Ausgabe 
23.12.1925
 
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neben amti Sertreiem des y die Angehörigen der Kaufes und auch eine Reihe nden hotten, die Mer im ^kheit Ausnahme Wir er Anordnung wechselten mit oenrauten Lieder der Weih^ Webiaer Widmann be auf den Tros! hin, den bu krude den Kranken fri/ip. ier erfolgte durch MM ercins unter Lewnz der mng eines auf dir W der enden Weihnochi-js-ü-Tas ihnachtsfterne", das eine iieic oefenben ausüht. ffiit leuch-- tränten in dmlburer ^reubt, ngefd)müittrn Tngelsgeftalten als yerfotpttung der frohen ireiftimmig gesungenen Chor M wollen tym ble rippe öne Stier auv, worauf iwd) r im Namen -es engeren huufes und für dir Kumten

AranMrrn W fyitr ie mdmnr.

.butfl, 22. Dez. 3-Srrhh tr schweren Srippechidemic »iftigten Kriegsgefaojenm- unb zwar 3 Fran^sen. ein , 3 Aussen. Sie 2ci^ chen Soldaten tvom neZ Franzosen dubgcgiair nicht vor. Die Leichen na- jen von einem ^ut0? uf einem franzofifchen 2» et zu werden. - 3n Hb i? die ArbeitsloliS' bren auch wir in unserem iraum im

von fremden ..Müdem von Unlvruch genommen. Jn -JSSA ** ;C"' al Dez. Sestern abend

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erlegt.

Dillkrers.

energisch ein und retteten die 3 n f a f f t n der Mahnung au« dem Fenster rnS Freie. Derletzt wurde niemand. Der Brand tonnte kurz darauf gelöscht werden. '

Gerichtssaal.

Strafgeld} und ärztliche Kunstsehler.

LEN. Frankfurt a. M., 21. Dez. Bor der ersten Strafkammer als Berufungsinstanz fand heute ein interessanter Prozeß gegen zwei Wiesbadener Aerzte wegen versuchter Ab­treibung und fahrlässiger Tötung statt. Die Beschul­digten waren seinerzeit vom Wiesbadener Schöf­fengericht zu 9 bzw. 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Es waren neun Sachverständige geladen. Die beiden Aerzte hatten, dem Anklage- | Protokoll zufolge, bei eiiicm Mädchen aus Winkel im Nheingau einen Eingriff vorgenommen, wobei der Darm verletzt wurde. Das Mädchen ist dann an den Folgen der Operation verstorben. Die direkte Todesursache war Bauchfellentzündung, die in un­mittelbarem Zusammenhang mit dem vorgenomme- nen Eingriff stand. Die Anklagevertretung nimmt an, das; die beiden Aerzte aus freunb|maftlid)en Gefühlen gegenüber der Familie des gestorbenen Mädchens gehandelt haben, während die '21 nge­nagten behaupten, daß das Mädchen Psychopathin gewesen, Krankhrit"stoffe im Harn gehabt, das} Anzeichen von Urämie Vorgelegen hätten, und das} eine Lungen- und Nierenerkrankung feftgefteUt ge­wesen fei. Das Gericht verurteilte die beiden An- geklagten nach Zlstündiger Beratung wegen 23eL Hilfe zur versuchten Abtreibung in Tateinheit mit sahrlässiger Tötung zu je 6 Monaten Ge­fängnis. In der Urteilsbegründung heißt es,, daß die Anceklaaten aus menschlichen Gründen und Freundschaftlichkeit den Eingriff vorgenommen haben. Auch sei der Eingriff mit einer gewissen Heimlichkeit erfolgt.

Verurteilung eines Darenhausdiebes.

WSN. Frankfurt a. M., 21. Dez. Das hie­sige Schöffengericht verurteilte heute den Schlaffer August S ch e u p e r wegen zahlreicher Stoffdieb stähle in Frankfurter, Homburger und Gießener Warenhäusern zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Es wurden drei Fälle als erwiesen angenommen.

Ein unverbesserlicher Sünder.

