Ausgabe 
23.3.1925
 
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Halle (Saale). Kernsprecher 45b3 und 3365.

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Zchren; Schriftdeutsch, Kaufmanns- und Zeitungsdeutsch; deutsches 4?üriei buch und Zremdwörteroer^eichnlS fein- haltend 21200 deutsche Wörter mit schwieriger Schreib-

Das umfassende Werk bedeutender Männer der T beorie und 'Brayi stellt in seinem Ausbau den Niederschlag frei Le rplgns der 4»onbeljbocbidinlcu dar Damit ist geg bei!; bei» Studierenden der Handelsivissenichasten eine uonetlbaft ffrflämunn feines Studiums au sein, anderseits jedem strebsamen Kaufmann, dem es aus materiellen oder örtliche» jkrbähmffcn unmöglich i»t, die sandel'Hochschule zu besuch n. sich den gesamten Stofs von A bis Z nach und nach ganz nach der zur Verfügung liebende Zeit anzueignen und es bis -ur kaufmännischen Höchstentwicklung au bringen.

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I. März 1924.

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l Starl August oman mit pdan- en glrtcharitgo Fortschritte bei lorbpols unter- t unter der gt« Hager unb Leb ßtpebition -ai» MM w* r\gue stzirli d» Met Striegk- itiitttn für den 6t Amerika M< veltbranb. Eine ber allem Stampf lenschlichen einen ufen, nicht zuviel daß mit diesem Leserinnen nHt nnung milgehrn

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weise»; die Grundlagen des politischen und wirtschaftlichen Leben» i n neuen Deutschland. Gewalt. ®iofrüflL die 6 Bande umfant und nut bind) Ausnutzung aller Mög­lichkeiten aus 3 Bände geprefn werden konnte. Der Preis

Bornotizen.

TageSkalender für Montag. Rcntner-Bmrd: V/. Uhr Singsaal des Real- ghmnasiumS UnterhaltungSabenb. KPD.: 8 UhrPhilosophenwald" öffentliche Wafüver- lammlung. Lichtspielhaus Bahnhofstraß«:Dad schöne abenteuer. Astoria-Lichtspiele »Knock out".

Der RetchSblock für die Reichs- prSstdentenwahl, Ortsausschuß Gießen, veranstaltet am Mittwoch abciib 8l/. Uhr in der Turnhalle (Steinstraste) eine öffentliche Wähler- Dcrsammlung. in der Landtagsobg. S cholz- Mainz über die Reichspräfidentenwahl sprechen wird. (Siehe Anzeige in unserer Samstags- Hummer,)

Großer Schöffengericht Gießen.

Diesten. 18. März. Angeklagt waren die beiden Polizciwachtmeister R und K. Sie hatten im August v. Zs. einen Zusammenstoß mit Studenten. Die Wachtmeister hiclen zunächst den Studenten P. an, weil dieser vorübergehen­den Leuten in ausländischem Tonfall zugerufen hatten »Haben Sic einen Pah?' Der Student K. wollte als Seuflc bet P bleiben, weil er eine beleidigende Acustcruna dsS Wachtmeisters R. gegen den Studenten P gehört halt. St. wurde jedoch von dem Wachtmeister R. barsch abgewiesen und zweimal heftig zurückgestohen. Als der Student K. infolge des Stostes noch taumelte, versetzte ihm R. einen Hieb mit dem Gummiknüppel auf die rechte Kopfseite.^ so dast die Brille zerbrach Der Student St. der sich in Rotwehr fühlte, versetzte dem R. einen Schlag mit dem Stock, wobei dem R. die Mühe vom Kopf flog. Ttun enteilte der Student St., R. lief ihm nach, brachte ihn zu Fall und schlug mit dem Gummiknüppel auf ihn. ein, so dast der Geschlagene einen Augenblick bewusttlos auf dem Boden lag.

