Ausgabe 
23.6.1925
 
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einschlugen.

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Bei einem Landungsversuch geriet am Samstag ein französisches Flugzeug in die Hoch­

fort.

Der Dumm

Paris in Erwartung der deutschen Antwort.

Paris, 23. Juni. (TU.) Nach demPetit Parisien" rechnet man damit, daß die Uebcrreichung der deutschen Antwort schon im Lause der kommenden Woche erfolgt.

muS werde ein Schank st ättengeseh ver­langt. das auch den Gemeinden auf diesem Gebiete ein Mitbestimmungsrecht geben solle. Hierbei könne seine Partei nicht mitmachen. Die Schank­stätten täten schon von selbst das Ihrige, um die Ausschreitungen des Alkoholismus zu ver- ' hindern.

Wenn Rarcotica wie das Kokain einfach

tersuchungen bewiesen werden.

Abg Petz old (Wirtschaft. Vgg.) spricht die Hoffnung aus, daß wenn auch Vie Etatmittel für das Gesundheitswesen im Ganzen bescheiden seien, das Reichsgesundheitsamt doch mit den etwas erhöhten Summen seine verdienstvollen Arbeiten zu Bekämpfung der Krankheiten mit Erfolg fortsehen werde. Die D.'völkerung müsse durch Vorträge über die Hhgimschen Erfordernisse belehrt werden. Zur Bekämpfung des Alkoholis-

Wettervoraussage.

Schwächer bewölkt, wechselnde Winde, etwas milder, noch vielfach Aiederschläge.

Das Tief über Mitteleuropa Hal sich noch weiter aufgefüllt, während das Hochdruckgebiet im Rordwesten an Stärke und Ausdehnung zu­genommen hat. Immerhin ist vorläufig noch mit wechselnder Witterung und nur langsamer Erwärmung zu rechnen.

Debatte angenommen.

Es folgt die erste Beratung des Gesetzent­wurfes zur

Aenderung der Verbrauchssteuern.

Reichsfinanzminister v. Schlieben

Desprets, die wie eine Bombe unter den Delegierten , ten wegen nicht ordnungsgemäßer (^schäf^süh- ----- ' ning den Zusatz gemacht, daß der Handel mit Prämienwert-Losen für Anleger und Sparer nicht Vern.eidbar sein soll. Abg. Bauch-München (Dayr. Vollsp.) beantragt die Streichung dieses Zusatzes. Aach Ablehnung dieses Zusatzes wurde die Borlage in zweiter und sofort auch in dritter Lesung mit der Maßgabe angenom­men. daß das Gesetz mit dem 31. Dezember 1926 (Regierungsvorlage) außer Kraft tritt.

In dritter Beratung wird der Gesetzentwurf über die Wechsel- und Scheckzinsen ohne

auf. Zunächst spricht Abg. Kindt (DntL), der zur letzten Rede des Finanzministzrs bemerkte, sie ent- | halte nichts von politischer Bedeutung. Aus der ; Rede des Abg. Kaul habe ich nichts, so erklärt der Redner, als ein Bekenntnis zur Republik behalten. Dasselbe sagte ja auch Abg. Ruß. Das Zentrum wollte durch dieses Bekenntnis dartun, daß es brav und ehrlich zur Koalition steht, denn sonst wissen Sozialdemokratie und Demokratie nicht recht, wo das Zentrum steht. In Württemberg steht es rechts, ebenso im Reich, in Hessen und in Preußen steht es aber links. Im Himmelsbachausschuß hat Pfr. K o r e l l den Himmelsbachs den Abg. Rei­ber als einen zuverlässigen jungen Mann emp­fohlen. Eigenartig ist auch die Rolle des Abg. Knoll: diese Freundschaften sind so eine Art Rebenreglerung wie die Gewerkschaften. E s darf nicht fein, daß Abgeordnete sich zugunsten von Erwerbsgruppen bei Ministern ver­wenden. Der Redner kommt auf die Aufwertungs­frage zu sprechen und weist an Hand von Flugblät­tern nach, daß die Deutschnationalen ihren Wählern keine hundertprozentige Aufwertung versprochen haben, sondern nur eine Aufwertung nach der wirt­schaftlichen Möglichkeit. Weiter wendet sich der Red-

