Freitag, 25. Januar 1925
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
Nr. (9 Zweites Blatt
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dun g". Ergänzt wurden seine Ausführungen durch Lichtbilder. Der Film führte uns 600 Meter tief in ein Kalibergwerk. Man sah die Bergleute bei der schwierigen Arbeit im Innern der Erde, inan sah die Verwendung des Kalis und deren Folgen. Besonders interessierte die Zuschauer die Wirkung des Kali auf Hederich. Was für ein lästiges Unkraut der Hederich in unserer Gegend ist, wissen alle Landwirte, konnte
Mitteln, zum Lei! aus ijm vom geführten Geldern Mitglieder bei der schon lange währenden allgemeinen Gc.dknappheck durch Darlehen unterstützen. Es mag hier noch hervor- gehoben werden, das) ohne die Unterstützung des Vereins wohl mancher angefangene Bau nicht unter „Dach" gekommen wäre. Der Bericht schloß mit der Mahnung, den Gemeinschaftssinn noch mehr als bisher zu betätigen. „Einer für alle, alle für einen!" Vachdem Herr Haak für die freundliche Begrüßung im Vamen der Gäste herzlichst gedankt hatte, gaben er sowie Herr K remann Ausschluß über die Lage auf dem Geldmärkte, über Warenverkehr und die Tätigkeit der Raiffeisenverbände. Auch ihre mit großem Beifall ausgenommenen Ausführungen (der Mangel an Raum verbietet es, ausführlich darauf einzugehen> schlossen mit der Mahnung, nun allmählich wieder ans Sparen zu denlen und sich die Worte des Vorsitzenden zu Herzen zu nehmen. Dipl. Landwirt Schneider hielt dann einen Vortrag über „Düngemittel und deren richtige An w e n -
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erkennung seiner Verdienste um bic Chöre mit Worten herzlichsten Danker, zum Ehrenmit-- a l i e d ernannt. Mit eindrucksvollen Worten begrüßte hierauf der neue Dirigent, Lehrer Lotz, die Sängerschar und die Gäste. Dck Gesangsvor--
dieser Gelegenheit wurde der bisherige Dirigent, Lehrer L e h l . " 2
um eine Stelle im Odenwald anzutretcn. in An-
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trägen der beiden Chöre und Violinvorträgen des früheren und des neuen Dirigenten verlebte man dann einige recht genußreiche Stunden.
is. Steinbach, 22. Jan. Am Sonntag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des Land- jugendbundcs im Gasthaus zum Einhorn eine Reichsgründungsfeier, verbunden mit Danner weihe. Der 1. O tszruppcnvor- sitzende Karl Balser lll. begrüßte die Fest- vcrsammlung. Darauf sprach der 1. Dezirksoor- s ist ende Hinrich M o o tz - Grohen-Drckeck. Rach dessen kerniger Ansprache nahm der 2. Vorsitzende 9’ "üg Balser die Dannerwewe vor, deren Abschluß das Deutschlandlied war. Das Danner war von zwei Damen der Ortsgruppe an« gefertigt und g schmackvoll auSg-fdl n. Die dann zur Aufführung kommenden b iden vaterländischen Theaterstiäcke: „Schlag ter. ein deutscher Held", sowie ..Leonore, die Grabesbrauf. ergriffen die Zuhörer in starkem Maße. Rach dem einmütigen ilrt’il a'l r Anwesenden düchlen die Darbietungen ihresgl ichen suchen. De' Vorstand dec Ortsgruppe hatte in seinem Bestreben, io wie im vergangenen Iahr, auch diesmal dem Publi um ernste, erhebende und we tvoll.- Stücke vor Augen zu führen, vollen Erfolg gehabt. Ebenso verdiente und erntete die Musikkapelle reichen Bestall. Der Nachfolgen^ Tanz ände'te die ernste Stimmung in ein fröhliches Beisammensein bis zur frühen Mergenstunde.
s) Lich. 22. Ian. Bei d^r l> uigen B r e n n - Holzversteigerung im Flügen S adtwald würben bezahlt: für 4 Raumnwter Bu:i if.heit- hvk 50 Mk.. 4 Raummeter Buchens aüvp tolz 36 Mk., 4 Raummeter Du^enstockhol'' 17—'0Mk.. 100 Stück Wellen 20—25 Mk. Die Vers', gerung war von Käufern aus Lich und älmgegend sehr stark besucht.
ton. Weickartshain. 22. Ian. Dec fett Ende Iuli v. 38. stillael-gte Bergwerksbetrieb der Gewerkschaft Louise ist vom 12. ds. M's ab wieder eröffnet und fast sämtliche Arbeiter find wwdn- eingestellt worden. Es werden täglich 120 bis 140 Tonnen gewaschenes Eisenerz produziert und mit der Eis.'nva )a den Hüttenwerken im Ruhr- und Sieggebiet zugelührck.
