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Nr. M Erstes Blatt

175. Jahrgang

Samstag, 23. Mai 1925

GietzenerAiizeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Druck und verleg: vrühl'fche Univerfitälr-Vuch- und Zteindruckerei 8. Lange in Sietzen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: 5chulftratze 7.

Mussolini gegen Oesterreichs Anschluß

'N Quui

Zu dem Deutsch» am kommenden

möglich aus dem Wege, und so griff man Quai i) Orsay zu der feit den Tagen Wilsons

' na$bem Deutschland seit

11' tenstillnanD von Compiegne immer und

Annahme von He$eigen fürbitlagesnummcr bis zumJlachmittaq vorher vhnejrdePerdindlichKkii

Preis für l mm tf6t)C für Anzeigen von 27 mm S reite örtlid)8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Rc- Klame-Anzeigen r> 70mm Drelle 35 (Bolbpfennig, Platzoorschnft 20 .Au,- schlag. - 'Pcrantroortlid) für Politik u. Feuilleton. l)r. Friedr Wilh Longe: für den übrigen Teil: (Ern ft Dlumschein; für ben Anzeigenteil: HansBedi, sämtlich in Gießen.

' r sich jetjt durch einen

Giranten Vertragsbruch der übernommenen Ver-

krscheinl tagUch, außer Sonn, und Feiertags.

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Rötungen verlangen mutz, w.nn nicht jede ^li!it i?-i- Verständigung und des Ausgleichs >. i s o r i s ch fein soll. Und diese gegnerischen »r^flichtungen aus dem Versailler Vertrag

27. März von Hinausgehenden das Deutsch­landlied angestimmt wurde. Heise wurde zu 800 Mark Geldstrafe verurteilt. Der mitangeschuldigte Kastellan des Evangeli­schen Vereins Hauses, in dem die Versammlung stattgefunden hatte, erhielt 50 Mark Geldstrafe. Der Industrie- und Handels- tag zum spanischen Handels-

geblieben. Der Grund hierfür sei in der franzö­sischen und belgischen Regierungskrise zu suchen. Die italienische Regierung hätte sich über Sie Mahl Hindenburgs nicht erregt. Am Tage nach der Mahl habe er. Mussolini, den italienischen Vertretern im Aus lande eine In­struktion zugehen lassen, dah nunmehr nichts anderes zu tun sei. als die vollendete Tat­sache anzuerkennen. Rach der Meinung Mussolinis tönntc gerade die Präsidentschaft Hindenburgs jene persönliche Lösung bringen, welche mit Erfolg nur von starken Re­gierungen in Angriff genommen werden kön­nen. Hindenburgs Mahl fei die logische Folge der chaotischen und unsicheren Politik der En­tente. Gestern abend erhielt ich den Wortlaut der Antwort der französischen Re­gierung an Deutschland. Es ist ein sehr wichtiges Schriftstück. Die italienische Regierung ist für den Eintritt Deutschlands in den Völker­bund und auch dafür, datz Deutschland einen ständigen S i h im Völkerbundsrat ein- nimmt. Man kann nicht an einen Garantiepakt zu dreien denken, sondern mutz einen Garantie­pakt von mindestens fünfen erwägen. Außerdem müssen ein Garantiepakt zu fünfen und etwaige andere Garantiepakte meiner Ansicht nach im gegebenen Augenblick unter die Aegide des Völkerbundes gestellt werden, dem Deutsch­land angeboren würde. Richt nur die Rhein- grenze, sondern auch die Brennergrenze mutz garantiert werden. Mussolini wandte sich dann gegen die Propaganda für den Anfchluh Oesterreichs an Deutschland und bemerkte Die Deutsche Regierung hat selbst erklärt, datz sie öiee Frage nicht aufwerfen tollt Andererseits ist die Propaganda sehr lebhaft. Sie bemüht sich, eine jener Bewegungen in der öffentlichen Meinung hervorzurufen. die man im gegebenen Augenblick als unwiderstehlich bezeich­net. Italien könnte niemals einen solchen offen­kundigen Vertragsbruch dulden, wie es der Anschluß Oesterreichs an Deutschland toäre. Die­ser Anschluß würde eine paradoxe Lage schaffen, indem gerade Deutschland es fein toürhe, das als einzige Ration fein Gebiet und seine Bevölkerung durch die Bildung des mächtigsten Blocks in Mitteleuropa vermehren würde.