gegen die E r f ü l l u n g s p o l i t i k, das Da­wes-Gutachten und die Erzbergersche Finanzreform. Die jetzige Regierung sei nicht schuld an dem Finanz- elend. Sie will nicht, daß das Nationalvermögen weiter verbraucht wird, sondern sie will, daß Aus­gaben nur aus Einnahmen gedeckt wer­den. Bei der Erörterung der ©teuerfragen weist Abg. Kindt auf das steuerliche Existenzminimum von 80 Mark hin, die Stadt Darmstadt sei sogar der Meinung, daß ein Mensch mit 40 <Dlart existieren könne. Der Redner lobt das Landesschiedsgericht, das die richtige Einstufung der Gehälter von Ge­meindebeamten vormmmt. Die Lage der Stu­dienräte und der Geistlichen ist außer- ordentlich schwierig. Der Gedanke, die Schutz­polizei mit der anderen Polizei zu verbinden, wird bei uns auf die schärfste Opposition stoßen. Der Sozialdemokratie hält der Redner ihr Bekennt­nis zur Sozialisierung vor und macht darauf aus- -merksam, daß die Sozialdemokratie mit- gewirkt hat, den größten Staatsbe- l trieb d e r Welt, die Reichseisenbahn, dem Privatkapital auszuliefern und daß * in Berlin die Sozialdemokratie es war, die die , Hafenanlagen dem Privatkapital übertrug. Der Ab­geordnete verlangt Unterstützung der Landwirt- schäft und erörtert im Anschluß hieran Fragen der Weltwirtschaft. Wir bekämpfen die Internatio­nalität unddas Teufelskraut" des Klassenkampfes. Die Rheinlande feiern jetzt die tausendjährige Zu­gehörigkeit zum Reich. Es gibt kein Weltgewissen, sondern es heißt:Hilf dir selbst", das will auch Gott. Das deutsche Volk wird den Willen zum Leben aufbringen. Wir wollen wieder ein großes, starkes und freies Deutschland. (Lebhafter Beifall

Hessischer Landtag.

D a r m st a d t, 22. Juni. (Eig. Bericht.) Präsi­dent Adelung eröffnet die Sitzung um 10.25 Uhr. Vor Eintritt in die Tagesordnung richtet Abg. G a l m (Komm.) sieben Anfragen an die Regierung, die sich auf Entschädigungen für Personen- und Sach­schäden im besetzten Gebiet beziehen. Staatspräsi­dent Ulrich verliest die hierfür in Betracht kommen­den gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen. Eine weitere Anfrage des Abg. G a I m (Komm.) bezieht sich auf die Löhne der Waldarbeiter. Landes- forftmeister Hesse teilt die Tarife mit. Die Arbeits­zeit beträgt im Durchschnitt acht Stunden.

Das Haus nimt die

Beratungen des Siaalsvoranschlages

rechts.)

Abg. Hauck (Nat.-Soz.) macht in seinen Aus­führungen, die sich vorwiegend mit der wirtschaft­lichen Notlage Deutschlands beschäftigen, für alle diese Zustände das internationale Finanzkapital ver­antwortlich. Hinzu komme noch eine Handhabung der Gesetzgebung im Innern, die unverständlich sei. Der Redner verlangt u. a. eine verschärfte Wucher­gesetzgebung.