Kreis ^ric-bcrq.
vw. Butzbach, 22. Ian. Ans der , n Stadtver ordnete nsitzung ist zu berich- ten: Während die Stadtwohnungen aus den vorhergehenden Iahren bei der Abhörung keinen Anstand ergabm soll der Voraus lag der Realschule für dis Rj. 1925 einmal zur P üfung bei d.-n Studtve-rordn'ten zi ’u-ieren. Hinsichtlich der Verzinsung von Darlehen an die Htadt von KFeinrentne-.n wurde betont, daß man. da die Kleinrentner!
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Hm. das kommt darauf an, wer am andern Ende dieses Drahtes ist. — S"
Ihren Ramen noch nicht genannt, mein lieber
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enberC irkbdoin^ ’üeiiöße j, 1 Uirä|ev lievagcU' irren. c>» ndwE» feit. Mv Führer itnteÖL—
Ich blätterte Weiler im Telephonbuch: Prax- maicr Anton — nein, der stand nicht darin, der hatte nicht einmal ein Telephon. Vielleicht wars gut so. Vielleicht hätte er mich erst recht enttäuscht. der gemütliche Praxmaier. der immer die Hausaufgaben von mir abschrieb — der mich immer verstohlen zwickte, wenn der Lehrer was Dummes sagte.
Ich hatte weiter geblättert. Den Franz Schwickelmann hatte ich auf geblättert.
Sechzehn vierunddreihig, bitte, Fräulein!
Rrrr ...
Hier Schwickelmann — Franz Schwickelmann — Schriftsteller Franz Schwickelmann. — Sie wünschen?
Ah. endlich eine angenehme Enttäuschung. Die würdevolle Stimme unseres Klassenersten, der immer alles wußte, hatte nach der fröhlichen Seite umgeschlagen.
Grüß dich Gott, Franz Schwickelmann, wie
"eh Sonntag;
8MIV. Teil
Wer“, 4lll
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auch die etwa 2*A- Kilometer westlich von hier cm Fuße des Tarrn uS liegende Gemeinde O ck - ft a d l mit Friedberg zu vereinen. Die Gemarkung dieses Ortes grenzt fast unmittelbar bis an die Stadt Friedberg, allerdings hegen hier die Verhältnisse doch nicht so einfach, wie bei Faucrback». welches auch in seiner bebauten Fläche fast unmittelbar an Friedberg grenzte. Gestern abend fand nun in Ockstadt eine Vorbesprechung statt, an welcher von Fried- berg Bürgermeister Dr. Seyd. die Deigeord- not en Winkeck er und Repp und Stadtverordneter Sch röder. von Ockstadt Dü.germei- /stec M ö r l e r und eine Anzahl Gemeinderats- mitglieder und sonstige Einwohner teilnahmen. Bürgermeister Dr. S e y d setzte alle Vorzüge aufeinander, die Ockstadt b'v rstünden. und versprach. daß der ländliche Charakter sowie auch die sonstigen Eigenheiten in jeder Beziehung bewahrt bleiben sollten. Verschiedene Ockstädter Bewohner verhielten sich dem Projekte gegenüber ziemlich zurückhaltend und hielten dasselbe noch für verfrüht. Es soll demnächst eine allgemeine Versammlung ein berufen werden, die der Bewohnerschaft Gelegenheit geben soll, sich über diese Angelegenheit auszusprechen. Man kann wohl annehmen, daß das Projekt einmal zur Ans üFirung kommen wird, daß jedoch noch viele Schwierigke len und Bedenken aus dem Wege zu räumen sind.
fpd. Vilbel. 22. Ian. Die Wirtschaftsgebäude der Petc-rsschen Mühle im benachbarten Masfenheim to urben durch Großfeuer zerstört. Die Rachbargebäu'e Formten durch die an der Brandstätte erschienenen Wehren der Umgebung gerettet werden.
