Ausgabe 
23.11.1925
 
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flter Wunsch blieben, jetzt aber wieder zur Wirk- vchkeit reifen. Das Wichtigste ist, sie richtig zu prä­gen, nicht als Äußerlichkeit zu erfassen, sondern rnnerlich zu durchleben. Dann besteht die Gewähr, daß Deutschland im Osten mehr zurückgewinnt, was ihm der Friede zu Versailles im Westen ge­nommen hat.

Oberhessen.

Lanvrreis Gienen.

£ Wieseck, 23. Nov. Endlich ist die Eröffnung der Autobusoerbindung Wieseck Gie- h e n in greifbare Nähe gerückt. Sicherem Vernehmen nach treffen die bestellten Büssingwagen gegen Ende der Woche hier ein. Sie haben bekanntlich ein Fas­sungsvermögen von 52 Personen bei 42 Sitzplätzen. Me begreiflich großer Spannung sieht man hier dem Eintreffen der Wagen entgegen. In dem enge­ren Ausschuß wird gegenwärtig mit Hochdruck ge­arbeitet, um die letzten notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Der in Aussicht genommene Fahrplan versucht den verschiedenartigsten Wünschen und Be­dürfnissen gerecht zu werden. Der Fahrdienst soll sofort nach dem Eintreffen der Wagen aufgenommen werden. Die Inanspruchnahme des Verkehrsmittels dürfte bei dem gegenwärtigen ungünstigen Wetter sofort eine sehr rege werden.

* Alten-Buseck, 21. Nov. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hält der hiesige Arbeiter- Gesangverein ..Germania" sein dies­jähriges, zum ersten Mal größeres, Winter­vergnügen ab. Dec Verein steht unter der Lei­tung des be.oährten Dirigenten Heinrich Meyer aus Wie, eck.

y. Lollar, 22. Rov. Die Feier des Toten­sonntags versammelte, wie immer, so auch dies­mal eine große Gemeinde in der Kirche zu Kirch­berg. Im Mittelpunkte des Gottesdienstes stand der mehrstimmige ergreifende Chor der Konfirmanden: Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangeji" (vorreformatorisch), dessen erster Vers Luthers Ueberfetzung des lateinischen Liedes darstellt, das auf Notker von St. Gallen zurückgeführt wird. An den Gemeindegottesdienst schloß sich eine kurze, würdiae Feier vor der Kirche am Gefallenendenk­mal an. Dort legten fünf Konfirmanden mit passen­den Worten selbstoersertigte Kränze für die Gefal­lenen der fünf Kirchspielgemeinden nieder, wie dies alljährlich zu geschehen pflegt. Gestern feierten Christian Viehl und seine Ehefrau Katharina geb. Schwalm im Kreise ihrer Kinder und Enkel das Fest der goldenen chochzeit. Das Jubelpaar er­freut sich guter körperlicher und geistiger Gesundheit. In einer ernsten kurzen Feier sprach am Vormittag der Ortsgeistliche herzliche Glückwünsche aus. Ebenso der erschienene Vorstand des evangelischen Frauen­vereins, der zugleich ein passendes Geschenk über­reichte, begleitet von dem selbstverfaßten Gedichte einer Vorstandsdame.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 22. Nov. Es i|t dankbar an­zuerkennen, daß sich Gießener Untversitäts- professoren auch in den D i e n st der Volks­bildung stellen und so weiteren Kreisen Gelegen- hett gediegener Unterhaltung und Belehrung geben. So hatten wir im Volksbildungsverein wieder Ge­legenheit, Professor Dr. Harrafsowitz von Gie­ßen zu hören, der durch seinen früheren hochinter­essanten Vortrag über denRhein" noch in bester Erinnerung steht. Diesmal lautete das Thema:Die Geologie Oberhessens". Der Redner erläuterte an der Hand einer Anzahl sehr guter Lichtbilder die geo­logischen Verhältnisse unserer näheren Heimat, be­sonders des Vogelsberges. Er zeigte die typischen . Kennzeichen der vulkanischen Gegend an zahlreichen 1 Lichtbildern vom Vesuv, Aetna usw. Dieselben Kenn- --zeichen finden mir auch zahlreich im Vogelsberg, die vielen Soolquellen, dis mir hier finden, sind Zsu- gen der ehemaligen Vulkane, ebenso das Vorkommen von Steinsalzen, Düngersalzen usw. Die zahlreich er­schienenen Zuhörer dankten dem Redner, der es ver­stand, den Stoss sehr anschaulich zu beleben, durch reichen Beifall. In schlichter, aber überaus feier­licher Weise begingen die Mitglieder der vereinigten Militärvereine heute die Feier des Toten- festes. Vormittags fand Gottesdienst in der Stadt­kirche statt. Diese war bis zum letzten Platz besetzt. Stadtpfarrer Lic. Gengnagel hielt eine der Be­deutung des Tages angepaßte Weiherede. Nach Be­endigung des Gottesdienstes formierten sich die Ver­eine wieder zum Gang auf den Friedhof. Hier fegte Bürgermeister Dr. Seyd im Namen der Stadt an dem Grabe der 1870,71 hier beerdigten Feldzugsteil-

