. Vorsitzende Ruppel begrüßte die Erschienenen und gab den Geschäftsbericht, der den Ortsgruppen schon zugestellt worden war, bekannt. Hieraus ist zu entnehmen, daß als Ursache für das Richtunterkommen der Verso» gungsanwärter der verlorene Krieg, der Ruhrkampf, aber auch die Regierungskrise in Hessen zu bezeichnen sei. Weller seien besonders bet Den Kommunalbehörden noch viele Richtversorgungsberechtigte als Hilfskräfte beschäftigt, obgleich das Hess. Ministerium des Innern schon im Jahre 1919 verfügt habe, daß eine Entlassung der während des Krieges eingestellten Hilfskräfte dringend geboten erscheint, um die Stellen den Versorgungsanwärtern und Kriegsbeschädigten freizumachen. Gegen die Weiterbeschäftigung dieser Leute sei im allgemeinen nichts einzuwenden, soweit sie sich nicht in Stellen befinden, die gesetzlich den Versorgungsanwärtem vorbehallen seien. Es sei deshalb von allgemeinem Interesse, daß in Der Uebersicht über die Zahl der Beamten und Bediensteten Die den Versorgungsanwärtern vorbehaltenen Stellen kenntlich gemacht werden. Der Geschäftsbericht wurde ohne Widerspruch gutgeheihen. Auch der Rechenschaftsbericht wurde genehmigt und Dem Vorstand, sowie dem Rechnungsführer Enllastung erteilt Im Anschluß hieran machte der Vertreter des Reichsbundes sehr bemerkenswerte Mllteilungen über die in Aussicht genommene Aenverung des Wehrmacht- versorgungsgesetzes. Qlacb seiner Information sollen demnächst von dem Reichssinanzministerium wieder einige hundert und von der Post 1500 Dersorgungsanwärter einberufen werden. Es wäre auch ein Unrecht, wenn man die Defor- derungsfperre durch Schaffung neuer Beamten- stellen durchbricht und die große Zahl von De» sorgungsanwärtern, die ihre Befähigung zu einer mittleren Deamtenstelle durch Ablegung einer Vorprüfung bereits nachgewiesen "haben, weiterhin arbeitslos, brotlos und rechtlos lassen wollte Die 'Verhandlungen, die recht angeregt verliefen und nach einer kurzen Mittagspause sich bis gegen 6 Uhr abends hinzvgen, entrolllen erschütternde Bilder des Unglücks, das die gegenwärtigen politischen Zustände mit all ihren Folgerungen besonders für die jüngeren Dersorgungsanwärter gebracht haben. Der Ver - bandstag 1926 soll in Gießen abgehalten werden.
Bewölkung wechselnd, Winde auf westliche bis nördliche Richtung drehend, vereinzelt Riederschläge in Form von Schauern, allmählich Temperaturen wieder abnehmend.
Der mit feinem Zentrum gestern an der Westküste Rorwegens liegende Wirbel hat sich südlich verlagert, so daß seine Ausläufer vor« übergehend stärkeren E nfluß auf unsere Wettertag.' gewinnen. Jedoch dürften nur leichte Weder- schlage auftreten. Aus Der Rückseite des Wirbels strömt über England wieder kalte Lust südwärts, die auch unseren D zick nach dem östlichen Weiter- ziehen Des Wirbels erreichen dürfte
Aus Stadt und Land.
Gießen, Den 25. März 1925.
" Zur ReichspräsiDentenwahk veröffentlicht Die Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil Die Einteilung Der Ab° stimmungsbez r£e. Die Wahlhandlung beginnt am Sonntag vormittag 9 Uhr. sie endet um 6 Uhr nachmittags. Zur Stimmabgabe dürfen nur amtlich berge)! eilte Stimmzettel verwandt werden. Die int Wahllokal zur Ausgabe kommen. Stimmscheine für solche Wahlberechtigte, Die am Abstimmungstage außerhalb Des Stimmbezirks sich aufhalten, können nur noch bis einscht Freitag. 2?. März, mittags 1 Uhr beim Städ.ischen Wahlamt beantragt toerDen. Räheres in der Bekanntmachung.
Erlassene städtische Steuer. Das 6. Ziel der städtischen Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz ist erlassen worden.
