Ausgabe 
23.6.1925
 
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Dali» unb Unter- itglteb bei Saat« he werben, nicht ine CßoUigenoffen. le Deutschen zu- geschlossen dafür tgcbiei dem Deut- Wieder zugesührl

rten mit lebhastem eugnis dafür aab. rzliche Sympaihm m der Saar leben- 1 hier gewillt ist, ufteben. .

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z Bornotizen.

TaaeSkalender für Dienstag. Stadttheater: 8II hr .Dir vertagte Rachf

Dierter Welder-Dortrag. Am nächsten Freitag spricht der Frankfurter Archäo­loge Hans Schroder über die Gemälde des Polygnot (f. Inserat). Professor Schra­der war ein Lieblingsschüler des Darmstädter« Reinhard Äefule, dem wir daS schöne Buch über das Leben I. G. Weickers verdanken. 6r" ha, in den Jahren 1895 bis 99 mit Theodor -Wiegand die Ausgrabungen in Priene geleitet, durch die diese jonisch« Stadt in sonst kaum er­reichter Dollstänbigkeit ausgedeckt wurde. 1901 bis 1905 war er Sekretär des Deutschen Archäo­logischen Institut- in Athen, dann Professor in Innsbruck. Graz und Wien, hier -ugleich Di­rektor der Antikensammlungen deS kunsthistori­schen HofmuseumS. Seit 1914 wirkt er an der Universität Frankfurt. DeuerdingS hat er durch ein g^nzendes Werk über Phidias Aufsehen erregt. In dem angekündigten Vortrag wendet er sich nun einem der berühmtesten griechischen Waler zu, mit dessen großartigen delphischen Wandgemälden sich schon Welcker eingebend be­schäftigte (1847). Der Vortrag wird die Fort­schritte erkennen lasten, die die Forschung seit­dem gemacht hat.

Lanvkreis Gicsjcn.