Franziska.

Roman von LieSbet Dill.

1. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Wenn ich sie nicht zu überspannen Pflege, i<Lu

Jeder Mensch hat seine Leidenschaft, feilte Schwäche, seinen wunden Punkt. Hasses Leiden­schaft war das Theater, die Bühne, das drama­tische Element. Er hatte als Sekundaner ein Drama geschrieben in Jamben und fünf Akten, etwas Unerhörtes, Gewaltiges, das die deka­dente Welt erzittern lassen sollte. Das Manu­skript war dann verstaubt und vergessen und schließlich dem Packer in die Hände geraten, der das Porzellan darin verpackte, so daß es den Wea alles Irdischen gegangen war, um in einer Aschengrube zu enden. Die Zeiten lagen hinter ihm, da er sich als Autor umjubelt aus den Brettern sah, aber eine unglückliche Liebe zur Bühne war zurückgeblieben, und die unglück­liche pflegt meist dir tiefste zu sein. Dieser Zug zum Dramatischen hatte ihn ins Theater und schließlich an den Weiher zu den Schwänen geführt. Er hatte gestern abend In drrGötter­dämmerung" eine Brunhilde gesehen, deren edles, ausgeglichenes Spiel ihm ausgefallen war.

Hasse bereute sofort, das gefunden zu haben, benn~auf dem Gesicht seiner Nachbarin flammte es, auf, als habe man ein Feuer dort ent­zündet.Die Ebenhausen, natürlich", sagte sie voll Verachtung.Gegen die kann man ja nicht auf. Wenn sie die Bollen noch so schablonenhaft gab, ganz Randbemerkung vom Bayreuther Re­gisseur . . . das Sonneberger Publikum klatschte . . Run, viel konnte auch sie nicht crus dieser Göttertochter machen, man tappte immer im Dunkeln, wie man sie auch anpackte. Die Göt- terdämmerungsbrünhilde war eine Rolle, um die sie sich nicht riß. Sie war fürsEventual- sach" an der Hofoper engagiert und fang erst auf Probe. . . aber was konnte man denn zeigen, wenn einem die besten Rollen weg- geschnappt wurden? Zum Beisviel die Ear- m en. . .

^Wer fiugt die Carmen?"

nehmet einen Kranz nieder. Dann hielt Oberst Sol- d a n die Gedächtnisrede auf die Opfer des Welt­krieges 1914/18. Den Schluß bildete die Niederlegung von Kränzen seitens der verschiedenen Militärvereine und des Stahlhelms und Choralmusik. Für die Mit­glieder der evangelischen Gemeinde sand am Nach­mittag noch eine 'Trauerfeier auf dem Friedhof statt, welche sehr stark besucht war und bei der Stadt­pfarrer Ritter die Predigt hielt. Am Abend fand eine kirchenmusikalische Feier in der Stadtkirche statt.

Ä Bad-Nauheim. 22. Rov. Dem Ge­dächtnis derToten galten die heutigen stark besuchten Gottesdienste in der Dankeskirche. Am Nachmittag fand auf dem neuen Friedhöfe, zu dem gestern und heute jung und alt in großen Schien gewallfahrt sind, eine schlichte Gedenk­feier statt, der Borträgie des Pvsaunenchors eine besondere Weihe gaben. 3m Kurhaus fiel das Konzert der Kurkapelle aus. Die Be­erdigung des am Mittwoch in Gießen verstor­benen Dankvorstands Hartmann Stoll war bet einer hier noch selten erlebten Beteiligung der Leidttagenden ein Beweis für das große Anseheit, das der Verstorbene in Stadt und Umgebung genossen hat. Zahlreiche Kränze wur­den am Grabe niedcrgelegt, Pfarrassistent Hof - m e h e r und Notar Stahl würdigten die hohen Verbimste, die Hartmann Stoll als führender Genossenschaftler und Mitglied der Handelskam­mer der Allgemeinheit geleistet. Kaufmann Karl Nickel sprach für beit Dad-Nauheimer Einzel­handel, dessen Vertreter Hartmann Stoll in der Handelskammer jahrelang gewesen. Der Ver­storbene stand seit 1893 an der Spitze der hie­sigen Volksbank, die er aus kleinen Anfängen zu einem hochangrsehenen 3nstitut emporgeführt hat.