Reichstages beraten wird, hat der Deutsche Industrie- und

vertrag.

Berlin. 23. Mai. (SU.) spanischen Handelsvertrag, der Mittwoch im Plenum des

erschöpfen sich nicht mit der Räumung des be­setzten Gebiets innerhalb der vertraglich fest­gesetzten Fristen, sondern verlangen nach der durchgesührten Entwaffnung Deutschlands eine allgemeine Abrüstung. Mit aller Schärfe betonte der Minister, daß in dieser Richtung trotz der vielen Konferenzen noch so gut wie gar nichts geschehen sei. Deutschland tonne also auch Frankreichs eiriseitiges Bedürfnis nach Sicherheit nicht anerkennen, fasse das Sicherheits- Problem vielmehr als eine Frage auf, deren Lö­sung ohne Deutschland einer Lösung gegen Deutschland gleichkäme. Aber eine Diskussion des Eicherheitsprob lems ist von vornherein zur Un­fruchtbarkeit verurteilt, bevor nicht die Frage der Räumung dem klaren Mortlaut des Vertrages gemäß gelöst ist. Und davon scheint man. nach allem, was über die alliierten Absichten durch- sickert, noch weit entfernt zu sein. Lediglich zur (Erfüllung der Abrüstungsilauseln des Vertrages will man Deutschland auffordern, die interalli­ierte Kontrollkommission soll nach einem bestimm­ten Zeitraum entscheiden, ob die Bestimmungen tatsächlich erfüllt sind. Also Verewigung der Militärkontrolle und Verewigung der Besetzung des Rheinlandes, denn die Versailler Artikel über Deutschlands Leistungen sind ja von Eie­rn enceau so tautschukartig abgesatzt. dah mit Hilfe einer geschielten Interpretationslunst Frankreich jederzeit in einem Streit um die Erfüllung deut­scher Leistungen, in dem es Richter und Staats­anwalt in einer Person darstellt. Sieger bleiben wird.

..Jeder Deutsche hat vor seinem Gewissen ein Recht auf eine bessere Zukunft," sagte S t r e f e - mann in seiner beherzigenswerten 2ßanfcttrcbc imHause des Deutschtums" in StuttgartMer an ein Meltgewissen glaubt, der wird sich sagen müssen, dah die Melt uns eine Wiedergut­machung schuldig ist." Der erste Schritt dazu ist der gute Wille zur Verständigung bei unseren Gegnern der gleiche Mille, den die deutsche Politik beseelt, dessen Ausfluh der deutsche Sicherheitsvorschlag ist. der Will auch dem geschlagenen Volke Frieden und Gleich- berechtigung nicht länger vorzuenthalten, ohne die Deutschland nicht Mitarbeiten kann an den Aufgaben der Menschheit.

Die verbotene Nationalhymne.

Bochum. 23. Mai. CSU.) Dor dem fran­zösischen Militär Polizeigericht stand der Berg- fchuldirektor Professor Heile aus Bochum. Er war beschuldigt, nicht verhindert zu haben, dah am Schlüsse einer Reichsblockversammlung am

Die Antwort auf das deutsche Sicherheilsangebot.

P a ri s, 23. 2Tlai. (I. U.) Der französische Ant­wort-Entwurf aus das deutsche Sicherheitsangebot wurde gestern nachmittag auf Grund der englischen Anregungen von PH. Verkhelok, dem General­sekretär des Auswärtigen Amtes und dem poli­tischen Direktor Laroche umgearbeitet und von Vrland gntgeheihen. Das Schriftstück ist noch gestern abend nach London übermittelt worden und wird in den ersten Tagen der nächsten Woche in Berlin überreicht werden.

Finnischer Besuch beim Reichs­präsidenten.