WSN. Frankfurt a. M., 21. Dez. Das er­weiterte Schöffengericht verurteilte den Schlosser Georg Josef Segler wegen fortgesetzten Betrugs, Diebstahls und Unterschlagung zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jah­ren Ehrverlust, Segler, der feit 1901 mit geringen Unterbrechungen sich nur lm Zuchthaus bzw. Ge­fängnis aufgehalten hat, hat sofort nach seiner Ent­lassung neue Betrügereien begangen. Zuletzt gab er sich als Vertreter großer Firmen aus und schädigte zahlreiche kleinere Handwerker dadurch in erheb­licher Weise, daß er sich Darschüsse zahlen ließ.

Gin übler Jugenderzieher.

- Darmstadt, 22. Dez. Das Bezirks- schöffengericht verurteilte nach einer unter Aus­schluß der OeffeirHidjfeit geführten Verhandlung einen hiesigen Studienassessor wegen Sittlichkeitsverbrechens (§ 175 und 176 des St.-G.-B.) zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis, abzüglich 4 Monate der ilnter- suchungshast. Das Gericht lieh das Geständnis des Angeklagten als Milderungsgrund gelten; strafverschärfend zog es den schweren Der- trauensbruch gegenüber Schule und Eltern in Betracht.

Verurteilte Falschmünzer.

Schilderungen seiner Forjcher- und Wanderfahrten, seiner Erlebnisse unter Tieren und unter Men scheu in Afrika und Sibirien auf nahen und fernen Meeren, die frisch und bedutsam sowohl die aben­teuerlustige Jugend wie auch ein geruhsames Alter fesseln werden. 74S

Aus Kaiser Karls Nachlaß (Ber- lag für Kulturpolitik, Berlin). Kaiser Karl dik­tierte bald nai) seiner Rückkehr von dem ersten ungarischen Aes'.aurattouLvers.ich feinem Sekre­tär Hauptmann Karl Werkmain Erinnerungen, die er aus losen Blättern niederzesbrieb-.n hatte. Die frühere Kaiserin und Königin Zita legte mündliche Aenderuug.n des Kaisers schriftlich fest. Aicht zur Verö.sc.ttlichung sondern um die geschichtliche Wahrheit festzulegen, wollte der Kaiser alle diese Aottzen zu einer umfassenden Darstellung vereinigen. Sein früher Tod verhin­derte das. Karl Werkmann hat die königlichen Aufzeichnungen nunmehr veröffentlicht und da­mit ein Dokument geschaffen, das ganz neue Einblicke in die Geschichte des Kampfes zwischen dem Monarchen und dem Aeichsverweser gibt.

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Um Glück und Krone. Ein Mädchen­buch. Don Martin Kreuser. (Verlag Benziger & Eo., A.-G Köln a.RH.) Das Buch ist für die katholischen Mädchen geschrieben. Edle Sprache, dichterisch erschaute und fein ausgewertete Bilder, praktische Anregungen und Winke zeichnen es aus. Ein modernes, gutes Jungfrauenbuch, dem man gerade in der heutigen Zeit volle Wirksamkeit wün­schen möchte. 1539

Wir Techniker im Dollarland von A. N. Bond. Deutsche Ausgabe von Dipl.-Jng. Dr. H. Schütze. Mit 24 Tafeln und zahlreichen Abblldungen im Tert. Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Geschäftsstelle: Franckh'sche Verlags- Handlung, Stuttgart. Preis geb. 5,60 Mk. Das hämmert und werkt in diesem Buche, daß man feinen Spaß daran hat. Wolkenkratzer und Brücken entstehen vor uns, wir rasen mit dem amerika­nischen Schnellzug über die weite Steppe und ler­nen ihre sinnreichen Maschinen kennen. Man suhlt die Pulsadern eines rastlos arbeitenden Staates und freuen uns, luftig mittun zu können. Un­sere Jungen werden sich von dem lebensprühenden I Draufgängertum anstecken lassen und mit Eifer aus dem spannend und unterhaltend geschriebenen Buch manchen Nutzen ziehen. 690

Der blaue Doge 1, die im Berlage I von Otte Elsner unter Chefredaktion des Prin­zen Ernst von Aatibor erscheinende politische und satirische Wochenschrift enthält in ihrer so­eben erschienenen Weihnachtsnummer sehr amü­sante Plaudereien von Walther Schott über das Thema: .Wie werde ich Diktator?" und von Peter Murr überStadt und Land". Fre­gattenkapitän a.D. Scheibe gibtStimmungen wahrhaft großer Zeit" mit Erinnerungen an die seligen Marineräte wieder. Aei.zende Derse über die Aiesenpleite und die heutige deutsche Finanz­politik dichtet Scaevola. Aus dem weiteren rei­chen Inhalt seien Erinnerungen von Graf Lev Tolstoi jr. an Nikolaus II., eine Eorinthgeschtchte von Carl Bulcke, und in unterhaltendstem Ton gehaltene medizinische Plaudereien hervorge- I hoben. _____________________________

Das

Neumeyer-Piano

wird seit 1864 hergestellt. Für seine Beliebtheit zeugt die Tatsache, daß bisher über 60u00 Instrumente dieses Fabrikates in der ganzen Welt ver­breitet sind.

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dürfte auf einen Erfolg au rechnen sein. Man hat chon einen Fahrplan besprochen, der den Bedürf­nissen entspricht. Ein Wagen soll frühmorgens von Vilbel nach Offenbach gehen und dort schon vor 8 Uhr ankommen. Um 9 Uhr ist er bereits in VN- bei zurück. Eine zweite Fahrt geht ab Vilbel 11.40, zurück 2.30 Uhr und die Dritte fährt ab Vilbel 5.10, zurück 7.40 Uhr. Eine zweite Verkehrsbesse- rung, die in der gleichen Richtung liegt, wird er- strebt, indem man die Fortführung der von Friedberg nach Hanau kommenden Züge nach Offenbach fordert. Auch diesen Bemühungen ist bester Erfolg zu wünschen.

WSA. Offenbach, 22. D z. In der letzten Woche hat sich im hiesigen Bezirk die Arvetls- Markttage to:ebcrum beträchtlich verschlech­tert. Zur Zeit gibt es hier 7751 Arbeitslose (Borwoche 6207) In der Aocht zum Montag wurde die etwa 70 Jahre alte Frau Doretti aus der Feldstraße von einem unbekannten Auto überfahren. Sie wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo sie bald daraus ihren Berletzungen erlegen ist. Die Kriminal­polizei hat jetzt den Krasttvagcnführer Sägt) Uu8 Offenbach alS Täter erm ttelt und ihn wegen fahrlässiger Tötung f e st g c n omine n.

Rheinhessen.

WSA. Mainz, 22. Dez. Ein Stammtisch' Sparverein hatte sich in den letzten Zähren 30 000 Mark erspart, die dem Wirt zur Aufbewahrung übcrgJben worden waren. Dieser hatte das Geld einem hiesigen Geschäftsmann übergeben, der dem Wirte hohe Zinsen vergüten wollte. Als der Geschfütsmann einen Teil des Geldes herauszahlen sollte, stellte sich, demM. 3. zufolge, heraus, daß derselbe das Geld in sein Geschäft gesteckt hatte und es jetzt nicht mehr greifen kann.

Preußen.

Die Januar-Miete in Prenften.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit- teilt, beträgt die gesetzliche Miete in Preu- ßen vom 1. Januar 1926 ab bis auf weiteres 84 Prozent der reinen Friedensmiete bzw. 80 Proz. bei Uebernahme der Schönheitsreparaturen durch die Mieter.

Mrcis Wclrlar.

Geldstrafen erhielten, hatten hiergegen gerichtlich« Entscheidung beantragt und erzielten kostenlose Freisprechung, da ihnen eine Schuld nicht nachzuweisen war, denn es handelte sich um Wagen älterer Konstruktion.

Der Krastwagensührer Robert K. von Leih- g e ft c r n , der sich wegen der gleichen Uebertrctung zu verantworten hatte, ihm waren durch polizei­liche Strafverfügung 10 Mk. jubi tiert worden hatte mit feinem Antrag auf gerichtliche Entschei­dung reinen Erfolg: denn das Gericht beließ cs bei der Strafe, da hier ein Verschulden des An- geklagten vorlag.

e. Krofdorf-Gleiberg, 21. Dez. Im großen Freundschen Saale fand am Samstag nachmittag für die hiesigen Volks schulen eine woh gelungene Weihnachtsfeier statt. Die Feier, welche besonders von den hiesigen Lehrern angeregt worden war, nahm einen vor­trefflichen Verlaus. Die Eltern her Schulkinder waren vollzählich erschienen. Die Kinder, die be­sondere Stücke durch ihre Lehrer eingeübt hatten, brachten ihr Können zur Zufriedenheit der An­wesenden zu Gehör. Aachdem u. a. Lehrer Bindewald eine dem Abend angepahte An­sprache gehalten, wurde das von Lehrer Draß mit den Kindern eingeübte MärchenstückDie Zwergenpost" ausgeführt. Alle Anwesenden waren über die Darbietungen des LobeS voll und von dem Wunsche beseelt, doch alljährlich eine solche Feier zu veranstalten. Am gestrigen Sonntagabend wurde die Deranstaltung mit be­stem Erfolg vor den Erwachsenen unserer Ge­meinde wiederholt. Die Ziehung der Turn- Hallenbau-Lotterie des Turnvereins Krofdorf (D. T.) fand im Saale des Gast- wirts Hofmann statt. Der erste Gewinn fiel auf 4884, der 2. auf 108 362, der 3. auf 107 462, der 4. auf 107 475, der 5. auf 75 679, der 6. auf 51 512, der 7. auf 76 864, der 8. auf 8620, der 9. auf 4041, der 10. auf 58 487. Es standen 120 000 Lose zum Ver­kauf. Leider ließ der Absatz sehr zu wünschen übrig, so daß eine entsprechende Herabsetzung der Gewinne erfolgen mußte.

rlr. Dorlar, 22. Dez. Bei einer Ireibjagb in unserer Gemarkung wurden etwa 5 0 Hasen, außerdem zwei Fasanen und ein Hühnerhabicht

Starkenburg.

-!- Off end ach, 22. Dez. Die Herstellung einer Autobus - Verbindung von Vilbel nach Offenbach hat Aussicht auf Verwirklichung, wie bieder Tage im Offenbacher Verkehrsoerein mitge- teilt wurde. Der Briefverkehr von Friedberg nach den auf dieser Strecke liegenden Orten, ist, wie die Post selbst anerkennt, sehr umständlich. Es soll vor­kommen, daß ein Brief von Friedberg nach Bergen oder Fechenheim drei Tage braucht. Ebenso läßt auch der Poketoerkehr zu wünschen übrig. Die Reichspostverwaltung hat sich deshalb an die be­teiligten Gemeinden gewandt, daß sie sich an den Kosten beteiligen, und bei diesen Verhältnissen

WSA. Hanau, 22. Dez. Das hiesige Schöffengericht verhandelte heute unter Aus­schluß der Oesfentlichkeit gegen den 43jährigen I Metalldreher Eduards Gutmann aus Fechenheim und den 53jährigen Betriebsleiter I Wilhelm Buchholz aus Harburg, die bei der Fechenheimer Filiale der Elberfelder Kupfer» I und Messingwerke angestellt waren und vom September bis Anfang Oktober zahlreiche I alsche 50-Pfennig stücke berge ft eilt und in den Derkehr gebracht hatten. Gutmann wurde zu zwei Jahren, Buchholz $u zwei I Jahren drei Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde auf Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren erkannt.

Amtsgericht Wetzlar, j

ß Wstzlar, 19. Dez. Unter der Beschuldi­gung, ohne die polizeiliche Erlaubnis Arzneien, so- weit der Handel mit denselben nicht freigegeben ist, feilgehalten, verkauft oder an andere überlassen zu | haben, war der Heilkundige Fritz B. von K r o f - do r i durch gerichtlichen Strafbefehl mit 100 Mk. Geldstrafe belegt worden. Hiergegen erhob B. Ein­spruch. Die Verhandlung ergab, daß bei dem An­geklagten gelegentlich einer Haussuchung eine Menge Arzneimittel vorgefunden und beschlag­nahmt worden waren. Der Angeklagte erklärte, die Firma, von der er die Heilmittel bezogen, habe ihm seinerzeit mitgeteilt, daß die Heilmittel tm Wege der Destillation hergestellt und daher frei verkäuflich seien, auch berief sich der Angeklagte auf § 67 StGB, mit der Behauptung, die Sache sei veriahrt. Durch das eidliche Gutachten des als Sachverstän­digen vernommenen Medizinalafseffors Sch. von Marburg sah das Gericht den Angeklagten als überführt an und erkannte auf 10 0 M k. Geld­strafe, Hilfsweise 20 Tage Hast. Eine Verjährung tarn überhaupt nicht in Frage.