£ Heuchelheim. 22. Iuni. Am Samstag und Sonntag feierte der hiesige Ar bei ter- gefangverein das Fest seines 25jähri- gen Bestehens und verband damit die Weibe feiner Fahne. Die Festlichkeiten wurden durch einen Fackelzug eingeleitet, der sich am Samstagabend bei einbrechender Dunkelheit durch den Ort nach den: Festplatz in Bewegung setzte, und an dem sich fast sämtliche hiesigen Vereine beteiligten. Auf dem Festplah eröffnete der Iubelverein den daselbst stattfindenden Kommers mit einem sehr gut zum Vortrag gebrachten Begrüßungschor. worauf Bürgermeister Krei­ling eine herzliche Ansprache hielt. Gleichzeitig übergab er bei dieser Gelegenheit den von der Gemeinde nach jahrelangen Vorarbeiten und unter schweren Opfern geschaffenen Sport- und F e st p l a tz der Allgemeinheit, war das Iubel- fest des Ärbeitergesangvereins doch das erste Fest, da- auf dem neu geschaffenen Platze stattfand. ®r betonte hierbei besonders, daß der Platz nicht in erster Linie dazu dienen soll, ge­räuschvolle Fest zu feiern, sondern daß er eine Stätte werden möge, auf der durch ernsten Sport wertvolle Erziehungsarbeit geleistet wird. Der Vorsitzende des Arbeitergesangvereins Denner übernahm den Platz mit herzlichen Dankesworten an den Bürgermeister und die Gemeindevertretung, zugleich im Aamen der ganzen Gemeinde. An diesen besonders bedeu­tungsvollen Akt schlossen sich gesangliche Dar­bietungen der Heuchelheimer Gesangvereine Germania",Liederkranz" undTeutonia", sowie des festgebenden Vereins. Die Freie Turnerschaft Heuchelheim zeigte gymnastische Freiübungen, die von der Sportlerabteilung in muster­gültiger Form zur Vorführung gebracht wurden. Die Frauenabteilung des gleichen Vereins folgte mit Freiübungen und Keulenschwin­gen nach Musikbegleitung und einem von drei Tur­nerinnen vorgeführten allerliebstenPferdchenspiel", einer Neuheit auf dem Gebiete des rhythmiswen Turnens. Sämtliche gesanglichen und turnerischen Darbietungen, besonders die zuletzt erwähnte, fan­den bei den zahlreichen Anwesenden ungeteilten Bei­fall. Vervollständigt wurde das Programm durch Konzertmusik der Kapelle Pauli-Marburg. Am Sonntagmittag bewegte sich ein recht stattlicher Fest- zug, zu dem noch eine größere Anzahl auswärtiger Gesangvereine eingetroffen waren, durch den über­aus festlich geschmückten Ort. Nach der Ankunft auf dem Festplatz folgte der Begrüßungschor des Jubel­vereins, dem sich eine Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Benner und ein Prolog, den Frl. Steinmüller recht wirkungsvoll sprach, an- schlossen. Die hierauf vorgenommene Weihe der Fahne, die von der Godesberaer Fahnenfabrik an­gefertigt war, gab dem Vorsitzenden Gelegenheit, daraus hinzuweisen, welche Bedeutung der vereinigte Männergesang für unser Volksleben hat und daß sich der Jubelverein ganz besonders die Pflege des Volksliedes, der Perle des Männergefangs, ange­legen fein lasse. Die nun folgenden Gefangsvorträge der Heuchelheimer und der auswärtigen Gastvereine wurden beifällig aufgenommen, einzelne Vereine boten hierbei Hervorragendes. Der inzwischen ein« gesetzte Reqcn konnte der Festfreude keinen Ab- bruch tun (schon deshalb nicht, weil febermann feine unbedingte Notwendigkeit einsah), Musik, Tanz und allerlei Kurzweil hielten die Festbesucher noch lange zusammen. Hervorgehobcn werden muß die Gast­freundlichkeit. mit der die gesamte Heuchelheimer Einwohnerschaft die auswärtigen Gäste aufnahm: dies war schon äußerlich an dem überaus reichlichen Schmuck des Ortes zu erkennen, war doch fast kein Haus ohne, wenn auch nur dem einfachsten, Schmuck.

I*' Klein-Linden. 21. Iuni. Der hce- fige GesangvereinAr Ion" blickte heute auf sein 35jähriges Bestehen zurück. In .Anbetracht her Tatsache, daß der Gcsangverem Eintracht" dieses Iahr ein größeres Sängerfest öbhält, verzichtete der Verein auf eine größere Feier. Vormittags war Kirchgang, nach dessen Beendigung der Verein geschlossen auf den Fried­hof marschierte. Hier rußen 32 verstorbene Der- einsmitglieder, darunter auch der erste Dirrgcnt, Lehrer Karger. In dem Weltkriege verlor der Verein sechs Mitglieder. Zum Gedächtnis an die gefallenen und verstorbenen Mitglieder hielt Pfarrer Ackermann eine zu Herzen gehende Ansprache. Namens des Vereins wid­mete der Vorsitzende Wein and t den Ent­schlafenen einen warmen Nachruf und legte einen Kranz nieder. Nach ihm sprach ein Enkel des verstorbenen Lehrers Karger. Sehr eindrucks­voll gestaltete sich die Feier durch die beiden Chöre ..Matrosengrab" undWie sie so sanft

tt. Allendorf a. d. L da.. 21. 3 uni. Ein von cttDd 500 Personen aus nah und fern be­suchtes Dolksmissionsfest fand heute auf dem großen, schönen Platz vor unserer Kirche statt. Nach einem CröffnungSchor des Kirchen- gesangverelns Beuern begrüßte Pfarrer Andres hier die große Versammlung, worau Schriftsteller N a u m a n n - Nenzhausen, der auch am Vormittag in der Kirche eine religiös« An­sprache gehalten hatte, im Anschluß an das Wort der Apostelgeschichte:Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Ge­meinschaft und im Drotbrechen und im Gebet" von den rechten Mächten, die zum Aufbau unseres .Volkes allein helfen können, das Festhalten an Dottes Wort, am christlichen Sonntag und an der