Berlin. 22. Mai. (Wolfs.) Der finnische Chor Suomen Laulu. der sich auf einer Reife durch Deutschland befindet, und dessen vor­treffliche Leistungen von der hiesigen Presse rüh­mend hervorgehoben wurden, brachte dem Reichspräsidenten im Parke des Prä­sidentenhauses ein Ständchen dar. Der Chor trug einen finnischen Marsch, die finnische Ra­tionalhymne und das Deutschlandlied vor. Der Reichspräsident lieh sich sodann durch den finni­schen Gesandten. Dr. Holma. den Dirigenten des Chors, Prof. Klemetti, vorstellen und zog mehrere Mitglieder desselben ins Gespräch, wobei er ihnen den herzlichsten Dank für die ihm zuteil gewordene Aufmerksamkeit aussprach.

Mussolini, der am Donnerstag aus An- latz der Beratung des Budgets des Auswärtigen im Senat eine Rede hielt und mancherlei beach­tenswerte Ausführungen hinsichtlich des Ein­tritts Deutschlands in den Völker­bund und des Sicherheitspaktes machte, die der Reichsaußenminister auf fein Konto als Aktiv-Posten wird setzen können, hat sich bet dieser Gelegenheit sehr scharf gegen d i e Anschluhbestrebungen ausgesprochen. die sowohl in Deutschland als in Oesterreich gleich stark sind und in der letzten Zeit Immer festere Formen angenommen haben Er Hal sich weniger an die Adresse des Deutschen Reiches als die der Wiener Regierung gewandt, wohl wissend, daß er den Widerstand des kleinen und schwachen Oesterreichs viel schneller brechen kann als den Deutschlands. Mussolini hat aber auch guten Grund, gegen die Anschluhbewegung Front zu machen: eine deutsch-italienis*che Grenze könnte für Italien höchst unangenehme Forderungen der Deutschen Südtirols auslösen. Daher auch sein Ruf. nicht nur die Rheingrenze, sondern auch die Brenner- Grenze müsse durch den Sicherheitspakt rati­fiziert werden.

Ganz abgesehen davon, daß es überhaupt keine Rheingrenzensrage für uns gibt, will er, datz Deutschland sich im Rahmen des Sicherheits- Paktes verpflichtet, auf das rein deutsche Südtirol zu verzichten. Mussolini will also lediglich erreichen, daß auch für den Fall eines Anschlusses Oesterreichs an Deutschland nicht eine Bewegung entsteht, die auf eine Ver­einigung Südtirols mit dem Reiche hinausläust. Aus diesem Grunde ist ihm der Anschlutzgedanle unsympathisch, er macht sich also lediglich um Südtirol Sorgen das er unter allen Umftänbcn bei Italien behalten will. Irn übrigen sei fest- gestellt. datz der Versailler Vertrag den A n - schlutz Oesterreichs an Deutschland kei­neswegs verbietet, den er in seiner Rede als offenkundigen Vertragsbruch bezeichnet, dah vielmehr die Entscheidung Darüber in Die Hände des Völkerbundes gelegt worden ist. Menn Mussolini jetzt die Anschlußfrage benutzt, um eine Garantierung Der noröitaliem* schen Grenze durchzusehen, to kompliziert er nur die gegenwärtig schwebenden Verhand­lungen. die sich lediglich um die franzö­sische Ost grenze, nicht aber um die Grenzen anderer Staaten drehen.

Die außenpolitische Rede im Senat.

Rom, 22. Mai. (WB.) Im Senat hielt bei Beratung des Budgets des Auswärtigen Mussolini eine Rede, in der er u. a. folgendes äußerte. Seit einigen Monaten sei eine Art Stillstand in der europäischen Politik eingetre­ten. Alle schwebenden Fragen seien ungelöst

Handelstag den Fraktionen des Reichstages seine Stellung in längeren Ausführungen dar­gelegt. in denen es beißt: Ablehnung des Vertrags bedeutet freiwillige Aus­schaltung Deutschlands aus Der Ver­sorgung Der spanischen Wirtschaft zugunsten Der übrigen Industrieländer. Die Annahme dagegen erschließt Den spanischen Ab­satzmarkt der deutschen Einfuhr und Industrie­waren vielfälligster. besonders hochwertiger Art und befreit Deutschlands Industrie und Han­del endlich von unerträglicher Ungewißheit. Sie gibt uns die Möglichkeit, auf dem Wege neuer Verhandlungen den Vertrag besonders auch zu gunften des Weinbaues zu ver­bessern', während die Ablehnung den Zoll­krieg auf unbestimmte Zeit wahrscheinlich macht, auch zugunsten des Weinbaues zu v e r- handlungen über die Reugestaltung des deutschen Zolltarifs müßte eine solche Entscheidung als verhängnisvoll angesehen werden.

