Einzelbild herunterladen

jchaftswissenschaften in der Höheren Schulbildung zu erstrecken derart, daß den dafür besonders veranlag­ten jungen Meyschen in einer auf der Obersekunda­reife aufbauenden, selbständig organisierten dreijäh­rigen Wirtschaftsoberschule die Möglichkeit zur Erlangung einer wirtschaftswissenschaftlich aus­gestalteten Hochschulreife gegeben wird, die zum vollen und hemmungslosen staats- und wirtschafts­wissenschaftlichen Studium berechtigt. An einer Reihe von Belegen führte der Referent die begriffliche und organisatorische Neuorientierung der Pädagogik im Sinne der Berücksichtigung der spezifischen jugend­lichen Anlagen und Fähigkeiten an und setzte sich für die vollwertige Anerkennung der neuen Berufs­bildungsidee neben den bisherigen Bildungsprin­zipien ein. Ein Einblick in die Organisation des neuen Schultyps und die Lehrerbildungsfrage ver­vollständigte das Bild. In der Besprechung traten sich zwei Meinungen gegenüber. Ein Teil der Vertreter wollte im Interesse der Reinerhaltung des bisherigen allgemeinen, humanistischen Bildungs­ganges von der Reform absehen, während der an­dere Teil sie als^Mittel zu einer besseren Borbildung für die Studienzeit und einer Entlastung von der Erarbeitung elementarer Wirtschaftslehren erst auf der Hochschule, begrüßt. Unsere Ansicht ist, daß, sich trotz allem die pädagogisch-wissenschaftlich begründete Reform bald durchsetzen muß, mit der Baden bereits jetzt durch Errichtung der dreijährigenOberhandels- jchule", aufbauend auf der Obersekundareife mit Maturitätsabschluß, den Anfang gemacht hat. Jedenfalls war es eine sehr anregende Tagung, deren Ergebnisse in mehreren geschlossenen Sitzungen der Studentenschaft weiter verarbeitet wurden.

Für unsere Stadt Gießen sind die eben skiz­zierten Gedanken deshalb von besonderem Werte, weil einmal unsere Universität an den Alisbau des betriebswirtschaftlichen Studiums und die Errichtung einer hauptamtlichen Dozentur für Betriebswirt­schaftslehre herangeht, und weil zum andern auch in öffentlichen kaufmännischen Schultypen der Stadt die kaufmännisch-wirtschaftlichen Bildungsmöglich­keiten erweitert werden.

Aus der Provinz.

Landkreis Girfzen.

V Watzenborn- Steinberg. 20. Juli. Das Waldfest des Evang. Bundes am Sonntag in Watzenborn-Steinberg und auf dem Schiffenkerg nahm, von schönem Wetter be­günstigt, einen erhebenden Verlauf. Cingeleitet wurde das Fest durch einen stimmungsvoUen F e st g o t t e s d i e n st auf dem schönen Kirchen­platz zu Watzenborn, in welchem Pfarrer Haupt- Gießen über 1. Cor. 16, 13 predigte und zu männlich-starkem Christentum mahnte. Die Buderuskapellc Wetzlar und der Posaunenchor Obermockstadt, beides vortrefflich geschulte Chore, sowie unser nimmermüder Kirchengesangverein, der Psalm 121 undWach auf, meines Herzens Schöne" klangschön zu Gehör brachte, gaben der Feier ein feierliches Gepräge. Vach Schluß des Gottesdienstes zog man zum Gefallenen­denkmal, wo nach den Klängen des »Ich halt' einen Kameraden" der Ortspfarrer einen Kranz des Gvang. Bundes mit einer Ansprache niederlegte. MitJesus meine Zuversicht" klang die Feier aus. Ilm 1 Uhr stellte sich dann in Steinberg der schöne Festzug auf, der durch seine ansehnliche Länge allgemein auffiel und schöne Gruppen sehen ließ. Eröffnet durch drei Vorreiter in der Totenkopfhusarenuniform, ein schöner Anblick, schlossen sich an die Vorstände

Fraulein Fob.

Roman von Anders E j e.