Pb. Butzbach. 20. Nov. Die heutige Stadt- verordneten-Sitzung fand zum erstenmal unter Leitung des neuen Bürgermeisters Dr. 3 a n f e n statt. Zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung hatte die S'adtve-Wallung zum ersten Male schriftliche Erläuterungen jedem Stadtverordneten zugestellt, so daß jeder vorher über den zur Beratung stehenden Gegenstand unterrichtet war. 3nfolgedessen nahm die Be­ratung und Beschlußfassung einen viel flotteren Verlauf als bislang. Zu Beginn der Sitzung wid­mete Dr. 3anfen feinem Vorgänger, Bürger­meister Kohler, warme Worte der Anerkennung und betonte, daß er es in überaus schwieriger Zeit verstanden habe, die Geschicke der Stadt zum Wohle der Bevölkerung glücklich zu leiten. Auch jetzt seien wir wieder in einer sehr krit schon Zeit, jedoch dürse man nicht verzagen, sondern müsse vertrauensvoll in die Zukunft blicken und tüchtig zum Wohle der Allgemeinheit schaffen. Hieraus wurde in die Beratung der Tagesordnung einge­treten. Es wurden u. a. folgende Beschlüsse ge­faßt: Wahl der Vertreter zur Mitgliederver- sanunlung des Mathilden st ist s. Nach den Satzungen hat die Stadt Butzbach als Garantie- gemein?.e zur Mitgliederversammlung 5 Vertreter auf 6 3ahre zu wählen. Als Vertreter wurden gewählt Bürgermeister Dc. 3 a n s e n, die Stadtv. tolzapsel, Zink, Linkmann und Dr.

chmidt. Verlegung des Archivs und Zusammenlegung der Geschäftsräume im Rathaus. Das Archiv, das im Rathaus nicht feuersicher untergebracht ist, soll in das Museum verlegt und die Geschäftsräume sollen zur Verbilligung, Beschleunigung und besseren Überwachung des Vrrwattungs- betriebs zusammengelegt werden, und zwar in der Weise, dah die vom ausgeschiedenen Bürger­meister Köhler als Wohnräume benutzten Dureau- räume nunmehr wieder ihrem Zweck' zuaeführt werden. Die Stadttasse wird in den seitherigen Sitzungssaal verlegt, das Stadtbauamt in die seitherigen Dureauräume der Bürgermeisterei, letztere kommen in die bisherigen Wohnräume. Der von der israelitischen Gemeinde bislang benutzte Saal wird in einen Sitzungssaal um» gewandelt. Die Erögeschohräume werden frei für die Polizeiverwaltung, d.e Wache und das Ein­wohnermeldeamt. Vom 1. zum 2. Stock wird eine Verbindungstteppe eingebaut. Die Kosten für die Zusammenlegung belaufen sich einschließlich der­jenigen für Verlegung des Arch'vs auf insgesamt 7300 Mk. Nach längerer Debatte wurde der Umbau und die Verlegung genehm gt und der erforderliche Kredit zulasten des Reservefonds bewilligt. Unter richt für Beamten- An rt er. Für die Beamten-Anwiirter der Städte Friedberg, Bad°Nauheim, Vckbel, Lich und Butzbach wird ein Lehrgang in Butzbach ein-

Natürlich die Cbenhaufen, die singt doch alles, was sie will. Sie war musikalisch, warf nie etwas um, kam nie zu spät, brauchte keine Vorschüsse und wurde nie zur Unzeit krank, ein gutes Fundament für ein Duett, ein Trio oder Quartett, sie übertrieb nicht und gab auch »nichts her", einedezente Earmen" hatten sie die Kritiker getauft. Franziska lachte. Nur der schwarze Doktor in der Morgenzeitung riß sie herunter, dieseCarmen für den Haus­gebrauch"

3ft das 3hr Freund?" warf Hasse ein.