** Das neue Schuljahr der Fort» bildungsschule beginnt am 20. April. Räheres in der heutigen Bekanntmachung.
Das Schwurgericht f ü r Ober» Hessen hall unter Dem Vorsitz Des. Landgerichts-^ Direktors Kramer vom 30. März 2. April Sitzungen ab. Es kommen folgende Fälle zur Verhandlung: Montag: Anklage gegen Meyer (Gambach) wegen Meineids: Dienstag: Anklage gegen Schäfer und Zöller (Gambach) wegen Meineids; Mittwoch: Anklage gegen Den 2anD- wirt Stumps unD Witwe Albach (HattenroD) wegen KinDesnwrDs: Donnerstag: Anklage gegen Reubig und Balzer wegen Brandstiftung.
** Telegraphische Ueberweis un -- gen im Verkehr mit Danzig. Dom 1. April an können von einem Postscheckkonto in Deutschland auf ein Postscheckkonto in Danzig und umgekehrt Ueberweisr.ngen in unbeschränkter Stelegraphisch ausgesühri werden. Die Gern sind die gleichen wie für telegraphische Überweisungen des inneren Verkehrs.
** Oie Werbungskostenbei Kriegs; beschädigten. Die bereits früher gegebenen Richtlinien über die Zulassung höherer Werbungskosten bei Kriegsbeschädigten gelten auch für 1925. Das gleiche gilt auch für die Zivilbeschädtaten (Invaliden usw.). Zur Beseitigung von Zweifeln wird Darauf hingewiesen, daß den Kriegsbeschädigten (und entsprechend auch den Zioilbeschädigten), die um mindestens 30 Prozent in ihrer Erwerbsfähigkeit beschränkt sind, eine Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages nach dem Prozentsatz der Erwerbsbeschränkung zuzubilligen ist. Das gleiche trifft auch zu für Kriegsbeschädigte, die Landwirte, Gewerbetreibende oder Angehörige der freien Berufe sind.
-"Warnungvoreinem Schwindler. Der Polizeibericht meldet: Am 13. März war hier in einer Wirtschaft ein angeblicher Reisender Albert Fendel, der angeblich für eine Tuch- firma in Aachen reifte und Stoffmuster bei sich führte. Cs fanden sich auch zwei Gäste, welche Stoff für je einen Anzug bestellten. Jeder der Desteller muh 5Mk. anzahlen, die Lieferung des Stoffes innerhalb 8 Tagen wurde ihnen zu- gesichert. Der Mann hat dann den neuen Kunden eine Bescheinigung und einen Lieferungsschein über Die geleistete Anzahlung und B stellu g ausgestellt. Hierzu benutzte er ein GeschästSformular und eine Karie mit dem Aufdruck der Firma M Orenstein, Großhandlung für Tuche, Buckskin und Manchester, in Hannover. Eine Anfrage an Die genannte Firma ergab, daß Die Bestelle, einem SchwinDler in die Hände gefallen waren Dem es nur darauf ankam. die Anzahlung zu erhalten. Das Publikum wird hiermit vor diesem Menschen gewarnt und ersucht, zur Festnahme desselben beizutragen.
**" Erledigte Schulstellen. Erledigt sind je eine Lehrerstelle für einen -evangelischen Lehrer und eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Klein-Linden, Kreis Gießen. Dienstwohnungen sind vorhanden, die Wohnung für den Lehrer ist zur Zell noch nicht frei.
RDD. Schonendere Zollabsertl' a u n g. Die Zolluniersuchung auf Den Grenzbahn. Höfen traf Die Schlafwagenreisenden besonders hart, wenn der Grenzübergang in spater Nachtstunde erfolgte. Die darüber erhobenen Klagen haben den Reichsminister der Finanzen zu einer Milderung der Bestimmungen veranlaßt. Grundsätzlich sollen die für die Reisenden mit der Grenzabfertigung verbundenen Unbequemlichkeiten soweit eingeschränkt werden, als es die Wahrung des öffentlichen Interesses gestattet. Insbesondere wird die Prüfung des Handgepäcks der Schlafwagen- reisenden nur auf einzelne Wagenabteile zukünftig beschränkt bleiben und nur von den Reisenden der zu prüfenden Abteile sind aufgefordert worden, daß sie für die Zeit der Zollabfertigung die Betten verlassen können. — Transitreisende, die als solche sick ausweisen können oder ausaewiesen werden, sollen bei den Abfertigungsmaßnahmen besondere Berücksichtigung finden.