christlichen Ehe in herzbewegenden Worten sprach. Der nach Schluß seiner Nede einseyende Regen zwang zur Fortsetzung der Versammlung in der Kirche, die leider die Anwesenden nicht alle fassen konnte. Hier sprach Missionar Walt ßer- Deuern über den sittlichen und religiösen Ban­krott und zeigte den Weg zu seiner Verhütung. Die zum Schluß erhobene Kollekte ergab den Betrag von über 130 Mk., die den Zwecken der Oberhesslfchen Volksmission zu­gewiesen wurden.

t Grünberg, 22. Iuni. Trotz der an« ?lallenden Trockenheit in den letzten Wochen hat ich die Frucht hier und in den Gemarkungen der Umgegend prächtig entwickelt. Die Noggen- felder bieten einen herrlichen Anblick, die Frucht ist über mannshoch, die Aehren sehr schön aus­gewachsen. Der Weizen blüht und verspricht ebenso wie die sehr gut ausgewachsene Gerste eine recht gute Ernte. Der Hafer ist etwas kurz, aber der gestern und heute niedergegangene Ne­gen wird sein Wachstum fördern. Das Heu ist gemacht und ist in Qualität und Quantität so vorzüglich ausgefallen, wie es in den letzten» Iahren nicht der Fall war. Der Negen wird auch dem Ansetzen des Grummetarases sehr zustatten kommen, und man wird auch hier Hoffnung für die Zukunft hegen dürfen. Das Dickwurzsetzen ist durch die Trockenheit etwas in Nückstand ge­kommen. Die vor einigen Wochen beim da­maligen Negenwelter ausgesetzten Pflanzen stehen recht gut; auch die Pflanzen, die in den letzten kühlen Tagen gesetzt und mit Wasser begossen wurden, sind angegangen. Ganz anders verhält es sich mit der Obsternte. Wohl sind Mo Apfelbäume fast durchweg gut behangen, aber l,lcr sind gar zu viele Stellen mit Naupen vorhanden. Birnen gibt es kaum, die Zwetfchen- ernte wird eine mittelmäßige werden.

t Beltershain, 22. Iuni. Die hiesige Feldbereinigung nimmt einen guten und schnellen Verlauf. Schon zum Herbst hofft man die Zuteilung der Grundstücke nach der östlichen Nichtung, nach Grünberg hin, vornehmen zu können. Die Hauptzuteilung erfolgt jedoch erst im nächsten Iahrc. Die Kosten für die Vor­arbeiten, wie Parzellenvermessung, Anlage von Wegenetzen u. a. m., sind durch Umlagen auf­gebracht, die weiteren Kosten werden durch den Verkauf von Massengeländen und durch eine An­leihe gedeckt werden. Bei dieser Bereinigung ist ganz besonders hervorzuheben, daß die tiefer gelegenen Wiesenflachen, die voriges Iahr in­folge des angesammelten Wassers nicht ab- geerntet werden konnten, eine Entwässe­rung erfahren. Zu diesem Zwecke werden Gräben bis zu 5 Meter Weite und bis zu etwa 2,5 Meter Tiefe angelegt, um einer Wieder­holung des vorjährigen Uebelstcmdes vorzu­beugen.

!*! Dors.Gill, 22. Juni. Der hiesige Männergesangverein feierte gestern sein 5 0. Stiftungsfest, an dem sich dreiundzwanzig auswärtige Gesangvereine der nördlichen Wet­terau beteiligten. Lehrer Mattern hielt die Fest­rede. Namens der Frauen und Jungfrauen über­reichte Frl. Mattern eine Fahnenschleife. Zwei Mitglieder des GesangvereinsGermania"-Lang- göns sie sind geborene Dorf-Giller überreichten einen Fahnennagel. Die gesanglichen Leistungen der Vereine waren vorzüglich, unb man muß feststellen, baß auch bei ben ßanboereinen bie Sangeskunst in ben letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat.