Ach nein, den kann ich gar nicht leiden," fuhr Franziska fort,er schreibt ja fein Wort über mich. Es wäre mir schön lieber, er würd' schimpfen wie über die Ebenhausen, aber nicht einmal das." Nun, mit den abgelegten Rollen von der Ebenhausen. dem Zerlinchrn, der Freia imRheingold", der Frasquita oder einer Rhein­tochter, einer Dame in herZauberflöte", dem Hirten hnTannhäuser war nichts heraus» zuholen, man fang sie eben herunter. . . An dem Kapellmeister Wohlgemut fand sie keine Stütze, der war alte Schule und unterhielt mit der Ebenhausen eine Art platonischer Freund­schaft. Der predigte immer:Schaun S' her­unter auf meinen Taltstock. Rott, gehn S' mir nit durch ... ein rechtes Spielen war bei dem unmöglich. Er war empfindlich und ängstlich, nur nichts wagen, nur nichts Ungewöhnliches! Der 3ntendant war leidend, er ging seit seiner Gehirnvperation durch das Theater wie ein Schatten, als hätten sie ihm mit dem Chloroform- schwamm die Denkfähigkeit ausgelöscht. Der scharfe Doktor erzählte, der berühmte Worth habe ihm das Gehirn vergessen wieder einzusehen. Dann sei er ihm später einmal im Park be­gegnet und habe zu ihm gesagt:Ach bitte, ich hab' ganz vergessen, 3br Hirn wieder einzu­sehen, holen Sie sich's doch gelegentlich ab. Außerdem war er in den Banden der Hoch­dramatischen, einer blonden, verlebten Tschechin, deren Stimme schon anfing, scharf zu werden, die sich aber hielt, weil sie einen Teil der Kritik für sich hatte.

Der Regisseur, ein ehemaliger Heldentenor, der die Stimme auf einer Gastreise in Amerika verloren hatte man sah ihm den Siegfried