DaS Gericht hielt auf Grund der Beweis­aufnahme für erwiesen, dast QL sein Recht zum Waffengebrauch weit überschritten hatte und ver­urteilte ihn wegen Körperverletzung im Amt unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 150 Mark, eventuell 15 Tage Gefängnis. Wegen der Beleidigung gegenüber P. wurde aus eine Geldstrafe von 30 Mark eventuell 3 Tage Gefängnis erkannt. Dem Be­leidigten wurde das Recht zuerkannt, das Urteil, soweit eS die Beleidigung betriff 1. am schwarzen Brett der Universität zu veröffentlichen. Der Wachtmeister St. wurde sceigesprochen, da daS Gericht eine Mittäterschaft nicht für erwiesen hielt.

Besorgung der .örtere tmro der Post durch Dte übergroße Verschiedenheit der Briefform, durch die Ungleichmäß.gkeit im Aufkleben der Frei­marken und durch die oft geringe Uebersichtlich- keit der 2lufschrist in läfttger Weise eri&Dert. 3m eigenen Interesse verwende man daher nut rechteckige Briefumschläge, deren Gröhe der Ror- menausschuh der deutschen Industrie mit Au­st immung der Behörden, des Handels und des Großgewerbes wie folgt veveinheitlicht hat: 11.4 x 16,2, 16L x 22,9 22,9 x 32,4 und 11,4 x 32,4 Zentimeter. Man klebe die Marte in die rechte obere Ecke, schreibe unten recht deutlich den Bestimmungsort nieder und unterstreiche ihn. Man vergesse Straste und Hausnummer nicht. Oft ber Empfänger Abholer oder Inhaber etneS Schließfaches, so vermerke man unter dem Be­stimmungsort .Abholer" oderSchließfach" unter Angabe der Rümmer und unterstreiche auch dies. Wer seine Briefumschläge mit einem Dordruck für die Anschrift versehen läßt. brr lasse auch gleich ein Feld für die Marke unb einen starken Strich für die Angabe der BestimmungsPostanstalt unten rechts mit Vordrucken

*e Austrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 395 Ochsen, 55 Dullen, 908 Färsen und Kühe, 354 Kälber. 254 Schafe, 3366 Schweine

*er Angetegenyett nut <n beicht verschleppen Srmett. 6r erscheint m dem zufolge seine- Wider­spruchs auf den Antrag des Gläubigers vor dem Amtsgericht anberaumten Termin und be­antragt in der mündlichen Verhandlung nach Dor- bringung einiger fauler Einwendungen die Ver­weisung der Sache an daS Landgericht Alsdann sieht sich der Gläubiger genötigt, doch einen beim Landgericht zugelassenen Rechtsanwalt mit der Fortführung der Sache zu beauftragen, und daS bisherige Wahnverfahren vor dem AmtS- gertcht t ebeutet im Grande genommen nur eine überflüssige Verschleppung der Angelegenheit

Bei den kleineren Forderungen, d. h. allen unter 500 Dm., ist es dagegen nicht mehr wie früher dem Belieben des Gläubigers überlassen, ob et wegen ihrer den Erlast eines Zahlung«« befehle- beantragen, oder Klage beim Amts­gericht erheben will. D'elmehr kann der Gläu­biger heute grundsätzlich nur den ersten Weg einschlagen, wenigstens soweit es sich um die Zahlung einer bestimmten Geldsumme, oder die Leistung einer bestimmten Menge von vertret­baren Sachen, allo von Waren unb Wertpapieren handelt, m. a. W in der ungeheuren Mehrzahl aller Fälle reicht der Gläubiger anstatt den Erlast eines Zahlungsbefehls zu b-antragen, eine Klage beim Amtsgericht ein. so gilt sie al« ein Gesuch uhi Erlast W Zahlungsbefehle«, es sei fcoim. dast der Gläubiger in der Klageschrift glaubhaft macht z. B. durch Beifügung yon Briesen seines Schuldners oder durch eigene eidesstattliche Versicherung, dast fein Schuldner die Forderung bestreiten und sich auf eine strei­lige Verhandlung einlassen werde.