Kreis Friedberg.

sf. F r ie d b e r g , 21. Iuni. In einer nicht­öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde der langjährige Beigeordnete der Stadt. Geh. Iustizrat W i n d e ck e r, mit allen gegen vier weiße Stimmzettel auf sechs Iahre wiedergewählt. DerVerein für Feuerbestattung" hielt unter Leitung des Dorfitzenden Vektor Mayer seine Hauptver­sammlung ab. Der Verein zählt jetzt 180 Mit­glieder. Mit dem Verein ist eine Sterbe- raffe verbunden, bei jedem Todesfälle eines Mitgliedes wird eine Umlage von einer Mark erhoben. Die Hinterbliebenen e rhalten eine Unterstützung von 150 Mk. Die Neuwahl des Vorstandes ergab Wiederwahl des seitherigen 1. Vorsitzenden Vektor Mayer, zum 2. Vor­sitzenden wurde Pfandmeister Wagner ge­wählt. Die Feier des Augustinerschul­tag c s. die gestern und heute stattfand, nahm in diesem Iahre einen besonders feierlichen und erhebenden Verlauf. Am Vormittag sammelte sich eine zahlreiche Festgemeinde in der Aula der Schule, nach einem Musikstück begrüßte namens der Schule der Direktor der Anstalt die Er­schienenen, die teilweise aus weiter Ferneherbei­geeilt waren, um in der alten Schulstadt einige frohe Stunden im Kreise der früheren Kame­raden zu verleben. Namens der Stadt Friedberg sprach Bürgermeister Dr. Sehd. namens der Vereinigung ehemaliger Augustinerschüler der Vorsitzende. Medizinalrat Dr. Adolf Wecker­ling. namens der Schüler Oberprimaner May. Dann ergriff Altbürgermeister Maul bon Offen- heim das Wort, um in einem von Humor durch- würzten Vortrage ein Bild der Schulderhältnisse Ende der sechziger und anfangs der siebziger Iahre zu entwerfen. Der Vortrag, der oft wahre Lachsalven auslöste und ein treffliches Bild der damaligen, teilweise sehr bewegten Zeit gab, wurde mit größtem Beifall auf genommen. Dann folgte der Höhepunkt der Feier, die Enthüllung des von etubienrat Roth hergestellten, hervor­ragenden KunstwerkesDer Fackelträger", das von nun an auf einem der Gänge der Anstalt ausgestellt und eine besondere Zierde der Anstalt bittren wird. Ein von dem Vorsitzenden der Ver­einigung gedichteter Vorspruch wurde beim Fallen der Hütte von Frau Professor Kloos in meister­hafter Weise vorgetragen, die S^ußworte lau­teten:Sei Flamme der Liebe, fei Leuchte der Wahrheit, sei Lohe der Freiheit!" Am Nach­mittag bewegte ließ ein stattlicher Festzug mit Mu,ik und einer von Schülern gebildeten Tromm­ler- und Pfelferabteilung nach dem Festplahe, der Seewleie. wo alsbald die sportlichen Kämpfe einsetzten. Galt es doch dem Kampf um den von der Vereinigung gestifteten Wimpel zwischen der Oberrealschule und dem Gymnasium, der in verschiedenen Spielarten. Tauziehen. Faust- batt, Turmball auSgefochten wurde. Lange war der Kampf, in dem die Gegner ihre ganzen Kräfte einsetzten, unentschieden, nach heißem Vingen blieb die Oberrealschule Sieger mit 6 zu 5 Punkten und darf nun den Wimpel für ein Iahr führen. Einen von einem früheren Schüler (K ander) gestifteten silbernen Becher erwarb der Schüler Schwarz im Stafettenlaufen. Der Abend vereinigte die Festteilnehmer nochmals zu einem frohen Kommerse im Hotel Trapp. Hier begrüßte Professor Gebhard die Er­schienenen in geistvoller Rede namens der Schule.