Vie internationale Ausstellung für Wasserkraft in Grenoble.

An der Internationalen Ausstellung für Wasser!rast in Grenoble nehmen Deutsch­land, Spanien. Schweden, Rorwogen. Die Ver­einigten Staaten, Polen, Die Tschechoslowakei unk) Jugoslawien teil Die Ausstellung selbst ist ge­teilt. Der eine Seil bezieht sich auf Die Er­zeugung elektrischer Energie durch weiße Kohle, d. h. Durch Ausnutzung der Dass ' andere Seil bezieht sich ausschließlich auf das Problem des Souristenverkehrs. Wenn die Auf­stellung vollständig fertiggestellt sein wird, Dürfte fie eine interessante und lehrreiche Dokumen­tierung alleS dessen bieten, was zweck- Aus­nutzung der Raturkräfte getan worden ist. Die deutsche Abteilung wird eine der wichtigsten sein, denn sie umfaßt Skizzen und Pläne von einigen Wassenkraftwerken, Die einen großen Seil Süd- DeutfchlanDS mit Elektrizität beliefern. Es sink) besonders vertreten: das Badenwerk mit den Murg- und Schwarzenbach-Werken, das Bay - ernwerl mit Dem Walschenseewerk uni mittleren Isar- sowie Innwerk. Frankreich zeigt auf Der Ausstellung besonders die Entwicklung der Anwendung der Wasserkräfte in Den K o Ionien und das, was die Stadt Grenoble ein mächtiges Zentrum Der französischen In­dustrie, getan hat. Mit besonderer Sorgfalt gibt Die Ausstellung von Der Entwicklung des (3 i - senbahn- und Hotelbaues Zeugnis.

Die Einweihungsfeierlichkeiten und das Er- öffnungdbanleit gaben eine große Demonstration für die Wichtigkeit, die die französische Qicgi'- rung dieser Ausstellung beimitzt. Deren Wert für die Entwicklung Der Wirtschaft sehr groß ist. Da sie Die Anstrengungen, die seit Dom Kriege gemacht worden find, zeigt. Der Ein Weihung wohnten Ministerpräsident P a i n l e v e , Der Handelsminister, der Minister für Dnc öffentlichen Arbeiten, der Äolonial- minister und dem Eankett auch der Kammer Präsident Herriot der mit großem Bei fall begrüßt wurde, bei. Don den gehaltenen Reden tft die des Handelsministers Chaumet die bemerkenswerteste. Er erklärte, daß es feine gute Wirtschaftspolitik fei, die Zölle zu erhöhen, im Gegenteil , man müsse Den wirtschaft ließen Kampf auf Den Weltmärkten vorbereiten. Der Egoismus der Industriel­len führe zu nichts.

Ministerpräsident Painievs erklärte, die weiße Kohle, Deren man Herr ge­worden sei, und deren Kraft man bis zu 2000 Meter Höhe hinauf den Fabriken nutzbar mache, stelle heute dieselbe Energie für ein Jahr Dar wie 10 000 Tonnen Kohle. An der Entwicklung hatten auch andere Rationen mitgearbeitet und Die Ausstellung beweise diesen friedlichen Wett' eifer genügend. Diese Anstrengungen internatio­naler Zusammenarbeit, Die dazu geführt habe, die Gletscher- und die launischen und mitunter vernichtend wirkenden Wildbäche zu lebenmeu-' genden und arbeitverrichtenden am.-uformen. fuß­ten naturgemäß zu einer unmittelbaren natio­nalen Zusammenarbeit. Der Krieg habe nicht nur Ruinen, sondern auch Illusfionen hinter sich gelassen. Der Soldat in den Schützengräben wurde durch den Gedanken aufrechterhalten, daß er durch den Ersatz seines Lebens eine neue Melt hervorbrächte, aus der die Gewalt ver­bannt toäre.

Der Sieg fei gekommen, und Frankreich suche nach Eicherheitsgaranlien. Es erwarte rest­lose Reparationen.

Diese so natürliche Illusion nach so viel Schmerz, Mut und Srauer sei so tief in den Herzen eingewurzelt, daß es beinahe gefährlich toäre, fie nicht zu unterschreiben. Jahrelang fei es Die ^Rcgel gewesen, Dje Illusionen z u respek­tiere n. Heißblütige Leute, Die einige vorsich- tige EinwenDungen gemacht hätten, crschienen als schlechte Franzosen. Die an der Wohlbegrün­detheit der Rechte ihres Landes zweifelten. Ma­chen wir unaufhörlich Anleihen, so habe man erklärt, da man Frankreich eines Sages restlos werde bezahlen müssen Spre­chen wir nicht von interalliierten Schulden. Denn wie werden wir es wagen, von den Soldaten, die für die Freiheit gekämpft haben. Geld zu verlangen. So habe man damals gesprochen. Aber die Zeit drängte. Die Erinnerung des Krie­ges und der großen gemeinsamen Erfolge loschen, um geschäftlichen Diskussio­nen Platz zu machen. Aber die Konzession nen, die Frankreich in einem Augenblick zu machen sich _ weigerte, habe es späte, doch m a ch e n müssen, ohne aber den Sinn einer edelmütigen Geste damit verbinden zu können. Das habe bis auf den Sag gedauert, an den die letzten Trugbilder dahin schwanden und die Wahrheit in ihren strengen ümtiffen sich jeigtc. Bedeute das, datz Frankreich entmutigt tft? Rein! Es sei dies ein Glaubensbekenntnis für dte Zukunft, das auch die letzte Volksbefra» gung zum Ausdruck gebracht habe. Francre^ neßme mutig den Kampf mit der harten Wir lichkeit auf. Aber es wolle nicht mehr getäuscht und hintergangen werden.

Aufgabe der Regierung sei es, diese Anmassc der durch den Krieg hinterlaffenen Illu­sionen zu liquidieren.

Eine undankbare Aufgabe, aber eine hehre P - t rötr, die wir Die Politik des pol tischen F-.i^ dens, wie sie Herriot verfolgte, weiter verfolgen, wissen auch, daß Enttäuschungen u n c r= weidlich sind. Wir werden nichts unter'afien, um die Entwicklung der internationalen Sitte ohne die der Völkerbund in seiner vollen V.<

i<*)tung?n zu entließen suchen. Der Reichs- t mni: i *er Dr Stresemann hat in seiner * r-n Etatsrrde mit besonderer De.onung Darauf rgewie'o., daß gerade ein waffenloses Volk restlose Erfüllung Der von seinen toaffen- trrendrn Vertragspartnern übernommenen Der-

Erfüllung.

Mehr als vier Monate sind nun schon ver­langen seit dem Sage, an dem Köln Vertrags« näßig von den Engländern hätte geräumt werden ।ollen, länger als vier Monate warten wir, Daß niete Qicriragefontrabenten uns mitteilen sollen, xld;c Gründe sie für Die Richtersüllung des auch vn ihnen feierlich beschworenem Vertrages an*

-ufüßren haben Man hat uns gelegt, ihr habt i Voraussetzung für den Beginn Der Räumung, L im Versailler vertrag vorgesehene Enttoafs- Ing nicht geschaffen, aber man weigert sich

1 cilnadig. uns die Beanstandungen wissen zu allen, aus denen die alliierten Regierungen den kcchtsgrund für eine Richterfüllung des Ver­lages für sich herleiten. Wochen hindurch hat ran zwilchen Paris und London Darüber De- lackiert, ob es überhaupt nötig sei, sich Darüber lil Den Deutschen zu unterhalten. Schließlich

11 man zu her Erkenntnis gekommen, Daß lich re Erörterung her Entwasfnungssrage nicht u«gehen lalle, aber unangenehmen Dingen gehen «b die alliierten Staatsmänner gern so lange

t Der Behandlung Der Deutschen so glänzenD betoflßrten Verschleppungstaktik. Man unterhielt 'i* weiter zwischen Den Kabinetten von LonDon ' ib Paris, ließ Die Botschafterkonferenz, Den liierten Militärrat von Versailles in Aktion ieten, ließ Denkschriften ausarbeiten, prüfte fie ' unzähligen Instanzen, reichte sie zur Um- i >........ faßte Beschlüsse und verwarf