Kreis Schotten.
als wolle er mich zwicken — wie damals der Anton Praxmaier. wenn der Lehrer mal was Dummes gesagt hatte. . .
So. hatten Sie nicht nötig, wer find denn Sie eigentlich, he?
Der Anton Praxmaier neben Ihnen in bet fünften Bant — der Anton Praxmaier. der so oft die Hausaufgaben von Ihnen abgeschrieben hat . . .
Und dann stellte es sich in fünf Minuten eines eiligen Schwatzes heraus, daß der Anton Praxmaier, der gemütliche Praxmaier. der einzige meiner Schulkameraden im Adreßbuch war der sich fein bißchen verändert hatte. Der ganz alte, liebe, gemütliche Anton Praxmaier aus der fünften Bank geblieben war. Wenn er auch nur ein Kellner wurde.
Und in der langen Schnellzugsmuhe, die ich nachher hatte dachte ich darüber nach, ob es vielleicht damit zusammenhing, daß alle anderen Telephon bekommen hatten und der Anton Praxmaier keins.
Frankfurter
Neues Operettentheater.
„M a r i ett a“, die Premiere der Frankfurter Operettenbühne, ist ein in Musik gesetztes Ro- mänch'ir zwischen einem feschen Herrenreiter, einer tizianblonden Herzogin von Lavama und einem kleinen Orangenmädche.i. das gleichfalls Marietta heißt. Die beiden Ramensfchwestern werden natürlich verwechselt, es entstehen allerlei Herzensverwicklungen. wie sie von einer braven Operette verlangt werden, zum Schlüsse heißt es auch hier: uum cuique? Der Herrenreiter bekommt seine Herzogin und der treue, bann und wann Mein und Dein verwechselnde Riceolo seine kleine Marietta. Das Ganze spielt unter dem in der Operette erst recht ewig blauen Himmel Italiens. Die Librettisten Dodansky und Hardt-Warden brauten aus Liebe plus Scntimcntalilä: und Humor eine recht flotte Handlung zusammen, deren Höhepunkt der erste Akt bildet. Der inusitnlische Vater „Mariettas' ist Walter .Kollo. Er hat gute instrumentale Einfälle und bringt Melodien, die das Zeug dazu haben, populär zu werden. Der Erfolg der in flottem Tempo geleiteten und hübsch inszenierten Ausführung war sv start, daß die Künstler sich wiederholt dem beifallsfreudigem Hause zeigen mußten L.W.
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5 Akten. 752c
schon zum Teil dementsprechende Vergütung en bekommen, die A Iwerstungsöeschlüsse des Reiches abtonrten müH:. Die Straße vor dem ncue"baulcn Hause des Kd. Ford. Brandt erhielt weder den Ramen Bebolstraße, wie e3 die Kommunisten beantragten, noch auch den Ramen Rathen ' - strafte, den die Soziald iuon-eten wünschten, sondern infolge Mehrheitsbeschlusies den Ramen: ,.S ch i l l e r"° Straße. Das Gesuch des Po l k 5» bildungsvcreins um Deckung des Fehlbetrags einer öffentlichen Veranstaltung wurde genehmigt. Die Gewährung von Baudarlehen durch die Stadt an Bau lustige wurde zurückgestellt bis zu dem Zeitpunkt, da die Stadt > durch ein erhaltenes Darlehen selbst in die Lage verseht wird, Daulustigen unter die Arme greifen ! zu tonnen. Wenn auch Stadtv. Oppenheimer vorschlug. nur die Stadt bauen zu lassen, so war die Mehrzahl der Stadtverordneten doch dafür, daß man das eine tun und das andere nicht lassen solle, d. h. daß man Privaten und Stadt das Bauen gestatten müsse. Als Vertreter der Stadt für den Ortsausschuß für Leibesübungen wurden u. a. die Herren Ingenieure Meyer und Ruhl bestimmt. Was die Feldbereini na betrifft, so beharrte der Stadtrat auf seinem früheren Beschluß, das Hm» lageverfahren beizubehalten.
sf. F r i e b b e r g . 22. Ian. Rachdem Friedberg vor einer Reihe von Iahren bereits die Rachbargemein de Fauerbach eingem-eindet hat. ist neuerdings eine Bewegung im Gange
Herr.