Bürgermeister Dr. Seyb betonte namentlich die großen Verdienste, bie sich Mitglieder der Schule um die Geschichtsforschung der Stadt und der Wetterau erworben hätten und gedachte außer den drei Verstorbenen Diesenbach. Falk, Dold- mann noch der drei Lebenden: Prof. Helmke (jetzt in Gießen), der noch an der Anstalt wirkenden Prof. Dr. Blecher und Prof. Dreher. Auch der Vorsitzende der 'Vereini­gung Dr. Weckerling ergriff nochmals das Wort zu einer warmen Begrüßungsansprache. Von früheren Augustinerschülern gedichtete vor­treffliche Festgesänge trugen dazu bei. daß sich bald eine sehr gemütliche Stimmung entwickelte, die die Teilnehmer bis zur späten Stunde zu- sammenhielt: ganz besonders zur Verschönerung des Abends trug das vortrefflich gespielte Lust- piel in Darmstädter Mundart von Nerking Der Kaktusfreund" bei. Am heutigen Sonntag and bei schönstem Wetter ein Frühkon^rt in unserem herrlichen Schloßgarten statt, das über­aus zahlreich besucht war: ein Ausflug nach dem Frauenwald zwischen Bad-Nauheim und Niedermörlen, bei dem auch die tanzlustige Iugend zu ihrem Rechte kam. bildete den Ab- chluß des schön verlaufenen Festes.

Kreis Büdingen.

nd. Nidda, 22. Iuni. Die Feier zum ®e- dächtnis der tausendjährigen Zugehö­rigkeit der Rheinlande zum Deut- chen Reich soll hier in umfangreicher Weise mit dem diesjährigen Iugendsest der Schu­len gemeinsam begangen werden. Für den 11. Juli ist abends ein Fackelzug der Vereine und eine Vorfeier auf der Gänsweide geplant. Am drauffolgenden Sonntag findet dann ein Festzug, woran die Schuljugend teilnehmen sott, durch die Stadt zum Festplatze statt. Passende An- prachen, Gesangsvorträge, turnerische Vorfüh­rungen, Iugendspiele und eine Theatervorstellung werden für genußreiche Abwechslung sorgen.

A Nidda, 22. Iuni. Die Beratung des Kirchenvoranschlags deS ebanp. Kirchspiels Nidda ergab, daß die Ausgaben die Einnahmen um 5865 Mk. übersteigen. Es muß beSßalb außer der allgemeinen staatlichen Kirchensteuer von 15 Proz. auch eine ö rt- ljche von 15 Proz. erhoben werden Das Kirch­spiel hat einen recht ansehnlichen Betrag zur Deckung des Defizits Im ZentralkirchenfondS bei­zutragen. Als KlrchenvorstandSmitglleder wur­den für den verstorbenen Bürgermeister Erk dessen Nachfolger, Bürgermeister Vtngs- Hausen, und für die verstorbene Frau Ober- lustizinspektor Haubach Frau Helene 11 ßI I. neugewählt.

A Kohden. 22. Iuni. Bei der gestern hier abgehaltenen Bürgermeisterwahl siegte nach erbittert geführtem Wahlkampfe der seit­herige Bürgermeister Friedrich Kromm mit 127 Stimmen über seinen Gegenkandidaten, Land­wirt Heinrich Koch, der 112 Stimmen erhielt. Nur 14 Wahlberechtigte machten von ihrem Wahl­recht keinen Gebrauch. Bürgermeister Kromm bekleidet fein Amt schon 23 Iahre unb hat sich für die Gemeinde nicht nur während deS Krie­ges, sondern auch durch Erbauung einer Wasser­leitung, Einführung der elektrischen Beleuchtung unb Durchführung der Feldbereinigung unbe­streitbar verdient gemacht.