3fl der Gläubiger also nicht in der vage, ein solch s Bestreiten seines Schuldners glaubhaft zu machen was ihm aber doch in recht vielen Fällen möglich sein wird, so ist er genötigt, den Antrag auf Srlast deS Zahlungsbefehls beim Amtsgericht einzureichen. Sein Gesuch must ent­halten die genaue Bezeichnung der Parteien nach Hamen, Stand oder Gewerbe unb Wohnort, deS Gerichts, sowie die bestimmte Angabe deS ge­schuldeten Betrags oder Gegenstands unb des Grundes des Anspruch-, etwa

An das Amtsgericht in Wilster L H Geruch des Bäckermeisters Wilhelm Lohmann in Wilster.

Der Schneidermeister Smil Simmermann in W'lster schuldet mir für die ihm in seinem Haushalt während der Monate Juli bi« De­zember 1924 einschließlich käuflich gelieferten Brötchen und Schwarzbrote den Gesamtbetrag von 120 Dm. (Dgl. Me anliegende Rechnung) Da er trotz wiederholter Mahnungen nicht zahlt, beantrage ich Erlast de« Zahlungsbefehl«.

Wllfier, 15. Januar 1925.

Wilhelm Lohmann."

Das Amtsgericht ober auch der von der Landesjustizverwaltung hier'u ermächtigte mitte Tere Justizbeamte Derichtsschre der de« Amtsgerichts prüft das Mahngesuch nach und erlästt den Zahlungsbefehl, wenn ihm keine recht­lichen Bedenken entgegenstehen. Gr muh das Gesuch zvrückweisen auch dann schon, wenn der Zahlungsbefehl auch mir in Ansehung eine« Teil« des Anspruch« unbegründet ist. In unserem Bei­spiele werden etwa anstatt der gesetzlichen Ver­zugszinsen von 4 Proz. 8 ober gar 10 Proz. Zinsen gefordert. Ein Rechtsmittel gegen die da« Mahngefuch zurückweisende Verfügung findet nicht statt. Doch muß vorher der Gläubiger gehört robben. um ihm Gelegenheit zu geben, die be­stehenden rechtlichen Bedenken deS Richters oder GerichtSschreiber« auSzuräumen.

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konnte mir infolge Ausschaltung jeden Verlegergewinnes io niedrig gehalten weiden. Lieferung durch den Buch­handel auSgefchlosten. bin Ronfurreiutocrf unter äbn- lichem Titel, jedord im Umiana von nur 2 Bänden, wird gegenwärtig mit 86. K M. angebotcn.

Urteile von Abnebmcrn: Man ift erstaunt, welche groste Fülle von einzelnen Wissensgebieten in diesem V^erke im Vergleiche zu anderen aebo eri wird. W L Buch­holz i. H. Ich kenne die gon^e einschlägige Literatur, aber etwas derart Voiid mmenes. ivte denft v. b " habe ich noch nicht gefeben. v. Blechstein, Handclsiehrer. - Nach gründlichem Studium deSff. v. h" bestätige ich meine volle Zufriedenheit. Fabrikant v. WolbQipmer. ifch bedaure nur, das präch:ige Werk nicht schon längst gekannt zu hab> n. Empfehle es bestens weiter spritz Lebmann, ©ro'ifaufnihnn. Der .ft. v. h." sollte die Bibel jedes Handlungsgehilfen fein; bann würde es keine Singen über UntüdHigfeiien mehr geben. V fr kämen bann idealen Zuständen wesentlich näher, ft. Weber. HandliingSgebilfe. DaS unS zur Ansicht übersandte WerkDer ffaufmann von heute" behalten wir. A. (5. G., ffabelwerk Oberspree, unb 1000 andere.

Au' dem Inhalt: Bt-chführung und Bilanzkunde leinf., douv.,amerikan.. italien.. iranzöstiche, Bank-. Fabrik-, 'Heielischafte., Geheimbuchführung nfro., Inventuren. Bilanzen iiiiu.); tuifumnn. stiechnei, (Münzew, Maß- und GeivichiSsystem, Gesellschafts>, DiirchschnjttS-. Mischlings-, Prozent-. 3inl». Diskont, Termin-, Lombard-, Monte« korrent Rechnung. Devisen usw ); Geld«, Bank« undBörfen« meleu; faiiimnnniidje Necht^kunde, Handels«, Wechsel«, Scheckrecht. Börsen- und Depoigefetz. Konkur-rechi, uw imuer r Jvei bemerb ufiu.; 'j'.'nrenrnnbe und Technologie; Boik>m'rtfchaslßlehre; Berk.lirs« und WirtschaitSgeogra« phie;Lrgmiiation nnd(Äefg,äst-5betrieb,die kaufmännischen teuergeietze; Handeiskorrefvondenz und Schriftverkehr mit 14.31 "Vninerbeifpielen und Borlagen, die Reklame nid th'e Crganifaiion; Esperanto; Berke!>rS». Ruud« und fturzschrift; Stenographie; Gabelsberger und Stolze«

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t^eaitr her der GunsMng vieler ®tebener ist, auch bieSmal über Mangel an Beifall nicht zu klagen hatte, braucht man wohl nicht besonders zu betonen. Dermerkt sei aber noch, bah auch er in Herrn Delp einen ausgezeichneten Be­gleiter am Flügel hatte.

3n ber Gesamtheit betrachtet ist zu sagen, bah man das gestrige Konzert des Dauerschen Gesangvereins In bk Reihe ber wertvollsten künstlerischen Darbietungen biese« Winter« ein- oebnen muß

Auf gerufene Rentrnbankscheine. Durch Bekanntmachung vom 20. März ruft bk Deutsche Rentenbant die Rentenbankscheinc zu 5 0 Mark mit bem AuSfert-gungSbatum 1. R o- vembec 1 9 2 3 zur Einziehung auf Die auf» gerufenen Scheine können bei den öffentlichen. Kaffen noch bi« 31. Mai in Zahlung gegeben, bei den jtiffen ber ReichSbank aber bi« 30. Sep­tember gegen an bete RentenbrnrNcheine ober gegen gesetzliche Zahlungsmittel umgetauscht werben. Mit Ablauf des 30. September 1925 werden die auf gerufenen Rentenbanfscheine kraftlos. GS er­lischt damit auch die Umtausch- und Einlösungs- Pflicht der Deutschen Rentenbank.

Der Frühling, dellen kalenbermäßiger Anfang am Samstag mit Regen unb Schnee recht wenig angenehm war, hat sich doch bald eines B-sseren besonnen. Gestern brachte er uns pracht­volles Vonntagswetter. da« von vielen zu genuß­reichen Spa-ielgängen und Ausflügen benutzt würbe, und auch heute noch sind bk Wetterau«. sichten die angenehmsten, die man sich in dieser Zeit wünschen kann. Hoffentlich können wir mis dieser Gunst mal eine zeitlang ungestört erfreuen.

Personalie. Durch Entschließung des VandeSamts für das Bildungswesen wurde der Studienreferendar Dr. Valentin Grobe zu Gießen zum Studienassessor ernannt.

* DasBrief format Don ber Dber- peflbiicttion Darmstadt w.rd uns geschrieben: Die ordnungsmäßige Bearbeitung und pünllliche

bte 'Verabreichung eures guten z>tcreP zu er­möglichen SS sei Pflicht der Volksvertreter, bet Wiede rein bringung dieses Gesetzes mit allen Mit­teln auf seine Ablehnung hinzuwirken.

3n der Aussprache gab Gastwirt R ahne- f e I b -Gießen zunächst feiner Freude darüber Ausdruck, daß es gelungen fei, in der Frage der Erhöhung ber Diefteuerr ein gemeinschaftliche-ö Vorgehen ber beteiligten Arbeitgeber unb Arbeit­nehmer burchzuführen. 3n der heutigen fchwereir Zeit müßten alle 3nlereflcnlcngruppen zu ge­meinsamer Abwehr übertriebener Steuerforvel-un gen bereitstehen Wer auch die Gastwirte selbst müßten sich gegenseitig unterstützen unb opfer freubig sein. 3m übrigen äußerte er sich, wie auch verschiebene andere Diskullionsrednei. zu den Aussübrungen der beiden Referenten zustim menb. Rach einigen weiteren Bemerkungen de» DersammlunaSleiterS au den Ausführungen bei Diskussionsrebner wurde die Tagung gegen 6 llftt

Protestversammlung gegen eine Erhöhung der Biersteuer.