Hier Fritz Müller.
Fritz Müller? Kenn' ich nicht I
Aber Franz Schwickelmann. kennen Sie denn nicht mehr Ihren alten Schulkameraden Fratz Müller?
Hm. warten Sie — Fritz Müller, sagen Sie? War das nicht . . . Hm. ja, lassen Sie die Dummheiten Herr! Mein Schulkamerad Fritz Müller — jaja, der in der fünften Bank — der hatte eine glockenhelle Stimme und kein solches Geguickse. wie Sie es am Telephon machen! Halten Sie gefälligst andere Leute zum besten, verehrter Herr! — älnd außerdem, mich kriegen Eie nicht dran: der. der Eie fein wollen, der Fritz Müller, ist ja längst gestorben. — Schluß I , .
Aus der Telcpyonzelle ging cm zerknitterter Mensch. Der Mensch war ich. Lächelnd kam der Kellner auf mich zu: Wieviel Telephonge- spräche. bitte, Herr Fritz Müller?
Ich fuhr auf, woher wußte dieser Mensch meinen Ramen?
Sie hatten an der Telephonzelle gelauscht?
Hatte ich wirllich nicht nötig, hatte ich wirklich nichr nötig, sagte er gemütlich, und ferne Hand machte eine halb verstohlene Bewegung,
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Jugendfreunde.
Don Fritz Müller-Partcnkirchen.
Was wollen Sic? Jeder hat mal eine Idee. Ob sic verrückt ist, sieht man erst nachher.
Da spielte mich das Schicksal zw schen zwei Schnellzügen in meine Heimatstadt. Vor ficbcn» jindzwanzig Iahren hatte ich si; zuletzt gesehen, als mich das Schull-aus in die Hand des Lebens nab. Ratürlich überkam es mich wie alle Heimatsinder: Rührung. Staunen — Staunen. Rührung. Rein, wie sich d esc Stadt verändert hatte. Wie. wenn ich jetzt behaglich durch sie schleiiderte. alter Erinnerungen voll? "Aber nein — ich sah auf meine älhr — eine halbe Stunde noch bis zu meinem Schnellzug. Es ging nicht. Richt mal zu einem Besüchlein langte cs bei einem alten Freunde. ,
Hm, hatte ich denn solche hier? Verwandte? Keinen. Lind B'kannte? Ic nun, da waren die alten Schulkamevaden.
He, Kellner, bitte, das Adreßbuch, aber n bißchen fix!"
Die Erinnerung kramte in versunkenen Ramen, während der Finger durchs Adreßbuch fuhr:
Billmann — aha. Roderich Dillmann — p. ja, das war der Billmann in der dritten Dank, links an der Ecke -- der mit dem braven Gesicht, der immer so schüchtern w.sperte. wenn der Lehrer ihn nur fragte, jaja . . . jaja. . .
Unb da richt g. da war der Diggelmaicr. Halt, ob cei auch der richtige war! Iawohl, Franz Taver — es gab nur einen Franz üancr ©iggclmaicr in der ganzen Stadt — der. der immer auf der letzten Dank sah - der mit der lustigen Stimme der immer den Kopf• voll Lustigkeiten und Dicchcrcicn hatte, ach ja. . . jaja. . .
älnd da da stand ja auch noch der Pvax- maier Anton, mein Rebeinnann in der fünften Bank, der gemütliche Prirma er. der mich immer verstohlen zwickte, wenn der Lehrer was Komisches oder waS Dummes sagte — denn auch Lehrer sagen mal was Dummes — ach jo, der Praxmaier . . . jaja. .
ünb der schwickelmann. unser Franz zochwik- kebnann, stand auch noch da -- der erste in der ersten Dank, der würdige Schwickelmann mit der fetten Stimme, der immer alles wußte — der ban Lehrer immer sagen durfte, wo wir das
Aus der Provinz.
Saitöfrcid (victzen.