' wieder und luchte während dieses amüsanten «^ellschastospiels hinter Den Kulissen, Durch ge- liifliae Presseorgane hie Weltmeinung von Der elährlichkeit Der deutschen Rüstungen zck Über­zügen, fabulierte weiter von Dem ungebrochenen 'Mochten Willen des Deutschen Friedensstörers. I r mit Hi Ise seines Generalstabs, feiner Kriegs- Industrie, seine» Zeitsreitoilligensysterns jederzeit in neues Volksheer aus der Erde stampfen l'Nne, um das friedfertige Frankreich und seine nn an Friedensliebe nichts nachgebenden oft- ! I)en Vasallen mit furchtbarem Rachekrieg zu i Zerfallen.

Aber es ist heute nicht mehr ganz so leicht ic vor sechs Jahren, Die Welt mit diesen abgc- os-benen Litaneien zu betören. Weder in nerika noch in England verfängt Das alte igenmärd'cn. Sie Tatsachen sprechen doch eine klare Sprache Man wagt deshalb auch je ngcr je weniger mit den furchtbaren Anklagen rauszurücken, unter Deren Wucht Deutschland il sein Recht aus Dem Versailler Vertrag ver­tuen soll. Man formuliert und korrigiert, iltoirft und prüft und kommt zu keinem Ende. jÄliiftihe Bt iand, Horriots Rachfolger in Der ri E'itung Der französischen Außenpolitik, hat nun h r enDlich eine Rote abgefaßt. Die Die neuen l orten Cnttoaffnungdforhcrungen an Deutsch- | I enthält, aber vorläufig ruht sie noch als 1 UtoHrf im Schoße des britischen Kabinetts und Sitzung ter Botschasterkonferenz, Die Den end- Itigc Wortlaut feststellen und sie Dann tutfdianD notifizieren soll, wird von Woche zu j'Kfce verschoben, weil England sich nicht ent- ließen kann, Der Fassung BrianDS beizutreten.

Der Hauptgrund hierfür liegt offenbar in um Darin digen Versuch Frankreichs. Die Räu- 1 ii eng mit der Sicherheitsfrage zu verkoppeln, ll' i Bemühen, das für uns Deutsche völlig un- !i »lutaDel ist unD auch bei England auf begreif- I !_ > n WiD rsland stößt. England fürchtet. Daß die Sfcumung Der Kölner Zone durch Die britischen : rppen eine Besetzung auch Dieses Gebiets Durch li- Franzosen zur Folge haben werde, und möchte Ichor eine gleichzeitige Räumung Kölns und Des »cbrgebiets. Französische Bajonette am Rhein lei Köln dis Basel kann England um feiner t> cnen Sicherheit willen nicht zulasson. Einen Simbroiniß zwischen Dem 11. Januar, Dem ver- gSmaßigen Räumungstermin für Die Kölner r|fre. und Dem 15. August, dem im Londoner g lommen feftgefegten Sage Der Ruhrräumung iu^uDrüden, Dazu glaubten Die Engländer sich 1 vA stark aenug im Hinblick auf Die Schwierig- ! fern, Die Das britische Weltreich im Orient bc= Hben. So fühlt man sich auch in Londorr mit P iinDS Politik Der langen Bank relativ am ti hlsten.

Menn wir auch erlebt haben, wie EnglanD r d-mr Kriege nicht aus Dem Schlepptau der I nofifchen Politik loskommt und feit Den Sagen U>nD G orges Die deutschfeindliche Politik Poin-

>V--frage höchstwahrscheinlich sich die Argu- 1 - ^'canrcjä)$ zu eigen machen wird, trotzdem

11 ,.|j Da ) eine Entwaffnungsfrage für Deutsch- 11 I'-x -c Grade in England mußte 1ld) öantber Har sein, daß alles bisher in T-'neDung Europas auf dem Spiel steht.

ti < j und ieiner Rachfolger wider besseres Wissen 1 stützt oder stilllchwcigend gebill:gt hat. so ist * eine Enttäuschung, erneut fehen zu müssen, t England keinen Finger für Die loyale Durch- ruiifl bet Verträge rührt und sogar um des nanDelS im Orient willen, in Der Entwaff-