Der nächste Redner, der Abg. 0a Im (Komm.) will heute nicht mehr reden, sondern erst morgen. Das Haus lehnt aber einen Antrag, die General­debatte morgen fortzusetzen, ab, sie soll heute noch zu Ende geführt werden. Abg. Galm hält deshalb seine Rede heute und erklärt u. a., daß alle Par­teien im Hause für Erhaltung des Staates feien, die Kommunisten wären jedoch gegen den Staat. Der Redner erhebt in seiner etwa zweistündigen Rede schwere Angriffe hauptsächlich gegen die Sozialdemo­kratie, hin und wieder auch gegen die Rechtspar­teien. Besonders bekämpft er die landwirtschaftlichen Zolle und wirst der hessischen Regierung, in der die Sozialdemokratie ausschlaggebend sei, vor, sie habe im Reichsrat für die Zolle gestimmt. Eine Volksgemeinschaft werde nur durch rückhaltlose Konfiszierung und Sozialisierung erreicht. Als Abg. Gasm im Verlauf feiner Rede dem Abg. Widmann Schwindel" vorwirft, rügt der Präsident diesen Ausdruck. Abg. Galm erwidert hieraus: Es ist aber wahr! Der Präsident rügt dies und macht darauf aufmerksam, daß Ordnungsrufe nicht kritisiert wer­den dürfen. Nachdem der Redner geendet hatte, waren nur noch 10 Abgeordnete im Hause an­wesend. Der Präsident beraumte die nächste Sitzung auf morgen vormittag 9 Uhr an.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 22. Juni. (WB.) Präsident Lobe eröffnete die Sitzung um 2% Uhr mittags. Irr allen drei Lesungen wird der von den deutsch- nationalen Abg. Prever und Genossen ein- gebrachte Gesetzentwurf zur Aenderung des Weinsteuergesetzes angenommen. Danach sott die Einzahlung der Weinsteuer spätestens am 15. Tage des dritten Monats nach der Fälligkeit (bisher am 15. Tage des kommenden Monats) erfolgen können und die Geltung des Weinsteuergesetzes sott bis zum Ende September 1925 verlängert werden.

In zweiter Beratung wird der Gesetzentwurf über Depot- und Dep o sitenß eschä fte. der kürzlich an den Ausschuß, zurückverwiesen worden war, weiterberaten. Der Ausschuß hat zu Len Bestimmungen Über die Möglichkeit der Ent- Siehung der Genehmigung von Depositengeschäf-

^Reichsfinanzminister von Schlieben er-- Aus aller Welt,

widert, die Salzsteuer solle nur noch ein Viertel /<*!== ka.

der Belastung der Friedenszeit betragen. Im VrvfsNUNg Der deutschen

Frieden sei die Belastung durch die Salzsteuer PolizetfachaUsstellttng in Karlsruhe, mit einer Mark Pro Kops gerechnet word^. Karlsruhe, 22. Juni. (WTB.) Heute vor- In Zukunft sollen nur 25 Pf. pro Kopf gerech- mittag wurde im großen Saale des A r b e i t s - net werden. Andere Länder, namentlrch <5ram° Ministeriums die aus allen Teilen des Reichs reich, hätten eme weit höhere Salzsteuer. Deutsch- flut besuchte Deutsche Polizeifachausstel- land als besiegtes Land könne mit der Herab- lunfl eröffnet

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lofen mitgem«&t en. . , für die freundliche Aufnahme im badischen Lande.

X n U « } teantraat Geheimrat Dr. Gräser überbrachte die Grüße der

die Ueberweisung der Vorlage an den Steuer- preußischen Regierung. Er sagte U-°-^Wenndie ÄlfVbVä «fTÄr'* wötbta P°K ch°h°it Äno3Len wirb, 2£ba SUtmann (öoT ifMÜ- bibber- 1° «°>°ch° ihnen die ,°hr ernste Berpflichtung. den totiÄ' a® t g^n bj Mtag des Ans. Bemet- zu liefern daß die Polizei in Deutschland schilleS Dies->r Antraa sei nur gestellt worden trotzdem m der Lage ist, ihre gemeinschaftlichen imt dwdu?ch die Mehrheit der Buchten im Aus- Adben zur Zufriedenheit der Bevölkerung zu er= toUVog.^Schu7z'°Dromberg (Dntl.) erwidert, U

daß Über diesen Antrag vorher mit der Rechten 3er das Wort. Er sagte: Das Reich habe das verhandelt worben sei Seht ständen sich im Rinchstrnmnalgesetz ans smanziellcn Gründen nicht Ausschuß Mehrheit und Minderheit Immer mit durchführen können. Die Reichereg>erung Nkrsalge der gle d>cn Stimmens, von 14 Mitgliedern °b-r mi dem gto&ten Interesse den G°ng dieser gegenüber' Dieses AerKiltniS entspreche nicht Verhandlungen, die da- zu err ,chen °°riuch°n. w°- dem Plenum R-Ichekriminal-Polizeigesetz erreicht werden

