Ausgabe 
23.2.1925
 
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Aus Natur und Technik.

(Ein unterirdische; Mehhaus.

Don R. S ch c l d - Dresden.

Doch im Jahre 1924 ift in Leipzig das -ILntergrunteMebhauS Marti" und damit das erste unterirdische Gebäude Deutsch- land- fertiggestellt worden. 3nlafi zu dem Dau war daS für Leipzig typische TM: et ter buten- übel, mit dem die wenigen schönen Plätze der Stadt verunstaltet tourten: zahlreiche Denkmäler waren in solch provisorische Mehhäuser einge­baut und sanden sich dann zur Menzctt in den eigenartigsten und unpassendsten Umgebungen-, so bot bei der vergangenen Melle das Stand­bild eines Monarchen, der mit versteinerter Miene auf die zartesten Dessous schaute. Anloh zu manchem Scherz Durch daS neue Gebäude ist Leipzig- historischer alter Markt mit seinem bekannten Siegesmonument und seinem ehrwürdi­gen alten Rathaus vor einer dauernden Der- unstaltung bewahrt geblieben.

Kein aufdringliches Bauwerk stört nun mehr den Eindruck stilistischer Geschlotsenheit des Playcs. Ein Brunnen mit steinernen Ruhe­bänken. eine stilvolle Einheit mit ter auS Roch­litzer Porphyr bestehenden bescheidenen Brüstung des Haupteinganges bildend, ist das einzige sicht­bare Zeichen der grob und genial angelegten unterirdischen Stätte der Arbeit: an den betten Längsseiten teS Marktes sinden sich noch die Brüstungen zweier RolauSgänge, die jedoch kaum in Erscheinung treten. Richt weniger als 3400 Quadratmeter sind unterkellert: der unterirdische Mehpalast erstreckt sich in einer Länge von an­nähernd 90 Meter, einer Breite bis zu 40 Meter.

Erstaunlicher noch alS der erste Eindruck, den die sich weit erstreckende Halle mit ihren schon gemeibelten Detonpseilern. ihrer Kassetten- lorm zeigenden Rabihdecke und den sich inner­halb der Kassetten besindendfn Beleuchtungs­körpern bervorrust, sind die technischen Einnch- tungen, die mit dem Bau verbunden sind. Eine sinnreich angelegte Regenanlage sorgt dafür, jede irgendwie drohende FeuerSgesahr schon im Keime zu ersticken: natürlich sind Hydranten und be­sondere Sinsteigeschächte für die Feuerwehr vor­handen. Der gelungenste Teil der technischen Ausgestaltung dürfte aber wohl die Lösung ter hygienischen, nämlich der Heizungs- und De- leuchtungsfrage sein. Ein wesentlicher Bestand­teil dieses technischen System- ist die Einführung einer Doppcldecke. lieber der dem Besucher sicht­baren Rabihdecke nämlich befindet sich die eigent­liche Gifenbeton-Ballendecke. In den Zwischen- räumen aber, in denen sich auch die Dcleuchtungs- Teilungen befinden, lausen die Heizkanäle. Hierher wandert der vom Raschmarkt hergeleitete, in den Heiz kämm ein des Mehhauseö ausgespeicherte er- bitzle Dampf, und hier vereinigt er sich mit der durch Dentilotoren hereingepumpten Frischlust, die dann durch die über die ganze Halle hin sinnreich verbreiteten Oeffnungcn in das Metz- Haus gelangt. Dadurch, dab vom Boden des Mebhauses her die verbrauchte Luft einaesogen wird, ist ein dauernder Strom gesunder und durch Filter gereinigter Luft gegeben. Dabei dauert eS nur die kurze Spanne von 12 Minuten, bis eine vollständige AuSlüftung und Lufterneuerung stattgefunden hat Es wird mit Recht behauptet, dab es kaum ein überirdisches Haus gibt, das in dieser Hinsicht allen Anforderungen der Hh- gtenc derartig genügt. Auch die Unannehmlich­keiten eines dauernden Bei-Licht-Arbeitens sind soweit wie nur irgend möglich durch die Ge­staltung ter Beleuchtungskörper aufgehoben.