Am Freitagnachmittag fand im Katholischen Dereinshaus eine von Vertretern be« Brauet et» gewerbes und von Gastwirten sowie Angestellten unb Arbeitern au« diesen Betrieben stark be­suchte Protestversammlung gegen die geplante Erhöhung der Dtersteuer statt.

Rach den Ausführungen de« ersten Referen­ten, DrauereibesiherS I h r i n g - Ltch. bedeutet bk geplante Verdoppelung der derzeitigen Dier- fteuer nicht nur eine außerordentlich schwere finanzielle Belastung, sie bringt auch sehr be­denkliche Schäden in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht. Die Verdoppelung der Steuersätze werde einen gewaltigen Rückgang deS Bier­absatze« Hervorrufen, so daß durch die Steuer­erhöhung keine Mehreinnahmen erhielt würden. Zur Begründung der Biersteuererhöhung werde angeführt, daß das Braugewerbe verhältnis­mäßig gut über die Geldentwertung hinweg- getommen sei. Gs sylle nicht geleugnet werden, daß einige wenige große Aktiettbrauereien durch die Entwertung ihrer Obligationen unb Hypo­thekenschulden große Dorteile gehabt hätten, das sei aber entschkden die Minderheit. Die große Mehrheit, namentlich die mittleren und kleinen Brauereien, habe durch die schlechte und späte Bezahlung ber Wirte und die Entwertung der an die Kundschaft ausgeliehenen Darlehen enorme Derluste erlitten. Der kaum begonnene Gesun- dungspcozeh würde durch den mit einer solchen Diersteuererhöhung verbundenen Absatzrückgang wieder urckerbrocheit. Llnverständlich sei. daß von sämtlichen Getränkesteuern nur die Diersteuer erhöht werden solle. Die Folge wäre, daß sich der Konsum dann mehr auf die anderen Getränke verlegen würde. Heute sei schon in den Wein­gegenden der Ausschankwein billiger als das Bier, so daß die Brauereien dort kaum noch Absatz fänden, während in Oberhessen der Apfel­wein das Bier wieder vollkommen verdrängen würde. In Hessen sei bet Einführung der er­höhten Steuer infolge der ausgedehnten Wcin- unb Apfelwe inproduktion mit einem Konsum- rückgang von 50 Prozent zu rechnen, so daß die Regierung überhaupt keinen Steuervorteil hätte. Der Referent perltest sodann eine Reche von Eingaben, in welchen der Aeichsverband der Deutschen Industrie, der Deutsche Brauer-Bund und die Heisischen Handelskammern gegen die geplante Erhöhung der Diersteuer Stellung neh­men und auf die im Falle Der Durchführung des Dorhabens eintretenben wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten hingewtesen.

Der zwecke Referent, Gewerkschaftssekretar Wolf«Ka|sel, tote« zunächst darauf hin, daß auch die Arbeitnehmer be« Brau- und Gastwirt- gewerbes gegen die Derdoppelung der Diersteuer protestieren mühten, weil eine derartig hohe steuerliche Belastung unbedingt zu einem enormen Rückgang des Verbrauchs unb Damit auch zur Einschränkung bzw. Einstellung von Betrieben führen würbe. Das hätte zur Folge, baß außer­ordentlich viele Arbe tnehmer ber beteiligten Ge­werbe ihr Brot verlieren. E« fei ein Unsinn, auf bet einen Seite burch Erhöhung ber Diersteuer die ReichSfinan^en erhöhen zu wollen, während man auf der anderen Seite wesentlich höhere Be­träge für Arbeitslosenunterstützung hinaus­werfen müsse. Redner zeigte weiter an Hand von statistischem Materal, in welcher Form sich die geplante erhöhte Steuer gegen die Vorkriegs­zeit unb bk jetzigen Sähe audtoirft, außerdem, in welcher Weise sich seither jedesmal nach einer ©teueurböbung ein Konsumrückgang bemerkbar machte Zum Schluß forderte der Referent die zahlretch Erschtenenen zu einem flammenden Pro­test gegen die geplante Verdoppelung der Dier­steuer auf, der in einer einstimmig gefaßten Ent- schlichung zum Ausdruck kam.

In einem Wecker en Referat beschäftigte sich der Redner mit dem Schank st ättengesetz, das im Reichstag mit geringer Mehrheit ab» gelehnt worden ist. Er zeigte zunächst den Ur­sprung dieses Gesetze«, sowie die Auswirkung im Falle ber Durchführung. Das Gesetz bezwecke eine tnbirefte Trockenlegung, die. tote man in Amerika seststellen könne, niemals geeignet sei, die Schäden des Alkohols aus der UBelt zu schäften. Selbstverständlich müsse alles getan wer­den, um jeden Mißbrauch deS Alkohols zu unter­binden, dies lasse sich aber nicht durch starre Gesetze erreichen. Eine wirksame De'ämpfung des Alkvholmißbrauchs sei nur durch Volkserziehung, ein Rückgang des Dranntweingenusses nur durch

Konzert des Bauerschen Gesangvereins.

Rachdem er am Samstagabend daS üblich« Konzert für die Dereinsmitglieder gegeben, trat ber Dauersche Gesangverein unter sei­nem Chormeister Otto G ö r l a ch gestern nach­mittag in ber Aula mit einem Konzert wieder an bte breite Oeffenilichkeit. Der Verein hatte für seine diesmalige Deranstaltung den Leit- aedaicken gewählt: Gott, Heimat, Vaterland. Das feinsinnig und sehr abwechslungsreich zusammen- f:eftelüe Programm wurde diesem Grundgedanken n bester Weise gerecht.

Mit zwei Chören aus der Messe von Fr. Schubert (Zum Eingang. Saintu«) aaben die Sänger, in Erfüllung des ersten Telles ihres feit fl geg eben en Gesetzes, bem Konzert einen wür­digen, feierlichen Auftakt. Der heunallichen Rote entsprach ber Sängerchor mit dem schwierigen, aber auch sehr bantbaren ChorwerkHeimat", bem immer wieder gern gehörten und stets be­zaubernden VolksliedDas stille Tal", bem rei­zenden schwäbischen VolksliedLiebesscherz" und mll dem prächtigenMoselweinlled". An da« Daterland erinnerten da« feinvertonte .Elfen­locken im Wald", bas altbekannte DolksliedDer Jäger Abschied vorn Wald" und schlieUich der von ernster Stimmung getragene ChorRacht- aedanken". Bei allen Darbietungen konnte die stattliche Sängerschar wieder einen sehr guten Eindruck erzielen, ber dem hingehenden Eifsr ber Chvrmitglieder, die ein ganz hervorragendes Stimmaterial barftellen, und der trefflichen 6d)u- lung und sorgsamsten Chorführung des Diri­genten Otto Görla ch in gleicher Weise al« wohlverdient zuzusprechen ist. DaS bis auf wenige Plätze ausverkaufte HauS gab mit Fug unb Recht seiner vollsten Zufriedenheit in herzlichstem, starkem D:i!all Ausdruck.

Eine hohe Dereicherung erfuhr bas Konzert durch die Diolinvvrträge von Frl. Anni Delp aus Darmstadt. Die Dame spielte zuerst deS jungen Kompv''isten W. Schullheh' (über dessen Werdegang wir am Samstag kurz berichteten) Concertino für Bioline. ferner noch W. A. Mo­zarts Konzert für Violine. Deide Darbietungen wurden für die junge Künstlerin, bk von ihrem Bruder, dem hier schon bestens bekannten Herrn Eberhard Dclp, auf dem Flügel feinsinnig be­gleitet wurde, zu einem gläirzenden Erfolg. Ihr Spiel offenbarte so viel feines Empfinden uno war von so hervorragender Dirtuosität, bah man ber Dame wohl einen künstlerischen Hohenweg Voraussagen kann. Daß der Drisall Publi­kums überaus braeiftert war, verstand sich nach diesem Kunstgenutz von selbst.