!! Nieder-Mockstadt, 22. Juni. In har- tem Wahlkampf wurde bei der gestrigen Bürger­meister-Stichwahl der Landwirt Leon­hardt gegen den Altbürgermeister Reuther zum Bürgermeister gewählt.

y. Aus der Wette rau, 22. Iuni. Das anhaltende trockene Wetter hat das Wachs­tum des Sommergetreides sehr nach­teilig beeinflußt. Es fängt schon an zu schoßen, unb bie Halme sind noch recht kurz. Nur auf ben größeren Gütern und den Pachthöfen ist der Stanb Infolge stärkerer Düngung besser unb das Wintergetreide teilweise so stark, daß ein kräftiger Regen für dasselbe sogar nachteilig geworden wäre unb zur Lagerung geführt haben würbe. Die Wintergerste ist so lang wie ber Roggen, mit ihrem Schritt ist bereits begonnen toortem. Sie liefert vorzügliche Erträge. Manche Pächter schätzen bis 18 Zentner Äörnercrtrag von dem Morgen. Auch bie Frühkartoffeln sehen sehr gut aus unb sind in größerer Menge angebaut, beispielsweise beim Hof Schleifett» allein 40 Morgen. Zu einer großen Plage scheinen die Spatzen zu werden. In großen Schwärmen halten sie sich jetzt in den Gärten und Daumanlagen in ber Nähe ber Dörfer und Höfe auf. um dann, wenn bie Weizenkörner etwas härter geworden sind, in bie Felder verheerend einzulallen. Ein Abschießen ber Schädlinge wäre im Kreise Bü­dingen sehr wünschenswert.

!! Bingenheim, 22. Juni. Gestern fand hier die Bürgermeister-Stichwahl statt. Gegen den alten Bürgermeister Schultheis war der Landwirt Karl Müller in die engere Wahl gekommen. Schultheis erhielt 316 Stimmen, während Müller nur 168 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Schultheis ist hiermit wiedergewählt.

Kreis Schotten.

O Schotten, 22. Iuni. Am Samstag unb gestern. Sonntag, fand hier das 5 0. Stif­tungsfest bes Kriegervereins Schot- t e n verbunden mit bem Bezlrksfest bes Bezirks Vogelsberg ber Kri eger- kameradschaf t Hassia statt. Die Stobt hatte reichen Flaggenschmud angelegt. Am Sams­tagabend marschierten der Kriegerverein unb noch einige andere Vereine unter Trommel- unb Pfeifenklang zum herrlich gelegenen Festplatz auf bem Bockzahl. Hier wurde ein Festkommers ab- gehalten, wobei der Vorsitzende des Krieger­vereins, Reallchuldirektor Hertsch. eine An­sprache hielt, die Spitzen der Behörden unb der Stadt begrüßte und nach welcher ber Schottener Musikverein konzertierte. Am Sonntagmorgen um 6 Uhr erscholl durch bie Straßen der Stadt der Weckruf. Ilm 9 Uhr war allgemeiner Kirchgang und daran anschließend Niederlegen von Kränzen in ber Kirche an der Kriegevebrung und am Kriegerdenkmal von 1870,771. Die Beteiligung an bem gemeinschaftlichen Mittagessen war eine sehr rege Unter Beteiligung von sämtlichen Vereinen der Stabt und der Kriegervereine der Umgegend kam ein imposanter Festzug zustande, der sich burd) die Hauptstraßen der Stadt bewegte und allgemeinen Beifall fand. Besonders hervorzu­heben waren der Vadfahrervereln. ber Turn­verein. ber Fußballverein und bis Ehrendamen. Für die Veteranen waren Wagen zur Verfügung gestellt. In mustergültiger Ordnung marschierte der Zug. in dem drei Musikkapellen spietten. vorüber. Am Festplah angelangt, wurden mehrere Ansprachen' gehalten, darunter vom Vorsitzenden des Bezirks. Apotheker S c r i b a - Schotten Oberst Schliephake von Darmstadt. Geh. Re-