L Wiescck. 23 Ian Unter dem Viehbestand eines hiesigen Eigwohrers wurde die M a u 1 - u n d K ! a u e su ch c festgestelll. Rach den Sicherunasu . ■; g l:i b.ldrt die gesamte Gc^ meindc ei- D?obachtung5bezirk. Man hofit, ■ ü 5 gesamten Viehbestandes in fraglichem G h fi tie ’ - tocren Störungen, die das ganze wirtfchaftliE i Leben bedrohen in verhältnismäßig kur -. '.ei’ zu beseitigen. Die»e Maßnahme tft allerdtngs nur dann durchführbar, wenn durch die cingeleiteten Llntersuchungen fest- gestellt wird, daß hie gefürchtete Seuche nicht fchou weitere Verbreitung gesunden hat.
>). Staufenberg, 22. 3an. D.im Holz- fobren kam ein dem Grasen Schwer>n gehörendes Fuhrwerk oberhalb des Schlosses Friedel- bauten der Doschung zu nahe und stürzte ab. lndem es sich mehrmals überschlug. Der Wagen wurde zertrümmert. Ein Pferd brach daS Genick, während das andere unverletzt blieb. _
t). Saubringen. 22 Ian. Sicherem Der- nehmen nach ist Hof H e ibc r t s h a u s e n , der ungefähr 400 Morgen Land umfaßt, von dem seitherigen Bc’itzcr. H e i de ck e r - Ober-Weimar durch Kauf an den Oekonomen Pfeifer- Gießen übergegangen Der Preis beträgt einschließlich Inventar 270 000 Mark.
■ i'- Treis a. d. Ld a., 22. Ian. In der hiesigen Ortsgruppe der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur sprach Dr. Stic r-G i e - ft c u über den „Anfang des Befreiungskampfes". Er meinte damit den Dawesplan, den er eingehend erläuterte und seine für uns günstigen wie die noch viel mehr ungünstigen Punkte deutlich aufzrigte. Die klaren und überzeugenden Ausführungen des Redners erntetm solchen D i- fall, daß er auf Wunsch der Dersammlung für Ende Februar einen zweiten Vortrag zusagen mutzte.
a’. Allen do rf a. d. Lahn. 22 Ian. Gs ist kennzeichnend für die R o t unserer Zeit, wie mancher Mensch sich heutzutage bei der verbreiteten Arbeitslosigkeit durchs Leben schlagen muß. Kam da vor einigen Sonntagen ein Mann mit einer Trompete in unser Dors, blies Lieder und sammelte Geld. Ec- freulichcrweise wurde er gut beschenkt, obwohl die Musik nicht besonders war. Vorgestern kamen zwei junge Leute und fangen an verschiedenen Stellen Lieder, c’xmallö um Geld. Auch diese schienen gut abgeschnitten zu haben, denn sie machten bei ihrem Aozug recht frohe Gesichter.
V Aus der Rabenau. 22. Ian. ilnfcrc Dasaltsteinindustrie, die vor dem Kriege über 100 Arbeiter beschäftigte, ist seit einigen Iahren so aurudgegangen, daß bis vor kurzer 3eit fast kein St iobruch mehr ini Detrieb war. Es sind wohl nach dem Kriege verschiedene Dau- ten -- zur Herstellung von Kunststeinen. Stein- sägewerl usw. — errichtet werden, aber auch diese sind nicht mehr Im Detrieb. Ietzt scheint nun etwas Leben in diese Industrie zu kommen. Der frühere Betriebs führe der Hessischen Steinbrüche, S ch m i c d c k ii c ch t , hol im „Kirchge- Heeg" der Gtrnurlung Kes selb ach von dein Fteiherm von Rabenau einen Steinbruch gepachtet, in welchem etwa 30 Mann beschäftigt werden. Auch in den Steinbrüchen bei Londorf soll die Arbeit beginnen. Ferner ist der Pflastersbeinbruch auf den „Däumem" oberhalb Kesselbachs nach jahrelangem Stlllstand wieder in Betrieb genommen worden.