gerichtet. Die Kosten für diesen Unterricht wur­den für die Butzbacher Anwärter in Höhe von 450 Alk. bewilligt. Verfügung des Finanzaus­schusses und des Bürgermeisters über einmalige Ausgaben. Zur Erzielung einer Vereinfachung und Erleichterung im Finanz­wesen der Stadtverwaltung wurde der Bürger­meister ermächtigt, über einmalige Ausgaben bis zur Höhe von 300 Mk. und der Finanz­ausschuß solche bis zu 1000 Mk. selbständig zu verfügen. Bei Beschlußfassungen im Finanzaus­schuß müssen jedoch mindestens drei Viertel der Finanzausschuhmitglieder anwesend sein. Er­hebung der Gewerbesteuer für Rj. 19 2 4. Es wurde der formelle Veschluß gefaßt, daß die für Rj. 1924 an die Stadt zu entrichtende Gewerbesteuer durch die Zahlungen, die nach der der Gemeinde auf Grund des Art. 5 des Gesetzes über die vorläufige Gewerbesteuer für das Rj. 1924 vom 27. März 1925 erteilten mi­nisteriellen Genehmigung zu leisten waren, als abgegolten zu gelten hat. Festsetzung der Hundesteuer für Rj. 1926. Die Hunde­steuer wurde festgesetzt aus 12 Mk. für den ersten, 30 Mk. für den zweiten und 48 Mk. für den dritten und jeden weiteren Hund. Gelände- t au sch mit 3akob Heil. Herr Heil wünscht bei dem Geländetausch von 49 Quadratmetern an der Fallensteiner Straße und 20 Quadrat­meter an der Landgraf-Philippstraße gegen den städtischen Fußweg an seinem ©arten auch Ver­gütung für einen Obstbaum. Für den abzu­tretenden Apfelbaum sollen als Entschädigung 50 Mk. unter der Bedingung gezahlt werden, daß Heil die Meßbrief- und Uebereignungstosten trägt. Geländetausch mit Bamag-Me- guin. Das Weggelände in Flur V soll gegen einen Bauplatz mit der Damag-Meguin ge­tauscht werden. Cs wurde beschlossen: Die Stadt Lauterbach tritt die Wegparzelle Fl. V Nr. 84 692 Quadratmeter und von Fl. IV Nr. 193 die Wegstrecke von der Grenze der Fl. V bis einschl. Parzelle Nr. I6P/10. deren Flächeninhalt schätzungsweise 270 Quadratmeter beträgt, zu­sammen etwa 960 Quadratmeter an die Fa. Bamag-Meguin ab und erhält dafür von dieser den Eckbauplah nach der Taunusstraße von den Parzellen Fl. VI ll Nr. 409 und 410 mit zu­sammen 1300 Quadratmeter. Die Bamag- Meguin übernimmt die Verpflichtung, auf der Parzelle Fl. IV Nr. 1165/io einen 4 Meter breiten Verbindungsweg zwischen der abgeschnittenen Weg'arzelle Fl. IV Nr. 198 und der Gießener Landstraße für den öffentlichen Verkehr vorschriftsn-äßig herz^stellen. Meßbrief- usw. Kosten trägt die Stadt Butzbach. Klär­anlage Bamag-Meguin. Die Aufsichts­behörde ersucht um nachträgliche bedingte Ge­nehmigung zu der bereits betriebenen Klär­anlage. Don der Verfügung wurde Kenntnis genommen und beschlossen, die Kläranlage unter folgenden Bedingungen zu genehmigen: 1. Die Anlage wird widerruflich zunächst auf 2 3ahre genehmigt. 2. Die Genehmigung ist ab­hängig von dec Herstellung eines Sch'ammbettes in der Nähe des Omsbrunnens. Der im Oms- brunnen anfallende Schlamm muß mit Hilfe einer einzubauenden Rohrleitung und dem auszu- nuhcnden Wa'serüberdruck des Kfärbrunnens un­mittelbar nach dem Schlammbett entleert werden können. 3. Die Genehmigung kann jederzeit zu­rückgezogen werden, wenn nach Feststellung des Kulturbauamts die Kläranlage nicht sachgemäß bedient und benutzt wird. 4. Falls sich aus der Art der Benutzung der Kläranlage Unzuträg- lichkeiten ergeben und begründete Klagen vor­gebracht werden, kann die Aufrechterha.tung der Anlage von einer Trennung der «schmutz und Regenwässer abhängig gemacht werden. Die An­lieger bei der Anlage Bender und Seulbücger sind mit dem Beschluß einverstanden. Versor­gung des Forst Hauses mit elektri­schem Licht. Die Ve.sammlung beschloß, das Forsthaus an das Stromnetz der Gemeinde Hau­sen anzuschließen. Die Kosten in Höhe von 1000 Mark wurden zu Lasten des Waldbetriebs be­willigt. Der Förster soll als Verzinsung der An­lage jährlich 60 Mark Mie e bezahlen. Unter­bringung der Motorspritze. Für die Winlermonale muß die Motorspritze in einem heizbaren Raum untergebracht sein. Zu diesem Zweck soll der Hof neben dem Elektrizitätswerk an der Wetzlarer Straße überbaut und als Unter- kunstsraum hergerichtet werden. Der Kosten­anschlag von 1200 Mark wird genehmigt. An­schaffung einer fahrbaren Stehleiter für

schon von weitem an, hatte sie er ft sehr liebenswürdig behandelt. Nach seinem Herren- prinz'p gehörten ihm die Debütantinnen. Als er sie aber kennen lernte, hatte sich fein Be­nehmen geändert. Jetzt behandelte er sie kalt und rücksichtslos und hatte immer so viel an ihr auszufetzen, so daß sie vor Angst vor seinen rollenden Augen oft wir eine aufgezogene Wachs­figur spielte. Nach einer solchen aufregenden Probe war sie hierherHelommen und hatte sich eben überlegt, ob sie mcht lieber abgehen solle, sich in den Weiher stürzen, ihre ganze Karriere aufgeben . . . es war ihr verzweifelt zumute.

3n Hasse begann sich ein ritterliches Gefühl zu regen. Mtt diesen Schilderungen tat sich ihm eine völlig fremde Wett auf. Er hatte das Theater bish«: immer nur gesehen wie der Laie China.

So hatte ihre Bekanntschaft begonnen, gleich beim Eintritt in diese Stadt, in dem ersten Frühling, ben Hasse wieder in Deutschland ver­lebte, auf dieser Bank im Schloß garten.