So ist das neue Mebbaus in jeder Hinsicht ein Meisterwerk, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Schnelligkeit, mit der es ausgeführt wurde. Ist doch ter ganze Bau in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Rovember 1924 mit einer reichlich einen Monat betragenden Streikunter­brechung. also alles in allem in fünf Monaten ferliggcftcllt worden. Dabei sind nicht weniger als 18 000 Kubikmeter Erdreich in 12 250 Ge­schirren ausgeräumt Worten: würde man Ge- schirr an Geschirr aneinanterreihen. so würde man bei knapper Rechnung eine Reihe von an­nähernd 70 Kilometern erhalten. Eine Leistung von Energie und Fähigkeit, mit der Deutschland aufrieten sein kann!

Jetzt werden zum ersten Male gegen 200 Aussteller in Deutschlands erstem unterirdischen Aussteller in Deutschlands erstem, unterirdischem MebbauS Platz finden. Mögen ihre Leistungen mit ten Qualitäten des neuen Baues um die Mette eifern, von deutschem Können zu zeugen! Eine ideale Eisenbahnschwelle.

Die Versuche, die bisher üblichen, meist aus Holz oder Eisen bestehenden Eisenbahn­schwellen durch Bewn zu ersetzen, die seit einem Jahrzehnt gemacht werden, haben nun zur Herstellung einer idealen Schwelle ge­führt, der Asbeston-Schwelle, über

die in derUmschau" berichtet wird. Diese Schwelle besteht aus Bewn mit Eisenein- lagen, enthält aber zugleich eine Masse, näm­lich den Asbeston, ein Kunstprodukt aus Asbest und Zement, der die Eigenschaft hat, allen zerstörenden Einflüssen den größten Widerstand entgegenzusetzen. Da das Binde­mittel im Beton ebenfalls Zement ist, so war es leicht möglich Tragkörper und Ber- ankerungskörper der Schiene zu einem Gan­zen zu vereinigen. Da die Llfbeston-Schwelle wie Holz bohrfähig ist, so hat sie alle Vor­züge der Holzschwelle, schaltet aber deren Rachteile aus. Ein Rachgeden der Schiencn- befestigungsschrauben ist verhindert. daS Zu­grundegehen der Schwellen praktisch aus­geschlossen. Daö ist natürlich für die Be­triebssicherheit der Eisenbahn von größter Bedeutung. Zu den technischen Vor­zügen kommen noch wirtschaftliche. Deutsch­land war bisher gezwungen, grobe Summen ins Ausland fliehen zu lassen, weil aus deut­schen Rohstoffen die Menge von Schwellen nicht hergestellt werden tonnte, die durch die schnelle Abnutzung der Holzschwellen erforder­lich war. Die Asbeston-Schwelle aber, die jetzt mehr und mehr auf den Eisenbahnlinien eingeführt wird, kann, abgesehen von der kleinen Asbestmenge, ausschliehlich aus hei­mischen Rohmaterial, nämlich auS 70 bis 30 > Kies und 20 bis 30 »o Zement, hergestellt werden.

Die Motorisierung der Seeschiffahrt.

Die wenigen Jahre, die seit dem Ab- fchluste des Krieges verflossen sind, haben technisch so vieles höchst wertvolle Reue ge­bracht, daß von einer vollständigen 11 ml rem pc- lung der Vorbedingungen gesprochen^ werden darf. ReuerdingS ist nun auch die Segel- s ch i f f a h r k durch Flettnerö Erfindung in gleicher Weise umgewandelt worden. E- ist ein eigentümlicher Zustand, daß wir durch den Friedensvertrag unsere Flotte gegenEnt­schädigung" losgeworden sind, die uns jetzt, da sie in technischer Hinsicht natürlich voll­ständig rückständig wäre, recht sehr zur Last sein würde. Da ist namentlich daS Vordringen des Motorschiffes von allergröhter Be­deutung. Der Motor gemeint ist ausschlieh- lief) der Dieselmotor in seinen verschiedenen Bauarten - ist bei weitem wirtschaftlicher, bequemer, sauberer, erfordert weniger Perso­nal, ist schneller betriebsbereit und verkürzt durch die Bequemlichkeit der Bcennstossüber- nahme die kostspielige Hafenliegezeit um ein Bedeutendes. Natürlich befanden sich unter den abgelieferten Schiffen gar keine Motorschiffe, um so mehr sind inzwischen neu gebaut wor­den. Die Folge ist, dah, während di? eng­lische Flotte einen kleinen Prozentsatz von Motorschiffen besitzt, die deutsche einen viel größeren hat und dazu noch fortwährend neue

Gefahren durch Derbrennungsgase von

Kraftwagen.