28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

' Ein schwacher Windstoß rauschte durch das dichte Laubwerk der Eichen und das wirre Grün ^der Büsche. Es war die laue Mittagsbrise eines »reifen Spätsommertages, gesättigt mit den Düften vom Salz des Meeres, von der Ueppigkeit der .Wälder und den blühenden Wiesen aber Fob fröstelte, sie fühlte es wie eine Ahnung des nahen Herbstes. Sie sah schon die Vögel zu ihren herbstlichen Flügen die Schwingen rühren. Cs war -Zeit, heimzugehen. Apathisch erhob sie sich von der Bank und begann den ansteigenden Weg hinaufzugehen. Sie ging dahin, ohne zu wissen, wohin nichts sah sie von dem verschwenderischen Reichtum der Natur. Sie sah nicht den geschmeidigen Sprung des Eich­hörnchens von dem äußersten Ast der Eiche hinab in den dichten Haselnußbusch, und auch nicht den eleganten Flug des Sperbers in der Waldlichtung. Wenn sie die harmlosen Triller der Gartensänger gehört hätte, hätten sie ihr wie blutiger Hohn geklungen.

Als sie den zerrissenen Film zum hundertsten oder vielmehr zum tausendstenmal wieder ab- aehaspelt hatte, traten in ihrem Bewußtsein dessen Lücken wie klare Zwangsvorstellungen hervor.

Warum, warum hatte Papa Fili das getan?

Warum nur? Gab es etwas Hoffnungs­loseres und Sinnloseres, als nach dem Warum dessen zu fragen, was nicht mehr ungeschehen gemacht werden konnte? Auf dieses Warum konnte sie aber nicht kommen, da sie vor dem Unwahrscheinlichen, den, komplett Unmöglichen stand. Dies Warum bildete den Pulsschlag ihres ganzen Wesens, und alles, was um sie geschah, drang ihr nicht * ins Bewußtsein, als sie jetzt mit nervös raschen Schritten zwischen den Wiesen dahinging.

Einige hundert Meter von der Bank entfernt, auf der sie gesessen, verengte sich die Aus­sicht. Der Weg wand sich durch eine enge Kluft, die auf der einen Seite von schweren Htm eit begrenzt wurde, die ihre Kronen mächtig über

des Evang. Bundes und der Kirchenvorstand. Ein lieblicher Anblick waren die Kinderscharen in Weiß mit ihren je nach der Klasse verschie­denen Blumenkränzchen im Haar. Die Dundes- fahne wurde geleitet von 2 Fahnenbegleitern in schmucker Uniform und 28 Ehrenjungfrauen in Weiß. Es folgten wieder 2 Dorreiter und dann die sämtlichen Vereine des Dorfes mit ihren Fahnen. Besonders erfreulich ist die schöne Ein­mütigkeit, mit der man sich am Feste beteiligte. Ein schönes -Zeugnis für unsere Gemeinde: möge es auch fernerhin so bleiben. Als der von zwei Kapellen und der Musik des Turnvereins ge­leitete -Zug auf dem Schiffenberg ankam, waren dort schon Tausende versammelt. Eine so große Schar hatte sich wohl lange nicht auf dem herrlichen Platze zusammengefunden. Musik­vorträge und Gesänge des Kirchengesangvereins Watzenborn und des Frauenchors Wieseck wechsel­ten mit einer Begrüßungsansprache von Pfarrer D i t t m a r ° Hausen und der Festansprache von Pfarrer Haupt- Gießen. Den Mittelpunkt der Feier aber bildete die Aufführung von Schön- herrsGlaube und Heimat" durch Mitglieder des Evang. Arbeitervereins Gießen, unter Leitung des Schauspielers B e ch st e i n vom Stadttheater Brandenburg, der die Titelrolle spielte. Cs war eine wvhlgelungene Aufführung und der Ein­druck nachhaltig und tief. Die Erinnerung an die schöne Feier wird noch lange in den Herzen der Teilnehmer fortleben.