Das Dereinsmitglied Curt Richter fügte mit seinem ausgezeichneten Gesang ber Mendels» sohnschen ArieSei getreu ausPaulus" unb des LiedesAm stillen Herd" aus denMeister­singern'' neue Erfolge seinen vielen küsherigen an. Daß ber Künstler, ber schon vom Stadt-

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Lenders.

(Aus berRadio-Umschau-.^

Montag, 23. März:

4.20 Ubr: Rachrichtendienst. 4 30 bi« 6 Uhr: Leo-Fall-Rachmcktag deS Hausorchester«. Tänze. Märsche und Lieder au« den OperettenDer süße Kavalier",Madame Pompadour" u.a.m. Mitwirkung: Elisabeth Friedrich (Sopran) vom Frankfurter Opernhaus. 6 Uhr: Wirtschafts­meldungen. 6 biS 6.30 Uhr: Die Lesestunbe (Die Rovelle):Ein Erzschelm" von Knut Hamsun. 6.30 bis 7 älhr: Die Besprechung (ßlt Teil). 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 Uhr: Dortrag von Paul Freye:Buddhistische Mär­chen. 7.30 bis 8 Mr Fmckhochschule. Prof. Küntzel:Aus der Geschichte des deutschen Unter-= ncbmertums", 7. Dortrag. 8 bis 8.30 Ubr: Gng- licp/r Unterricht. 9.30 bis 9.30 Ubr: Der Tausch. Drama von 'J3au( Claudel (erster Akt). 9.30 Uhr: Rachrichtendtenst. Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: ilebertragung von Kassel: 'Konzert des DoppelquartettS Dogel-Lauff«.

Dienstag, 24. März:

12 Ubr: Rachrichtendienstf 3 u. 4 Ubr: Wiri- schastsmeldungen. 4.20 Uhr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Ubr: Beethoven-Rachmittag be« Haus- orchesters. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungetr. 6 bis 6.30 Ubr: Die Lesestunde AusSoll unb Haben" von Gustav Fretztag (Fortsetzung). 6,30 bis 7 Ubr:Der Schwimmsport". Dort rag von Welt­meister Fritz Ricolei-Frankfurt. 7 Ubr: Wirt­schaftsmeldungen. 7 bis 7.30 Uhr. Dortrag von Dipl.-Ing. v. Moellendorl,Leonardo da Dinri unb die Technik", 7.30 Uhr: Ueberragung au« bem Frankfurter OpernhausDer süße Kavalier", Operette in 3 Akten von Leo Fall. Anschließend Rachrichten, Wettermeldung, Sportbericht.

Wer sein Geschält als Handels- und Gewerbetreibender kausnmnnlsch rationell und stenerrecktlich richtig führen, wer eine leitende S'elllina einnehmen wich muß da- umfangreiche Gebiet, daS der Berns deS «nnfmnnn» umfatit, theoretisch unb vraktisch ooflfmn in beherrschen, um le ne Unterncbenen beanffutiitnen und lenen ,u können

nmi UAM LaBllA ftanfinanni'che) Unterrichts« lind ,-,ortbildnn»ewerk für die bernflidje ?(uObtlbung In den nefamien Hai delswistenschasten und ihren ver«

!|2r S SlillJinn Ulin verbanden nut allen jum sprach, und Lchri'toerkehr er so berieten WistenSzwemen, ,-ebst -ahlre.chen Musterbetsvielen,

U I SmiOSI >£ vwfil ei eJ lO fpiu'e einer Einsühr'ina in ble^@runblanen deS nolllischen und Ivtrischaltilchen Lebens im neuen Deutschland. ^eranSaeneben vom D'vlom«

eirsw »w ^nnbeldlebrer Dr. phil. ftarl Seuering, Siubienrai an der önentU HandelölehranstaU -»Leipzig unter Mitarbeit vieler nnberer Autoritäten.