Don Wilhelm

Der ständig wachsende Kraftwagenverkehr bringt dem Grobstadtmenschen eine steigende Ge- sahr. Richt nur. dab die Verkehrsunfälle in erschreckendem Mähe zunehmen, auch dieDolls- gcsundheit wird durch die giftigen Aus- pussgase schwerwiegend geschädigt. Ganz be- sonters grob ist diese Geiahr an den Brenn­punkten des Grobstadtverkehrs, wo sich durch die häufig engen ©traben ganze Kolonnen von Kraftwagen oft in mehreren Reihen aneinander vorteizwängen. Der Aufenthalt wird einem dort insbesondere durch die übelriechenden Benzin­dünste schnell gründlich verleidet

Alle beruflich an solche Orte Gesesselten, wie die DerkehrSbeamten. ©trabenarbeiter usw., find den bösen Wirkungen der Derbrennungsaase schutzlos preisgegeten. Diese bestehen neben dem von den Geruchsnerven so unangenehm empfun­denen Rauch auS verbranntem Oel zu einem groben Teil aus Kohlenoryd. dem giftigen, färb- und geruchloses Gas, das bei mangelndem Luftzutritt auch in ten Oefen entsteht, und dem schon manches Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Seine giftige Wirkung beruht darauf, dab es in der Lunge von den roten Blutkörperchen begierig ausgenommen wird, und zwar in ganz

Buchmann.

nun anlablich des geplanten Baues eines zwei­einhalb Kilometer langen Strabentunnels unter dem Hudson, der Reuyork mit Rew Verseh ver­binden soll, mit der Frage der Auspuffgase der Kraftwagen beschäftigt. Die Ergebnisse ter von dem bekannten amerikanischen Physiologen Henderson durchge.ührten Untersuchungen bestä­tigen die schon früher gemachten Erfahrungen. Da die Durchfahrzeiten durch den Tunnel für die Wagen nur kurz sind, so ist bei der vorge­sehenen Durchlüftung für die Gesundheit der Fahrgäste nichts zu befürchten. Für die sich ständig im Tunnel aufhaltenden Sicherheitsteam» ten müssen jedoch besondere Schuyoorlehrungen getroffen werden.

Auf Grund von weiteren Messungen in ver­kehrsreichen ©traben kam Henderson zu dem Schluss. daß zur Verhütung oder doch wenigstens zur starken Herabsetzung von Desundheitsschädi- gungen unbedingt etwas geschehen müsse. Er schlagt vor. die Auspufföffnung der Kraftwagen nicht mehr wie bisher wagerecht nabe über dem Erdboden anzubringen, fondern das Auspuff­rohr am Hinteren Wagenende senk­recht bis über die obere Kante des Verdecks hrchznführen. wie die- unsere Bilder zeigen.

bedeutend stärkerem Mabe als der Luftsauerstofs. Die Dlutkörperchen, die aber schon mit Kohlen­oxyd beladen ihren Kreislauf vvllführen. können keinen Sauerstoff mehr aufnehmen, sie scheiden also für die Beförderung dieses Ieten6notteen«- digen Stosses aus. Schon ganz geringe Men­gen des giftigen Gases wenige Zehntausente stcl vom Hundert - genügen bei längerem Auf­enthalt in der schlechten Luft zum Hervorrufen von Dergiftungserscheinungen Kopfschmerzen. Schwindel. Ohnmachtsanfälle, ja ter Tod können die Folge fein. Da den einzelnen Organen der nötige Sauerstoff vorenthalten wird, geht der Körper an Erstickung zugrunde.

Die bisherigen Mabnahmen zur Regelung des Verkehrs greifen, so einschneidend sie auch sonst fein mögen, das Hebel nicht an der Wui zel an. In Amerika, wo die Verhältnisse noch viel ungünstiger liegen als bei uns. hat man sich

Durch den auswärts gerichteten Auspuff wer­den die Gase nach oben geworfen, sie können sich daher leichter mit der Luft mischen und von dieser fortgeführt werten, während sie sich jetzt in den unteren Luftschichten anfammeln und die Menschen zwingen, sie einzuatmen. Die Gefahr, daß die Gase in hoher gelegene Räume bringen, ist nicht fo grob: sie ist im Gegenteil beim jetzigen Zustand viel großer, da die Lust in ten Hausern wie in einem Schornstein nach oben steigt.