* Hungen, 22. Juli. Bei der hiesigen Bei­geordnetenwahl machten 797 Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Der bisherige Bei­geordnete B e r l e t t erhielt 423, sein Gegenkandidat Gemeinderat Karl Stein 366 Stimmen. 8 Stimm­zettel waren ungültig. B e r l e t t ist somit wie­dergewählt.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 22. Juli. Einer der an­gesehensten deutschen Gesangvereine Reuhorks, der Beethoven-Gesangver­ein, hat sich angeschickt, eine Reise in die alte Heimat anzutreten und ist in diesen Tagen in Hamburg eingetroffen. Er wird auf seiner Reise eine Anzahl größerer Städte besuchen, aber auch das kleine Friedberg wird, wie hier bekannt wird, die Ehre haben, die Sänger als Gäste in ihren Mauern zu begrüßen. Diese besondere Ehre verdanken wir dem Umstande, daß der Führer der Reisegesellschaft, William Strauß, ein geborener Friedberger ist und hier noch einen Bruder und sonstige Verwandte wohnen hat. Wenn man berücksichtigt, in welcher geradezu großzügigen Weise Herr Strauß im Vereine mit anderen Landsleuten, von denen wir beson­ders rühmend rwch einen Friedberger, Theodor G r o e d e I, nennen wollen, eine Liebestätigkeit entfaltet haben, um währeird des Krieges und besonders in den ersten Rachkriegsjahren durch Geld und Rahrungsmittel Bedürftige zu unter­stützen, so dürfte schon diese Tatsache genügen, um unseren Landsleuten hier einen begeisterten Empfang zu bereiten. Auch die Stadtverwaltung wird es sich natürlich nicht nehmen lassen, die Gäste offiziell zu begrüßen, und man darf über­zeugt sein, daß die ganze Bevölkerung sich freudig anschließen wird.

Z Bad-Rauheim, 20. Juli. Als ein freundliches und wohl selten wiederkehrendeL Kuriosum im kirchlichen Leben unserer Stadt sei erwähnt, daß Dekan Vogel (Bruchenbrücken) vom Dekanat Friedberg im Jahre 1902 als erster Assistent dem jetzt noch wirkenden Ortspfarrer,

die schmale Oeffnung wölbten, auf der ande­ren von einem fieinen Plateau, das mit weni­gen Büschen und einzelstehenden Fichten be­streut war.

Als Fob bis ungefähr in die Mitte dieser Schlucht gekommen war, hörte sie irgendwo hinter den Büschen heftige Stimmen: auf der einen Seite ein paar hohe, unkultivierte Knaben­stimmen, auf der anderen eine kräftige, männ­liche. Es machte ihr den Eindruck eines erregten Wortwechsels. Fob wußte selbst nicht warum, aber es war etwas, das sie für einen Augenblick aus den quälenden Zwangsvorstellungen ritz. Als sie den Klang der klaren und bestimmten, jetzt gerade harten und bestrafenden Stimme dort droben vernahm, fühlte sie, daß sie beinahe auf» lebte. Sie konnte es nicht unterlassen, stehen zu bleiben und zu lauschen. Für die streitenden Teile gab es keinen Anlaß, ihre Stimmen zu dämpfen, weshalb der Lauscherin der Zusammen­hang bald klar wurde.

Zwei Jungen wurden dabei überrascht, wie sie auf eine besonders rohe Weise ein Kaninchen mißhandelten. Der sie bei dieser, nach ihrer Meinung vollkommen erlaubten Beschästigung überraschte, ließ sie gerade jetzt wissen, was sich gehörte. Aus der unverschämten Antwort der Schuldigen ging hervor, daß sie solche Zu­rechtweisungen nicht gewohnt waren. Aber nach ihrem mißglückten Plaidoyer folgte unmittelbar die Strafe. Fob hörte deutlich das Geräusch schallender Ohrfeigen.

Jetzt mischte sich aber eine vierte Stimme in die Debatte, ein grober, rauher Branntweinbatz. In welchem Verhältnis er zu den abgestraften Sündern stand, ging aus dem Zusammenhang nicht hervor, hingegen war es klar, dah er sich vorbehaltlos auf deren Seite gegen die un­berufene Einmengung stellte. Fob fing folgende Worte auf: Du verdammter Ausländer, du, du wirst uns in Warminge neue Methoden lehrenI Rimm dich in acht--

Hier wurde der verhältnismäßig geordnete Wortwechsel jäh unterbrochen. Von der einen Seite hörte man nichts, von der anderen einige haarsträubende Lästerungen. Fob konnte sich nicht mehr zurückhalten. Sie kletterte einige Stein­blöcke hinauf und bog die Zweige auseinander.

Kirchenral W i s s i g. be.gtgeben wurde, und dah er nun als Dekan in diesem Jahre in der Person von Pfarrassistent Hofmeher den 12. Assisten­ten desselben alten Pfarrers ordiniert hat.

Kreis Büdingen.