* Rüddingshausen 22. Ian Am Samstag hielten drr hi.'fige Männerchor und der Gemischte Chor ihren Familien- abend bei Gastwirt Ioh. Wiftner cb. Dei
rech0IU^tnbtn5TOüre, rot \W fttitao.. f. mitil lilr.MA\®W,üerf uretero H. Streck,Eii-Eekr. L R., Biiminwi
• Schotten. 22. Ian. In den ober- hessischen Landstädtchen, auch in Schotten, herrscht zur Zeit unter den Verbrauche m und d.'nLLa.id- toirten Erregung über das i ßverhältnis von Vieh- und Fleischpreisen und von Mitch- und D u 11 e r ß r c i f_c n. Die Preise von Rindvieh. Schweinen und Schafen sind seit Monaten zu.üäg gingen, die FleischprIse jedoch nicht. In Frantsurt a. M.. der größten Ver- braucherstadt der weiteren llmg^gmb. kostet das la Rindfleisch 60—70 Pfg.. hier kostet es 1 Mk. Die Landwirte, die foweso gezwungen sind, Vieh zwecks Bezahlung der Steuern abzusehen, können ihr Vieh nicht mehr zu annehmbaren Preisen loswerden. Sie gehen viel ach dazu über, selbst z u schlachten und das Fleisch zu verkaufen. Hierüber haben beräts Ve hand- tungen in der 2'in')toirtfdnf‘ö arnmer stat 'emn- ben. Die staatliche Preisprü'ungsstelle soll sich ebenfalls! mit der Sache schon befaßt haben. Es mu ßhierin Wandel geschaffen werden, damit dieser ungesunde wirtschaftliche Zustand beseitigt wird.
Slrcio Büdingen.
„?“ Ridda. 22. Ian. Der Gefangenen- toärter i. R. Ludwig D i e h l m a n n vollendete in diesem Monat sein 80. Le b en sj a h r. Der Hockbetagte. der sich aud> im Drange seines nicht lübermäftig sonnigen Derufes eine heitre Seele bewahrte, erfreut sich noch ausgezeichneter körperlicher und geistiger- Frische. Seine Blumen, und ; Blattpflanzen, die er mit der gatzzen Innigkeit I .xä ausgesprochenen Dlumenfreun - ! des liebt und pflegt, erheitern und beglücken : 'einen Lebensabend. Mögen Rosen. Tulpen und 1 Lilien ihm noch recht oft erblühen! — Die Ma- 0 r i g a l v e r e i n i g u n g - D a r m st a d t (Leiter Privatdozent Dr. ,x. R o a ck). die bereits in allen größeren Plätzen Obcrhefsens durch ihre lünst- erisch hochstehenden Darbietungen sich in das Herz der Zuhörer cingefungen, soll nun auch hier heimisch werden. Zur Zeit finden Dera- tungen unter DHeiligung 'ämt icher hiesigen Ver- eine statt, um das in Aussicht stehende Konzert zu sinanckeren. Es sott an einem Sonntagr p mittag stattsinden. um den Bewohnern der Umgegend den Desuch zu ermöglichen.
)( Ortenberg. 20. Ian. Der Veteranen - und Militärverein Hassia hatte am Sonntag seinen Festtag. Am Rachmittag fand im Hirzelschen Saal ein Konzert des Acker-
letzte Mal stehen geblieben waren — ach ja, der Schwickelmann . . . jaja. . .
Ich schlug das Adreßbuch zu. Schade, daß so wenig Zeit war. Ich hätte sie gar zu gern mal besucht, diese alten Schulkameraden. Wer natürlich, wenn so wenig Zeit war. §alt, da fiel mir etwas ein. Kellner!
Sic wünschen, fragte der Kellner in der Bahnhofswirtschaft diLnstbcreil.
Das Telephvnbuch, bitte!
ünb eine halbe Minute später setzte sich eine Äiubcl in der dunklen Zelle in Bewegung. Hier Amt!
Rümmer einundachtzig vierundneunztg Bttt- mann. bitte! _ .
Rümmer genügt, Raine ist nicht notig — rrr, Pause. Dann eine grobe Stimme:
Hier Dittmann & Co., wer dort?
Rein, halte d-eser Dillmann mit dem braven Gesicht, dieser Roderich Dcklmann. der immer so schüchtern wisperte, wenn der Lehrer ihn was fragte, hatte der sich einen groben Angestelllen zugelegt.
Ich nwchtc Herrn Roderich Dillmann sprechen, bitte! , _ .
Bin ich selbst! brüllte die grobe Stimme. Ich ließ vor Schrecken den Hörer fallen. Mir verging die Lust am Weitersprechen. Der liebe, brave Roderich Dittmann — ein Traum ver'ank. Ich läutete ab. Ich wurde jäh von D llmann & Kompanie getrennt. Ich hatte nichts dagegen. Ich kurbelte wieder.