Der Bergmann Friedrich B. von Erda hatte sich wegen gefährlicher Körperverletzung zu verant­worten. Gegen den ihn, dieserhalb zuerkannten Strafbefehl über 100 Mk. hatte B. Einspruch er- hoben Der Angeklagte war an einem Sonntag im Oktober d. I. in der Wirtschaft R. In angetrunke­nem Zustand lief er mit geöffnetem Messer im Saal herum und bedrohte andere damit. Als der Zeuge B den Angeklagten ermahnte, dies zu unterlassen, und ihm bann, als dies nicht fruchtete, mit Entfer­nung aus dem Saale drohte, gerieten die beiden aneinander. Kurz nachher erhielt B. vor der Küche, als er die Tür, die von innen zugehalten wurde, mit Gewalt aufmachen wollte, vom Angeklagten mehrere (4) Stiche in die Hand. B. mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und war sieben Tage lang arbeitsunfähig. Der Angeklagte gab die Körperverletzung au. Das Gericht erhöhte angesichts der rohen Handlungsweise des Angeklagten die Strafe auf 1 5 0 M., hilfsweise 30 Tage Gefängnis, und Auferlegung der Kosten des Verfahrens.

Drei Kraftwagenführer bzw. -befitzer, und zwar Wilhelm G. und Dr. med. L. von Wetzlar, sowie Louis W. von Aßlar, die wegen Belästigung der Pasianten durch zu starke Rauchentwicklung polizet- iiche Strafverfügungen über 10, 10 und 9 Mk.

I. Grebenhain, 22. Dez. Dem Vorsitzenden unseres Kriegeroereins Andr. Weitzel wurde für seine großen Verdienste als langjähriger Vor­sitzender des Vereins vom Präsidium der Hassia das Hassia-Ehren kreuz verliehen.

-8- Vom hohen Vogelsberg, 22. Dez. Man darf wohl mit Recht behaupten, daß sich die meisten Bewohner der angrenzenden Ebenen von den Schneeverhältnissen unseres hohen Vvgelsberges keinen Begriff machen können. Menn es dort bei niederer Temperatur regnet, so schneit es bei uns in dichten Flocken. Seit Anfang November haben wir Schnee, der jetzt eine sckeich- mäßiae Höhe non ca. 70 Zentimeter erreicht hat. Wo der Wind freie Betätigung finden kann, da sind Verwehungen von 2 Meter Höhe durch­aus keine Seltenheit. Sämtliche Hohlwege, Ein- schnitte der Eisenbahn usw. sind vollgeschneit. Daß das zu den größten Störungen führen muß, ist ohne weiteres klar. Der F r ü h z u g n a ch L a u ter - buch z. B. mußte schon zweimal zwtfchen Bermuthshain und Crainfeld buchstäblich aus dem Schnee ausgegraben werden. Das letztemal war es den Reisenden u. a. unmöglich, die Fenster zu öffnen, weil die Wagen vollstän­dig n, den Schnee hi nein gepreßt waren. Maschine und Wagen mußten frei geschaufelt und tonnten erst dann von 2 Maschinen einzeln heraus- neunen werden, nachdem der Schneepflug Bahn ßeschassen hatte. Natürlich kam der Zug mit cm drei­stündiger Verspätung in Lauterbach an. Dem Gegen­zug erging es ähnlich. Die Bewohner der Dörfer sind richtig eingeschneit, vom Verkehr abgeschnitten, wie in der guten alten Zett. Die Verbindungswege zwischen den einzelnen Ort- schäften können unmöglich aufgehalten werden. Das Gehen aut diesen Wegen ist fast unmoglid) bie Briefträger sind zu bedauern und das Fahren zum mindesten gefährlich. Mehrmals schon mußten Pferde ausgegraben werden, vom umktp- pen der Schlitten ganz zu schweigen. Daß em Auto- oeriel-r bei diesen riesigen Schneemassen u n m o g l i ch ist, wird wohl jedem klar sein. Und doch oer- suchen es immer und immer wieder einzelne hm- durchztikommcn. Nach ungeheuren Schwtertgketten müssen sie auf halber Höhe wieder umdrehen. Und dock) hat auch der viele Schnee wieder sein Gutes und Schöne s. Die Dörfer muten uns an, w.e Gebilde aus Taufend und einer Nacht. Die Hauser, Über und über mit Schnee und Nauhreif überzogen und einander zum Verwechseln ähnlich gemacht, luqen wie verzaubert aus ihrer Umgebung hervor. Und dann erst die Bäume und der Wald! Auch hier Schnee und Rauhreif in Masse auf den Zweigen, richtig dick überzuckert. Die Last ist fast zu groß, traurig hängen sie die Köpfe. Aber für den Nchur- freund ein unvergleichlich schönes Bild. Der Wald in seiner weißen Pracht und dazu d.e wunderbare Ruhe. Kein falscher Ton stört. Es ist e n wirkliches Märchen. Seltsamen Besuch haben eben die Dör­fer in der Nacht zu verzeichnen. Kaum sind Die letz­ten Lichter verlöscht und Ruhe und Stille liegt über dem ganzen Dorfe, so kommt das Wild, das Nahrungsmangel in die Nähe der mensch­lichen Vohnun^n treibt. Hasen sind ständige Gaste. Wehe dem Obstbäumchen, dessen Stämmchen nicht genügend geschützt ist. Und ttotzdem genügt auch manchmal der beste Schutz nicht. Der Schnee ist stellenweise so hoch geweht, daß die Hasen die Rtnde oberhalb des Schutzes abnagen konnten. Allent- halben sieht man Obstbäume, die die gefährlichen Nager zugrunde gerichtet haben. Außer Hasen wer- h-, sehr biiifig Rehe an den Spuren sestgestellt, und foflnr Füchse besuchen die Dörfer nicht selten. Ge- wöhtckich halten sie die Nachlese bet den Hausern, in den-m tags voryer geschlachtet worden ist Wah­rend so Hase und Füchse immerhin nach hie und da "Nahrung finden, wenn auch nur knapp und durch- aus unzureichend, so leidet das R e h w > l d b i t - teren Hunger. In früheren Jahren sorgter> d e Forstoerwaltungen für Nahrung, um das Wild durch schneereiche Winter ohne Verlust hindurchzu- bringen. Man brachte Heu u. dgl. nach den Futter- Plätzen im Oberwald. Hoffentlich geschieht d.es auch in diesem Jahre es müßte schon geschehe sein . damit das Rehwild vor allem diesen Winter besser übersteht, wie den in 1923 24.