RDD Ermittelung Der Fahrgeschwindigkeit eines Zuges. Ost hört man auf Der Eisenbahn Die Frage aufwerfen, mit welcher GeschwinDigkell Der benutzte Zug im Augenblick fahren mag. Dei Beobachtung Der K lomctersteine ist es an Der Hand Der Uhr wohl möglich. Die Frage zu beantworten. Doch gehört zu Dieser Feststellung bei D;m schnellen Dorüberfliegen an Den Kilometersteinen, Die man oft verpaßt, schon eine gewisse Hebung. Auf ein erheblich einfacheres Verfahren verweist Der R'ichSbahnD rektionspräUDent von Käß. Regensburg. in Dem amtlichen Rachrichtenbkatt ..Die Reichsbahn". Er legt für Die Berechnung Die Anzahl Der befahrenen Schienenstöße zuqrunDe und kommt Damit zu einem Durchaus brauchbaren unD in Den meisten Fällen auch ausreichenDen Ergebnis. Vorausgeschickt muß Debet werden. Daß auf den wichtigeren Hauptb.abnstrecken entweder 12 oder 15 Meter lange Sck enen verlegt sind. Ermittelt man nun in 10 Sekunden beispielsweise 15 Schienenstöße, so ergibt sich bei Annahme von 12 Meter langen Sch enen das Rriullat für die Minute 15.12.6 und für Die Stunde 15.12 Meter.6.60 = 64.8 Klometer oD’r bei Annahme von 15 Meter langen Schienen 15.15 Meter. 6.60 = 81 K lometer ©tun- Dengeichw'nD gkeit. Da so hohe Geschwindigkellen wie Die letztere zur Zeit kaum erzielt toerDen, würde Die Schtenenlänge richtiger nur auf 12 Meter anzimehmen sein.
, Bornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. StaDttheater: 63/- iÜhr „Der BettelftuDent". — Rrichsblock: 81 ; Ähr Turnhalle (OStoalMgatten) öffentliche Wählerversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Lotosblume.
— Aus Dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es fei darauf hingewiesen,
tue y"? M\a“ mit iHarter
lSt"
-Sesus
ZK
Äfc** JÄ& *
ML bis zu den 0ue qedrungrn ist- '■ SelMlebtem u Geschichte d-s L die jüngste Derg
Bekni" Betrifft: Die W°
Für die M die Stadt Viehen berg und Hemm mrnigsbezirke ein
Mchaße (W Mer "Röbgerweg Am MMtrn Mh r (8), An deriZohaiMsKi'" Annnödrr Weg »er Bach (1), % weg (9), Bahch Bismarckstrahe 'Branbgajje (16 M (16), 'S straKr(8),BM Burggraben (1) Me(2),Diej(l Dreihäusergasse firahe (2), 3n weg (14), LrdKc Frankfurter Sl Gabelrbergersli Bartenstroße ( Straße (13, ® straffe (12), S stroße (6), (Bnt He (5), An W (VI), hey SchichgLüensH mancher (8), strotze (9), 3it strotze (18), Kais .Kaplaneigasse Katharinengajs Kirchenplah (1 straße (8), k Platz (17), kr strotze <5), ßaii Philipp-'ptah 2eibgefkrner Leisingstraße । bebigstrahe (9 platz(l),InLöb CotDenqaffe (17) chtzG-Lud-vi Ma>gosse (17), Morkibubenstrc ™i'taae (1) strotze (15), Mg S°!sesö),Aahiul Kuenlveg(18), Oi|a"l-ige(15j, Pfad (10), gj Str°tzefl),Am! -oanögafjg (5), berg mit ®,e9(!3).Sd)iU SMMe (4) steche (16), y
Stein® Suöanfage stz -tiefenroeg (5) A^erstraße (2) Aestanlage (6)‘ 5®6e(l), Wisse 3mQrer Sira EFonstraße (9) 9flto Boje' ME
3 4^?
, Mnn
KZ 5 in «N- e;" So