Abg. Drüninghaus (St. Dpi., beantragt l°Me. ^e R-ichsregi-rung h°sse, datz d,e SonfEreni nunmehr, die Frag, der Verstärkung des Steuer, em praktisches Resultat zemen werd und eme Ner. uusschusseS dem Aeltestenrat zur Entscheidung elnbarung zmschen den Landern zustande kämmt, zu überweis-n Der Vorsitzende legte, nachdem er für die verstand-

Abg. Müller-Franken (Soz.) bezweifelt nisvolle und schätzenswerte Mitarbeit der Presse nn die Beschlußfähigkeit des Hauses. Infolgedessen Kampfe gegen das Verbrechertum gedankt hatte, das wird Über den letztgenannten Antrag Brüning- Programm der Konferenz dar, als deren Haus namentlich abgcstimmt. Die Abstimmung wichtigstes Ergebnis er die Schaffung einer stan- ergibt die Beschlußfähigkeit des Hauses. Der dtgen k r i m i n a l p o l i z e l l i Ä e n Arb eits - Antrag Brüninghaus auf Entscheidung durch den gemein schäft der deutschen Lander und freien Aeltestenrat wird mit 173 gegen 116 Stimmen Städte bezeichnete. Es soll eine deutsch-kriminal- angenommen. Die Vorlage selbst wird dem polizeiliche Kommission gegründet werden. Man will Steuerausschuß überwiesen Daraus seht das Haus zunächst den gesamten Fragenkomplex tn einzelnen die Beratung deS Haushalts des Reichsmini- Kommissionen behandeln und so die Vorarbeiten in der Aussprache über das I für die 1926 in Berlin aus Veranlassung der preu- bischen Regierung stattfindenden deutschen Polizei- konferenz durchführen. Nach einer kurzen Pause be­gonnen die Beratungen, die meist interner Art sind.

Präsident des Gesundheitsamtes Dr. _

macht Mittellung über die Arbeiten des 211,(1(1,15 fahrt

Amtes zur Erforschung verschiedener Krankheiten, M a c M i l l a n hat die Nebelbanke der Bay namentlich der Berufskrankheiten. Cs o f F o n d y erreicht. Er fährt nach Sidney auf Neu- seien Untersuchungen im Gange über den Ein-- schottland weiter Dort sollen neue Kohlen aufge- fluß des Staubes auf die Tuberkulose, über die nommen werden

Bcrgmannskrankheiten über die Gefahren der -klugieug Amundfens geborgen.

Röntgenbehandlung für die Krankenschwestern m

usw Zur B^ämpfp,na der Tuberkulose seien . Das istugzeug Nr. 23, mit dem A rn u n d s e n besonders umfangreiche Arbeiten vom Reich und, und feine Begleiter bte Rückreise gemacht haben und den Ländern gemach! worden. Das Reichs-- düs sie m Fugle Bay verankern mußten, ist min- tuberknlojegesey sei fer tig gestellt mehr von Riiser-Larsen, Dietr.chsen Omdal und und werde den Reichstag wobl in der nächsten Feucht in sicherem Flug nach K i n g s b a y g e h o l t Session beschäftigen. Große Verdienste hätten sich worden.

die Frauen in der Bekämpfung der Säuglings« | Jlugjeugunfall.

sterblichkeit, namentlich im Kriege, erworben.

Hoffentlich gelinge es, das Reich ' ..... _ .

fc na cf cb zustande zu bringen und darin auch fpannungßlcilung der elektrischen Bahn die Frage der Arzneitaxe zu regeln. Daß Ruh- BonnSiegburg und stürzte ab. Beide land, wie die Abg. Arendsee behauptet habe, Flugzeuginsassen sind wenige Stunden nach dem Un- Deutschlanb in den hygienischen Einrichtungen fall gestorben.

überlegen sei, müsse erst noch durch weitere Un- I ---

verboten werden könnten, so wäre wohl jeder Abgeordnete dafür. Aber diese Mittel würden (eiter aus dem Auslände eingeschmuggelt. Das Gesetz gegen die Geschlechtskrankheiten werde wohl hoffentlich diesmal durchgebracht werden kön­nen. Das Geheimmittelunwesen müsse energisch verfolgt werden. Auch das Spezialistenwesen be­dürfe sorgfältigster Beobachtung. Das Kur­pfuscherwesen müsse auf das schärfste bekämpft werten. Einer Reuregelung bedürfe die Frage,

dmungen seien bei der Weinsteuer notwendig, geta?r!tn 3 9 Vr * » n i » 1 h zmnnpr mnIf5n x

Wenn auch der Reichstag soeben vorläufig noch .. Aa. Graf Ler ch e n s e l d (Bayer. Illlksp^ Aenderungen beschlossen hätte. Steuererhöhun- wünscht, daß das wichtige Bevölkerungsproblem gen seien aus die Salz- und Zuckersteuer nicht nur von der wirtschatlichen Seite aus betrautet nicht Beabficbtiat Bei der Salzsteuer sei eine werden möge. Der Geburtenrückgang im deutschen SmUung^TfSfim^ifSXtroä?^ das ®c- Volke sei durch die wirtschaftlichen Kriegsfolgen ent- werbesalz von der Steuer befreit werden, der ^^eL'. 65 UC^nn^!

Ausfall aber auf das Sveisesalz aeleat werten Anschauungen im Volke hingestrebt werden. Die

müßte Die IndustÄe hate ^eine" L L Z^vorlage solle die Landbevölkrung wieder heben

ftelluna veranlaßt Das Speisesalz müsse des- unb die Bevölkerung könne aerobe baburch eine ver-

halb den Sah von 32 PfP per Doppelzentner nünftige Beoölkerungspolitik treiben. (Wiberspruch

± L Siutenffirtette ten ) In der Wohlfahrtspflege dürfe nicht nur ber

bisherigen Sähen. Die Steuer solle aber fünf- Staat mit rauher polizeilicher Hanb tätig fein, son-

tig von dem Eigengewicht des Zuckers nach Ate dern es müsse auch dem zarteren Vorgehen ber pn-

zug aller blmstellungen erhoben werden. Eine ^aten Organisationen freier Raum gelassen werden.

Verminderung der jtiderfteuer sei nicht möglich. Die Wohlfahrtspflege sei ementl.ch Sache der Lan-

Abg. Wentemuth (Soz.) führt aus, daß der: aber auch das Reich könne durch zentrale 2ln-

ettoa 100 Millionen Mark direkter Steuern zu- selten mitwirkeii.

viel erhoben worden seien. Demgegenüber sei l Abg. Dr. M 0 s e s (Soz.) verteidigt die Organ- die Einkommensteuer bei den Besitzenden nicht fation ber Krankenkassen, die zum Bezüge der Heil- genügend herausgezogen worden. Für 1925 seien mittel geschaffen worden sei. Sie liege gerade im die Einnahmen aus den Verbrauchssteuern auf Interesse der Versicherten.

1408 Millionen Mark veranschlagt. Dazu kom- Damit schließt die Aussprache über bas Ge- men aus der bevorstehenden Erhöhung der Ta- sundheitswesen.

bak- und Diersteuer 380 Millionen Mark. Ganz Don den Etatpositionen werden bewilligt das abgesehen von den Zöllen, mache das 1748 Mil- Gesetz über die Bekämpfung der Ge- lionen Mark aus. Damit erhöhen sich die Ein- s ch l e ch t g k r a n k h e i t e n. Die Anträge ber Kom- nahmen, aus denen die Dawesverpflichtungen zu munisten wegen Bekämpfung ber Tuberkulose leisten seien, um 250 Millionen Mark und um und roeaen vlanmäßiger Geburtshilfe werden einen Teil hiervon stiegen dann die Leistungen an den Ausschuß für Beoölkerungspolitik verwiesen, für das Dawesgutachten. Darum sei nicht ein- Bei der Abstimmung über die zprückgestellte Etat­zusehen, wie sich die Regierung gegen eine Herate Position von 3 867 000 Mark für die Technische sehung ter Zuckersteuer sträuben könne. Bei der N 0 t h i l f e wird der Ausschußantrag auf Bewil- Salzsteuer werde die Industrie durch die Frei- ligung dieser Summe angenommen, nachdem em (affung des Gewerbesalzes bevorzugt, aber das Antrag der Kommunisten unb Sozialdemokraten auf Speisesalz auf Kosten der breiten Massen ver- Streichung dieser Summe und ein deutschnationaler teuert. Dadurch werde sich eine Verdreifachung Antrag auf Bewilligung von 8 Millionen Mark ab- ter Einnahmen aus ter Salzsteuer ergeben. Seine I gelehnt worden waren.

Partei verlange die völlige Beseitigung der ---------

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 23. Juni 1925.

Sine Saar-Kundgebung and am Samstag abend auf Einladung des Hessischen Vaterländischen Blocks, Bezirksoerband Gießen, in der Turnhalle am Oswaldsgarten bei sehr starker Beteiligung aus allen Einwohner­kreisen und insbesondere der Studentenschaft tatt. Es galt, den unter dem feindlichen Druck lebenden deutschen Brüdern und Schwestern an der Saar zu bekunden, daß das unbesetzte Deutsch­land ihnen ebenso unverbrüchlich die Treue hält, wie sie mit ganzem treuen Herzen zu ihrem deutschen Vaterlante stehen.

Diesen großen Leitgedanken stellte ter erste Sprecher des Abends, der Vorsitzende des Bezirksverbantes Gießen des Hessischen Vater­ländischen Blocks, Dr. Jung, flat heraus, und er betonte dabei besonders die niemals wan­kende nationale Zuverlässigkeit der Saarbewoh­ner. Das Saarland bekenne sich ftvlz.-und frei zum Deutschen Reich, und wir bekennen uns ebenso aufrecht zu ihm. Den Saarländern gelte unser Gruß und unser Dank, daß sie allen fran­zösischen Machenschaften bisher standhaft die Stirn geboten haben, und ihnen sei unser Glaube gewiß, daß sie auch weiterhin im Saargebiet treue deutsche Wacht halten und im Jahre 1935 bei der Abstimmung das Saarland wieder zum Deutschen Reiche zurückführen werten.

Der Hauptredner des Abends, Landgerichts­direktor von Kraewel aus Frankfurt a. M., kennzeichnete die schmählichen Machenschaften, die von ten feindlichen Machthabern nicht verabscheut wurden, um das Saargebiet in die Hand zu be­kommen. Er schilderte weiter die vielfachen Be­drückungen, die unsere Stammesgenossen im Saar­land auch heute noch unter der Regierung des sogenannten Völkerbundes, der in Wirklichkeit nur eine Puppe Frankreichs ist, zu erleiden hätten und die dahin geführt haben, daß das Saargebiet die autokratischste Regierung der Welt hat, die jede Regung des freien Volks­willens brutal unterdrückt, nur in der Hoffnung, dadurch auf Schleichwegen die Geschäfte Frank­reichs zu besorgen. Die Saardeutschen ab»r stän­den demgegenüber aufrecht und fest zusammen, in einer Einheitsfront, die geradezu vorbildlich sei. Sie nehmen die Leiden auf sich und stärken darin ihren Mut und ihre Geduld zum Aus- harren für das geliebte deutsche Vaterland. Die kerndeutsche Gesinnung der Saarbewohner ist über jeden Zweifel erhaben, das Jahr 1935 werde ein wuchtiges Bekenntnis der Saar für Deutsch­land und eine überwältigend starke Absage an Frankreich und seinen Völkerbund bringen. Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar. Untere Aufgabe fei es, dem Saargebiet stets unsere Liebe und Treue zu bewahren und seinen Be­wohnern Beistand zu leisten, wo es nur irgend möglich sei. Treue um Treue, dann werde auch die Saar wieder für uns frei werden und ge­meinsam mit uns an der Wiedererstehung eines neuen, starken Deutschland arbeiten.

Ein Vertreter vom Haupt-Saarverein hob gleichfalls die felsenfeste deutsche Gesinnung der Saarbewohner hervor, begrüßte die Grün­dung eines Saar-Vereins in Gie­ßen und bat, diesen Verein kräftig zu unter­stützen, denn er bezwecke, unseren Brüdern und Schwestern im Saargebiet in ihrem schweren Kampfe gegen die feindliche Gewalt- und Unter­drückungspolitik beizustehen. Mitglied des Saar- Vereins könne jeder Deutsche werden, nicht etwa nur an der Saar geborene Volksgenossen. Im Saar-Verein mühten alle Deutschen zu- sammenstehen und einig und geschlossen dafür wirken, daß das deutsche Saargebiet dem Deut­schen Reiche ungeschmälert wieder zugeführt werde.

Sämtliche Ansprachen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen, der Zeugnis dafür gab, daß auch in unserer Stadt herzliche Sympathien für unsere Swmmesgenossen an der Saar leben­dig sind und daß man auch hier gewillt ist, dem Saarland in Treue beizustehen.

Musikalische Darbietungen und gemeinsame Gesänge umrahmten den bedeutsamen Abend, der mit einem begeisterten Hoch auf das deutsche Vaterland und dem Gesang des Deutschland­liedes ausllang.

< Sommersonderzüge werden über Gießen gefahren: Am 4. Juli Sonterzug (nur 3. Kl.) FrankfurtRordteich, über Gießen Siegen Emden. Gießen ab 7.44 vorm. Preis ter Rückfahrkarte 3. Kl. bis Rordteich 31,40 Mk., bis Emden 29,40 Mk.', bis Borkum 44,70 Mk.. bis Vorderney 37,60 Mk. Schluß des Fahr­kartenverkaufs 1. Juli, 6 Uhr nachmittags. Die Karten werden auf den Haltestationen bei den Fahrkartenausgaben ausgegeben. Kinder im Alter von 410 Jahren fahren zum halben Preis. Rähere Auskunft erteilt die Fahrkarten-Aus° gäbe ober die Auskunstsstelle tes Bahnhofs.

< Billigere Reisegepäckver­sicherungen. Am 1. Juni ist eine erhebliche Ermäßigung der Gebühren für die. Reisegepäck- Versicherung durch Derficherungsmarken in Kraft getreten. Für je 1000 Mk. Versicherungssumme werden erhoben: bis 150 Kilometer 1 Mk., bis 400 Kilometer 1,50 Mk.. bis 700 Kilometer 3 Mk., bis 1200 Kilometer 4,50 Mk. und auf größere Entfernungen 6 Mk. Es kommen jetzt auch Ver­sicherungspolicen mit 30tägiger Geltungsdauer zum Preije von 10 Mk. für je 1000 Mk. Ver­sicherungssumme zur Ausgabe. Die 60tägigen Policen sind beibehalten worden.

* Preisgekrönt. Auf ter 31. Wander- Ausstellung ter Deutschen Landwirtschafts-Gesell­schaft in Stuttgart erhielt Augusts Schmanß in Lindenstruth einen 1. Preis für eine tra­gende Kuh, die Gemeinde Gr 0 ß e n - L i n den für einen Dullen einen 3. Preis, und die Ge­meinde Queckborn eine Anerkennung für einen Bullen. Im ganzen erhielt die Oberhessische Herdbuch-Gesellschaft für das Vogelsberger Rind vier 1. Preise, zwei 3. Preise und drei An­erkennungen. Die Sammlung der Herdbuchgesell­schaft wurde im Wettbewerb mit 8 anderen Sammlungen mit dem Sieger-Ehrenpreis des Reichsministeriums für Ernährung und Land­wirtschaft ausgezeichnet.

!*! Mit Pferd und Wagen in das Schaufenster. Gestern mittag sauste ein Fuhrwerk der Firma Rinn & Cloos mit dem be­ladenen Wagen in den Laden des Metzgers Vogt in der Bahnhofstraße. Der Lenker des Fuhrwerks hatte die Herrschaft über die scheuen­den Pferde verloren. Daß es bei dieser pro­grammwidrigen Fahrt natürlich allerlei Klein- alas und Kleinholz gab. versteht sich von selbst. Die Tiere erlitten einige Schnittwunden, die aber anscheinend nicht allzu erheblich waren.