Der Vorschlag verdient ernstliche Beachtung. Cs muß jedenfalls unbedingt etwas unternom­men werden, phc ernstere Schäden ,,u verzeich­nen sind, Untere durch den Krieg und die Kriegsfolgen schon schwer mitgenommene Volks- gefunbheit ist zu wertvoll, als dab man sie durch Sorglosigkeit noch weiter untergraben lassen dürste.

Motorschiffe in Dienst stellt. Soeben erst ba! die Hamburg-Süd wieder zwei neue Motor­schiffe von je 14 000 Registerwnnen in Dienst gestellt, die für den Auswandererdienst be­stimmt sind. Mir 15 500 Pferdestärken starken Motoren auSgestattet, können sie auf der Reise eine ganz achtbare Geschwindigkeit entfalten und werden bei ihren vorzüglichen Einrich­tungen den auf dieser Strecke lausenden Damp­fern ernfibafte Konkkurrenz machen. Weitere große Schiffe der gleichen Art sind im Bau.

Welche Bedeutung der Motorschissbau füi Deutschland hat, erhellt genügend aus der Tatsache, daß gegenwärtig auf deutschen Werf­ten rund 379 000 Tonnen Schiffe im Bau sind, wovon allein 279 000 Tonnen Motor­schiffe sind. So wird die deutiche Flotte, wenn wenn sie auch noch klein ist. bald die mo­dernste der Welt sein, was leinen Ausdruck in der Leistungsfähigkeit und in den Erträg­nissen unfehlbar sinden wird.

Tack ftlnmiimibaromctcr ein Mittel gegen (ttrubenkataftrvphen.

In den südafrikanischen Diamantenrninen in Kimberley hat man öfters bei Bohrungen im festen Fels Erdgas angetroffen, das bisweilen sehr stark ausstromtc und eine Gefahr bilden konnte. Man verwendete daher ein einfaches Sicherungsrnittel, über das Pro!. E. Katzner in ter Leipziger ..Illustrierten Zeitung" berichtet. In Der Vulfontainmine liest der BergwerkSleiter ein 2' zölliges Eisenrohr in den Hauptspalt ein- dichten, aus dein das ErdgaS drang, und schlost die anderen Spalten durch eine Zementwand. Das aus dem Rohre strömende Gas wurde an­gezündet und brannte phne Rauch wie eine Fackel. Ging die Flamme einmal aus. so stand genug Prestlust zur Versügung. um daS unter­brannt auSstromende Gas unschädlich zu machen Die Flamme dieses ..Barometers" ändert sich je nach de.n Luftdruck: bei sehr hohem Luftdruck erstirbt sie ganz, während sie bei Üdem biS zu 1 Meter Länge anwächst. Da der Luftdruck vor­mittags höher ist als nachmittags, fo wird die Flamme entsprechend vormittags kleiner al« nachmittags. Im Durchschnitt kommt auf 2* Millimeter Luftdruckänderung eine Zu- oder Ab­nahme der Flammenlänge um 30 Zentimeter. C« ist also hier ein lehr einfaches Verfahren an» gewendet, um Die Menge des austretenden Grubengases, deren Beobachtung für das Leben der Bergarbeiter von höchster Wichtigkeit ist. augenfällig zu machen. Dietönenden Baro­meter. bei denen die cinftrömcnte und die auS« strömende Luit zwei Pfeifen Warnungsfignale ausstosten lästt, find bereits früher in England benutzt worden, haben sich aber nicht bewährt da Der gefährliche niedrige Luftdruck bei dem Ertönen der Pfeifen schon Da ist, und mit ihm auch das üble Wetter. Das Flammenbarometer gibt sichere Anzeichen über die Veränderung des Luftdrucks.

Die Haffkrankheit.