bl. Dillenburg, 21. Dez. Die Erwerbs­losenziffer in unserem Kreise ist durch die Stillegung von Werken erheblich gestiegen. Einzelne Gemeinden bereiten Notstands - arbeiten vor. Im hiesigen Gymnasium stahl ein angeblicher Weife nb er zwei Män - tel. Es gelang, den Spitzbuben auf dem Bahnhof in Gießen festzunehmen.

Matnqau.

WSA. Frankfurt a. M., 22. Dez. In einer Gerichtsverhandlung sagte ein Frairksurter Kriminalbeamter aus, daß in Frankfurt a. M. die Spielklubs wie Pilze aus der Erde schießen. Kaum gehe einer ein, so tue sich schon ein anderer aus. Man zahle z. 3t. 14 solcher Klubs in Frankfurt. - In der Aacht zum 20. Dezember wurde in einer Pelzhandlung in der Kaiserstraße ein Schaufenster eingeschla­gen und drei wertvolle Damenpelze tm Werte von 1850, 1650 und 850. Mark geraubt. Der vor einigen Tagen fest genom­mene Schaukastenerbrecher FrihAein- Hard wußte es fertig zu bringen, ins K r a n - kenhaus zu kommen. Dort ist er in der ersten Nacht schon a u s g e b r o ch e n. Er konnte aber am nächsten Morgen bereits in einem (Safe in der Börnestrahe wieder fe ft genommen werden.

WSA. Höchst a. M., 22. Dez. Gegenüber Pressemeldungen, daß es der Stadt Höchst ähnlich gehe wie der Stadt Dortmund, erklärt, tote WagnerS Südwestdeutscher Aachrichtendienst mel­det, der M a g i st r a t der Stadt Höchst, vah dies durchaus unzutreffend ist, uno daß die finanzielle Lage der Stadt H öch st in­folge der dort ansässigen chemischen Industrie stets besonders günstig gegenüber den meisten anderen Orten sei. In der betreffenden Etadtverordnetensihung ist von einem Stadtver­ordneten nur gefegt worden, daß heute besonders sparsam gewir.schäftet werden müsse, dwnit Höchst nicht in eine ähnliche Lage kommen könne wie Dortmund. Die günstige Finanzlage der Stadt Höchst ist wohl am besten dadurch gekennzeichnet, daß sie trotz ihrer großen sozialen Lasten mit die .niedrigsten Gewerbe st e versähe von sämtlichen preußischen Industriestädten erhebt. In der Dreikönigstraße brach am Sonntag abend in einem der Stadt gehörenden Hause Feuer auS, wodurch das ganze Haus mit ge- loaltigem Qualm erfüllt wurde. Die hervor- brechwden Flammen sperrten den Weg zur Treppe ab, wodurch eint- milie mit ihren zahlreichen Kindern in die größte Gefahr geriet Glücklich^weise griffen mehrere Aachbarsleute, haupt^chlich aber zufällig vorbeitvmmende junge SportSleute,

Vüchertisch.

Den tragischen Vornan Kaiser Alexanders II. schildert Maurice P a 1 ö o l o- guc, der schon durch seine Menwiren zum Kriegsausbruch bclannt gewordene letzte fran­zösische Botschafter am Zarenhof (Verlag Kurt Ehrlich, Berlin SW. 61). lieber das rem menschliche Interesse hinaus, das das Schicksal Kaiser Alexanders, der bekanntlich das Opfer einer nihilitzischen Höll n aschine wurde, und seiner Geliebten, der Prinzesjin Jurjewsktz geb. Prinzessin Do.goruty. auch heute iwch erweckt, ist die Derössent.ichung auch politisch bedeutsam, besonders auch für Die deutsch-russischen Be­ziehungen jener Zeit. 618

Alfred Brehm, Polarstern und Tropen sonne. Reisen, Jagden und Tierge­schichten. cherausgea.'bcn von Earl W. Neumann. Mit -I farbigen Bildern von Karl Mühlmeister. Halbleinen. 4,50 Nm. (K. Thunemanns Verlag, Stuttgart.) Brehms klassischesTierleben- kennt alle Welt, nur wenige aber wissen bis heute, daß dieser Meister der Tierschilderung zugleich ein be­rühmter Forschungsreiscnder war, der den sechsten Teil seines Lebens in fremden Erdteilen zuge- bracht hat. In vorliegendem Werk bietet nun Carl W. Neumann eine beachtenswerte Auswahl der

D o l k s s ch u l e im Saale der Wirtschaft Adolph eine W e i h n a <6 t s s e i e r , die von den Ge- meindeangehörigen sehr gut besucht war und einen schönen Berlaus nahm. 2m Mittelpunkt der Feier standen zwei Weihnachtsaufsührungen, die von den Kindern durchweg gut gespielt wurden. Das eine zeigte das Weihnachtssest als das Fest der Kinder in seinem strahlen­den Lichterglanz. Dieses Stück hatte Lehrer Weimer selbst zum Verfasser. Umrahmt wurden die Aufführungen von Gedichten und Liedern der Schulkinder. Ansprachen hrelten Lehrer Weimer und P arrer Fritsch. Alles in allem ein schöner Abend, der den Kindern in erster Linie wohl für immer im Gedächtnis bleiben wird. Darum fei allen denen Dank gejagt, die sich um das Zustandekommen des Abends verdient gemacht haben, vor allem aber Öen Herren Lehrer Weimer und Heinrich A i e ß 7.

£rcie Alssclv.

»Windhausen, 22. Dez. Der bekannte Kunst- maler Barnas, der früher in unserem Dorfe wohnte, fid) aber vor mehreren Jahren .in L a u - bad) angesiedelt hat. hat eine kolorierte Zeichnung eines Wappens für unser Dorf angefertigt. Dieses Wappen, das in meisterhafter Weife entworfen und ausgeführt ist, lehnt sich an das Wappen des m Winnerod bei Gießen 1612 ausgestorbenen '-Kitter- geschlechtes derer von Windhausen an; es ist em sogenanntesRedendes Wappen". Der Schild ist qucrgetcilt. Im oberen Teil sehen .wir einen sog.wachsenden Löwen" (ein Löwe, von dem nur der obere Teil sichtbar ist), im unteren Teil erscheint ein V-ch. Diese Herren von Windhausen sind eine Seitenlinie (oder besser gesagt: ein Ableger) des alten Geschlechtes derer von Oueckborn gewesen, die schon 1239 auftreten. Wie wir hören, ist der aus- führende Stünftler Karl Barnas ein Schuler des Berliner Heraldikers Düpier gewesen.

zrrcis L^ut-rbach.