rungsrat Dveckmann als Vertrete i de» Kreises. Bürgermeister Mengel als Vertreter der Stadt Schotten sowie noch von einigen Ver­tretern der verschiedenen städtischen 'Vereine. Dabei wurden silberne Fahnennägel überreicht Frl. FritzeS überreichte für die Festjungfrauen eine schöne Schleife. Stubtcnbirrftor Hertsch bankte namenS deS Kriegervereins für die vielen Glückwünsche unb Gaben. Der darauf einsetzende Regen konnte die Feststinnnung nicht verderben Rur die Iugend kam nicht voll zu ihr*m Recht. Der Abend vereinigte noch die Scholtencr Bür­gerschaft bei froher Stimmuna. Der Krieger­verein kann auf ein wohlorganislerteS und wohl- gelungenes Fest jurüdblidcn. Am nächsten Sonntag, 28. Iuni. wird hier die Bürger- meisterwahl stattfinden, für die 2 Kandi­daten ausgestellt sind.

- Llnter-Schmitten, 21. Iuni. Unfer Bürgermeister Doll, dessen seitherige Amtszeit von Pflichttreue und Wohlwollen ge­tragen war. wurde heute einstimmig wie­dergewählt. Nach Beendigung der Wahl ehrte der Männergesangverein den Wiedergewählten durch ein Ständchen, was dem Wahltag besondere Weihe und Feierlichkeit aab, und am Abend fand such Iung und Alt aI6 ijöaft deS Bürgermeisters in bem Köchling'schen unb Kaiser schen Saale ein, den Tag mit einem kräftigen Trünke zu beschließen.Der Besitzer des Gutes ,Haubenmühle", Rittmeister a. D. Mer­ton. Frankfurt, spendete dem hiesigen Männergesangverein anläßlich dessen Fahnenweihe den Betrag von 800 Mark Solche ®önncr wären in der heutigen Zeit, wo alle ersparten Dereinsgelber den Weg der In­flation gegangen, jedem Verein zu wünschen.

Sta.icnburg und Rhcinycsscn.

Darmstadt, 22. Iuni. Der Provin- zialauSschuß verhandelte in einer für G c meindebeamte wichtigen Angelegenheit, über bie bereits ausführlich berichtet wurde, als sie den KreiSauSschuß beschäftigte. Die Gemeinde V i e r n h e i m hat bekanntlich einigen Beamten gekündigt unb s e bann auf P riva tdienst- vertrag angelt eil t. Fenier mußten sich einige Beamte Gehaltskürzungen gefallen taffen. Der Kreisausschuß hatte gegen den Gemeinderat entschieden, der inzwischen auch einen anderen Beschluß gefaßt hat. Die Be­rufung der Gemeinde wurde vom Provinzial- auSfchuß kostenpflichtig verworfen. Einer Berufungsklage bes Geinelndcrates von Sprend- IIngen bei Offenbach wegen eine- gleichen Streit­falles ging es ebenso. Auf eigenartige Welfe beging ein hiesiger ©tubent Selbstmord Er band sich im Walde auf feinem Fahr­rad f e st und fuhr so in einen Teich, in dem er ertrank. In Sandbach i. O. wurde der praktsche Arzt Dr. med. Gustav Korn- messer von Höchst i, O. vom Eisenbahn­zug überfahren und sofort getötet Man vermutet als Ursache des Unglüds, daß Dr. Kornmesser, ber auf einem Motorrad faß, durch ben Staub, den ein voimberfahrendes Auto­mobil aufwirbelte, verhindert wurde, am Bahn­übergang das Herannahen des ZugeS zu sehen. Der Verunglüdte hinterläßt eine Frau mit zwei unmündigen Kindern. Bei Grabungen in der Nähe des Altrheins in der Gegend von Lampert­heim wurde ein Kiefer mit Zähneneines Mammuts zutage gefördert. Der Fund wird dem Landesmufeum in Darmstadt zugeführt.

Kreis Wetzlar.

d. Hörnsheim, 22. Iuni. Zum Flur­hüter der hiesigen Gemeinde wurde ber Land­wirt und frühere Fleischbeschauer Iakob H i n k - ler von der Gemeindevertretung gewählt und von beifi Landrat zu Wetzlar bestätigt.

d. Dornholzhausen, 22. Iuni. Bei der hier im Gange befindlichen wirtschaftlichen Umlegung der Grund st üde wird durch bas Kulturamt zu Wetzlar auch ein Platz für einen neutn Friedhof angewiesen werden.

d. Niederkleen, 22. Iuni. Der vom hiesigen Kriegerverein gebaute Schieß- stand ist nunmehr fertiggestellt. Das erste Schießen wird sofort nach der polizeilichen Ab­nahme, bie beantragt ist, stattfinden.

Hessen-Nassau.

fpb. Frankfurt a. M., 22. Iuni. Auf den Straßenbahnen treibt seit einigen Tagen eine Bande von Taschendieben ihr ge­fährliches Unwesen. Als Täter kommen zwei ober brei junge Burschen in Frage, die zu- fammenatbeilen unb mit außeraewöhnlicher Frechheit auf tret en. Unmittelbar nach dem Dieb­stahl springt ber Dieb von ber fahrenden Straßenbahn ab unb verfchwinbet im Straßen­gewühl. In den letzten Tagen wurden zahl­reiche goldene Uhren auf diese Weise gestohlen. An einem Boten einer hiesigen Großbank wurde Samstag nachmittag von drei Taschendieben ein verwegener Raub ausgeführt. Der Bote kam von der Reichsbank und wurde von hier aus unauffällig von drei internationalen Taschendieben verfolgt. Auf ber Straßenbahn schnitt einer der Diebe dem Boten unauffällig bie unter bem Ueberrock aufgehängte Geldtasche ab, während die beiden Helfershelfer ein künstliches Gedränge verursachten. An der nächsten Haltestelle stiegen d'ie Gauner mit ber Tasche, bie 1 9 000 Mar k enthielt, aus und verschwanden. Sofort aufgeiiommene Verfolgun­gen führten zu keinem Erfolg.

bl. Dillenburg. 22. Iuni. Obwohl alle Mittel angewandt werden, um in unserem Luft­kurort den Fremdenverkehr wieder zu Heben, ir.erft man bislang noch recht wenig Erfolg. Kurhaus und Schloßhotel haben nur einige Gäste in Quartier. Die Erwerbs­losenziffer des Dillkreises ist auf ein Minimum jurüdgegangen. Die Gesamtzahl der unterstützten DollerwerbSlolen und ZuschlagS- empfänger beträgt 50 biS 60 Personen. Die erfreuliche Herabminderung liegt in der besseren Sätigfeit der Fabriken und Dasaltgruben be­gründet.

Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS.

(Aus derRadio-Umschau".)

Mittwoch, 24. Juni:

12 Uhr Nachrichtendienst. 3 und 4 Uhr Wirt- schcistsmeldungen. 3.30 bis 6 Uhr Nachmittagskon­zert des Hausorchefters: Walzer von Joh. Strauß. 6 Uhr Wirtjchaftsmeldungen. 6.30 bis 7 Uhr Kinder stunde. 7 Uhr Berfuchsüberttagung aus der Berliner StaatsoperDer Evangelimann" Oper in zwei Akten von Wilh. Kienzb Anschließend Nachrichten­dienst, Weiiermeldung.