Die geheimnisvolle Haffkrankheit. Die im 3ufi des vergangenen Jahres bei Fischern des Frischen Haffs sich in plötzlich auf treten ter Muskelschwäche, verbunden mit Schmerzen, äuhcrte. so dast die Fischer im Kahn hilflos liegen blieben, bis sie von Kameraden aufgesun­den wurden, konnte nach langen, mühseligen Untersuchungen jetzt als eine ArsengaSver- q i f t u n g erkannt werden. Durch die Abwässer Der Zellulosesabriken bei Königsberg, die sehr arsenhaltig sind, kam Arsen in daS Haff. Die Menge hätte aber wohl nicht ausgereicht, Ver­giftungen hervorzurufen: sie wurde begünstigt Durch die Haff-Blüte, die so auherordent- lich stark war, test die Algen allmählich in leb­hafte Gärung übergingen und die Fischer Gas­blasen beobachteten. Algen sind nun imstande, Arten und Phosphor aufzuspeichern: und auch Phosphor war in den Gewässern enthalten, und zwar in dem von den Zellulosefabriken zur Herstellung Der schwefligen Säure verwandten spanischen Rio-Tinto-KieS.

Die Annahme einer gasförmigen Arsenver­giftung erklärt Den Ilmstand, dast Die Erkran­kungen besonders am Morgen auftraten, wenn der Dunst noch auf Dem Wasser lag. Durch den Wind wurde Die Dunstwolle mit Dem Arsengas hin und her bewegt und auch an« Ufer getrieben, so dast Leute. Die ihren am Ufer gelegenen Acker bestellten, gleichfalls erkrankten

Der Grund, weshalb nicht schon vor Dem Kriege, wo die Zellulvsefabriken denselben KieS verwendeten, diese Erkranlungen austraten, ist ter, dast feit 1916 Die Rogat, hie ihren Ausflust nach Dem Frischen Hass in hat abgesperrt wurde, fr Dast wenig Süstwailcr in das Hass hineinkommt und Durch das Pillauer Tief DaS Ostseewasser hineingedrückt wird. Salzwasser beföroert aber hie Bildung arsenhaltiger Gase.

Geometrie aus der Luft.

AuS Der Werkstatt DeS Aerokartographischen Institutes vom Stahlwerk Mark, Meltzer und Kreuz-Breslau.

Die Bekanntschaft mit Der Erde veinnittelte bis zum heutigen Tage die Karte. Sorgsam im Gelände au5gcmeffen, entstand sie nach wochen- und monatelanger Arbeit im freien Felde, im Kamps mit den anbitte)] der Witterung und her Hartnäckigkeit des Terrains.

Der Krieg brachte mit seinem Ausbau des ^lugzeugwesens daß Luftbild. Don überhöhtem ©tanhbunt aus ausgenommen, gestattete es einen Einblick in DaS Gelände von gröberem ilnüang, war lebendiger in der Wiedergabe von E'.nzel- heiten, litt jedoch an dem Mu ngel eines feiten Maststabes bezw. an einer starken perspekti­vischen Verzerrung der Schrägaufnahmen.

Jetzt besitzen wir in dem Aerokartographen von Prof. Dr. Hugershofs ein hochwertiges In­strument der Feinmechanik, das das gesamte Kartcnwescn von Grund auf umzugestalten be­rufen fein wird.

Durch Verwendung von genau gebauten Auf­nahmeapparaten. Die ein festes Verhältnis zwi­schen Brennweite unD Plattenentsemung vom Objektiv haben, erhält man genaue Anhalte- punkte für eine stabile Derechnungsgrundlage für den Maststab des Kartenbildes, denn die Senk­rechtaufnahme vom Flugzeug aus nähert sich be­reits stark ter Karte. Dieses Verfahren war

schon im Kriege üblich. Hier wurde durch Ver­gleichung bekannter Grosten auf der Erde jede beliebige unbekannte Strecke ausgerechnet. Die Reihenbildkarte enstand durch Aneinanderfügen von fortlaufend gemachten Bildern.

Was heute neu ist. und was unerhörte Möglichkeiten bietet, ist Die stereoskopische Luft­aufnahme. Don zwei verschieDenen Punkten während des Fluges ausgenommen, durch Mest- marten aut den Platten auswertbar gibt Die Aufnahme die Möglichkeit, stererskovisch betrachtet zu werden.