T Ridda, 22. Juli. Das sogenannte Kaiserorchester", das auf hoher künstleri­scher Warte stand und während eines Viertel­jahrhunderts mit dem gesellschaftlichen Leben unseres Städtchens eng verwachsen war, mutzte jetzt aufgelöst werden. Infolge Ausschei­dens verschiedener tüchtiger Kräfte durch Tod und Wegzug, schmolz, da gleichwertiger Nach­wuchs fehlte, die Schar der Mitwirkenden so stark zusammen, dah schon seit einiger Zeit jede künst­lerische Betätigung unterbleiben muhte. Das bei der Auflösung verhandene Vermögen wurde zu gemeinnützigen Zwecken verwandt Auch der Evangelische Kirchenchor hat seit längerer Zeit seine Wirksamkeit im Dienst der Allgemeinheit e i n g e ft e 111. Hier ist es die Dirigentenfrage, die von bestimmendem Einfluß war. Im Hinblick auf das kirchliche Leben, in dem auch die Tätigkeit des Kirchen­chors überaus aufbauend wirkt, wäre es sehr zu begrüßen, wollte sich der Verein wieder im Dienste des deutschen Liedes zusammenfinden. Kleinliche Bedenken dürfen hierbei nicht hemmend im Wege stehen.

Kreis Büdingen.

M Nidda, 22. Juli. In der jüngsten Ge­meinderatssitzung wurden folgende Be­schlüsse gefaßt: lieber Neufestsetzung der Kaufpreise für das bereits vor dem Kriege an die Finna I. Himmelsbach, Freiburg i. Br., verkaufte W e r k g e - lande in der Gröhe von 183128 Quadratmetern schwebten seit einiger Zeit Verhandlungen. Der Ge­meinderat stimmte der oergleichsweisen Regelung, wonach der Kaufpreis auf 37 500 Mk., zahlbar am 1. August und 1. Oktober l. Js., festgesetzt worden ist, zu. Dem Verkauf des Grundstücks zwischen dem Werkgelände und der Kreisstraße in der Gröhe von 7944 Quadratmeter, worüber ein Angebot der Fa. Himmelsbach von 50 Pf. pro Quadratmeter vorliegt, soll dagegen vorerst nicht nähergetreten werden. Die Erbauung einer Realschule ist seit längerer Zeit Gegenstand der Beratungen im Ge­meinderat, da die Räume in dem Volksschulgebäude unzulänglich sind. Das Schulgebäude soll auf dem kürzlich erworbenen ehemaligen Kraftschen Anwesen zu stehen kommen und zu diesem Zweck der Saal­bau mit Nebengebäuden einschl. der offenen Halle niedergelegt werden. Mit der Ausarbeitung eines Projektes ist das Hochbauamt Büdingen beauftragt. Das Wohnhaus bleibt unverändert, während in dem Brauereigelände zunächst einige Mietwohnungen ein­gerichtet werden sollen, auch soll die Anlage eines Volksbades in den unteren Räumen ins Auge gefaßt werden. Die F i f ch e r e i p a ch t für das Jahr 1925 wurde ebenso wie für das Jahr 1924 auf 172 Rm. festgesetzt. Es wurde Kenntnis da­von genommen, daß der Errichtung von Bealn- tenmietwohnungen mit Hilfe von Reichs­baudarlehen wegen Mangel an Mitteln zur Zeit nicht nähergetreten werden kann. Wegen der notwendig gewordenen baulichen Aenderun- gen im Rathaus wurde die Baukommission er­mächtigt, die erforderlichen Schritte einzuleiten. Dem Turnverein soll der zwecks Erbauung einer neuen Turnhalle erforderliche Bau­platz zum Eigentum überlassen werden. Dem Kreisziegenzuchtverein wurde für Prä­miierungszwecke gelegentlich der Ziegenschau am 26.

tz. Mls. in Nidda der Betrag von 50 Rm. zur Ver­fügung gestellt. Auf der linken Seite der obe­ren Bahnhofstraße von Dr. Koch bis Justiz, rat 2/cetz Ww. soll erhöhter Fußsteig herge­stellt werden. Dem Verkauf des städtischen Ge- ländes hinter dem Anwesen des Karl Reuß kann erst nähergetreten werden, nachdem die Baupläne vorliegen.

Echzell, 22. Juli. Das Fest der Gol­denen Hochzeit begingen die Eheleute Adam Spengler.

Kreis Schotten.