Hier Amt!
Rümmer achtzehn vierundneunzig!
Rrrr. . .
Hier Professor Diggelmaier! sagte eine ungemein würdige Stimme. Franz Harter, ja? sagte ich ein wenig beklommen. _
Professor Diggelmaier! betonte die würdige Stimme ärgerlich, was geht Sie mein Vorname an. — Sie wünschen? Aber rasch, bitte, meine Zeit ist gemessen. Herr!
Ich — ich wünsche nichts — nichts mehr. Schluß, stotterte ich.
älnvers sämtheit! grollte der Professor Dig- gelmaiersche Zorn durchs Telephon. Den Hörer hängte ich ein. Das also war der lustige Franz Paver Diggelmaier geworden — der Digzel- maier, der den Kopf voller Lustigkeiten und Diechereien hatte — der würdige Professor — ach ja . . . jaja . ..
Lik-
liellicbflit für drii
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mannschen Quartetts stakt, abend« wurde cv Theaterabend geboten Der T urnocr*
richten, die zu gleicher Zeit für grchcrc Veranstaltungen aller Art Raum bieten soll. Sin« Sammlung erbrachte bereit« übr 1000 Mark, die übrigen Kosten tollen durch verzinsliche und unverzinsliche Darlehen und durch Zuschüsse de» Gaue.- aufgebracht werden. Der Plan, an dem die Turnhalle errichtet werden sott, ist noch unbestimmt.
Mrcie Vetzlar.
T R ie de rg i r ui e s. 22. Ian Rachdem gestern mittag auf Grube Philipps- Wonne (Buderus! bei der Personenbeförderung ein Ballen auS dem Schacht auf ben Fordcrkorb schlug ohne weiteren Schaden anzurichten, stürzte gestern abend mit fürchterlichem Getöse der ganze Schacht ein. Da die eine Schicht gerade ausgefahren war und die andere im Begriff stand, einzufahren, ist zum Glück der Verlust von Menschenleben nicht zu bei lagen, lieber 150 Bergleute sind aber wied. arbeitslos grw rden. Wie verlautet, will die Firma wegen des schlechten Geschäftsganges den Schacht vorerst nicht wieder aufbauen.
5 Wetzlar. 22. 3an In althergebrachter Weise wird die bi ’ige Deutsche Volks- Partei auch in dies em Iahre den Geburtstag des Altreichskanzlers Fürst von Divmarck II. Aprils begehen. Die F.-ier findet am 2 9. Mär,, statt Als Redner ist ein he» vorragender Pallc.mmtarier g?to nnen worlen. (Sin Ausschuß ist mit den DorberItungen zu der Feier bereits beschäftigt.
]:[ Hochelheim, 22. Ian. Zum zweiten 2Nale nach dem Kriege veranstaltete der hiesige Raifseifenverein dieser 5a;c einen Farn i l i e n a b e n d. lllachdem der Vorsitzende Fr. 2c e i tz die auswärtig.n Gäste, die Herren Land- Wirtschaftslehrer Haak. dipl. Landwirt Schneider und Lagerhausverwalter Gath aus Gießen, sowie Herrn Vechaudsrevisor Krein a n n aus Wetzlar mit herzlichen Worten begrüßt hatte, folgte ein kurzer Bericht über hie Tätigkeit des Vereins im IahrL 1 9 2 4. Der Warenumsatz war ein ganz bedeu- lender Das ha le seinen Grund mit darin, daß durch die Ungunst des Wetters im vergangenen Iahre säst alle Landwirte gezwungen waren, Saaiaetrciöc und Saat artof e.n zu beziehen, und daß ferner der Verein einen großen Teil der hiesigen Einwohner mit Bremntofien versehckn hat. Erfreulich ist, daß auch die Spartätigkeit im abgelaufenen Iahre wieder vugenommen hat. So lonnic der Verein zum Teil aus eigenen
abrugeben. Wo? iaflt die GrlchWst des Gieb. An». l»->
NAd^Vinilei
Ga/arock u, Litewka
Heu
zu kaufen gesucht
Siebener VoxoeielN.
^m#h,dnlT S-isamaenU ^^wald"/arlen.
Gönner Freu^^iUtaninieN:


