HLrschtand deftflfoffe, zo» bete Kabbefttzwise aach de Redakkion rn^Ioa^ un c @f>refoart zu schicke, mer hoffe befchtimmt, du se erscheine un en schneidige Bericht obbrucfe un über des reichhaltige Prokramm ihre Leser unnerrichte, womit «ich bestens griehe.
Unkil Schosch in de Dveihäusergass.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 24. Januar 1925.
Gietzener Wochenmarktpreise
am 24. Januar 1925 (Händlerpreise).
HS kosteten: Butter Pfund 170—180 Pf.. Watte 40. Käse 60—65. Wirsing 15. Weihkraut 12. Rotkraut 20, gelb« Rüben 12. rote Rüben 12. Spinat 50, Römischkohl 15. Unter» Kohlrabi 8, Grünkohl 20. Rosenkohl 60, Feldsalat 100, Tomaten 110, Zwiebln 15, Meerrettich 40—80. Schwarzwurzeln 60—70. Kartoffeln 5. Aepsel 12—15. Birnen 10, Honig 40, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120, Gänse 100—120, Endivien 100. Eier Stück 17—18, Blumenkohl 120-180, Lauch 5—20, Sellerie 20—70.
Borrrotizen.
— Zn der DortragSvereinigung bildet das KonigsgrabTutanch — Amun das interessante Vortragsthema des nächsten Vortragsabends am Donnerstag. 29. Januar. Zahlreiche Prächtige Aufnahmen, so schreibt man uns, werden die Ausführungen des Redners des Abends. Professor H. Ranke aus Heidelberg, über diese wertvollen Funde aus dem erst jüngst geöffneten Grabe des Aogypterkönigs illustrieren. Der Redner wird berichten über die Entwicklung der ägyptischen Königsgräber. über ihre Aus- rcuchungen und über ihre religiöse Bedeutung. Er wird von den unermeßlichen Schätzen der alten Grabkammer erzählen, die ein anschauliches Bild von der religiösen und künstlerischen Kultur des Pharavnenrerches geben. All diese Alten- tümer sind aus edelstem Material, und in ihrer künstlerisch vollendeten Form entrollen sie ein Bild von höchster Pracht, so daß man kaum glauben kann, dah diese Gegenstände vor mehr als 3000 Zähren dem Aegypterkönig mit ins Grab gegeben wurden. Ein allseitiger Besuch diese- internationalen Vortragsabends dürfte zu erwarten sein. (Siehe heutige Anzeige.)
— Kulturliga. Man schreibt uns: Der „Liga zum Schutze der deutschen Kultur" ist es gesungen. für Mittwoch. 28. Jan., einen unserer besten Wirtschaftsköpfe, Dr. Walter Croll aus Berlin für einen Vortrag zu gewinnen. Dr. Croll ist nicht nur als Vorstandsmitglied der Lrga. sondern auch als Herausgeber einer Wirt- schaftSkorrefpoirdenz und als wirtschaftlicher Mitarbeiter von Zeitungen bestens bekannt. Er wird in seinem hiesigen Vortrag den uns alle interessierenden „Berliner Fi- nanzskanbal" behandeln und über seine Lehre für baS deutsche Volk zu uns sprechen. Die bestens bekannte, ruhige und fachliche Art des glänzenden Redners bürgt dafür, daß dieses Thema von einem streng über den Parteien stehenden Standpunkte aus behandelt wird. Wir möchten daher nicht verfehlen, schon jetzt auf diesen Vortrag aufmerksam zu machen. Räheres ist aus dem heutigen Inserat, sowie aus der örllichen Benachrichtigung ersichtlich.
s Die Einheitskurzschrift. Auf Der- zmkassung deS LandeSamtes für das Dildunas- wefen finden demnächst in den größeren hessischen Städten Umstellungskurse für stenographiekundige Beamte und Lehrer statt. Die Kurse, sowie die Gehrmittel sind unentgeltlich. In G i e ß e n nimmt ein solcher Kursus am Mittwoch, den 28. Januar, in der Oberrealfchule seinen Anfang. Die erste staatliche Stenognaphielehrerprüfung in Hessen findet am 6. April in Darmstadt statt.
Das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. Das Kreisamt gibt folgendes bekannt: „Im Jahre 1923 fanden 83 Besichtigungen durch den Herrn Kreisseu^rwehr-Inspektor statt, wobei di« Feuerlöscheinrichtungen in den Gemeinden Albach. Dettenhausen, Birklar, Göbelnrod. Großen-Buseck. Großen-Linden. Grünberg, Heuchelheim. Hungen. Lich, Lindenstruth, Lollar (Gemeinde), Lollar (Duderussche Eisenwerke), Londorf. Lumda. Münster, Vieder-Dessingen, Röthges und Stangenrod sehr gut und in den Gemeinden Allendors a. d. Lumda, Allertshausen, Alten-Buseck, Annerod, Arnsburg, Bellersheim. Beltershain, Daubringen, Dorf-Gill, Ettingshausen. Grüningen. Harbach. Holzheim. Inheiden. Klein-Linden, Lang-Göns, Langsdorf, Lauter, Muschenheim, Ronnenroth,' Obbornhofen, Ober-Bessingen, Oppenrod, Queck- born, Rodheim, Rödgen, Ruttershausen, Schamotte-Fabrik Mainzlar. Schiffenberg, St.inbach. Trohe, Utphe, Dillingen und W:itershain gut angetroffen wurden. Im Jahre 1924 fanden 39 Besichtigungen statt, wobei die Feuerlöscheinrichtungen der Gemeinden Beltershain, Hungen und Londorf mit sehr gut. und der Gemeinden Allertshausen, Alten-Buseck, Bellersheim. Burkhardsfelden. Geilshausen, Grüningen, Holzheim Inheiden, Klein-Linden, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Queckbvrn, Ruttershausen, Utphe und Weickartshain mit gut bewertet werden konnten." Zum Schluß spricht das Kreisblatt den betreffenden Gemeinden und Ehrenfeuerwehren öffentlich Dank und Anerkennung aus.
** Der Landesverband der hessischen Kleingartenbauvereine, dem 31 Vereine mit 5000 Mitgliedern angehören, hielt dieser Tage in Frankfurt seine Hauptversammlung ab. Die Reuwahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender wurde Studienrat Fischer- Offenbach, 2. Vorsitzender Schreiber -Mainz Schriftführer K a n o l d - Darmstadt, Rechner Platt- Offenbach.
"• Der hessische Gastwirfetag und eine Gastwirteausstellung werden Anfang Mai in Offenbach abgehalten. Es soll eine Ausstellung größeren Umfanges toerben, worauf nicht nur Rahrungs- und Genutzmittel aller Art, sondern auch Maschinen und die neuesten technischen Einrichtungen gezeigt werden sollen.
•* Verbesserung des Postver - lehrs mit Reuyork. Um das Sortieren der nach der Stadt Reuyork gerichteten Briefe usw. zu erleichtern und dadurch ihre Aushändigung zu beschleunigen, ist es notwendig, daß in der Aufschrift nicht nut Straße und Hausnummer, sondern auch das zuständige Reuyorker Orts Postamt angegeben wird, in derselben Weif wie
dteS für Berlin. Hamburg. München. Breslau und andere deutsche Großstädte seit langer Zeit vorgeschrieben und üblich ist. Sobald die Zahl der so bezeichneten Sendungen es irgend erlaubt, werden die in Betracht kommenden deutschen Postanstalten neben den b-Lherigen 'Briefbeuteln für „Reuyork City" besondere Driefdeutel für die größten Ortspostämter im Hauptgeschaftövierlel von Reuyork abfertigen, damit diese Deutel sofort nach der Landung der Postdampfer unter Umgebung der Staatssortierstelle der Reuyorker Hauptpostgebäude unmittelbar nach dem Zustellpostamt geschafft werden. Die in diesen Svnder- beuteln enthaltenen Briefschaften genießen durch den Wegfall der Umarbeitung im Hauptpostamte den Vorteil eines Zeitgewinns bis zu 24 Stunden.
Landkreis Gießen.
= Beuern. 22. Ian. In der jüngsten Gemeinderatssihung wurde von den Vertretern des Bauernbundes und der Arbeiterpartei gemeinsam ein Mih- trauen äant rag gegen den Bürgermeister Walther angenommen. Die Annahme erfolgte mit 8 von 9 berechtigten Stimmen. Die Tagesordnung der Sitzung wurde jedoch erledigt. — Wie bekannt geworden ist, geht die 3. Klasse unserer Schule in nächster Zeit, wahrscheinlich ab Ostern, ein.
V Londorf. 23. Jan. Bei der Dorstandswahl der israelitischen Religionsgemeinde Londorf mit Kesselbach. Geilshausen und Rüddingshausen wurde David Stern mit 16 gegen 14 Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr stark. Don 34 Wählern machten 30 von ihrem Wahlrecht Gebrauch.
] Kessel dach. 23. Jan. Das erste Geschäftsjahr bei der hiesigen Spar- und Dorsch u ß k a s s e nach dem Währungszusammen- bruch hat sich besser gestaltet, als man anfangs glaubte. Weim auch die Spar-Einlagen noch nicht so fliehen, wie vor dem Kriege, so ist es immerhin erfreulich, daß allmählich das Vertrauen wieder zurückkehrt und auch hier wieder Anfänge zu verzeichnen find. Die Einzahlungen auf laufende Rechnung sind sehr rege, und es ist zu begrüßen, daß dieser neue Geschäftszweig von den Mitgliedern fleißig benutzt wird. Die Kasse, die dem Darmstädter Verbände angehört und Mitglied der Landtsaenossenschaftsbank in Darmstadt ist, zählt zur 3eit 300 Mitglieder und konnte, da ihr von der Landesbenosfenschaftsbank in Darmstadt ein Detri bskredrt gegeben wurde, den Kreditbedarf der Mitglieder befriedigen. Die Soll-Zinsen wurden am 1. Januar um 6 Proz. herabgesetzt, dagegen die für Einlagen erst um 2 Prozent. Um unsere Jugend zum Sparen anzuregen, ist die S ch u l s p a r k a s s e eingeführt, die bei allen Kassen des Verbandes eingerichtet wird. Da die Lehrer zum größten Teile schon genossenschaftlich tätig sind, ist zu hoffen, daß sie auch dieser Einrichtung im Anschluß an die Kreditgenossenschaften ihres Ortes das erforderliche Interesse und die notwendige Unterstützung entgegenbringen.
L Reinhardshain. 23. Jan. Der hiesige Zweigverein des Evang. Bundes veranstaltete gestern abend einen gut besuchten Vortragsabend. Als Redner war Generalsekretär Pfarrer Haupt gewonnen, der der Gemeinde schon durch eine Predigt von Wirberg her bekannt war. Zwölf neue Mitglieder für den Verein wurden gewonnen.
al. Allendors (Lahn). 22. Jam. Am Samstagabend feierte der Gesangverein .Einheit" im gutbesehten Saale bei Gastwirt Hörr sein alljährliches Wintervergnügen. Rachdem ein Redner die Bedeutung des deutschen Liedes für unser Volkstum in bester Weise bar- gelegt hatte, erfreute die wackere Sängerschar unter Leitung des Dereinsdirigenten Köhler- Großen-Linden mit ihren Liedern, deren Vortrag von ausgezeichneter Schulung zeugte. Eine Musikkapelle. die ebenfalls unter der Leitung des Herrn Köhler stand, mancherlei Thectterdarbie- tungen und weitere Gesangsvorträge des Vereins gestalteten den Abend recht abwechslungsreich. Bier Sänger wurden für 25-jährige Sängerschaft mit Ehrenurkunden ausgezeichnet. Ein flottes Tanzvergnügen bildeten den Abschluß der wohlgelungenen Veranstaltung.
o Lich, 21. Jan. Dank den eifrigen Bemühungen des Turners A. H i s g e n von hier konnte der Turnverein am Sonntag den amtlichen Film der Deutschen Turnerschaft vom Deutschen Turnfest in München vorsühren. Turner 21. Hisgen hatte in anerkennenswerter Weise sich mit seinem Kino in den Dienst der guten Sache gestellt. Die Turnhalle war in zwei Vorstellungen, nachmittags und abends, jedesmal vorzüglich besetzt, auch auswärtige Turner hatten sich trotz des sehr schlechten Wetters eingefunden. Alle Besucher waren von dem Dargebotenen begeistert und ließen die starken Münchener Eindrücke nachhaltig auf sich wirken.
df. Langsdorf. 22. Januar. Die hiesige Ortsgruppe der Liga zum Schutze der deutschen Kultur veranstaltete gestern im Saale von Gastwirt Schäfer ihren zweiten Lichtbilderabend. Derwaltungsinspektor Wagner, Gießen, der mehrere Jahre als Beamter in China tätig war, führte wunderschöne, teils farbige Bilder vor. die er während einer Urlaubsreife nach dem Rorden Chinas aufgenommem hatte. Er schilderte an Hand derselben seine Erlebnisse, Land und Leute in der Gegend der großen chinesischen Mauer. Ein vollbesetzter Saal lohnte dem Vortragenden seine Bemühungen und Vorführungen, die von einigen. Volksliedern umrahmt waren. Man wird es freudig begrüßen, wenn der Redner in einigen Wochen nochmals hier spricht.
Kreis Friedberg.
2$. Dad-Rauheim, 23. Jan. Rach der geplanten Reuorganisation der hiesigen Polizei, die den Landtag beschäftigen wird und auch wohl durchgeführt werden wird und muh. tarnt das alte Polizeigebäude in der Durgsttahe für die Zwecke der Polizeiverwaltung nicht mehr ausreichend fein. Wohl werden durch den Reubau der Ortskrankenkasse, die bisher mit der Polizei im selben Hause untergebracht war. im Frühjahr einige Räume frei. Aber in feiner ganzen Anlage ist das Gebäude, beffen Räume in langer Flucht nebeneinander liegen und einzeln nicht zugänglich sind, modernen Anforderungen einer Badestadt nicht mehr gewachsen. Man beabsichtigt daher die Polizei in das jetzige Stadthaus in der Friedrichstraße zu verlegen, das wegen seiner Lage im Mittelpunkt der Stadt, da wo sich Alt-
und Reustadt die Hand reichen, trefslicy alS Pv- lizeiamt geeignet wäre. Wie es heißt, würden die Bürgermeisterei und die seither im Stadthaus untergebrachten Derwaltungsbetriebe sich in der nach dem Krieg von der Stadt erworbenen Villa Heinemann in der Durgallee einrichten. Das weiträumige Gebäude könnte den städtischen Verwaltungen leicht Unterkunft schaffen, den Vorzug der zentralen Lage besitzt es jedoch nicht in dem Mähe, wie das alte Stadthaus. Ob die Lösung der schwebenden Frage nun ganz in der geschilderten Weise durchgeführt werden wird, ist noch nicht sicher. Die Stadtverordneten- s i tz u n g hat sich mit der Angelegenheit >rvch nicht befaßt. Da auch Stadtkrankenhaus und Stadtschule sich als zu klein erweisen, ergibt sich ein ganzer Komplex von Gebäudefragen, die nur im Zusammenhänge gelöst werden formen. Die nach dem Kriege von der Stadt mit Weitblick durch den Erwerb größerer Anwesen betriebene „Häuserpolitll" wird sich dabei glänzend bewähren. — Die Hauptversammlung des Mieterschuhvereins war sehr stark besucht. Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt 357, der Kassenbericht schloß in Einnahme und Ausgabe mit 2096 Mk. ab. Als monatlicher Beitrag wurden 50 Pf. festgesetzt, nur die Gaben» Inhaber zahlen während der Saison I Mk. pro Monat. Zum 1. Vorsitzenden wurde Stadtverordneter Rößler wiedergewählt. — Die von 200 Mitgliedern besuchte 19. ordentliche Generalversammlung des Sportvereins gab ein erfreuliches 'Bild von der vielseitigen Betätigung und den schönen Erfolgen des Vereins im ^gelaufenen Jahr. Zu letzteren gehört die Schaffung einer vorbildlichen P l a tz a n l a g e, die nicht nur dem Verein, fondern auch unferer Dadestadt alle Ehre macht. Dah die vielerlei Arbeiten an den Verein in finanzieller Hinsicht große Anforderungen stellten, ging aus dem Kassenbericht hervor, der einen Umsatz von rund 30 000 Goldmark auf- weisen konnte. Die Stadt hat die großen Ausgaben, die an den Verein im letzten Jahre gestellt waren und auch in nächster Zeit gestellt fein werden. zu würdigen gewußt, «idem die Stadtverordnetenversammlung nach warmer Fürsprache des Stadtverordneten Krauß eine ansehnliche Unterstützung der Vereinsbestrebungen bewilligte. D'e Tätigkeit des Vereins erstreckt sich auf folgende Arbeitsgebiete: Leichtathletik, Fußball, Hockey, Wandern, Wintersport. Jede dieser Büätigungs- moglichkeiten wird durch einen besonderen Obmann betreut. Zum 1. Vorsitzenden wurde Kaufmann Karl V i e to e g wiedergewählt. Der frühere langjährige 1. Vorsitzende, Kaufmann L. Genzel, wurde zum Ehrenmitglied ernannt
Kreis Schotten.
O Schotten, 23. 3an. Gestern fand eine Besprechung zwischen den Vertretern der Stadt Schotten und Interessenten (Gastwirten usw.) über die Hebung des Fremdenverkehrs in Schotten statt Das seit Jahren Versäumte soll nun wieder eingeholt werden. Insbesondere, will die Stadtverwaltung alle Wege und Plätze Herrichten lassen, neue Wege sollen erschlossen werden, es soll darauf hingewirkt werden, dah der Zug abends 9 Uhr ab Schotten und das Postauto Sonntags wieder eingelegt werden.
B. Burkhards. 23. Ian. Bei der R e u- Verpachtung der hiesigen Gemeindejagd steigerte der Steinbruchbesitzer Z i n h aus Gedern den einen Bezirk für 700 Mk. Der andere Jagdbezirk, für den 1000 Mk. erlöst wurden, &an den Besitzer der Engelswerke in bei Solingen über, dem durch Pachtvertrag nunmehr das Iagdrecht in den meisten Gemeinden der Rachbarschast (Busenborn, Breungeshain, Eschenrod, Kaulstos) zusteht.
L Wingershausen, 22. Ian. Die 22- jährigeTochter des Landwirts Rau stürzte in der Scheune ab und war sofort t o t Der Vater fand die Tochter tot in der Tenne liegend auf.
Starkenburg und Rheinhessen.
* Darmstadt, 23. Ian. (Eig. Bericht.) Die Darmstädter Handelskammer hat wegen der Zunahme ihrer Geschäfte neue Räume in dem eben fertiggestellten Umbau des Gebäudes der Disconto-Gesellschaft bezogen. Aus diesem Anlah sand eine Feier statt, der der Finanzminister, der Minister des Innern und der Wirtschaftsminister sowie andere Vertreter von Behörden und Korporationen beiwohnten. Der Vorsitzende der Handelskammer, Fabrikant E. Schenck, forderte in feiner Begrüßungsansprache tu a., dah bei der bevorstehenden Steuerreform auch eine Reuregelung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden erfolgen müsse Ferner wurde eine Herabsetzung der Gebühren der Gisenbahnfrachten gefordert. Syndikus Dr. Human gab in einer Rede einen Uebecblick über den Werdegang der im Jahre 1862 ins Leben gerufenen Handelskammer.
- != Of fenbach , 22. Ian. Die Deutsche (liberale) Volkspartei, Ortsgruppe Offenbach, hielt gestern ihre Iahres-Haupt- verfammlung ab. Die Mitgliederzahl ist auf 900 gestiegen. Einen großen Verlust erlitt die Ortsgruppe durch den Entschluß des durch feine langjährige politische Tätigkeit weit bekannten Fabrikanten Theodor Böhm, im Hinblick auf fein vorgerücktes Alter sein Amt als 1. Vorsitzender niederzulegen An seine Stelle trat Regierungsrat a. D Hey ne, 2 Vorsitzender wurde Alb. Schreiber, ein Handwerkervertreter, zum 3. Vorsitzenden wurde Studienrat Lohnes gewählt. Die Bildung eines PresseausschusseS sott demnächst erfolgen. Eine Anregung, die Jugend mehr heranzuziehen, wurde gutgeheißen. Die Vorfitzende der Frauengruppe teilte mit, dah Frl. Birnbaum-Gie- hen demnächst über die Kylturtagung der Deutschen Volkspartei hier sprechen wird. Heber die Werbetätigkeit auf dem Lande und die dabei gemachten Erfahrungen berichtete der Schriftführer I o st. Das letzte Wahlergebnis zeigt, daß diese Arbett sehr erfolgreich war.
* Offenbach, 23. Jan. (Gig. Bericht.) Der M i l ch p r e i s ist in Offenbach um 5 Pf. je Liter herabgesetzt worden. Die Milch kostet jetzt 33 Pf., ins Haus gebracht 35 Pf. — In Offenbach wurden zwei junge Leute im Alter von 19 und 20 Jahren aus Marburg auf gegriffen, von denen der eine seinem Vater 500 Mark gestohlen hatte. 220 Mk. haben sie davon in 4 Tagen in Frankfurt verbraucht. Sie wollten aus Abenteuer ausziehen und führten einen Dolch und Dietriche mit sich. — Der 16 Jahre alte Alexander Pren- ninger aus Offenbach hatte vor einiger Zeit seinen Eltern einen gröberen Geldbetrag ge- stöhlen. Jetzt kommt aus Braunschweig die
Racyrichr, daß NH Der lunge Men,cy oon, nachdem er das letzte Geld verausgabte, erschossen hat.
Kreis Wetzlar.
S Wetzlar, 23. Ian. Der Vaterländische Frauenverein hatte auf gestern abend zu einem Rokoko-Abend in den Schützen-- garten eingeladen. Der grohe Saal war bis zum letzten Platz besetzt. Die Aufführungen fanden bat ungeteilten Beifall aller Anwesenden. Die einzelnen Retten waren gut verteilt, alle Spieler gaben ihr Bestes her, um her Veranstaltung einen vollen Erfolg zu sichern. Besonders gefiel die erste Aufführung: „Der Schweinehirt" von Reto, Lustspiel in 1 Akt nach dem gleichnamigen Märchen von Anderseir. Die zweite Aufführung: „Meißener Porzellan". Tanz-Gavotte von E. Stahl, wirkte so auf, dah sie wiederholt werden muhte. Den Schluß bildete eine Aufführung: „Der alte Diener", Kammersingfpiel von Dr. Fischer. Eine amerikanische Versteigerung brachte ein hübsches Sümmchen und erregte allgemeine Heiterkeit. Alles in allem kann man sagen, dah der Vaterländische 'Krauenverein Wetzlar mit großem Geschick Die Veranstaltung arrangiert und durch» geführt hat. Das Ergebnis Dürfte eine erkleckliche Summe fein, die vom Frauenverein für Die lieben Alten der Stadt Wetzlar zur Verfügung gestellt wird. Der Dank dieser Allen Dürfte Dem Vaterländischen Frauenverein gewiß sein. Möchten dem Beispiel Des Wetzlarer Datei - ländischen Frauenvereins andere folgen, so könnte manche Rot gelindert werden.
Hessen-Rabatt,
T Waldgirmes, 23. Jan. Was untere Dorfväter früher versäumt haben, soll jetzt nachgeholt werden. Im Jahre 1911 konnte unsere Gemeinde eine Wasserleitung unentgeltlich bis an den Ort haben. Das kam so: Die Gemeinde Dorlar (Kr. Wetzlar) hatte eine Quelle oberhalb Morgenstern in unserer Gemarkung vom Privateigentümer des Grundstücks soweit käuflich erworben und wollte diese an Waldgirmes vorbei nach Dorlar leiten. Unser Ort konnte dann in Gnaden einen Abzweig machen. Das wollten Die WalDgirmeser nicht, schürften oberhalb Der Quelle auf Gemeindeeigentum und suchten dadurch den Dorlarern das Wasser abzuschneiden. Es wäre ein regelrechter Prozeß entstanden, wenn sich nicht die Landräte von Biedenkopf und Wetzlar ins Zeug gelegt hätten. Dabei blieb die Sache. Augenblicklich ist nun unsere Gemeinde daran, obige Quelle zu fassen. Die Gemeinde Dorlar will sich Daran beteiligen, will aber kein Wassergeld bezahlen, sondern nur die Hälfte der Kosten bis an unfern Ort, dafür aber als Miteigentümer Der Quelle und Gütung eingetragen werden. Für Waldgirmes ist das weniger verlockend, da die größeren Röhren und ein umfassenderes Bassin Den Mehrbeitrag zum größten Teil wieder verschlingen werden und zu befürchten ist. Daß später bet der jetzigen Zunahme der Dörfer eine zweite Quelle hingu- gefüqt werden muh. In entgegenfommenoer Weise setzte unsere Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung eine einmalige Forderung an Dorlar mit 25 000 Mark fest,dafür soll Dorlar eingetragener Miteigentümer werden In der Voraussetzung, dah es Waldgirmes bei günstigerer GtteTenhe't zur Errichtung einer Sisenbahnhalte stelle in Der Gemarkung Dorlar auch Entgegenkommen zeigt. Für WaldgirmeS ist die Wasserleitung mit 70000 Mk. berechnet. DaS war früher für uns eine Kleinigkeit, heute ist eS eine harte Ruh.