?" Ober-Schmitten, 22. Juli Trotz schwieriger Geldbeschaffung und hohen Zinsfußes lassen sich die Bau lustigen nicht abschrecken. Äachdem bereits in diesem Jahr ein Doppel­wohnhaus erbaut, werden jetzt zwei Cinsamilien- häuser angefangen. Zwei weitere Einwohner unterhandeln bereits wegen Erwerbs von Bau­plätzen. Auch die eine der beiden Papierfabriken nimmt größere bauliche Veränderungen vor. Ein gestern in den Rachmittagsstunden vor­überziehendes Gewitter brachte wiederum der Gemarkung einen halbstündigen kräftigen Regen. Wenn auch diese Gewitterregen nicht ausreichen, das Wachstum des Wiesengrases und des Klees stark zu beeinflussen, so kommen sie den Hackfrüchten doch sehr zu statten. Auch den Gartengewächsen, die unter der Trockenheit leiden, sind sie außerordentlich willkommen?

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 22. Juli. Der eine der beiden Verbrecher, der bei dem Raubüber­fall auf das Mess eler Stations­gebäude durch mehrere Schüsse verwundet wurde, mit Namen Gebhard, ist im Städü Krankenhause gestorben. Der zu leben 8- nglichem Zuchthaus verurteilte Wil­helm Kinkel aus Frankfurt, der vor drei Jahren in Darmstadt nachts einen Schuhmann auf der Straße erschoß, soll jetzt im Zuchthaus Marienschloß irrsinnig geworden fein, so dah er einer Irrenanstalt zugeführt werden muß.

Kreis Wetzlar.

* Hohensolms, 22. Juli. Die Christ- deutsche Jugend, die im fürstlichen Schlosse zu Hohensolms ihr Bundesheim einrich. ten durfte, hat nunmehr von Sr. Durchlaucht dem Fürsten vonLich den ehemaligen Kerker ge­pachtet und darin eine Jugendherberge einge­richtet. DieAlte Wacht", so nennt sich der Kerker, liegt hinter den beiden Festungstoren, die jedem Be­sucher des schönen Hohensolms in Erinnerung sein werden. Alles, was Jugendherzen jubeln läßt, kann sie bieten: Trauliche Stübchen erbieten sich zu froher Geselligkeit nach fahrtschwerem Tage; vom Fenster kann der Blick weit hinausschweifen zu den fernen Höhen des Taunus und des Westerwaldes, und er kann sich festhängen an den romantischen Toren und Wehrtürmcyen der alten Burgbefestigung. In den kleinen Kerkerzellen, die jetzt zu Wasch- und Bade- räumen werden, erzählen eingemauerte Ringe und Ketten schauerliche Geschichten aus der Zeit, wo sie nou, ihrer ehemaligen Bestimmung dienten. Der Hals" und derHintergarten", die den schattigen Schloßpark bilden, bieten jedem ein Plätzchen nach seinem Wunsch. Deu Ruhebedürftigen zum Aus- ruhen unter schattiger Linde mit einem weiten Blick über das hügelige L-nd, der tanzfrohen Jugend herrliche Wiesen $u Sang und Tanz, gesunden Jun­gens Uebungsgelände zu Sport und Turnen. Das Bundesheim der Christdeutschen Jugend entfaltet dazu ein reges Jugendleben und bringt dem Dorf

Droben auf dem Kamm stand Horace Mill- torp und war im Begriffe, die Affäre endgültig abzuschliehen. Er hatte den anderen allem Anschein nach einen Arbeiter emporgehoben und hielt den Zappelnden und Fluchenden hin­aus über den Höhenkamm. Vor der Eventualität, die ihn bedrohte, begann der Besiegte sehr schnell zu einem anderen Wörterbuch überzugehen. Er bettelte herzerweichend um Erbarmen.

Fob ließ die Zweige fallen und sprang wieder auf den Weg zurück. Gesicht und Stimme des Mannes dort droben hatten eine Erinnerung in ihr geweckt. Sie hatte Milltorp sofort wieder­erkannt, konnte aber in dieses Erinnerungsbild feinen ordentlichen Zusammenhang bringen.

Es war eine ganze Reihe von Erinnerungen aus einer Zeit, die letzt wie ein längstvergan­gener, phantastischer Traum erschien. War es möglich, daß ein und derselbe Mensch zwei von­einander so grundverschiedene Leben leben konnte?

In unbeschreiblicher Stimmung eilte Fob nach Hause.