Dieser stillen, heißen Mittagsstunde vor dem glatten, trübschillernden Weiher, der mit den losen kleinen Federchen der Schwäne bedeckt war und von einem Kranz blühender, niedrig ge­zogener Heckenrosen umgeben . . ., und aller Worte, die sie wechselten, erinnerten sie sich später mit einer Klarheit, die man für ent­scheidende Augenblicke immer behalt.

Was zog sie zueinander? Sie wußten es nicht. Man braucht nicht zu wissen, wes­halb man sich liebt, es ist so.

F.'nziska pflegte niemals nach den Gründen h'L ^w.'lcher Gefühle zu fragen, sie nahm altes Angenehme wie ein Geschenk. Das Merkwür­dige war nur, daß beide dieses Geschenk leicht nahmen, und daß es später erst Gewicht bekam . 4.

Sie hallen einen Frühling erlebt wie in einem Rausch. Diese junge Sängerin war nicht seine erste Liebe, und es war nicht daß erste- mal, daß Franziska geliebt wurde, aber noch nie hatten beide jemand grfundrn, der sich so anzupassen verstand. Sie waren auseinander ge- ftimmt wie zwei edle 3nstrumente. Ein Wort, ein Blick genügte, um ihre Seelen, ihre Körper

das Elektrizitätswerk. Die Anschaffung wurde bewilligt, die Kosten von 400 Mark gehen zu Lasten des Elektrizitätswerks. Hierauf fofgte in nichtöffentlicher Sitzung die Beratung ver­schiedener Personalangelegenheiten.

> G a m b a ch, 21. Nov. Heute morgen 3 Uhr kündete die Sirene der in unserer Gemarkung gelegenen GrubeAdler" Feuer an. Der Hilferuf wurde jedoch infolge der Nacht nicht gehört. Nur unser Schäfer, brr sich gerade auf dem Felde befand und einen Waldbrand an= nahm, hatte sofort den Förster benachrichtigt. Es war jedoch anders: die Holzbaracken des Werkes in einer Länge von 50 Metern standen in Flammen. Da nur einige Arbeiter zu dieser Zeit beschäftigt waren und eine schnell e Hilfe nicht möglich wurde, griff das Feuer rasch um sich. 3n einigen Stunden waren sämtliche Räume, der Ausenthaltsraum für die Arbeiter, das Magazin, das Bureau, d'.e Schreinerei und die Küche des Werkes vollständig nieder- gebrannt. U. a. sind zwei Waggons Dielen dem Feuer zum Opfer gefallen. Auch drr Kassen­schrank, der sich im Bureau besaiür, bat starken Schaden erlitten. Ueber die Ursache de§ Brandes ist bis jetzt noch nichts befamit. Der Sachschaden ist erheblich.

£ Rockenberg, 22. Nov. Der am 15. November gewählte Gemeinderat seht sich in beruflicher Hinsicht wie folgt zusammen: 4 Landwirte, 4 Beamte, 3 Arbeiter, 1 Gewerbe­treibender. Wie verlautet, ist gegen das Ergebnis der Wahl Einspruch erhoben worden.

Afsenheim, 22. Nov. Durch Groh- feuer zerstört wurde heute nachmittag d'.e an dem Zusammenfluß von Wetter und Nidda gelegene Walzenmühle des Besitzers Koch. Das Fer.er brach nachmittags kurz nach 2 Uhr aus, es fand in dein Getriebe der Mühle und in den großen Mehl- und Fruchtvorräten reiche Beute. Aus allen Fenstern des vierstöckigen Gebäudes und aus dem Dachräum konnte man bei Einbruch der Dunkelheit weithin die Flammen gegen den Himmel lohen sehen. Ein Glück war es, daß die beiden Flüßchen reichlich Wasser zum Löschen boten, sonst hätte sich eine furchtbare Feuersbrunst entwickeln können. Aus der ge­samten Umgegend waren die Feuerwehren an die Brandstätte geeilt. Die Mühle war mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehen und erst seit zwei 3ahren von dem Besitzer Koch umgebaut worden, so dah sie eine der größten Mühlen der Weiterau war. Die Ursache des Brandes dürfte wohl auf Kurzschluß zurückzuführen fein.