bl. Dillenburg. 23. Ian. Don den 72 Gemeinden, einschl Städten, des Aillkreises haben bereits 60 Gemeinden für ihre gefallenen Helden ein Denkmal errichtet. Die noch übrigbleibenden Dörfer werden bald Nachfolgen. Mit großen finanziellen Schwierigkeiten konnte manche Gemeinde nut einen Gedenkstein errichten, doch der Gedanke an Die heilige Pflicht hierzu führte zur Tat. Die beiden Städtchen Haigev und Herborn haben beato. wollen in Kurze einen Stein fetzen, während befchämend gesagt werden muß. dah unsere Stadt als „KreiShaupt- ort" noch nicht zu einer Tat gelangen konnte.
fpd. Frankfurt a. M., 23. Ian. Der 70-jährige, alleinstehende Schneidermeister Friedrich Dillemu ty 'n der Schleiermacherstra^ 40 wurde in der vergangenen Rächt von einer bisher nicht ermittelten Person in der Wohnung überfallen und wahrscheinlich Im Schlaf durch ein in den Hals gestecktes Taschentuch auf entsetzliche Weise erwürgt. Der Mörder hat dann mehrere in der Werkstätte befindliche Klei- derstücke, die Brieftasche mit wertvollem Inhalt, und die goldene Uhr des alten Mannes geraubt. Don dem Raubmörder fehlt bis ietz( jede Spur.
Amtsgericht.
* Giehen, 23. Ian. Ein Geschäftsinhabee K. von hier hatte die Parterrewohnung seines Hauses mit Ausnahme eines Zimmers, das ec für sich zurückbehalten hat, an eine Witwe vermietet, die ihrerseits einen Teil Der Wohnung an einen Kaufmann H. untervermietet hat. Wegen dieses Untermierters ist es -wischen K. und H. zu Auseinandersetzungen gekommen, die vor dem Mieteinigungsamt und dem Amtsgericht ausgetragen wurden. In dem Zimmer, das K. für sich zurückbehalten hatte, hatte schon wiederholt ein Angestellter desselben geschlafen. Mitte Oktober sollte sein Reffe Darin schlafen. Als dieser abends nach 10 Uhr in dieses Zimmer gehen wollte, war Die Vorplahtüre verriegelt. Trotz allen Schellens und Klopfens wurde ihm nicht geöffnet. Er holte deshalb seinen Vetter, Den jungen K., zu Hilfe, und beide füllten und klopften Dann so lange an Der Vorplahtüre, bis endlich H- im Vorplatz erschien. Auf feine Frage, was denn da los fei, antwortete der junge K. ihm, er sei mit feinem Detter, der in Dem Zimmer schlafen sollte, da, H. möge ihnen doch öffnen. Als H. hierauf antwortete, es tommc niemand in das Zimmer herein, wiederholte der junge K. nochmals seine Ditte, erhielt jedoch die gleiche Antwort wie vorher. Runmehr schob H. Den Riegel zurück, öffnete Die Türe, die Durch Einhängen einer Kette gesichert war. ein wenig, schlug dein K., als dieser nun seinen Fuß dazwischen schob, mit einem Stock auf Die Hand und gab ihm einen Stoß vor die Drust. Die Folge des Schlages war eine bfutenbe Der- letzung an der Hand, die den Ä. mehrere Tage arbettsunfähig machte. H, Der Der Körperverletzung angeklagt war, tourDc dieser für überführt erachtet und mit Rücksicht auf das zwischen