Auf der Brücke blieb sie einen Augenblick stehen und sah zurück auf die wogenden Felder, die schwankenden Baumwipfel und die von der Sommersonne rotgefärbten langen Wolken, die gegen Osten zogen. Sie umarmte das Bild mit einem raschen, intuitiven Blick, dann kehrte sie sich mit einem resignierten Seufzer um und ging entschlossen dem Gefängnis ihrer Abende und Nächte entgegen.

Sie hatte nichts zu erwarten, nichts anderes als einen langen, trostlosen Abend und eine noch längere Nacht, so wie die vielen Abende und Nächte bisher.

Die Tage gingen noch an mit ihren banalen Zerstreuungen, aber die Abende, die Nächte die waren schrecklich. Da fliegen die grauen Phantome, die das klare Tageslicht wenigstens für einige Stunden verscheucht hatte, aus allen Ecken und Winkeln hervor. Sie grinsen aus dem Dunkel, sie drängen sich bis in das innerste Bewußtsein und werden zur einzigen Wirklich­keit, die besteht, zermahlen ein gepeinigtes Hirn, bis endlich ein barmherziger Geist für ein paar selige Stunden dem Bewußtsein und allen Gedanken ein Ende macht.

Beinahe mit einem Gefühl des Ekels trat Fob in den Hof vor dem Gebäude. Sie zögerte einen Augenblick. Gab es wirklich nichts, das ihr die nächste Stunde oder wenigstens einige Minuten verkürzen konnte? Der Hof lag leer in der Nachmittagsstille. Neben der großen Treppe schlummerte der Bernhardiner, abgestumpft und sorglos. Bei dem Geräusch der Schritte hob er für einen Augenblick den Kopf, wedelte pflicht­schuldig mit dem Schwanz und döste dann sofort weiter.

Fob wollte gerade ihren Weg fortsetzen, als die Kammerjungfer um die Ecke gelaufen kam. Ein besserer Beobachter als Fob hätte sofort gesehen, daß sie etwas Wichtiges mitzuteilen hatte.

Gnädige Frcku," agte sie,es ist eine fremde Dame hier, die die gnädige Frau sucht."

Fob war nicht einmal überrascht. Diese Mit­teilung war allzu unglaubwürdig.

Mich? Das muh ein Irrtum sein," ant­wortete sie ganz gleichgültig.

Nein, ich versichere die gnädige Frau, es ist eine Dame, die schon vor einer Stunde ge* kommen ist und bat, die gnädige Frau sofort sprechen zu wollen."

Fob sah das Mädchen scharf an, so als ob sie an dessen Verstand zweifeln würde. Es fiel ihr nicht einmal ein zu fragen, ob die Dame ihren Namen genannt habe.

ES wollte sie jemand, aufsuchen? Das war ja wahnsinnig. Fob, die doch verlassen von Göttern und Menschen war. Die Kammerjungser war ver­legen stehen geblieben, sie wartete auf Antwort. Da ihre Herrin fortfuhr, ihre Mitteilung nicht ernst zu nehmen, wagte sie die untertänige Frage:

Soll ich der Dame sagen, daß die gnädige Frau sie empfängt oder"

Nein, nein, absolut nicht! Ich will keinen Menschen treffen. Wer die fremde Dame auch ist, sag ihr, daß ich krank bin, verreist, ge­storben, was du willst! Schau nut, daß die Dame so rasch als möglich wieder fortkommt."

Fob stieß die letzten Worte mit einer ihr sonst ganz fremden Schärfe hervor.

(Fortsetzung folgt.)

vis ideale Erfindung gegen Fußschmerzen

ist Pneumette, derPneumatik im Schuh".

Versuchen Sie selbst! / 8 Tage zur Probe.

2029A

Schuhhaus Metropol, Seltersweg19 / Fachk. Bedienung

Mi girm D

i Volks tr Frl. 2 Mrbm n

AM

Stau

Frey Areissr

Aoölfl Zlvöl !amP j. ffalf1 turne: fmnpf ' 191 rinnen. - mtn nw >rtunfl <00

bi? folg' richtet

Schmor

Mgae' rät), 6 (Gerät), Men Mrn), Oeriel-

Mams-h aut her (Einer u

comae

(W

und auch Wch ge und ®ie Kassel die (Eint

Mmn Müll! den (Ev Erfolg (Älat hos) in eins R

Sie lömtlid unb S (Einer, wird oc deutsche.

L

$on

Der