C Niederflorstadt, 21. Nov. Hier wur­den von den Schulkindern Geldspenden für das Krüppelheim in Nieder.Ramstadt gesammelt. Trotz der großen Geldknappheit steuerten die meisten Schüler ihr Scherflein bei. In einer Schulklasse von 49 Kinben fast nur aus Ar- beiterkreison wurden 19,20 Mk. aufgebracht. Das Gesamtergebnis aus allen Klaffen belauft sich auf 73.10 Ml. Der Grund für diese große Opferfteudig- feit der Kinder, die zum Teil auf ihre Früh­stücksbrötchen verzichteten und das Geld ablieferten, liegt wohl darin daß von hier ein zwölf­jähriges, ganz verwachsenes Mädchen in Nieder- Namftadt untergebracht ist. Das Kind kann nun nach etwa anderthalbjähriger Behandlung stehen und hoffte bei feinem letzten Besuch hier, auch bald gehen zu können. Es ging sehr gern wieder nach Nieder- Ramstadt zurück, um ganz geheilt zu werden.

Kreis Büdingen.

Echzell, 22. 2Iov. Gegen die Gemein­deratswahl ist Einspruch erhoben wor­den. Es sollen der Wahl Ungesetzlichkeiten vor gekommen fein.

Kreis Schotten.

WSN. Rebgeshain. 21. Nov. Artbür­germeister 3ohannes Rausch ist im Alter von 78 3ahren gestorben. Er war 35 Jahre lang Bürgermeister unserer Gemeinde.

Aus dem Vogelsberg, 21. Nov. Der Frost spanne r, der im vorigen Herbst zu Hunderten an den Klebgürteln hing, ist in diesem 3ahre kaum anzutreffen. Die in diesem 3ahre angelegten Klebgürtel find fast völlig , leer geblieben. Die großen Schäden, die im Frühjahr durch Frvstspannerraupen hervor» gerufen wurden, haben viele Obstzüchter zum Anlegen von Fanggürteln veranlaßt. Die hoch- erfreulichen geringen Fangergebnisse" dieses Herbstes dürfen aber doch niemand abhalten, diese unbedingt nötige Maßnahme im kommen­den Herbst zu treffen.

und ihre Nerven erzittern zu lasten und in Schwingungen zu versetzen.

Es gab in dieser wunderbaren Stadt, die sich im Frühjahr mit Florenz vergleicht, so viele verborgene Wege, auf den Höhen, in heu Wäl­dern, zwischen den Weinbergen, so viele 'Bänke, Bänke mtt Fernsichten auf das grüne blühende Tal und auf die blauen Berge, die sich da- zwischenschoben, und lauschige Plätzchen, so viel versteckte Restaurants, in denen beim Schein der Gaslaternen Paave saßen, die hier in der Abenddämmerung zu Abend aßen. Zu ihren Fußen lag die Stadt im Dunst der roten Lam­pen. Der Bahnhof schien in ein wahres Feuer­meer von roten Flammen und Lichtern, die sich mit aufsteigendem schwarzen Dampf und Rarrch vereinigten, getaucht.Wie eine Holle", sagte Franziska. Es war so verlockend, auf dis Höhen hinaufzufahren mit der leichtgleitenden. Bahn, welche die Berge so bequem ertfomm, und diese leichte Gebirgsluft dort oben zu atmen, und den Duft der Gärten des Malerdorfs mit den reizenden Häuschen, den weißen Zäunen und Blumei?. Franziska war bisher nicht über die Königsstraße, den Theaterplatz und den Bahn­hof hinausgekommen.

Die weiße Blütenpracht verwandette sich in einen staubigen Sommer, auf dem Königsplay sielen die Blätter von den Däwnen, die Häusev schlossen ihre Augen, und die Sorlnenlichter spiel­ten hinter geschlossenen Lidern auf dem Teppich.

Franziska trug zu HauS ein weißes, svihen- besehtes Gewand aus weißer Crepe, hatte ihr Haar aufgelöst und genoß ihre freien Tage, auf der Chaiselongue ihre Rollen studierend, bis 5um Abend, wenn Hasse aus 6ent Lazarett kam um sie abzuholen.

Sie hatteit einen großen, wenig besuchten Garten am anderen Ende der Stadt zwischen einer alten Allee und dem Fluß ausfindig ge­macht. wo man sicher war vor Bekannten. Eine Kapelle spielte, wie man sie manchmal in solchen Gärten findet, zufällig beseht mit einer führen­den Geige, einem verkommenen Genie, über das der Sommerabend Hnen Zauber übte und das sich hier in Tönc-n berruschtc-, während das Cello, die Dratsck'e und ein Klavier, ihm fölgten. gleich­sam mitberaus 5'. 1 Fortsetzung folgt.)

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