Der Aerokartograph vermag Die Platten d ink einer besonderen, äusterst komplizierten Apparatur in entsprechend genau dieselbe Lage wie bei b?r Aufnahme einzustellen, so dast bei Der Projektion nach hinten eine stererskopische Reliefkarte ent­steht, auf Der die Höhenlinien durch einen Zeiger aufgezeichnet werden können.

Diese neue Methode Der ÄartenJjcrftcllung eröffnet Die weitesten Perspektiven. Ihr zunächst in die Augen springender Vorteil ist die Schnellig­keit der Aufnahme und die rasche Fertigstellung des gebrauchsfertigen Endproduktes in beliebiger Form als Luftbild, Landkarte oder Reliefkarte. Dazu kommt weiter die grobe Verkürzung Der Arbeit im Gelände und eine äusterste Einschrän­kung der häuslichen Berechnungs- und Kartie­rungsarbeiten und im Zusammenhang damit eine wesentliche Verbilligung durch Zeit- und Per- fonalerfbarni#. Die Einfachheit der Darstellung

und Die bessere llcbcrfidjtlidjleit des Geländes ermöglichen es, insbesondere Laien, wie Den Ver­tretern von Organisationen oder Behörden, einen schnellen und anschaulichen Begriff von Der Wesensart Des GelänDes zu geben. In Cante und Forstwirtschaft, im Eiedlungswesen, bet Bauten und BahnhosSanlagen, bei der Erschlie- tzung von unwegsamen Gebirgs-. Moor- oder Küstengebieten, überall bildet die Luftaufnahme ein unersetzliches Mittel zu genauester und wirk­lichkeitstreuester Wiedergabe.

Für daS Heerwesen und die Canteetertei* Digunq ist die Luftaufnahme des Geländes vor allem Durch die UnauffäHigteit und Schnelligkeit sowie die absolute Zuverlässigkeit wohl ohne weiteres einleuchtend.

Richt vergessen werden soll Die Erwähnung, Dast Japan bereits einen Aerokartographen käuf­lich erworben hat und 5)ant intensivster Arbeit bald das bestvermefsenbe Land der Erde sein wird. Auch Holland hat bereits für seine Küsten­gebiete Aufnahmen bestellt. c-S.

Die kartographische Ausnahme Kanadas.

Die kanadische Regierung verwendet in grobem Mcchstab das Flugzeug zur Aus. nähme von Karten für das riesige Gebiet, das bisher zum groben Teil noch ganz unerforscht war. So sind im vergangenen Jahre karto­graphische Aufnahme mit Hilfe des Flugzeugs nördlich von Manitoba und Saskatschewan in dem Renntiergebiet gemacht worden. Zwei wei­

tere Flugerpedittoncn D?, kanadischen Lustkräste lieferten die kartographische Festlegung des gan­zen Gebiete- nördlich von Manitoba unb ÖaMat- fchewan von der Hudson-Bay bis zur Quelle des Churchill-Flusses.

Unsichtbare Beobachtung einer Operation.

In Dem groben Hospital Saint- Loufs in Paris ist jetzt e:n" Einrichtung getroffen worden. Die für den Rei ztest and von gröbtem Interesse ist. Diele Einrichtung ist als Cpiskop bekannt und befähigt Den Chirurgen, allein in einem vollstänDig ruhigem Operationssaal zu ar­beiten. während gleichzeitig eine Hörerschar von Studenten und Professoren den Vorgang ter Operation in einem besonderen Raum verfolgen. Während man in einem verdunkelten Raum wartet, wird bet Patient nuf den Operationstisch gelegt, frei von eindringenden Giftstoffen, lieber chm hängt eine Batterie triftiger elektrischer Lampen, deren Strahlen auf das Operationsfeld gerichtet sind. Ein grobes Prisma bricht die Strahlen in ein Rohr, das in Verbindung mit Dem Höhrlaal ist. und wirft sie durch eine Konveklinse aut die Leinwand. Wenn die Operation beginnt, lieht man auf der Leinwand die vier Hände ter Chirurgen sich bewegen und Die Operation ihren Verlaut nehmen. Ein Lautsprecher überträgt die Stimme Des Chirurgen zu den lauschenden Stu­denten. Das ist Die einzige Einrichtung dieser Art, Die in Betrieb ist. aber eine weitere wird jetzt in der Pariser Zahnärzteschule gebaut